Teilhabeantrag und Datenschutz

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    • Teilhabeantrag und Datenschutz

      Weiß jemand, ob ich verpflichtet bin, in einem Antrag auf Teilhabeleistungen (es geht nur um soziale Teilhabe, ich liege unter den Vermögens- und Einkommensgrenzen, die ab 2020 gelten) die Telefonnummer und e-Mail-Adresse meiner Eltern bzw. deren Anschrift anzugeben? Ich weiß, dass bei bestimmten Teilhabeleistungen die Eltern monatlich einen Betrag bezahlen müssen, auch wenn das Kind erwachsen ist. Sofern ich unter den Grenzen liege, dürfte das hinfällig sein. Ich will aber auf keinen Fall die Telefonnummer meiner Eltern herausgeben. Eigentlich möchte ich überhaupt nicht, dass meine Eltern (ich bin seit fast 20 Jahren volljährig) irgendetwas damit zu tun haben.

      Weiß jemand, ob ich die Angabe meiner Telefonnummer verweigern kann? Ich habe fast panische Angst vor Telefonanrufen und wäre bei einem Anruf wieder stundenlang damit beschäftigt, ob ich die Mailbox abhören soll oder nicht (weil ich aus Angst eh nicht ans Telefon gehe, wenn es klingelt). Mir wäre es am liebsten, wenn man schriftlich (Post oder Mail) mit mir kommuniziert. Meint ihr, dass man das so bestimmen darf?

      Weiß jemand, ob ich verpflichtet bin, meine private Krankenversicherung in diesem Antrag samt meiner Mitgliedsnummer zu nennen? Ich möchte keine Leistungen zur medizinischen Teilhabe beantragen und verstehe nicht, wozu die diese Daten haben möchten. Da ich auch keine Schweigepflichtentbindungserklärung erteilt habe, dass die Krankenkasse irgendwelche Daten herausgeben darf, weiß ich nicht, was das soll. Wisst ihr, wozu diese Angaben benötigt werden oder ob es überhaupt zulässig ist, diese zu erheben. § 60 Abs. 1 SGB1 besagt nur, dass man alle "erforderlichen Daten" angeben muss.

      Leider merke ich, dass ich schon vor der Klärung dieser Fragen starke Angst habe. Ich kenne es, dass man von mir oft schon Daten verlangt hat, die ich nicht angeben wollte und ich dann hinterher einen unglaublichen Hass auf mich hatte, weil es mir nicht gelungen war, meine Bedürfnisse zu vertreten. Wenn man die Daten braucht, dann muss ich mir natürlich überlegen, ob ich entweder die Daten angebe oder vom Antrag Abstand nehme. Ich habe nur Angst davor, dass wie so oft ein Rundumschlag an Daten erhoben wird und man das nicht hinterfragen darf bzw. es nicht gern gesehen wird, diese Daten nicht anzugeben.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich weiß, dass bei bestimmten Teilhabeleistungen die Eltern monatlich einen Betrag bezahlen müssen, auch wenn das Kind erwachsen ist. Sofern ich unter den Grenzen liege, dürfte das hinfällig sein.
      Ich weiß nur, dass das Amt bei den Eltern versucht die Kosten, bzw einen Anteil, zurückzubekommen wenn man selbst nicht zahlen kann. Das wurde bei meiner Mutter auch schon häufiger überprüft.

      FruchtigBunt wrote:

      Weiß jemand, ob ich verpflichtet bin, meine private Krankenversicherung in diesem Antrag samt meiner Mitgliedsnummer zu nennen?
      Als es bei mir um die Übernahme einer Autismustherapie ging brauchten sie zwingend die Daten der Krankenkasse und eine Ablehnung der Übernahme der Kosten von denen. Ohne diese Ablehnung konnte der Antrag erst gar nicht gestellt werden.
      Bei sogenannten Annexleistungen brauchen sie das auch.
      Was das Betreute Wohnen angeht weiß ich es nicht.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ich habe mit einer Person gesprochen aus dem Bekanntenkreis und werde es jetzt so machen, dass ich mich einfach weigere, Telefonnummern anzugeben. Die Person meinte, das Amt solle schriftlich mit mir kommunizieren. Wenn die wollen, dass ich Telefonnummern der Angehörigen angebe, sage ich einfach, die haben mir das verboten und dass ich mein Handy oft nicht dabei habe.

      Ob ich die Mitgliedsnummer der Krankenkasse nenne, weiß ich noch nicht, aber vielleicht lasse ich sie einfach erstmal weg und wenn dann nachgehakt wird, kann ich immer noch nachfragen, wozu sie das wissen wollen. Vielleicht wird es auch einfach übersehen, dass ich die Nummer nicht angebe.

      Ich habe mir überlegt, dass es ingesamt vermutlich weniger auffällig ist und weniger Probleme macht, wenn ich einfach die ganzen Häkchen setze, als wenn ich mich groß mit denen anlege. Es kommt sowieso nichts Schlimmes dabei raus, wenn die nun irgendwelche Daten von irgendwoher abrufen oder bei meiner Krankenkasse anfragen. Ich werde versuchen, mich nicht mehr dafür zuständig zu halten, dass ich die Datenschutzbestimmungen überwache. Dafür gibt es einen Datenschutzbeauftragten. :yawn:

      Und bevor ich das alles moniere, vertraue ich lieber mal darauf, dass den Mitarbeitern aus Nachlässigkeit ziemlich sicher ein paar Dinge nicht auffallen werden. Mir ist ja vor einer Weile klar geworden, dass viele Menschen längst nicht so gewissen lesen und arbeiten wie ich, so dass die Chance besteht, dass so eine fehlende Nummer nicht auffällt. Das ist nun getrickst und taktiert, aber ich wende damit einfach mal den Ratschlag an, dass das auch erlaubt ist und dabei hilft, die eigene Energie zusammenzuhalten. Eigentlich halte ich sowas nämlich für falsch, aber wenn ich nun wieder wochenlang wegen diesen Datenschutzsachen mich aufrege, kann ich neben dem Teilhabeantrag gleich noch eine Klinikeinweisung beantragen. :yawn:
    • Vielleicht kannst du ein Attest beifügen, dass der Kontakt ein medizinisches Problem darstellt (wegen dekompensationsgefahr). hat bei mir funktioniert. das attest kam erst viel später zum einsatz. (allerdings weiß ich nicht, inwieweit die vielleicht trotzdem im hintergrund geschaut haben)
    • kastenfrosch wrote:

      Vielleicht kannst du ein Attest beifügen, dass der Kontakt ein medizinisches Problem darstellt (wegen dekompensationsgefahr). hat bei mir funktioniert. das attest kam erst viel später zum einsatz. (allerdings weiß ich nicht, inwieweit die vielleicht trotzdem im hintergrund geschaut haben)
      Ich glaube, den Aufwand, den ich betreiben müsste und die Energie, die es kosten würde, ein Attest zu erhalten, würden nicht im Verhältnis zu der Nicht-Herausgabe von Telefonnummern und Krankenversicherungsnummer stehen. Oder was meintest du mit Kontakt? Dass das Sozialamt meine Eltern kontaktieren würde, ist doch relativ gering (wie ich mittlerweile herausfand), weil ab 2020 wohl die Eltern nicht angefragt werden, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass diese mehr als 100.000 EUR an Jahreseinkommen haben.
      Wofür hast du das Attest eingesetzt?
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich glaube, den Aufwand, den ich betreiben müsste und die Energie, die es kosten würde, ein Attest zu erhalten, würden nicht im Verhältnis zu der Nicht-Herausgabe von Telefonnummern und Krankenversicherungsnummer stehen.
      das kannst nur du beurteilen. mein arzt hat mir ohne probleme ein attest ausgestellt. heute käme ich besser damit klar, aber damals haben mich alle familien-themen furchtbar aufgeregt. meinen arzt zu fragen war etwa 1.000.000 mal leichter.

      FruchtigBunt wrote:

      Wofür hast du das Attest eingesetzt?
      Damit meine Eltern nicht kontaktiert wurden/ ich keine daten angeben musste
    • @kastenfrosch
      Ging es auch darum, dass deine Eltern im Rahmen des Antrags beim Sozialamt (Teilhabeantrag) nicht kontaktiert wurden?
      Wenn ich es richtig verstanden habe, werden die Eltern ja ab 2020 normalerweise nicht mehr kontaktiert, es sei denn, dass zu erwarten ist, dass diese mehr als 100.000 EUR verdienen. Von daher finde ich es auf jeden Fall eine Erleichterung. Ich erhalte von meiner Ärztin nur sehr widerwillig und mit extrem langen Wartezeiten Gutachten. Da ist es wirklich hilfreich, wenn man einen Arzt hat, der diese bürokratischen Dinge professioneller abwickelt. Ich möchte deswegen auch wechseln, habe aber noch keinen anderen Psychiater gefunden.
    • @kastenfrosch
      Ah okay. Sorry, "Gutachten" war von mir falsch gewählt. Ich musste bisher auf mehrseitige Berichte sehr lange (mehrere Monate) warten, aber selbst für eine einfache Verordnung für Ergotherapie musste ich schonmal drei Wochen warten und da hätte man einfach nur das eintragen müssen was auf der letzten Verordnung stand. :shake: Einfache Atteste bzw. kurze Briefe werden dort gar nicht geschrieben bzw. mir ist es noch nie gelungen, so etwas zu bekommen. Bei einem anderen Arzt hatte ich das ohne Probleme innerhalb von einer Woche.
    • @FruchtigBunt
      Für Ergo-Rezepte musste ich auch schonmal ein paar Tage warten, aber nie mehrere Wochen.
      Mehrseitige Berichte habe ich noch nie benötigt (Ausnahme: z.B. die Rentenkasse hat was angefordert, aber das ist vorgedruckt und nicht so viel Text zu schreiben, kann auch per Hand ausgefüllt werden, da dauerte es aber auch eine Weile, vielleicht 3-4 Wochen, sie muss dann ja schon genauer nochmal die Akte lesen usw. Das muss dann in Ruhe gemacht werden).
      Wo ich hingehe ist es auch sehr voll und stressig, also an "weniger Patienten" kann das ganze nicht liegen.
      Wenn du öfter Atteste benötigst solltest du wirklich über einen Wechsel nachdenken, auch wenn das immer Stress bedeutet. Gute Ärzte finden ist leider schwer. Irgendwas ist ja immer, man muss sich überlegen, welche Aspekte für einen selbst wichtig(er) sind.