Konfliktdemenz -Fluch und Segen zugleich?

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    • Konfliktdemenz -Fluch und Segen zugleich?

      Hallo, liebe Community

      Für alle interressierte lohnt sich ein Blick in meinem Vorstellungsthread...

      Ich bin ein 17 jahre alter Mann und bin Highfuntion + Asperger

      Ich bin nicht in Lage mir Konflikte über einen längeren Zeitraum zu merken und wenn ich daran erinnert werde, kann ich nicht die Gefühle, Emotionen wieder aufrufen die da waren. Und ich denke mir beim erinnern(es muss von jmd anderen als ich kommen) "Hab ich das wirklich gemacht?"

      Ich bin nur fähig mir Sachliche Kritik einzuprägen...

      Das einzige wo ich mir ernsthaft Konflikte versuche mit aller Kraft zu merken ist, wenn man mir Vergebung und "WIE VORHER(so ähnlich)" in Aussicht stellt. Ich frage auch explizit/genau nach, ob mir sowas ermöglicht wird, ansonsten gebe ich mir keine Mühe...

      Wenn ich mir Konflikte merken möchte, dass heißt die Gefühle, Emotionen und die sachlichen Inhalte, dann beschreibe ich den Konflikt in den Notizen des Handy ganau. Dann klappt das gut..., aber ich muss mich oft darauf gucken, ansonsten verschwimmt der Konflikte quasi im Sande...

      Man könnte jetzt sich fragen, wie weiß denn jetzt Inos mit welchen Leuten er Konflikte hat und mit wem nicht?

      Ich bekomme bei den Leuten ein schlechtes Bauchgefühl,unwohlsein, bischen Kopfschmerzen. Nur ich weiß nicht, was dann mit der Person passiert ist. Es ist mir schon passiert, dass die Konfliktmacher angesprochen hab und gerfragt hab, was ich falsch gemacht hab und dann vor mir geflüchtet ist...oder das ich angeschrien wurde, oder das ich ausgelacht wurde oder gedroht wurde mit der Polizei oder es wurde mir gesagt, dass ich nur schauspielere...Ich habe mich extrem verarscht gefühlt von diesen Leuten, denn ich bin und das sagen auch viele dich kenne, dass ich sehr sehr kritikfähig und mega nett bin. Also wenn es bei mir Konflikte gab, dann weil ich angeblich "unsensible" Worte gewählt hab oder einfach die Wahrheit gesagt hab und ich wohl "zu ehrlich" war...Es gibt leider nur eine kleine Handvoll von Leuten die mir kritik gegeben haben und mir vergeben haben und das mehrmals(:

      jetzt könnte man auch die Frage stellen "Inos, sind denn jetzt Konflikte egal?"

      Nein, aber es mir schon passiert, dass wo Leute emotional reagiert haben und mir nicht vergeben wollten einfach gelacht hab.
      Ich lache, weil mein Körper das so möchte, ich habe darauf kein Einfluss. Ich weiß ganz genau, dass es nicht respektvoll ist, aber selber hab ich auch kein Respekt vor leuten die mir nicht vergeben. Es ist mir 3 mal passiert...

      Ich bin ja auch ein sehr groß Fan davon, wenn ein Konflikt kommt, dann hol ich mein Handy raus und fang an über z.B über mein Urlaub zu reden und andere tolle/witzige Sachen.Ich habe kein Respekt vor Konflikten.Zwar haben mich Leute ziemlich sauer reagiert, aber naja deren Schuld, wenn die Konflikt haben wollen....

      Dass einzige wo ich sehr still bin und sehr ernsthaft bin ist, wenn man mir Kritik gibt. Da bin ich dann displiniert. (:

      Was meint ihr zu meinen Sichtweisen?
      Was sollte ich anders machen?

      Danke für das sicb zeit Nehmen mit meinen Gedanken! (:

      Mit freundlichen Grüßen Inos

      The post was edited 1 time, last by Inos ().

    • mir kommt das seltsam vor mit der teilweisen Amnesie.
      Wir haben jd im Job die so ähnlich ist...nicht aushaltbar. Sie behauptet ja dadurch Dinge ,die so nicht waren , wenn sie leugnet und dementiert und zugleich immer mal jd anmacht.
      Ich weiß nicht , ob das auch bei dir so ist....Wenn du dich nicht erinnerst und andere so reagieren, könnte das ja gravierend sein. Was da vorher ablief.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Hi,

      ich glaube, du "kämpfst" hier mit verschiedenen Problemen rund um das Thema Konflikte.

      Das erste ist, wie funkionieren Konflikte eigentlich, bzw die verscheidenen Konfliktarten

      Das zweite ist "Konflikthintergründe" - also was spielt bei der anderen Personn noch alles eine Rolle an Gefühlen, Gedanken, Vorerfahrungen mit "Ähnlich wie hier", und den Rückschlüssen und Vermutungen, die diese über dich daraus! ableitet

      Das dritte ist "Konfliktlösungsstrategien"

      Das vierte "Woran erkennen, ob der andere überhaupt lösungsbereit ist und willig, das aufzuklären und dann danach alles als "geklärt" und "wieder gut" zu betrachten".

      Das fünfte, wie damit umgehen, wenn jemand anderes nicht dazu bereit ist, und immer mehr ansammelt, egal ob offiziell geklärt oder nicht, um es dann irgendwann wieder als Vorwurfspaket einem vor die Füße zu werfen/RW.

      Deine Reaktion "Lachen" ist eine häufige, ein Reflex, wenn Menschen einer völlig undurchschaubaren und irren Situation ausgesetzt sind.
      Dazu kommt, dass gerade bei Jungen und Männern auf als "irre" empfundene Konflikte ein Reflexhaftes Grinsen einsetzt, was aus dem alten Affen-Abwehr- Zähne-zeigen - "Grinsen" herkommmt. Ein "Reflex aufgrund innerartlicher Bedrohung" aus den "urzeitlichen" Strukturen des Gehirns - was dann auch in Lachen bei "total Irre" enden kann. vgl. Schhwender "Medien und Emotionen: Evolutionspsychologische Bausteine einer Medientheorie, Kapitel Biologie des Lächelns und Lachens".

      Solange alles Sachlich bleibt, du also rein mit dem Frontalhirn arbeiten kannst, und der andere das auch so macht, klappt alles prima. Sobald aber das ganze andere "Gedöns" mit reinspielt, ist Verwirrung da, bis zum inneren "Tilt".

      Als Aspie, und ich vermute als HFA noch mehr, ist diese ganze emortional/soziale Hintergrundgedöns schwer durchschaubar, und oft gar nicht erkennbar, was bei anderen jetzt sowas wie Verärgerung auslösen könnte.

      Beispiel:
      Einer Bekannten war das Pferd gestorben. Dass sie traurig darüber war, war ja klar klar.
      Insofern dachte ich nicht, dass es nötig wäre, darüber noch viele Worte zu verlieren,
      Woran ich dachte war, welche Probleme sie JETZT ganz real hat. Nämlich, wie wird man ein totes Pferd los.
      Als es da die Tierkörperverwertungsanstalten gibt, oder Tierkrematorien, in den Niederlanden auch für Pferde, was bedeuten würde, es dahin transportieren zu müssen usw.

      Was erwartet wurde waren Mitleidsbekundungen al la "oh du Arme, du musst ganz traurig sein, wie geht es dir, kann ich dir irgendwie helfen, Erinnerungen an das Tier mit ihr teilen, kurz ein Eingehen auf ihren emotionalen Zustand der Trauer.
      Was nicht erwartet wurde, und als herzlos galt, waren die Überlegungen zur Lösung zu den Sachproblemen, die ganz real jetzt in Form eines toten Pferdes vor ihr lagen.

      Hier habe ich in den letzten Jahren meinen Unterschied zu NTs kennengelernt.
      ICH kann mich dann um Emotionen "kümmern" bei mir, wenn die Sachprobleme drumherum vom Tisch/RW sind.
      NTs wollen ERST das Emotionale bestätigt haben, hier ein Zeichen von "sich verstehen/verstanden weerden" auf dieser Ebene, bevor sie mit jmandem an die Lösungssuche gehen.

      Das betrifft auch Beziehungen - jemmand, mit dem ich nicht gut kooperieren kann bei Sachfragen, bleibt mir emotional fern.
      Mein Vertrauen zu anderen entsteht über Lösungsfindung.
      NTs wollen erst dieses für mich unerklärliche, weil rein aus dem eigenen subjektiven "Gefühl" von "verstanden worden zu sein" abgeleite "emotionale Vertrauen", bevor sie an Sachlösungen mit anderen gehen. Dabei ist ihnen auch völlig egal, ob es sich um ein echtes Verstehen handelt, sie wollen nur den "Eindruck", ein "Gefühl". Womit sie hier auch täuschbar sind.

      Zur Frage "totes Pferd" lässt sich das noch gut herausfinden. Heute frage ich nicht als erstes, wie es entsorgt wird.
      Und mir ist auch klar, warum ich mit der Frage in ein "Fettnäpfchen" getreten bin, was da emotional verärgert hat.
      Dabei ist für mich ja gerade Lösungssuche diie höchste Form der Anteilnahme.
      Für andere eben nicht, die sind halt anders.

      Ist man aber selbst als Person plötzlich aus den emotionales Hintergründen der anderen Person für diese die "Ursache" des Konflikts, wird es enorm schwierig.
      Eine "Ursache" ist ja per Definition nicht Teil der Lösung.
      Da kannst du dich abhampeln wie du willst, hier wird der andere nicht bereit sein, eine gemeinsame Lösung zu finden.

      Ist nur ein bistimmtes Verhalten die Ursache, wird der andere vllt sagen können "bitte mach dies nicht, dafür mach es so/mach etwas anderes".

      Sind da aber viele emotionale Hintergründe, bzw ein Gefühls/Gedankenbrei bei anderen, der diesen ja meist nicht klar ist, dann ist sogar eine sachliche Herangehensweise DIE Provokation, die dafür sorgt, dass man zu hören bekommt, "deine Art ist falsch, du bist herzlos, du nimmst mich nicht ernst, usw."

      Du stehst also als sachlich orientierter Mensch fassungslos vor der Frage "wo ist hier eigentlich das Problem, dass dafür sorgt, dass der andere hier einen Konflikt mit mir daraus macht?".
      Was dieser dir meist gar nicht beantworten kann, weil der in sich weder zu den eigenen Gefühlen noch zu den ganzen Fragen darin in sich klar ist. Demensprechend helfen dann auch Fragen nicht weiter bzw die Antworten nutzen einem nichts.

      Als nächstes kommt jetzt dazu, in welchen Kontext das stattfindet. In einem Kontext wird vllt das, was du sagst für "angemessen" erachtet werden, in deinem anderen nicht. Doof, wenn man wie ich, eine Kontextschwäche hat.
      Je nach Kontext gibt es auch reale oder informelle Hierarchien.
      Real, wie z.B in Arbeitsverhältnissen, "darf" das eine gegenüber einem gleichrangigen Miitarbeiter gesagt werden, gegenüber dem Chef nicht, ein Klassenkamerad wird das als ok empfinden, der Lehrer nicht.
      Hier wird sogar Lösungssuche als "Angriff auf die Position" gewertet, unabhängig davon, ob man Recht hat oder nicht. Ohne vorherige Bestätigung der Hierarchie und vorsichtigem indirektem antesten, ob überhaupt was angesprochen werden darf, ist man schnell "der Böse".
      Auch in scheinbar gleichrangingen Begegnungen kann es vorkommen, dass jemand sich informell als "höherrangig" betrachtet, und sich angegriffen denkt, wenn man was sagt.

      So, als nächstes hast du es dann mt Kommunikation zu tun. Auch die wenigsten NTs haben gelernt, in Konflikten lösungsorientiert zu kommunizieren. Sie denken "Streit" würde was klären.
      Hierzu gibt es dann für NTs Seminare zu "Kreativer Konfliktlösung", "Kommunikation", "Kommunikation im Konflikt" usw.

      Manche wollen auch nur über Streit ihren Unmut loswerden, aber nichts lösen.
      Oder wollen nur, dass andere was ändern, ohne selbst etwas zu einem guten MITeinander beitragen zu müssen.
      Kurzformel "Du hast was falsch gemacht, deshalb geht es mir mies, du bist schuld, ändere das so, dass es mir gut geht, ohne dass ich dir sage, wie genau, aber egal was du machst, es reicht nie, ist nie gut genug, denn du hast ja mal dafür gesorgt, dass es mir mies ging, was zeigt, dass du der Böse bist".
      Hier kann man sich nur von solchen Menschen fernhalten. Doof, wenn das in der eigenen Familie vorkommt - da hilft nur "durchhalten und abhauen, sobald möglich".

      Ich hab mich viele Jahre damit beschäftigt, es wurde mein SI und sogar mein Beruf. Hab unzählige Seminare und Trainings zu Kommunikation und Konflikt gegeben.
      Wie das ganz funktioniert ist mir heute klar. Was jedoch nicht bedeutet, dass es keine Konflikte mehr gibt.
      Ich unterscheide jedoch danach, ob jemand prinzipiell lösungsorientiert ist, hier helfen dann Kommunikations- und Konfliktlösungstechniken, da wo nicht, hilft nur, sich nicht weiter bei dem Versuch abzuhampeln, hier etwas lösen zu wollen, und sich nicht weiter mit so jemandem abzugeben.

      Regel:
      1. Du bist nicht an allem Schuld
      2. Du kannst sogar alles richtig machen, wer einen Grund sucht, wird einen finden, dich für den Bösen zu erklären
      3. Man kann niemanden wollen machen
      4. Es hilft, das unterscheiden zu lernen, wenn man sich mit Konflikttherorie und Kommunikation beschäftigt.
      5. Bei manchen Dingen ticken NTs einfach anders und haben andere Bedürfnisse, lässt sich nicht ändern.
      6. DA wo jemand lösungsbereit im Miteinander denkt, braucht es sowas wie "verzeihen" gar nicht, weil sich alles klärt und dann kein Unmut mehr da ist, zu dem vllt ein "Verzeihen" nötig ist.
      7. "Schuld" und "Verzeihen" sind Begriffe, die eine informelle Hierarchie vorraussetzen bzw bestätigen. Begriffe aus dem religiösen Kontext, in dem ein fiktiver Gott definiert, was "Schuld" ist und wozu es "Verzeihen" gibt, das "vedient" werden kann durch anpassen an vorgegebenen Regeln und durch Ableisten von "Bußen". Aber kein Mesch hat das Recht, sich gegenüber einem anderem in diese Position zu setzen, egal wie verdeckt das dann ausgekleidet/RW wird.
      Meide also solche selbsternannten "Götter und Göttinnen".

      Literatur:
      Kommunikation:
      Schulz von Thun: "Miteienander Reden - mehrer Bände"
      Rosenberg: "Gewaltfreie Kommunikation"
      Über Nachfragen ein bisschen zu Hintergründen lernen, sich nicht verwickeln lassen, Fettnäpfchen vermeiden:
      Tausch/Tausch: "Erziehungsprychologie"

      Häufige Hintergründe bei Konflikten:
      Berne: Spiele der Erwachsenen
      Umgang damit:
      Harris: Ich bin ok, du bist ok, Einmal ok, immer ok.

      Hintergründe sowie Konfliktlösungsansatz
      Besemer: Mediation

      Konfliktheorie:
      Glasl: Konfliktmanagement
      Galtung: Konflikte und Konfliktlösungen

      vllt wundert dich jetzt nicht mehr, wieso "das alles" doch "ein bisschen" schwierig iist.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".

      The post was edited 1 time, last by Happy to be ().

    • Im Internet ist es bei mir ähnlich, ich vergesse Konflikte sehr schnell und bin dann überrascht, wenn jemand mir gegenüber grantig ist, weil ich nicht mehr weiß, dass da mal was war.

      Im echten Leben bin ich sehr zurückhaltend und gerate daher selten in Konflikte. Wenn Konflikte waren, dann flüchte ich oft davor, indem ich die Person dann meide. Die Gefühle, die ich bei dem Streit hatte, vergesse ich oft relativ schnell, aber ich bin dann unsicher und voller Vorbehalte gegenüber der Person. Konflikte lösen durch Aussprache kann ich nicht wirklich, entweder es wächst Gras drüber oder eben nicht.


      Inos wrote:

      Was sollte ich anders machen?
      So allgemein finde ich das schwer zu sagen, es hängt von der konkreten Situation ab, finde ich.
      Du könntest ja mal eine einzelne solche Situation schildern und fragen, wie man sich da hätte richtig verhalten sollen.
      Alles wird galaktisch gut.