TMS / Gehirnstimulation

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    • FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht ist es weniger ein bewusstes Zurückfahren als so, dass sich die Kompensation dann einfach zurückentwickelt, weil sie nicht mehr erforderlich ist
      Ich weiß nicht, ob Kompensation dann überflüssig werden würde. Es gibt ein paar Aspekte, von denen ich denke, dass es bei ihnen schwierig werden wird.
    • Kompensation müsste man nur in den Dingen zurückfahren, in denen TMS wirklich geholfen hat.

      Ich erkläre das mal an einem Gleichnis:

      Stell dir mal vor jemand kann nicht gut sehen. Und versucht das irgendwie zu kompensieren. Dann würde er das z. B. tun, indem er die Augen zusammenkneift und / oder an alle Dinge sehr nah rangeht oder den Kopf auf eine bestimmte Art bewegt etc.

      Wenn nun aber seine Sehschwäche durch eine Brille ausgeglichen oder durch eine LaserOP behoben werden würde, würde es die Momente, in denen eine derartige Kompensation früher nötig war (also die, wo er etwas nicht richtig erkennt) gar nicht mehr geben. Oder zumindest nur noch äußerst selten, nicht öfter als bei Menschen mit gesunden Augen.

      Das hieße also wenn TMS dir (mal als fiktives Beispiel) helfen würde intuitiv zu wissen, wie lange du Augenkontakt halten musst, würdest du es nicht mehr bewusst steuern müssen. Da bewusst steuern sogar weniger gut funktioniert als es von alleine richtig machen, wäre das dann keine Kompensationstechnik mehr sondern eher hinderlich und man müsste sich bemühen es sich abzugewöhnen, vorausgesetzt dass TMS das Problem dauerhaft beseitigt hat.

      Das war jetzt nur sehr theoretisch aber ihr versteht worauf ich hinaus will: Wenn das Gehirn sich neu verdrahtet und so bestimmte Unfähigkeiten aufgehoben werden, gibt es an der Stelle auch nichts mehr zu kompensieren. Das wäre zumindest die Wunschvorstellung. Ob es auch in echt so funktioniert, bleibt abzuwarten.
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    • Besonders viele Anbieter scheint es für die TMS wirklich nicht zu geben. Bis jetzt habe ich Angebote in Hamburg (hier schon genannt), Recklinghausen und Paderborn gefunden, wovon mir nicht alle Angebote seriös erscheinen.

      An der Klinik in Nürnberg gibt es eine Forschungsgruppe dazu:
      dghp-online.de/index.php?optio…nberg&catid=14&Itemid=101

      Vielleicht könnte die Homepage der Deutschen Gesellschaft für Hirnstimulation in der Psychiatrie e. V. interessant sein. Ich habe mir die Seite noch nicht näher angeschaut. Leider habe ich zur Zeit wieder diese Recherchezwänge. :?

      Unter dem Link sind auch einige wissenschaftliche Veröffentlichungen zu TMS genannt, allerdings sind die schon sehr veraltet (über 10 Jahre alt). Auf der Hauptseite gibt es eine Unterrubrik mit "Publikationen". Da sind auch Sachen aus 2014 (auch schon wieder fünf Jahre alt) dabei. Also: Falls jemandem langweilig ist. :d

      Die Liste der Kliniken, die mit dem Verfahren arbeiten, könnte interessant sein. Wenn das im Rahmen eines stationären Aufenthaltes "ausprobiert" werden könnte, wäre das vielleicht für den ein oder anderen interessant. Ein Teil der Kliniken bietet das laut dieser Übersicht auch ambulant an. Hm.
      In Nürnberg kann man sogar Neurofeedback an der psychiatrischen Klinik machen.

      The post was edited 6 times, last by FruchtigBunt ().

    • Lex wrote:

      Wenn das Gehirn sich neu verdrahtet und so bestimmte Unfähigkeiten aufgehoben werden, gibt es an der Stelle auch nichts mehr zu kompensieren. Das wäre zumindest die Wunschvorstellung.
      Genau. Das wäre das perfekte Ergebnis.
    • Diamant wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      An der Klinik in Nürnberg gibt es eine Forschungsgruppe dazu
      Aber leider mit dem Schwerpunkt Depression...
      Das heißt ja nicht, dass sie die anderen Gebiete gar nicht beforschen. Als Anwendungsgebiete steht in der Klinikübersicht bei Nürnberg aber auch nur "Depressionen, Schizophrenie, Tinnitus".

      Ich vermute auch, dass es auf "Versuchskaninchen" hinauslaufen würde. Da ist das Neurofeedback immerhin etwas weiter, aber auch da weiß man bisher nur einen Bruchteil.
    • NPZ wrote:

      Basierend auf der Technologie der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) ist es mit der tiefen transkraniellen Magnetstimulation (engl. "deep" TMS) möglich, tiefer gelegene Hirnareale zu erreichen und dort Neuronen zu stimulieren. Es wird eine andersartige Spule zur Erzeugung der Magnetfelder eingesetzt, die sich in einem Helm befindet. Mit der tiefen Hirnstimulation kann tiefer und zielgerichteter für bestimmte Krankheitsbilder therapiert werden. Die Spule bei der repetitiven Magnetstimulation ist variabler bei der Positionierung, wirkt aber nicht so tief in die Gehirnstrukturen hinein.

      NPZ wrote:

      Besser Augenkontakt halten und leichtere soziale Interaktionen
      Die Möglichkeiten von Menschen mit autistischen Störungen, sich mit all ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten in die Welt einzubringen, sind sehr begrenzt – denn durch die autistischen Verhaltenszüge können sie dies nur selten tun.Bei Menschen mit Autismus bestehen in der Regel Einschränkungen in fünf verschiedenen Bereichen des Daseins, Fühlens und Wahrnehmens. Diese Probleme entstehen wahrscheinlich, weil die Nervenzellen in den Gehirnen von Menschen mit autistischen Störungen teilweise abweichende Funktionen haben. Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass sich die Gehirne autistischer Menschen in einer Struktur von nicht autistischen Menschen unterscheiden. Transkranielle Magnetstimulation fördert eine bessere Vernetzung von Bereichen im Gehirn und kann so zu einer Besserung der sozialen Interaktionsfähigkeit und einer Reduzierung der Überlastung durch sensorische Reize führen.

      NPZ wrote:

      Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die rTMS für die Behandlung von Symptomen aus dem Spektrum der autistischen Störungen hilfreich und wirksam sein kann. Gerade weil nicht nur technisch messbare Verbesserungen gefunden wurden, sondern auch über mehr als ein halbes Jahr hinweg von Patienten und Angehörigen im Alltag merkbare Veränderungen in Erleben und Verhalten beschrieben wurden. Die rTMS-Therapie stellt somit eine gute Ergänzung zu bisherigen Behandlungsansätzen dar. Diese Annahme wird unterstützt vom Hinweis, dass gravierende Nebenwirkungen nicht beschrieben und bei der rTMS auch nicht zu erwarten sind. Vielmehr stellt die rTMS eine physikalische Behandlung mit direkter Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn dar, die gegebenenfalls anzuwendende Psychotherapie und ergotherapeutische oder pädagogische Maßnahmen positiv unterstützen kann.
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      The post was edited 1 time, last by Lex ().

    • @Lex

      Dieses NPZ ist mir irgendwie suspekt, obwohl ich nicht genau begründen kann, warum (Bauchgefühl). Die Aussage


      NPZ wrote:

      Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die rTMS für die Behandlung von Symptomen aus dem Spektrum der autistischen Störungen hilfreich und wirksam sein kann.
      ist eigentlich ziemlich unverbindlich. Genausogut könnte man hinschreiben, dass das Essen von fünf Tüten Popcorn täglich für die Behandlung von Symptomen aus dem Spektrum der autistischen Störungen hilfreich und wirksam sein kann, oder? "kann" bedeutet doch nur, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass es nicht hilft, oder?

      Bei Aussagen wie


      NPZ wrote:

      Diese Annahme wird unterstützt vom Hinweis, dass gravierende Nebenwirkungen nicht beschrieben und bei der rTMS auch nicht zu erwarten sind.
      horche ich auch erst mal auf. Was gibt es unter den "gravierenden" Nebenwirkungen? Wieso sind sie bei rTMS nicht zu erwarten? Nur weil sie bisher nicht beschrieben wurden oder weil man ausschließen kann, dass es sie gibt? :roll:


      NPZ wrote:

      Vielmehr stellt die rTMS eine physikalische Behandlung mit direkter Wirkung auf die Nervenzellen im Gehirn dar, die gegebenenfalls anzuwendende Psychotherapie und ergotherapeutische oder pädagogische Maßnahmen positiv unterstützen kann.
      Da verstehe ich z. B. nicht, was das 'gegebenenfalls' soll. Das klingt für mich alles so, als wüsste man noch gar nicht, ob das rTMS hilfreich ist oder nicht bzw. in welchen Fällen.

      Nein, mir ist das Ganze doch zu suspekt. Ich möchte kein Versuchskaninchen sein. Da finde ich das Neurofeedback wesentlich interessanter, weil ich da das Gefühl habe, ich lerne selbst durch die Rückkopplungen dazu (man steuert es ja selbst) und bekomme nicht von außen irgendwas an meinem Gehirn 'gemacht'. :|


      NPZ wrote:

      Bei Menschen mit Autismus bestehen in der Regel Einschränkungen in fünf verschiedenen Bereichen des Daseins, Fühlens und Wahrnehmens.
      Weiß jemand, welche fünf Bereiche das sind?
    • Also ich fände es viel eher suspekt, wenn sie geschrieben hätten, dass TMS auf jeden Fall jedem Autisten bei jedem Symptom hilft und dass es vollkommen auszuschließen ist, dass jegliche auch noch so geringfügige Nebenwirkung auftreten wird. Denn so völlig absolut kann man das bei keiner Therapieform versprechen, das wäre unseriös!

      Im Übrigen war das ja nur die Zusammenfassung. Ich habe Auszüge gepostet. Du kannst ja gerne mal das Originaldokument durchlesen, wo halt konkret von Forschungsberichten bzw. Autisten berichtet wird, bei denen es geholfen hat.

      Im Übrigen ist das NPZ ja nur eines von mehreren Quellen zum Thema. Das erwähnte Buch ist eine andere. Und vielleicht findet man auch in der freien Recherche einige Forschungsberichte.

      Das NPZ selber ist mir auch ein wenig suspekt. Unter anderem finde ich es sehr seltsam, dass sie schreiben, man würde 15% Rabatt bekommen, wenn man TMS online bucht (mal davon abgesehen, dass die Onlinebuchung scheinbar gar nicht funktioniert), allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man kein Geld zurückbekommt bzw. die Behandlung trotzdem bezahlen muss, wenn sich herausstellen sollte, dass sich TMS gar nicht für einen eignet(!) Und auch, dass man dort immer eine Stunde in der Warteschleife gelassen wird, und es dann heißt man können derzeit keinen Termin, der irgendwie mit Autismus, ADHS oder Dyspraxie zu tun hat, vergeben, sondern man solle dann und dann (Termin einige Monate später) nochmal anrufen und dann könnte man einen Termin für ein halbes Jahr später bekommen, und wenn man dann tatsächlich zu besagtem Termin anruft, wird man erneut auf die gleiche Art vertröstet (erstrecht wenn man meint man hat die Diagnose Autismus / ADHS bereits aber möchte weitergehende Untersuchungen) und muss dann wieder einige Monate später nochmal anrufen und da heißt es dann doch wieder zur Zeit keine neue Terminvergabe nur wenn man ganz deutlich von TMS spricht heißt es plötzlich das ginge eventuell schon (ist ja auch sehr lukrativ aber wen wunderts) aber sie wüsste gar nicht ob sie das auch bei Autismus anbieten und dafür sei die Kollegin zuständig aber die ist gerade nicht am Platz also kann sie sie ja zurückrufen und dann ruft sie aber nicht zurück...

      Aber in diesem Thread geht es ja auch gar nicht um das NPZ oder darum wie seriös oder unseriös sie sind sondern es geht um TMS und dessen Wirksamkeit. Und ich bezweifle, dass sie sich die Studien ausgedacht haben. Und in dem Buch geht es ja auch um eine solche Studie. Das NPZ hat TMS nicht gepachtet, wir können uns also davon losmachen und wenn ihr noch weitere spannende Links bzw. Textauszüge bzw. Quellen zu TMS (welche Form von TMS auch immer) habt, nur her damit!
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