Abschlussgespräch in der Autismus-Ambulanz, nun VA Asperger.. was nun?

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    • Abschlussgespräch in der Autismus-Ambulanz, nun VA Asperger.. was nun?

      ich habe heute mein Abschlussgespräch in einer Autismus-Ambulanz gehabt. Insgesamt wurden 13 Tests gemacht, Dauer in der Autismus Ambulanz ca. 7 Stunden plus Erst- und Abschlussgespräch von je 1 Stunde zusätzlich, also ziemlich aufwendig, ein Teil der Fragebögen hatte ich schon vorab daheim ausgefüllt. Mit dem Ergebnis kann ich nichts anfangen, alles deutet auf Asperger hin, nur fehlte zur endgültigen Entscheidung ein Nachweis aus meiner Kindheit. Es konnte keiner befragt werden, auch waren die Zeugnisse nicht aussagekräftig genug und ich habe auch sonst keine Arztberichte o.ä. aus dieser Zeit.
      Bei der Zusammenfassung heißt es: Aus den erhobenen Befunden ergeben sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Autismus-Spektrum Störung in Form des Asperger-Syndroms (IDC-10 F84.5)
      Weiterhin heisst es: Aufgrund der fehlenden Angaben zur (früh)kindlichen Entwicklung und der damit einhergehenden unvollständigen anamnestischen Informationen kann nur die Verdachtsdiagnose des Asperger-Syndroms gestellt werden.
      Also hätte ich mir das ganze Prozedere sparen können, oder? Ich glaube nicht, dass ich mit einer Verdachtsdiagnose irgendetwas beantragen kann, also weder beim Versorgungsamt, noch eine Therapie o.ä. ?
      So wie ich das verstanden habe, kann man als Erwachsener alle Tests/Kriterien erfüllen für AS und wenn man nichts aus der Kindheit vorweisen kann, trotzdem keine Diagnose bekommen? Ist das richtig?
    • Wenn Du die Hilfen in Anspruch nehmen willst, musst Du vermutlich noch mal den Diagnoseprozess an einer anderen Stelle durchlaufen.
      Klär aber besser vorher ab, ob diese Stelle zwingend Angaben aus Deiner Kindheit brauchen.
      Es gibt Diagnosestellen, die auch eine Diagnose stellen, wenn Du alleine Angaben aus Deiner Kindheit machen kannst.
      Jede Jeck is anders
    • Beim Versorgungsamt einen SbA beantragen sollte schon möglich sein.
      1. kannst du nachweisen das Ärzte dich begutachtet haben, sie würden dann angegeben werden und das Amt bittet sie um Stellungnahme.
      2. Sie können dann zumindest deine Einschränkungen erklären weil sie dich ja begutachtet haben und selber sagen das es nach AS aussieht, sie sich aber wegen dieser fehlenden Informationen nicht sicher sind und deswegen die Diagnose nicht leichtfertig geben wollen. (gab es auch keine Elternfragebögen?)
      Es würde aber sicher helfen wenn noch andere Einschränkungen durch andere Erkrankungen vorliegen würden.

      Eine Autismustherapie kannst du vermutlich nicht machen. Ich kenne kein Therapiezentrum was Leute mit Verdachts-diagnosen nimmt, jedenfalls hatte man mir damals in dem ATZ wo ich hin bin nicht helfen wollen.

      Beim Arbeitsamt (falls du da Hilfe brauchst und keine Arbeit hast), wird es vermutlich schwer.
      Da hängt es von den Ärzten des ärtzlichen Dienstes ab. Wenn man mit Verdachtsdiagnose hingeht, wollen die diese sehen, aber ob sie entscheiden ob Integration am Arbeitsleben gewehrt wird, kann ich nicht sagen. Ich habe mit meiner Diagnose dieses bekommen, aber ich habe auch eine gesicherte.
      Ob ich arbeitsfähig bin soll erst mit einer Maßnahme festgestellt werden, das konnte der ärtzlichen Dienst nicht sicher sagen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      (gab es auch keine Elternfragebögen?)
      doch, aber keine Eltern, die diesen Fragenbogen hätten beantworten können,
      nur mein Mann hat ausgesagt, (er kennt mich ja auch schon seit über 20 Jahren), hat mich ziemlich autistisch beschrieben, aber es fiel nicht ins Gewicht.

      Vor der Diagnostik habe ich drauf hingewiesen, daß ich nichts und niemanden aus meiner Kindheit habe, trotzdem sollte ich die Testung durchführen, nun fragen ich mich, wofür eigentlich... sorry, bin grad etwas x(

      The post was edited 1 time, last by Karou ().

    • Wir hatten das Thema Erwachsenendiagnostik ohne Elternbefragung vor einigen Jahren hier im Forum schonmal diskutiert und ich habe die Antwort von Prof. Vogeley auf eine Anfrage meinerseits auch hier im Forum zitiert.
      Einen Link dorthin kann ich jetzt nicht setzen, das ist am Smartphone ein Krampf.
    • Karou wrote:

      ich habe heute mein Abschlussgespräch in einer Autismus-Ambulanz gehabt. Insgesamt wurden 13 Tests gemacht, Dauer in der Autismus Ambulanz ca. 7 Stunden plus Erst- und Abschlussgespräch von je 1 Stunde zusätzlich, also ziemlich aufwendig, ein Teil der Fragebögen hatte ich schon vorab daheim ausgefüllt. Mit dem Ergebnis kann ich nichts anfangen, alles deutet auf Asperger hin, nur fehlte zur endgültigen Entscheidung ein Nachweis aus meiner Kindheit. Es konnte keiner befragt werden, auch waren die Zeugnisse nicht aussagekräftig genug und ich habe auch sonst keine Arztberichte o.ä. aus dieser Zeit.
      Bei der Zusammenfassung heißt es: Aus den erhobenen Befunden ergeben sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Autismus-Spektrum Störung in Form des Asperger-Syndroms (IDC-10 F84.5)
      Weiterhin heisst es: Aufgrund der fehlenden Angaben zur (früh)kindlichen Entwicklung und der damit einhergehenden unvollständigen anamnestischen Informationen kann nur die Verdachtsdiagnose des Asperger-Syndroms gestellt werden.
      Also hätte ich mir das ganze Prozedere sparen können, oder? Ich glaube nicht, dass ich mit einer Verdachtsdiagnose irgendetwas beantragen kann, also weder beim Versorgungsamt, noch eine Therapie o.ä. ?
      Hinsichtlich des Versorgungsamtes denke ich, wenn aus dem Bericht eindeutig hervorgeht, dass nur aus dem Grund, dass keine Informationen aus früher Kindheit verfügbar sind, lediglich eine Verdachtsdiagnose und keine gesicherte vergeben werden kann, sollte m.E. das einer Anerkennung nicht im Weg stehen.

      Bezüglich Therapie wäre die Frage, was therapiert werden soll.
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    • Karou wrote:

      Vor der Diagnostik habe ich drauf hingewiesen, daß ich nichts und niemanden aus meiner Kindheit habe, trotzdem sollte ich die Testung durchführen, nun fragen ich mich, wofür eigentlich... sorry, bin grad etwas
      Das ist verständlich, und ja das frage ich mich in diesem fall auch, vielleicht des geldes wegen? Oder dürfen die nur abhalten wenn die die Diagnose auch vergeben?
      Kenne mich damit nicht aus.

      Das mit den Zeitzeugen aus Kindheit ist schon wichtig, meist wird das sehr gewichtet das jemand aussagen kann, wie man sich in der Kindheit verhalten hat, denn sonst hätte man auch sagen können das die Symptome erst in der Jugend oder später auftraten, und eine andere Diagnose wäre logischer. Scheinbar glauben die einem das nicht wenn man es selber sagt wie man als Kind war (sofern man sich erinnern kann).
    • RegenbogenWusli wrote:


      Das mit den Zeitzeugen aus Kindheit ist schon wichtig, meist wird das sehr gewichtet das jemand aussagen kann, wie man sich in der Kindheit verhalten hat
      meine Mutter hätte vieles über mich berichten können, laut ihr war ich schon als Kind "anders" , nur habe ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen wegen Traumatisierung in der Kindheit durch beide Elternteile.
    • Karou wrote:

      RegenbogenWusli wrote:

      (gab es auch keine Elternfragebögen?)
      doch, aber keine Eltern, die diesen Fragenbogen hätten beantworten können,nur mein Mann hat ausgesagt, (er kennt mich ja auch schon seit über 20 Jahren), hat mich ziemlich autistisch beschrieben, aber es fiel nicht ins Gewicht.

      Vor der Diagnostik habe ich drauf hingewiesen, daß ich nichts und niemanden aus meiner Kindheit habe, trotzdem sollte ich die Testung durchführen, nun fragen ich mich, wofür eigentlich... sorry, bin grad etwas x(
      Also das verstehe ich nicht. Dann hätten sie dir doch vorher mitteilen können, dass in einem solchen Fall nur Verdachtsdiagnosen vergeben werden können. :shake: Dann hättest du dir überlegen können, ob dir eine Verdachtsdiagnostik ausreicht. Ich kann deine Verwirrung verstehen. Ist R in Regensburg? Ich kann nur hoffen, dass das hier verbreitet wird und man sich dann solche Ambulanzen 'ersparen' kann.
    • Karou wrote:

      nur habe ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen wegen Traumatisierung in der Kindheit durch beide Elternteile.
      Das ist leider öfters mal ein problem. Ich hab teilweise das gleiche Problem mit dem väterlichen Teil.

      Vielleicht gibt es hier ja Leute die ähnliches wie du erlebt haben, kennen haber eine Stelle wo die Diagnostik auch ohne geht, ich habe das hier auch schon in Threads gelesen wo auch diese Stellen genannt wurde, aber ich weiß heute nicht mehr welche das waren.


      FruchtigBunt wrote:

      Also das verstehe ich nicht. Dann hätten sie dir doch vorher mitteilen können, dass in einem solchen Fall nur Verdachtsdiagnosen vergeben werden können.
      Ganz erlich, für mich sieht das nach Geldmacherei aus, die verdiehnen doch daran, egal was am ende heraus kommt, oder nicht?
      Man muss davon ausgehen das nicht in jedem Fall eine Arztpraxis oder sogar ein krankenhaus immer nur im Wohle des Patienten handelt. Die dutzende unnötigen Operationen die jedes jahr gemacht werden, wo andere Therapien auch helfen würden (zB Ergo und andere Sportmaßnahmen) aber die bringen halt nicht so viel Geld wie es scheint. Wenn es das bei Rücken und Knie-OPs gibt, warum nicht auch in der Diagnostik?
    • Karou wrote:

      Vor der Diagnostik habe ich drauf hingewiesen, daß ich nichts und niemanden aus meiner Kindheit habe, trotzdem sollte ich die Testung durchführen, nun fragen ich mich, wofür eigentlich... sorry, bin grad etwas x(
      Kann mir vorstellen, dass derjenige sagt, er/sie hätte diese Mitteilung nicht gehört. Ich würde mich dennoch bei der Leitung dieser Ambulanz beschweren. Vielleicht bekommst du die Diagnose dann doch.
      When nothing goes right ... go left.