Folgen elterliche Erziehung bei Autismus Spektrum

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    • Folgen elterliche Erziehung bei Autismus Spektrum

      Früher wenn ich als Kind zwischenmenschliche Probleme hatte, ich meine Eltern als Halt brauchte, konnten sie selten fuer mich emotional da sein, da sie damit überfordert waren.
      Stattdessen hiess es immer, warum machst du es nicht so oder so.
      Wenn ich die zwischenmenschliche Situationen nach ihren Vorstellungen auch nicht hin bekam, waren sie noch mehr ueberfordert, so dass ich sie teilweise beruhigen musste.
      Sehr vieles was ich tat wurde bewertet, wobei das eine fuer sie falsch ist, was gestern fuer sie richtig war.
      Einmal hiess es, soll mich nicht ausnutzen lassen, anderes mal heisst es, kann ruhig mehr zahlen, wenn Bekannte weiterhin mit mir die Freizeit verbringen.
      Im Leben wurde viel was ich tat bewertet, mittlerweile versuche ich es so zu machen, dass es fuer Eltern OK ist, wobei es auch noch bewertet wird und Sachen fuer sie falsch sind, welche früher fuer sie richtig gewesen waren.
      Finde es voll komplex.
      Kennt es jemand?
      Wie geht ihr damit um.
      Bin damit voll überfordert.
      Das Einzigste was ich richtig kann ist Unterwerfung und Überanpassung, was auf das Kreuz und die Psyche geht.
      Soziale Kompetenztraining und Reflektionshilfen haetten mir in der Kindheit sicherlich mehr gebracht, stattdessen waren Eltern ueberfordert, wenn ich zwischenmenschliche Probleme hatte.
      Statt mich bei meiner Entwicklung emotional zu unterstützen, sagten sie mir immer was ich zu tun hatte, wobei sie es nicht akzeptierten, wenn ich meinen eigenen Weg gehen wollte, da sie mehr Lebenserfahrung haben.
      Ging ihr Weg bei mir auch nicht, waren sie ueberfordert.
      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 5 times, last by Daniel1 ().

    • Kenn ich mehr als genug.
      Mal hieß es "du lässt dich ausnutzen", dann war iich wieder zu egoistisch, mal zu still, mal zu laut,mal redete ich zu wenig, dann zu viel. der Blick war sowieso falsch, meine Art erst recht, und mit mir hälte eh keiner aus, usw. usw. usw.

      So blöde das ist, aber all diese Aussagen, mal genau betrachtet, waren dann die Diagnosekriteren, nur unfreundlich als Vorwurf formuliert. Weil eben zu blöd, um sich auf ein Aspiekind einstellen zu können, dafür aber dieses lieber für blöd zu erklären, und immer wieder was vorzuschlagen oder zu fordern, was dann anderswo nicht nicht gilt....und nie genau sein zu können, auf Nachfragen mit "du denkst zu viel/zu kompliziert" zu antworten oder mit "frag nicht so blöd", und vor allem, selbst nie reflektieren zu müssen.

      Logische Konsequenz:
      Als Antwort auf Vorschläge "Danke, ich denke drüber nach".
      und dann für sich selbst herausfinden, was gut und richtig für einen ist, nit denen NICHT mehhr drüber zu reden, sondern machen, und wenn was geklappt hat, nur die Ergebnisse präsentieren, aber nichts über den Weg dahin sagen.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Meine Mutter weiß auch nie was sie will bzw. sie sagt bei vielen Dingen erstmal Nein und ist dagegen und ist auch zurst immer sehr emotional und absolut in ihren Aussagen. Nachher stellt sich heraus, wenn man das noch mal aufbringt etc. dass sie das jetzt doch nicht mehr so absolut sieht, ihr Nen zu enem ja werden kann und überhaupt, das längst nicht mehr so emotional ist bzw. sie bewegt, obwohl ich das bei den jeweligen emotionalen "Ausbrüchen" immer vermute.
      Dadurch habe ich immer noch Schwierigkeiten, dass nicht an mich heranzulassen. Gerade wenn sie etwas negativ bewertet, was ich gemacht habe, gekauft habe etc. etc. oder sie Erwartungen an mich richtet oder ich Erwartungen enttäuscht habe. Bestes Beispiel ich habe, wel ich soviel Stress hatte, ihren Geburtstag vergessen (wobei er mir eventuell noch rechtzeitig engefallen wäre, es war erst 15 Uhr) und ich sie wegen etwas anderem angerufen habe und sie dann meinte sie se ja schon enttäuscht und überhaupt. Am nächsten tag hab ich noch mal angerufen und es noch mal erklärt, weil ich en schlechtes Gewissen hatte, aber gleichzeitig ich das doof fand, weil ich gute Gründe hatte es zu vergessen, woraufhin sie meinte "Och längst vergessen, war ja nicht schlimm, es war nur so, sonst rufst du als erster an und jetzt hat sogar der eine bruder, der es sonst immer vergisst vorher angerufen gehabt". ich bekam also wieder ihre ungefilterte erste Emotion ab und anstatt, dass sie mehr Verständnis hatte, weil ich sonst so vorbildlich bin, hab ich deswegen mehr abgekriegt (und dann wundert sie sich noch, das ich mir oft bei Dingen keine Mühe gebe, da sonst soviel erwartet wird). Nur ist bei ihr das dann wieder schnell vergessen und gar nicht mehr so schlimm, während es be mir nachhängt.
      Oder noch mehr in die richtung, ich hab immer das gefühl ich muss sie zu einer bestimmten Tätigkeit eher zwingen, weil ich es gerne mache (und sie das auch schon verbalisiert hatte, dass es immer zuviel ist), dann hab ich das beim letzten Treffen weggelassen, schon kam der Vorwurf , wieso wir das nicht machen, das findet sie doch immer so toll. Und sie versteht nicht wirklich, dass ich dieses hin und her anstrengend finde und das einer der Gründe ist wieso ich so oft unsicher bin und mangelndes Selbstvertrauen habe. Sie fordert dann auch immer, ich solle doch selbstbewußter sein, tja wie denn, wenn man immer in Frage gestellt wird bzw. es immer so emotionak auf und ab geht.
    • mit meinen Eltern war es genauso. Ich bin grad bei denen zu Besuch mit dem Alienableger. Und übe mich in Gleichmut. Die Erinnerungen an meine immer wieder demütigende Zeit bei ihnen kommen wieder hoch. Und Sprüche meiner absolut lernresistenten Mutter machen es zu einem guten Übungsstück für "emotional ignorieren". Sie sagt seit über 40 Jahren Dinge, die völlig unlogisch und unnötig sind. Und ihr ist offdnbar wichtig, ihre Missbilligung meiner Entscheidungen immer wieder hervorzuheben. Mir ist dann allerdings wichtig, sie mit Gleichgültigkeit zu strafen. Beispiel: "habt ihr immer noch die olle Couch, auf der man so unbequem sitzen kann?" ... "jepp"

      Ich sehe und beschreibe mich immer als emotional auf mich gestellt, seit ich 10 war. Darum ist mir Unabhängigkeit auch so wichtig.
    • Naja, ich denke schon das das eine sehr große Rolle spielt. Tut es eigentlich immer.
      Aber ich nehme mal an, dass vor allem Autisten stark durch so was geprägt werden können ... und das nicht unbedint im positiven Sinne.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Daniel1 wrote:

      Wenn ich die zwischenmenschliche Situationen nach ihren Vorstellungen auch nicht hin bekam, waren sie noch mehr ueberfordert, so dass ich sie teilweise beruhigen musste.
      @Daniel1
      Das ist schon krass, ich kenne es in abgeschwächter Form aber auch so. Mir sagte mal eine Therapeutin, dass bei mir und meiner Mutter die Rollen vertauscht gewesen seien.
      Ich finde das fatal, wenn einem die Eltern keine Richtschnur bzw. Sicherheit mitgeben können. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass das für Menschen mit Autismus noch schlimmer ist, als es für NT-Kinder schon ist.

      Ich denke, man sollte sich davon abgrenzen, um aus der Unterwerfung bzw. Überanpassung rauszukommen. Man ist als Kind nicht für die emotionale Gesundheit der eigenen Eltern verantwortlich. Und irgendwie muss man wohl eine andere Richtschnur finden, wenn die eigenen Eltern einem eine solche nicht mitgeben konnten. :( Für mich war es lange Jahre die Beschäftigung mit Wissen und Logik. Mittlerweile versuche ich, mich mehr nach mir selbst, also meinem Körperempfinden zu richten.
    • Meine Eltern wussten ja nichts vom autismus. meine großeltern (im gleichen haushalt) hatten sehr "traditionelle" vorstellungen von erziehung und wie mädchen zu sein hatten. die strenge gab zwar auch etwas orientierung, aber oft habe ich auch nichts richtig kapiert (oder es kam mir alles nur völlig unlogisch vor), ich bekam dauernd nur ärger.
      Meine Mutter wollte mich immer nur "lassen", so hatte ich auch noch gleichzeitig zwei gegenpole im haus.
      lange zeit war ich sehr sauer auf meine mutter.
      nach der autismus-diagnose und einigen gesprächen mit einer krankenschwester, die mich schon lange kannte, könnte ich mich etwas "aussöhnen". die krankenschwester hat mir viel erzählt, wie man als eltern denkt. das hat mir viel geholfen.
      trotzdem ist wirklich viel schief gelaufen und es wäre wirklich hilfreich gewesen, wenn meine familie etwas über autismus gewusst hätte. ich kann nur versuchen, zu denken, sie haben in der hinsicht ihr möglichstes getan, waren aber auch überfordert.
      ich versuche u.a. auch deswegen trotzdem abstand zu halten (seltene besuche, möglichst keine telefonate usw.). das tut mir nicht gut...
    • Ich vermute hier kommt die nicht-Übertragbarkeit verschiedener Situationen mit unterschiedlicher Deutung zusammen. Daraus entsteht dann leicht eine Gegensätzlichkeit und Unverlässlichkeit der elterlichen Aussagen.

      Speziell meine Mutter habe ich schon früh als absolut wiedersprüchlich erfahren, sie kommuniziert dazu noch gerne in schwammigen Sätzen, welche ein scheinbares Hintergrundwissen (zu ihren Gedanken?) voraussetzen und reagiert dann bei Nachfragen schnell genervt und blockt ab, wenn ich ihre Aussagen hinterfrage um sie zu verstehen. Mein Vater ist da das komplette Gegenteil, mit ihm war die Kommunikation immer viel klarer und verlässlicher...

      Woran erkanntest du, dass deine Eltern in den Situationen überfordert waren? Mir fällt soetwas immer schwer und sicher bin ich mir nie. Lediglich bei Fragen von mir zu meiner Kindheit meine ich bei meiner Mutter eine Art Überforderung deuten zu können, es könnten aber auch Selbstvorwürfe und Verdrängung dahinter stecken.

      Edit:
      Was das "anderen recht machen" angeht - du wirst es nicht schaffen, manchmal vielleicht.
      Den Rest der Zeit wirst du dich nur "verbiegen" um dann wieder mit dem schlechten Gefühl "falsch" zu sein ins Bett zu gehen.
      Ein Großteil meines Lebens habe ich sprichwörtlich mit erhobenen Mittelfingern verbracht und auf so gut wie alles geschissen, um dann irgendwann in das andere Extrem der Überanpassung zu fallen. Den Mittelweg aus Bedürfnissen, meiner Andersartigkeit und dem notwendigen Maß an Anpassung entdecke ich inzwischen für mich. Die Grundlage dafür ist bei mir ein Mindestmaß an seelischer Stabilität um mit der mir zur Verfügung stehenden Energie respektvoll umzugehen und die notwendigen Umstände dafür herzustellen.

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    • Daniel1 wrote:

      Kennt es jemand?
      Wie geht ihr damit um.
      Das ist ein Grund weswegen trotz mehrerer Gutachten, manche Therapeuten versuchen mir meine AS Diagnose auszureden, nämlich, weil ich mit einem stark narzisstischen Vater aufgewachsen bin und meine Mutter ebenso emotional kaum zugänglich ist. Andere wiederum, die aber auch meine Vorgeschichte kennen gehen dennoch von AS aus. Ich hatte unbehandelte Knochenbrüche, Verbrühungen wo es hieß "stell dich mal nicht so an". Wir hatten zuhause 32 Hasen gehalten, mein Vater hat geschlachtet und mir mitgeteilt das mein Hase jetzt auch dran wäre weil ich ihn eh nicht fütter und durfte ihn mir dann hinterher am Strick baumelnd anschauen, während er lachte. Ich habe Schläge bekommen - wo ich aber dazu sagen muss, dass ich durchaus meine Anteile daran hatte in Form von lügen, stehlen etc. Er ist ein Mensch der glaubt in allen Lebenssituationen die Hauptattraktion zu sein und in allen Lebensfragen die letzte Instanz.

      Meine Mutter ist nicht so aggressiv auf der Körperebene sondern schießt mehr aus dem verdeckten Hinterhalt, handelt überlegter. Sie ist wiedersprüchlich, da heißt es heute Ja morgen Nein. Habe ich mein Zimmer wiederholt nicht aufgeräumt wurde alles in eine Wanne gepackt, über den Balkon geworfen und ich durfte nach der Schule meine Sachen einsammeln gehen. In der Hinsicht gab es so einige Vorfälle die schon sehr bedenklich sind, mich mit Sicherheit zusätzlich negativ geprägt haben aber die Kernproblematik hat meiner Ansicht nach damit gar nichts zu tun. Mein Partner mit AS der hatte ein sehr beschütztes Zuhause und die gleichen Probleme wie ich. Bei mir ist nach 17 Jahren Therapie die Kernproblematik auch unverändert dieselbe.

      The post was edited 2 times, last by WelleErdball ().

    • Letzte Woche, war ich paar Tagen bei den Eltern.
      Mein rechtes Hosenbein war aufgekrempelt, was ich nicht mitbekam und mich auch nicht interessiert hat.
      Die ganze Zeit muss ich mich draußen ueberanpasse und konzentrieren, so dass ich mich im 'geschützte Rahmen' weniger kontrolliere.
      Mutter hat mich natürlich gleich wieder angesprochen.
      Sie sehen halt nur die Folgen von Konzentrations schwierigkeiten, Reizueberflutung etc, und reagieren auf das Verhalten, welches sie sehen, ohne die Hintergründe zu verstehen, geschweige zu berücksichtigen. Finde ich bisschen blöd.
      Würde mir wünschen, wenn ich so angenommen werde wie ich bin.
      Wenn ich mir die Konzentrationskapazitaet nicht aufteile und dadurch ueberfordert bin, ist auch niemand mit meinem Verhalten zufrieden.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by Daniel1 ().