Sammelthread für ADHS

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    • @Shenya Auf den verlinkten Text bezogen: die Belohnung soll ja nicht nach der Aufgabe erfolgen, nach dem Motto, ich muss den Scheiß erst machen, danach darf ich das und das... sondern sie soll in der Aufgabe schon enthalten sein. So wie in dem Beispiel mit dem Sport: sich in ein paar Wochen fitter fühlen ist keine nahe genug liegende Belohnung. Was belohnt mich direkt während des Sports dafür, dass ich ihn tue? Das gute Gefühl, meine Muskeln und meinen Herzschlag zu spüren.

      Die Belohnung sollte in der Tätigkeit selbst liegen. Wenn ich Oberflächen putze, dann ist es mir schon Belohnung genug, zu sehen, wie eben noch Schmutz da war und nachdem der Lappen darüber gewischt wurde, ist die Oberfläche sauber. Das befriedigt mich.

      Wie gesagt ist bei mir auch das Putzen selbst nicht das Problem, sobald ich dabei bin, macht es mir "Spaß" - da ich soviel im Kopf bin, ständig irgendwas herumdenke, ist so eine Tätigkeit für mich geistig entspannend.

      Die Schwierigkeit liegt bei mir in dem Schritt vom nicht-Tun zum Tun.
    • @Lefty: danke Dir für den verlinkten Artikel. Das mache ich auch seit geraumer Zeit so. Und danke für Deine Beschreibung, wie es bei Dir ist. (auch an alle anderen :) )...das ist interessant.
      Mmh...das mit der fehlenden Verknüpfung bzw. Erinnerung ist ja echt blöd.


      Ich überlege gerade dazu...also, wenn man eine neutrale Einstellung zu einem Vorhaben hat dann müsste man sich doch trotzdessen dazu entscheiden können es zu tun. *überleg* Ob das wirklich nur an der fehlenden emotionalen Motivation liegt (also am Belohnungszentrum) oder ob da auch negative Impulse in einem mit wirken (also zB 'es ist körperlich anstrengend zu putzen/Sport zu machen' oder andere Gegenargumente und Gefühle)? Das ist bei mir oftmals der Fall und ich überlege ob das immer mit der fehlenden Belohnung gekoppelt ist oder auch alleine verantwortlich sein kann?

      Bei mir ist das mit dem Aufschieben irgendwann kein Thema mehr gewesen, das kommt nur noch hoch, wenn ich psychischen Stress habe weil dann einfach alles zu viel ist. Aber bei mir funktionierte das eben aufgrund des Belohnungssystems und der Bearbeitung von negativen Gegenargumenten. Blöd, wenn man das nicht nutzen kann empfinde ich es als echt schwierig eine Lösung zu finden. Vielleicht ist Routine eine Möglichkeit, die man sich langsam angewöhnt...aber auch schwer am Anfang dabei zu bleiben. :(

      @Shenya: das ging mir mit dem Putzen so. Irgendwann habe ich mir die zu putzende Fläche angesehen und, wenn da zB Krümel lagen habe ich das als Chaos empfunden und sie dann weg zu wischen war für mich als würde ich ein Ordnungssystem einführen...so wie, wenn man Stifte nach Farben sortiert. Eine freie Fläche konnte ich dann total genießen. Aber ich mag nur putzen, wenn es auch wirklich dreckig ist. :d Ja, es ist schwierig, wenn einem etwas so gar keinen Spaß macht.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • AD(H)S ist ein riesengroßes Arschloch. Ein Leben ohne Zeitgefühl - das heißt, ein Leben ohne Gestern und Morgen, das heißt, nicht zu wissen, wer man ist und was eigentlich das eigene Leben ausmacht, sofern man es sich nicht alles aufschreibt und jeden Tag durchliest.