Zeitungsartikel "Wie Greta Thunberg Was ist eigentlich Asperger-Autismus? "

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    • Ich hab den neulich schon gelesen und find den auch nicht so schlecht. Zwar ein bisschen oberflächlich, aber ansonsten okay. Ich weiss auch nicht, wieso da unbedingt Fachleute genannt werden müssen. Der Artikel soll doch nur einen kleinen Überblick darüber schaffen, was Asperger in etwa ist. Da brauchen doch nicht unbedingt irgendwelche Fachleute genannt werden. :roll:
    • Heute hat mir jemand gesagt dass Greta Thunberg das Downsyndrom hat, dass man es ihr ansieht und dass es unmoralisch ist behinderte Menschen wie sie für politische Zwecken so zu missbrauchen. Ich habe versucht zu erklären dass sie das Aspergersyndrom hat und nicht das Downsyndrom aber mein Gesprächspartner hat mir vergewissert dass es sich um das Downsyndrom handelt, dass sie wie jemand mit Downsyndrom aussieht aber dass Menschen mit dem Downsyndrom oft eine besondere Begabung haben auf einem eng begrenzten Gebiet. Die Person die mir das erzählt hat ist Leiterin einer staatlichen Behörde auf regionaler Ebene.
    • Autisten und Behinderte werden gerne als Opfer hingestellt. Die Leuten haben dann Mitleid und meinen sie tun was Gutes. Mir gefällt der Artikel nicht, weil er Vorurteile bedient. Solange G. Thunberg noch positiv gesehen wird sind die Artikel freundlich. Wäre sie ein "Feind" würden die Medien ggf. anders berichten und mobben. Das Potential ist da.
      When nothing goes right ... go left.
    • Teddy1 wrote:

      Also ich finde diesen Artikel ganz, ganz gräßlich.
      Dem stimme ich zu und begründe es mal (Quelle ist natürlich der Arikel für folgende Zitate):


      Es ist umstritten, ob es das Asperger-Syndrom überhaupt gibt
      Dieser Satz ist ganz besonders fett gedruckt und prägt sich dem Leser ein.

      Leo Kanner hatte das Autismus-Krankheitsbild 1943 erstmals beschrieben.
      1944 wurde die autistische Psychopathie von Hans Asperger veröffentlicht (Habilitationsschrift). Zu dem Zeitpunkt war er bereits einige Jahre an der Kinderklinik in Wien. Es gab auch bereits Schriften zum Thema. Er schrieb eine Fallstudie über 4 Fälle und bezog sich auf Erfahrungen mit über 200 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Er ging von 1-2 Betroffenen pro 100 Personen aus.

      Bereits zuvor, Mitte der 1920er, wurde eine besondere Art der frühkindlichen Schizophrenie in Russland durch Grunja Sucharewa beschrieben und als schitzoide PS bezeichnet. Darunter fasste sie auch Merkmale des heute als ASS bekannten Symptomkomplex zusammen und beschrieb bereits ihre Sorge die Benennung könnte zu Verwirrungen führen.

      1943 veröffentlichte Leo Kanner seine Schrift. Dabei griff er u. a. auf Wissen und Erfahrung ehemaliger Mitarbeiter von Hans Asperger zurück. Er stütze sich auf 11 ihm bekannte Fälle.

      Ich erlaube mir mal zu Kanner zu zitieren:

      Steve Silbermann - Geniale Störung wrote:

      Nach allem, was bekannt ist, stand Kanner eine glänzende Laufbahn bevor - als Kardiologe. Inronischerweise erhielt er nur ein einziges Mal die Note "ausreichend", und zwar in einem Psychologiekurs, den eines seiner Vorbilder, der zukunftsweisende Neurologe Karl Bonnhoeffer, leitete.
      [...]
      Bonhoeffer ließ Kaner den Kurs grade noch bestehen, obwohl er die Symptome eines Patienen mit tabes dorsalis, einer Nervenstödung aufgrund einer unbehandelten Syphilisinfektion, nicht richtig gedeutet hatte. Dies war nicht das letzte Mal, dass Kanner über eine Fehlinterpretaion stolperte.
      Nach Abschluss des Studiums eröffnete er in Berlin eine kleine Praxis als Allgemeinarzt. Er nähte Schnittwunden, öffnete Furnkel, beruhigte gereizte Mägen und verrichtete andere bescheidene Dienste als Hausarzt.
      [...]
      Zwei Wochen später [ein Monat und 2 Wochen nach Hitlers gescheitertem Putschversuch] besorgte Holtz ihm eine Stelle als Pychiatrieassistent im Yankton State Hospital in South Dakota
      [...]
      Er lieh seine moralische Autorität der klassischen Mär mit der die Zwangssterilisation gerechtfertigt wurde. "Die Zeit allein wird zeigen", sagte er, "wie viele weitere schwachsinnige, uneheliche, vernachlässigte Kinder diese Gruppe feigelassener Patientinnen in Zukunft einem Gemeinwesen überlassen wird, das tateos zusehenn und den Preis für die willkürliche richterliche Entscheidung für die Freilassung zahlen muss."
      [...]
      Zu jenem Zeitpunkt hätte nur eine Handvoll Klinker einen Reim auf Donals Zustand macen können, und die meisten von ihnen arbeiteten in der Heilpädagogischen Abteilung in Wien. Einer dieser Experten war jedoch grade von Kanner nach Amerika geholt und als Psychiater und Kinderarzt im Child Study Home angestellt worden - Asperers ehemaliger Diagnostiker Georg Frankl.
      Diese entscheidene Verbindung zwischen den beiden Pionieren des Autismus entging den Historikern bis heute, vor allem weil Kanner tunlichst vermied darauf hinzuweisen. Er hat den Betrag seines Wiener Kollegen zur Erforschung des Autismus nie anerkannt und gewürdigt. Dies irritierte jahrzehntelang alle, die sich mit Autismus befassten.
      [...]
      Im Grunde war Frankl nihct der Einzige aus Aspergers Kernteam, der sich in Baltimore aufhielt, als Kanner seine bedeutsame Entdeckung machte
      Wen die Entdeckungsgeschichte noch weiter Interessiert, dem kann ich das Buch sehr empfehlen.

      Wo Autismus anfängt, ist in der Tat unklar. Nach den neuen Diagnose-Kriterien würden viele Asperger-Autisten gar nicht mehr als Autisten gelten - laut einer Meta-Analyse träfe das auf jeden Vierten zu.
      Eine Befürchtung, welche nicht eingetreten ist. Aber in der Folge könnten die Leser davon ausgehen 25% der Menschen die sagen sie seien Asperger wären es gar nicht.
    • Windtänzerin wrote:

      Wo werden in dem Artikel denn Vorurteile bedient? So etwas kann ich dem Artikel nicht entnehmen. :roll:
      keine Ahnung ob das als Vorteil durchgeht:

      Das zweite entscheidende Merkmal für Autismus ist, dass Betroffene zu Monotonie neigen. Sie haben etwa den Wunsch nach Ritualen, den immer gleichen Speisen oder Themen.
      Ich wünsche mir mal einen Artikel, der darauf hinweist, welche Diagnosekriterien es gibt und, dass nicht alle bei jedem Autisten vorhanden sein müssen.
    • Ich glaube der Satz "
      Es ist umstritten, ob es das Asperger-Syndrom überhaupt gibt"


      soll nicht aussagen das es diese Form von Autismus nicht gibt, sondern ob man nicht umdenken sollte und Asperger, Kanner, A-typischen Autismus als ganzes sehen sollte anstatt es in verschiedene Krankheitsbilder zu unterteilen.
      Darum geht es ja in dem unten drunter stehenden Block.

      "Ärzte und Psychologen unterschieden lange verschiedene Autismus-Varianten anhand des Intelligenzgrades...............Inzwischen ist sogar umstritten, ob es das Asperger-Syndrom überhaupt gibt. Im aktuellen Diagnostikkatalog, nach dem Psychiater Erkrankungen einteilen, taucht das Syndrom nicht mehr auf. In dem sogenannten DSM V (der fünften Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) wurden 2013 die bisher getrennten Krankheitsbilder zur sogenannten Autismusspektrumsstörung zusammengefasst. Seitdem gilt Autismus als ein Kontinuum."

      Die wollen nicht damit sagen, das es Autismus (egal in welcher Form) nicht gibt und nur eingebeildet ist.
      Ich finde den Header in der Form auch etwas dazu neigend andere Leute die den Text nur überfliegen, vielleicht denken zu lassen, das Autismus eine Modeerscheinung ist und man das Thema nicht so ernst nehmen soll.
      Die Meinung haben ja bereits schon mehrere Menschen.
      Ich finde aber wenn man den ganzen Zext liest, wird ziemlich schnell klar das keiner sagt "Autismus gibt es nicht".
      Weiter unten in den Abschnitten wird ja auch erklärt warum man die Idee hat alle Syndrome zu einer Hauptkrankheit umzubenennen und sie nur in Schweregrade einzustufen die sich auf die Stärke der Beeinträchtigungen stützt und nicht auf die Intelligenz allein oder auf einzelne Symptome die bei dem einen gelistet waren und bei dem anderen nicht.
    • RegenbogenWusli wrote:

      soll nicht aussagen das es diese Form von Autismus nicht gibt, sondern ob man nicht umdenken sollte und Asperger, Kanner, A-typischen Autismus als ganzes sehen sollte anstatt es in verschiedene Krankheitsbilder zu unterteilen.
      Darum geht es ja in dem unten drunter stehenden Block.
      Das stimmt. Jedoch werden Zeitungsartikel oft nur überflogen. Das große fette bleibt dann hängen.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      Heute hat mir jemand gesagt dass Greta Thunberg das Downsyndrom hat
      Das hat sogar hier im Forum schon mal jemand behauptet, aber sie hat kein Downsyndrom, sie kommt nur aus einer Gegend, wo die Leute häufig so aussehen wie sie.
      Das Argument, die arme behinderte Greta werde nur missbraucht, dient dazu, ihre Argumente zu schwächen und ist eine ganz fiese Tour.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Und das fetale Alkoholsyndrom hat sie laut unsozialer Netzwerke auch - sieht man ihr auch an. Allerdings muss man für beide "Erkenntnisse" wohl von der der Ölindustrie bezahlt sein oder politisch weit rechts stehen, nur aus dieser Perspektive scheinen die Diagnosen sichtbar zu sein. Bei solchen "Photodiagnosen" geht es doch nur darum, sie als Opfer und ihre Familie als verantwortungslose Demagogen/Geschäftemacher zu Lasten einer armen Schwachsinnigen hinzustellen - wenn man gegen Argumente nicht ankommt, muss man halt perfide werden.

      Interessant daran ist, dass AS offensichtlich nicht taugt, um sie bzw. ihre Familie zu diskreditieren, da muss es schon etwas sein, das man mit geistiger Behinderung verbindet.

      Aber um auf den Artikel zu kommen: der war z.B. auch auf t-online.de, sowas ist heute normal - ein freier Journalist schreibt etwas und muss zusehen, dass er es möglichst breit verkauft bekommt, um zu überleben. Die Setzung von Überschriften (und die Zwischenüberschrift ist in der Tat etwas problematisch) macht dann die Redaktion der Zeitung, da kann der Autor nichts für. Ansonsten fand ich den Artikel (abgesehen von dem offenbar unvermeidlichen Savant) gar nicht schlecht.

      The post was edited 1 time, last by HCS ().

    • MangoMambo wrote:

      Es ist umstritten, ob es das Asperger-Syndrom überhaupt gibt
      Mich würde mal interessieren, wer da ganz konkret Zweifel angemeldet hat. Der Verfasser des Artikels hat sich diese Aussage ja bestimmt nicht aus den Fingern gesogen (rw)...
    • Diamant wrote:

      MangoMambo wrote:

      Es ist umstritten, ob es das Asperger-Syndrom überhaupt gibt
      Mich würde mal interessieren, wer da ganz konkret Zweifel angemeldet hat. Der Verfasser des Artikels hat sich diese Aussage ja bestimmt nicht aus den Fingern gesogen (rw)...
      wurde abgeleitet aus der Änderung auf ASS Al's gesamtbegriff.