manisch-depressiv mit Autismus "verwechselt"

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    • manisch-depressiv mit Autismus "verwechselt"

      Hallo zusammen,

      ich stelle mir in den letzten Tagen immer wieder eine Frage und vielleicht wisst ihr ja etwas dazu bzw. habt eine Meinung dazu. Das würde mich sehr interessieren.
      Im Zuge meiner Vielleicht-Diagnose demnächst, frage ich mich manchmal von welchem Elternteil bzw. von welchem Verwandten ich Autismus bzw. meine Andersartigkeit vererbt haben könnte.
      Das Problem ist leider ich habe und hatte wenig bis gar keinen Kontakt zu den meisten meiner genetischen Verwandten.
      Ich weiß das wir mütterlicher Seits einige psychische Erkrankungen haben. Genau Details kenne ich bei einigen Verwandten nicht. Ich weiß das sich mein Onkel umgebracht hat, und das meine Oma an Manischer Depression gelitten hat.
      Früher hat mir meine Mama häufig gesagt das ich sie an meine Oma erinnere und ich mich zusammenreißen soll damit ich nicht auch manisch-depressiv werde.
      Ich persönlich sehe mich nicht in der Symptomatik der Manischen Depression und auch meine Jugend passt da meiner Meinung nach nicht rein.
      Ich frage mich nun aber ob meine Oma vielleicht die gleichen Probleme wie ich hatte und sie damals (vor 30-40 Jahren und auch nicht in Deutschland) einfach diese Diagnose bekam.

      Ist euch dazu etwas bekannt?

      Ich bin gespannt was ihr dazu sagt.

      Viele Grüße
      winter
    • Ich kenne weder deine Probleme, noch weniger die deiner Oma.
      An Autismus ist ansich nichts bipolar (oder depressiv). Es gibt Meltdown und Shutdown.

      Also wenn man will kann man sicherlich interpretieren wie es einem in den Kram passt (RW) und sagen: ja innere Unruhe haben viele Menschen, aufgrund vieler Gründe.

      Mal eine Hilfe für weitere Diskussionen:

      In depressiven Phasen:
      • Hoffnungs- und Auswegslosigkeit, grundlose Bedrücktheit
      • Interessensverlust, Antriebslosigkeit, kein Empfinden von Freude
      • Müdigkeit und Erschöpfung
      • Schlafstörungen
      • Innere Unruhe, Gedankenkreisen
      • Appetitlosigkeit
      • Sexuelle Unlust
      • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
      • Unentschlossenheit
      • Schuldgefühle
      • Unsicherheit
      • Teils auch Suizidgedanken
      In manischen Phasen:
      • Euphorie
      • Selbstüberschätzung
      • Risikofreudigkeit
      • Starker Bewegungsdrang
      • Sprunghaftigkeit
      • Kritikunfähigkeit
      • Rededrang
      • Verringertes Schlafbedürfnis
      • Verstärkter Sexualtrieb
      • Größenwahn
      • Gereiztheit bei Kritik und Unstimmigkeit
      When nothing goes right ... go left.

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    • Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt.
      Ich kenne die Probleme meiner Oma auch nicht. Ich hatte mit ihr keinen wirklichen Kontakt (vielleicht 5x in meinem Leben und sie hat meine Sprache nicht gesprochen) und es geht mir weniger darum die tatsächlichen Probleme zu vergleichen, als darum ob es sein könnte das es zwischen Autismus und manisch-depressiv einen Zusammenhang gibt oder es sein könnte das sie die manische Depression entwickelt hat aufgrund eventuell vorliegenden Autismus. Für mich geht es hier auch nicht um wissenschaftlich belegbar Fakten sondern nur um „hätte könnte sollte“ (RW)
    • @Ariel77 Ja, habe ich auch gelesen. Erst vor 2 Tagen auf spectrumnews.org

      Ich kann mich noch genau an die Illustration erinnern, nur an den Titel nicht. Habe gerade erfolglos versucht, ihn zu finden... Wenn ich ihn finde, liefere ich ihn nach.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • wintereule wrote:

      ich mich zusammenreißen soll damit ich nicht auch manisch-depressiv werde.
      Toller Ratschlag - so wie "reiß Dich zusammen, damit Du keine Grippe kriegst".

      Ist die Diagnose Deiner Großmutter überhaupt gesichert? Jahrzehnte her, da fragt man sich das. Es muss ja nicht mal eine Fehldiagnose sein - womöglich wurde sie in der Familie nur im Laufe der Jahre umgedeutet (eine Tante von mir hatte angeblich Angina pectoris, wurde aber 101, da sagt jeder Arzt, dass das nicht sein kann, sowas kommt also durchaus vor). Depressionen allein sind die vermutlich häufigste Komorbidität bei AS, da habe ich schon von der Schätzung 50-70% gelesen, da kann das "manisch" auch legendenhaft (oder durch eine Fehldeutung) dazugekommen sein.
    • Also bei mir trifft beides zu, Autismus und bipolare Störung. In meiner Familie gab es die bipolare Störung häufiger. Zu Autismus in meiner Familie habe ich keine Infos. Manche autistische Verhaltensweisen könnte man auch als bipolare Symptome fehldeuten oder umgekehrt. Die Reizempfindlichkeit ist bei Bipolaren sehr häufig auch stark erhöht. Starke Erregungszustände beim Autismus könnte man als manisches Verhalten deuten. Es ist möglich, dass sie nur bipolar war, nur Autistin oder beides hatte. Alles möglich und alles nur Spekulation.
      Ist da wer?
    • Ariel77 wrote:

      Ich hab eins gefunden:
      aerzteblatt.de/archiv/148614/D…droms-im-Erwachsenenalter
      Danke dir, dass schaue ich mir mal in Ruhe an.

      HCS wrote:

      Toller Ratschlag - so wie "reiß Dich zusammen, damit Du keine Grippe kriegst".

      Ist die Diagnose Deiner Großmutter überhaupt gesichert? Jahrzehnte her, da fragt man sich das. Es muss ja nicht mal eine Fehldiagnose sein - womöglich wurde sie in der Familie nur im Laufe der Jahre umgedeutet

      Genau mit dieser Art von Ratschlägen bin ich groß geworden. Ich kann nicht von einer gesicherten Diagnose sprechen. Es liegt durchaus im Rahmen des möglichen das meine Mutter das manisch hinzugefügt hat. Oder es vielleicht sogar gar keine Diagnose gab oder irgendeine Form von Selbstdiagnose war. Ich weiß eben nur das meine Mutter sagte, sie wäre manisch-depressiv und das ich ihr sehr ähnlich wäre. Wobei ich mich in den Beschreibungen nicht wiederfinde.

      kim wrote:

      Die Reizempfindlichkeit ist bei Bipolaren sehr häufig auch stark erhöht. Starke Erregungszustände beim Autismus könnte man als manisches Verhalten deuten. Es ist möglich, dass sie nur bipolar war, nur Autistin oder beides hatte.
      Ja das klingt für mich sehr plausibel, und einige der oben genannten Auswirkungen/Symptome können ja auch so oder so ähnlich bei Autismus auftreten.


      Danke auch an alle die sich an dieser Spekulation schon beteiligt haben. Auch wenn ich selbst nicht so ein Freund von spekulieren bin, habe ich leider nicht mehr Infos. Die einzige genetische Verwandte die ich gut einschätzen kann und kenne ist meine Mutter. Ich habe leichte Erinnerungen an meinen Vater. Aber ab dann wird es einfach sehr dünn und ich habe zum Teil wirklich nur die Informationen die ich als Kind von meiner Mutter bekommen habe zu den Menschen.
      Das macht es natürlich nicht einfach da irgendetwas abzulesen, aber mich hat einfach interessiert ob es da einen Zusammenhang geben könnte.

      Vielleicht liegt es auch daran das der Diagnostiktermin näher rückt und doch so fern ist und ich langsam durchdrehe und einfach irgendetwas machen möchte oder mehr wissen möchte, oder weiterkommen möchte.