Video: Nachtcafé "Der Knacks im Kopf – Leben mit psychischen Störungen“

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    • Video: Nachtcafé "Der Knacks im Kopf – Leben mit psychischen Störungen“

      Hallo zusammen,

      heute mache ich meinen ersten Eintrag hier im Forum. Bin hier schon länger als stiller Beobachter unterwegs...

      Ich bin zufällig auf die letzte Sendung vom Nachtcafé im SWR aufmerksam geworden. In der Sendung mit dem Titel "Der Knacks im Kopf – Leben mit psychischen Störungen“ wurde u.a. auch das Thema Asperger-Syndrom behandelt. Die Frau in der Sendung war mir bislang noch nicht bekannt.

      Folgend der Link zur Sendung bzw. zum Video

      Beste Grüße :]
    • Hab's mir grade angeschaut. Sehr interessant, auch die Beiträge der anderen.

      Für Birgit Saalfrank muss es am Anfang schwer gewesen sein, die ständigen Laute von der Frau mit Tourette auszuhalten. Ich hatte den Eindruck, dass sie mit der Konzentration gekämpft hat, um noch zu wissen, was sie sagen wollte. Vielleicht war's aber auch die Nervosität. Da ist der Kopf dann auch erstmal geleert. Aber sie hat es trotzdem gut gemacht.
      Manches hätte ich anders formuliert, z.B. das mit der Persönlichkeit am Anfang, aber ich denke, ich verstehe, was sie damit meinte. Nämlich dass man als jemand, der sich sehr stark anpasst, gar nicht so das Gefühl für eine eigene Identität hat, sondern ja die ganze Zeit dabei ist, sich selbst zu verändern, um so zu werden, wie man denkt, dass es richtig wäre. Dann ist die Entdeckung der eigenen Identität mit Asperger später eigentlich was Gutes, aber den Weg dahin habe ich genauso schwierig empfunden wie sie.

      Das Thema Schizophrenie und der Umgang damit fand ich auch interessant. Einmal, dass sehr viele mit Psychose vorher Cannabis geraucht haben, das hörte ich nicht zum ersten Mal, wird aber ja häufig bestritten von denen, die selber Cannabis rauchen, und das Dilemma, dass jede andere Krankheit so schnell wie möglich behandelt wird, wie Schlaganfall z.B., aber bei Schizophrenie wartet man, dass die Person selber eine Behandlung will, was aber wegen fehlender Krankheitseinsicht oft nicht gegeben ist, und dadurch geht viel wertvolle Zeit verloren, die Krankheit wird chronisch oder ein Mensch stirbt, wie Daniel Küblböck. Ich kann den Vater sehr gut verstehen in der Situation, dass er sich da wünscht, es gäbe mehr Möglichkeiten, schneller zu handeln, um eine Diagnose und Behandlung zu bekommen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Für Birgit Saalfrank muss es am Anfang schwer gewesen sein, die ständigen Laute von der Frau mit Tourette auszuhalten.
      Ich habe nur kurz reingeschaut, aber das war auch mein erster Gedanke. Für mich wäre es in der Situation extrem schwierig bis unmöglich gewesen, gut und zusammenhängend zu formulieren.
    • Shenya wrote:

      Für Birgit Saalfrank muss es am Anfang schwer gewesen sein, die ständigen Laute von der Frau mit Tourette auszuhalten. Ich hatte den Eindruck, dass sie mit der Konzentration gekämpft hat, um noch zu wissen, was sie sagen wollte.
      Ja, das dachte ich auch, ich fand's schon als Zuschauer am Bildschirm schwer, das auszuhalten. Ich hab mir auch nur den Teil mit der Asperger-Autistin angesehen, zum Glück war sie ja gleich am Anfang dran, haben sie vielleicht bewusst so gemacht.

      Ich fand es etwas mager, jemandem, der über AS noch nichts weiß, wird der Beitrag vermutlich nicht viele Informationen liefern. Ich kann mir aber vorstellen, dass es schwer ist, prägnante Beispiele für die Auswirkungen des AS zu finden und das dann noch in einen Rahmen einzubetten.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Lefty wrote:

      Ich kann mir aber vorstellen, dass es schwer ist, prägnante Beispiele für die Auswirkungen des AS zu finden und das dann noch in einen Rahmen einzubetten.
      Das glaub ich auch. Ich stoße regelmäßig auf dieses Problem, wenn ich versuche, jemandem zu erklären, was meine Schwierigkeiten sind oder was so das Wesentliche daran ist. Es ist schwer greifbar, und man verwendet schnell Schlagworte, die aber wieder so pauschal sind, dass sie auch nichts aussagen oder die Sache nicht ganz treffen. Sie kamen da ja kurz auf das Thema Empathie, und natürlich stand sofort im Raum "Autisten haben keine Empathie" oder "können sich nicht in andere hineinversetzen". An Birgit Saalfanks Stelle hätte ich da versucht, stärker deutlich zu machen, dass jemand mit Asperger durchaus starkes Mitgefühl haben kann. Nur ist es dann immer so schwierig zu erklären, woran es denn dann hängt, dass es halt nicht so rüberkommt, als hätte man Mitgefühl. Sie hat dagegen eher das Klischee bestätigt, indem sie sagte, sie versucht sich über den Kopf in andere Menschen hineinzudenken. Natürlich macht sie das auch. Es ist halt furchtbar komplex.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Zarathustra wrote:

      Shenya wrote:

      Für Birgit Saalfrank muss es am Anfang schwer gewesen sein, die ständigen Laute von der Frau mit Tourette auszuhalten.
      Ich habe nur kurz reingeschaut, aber das war auch mein erster Gedanke. Für mich wäre es in der Situation extrem schwierig bis unmöglich gewesen, gut und zusammenhängend zu formulieren.
      ... für mich auch! Ich hätte keinen klaren Gedanken fassen können, von Formulieren und Sprechen ganz zu schweigen. Konnte mich nicht einmal beim Zuschauen ausreichend konzentrieren. Hut ab vor Frau Saalfranck.

      Wie sympathisch fandet ihr den Arzt in der Runde?

      The post was edited 1 time, last by Schreiberling ().

    • Ich hätte mich bei den Geräuschen auch niemals so konzentrieren können. Da blieb Birgit Saalfrank bewundernswert ruhig, eloquent und souverän. Mich hat das leider so gestört, dass ich mir nur den Teil mit ihr angesehen habe. Wohl ein Beispiel dafür, dass es keine generelle Barrierefreiheit und Inklusion gibt. Man kann - und sollte - versuchen, für möglichst viele offen zu sein. Aber manchmal schließt die Erfüllung der Bedürfnisse der einen andere aus.

      Für die Kürze der Zeit hat sie recht differenziert geantwortet, finde ich. Aber es stimmt, dass zutreffende Aussagen wie die, dass sie sich über den Kopf in andere Menschen hinein denkt, auch missverstanden werden können. Dabei sind Emotionen dabei ja bei Autisten oft nicht unbeteiligt, der Weg, wie man zu ihnen kommt, ist von der Gewichtung her nur etwas anders als bei vielen anderen. Das ist kaum kurz zu vermitteln.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Shenya wrote:


      und das Dilemma, dass jede andere Krankheit so schnell wie möglich behandelt wird, wie Schlaganfall z.B., aber bei Schizophrenie wartet man, dass die Person selber eine Behandlung will, was aber wegen fehlender Krankheitseinsicht oft nicht gegeben ist, und dadurch geht viel wertvolle Zeit verloren, die Krankheit wird chronisch oder ein Mensch stirbt, wie Daniel Küblböck. Ich kann den Vater sehr gut verstehen in der Situation, dass er sich da wünscht, es gäbe mehr Möglichkeiten, schneller zu handeln, um eine Diagnose und Behandlung zu bekommen.
      Das ist allerdings für mich doch eher wie der Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Wenn die reale Notsituation da ist, sei es Herzinfarkt oder Schlaganfall, sei es ein akuter psychischer Ausnahmezustand, wird man den Patienten natürlich umgehend in eine Klinik bringen, egal, was er selbst sagt.

      Die Problematik liegt ja im Vorfeld dieser akuten Notsituation, wo man als Angehöriger ggf. ohnmächtig ist, weil man keinen Einfluss darauf nehmen kann, wie einsichtig der psychisch Kranke ist oder eben auch, wie dieses Jahr selbst in der Familie gehabt, eine dringend empfohlene Operation, die einen befürchteten heftigen Schlaganfall vermeiden soll, von der Klinik erst in 6 Wochen terminiert wird, und man befürchtet, dass innerhalb dieser Zeit was passieren wird.

      Zarathustra wrote:

      Shenya wrote:

      Für Birgit Saalfrank muss es am Anfang schwer gewesen sein, die ständigen Laute von der Frau mit Tourette auszuhalten.
      Ich habe nur kurz reingeschaut, aber das war auch mein erster Gedanke. Für mich wäre es in der Situation extrem schwierig bis unmöglich gewesen, gut und zusammenhängend zu formulieren.
      Aufgrund ruckeligem Internets habe ich die Sendung praktisch nur hören können, und obwohl ich bei hoher Anspannung selber mich häufig räuspern muss, fand ich es anstrengend, ständig die Laute im Hintergrund zu haben.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • thelord wrote:

      Aufgrund ruckeligem Internets habe ich die Sendung praktisch nur hören können, und obwohl ich bei hoher Anspannung selber mich häufig räuspern muss, fand ich es anstrengend, ständig die Laute im Hintergrund zu haben.
      Ich gucke die Nachtcafe Sendungen gerne, wenn es sich um interessante Themen handelt. In der Mediathek vom SWR ruckeln die Videos oft oder hängen sich auf.

      Du kannst sie aber auch bei youtube angucken, dort hat das SWR auch eine Seite, wo alles ruckelfrei läuft. Ich gucke die Videos nur noch dort, seit dem ohne Störung.