Dyspraxie

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    • Unwissend wrote:

      Interessant Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang mit Autismus zu bringen war mir bisher fremd.
      Es gibt tatsächlich einiges dazu, wenn auch sicher unterschiedlich seriös vom Hintergrund her. Auf jeden Fall scheinen autistische Menschen empfindlicher zu sein.

      Hellschwarz wrote:

      Es gibt sogar Forscher, die glauben, dass Autismus eine Autoimmunerkrankung sein könnte.
      Habe ich tatsächlich auch schon gehört. Ich halte die Erklärung für zu kurz gegriffen, die Vorstellung aber dennoch für interessant. Wie gesagt, irgendwie miteinander zu tun hat beides wohl durchaus, beides betrifft Menschen, die generell vulnerabler sind.

      Capricorn wrote:

      Dieser Teil des Beitrags bezieht sich auf die Schulzeit von Leonora und der gesamte Beitrag ist zwar schon älter, aber leider ist inhaltlich ja nix Wesentliches seither verbessert worden. Ist traurig, nicht wahr?!
      Absolut. Und ja, ich glaube, das ist auch heute noch nicht wirklich anders. Auch bei in der Kindheit diagnostizierten Autisten werden motorische Probleme meinem Eindruck nach meist nicht wirklich ernst genommen. Wenn jemand keine kognitiven Einschränkungen und keine offensichtlichen körperlichen Probleme hat, wird das offenbar für weniger wichtig gehalten, dabei können die sozialen Folgen gravierend sein ....
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Habe ich tatsächlich auch schon gehört. Ich halte die Erklärung für zu kurz gegriffen, die Vorstellung aber dennoch für interessant. Wie gesagt, irgendwie miteinander zu tun hat beides wohl durchaus, beides betrifft Menschen, die generell vulnerabler sind.
      Ich kenne ja noch eher die Assoziation mit Stoffwechselstörungen , Darmbakterien etc.
    • Da wir sowieso schon total vom Thema abgekommen sind, erwähne ich Mal noch den Muskeltonus, weil mir gerade im den Sinn gekommen ist, dass ich mit 10 eine muskuläre Dystonie diagnostiziert bekam. Meine Muskeln waren in Grundspannung ziemlich stark angespannt, sowohl die quergestreifte als auch die glatte Muskulatur (erklärt wahrscheinlich auch zum Teil meine Stoffwechselbeschwerden), vielleicht kann auch das motorische Schwierigkeiten verursachen, oder verschlimmern.
      Ich erinnere mich nicht sehr gut an die ganze Krankenhauszeit damals, daher könnte ich falsch liegen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Muskelrelaxantien nur kaum messbare Verbesserung erzielt haben und man das dann auf sich Ruhen liess, weil ich ja zurecht kam.

      Ich kann mir zumindest vorstellen, dass es unter Autisten auch vermehrt Personen mit erhöhter oder niedriger Grundspannung gibt. Körperhaltung ist ja auch ein Thema bei vielen.
    • Leonora wrote:

      Wie gesagt, irgendwie miteinander zu tun hat beides wohl durchaus, (Autoimmunerkrankungen & Autismus)....
      ...wobei ein verbindendes Glied in dieser Beweiskette der Stress sein dürfte, der bei beiden Erscheinungsformen normalen menschlichen Verhaltens sehr hoch ist. Auch wenn es bewusst vielleicht nicht so empfunden wird. Bei maximaler sozialer Isolation fällt der Stress möglicherweise auch wirklich weg. Zumindest weitgehend!

      Aber Stress wirkt, genau wie Lärm, im "Hintergrund" weiter. Und von einer sehr erfolgreichen Endokrinologin weiß ich, dass nicht alle Aspiekinder Schilddrüsenprobleme haben, aber fast alle Kinder mit Schilddrüsenproblemen Aspies sind oder wenigstens der Gruppe der tief greifenden Entwicklungsstörungen angehören.

      Was auch dazu passt:

      Unwissend wrote:

      ....erwähne ich Mal noch den Muskeltonus, weil mir gerade im den Sinn gekommen ist, dass ich mit 10 eine muskuläre Dystonie diagnostiziert bekam. Meine Muskeln waren in Grundspannung ziemlich stark angespannt, sowohl die quergestreifte als auch die glatte Muskulatur, (...).
      Macht ist das Spielzeug der Reichen, das sie mit niemandem teilen (Muriel Barbery, "Die Eleganz des Igels")
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      Ich habe gelesen, dass bei einer Störung der Sinnesverarbeitung u.a. auch motorische Probleme vorkomen können. (ungeschickt oder langsam wirken und schlechte motorische Fähigkeiten oder Handschrift aufweisen, andauernd Gegenstände fallen lassen, Schwierigkeiten beim Anziehen oder Essen haben, unangemessenen Druck bei der Handhabung von Gegenständen anwenden, etc.)

      Da eine Störung der Sinnesverarbeitung laut Wikipedia keine eigene Diagnose ist, kann man dann sagen dass Dyspraxie eine Störung der Sinnesverarbeitung ist?
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      Shenya wrote:

      Allerdings glaube ich, dass das, was du beschrieben hast, ein Problem der exekutiven Funktionen ist, weniger Dyspraxie. Dyspraxie ist mehr körperlich, dass man sehr ungeschickt ist. Mein Problem ist das Ausführen von Tätigkeiten, aber nicht körperlich, sondern planerisch und bei den Abläufen, das Anfangen usw.
      vielleicht geht es auch ineinander über ? :roll: also wenn man weiß dass eine Gesamtaufgabe feinmotorische Fertigkeiten verschiedener Art erfordert, dann ist das Angehen und Vollziehen der Gesamtaufgabe, also mittels exekutiver Funktion, irgendwie behindert.


      Shenya wrote:

      aber ich finde es immer noch schwierig, es anderen zu erklären, z.B. wenn man nicht schafft, eine Zwei-Zimmer-Wohnung selbst zu putzen, das wirkt schon seltsam.
      och, kenne ich auch das Problem
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      Shenya wrote:

      Mein Problem ist das Ausführen von Tätigkeiten, aber nicht körperlich, sondern planerisch und bei den Abläufen, das Anfangen usw.
      Da habe ich gestern auf einer Webseite 2 Begriffe dazu gelesen:
      • ideaotorische Dyspraxie: der Ablauf von Handlungen kann nicht genau durchgeführt werden
      • motorische Dyspraxie: der Ablauf von Handlung kann zwar durchdacht aber nicht oder erschwert in die Tat umgesetzt werden
      medizin-kompakt.de/dyspraxie
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      Zwischenmensch wrote:

      So wie ich es gelesen habe, ist Dyspraxie beides. Sowohl Ungeschicktheit, wie auch dass man z.B. über jede Handlung die man ausführen möchte erst einzeln nachdenken muss.
      Über jede Handlung nachdenken müssen, trifft es ganz gut. Wenn ich denke, ich muss mal aufräumen, dann kann ich nicht einfach anfangen, aufzuräumen. Dann muss ich denken, da steht ein Teller, den muss ich in die Küche tragen (erstmal, was dort dann damit passiert, wäre ein weiterer Schritt), und dann muss ich noch denken: jetzt. Und dann aufstehen und zum Teller gehen. Dabei habe ich oft das Gefühl, dass es zu viel ist, selbst wenn da nur so viele Sachen liegen, dass ich in 3 Minuten fertig wäre. Ich kann das gar nicht einschätzen, für mich wirkt es schnell so als ob ich es gar nicht schaffen könnte, weil zu viel und zu kompliziert. Wenn der Anfang aber mal gefunden ist, dann geht es, nur kann ich nicht vorher eine feste Reihenfolge einplanen, sondern ich mache dann immer bei dem weiter, was mir als nächstes ins Auge fällt, wenn ich mit einem Schritt fertig bin.

      Pechblende wrote:

      vielleicht geht es auch ineinander über ?
      Frage ich mich auch, wie das zusammengehört.
      Der Wikipedia-Artikel über die exekutiven Funktionen beschreibt doch irgendwie was ähnliches, jedenfalls ist mir jetzt nicht mehr ganz klar, wo der Unterschied ist, oder ob es zusammengehört.
      de.wikipedia.org/wiki/Exekutive_Funktionen

      Zwischenmensch wrote:

      Da habe ich gestern auf einer Webseite 2 Begriffe dazu gelesen
      Der zweite Begriff würde dann bei mir besser passen. Ich bin zwar motorisch auch nicht am allergeschicktesten, aber ich fühle mich dadurch nicht besonders eingeschränkt.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
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      Habe eine schwerzuentzifferbare Kritzelschrift, schon wenn ich langsam schreibe.
      Wenn ich ganz langsam schreibe, sieht es aus, wie bei einem Kleinkind.
      Dachte immer, es sei meine Frinmitorik.
      Berührungsmäsig bin ich unterempfindlich.

      Alles Gute
      L.G. Daniel :thumbup: :thumbup:
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      Habt ihr auch so lange zum Schwimmen lernen gebraucht?? Ich ging da schon Richtung Teenie und hatte da zunehmend Angst, dass andere am See denken, ich sei behindert :| Da wurde mal ein behinderter Junge ins Wasser getragen und da gehalten und ich dachte, so würden mich die Leute dann auch sehen.
      Heute schwimm ich sogar gern, aber nur schwimmen - tauchen und von weit hoch springen mag ich nicht.

      Das mit dem Muskeltous ist interessant. Ich hatte eher geringen Muskeltonus (und ich sehe es eigentlich bei relativ vielen Kindern, ist also verbreitet und hat nicht an sich Krankheitswert, nur je nachdem welche Folgen es hat, zB. schlaffe Mundmotorik kann dann zu Schwierigkeiten bei Aussprache und Essen führen), habe aber als Erwachsene z.T. bewusst deshalb mit passenden Sportarten gegengesteuert, jetzt fällt es eigentlich nicht mehr auf bzw. ist ausgeglichen:) Ich hatte/habe aber auch Skoliose, weswegen ich als Teenie KG hatte. Eine Frau dort ritt immer darauf rum, dass ich mich ja mal mehr aufraffen und motovieren müsste und es selbst wollen müsste :x (Sie war quasi sehr ganzheitlich, aber die Zusammenhänge checkte ich damals null, hätte sie mir eigenltich wenn dann altersgerecht erklären müssen! Die Frau davor hat nur gezielt die Skoliose behandelt, womit ich viel besser klar kam).

      Es gibt das Syndrom Dyspraxie (allgemein) oder für bestimmte Bereiche (z.B. verbale Entwicklungsdyspraxie).

      Bzgl. Wohnung putzen: Ja da msus ich auch ganze Tage einplanen für eine kleine Wohnung bzw. an dem Tag darf sonst nichts sein, sonst klappt am Ende gar nichts :( Das ist mir auch immer peinlich.

      Ich habe heute geträumt, ich gieße mir aus einer Glasfalsche Mineralwasser in einen Becher, der Becher wurde voller und voller, und ich dachte, da gab es doch was das man machen kann, wenn man aufhören will mit gießen, aber was war es nochmal!?? Mir fiel es nicht ein und alles lief über, der Boden wurde voll und die Leute außenrum kritisierten mich :|

      The post was edited 1 time, last by Lachatte ().

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      Lachatte wrote:

      Habt ihr auch so lange zum Schwimmen lernen gebraucht??
      Ja. Ich hatte dann extra Schwimmkurse. Aber ab dem Moment, wo ich es konnte, konnte ich kilometerweit schwimmen (und das wörtlich). Ich kann bis heute nur Brustschwimmen. Ich kann nicht Kraulen, nicht Rückenschwimmen, tauchen traue ich mich nicht da ich meist alleine am Wasser bin (und wenn andere da sind ist es mir peinlich).

      Ich habe die letzten Monate versucht, mit dem Rückenschwimmen an zu fangen. Gestern Abend am See habe ich wieder geübt. Aber irgendwie klappt das alles nicht so recht, wie es in Videos erklärt wird. Und ich kann meinen Körper dazu dann auch einfach nicht konsequent genug bewegen. Ich glaube, ich muss wieder mit Schwimmflügeln anfangen :lol:


      Zwischenmensch wrote:

      Und vor allem, dann auch noch Arme und Beine gleichzeitig.
      Beide Arme und beide Beine. Alleine schon beide Arme gleichzeitig ist ja schwierig …
      Wird schon ​„Katzen sind sinnlos. Was macht denn Sinn im Zusammenleben mit nem Lebewesen, das keine Sekunde Bock auf dich hat? Da könntest du auch heiraten“ - Martin Rütter
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      hundefreund wrote:

      Aber ab dem Moment, wo ich es konnte, konnte ich kilometerweit schwimmen (und das wörtlich). Ich kann bis heute nur Brustschwimmen.
      War bei mir auch so. Erst gar nicht gekonnt, dann ziemlich bald durch einen ganzen See geschwommen. Aber ja genau, ich kann auch nur Brustschwimmen (mit Kopf oben) und auf dem Rücken kann ich liegen und so mit Händen und Füßen planschen, keine Ahnung, ob man das Rückenschwimmen nennt? Aber Kraulen kann ich auch nicht gescheit, nur grob die Bewegungen. Aber wenn man das richtig macht, muss scheinbar der Kopf unter Wasser, und das vermeide ich immer sehr gern :)


      Zwischenmensch wrote:

      Das Theoriewissen (also welche Bewegungen und wie diese auszuführen sind) wusste ich, aber die Umsetzung war eher das Problem. Und vor allem, dann auch noch Arme und Beine gleichzeitig.
      Genau, jahrelang schon alles gewusst, immer wieder Arme und Beine einzeln geübt mit halten oder Schwimmhilfe...
      Ich kam irgendwann auf die Idee, dass man ja immer Arme und Beine einzeln übt und dachte, ich kann es ja stattdessen mal so probieren, dass ich einen Arm und ein Bein zusammen bewege, statt nur Arme oder nur Beine (alles 4 zusammen ging ja eben noch nicht :| ). Habe mich dann hingestellt und erstmal nur rechten Arm und rechtes Bein bewegt, und so lange mit dem linken Bein am Boden mitgelaufen :d Genau ab da oder kurz danach konnte ich dann schwimmen. In einem Schwimmkurs war ich nie, gab es irgendwie in der Schule/Stadt nicht.
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      Lachatte wrote:

      Aber wenn man das richtig macht, muss scheinbar der Kopf unter Wasser, und das vermeide ich immer sehr gern
      Ja, das ist auch mein Problem. Kopf unter Wasser ist nicht so meins, das muss ich vielleicht auch einfach mal mehr üben. Deshalb wollte ich mit Rücken und nicht mir Kraulen anfangen. Es ist ja auch nicht, dass ich das nicht will, sondern einfach dass ich es irgendwie nicht kann oder es mir unangenehm ist, weil ich Angst habe, dann die Kontrolle / Koordination zu verlieren.

      Ich glaube, wir müssen da mal eine Schwimmlern-Selbsthilfegruppe aufmachen. Irgendwo an einer abgelegenen Stelle an einem See, wo keine anderen Menschen sind :d .
      Wird schon ​„Katzen sind sinnlos. Was macht denn Sinn im Zusammenleben mit nem Lebewesen, das keine Sekunde Bock auf dich hat? Da könntest du auch heiraten“ - Martin Rütter
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      Zwischenmensch wrote:

      Ich habe gelesen, dass bei einer Störung der Sinnesverarbeitung u.a. auch motorische Probleme vorkomen können. (ungeschickt oder langsam wirken und schlechte motorische Fähigkeiten oder Handschrift aufweisen, andauernd Gegenstände fallen lassen, Schwierigkeiten beim Anziehen oder Essen haben, unangemessenen Druck bei der Handhabung von Gegenständen anwenden, etc.)

      Da eine Störung der Sinnesverarbeitung laut Wikipedia keine eigene Diagnose ist, kann man dann sagen dass Dyspraxie eine Störung der Sinnesverarbeitung ist?
      ich glaube, das ist die Propriozeption - die kann ebenfalls über- oder "unterempfindlich" sein. Ich zb lasse auch ständig Gegenstände fallen und laufe gegen Türrahmen oder stolpere (besonders, wenn es Richtung Overload geht).
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      Schwimmen habe ich mit 5 oder 6 gelernt, ich war in einer Schwimmschule und hinterher im Schwimmverein, war sogar in der Sportmannschaft, habe aber auf Wettkämpfen nie viel hinbekommen. Ich konnte auch nur Brust und Rücken schwimmen. Rollwenden hat man in dem Alter noch nicht gemacht. Freistil (Kraulen) habe ich erst sehr viel später gelernt. Schmetterling kann ich bis heute nicht richtig, weil ich die Koordination von Armen und Beinen nicht hinbekomme.

      Ich laufe auch ständig gegen Türrahmen und habe deshalb momentan an Händen und Armen insgesamt ca. 15 blaue Flecken. Ich hab echt Angst, dass irgendwer draußen denkt, dass ich verprügelt werde. Ich hab keine Ahnung, was ich dagegen tun soll und ob ich überhaupt irgendwas machen kann.

      War als Kind aber schon genauso anfällig für Unfälle, meine Mutter war mit mir Stammgast beim Unfallchirurgen, wir waren echt mindestens 1 Mal im Monat da, weil ich mir wieder irgendwas geprellt, verstaucht oder sogar gebrochen hatte. Die haben hinterher zu meiner Mutter nur noch gesagt: "Ach, Sie schon wieder, was ist es diesmal?"
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      hundefreund wrote:

      Ich kann bis heute nur Brustschwimmen.
      Ich kann bis heute nicht crawlen. Ich kann so tun, als würde ich es tun aber ich sehe ja, dass Crawlen anders geht.
      Was ich, außer Brustschwimmen, noch sehr gut kann, ist Rückenschwimmen. Lustigerweise ist das ja so eine Art Crawlen, nur auf dem Rücken.
      For mash get SMASH!