"Das ging ja bisher auch ohne [NA]"

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    • "Das ging ja bisher auch ohne [NA]"

      Hallo,

      wie geht ihr mit oben genannter Formulierung um.

      Ich mache Grade ein rein theoretisches Gedankenexperiment zum Thema Auting am Arbeitsplatz und kam zu dem Schluss, dass oben genannter Satz ganz ohne Böswilligkeit von Kollegen kommen würde.

      Beispiel aus meinem Experiment: Ich bekomme meinen SBA und entscheide mich das der Arbeitsstelle mitzuteilen. Passiert Vermutlich nichts. Fortlaufend entscheide ich mich für einen Assistenzhund (beliebig durch andere Hilfsmittel zu ersetzen) und dieser ist offensichtlich also muss ich es mit dem Arbeitgeber, Chef und Kollegen abklären. Oben genannter Satz fällt. Zusammen Vermutlich mit "du siehst gar nicht autistisch aus".

      Wie reagiert ihr?
    • Ich habe bei meinem neuen Arbeitgeber sofort offen gespielt. Hier kennt man mich als Austist.

      Mein Outing war ein Sargnagel (RW) bei meinem alten Arbeitgeber mit anschließenden Mobbing, da ich dort aufgrund meiner Betriebszeit zu teuer wurde. (Neue haben nur einen Zeitvertrag bekommen und weniger als die Hälfte verdient als ich für die gleiche Arbeit). Für mich war und ist zu hören "früher ging das doch auch" und "so hast Du Dich früher nicht angestellt", "warum willst Du nicht mehr" die reine Hölle und ich reagiere wie gestern hier im Forum extrem negativ und explosiv darauf. Das Problem ist ja, das Du auf solche Sprüche irgendwann lauerst, weil Du überzeugt bist, das sie kommen. Es hilft sich dabei vorzustellen, dass diese Menschen eben nicht wissen, das es für Dich besser ist einen anderen Stil zu leben, dass sie nicht wissen, wieviel Energie Du aufwenden musst. So kannst Du ihnen das dann nicht übel nehmen.


      Würde ich mich wieder outen? Ja. Immer wieder. Hier weiß jeder was mit mir los ist. Geht auch nicht anders, alleine dieses Jahr habe ich schon 5 Monate gefehlt. Ich könnte mich nicht verstecken, ich müsste lügen und maskieren.
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    • Meine Sicht ist: Ich arbeite gut und ruhig und habe seit über einem Jahr nicht mehr gefehlt. Auf der Arbeit brauche ich eigentlich auch keinen NA, nur würde mir Unterstützung auf dem Arbeitsweg extrem den Alltag erleichtern.

      Vielleicht hast du da ja noch eine Idee.
    • MangoMambo wrote:

      Wie reagiert ihr?
      Ähnlich wie hier im Forum - da wurde ich auch angegangen, als ich dann doch zum Psychiater gegangen war (nur dass mir hier eine Gefälligkeitsdiagnose unterstellt wurde). Ich erkläre dann, dass irgendwann eben die Ressourcen erschöpft sind - beim einen schon mit 20, andere haben Glück wie ich und es kommt erst sehr viel später. Und ab diesem Punkt gehen eben manche Dinge nicht mehr so wie früher, bzw. man braucht dann die entsprechende Unterstützung dafür.
    • MangoMambo wrote:

      Auf der Arbeit brauche ich eigentlich auch keinen NA, nur würde mir Unterstützung auf dem Arbeitsweg extrem den Alltag erleichtern.
      Ich denke wenn du es so den fragenden Personen auch mitteilst wird keiner irgendwas sagen :nod:
      Den SBA habe ich nur in einer E-Mail meinem Chef zugeschickt. Es sind keine weiteren Konsequenzen daraus erwachsen.
      Und meine Kollegen wissen davon auch nur teilweise. Das habe ich einfach Situationsbedingt mitgeteilt.
      Und am 4. November nach meinem Stellenwechsel muss ich eh neu entscheiden wer es wissen soll und wer nicht.
      Entscheidung. Das Problem ist die Entscheidung.
      - Matrix Reloaded, Neo
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    • @MangoMambo Ich fürchte ich habe keine. Du musst das für Dich selbst abwägen. Kommst Du auch so zurecht? Ist ohne die Belastung zu groß? Wie reagieren die Kollegen? Wie wirkt sich das auf das Leben im Betrieb aus? Karriere?

      Das kann alles super laufen, wie bei mir, oder eben mindestens genauso Mist, wie auch bei mir.

      Nur was ich weiß, um alle Möglichkeiten zu nutzen und keine Abstriche zu machen, ist ein ein Auting unerlässlich. Sonst achtest Du nicht auf Dich, sondern auf die Bedürfnisse fremder.
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    • Ich weiß nur noch nicht wie so eine Unterstützung aussehen soll. Wie gesagt in meinem Gedankenexperiment war es jetzt ein Autismus-Hund. Die Beschreibung der Aufgaben trifft ziemlich genau meine Bedürfnisse. Jedoch wäre das dann für alle Kollegen offensichtlich und er wäre immer präsent.

      Derzeit nutze ich Gehörschutz und getönte Brille auf dem Weg. Das hilft auch und es ist erträglich. Jedoch merke ich nach 2 Jahren nun, dass es doch sehr anstrengend ist. Wenn ich begleitende Personen habe, die ich kenne wird es leichter. Besonders mit meinem Partner dessen Körperkontakt beruhigend auf mich wirken kann (mit anderen Menschen klappt das nicht). Eine entsprechende beruhigende Wirkung hat auch mein Kater, dieser kann jedoch mich auch nicht begleiten...
    • Du könntest sagen, dass es zwar bisher so ging, dass es aber sehr anstrengend war, und es eine Erleichterung wäre, es künftig anders zu haben. Du könntest dann (noch) besser arbeiten.

      Was den Hund angeht: wenn der Arbeitgeber offen dafür ist, können ja auch Nichtautisten ihre Hund mit ins Büro bringen. Wie ist das bei euch?
      Alles wird galaktisch gut.
    • MangoMambo wrote:

      Jedoch ist das leider nicht gestattet.
      Wobei das halt wieder für andere belastend sein kann, wenn Hunde erlaubt sind. Für mich wäre das beispielsweise eher ungut und ich der Stress würde steigen, wenn Hunde auf der Arbeit wären. Das ist halt immer die Krux, was es dem einen erleichtert, erschwert es dem anderen. Daher bin ich ja en Freund den Leuten die Möglichkeit zu geben Home Office zu machen, da kann es sich jeder einrichten wie er will.
      Wäre das eine Option für dich, also des öfteren Home Office zu kriegen oder würde das auch extrem auffallen und müsste erklärt werden?
    • @Zodd das ist eine Option. Ich werde das in den nächsten Monaten auch für mich testen.

      Von meinen Kollegen (meist Hundehalter) habe ich bisher die Auffassung erhalten, dass sie sich über Hunde im Büro freuen würden. Und wenn das so klar kommuniziert wird finde ich die Ablehnung von Seiten des Arbeitgebers schade.
    • @MangoMambo Vielleicht könntest du zusammen mit den Hundehalter-Kollegen zum Chef gehen, und dem Argumente für Hunde vortragen. Es gibt glaube ich auch einen Verein für Hunde im Büro, und diverses Info-Material zu dem Thema. Studien, in denen nachgewiesen wird wie förderlich Hunde für Gesundheit und Produktivität sind etc..
      "Versuch macht kluch" wie es heißt. Schlimmstenfalls bleibt es wie es ist, bestenfalls wird das Verbot von Hunden im Büro (unter bestimmten Auflagen natürlich) überdacht.

      @Zodd Wo Hunde im Büro erlaubt sind ist es soweit ich weiß üblicherweise so, dass trotzdem jeder Einzelfall "passen" muss. Dh. wenn dir Hunde Stress machen, dann dürften deine direkten Büro-Kollegen vielleicht keinen Hund mitbringen, oder müssten das mit dir ausmachen, dass sie den Hund bspw. nur mitbringen dürften, wenn du Home-Office machst, oder nur kleine Hunde von denen du gar nicht mitkriegst, dass sie da sind.
    • MangoMambo wrote:

      @Zodd das ist eine Option. Ich werde das in den nächsten Monaten auch für mich testen.
      JA das würde ich empfehlen. Ist nicht für jeden was und man muss gucken wie viel davon gut ist. Also ich mache gerne Home Office, aber auch maximal zwei Tage mehr wäre dann wieder schnell zuviel. Mich entlastet das unheimlich, da ich dann den Kopf frei kriegen kann und arbeiten kann ohne zusätzliche Stressfaktoren. Super ist, wenn man selber festlegen kann, wann man Home office macht, wenn mir im Büro alles zuviel ist, blebe ich einfach zuhause und arbeite von da, so wie heute (und ja Teil dessen ist, dass ich mich zwischendurch mit positiven Dingen wie dem Forum ablenken kann)


      MangoMambo wrote:

      Von meinen Kollegen (meist Hundehalter) habe ich bisher die Auffassung erhalten, dass sie sich über Hunde im Büro freuen würden. Und wenn das so klar kommuniziert wird finde ich die Ablehnung von Seiten des Arbeitgebers schade.
      Okay, wenn sich darüber wirklich alle freuen würden, wobei es da natürlich dann schwer ist der einzige zu sein der sagt, nein ich finde das nicht gut. Dann muss man sich schnell erklären und wird als komisch angesehen und macht sich eventuell unbeliebt, weil man der Störfaktor ist. Viele Hundehalter verstehen nicht, dass nicht jeder Hunde total entspannend findet.


      Morrow wrote:

      @Zodd Wo Hunde im Büro erlaubt sind ist es soweit ich weiß üblicherweise so, dass trotzdem jeder Einzelfall "passen" muss. Dh. wenn dir Hunde Stress machen, dann dürften deine direkten Büro-Kollegen vielleicht keinen Hund mitbringen, oder müssten das mit dir ausmachen, dass sie den Hund bspw. nur mitbringen dürften, wenn du Home-Office machst, oder nur kleine Hunde von denen du gar nicht mitkriegst, dass sie da sind.
      Das ist dann eben wieder der Punkt, dann muss man was sagen und macht sich eventuell unbeliebt, weil man dann der Grund ist, der dem anderen das verwegert, dann wird die Person sicherlich nicht begeistert sei, dass sie gerade mit einem das Büro teilt. Es ist halt entlastend, wenn man nichts einfordern muss, sondern es automatisch so gegeben ist. Ich hätte beispielsweise auch sicherlich nicht Home office gefordert, das gibt es bei uns einfach, gott sei Dank.
      Und davon abgesehen, Hunde sind Hunde, die bellen auch mal oder sind sonst auffällig, ganz ignorieren kann man sie auch dann nicht, wenn sie nicht im egenen Büro sind. Wie gesagt ich hätte es schwerer ins Büro zu kommen, wenn ich wüßte da ist irgendwo en Hund.
    • MangoMambo wrote:

      Vielleicht kann ich ja zukünftig klare Home-Office Tage vereinbaren. So sollte es für mich leichter zu strukturieren sein.

      Hast du da noch mehr Erfahrungen, wie du das planst @Zodd ?
      Ja das hängt immer davon ab, was für einen am besten ist, bei mir ist es zwar auch meist der gleiche Tag, aber ich kann halt auch spontan einen nehmen, quasi wenn ich morgens aufwache und merke, ich blebe lieber hier, kann ich das tun. Natürlich nur, wenn ich kene Termine habe oder sonst dringend ins Büro muss. Das ist schon eine große Entlastung, da nach meinen bedürfnissen zu gehen. Auch das wir zu keiner festen Zeit da sein müssen ist sehr hilfreich.
      Und zur Planung, hängt natürlich auch stark von deiner Arbeit ab, also dafür zu sorgen, dass man möglichst viel zu Hause erledigen kann. Also super ist, wenn man natürlich vollen Zugruff auf alle Daten hat. Und ich kann das auch gut vorbereiten, in dem ich eben Arbeit die ich im Büro machen muss entsprechend lege. Und ich mache gerne Arbeiten die tiefere Konzentration brauchen oder sehr nervig sind gerne im Home office, gerade bei letzterem kann ich dann wenigstens sonst die Bedingungen verbessern.
    • MangoMambo wrote:

      Zusammen Vermutlich mit "du siehst gar nicht autistisch aus".

      Wie reagiert ihr?
      Da kann man leider nur eins sagen: abstempeln und ignorieren. :? Die Leute die so etwas sagen, wollen es gar nicht verstehen.
      Ich persönlich habe bisher gute Erfahrung gemacht, seitdem man mich als "Autist kennt".
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • DrCarsonBeckett wrote:

      Ich persönlich habe bisher gute Erfahrung gemacht, seitdem man mich als "Autist kennt".
      Wie gesagt, ich habe beides erlebt. Ich würde aber immer zum Auting tendieren, denn wenn es danach nicht mehr "stimmt", dann wäre man eh nicht glücklich geworden.


      DrCarsonBeckett wrote:

      Mag sein, gibt jedoch mehr als genug Leute, die es genauso meinen wie sie es sagen.

      Bin ich mir nicht so sicher. Es gibt da ja immer noch die Grauzone von Menschen, die einfach was brabbeln ohne drüber nachzudenken. Und wenn man sie darauf anspricht, dann "haben sie das natürlich so gemeint, man brabbelt ja nicht einfach so" und zum Beweis wird auch nach dem Gebrabbel gehandelt.
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