Asperger mit Intelligenz kompensieren

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    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Deine Tochter bringt es übrigens auf den Punkt. Wie sogennante Konversation bzw. small talk abläuft verstehe ich schon, nur interessiert sie mich eben nicht. Ich verstehe übrigens auch nicht, was es Menschen bringt, sich dieses Interesse gegenseitig andauernd vorzuheucheln - aus meiner Sicht hat niemand etwas davon.
      jain. Menschen wollen oft Kontakt und Reden um der Nähe Willen.

      Und ganz manchmal ergibt sich aus einem belanglosen Gerede doch mal ein interessantes oder tiefrgründiges Gespräch.
      Ich vermute, der Smalltalk ebnet den Weg dorthin für viele.
      Erst weiss man ja noch nicht, ob man Freund oder Feind vor sich hat.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Ich verstehe übrigens auch nicht, was es Menschen bringt, sich dieses Interesse gegenseitig andauernd vorzuheucheln - aus meiner Sicht hat niemand etwas davon.
      Ganz einfach - das ist wie bei den Hunden, sich gegenseitig den Hintern beschnuppern, oder bei den Bonobos, die 'ne schnelle Nummer schieben. Sozialer Kitt, gegenseitige Versicherung, dass man einander nicht feindselig gesinnt ist (zumindest nicht so sehr, dass man sich an die Kehle geht).
      Deshalb ist es ja so wichtig, dass man dabei über bedeutungsarme Themen spricht - bloß kein Konfliktpotenzial. Wobei ich ein Gespräch, wie es den Kindern geht, sowieso nur mit Leuten führe, wo ich die Kinder auch persönlich kenne oder die Eltern schon sehr lange. Klar, für jemanden, der selbst keine Kinder hat, liegt das Thema deutlich ferner.

      Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, mich auf Smalltalk einzulassen, da ich ja den Zweck durchaus verstehe, ich habe nur ein Problem damit, ihn mit Leuten ohne eigentliche Berührungspunkte zu führen, weil mir dann nix Unverfängliches einfällt - das Wetter trägt ja nicht weit. Solche Fälle wie die Ex-Schwiegermutter meiner Schwester - dumm wie Dosenbrot, zudem aus der Generation, wo Bildung bei Mädchen vom Land als überflüssig galt, da gibt es nichts Gemeinsames, da würde ich sofort Scheitern. Mein Vater hat trotzdem bei der Hochzeit (wo er neben ihr sitzen musste) tapfer zwei Stunden durchgehalten und es geschafft, keine peinliche Stille entstehen zu lassen. Um in Sachen Smalltalk soweit zu kommen musste er allerdings lange und sehr bewusst trainieren.

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    • sweetmom wrote:

      Was man davon hat? Die Kontakte schlafen nicht ein
      Genau, oder man kann auch neue Kontakte so besser knüpfen.
      Sonst passiert es einem, dass man wie ich 20 Jahre in einem Ort wohnt und nur eine einzige Nachbarin in den 20 Jahren ein bisschen näher kennengelernt hat. Und die auch nur, weil sie zufällig regelmäßig zur gleichen Veranstaltung im Nachbarort geht. Bei allen anderen kommt es über ein "hallo" nicht hinaus, wenn man keinen Smalltalk macht. So lernt man keine Leute kennen und bleibt allein. Mit Kollegen ist es das gleiche, da kommt es auch nur zu einem näheren Kennenlernen, wenn man regelmäßig in Smalltalk investiert.
      Smalltalk ist also eine Investition, kann man sagen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich habe beim Thema Smalltalk immer das Gefühl, dass da unter den Usern zwei Welten aufeinandertreffen - eine eher misanthrope Richtung, die (leicht überspitzt) sagt "der Rest der Menschheit interessiert mich einen Dreck, was soll ich mit denen auch nur eine Silbe übers Wetter reden", und die andere, die den sozialen Zweck von Smalltalk nicht nur versteht, sondern (deshalb) auch die "technische" Seite gerne besser beherrschen würde, das aber nur sehr mäßig hinbekommt. Wer Smalltalk als überflüssiges Geschwätz ablehnt darf sich nicht wundern, wenn er keine Kontakte hat, das ist die unvermeidliche Konsequenz.
      Mag sein, dass bei manchem Vertreter der misanthropen Richtung unausgesprochen dahintersteht "ich kann es eh nicht, also will ich nicht - dann ist es keine Behinderung mehr, sondern meine freie Entscheidung", so ähnlich wie bei mir die Neigung, zwar zu versuchen in Gruppen reinzukommen, aber mich da gleich selbst in eine Außenseiterposition zu bringen.
    • sweetmom wrote:

      Du erinnerst mich in deinem Beitrag an meine Tochter.

      :lol: Ich kenne sie zwar nicht, aber sie ist mir sympathisch :nod: Grüß sie von mir.


      sweetmom wrote:

      So sah mein Versuch aus ihre damals denn einfachsten Smal Talk zu erklären. Sie sah das anscheinend wie du in deinem Beitrag
      Sie antwortet übrigens auf die Frage "wie gehts dir?" mit einem knappen einfachen "normal" da keine Gegenfragen von ihr kommen wenden sich die meisten einfach ab und sie hat ihre Pflicht getan, war wenigstens so "höflich" und hat geantwortet na immerhin.

      Immerhin hast Du ihr das erklärt. Das hat bei mir niemand getan. Erst jetzt (bin Mitte 40), seit dem ich mich mit AS beschäftige, habe ich kapiert, daß auf die Frage: "Wie geht es Dir?" niemand eine ehrliche Antwort erwartet 8o Ich habe bis dahin immer ehrlich geantwortet und nie eine erwartete Gegenfrage gestellt. :m(: Und so wie Deine Tochter das macht, mache ich das jetzt auch. Unverfängliche Antwort geben, fertig. Keine Gegenfrage, es sei denn, es interessiert mich wirklich was jemand gerade macht, wie es ihm geht usw. Aber dann muß es mich auch wirklich interessieren! Das passiert nur bei Menschen, die mir wichtig sind.


      Eurich Wolkengrob wrote:

      Warum muss Du das?

      Deine Tochter bringt es übrigens auf den Punkt. Wie sogennante Konversation bzw. small talk abläuft verstehe ich schon, nur interessiert sie mich eben nicht. Ich verstehe übrigens auch nicht, was es Menschen bringt, sich dieses Interesse gegenseitig andauernd vorzuheucheln - aus meiner Sicht hat niemand etwas davon.

      Dieses SmallTalk führen müssen ist mir auch ein Rätsel. Ich muß sterben, mehr nicht. Auch ich verstehe auch den Ablauf von SmallTalk. Aber ich kann ihn eben nur sehr schwer führen.


      sweetmom wrote:

      Aber das ist eben dieses zwischenmenschliche, man geht nicht einfach an jemanden vorbei denn man kennt, man erkundigt sich nach dessen Wohlbefinden und führt eben solche kleinen Gespräche am Rande. Wenn du mich jetzt nach dem Warum fragt, das wird in der Gesellschaft erwartet. Wenn ich an jedem einfach vorbei gehen würde dann hätten wir auf lange Sicht keinen Kontakt mehr zu niemanden, was auch nicht wirklich toll wäre.
      Doch, schon gemacht. Im Urlaub ehemalige Nachbarn getroffen. Sie war auch mal meine Klassenlehrerin. Habe gegrüßt und bin weiter gegangen. Als ich von dem "Vorfall" meiner Mutter erzählt habe war sie entsetzt. "Man bleibt doch mal stehen und unterhält sich mit denen!" Habe nur geantwortet: "Warum? Habe mit denen nichts wichtiges zu erzählen."


      sweetmom wrote:

      Was man davon hat? Die Kontakte schlafen nicht ein, auch wenn nur am Rande weiß man aktuell gerade über denn anderen bescheid, das ist wichtig um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Keine Ahnung wie ich das erkären soll. Wenn diese kleinen überflüssigen Gespräche nich wären, wäre es wohl schlecht die Kontakte zu erhalten, irgendwann hätte man sich so auf Anhieb nichts mehr zu sagen.

      Ich habe mal davon gehört, daß Autisten Probleme haben Kontakte aufzubauen, bzw. Kontakte zu halten... Ob das mit diesem SmallTalk-"Verweigern" zu tun haben könnte...? :irony:
    • HCS wrote:

      Wer Smalltalk als überflüssiges Geschwätz ablehnt darf sich nicht wundern, wenn er keine Kontakte hat, das ist die unvermeidliche Konsequenz.
      Was im meinem Falle übrigens nicht zutrifft: Ich habe sehr wohl Kontakte, soweit ich es selbst wünsche. Wenn ich jemanden mag und gerade in der Lage bin, mich auf ihn einzulassen, dann ist es für mich kein Smalltalk sondern persönliches Interesse. Interessiert mich die Person nicht oder bin ich gedanklich oder emotional bereits anderweitig beschäftigt, tu ich nicht so, als ob - ich grüße aber oder nicke freundlich zu und das genügt meiner Meinung nach auch völlig.
      Achtung, eigene Sprache!
    • HCS wrote:

      Wer Smalltalk als überflüssiges Geschwätz ablehnt darf sich nicht wundern, wenn er keine Kontakte hat, das ist die unvermeidliche Konsequenz.
      Smalltalk ist zwar für mich überflüssiges Geschwätz, ich weiß aber auch das das zum Kontakteknüpfen notwendig ist. Da ich das aber nur ganz schlecht beherrsche, habe ich eben nur wenige Kontakte. Also wundere ich mich nicht über meine wenigen Kontakte, ich weiß ja warum es so ist. Es fällt mir aber schwer das zu ändern.

      So wie @Eurich Wolkengrob das beschrieben hat sehe ich es auch.
    • HCS wrote:

      Wer Smalltalk als überflüssiges Geschwätz ablehnt darf sich nicht wundern, wenn er keine Kontakte hat, das ist die unvermeidliche Konsequenz.
      Ich lehne Smalltalk nicht ab, obwohl er sehr anstrengend ist und viel Kraft kostet. Es ist im Grunde aber nicht mehr als ein höfliches "Ich habe dich wahrgenommen und bin dir nicht feindlich gesonnen!". Zu tiefgründigen Gesprächen oder gar Freundschaften hat das bei mir noch nie geführt. Die Leute merken wahrscheinlich sehr schnell, dass ich seltsam bin, bzw. die, die mich schon etwas näher kennen, wissen das längst und daher dauert so ein Smalltalk auch nie lange. Es beschränkt sich meistens auf: "Hallo Windtänzerin!", "Wie geht es euch?" und "Grüß Mutti und Oma schön!". Smalltalk ist anstrengend, frustrierend und führt am Ende zu nichts (außer, dass ich meine Familie von irgendwelchen Leuten grüßen soll, die ich nicht kenne, bzw. in dem Moment nicht erkannt habe). :(
    • Windtänzerin wrote:

      Smalltalk ist anstrengend, frustrierend und führt am Ende zu nichts
      Ich denke schon, dass es am Ende zu etwas führen kann. NAs schaffen irgendwie sehr leicht den Übergang von diesen Smalltalk-Gesprächen zu persönlicheren Dingen, und von da zur Freundschaft. Nur für Aspies funktioniert das nicht so ohne Weiteres, weil man nicht genau weiß, wann der Übergang kommt und wie man den gestalten muss. Der Smalltalk ist nur der allererste Einstieg. Ich glaube, viele Leute bleiben auch wochenlang beim Smalltalk, bevor sie dann zu größerem Interesse übergehen, bei manchen geht es aber auch ganz schnell.
      Alles wird galaktisch gut.
    • H. M. Murdock wrote:

      Aber genau das will ich doch gar nicht! :evil: Was interessiert mich ob die Kackbratzen die lieben Kinderlein :d gute Noten nach Hause gebracht haben, oder ob sie im Urlaub ihr Seepferdchen oder wasauchimmer bekommen / gemacht haben. Es interessiert mich 0,nix. Genau so wenig interessiert mich ob jemand in einem tollen Wellnesshotel mit suuuuuper schönem Schwimmbad und mit Bar direkt am Pool war. Oder ob sie ihren Urlaub in der "DomRep" als "all inclusive" verbracht haben und sich da so richtig "die Kante gegeben" haben... Oder, oder, oder, ... Wenn es Themen sind, die mich nicht interessieren, dann will ich davon auch gar nichts wissen :m(:
      Wenn mir jemand so einen Schei* erzählt, dann kostet es mich sehr viel Kraft nicht meine Gedanken auszusprechen...
      Display Spoiler
      "Halt endlich die Fresse!!!"
      Auch den Drang, einfach kommentarlos weiter zu gehen zu unterdrücken kostet enorm viel Energie.

      Mir fehlt dabei aber eine brauchbare Strategie, wie ich mich aus solchen Gesprächen "loseisen" kann. Gut, ich hätte eine, aber bisher habe ich mich nicht getraut sie anzuwenden... Was ich da im Kopf habe stammt aus dem Film "Sicario"...:

      Im Gespräch (zwischen zwei Männern) kommt dann die "übliche" Frage:

      A: "Und? Wie geht es dir?"

      B: "Es brennt beim Pinkeln..."

      A: "Wie sieht es aus?"

      B: "Gelb mit roten Sprenkeln..."

      A: "Könnte nen Tripper sein..."

      :lol:
      Es geht bei smalltalk ja gar nicht um die "Tehmen".


      Genau wie "Lächeln" und "Guten Tag", und "Wie geht`s" andekt es sch darum, sich über diese Formalität gegenseitige menschliche Bedürfnisse zu erfüllen.
      Vgl dazu die Bedürfnispyramide nach Maslow

      Die Meza-Ebene hinter
      Lächeln:
      Rudimetär
      Bedürfns nach Sicherheit - "Ich tu dir nix, du bist sicher, sag mir dass das bei dir genauso ist".
      Idividualbedürfnis Wertschätzung, Ich sehe und anerkenne, dass es dich gibt

      "Guten Tag":
      Sicherheit : "Ich tu dir nix, wünsch dir auch nichts Böses"
      Individualbedürfnis Wertschätzung, rudimetäre Aussage "Ich sehe und anerkenne, dass es dich gibt"

      "Wie geht`s"
      Sicherheit
      Individualbedürfnis Wertschätzung
      Soziale Bedürfnisse: Minimal Interesse am anderen.

      Also, bei Lächeln kann ich daraus setzen, der andere haut wenigstens nicht,
      bei Guten Tag, dass er einen nicht umrennt,
      bei Wie gehts, dass er evtl bereit wäre, in einer plötzlichen Gefagrensituaton in Kooperation zu gehen.


      Bevor jetzt wieder gemeckert wird, ja, es gibt Menschen, die täuschen genau das vor, um andere in Sicherheit zu wiegen/RW und dann genau das zu machen, aber das ist eben das, was dissozial genannt wird.

      Also, diese Höflichkeitsfloskeln dienen zu nchts anderem, als eine Allgeeinen Sigmal des "wir bestötigeen und gegeseitig, dass wir Menschen sind und uns nichts tun und im Botfall gegenseitig helfen werden, EGAL ob irgendwann nötig und EGAL ob ich sind irgrendeinen persönliches Iteresse oder einen persönlichen Abknüpfungspunkt positiver emotionaler Art zu dir habe.

      Diese Höflichkeitsfloskeln sind also ein Ritual, dass gegen das eigene Bedrohungsgefühl aus dem "Allein" und dem potenziell Bedrohlichen, das andere Menschen auch darstellen könnten, wirken soll.

      Was gegeben, also signalisiert wird und von anderen erhofft wird, UM über die Ausübung dieses Rituals auf rudmetärer Ebene sowohl gtundsätzliche, als auch soziale als auch infividuelle Sicherheit bei den Beteiligten herzustellen.

      Erst WENN sich hier ein anderer als "zuvelässig" erwiesen hat, wird überlegt, ob das jemand sein könnte, zu dem hier der Kontakt erweitert wird, um ein so etwas wie ein persönlicheres Interesse zu entwickeln = erweiterters gegenseitiges Geben des individualbeürfnisses Wertschätzung, und auch gemeinsame Themen zu finden bzw auf die des anderen einzugehen.
      Letzteres gehört zum Bereich der "Slbstverwiklichungsbedürfnisse".

      Sobald die Aussage kommt "Die Themen interessieren mich nicht", besagt das, dass aufgrund der "Verweigerung", auf Selbstverwirklichungsbedürfnisse einzugehen, dem anderen schon die Erfüllung der rudimentären Sicherheits-, Sozial-, und Individuealbedürfnisse verweigert wird.
      Was allgemein dann als "Bedrohung" wahrgenommen wird.
      Die Bewertung "unhöflich" ist also eine Aussage über den Grad des Bedrohungsgefühls. Steigerungen wäre dann "komisch", "gestört", "verrückt", "asozial", "dissozial", um den individuelle gefühlten Grad des Bedrohungsgefühls nach dieser Verweigerung zu beschreiben.

      So funktionieren eben NTs. So funktionieren ihre "besonderen" Bedürfnisse.
      Das ist ihr Ritual zu "Sicherheitsgefühl herstellen über Sozial"

      Dieses Rital erfordert wenig Aufwand, geht schnell, es bietet die Möglichkeit, es kurz zu halten oder zu erweitern.
      Die Abweichungen sind Signale der Bereitschaft, hier zu erweitern, oder auch kurz zu halten. Auf die eingegangen werden kann, oder auch nicht.
      Auch hier sind "Entschuldige, muss weg, hab Termin"-Ausreden allein stehend ritualisierte Formen mit der Aussage "Ich habe kein weiteres Interesse, möchte dich aber mit offensichtlicher Verweigerung des Ausbaus des Bedürfniserfüllungsaustauschs nicht verunsichern - bis hierhin gilt mein "sicher im sozial"-Signal für dich."

      Ist mehr Interesse da und es spielt wirklich ein Ternin eine Rolle wird bei geringem Interesse dann "Ich muss weg, lass uns ein ander mal darüber weiter reden", bei gesteigerten interesse "ich muss weg, lass uns mal treffen und dazu weiter reden" bis hin zu Terminfragen verbal ausgedrückt.

      Dieses "die Themen interessieren mich nicht, die anderen interessieren mich nicht" stellt die Bedürfnispyramide, auf der Sozialkontakte aufbauen, auf den Kopf, UND erwartet schon ein maximum der Bedürfnisbefriedigung von Selbstverwirklichungsbedürfnissen durch den anderen, um überhaupt "bereit zu sein", dort auch nur ritualisierte Signale zu minimaler Sicherheit zu geben.

      Was vllt damit zu tun hat, dass Aspies die Welt ja als sozial unnsicheren unberechenbaren Ort erleben, die anderen unberechenbar und bedrohlich sind, sie die Welt und andere selten als sicher erleben, und auf ihre grundlegenden und besonderen Bedürnisse nicht eingegangen wird, auf die Selbstverwiklichungsbedürnisse noch weniger.

      Daraus wird im Laufe des Lebens bei Erkennnen dieser Bedürfnisse eine Spiegelung in Form von Zurückschlagen": "Das interessiert mich nicht, ich hab es nicht gekriegt, dann kriegt ihr das auch nicht von mir".

      Und das in Verhalten gezeigt, irgendwo zwischen "eigenes Ritual dazu" bis hin zum jetzt völlig unbewussten Reflex verstärkt, was enormen Druck auslöst, wenn dies nicht "ausgelebt" werden kann.

      Andererseits ergibt das wiederum Fehlschlüsse zu den Intentionen anderer bis hin, verarscht zu werden.
      Aus "ich rede mit jemandem über ein Thema, das meine Selbstverwirklichungsbedürfnisse erfüllt" wird dann auf anderes an "Sozial und Sicher und persönliches Interesse" rückgeschlossen, was vorher gar nicht gezeigt oder ausgetauscht wurde. Und auch nicht gemeint war.

      Die Verwunderung, wenn die Kommilitonin, mit der man jede Pause so intensiv über Astrophysik gesprochen hatte, schon innerlich "Beziehung" dachte und weiter phantasierte und "wie spreche ich das an" überlegte, nur um dann nicht......."plötzlich" mit einem Typen am Arm ankommt.......
      Liebe braucht Mut
      worldometers.info/
      Gegen Komplexität kann man nicht demonstrieren (scobel)
      ted.com/talks/stephanie_busari…urce=facebook&language=de
    • Ich hab zumindest soviel rausgefunden das Smal Talk für meine Tochter in bestimmten Situationen frustrierten und sinnlos ist.
      Als wir das erste mal beim neuen Zahnarzt waren und aufgerufen wurden, wir gehen in das Behandlungszimmer, der Arzt kommt rein und grüßt höflich das "Hallo"wird von meiner Tochter erwidert. Dann kommen Fragen wie "wie heißt du?" keine Antwort "wie alt bist du?" keine Antwort "auf welche Schule gehst du denn und in welche Klasse" keine Antwort. Irgendwann lächelt der Arzt verlegen und fängt mit der Behandlung an.

      Ich als Mutter bin erschüttert und schimpfe draussen los.
      Als ich es dann mal irgendwann genauer wissen wollte wieso sie das macht, sagt sie mir folgendes.
      "er ist ein Zahnarzt, er muss nur meine Zähne behandeln, er ist nicht für meine Unterhaltung da!
      Ich sage dann zu ihr "ja aber er muss dich trotzdem kennenlernen dein Alter, dein Namen..."
      Meine Tochter "Mama du hast doch vorne meine Karte abgegeben er wusste meinen Namen und mein Alter also warum fragt er mich das nochmal? Das ist doch quatsch, auf welche Schule ich gehe muss er ja nicht wissen um meine Zähne zu behandeln was bringt es ihm wen er das weiß? "

      Natürlich habe ich ihr versucht zu erklären das ihr Verhalten unhöflich war.
      Ich hab nur soviel erkannt, das sie es anscheinend frustrierend fand das der Arzt Informationen abfragt die er ja ihrer Meinung nach bereits kennt, dir restlichen Fragen waren ihr in dem Fall zu persönlich und bringen den Arzt nicht weiter. Kurz gesagt, der Arzt hat für sie eine bestimmte Funktion, er hat alles um zu funktionieren, Punkt. Sie sucht dann nach logischen Erklärungen für sich warum sie "unnötige" Informationen weitergeben sollte, was es dem Arzt bringt das er weiß auf welche schule sie geht. Also Sinnlos diese Unterhaltung.

      Ich denke oder hoffe das sie mit steigendem Alter irgendwann erkennt das solche kleinen Plaudereien einfach dazu gehören, so Sinnlos sie auch erscheinen mögen. Sie hat auch die Gewohnheit, immer mit der Tür ins Haus zu fallen (RW) wenn sie z.b ihren Opa trifft, sagt sie kurz "hallo" und fängt sofort an darüber zu reden worüber sie gerade nachdenkt oder worüber sie sich überhaupt unterhalten will. Das "geschwätzt" von "Wie geht, wie läuft..." überspring sie schnell und wenn sie gerade nichts zu sagen hat dann bleibt es meist bei "Hallo" "normal" :d
    • Und es kann nicht sein, dass sie sich in der Situation unsicher fühlt und nun einfach behauptet, der Arzt bräuchte das ja nicht zu wissen? Manchmal neigt man dazu, Beweggründe zu rationalisieren, weil man sich dann auch stärker fühlt als wenn man zugeben müsste, dass man Angst hat.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Und es kann nicht sein, dass sie sich in der Situation unsicher fühlt und nun einfach behauptet, der Arzt bräuchte das ja nicht zu wissen? Manchmal neigt man dazu, Beweggründe zu rationalisieren, weil man sich dann auch stärker fühlt als wenn man zugeben müsste, dass man Angst hat.
      Ich kann natürlich nicht in sie reinschauen, 100% kann ich nichts ausschließen.
      Das ist das, was sie mir gesagt hat. Kann natürlich sein das sie dann aus Unsicherheit nicht antwortet, passiert aber auch in Situationen in denen sie sich nicht unsicher fühlen sollte/müsste.
    • So ein wenig ahne ich, was da in ihr vorgeht. Die Reaktion "wozu fragt er, wo er es doch weiß" ist mir nicht ganz fremd, und wenn ich dann noch die Pubertät dazuzähle (die eigene liegt zwar lang zurück, aber ich habe ja ein Pubertier im Hause), dann erscheint mir ihre Reaktion doch nachvollziehbar (wenn auch weder wirklich vernünftig noch sinnvoll - aber da gibt es in der Pubertät schlimmeren Unsinn). Das wird sicher besser, einfach weil sie danach "nur noch" Aspie und nicht außerdem noch pubertär ist (das durchschnittliche Pubertier ist ja zeitweilig durchaus ein wenig autistisch, das liegt nun mal in der Natur der Sache, weil das ganze Gehirn umgebaut wird).
    • Maja.010 wrote:

      Ist es möglich Defizite, die das Asperger Syndrom mit sich bringt, durch Intelligenz zu kompensieren?
      Ich mache es genau umgekehrt: ich kompensiere meine hohe Intelligenz mit den Defiziten des Asperger Syndroms, so dass ich gar nicht so schlau wirke, wie ich eigentlich bin. :d :irony:
      Although it can be a problem, I wouldn't swap my autism for anything. It makes me, who I am. I just wouldn't be the same without it.
      Obwohl er Probleme machen kann, würde ich meinen Autismus gegen nichts in der Welt tauschen. Er macht mich zu der, die ich bin. Ich wäre einfach nicht dieselbe ohne ihn. (Rosie King)
    • Tuvok wrote:

      Maja.010 wrote:

      Ist es möglich Defizite, die das Asperger Syndrom mit sich bringt, durch Intelligenz zu kompensieren?
      Ich mache es genau umgekehrt: ich kompensiere meine hohe Intelligenz mit den Defiziten des Asperger Syndroms, so dass ich gar nicht so schlau wirke, wie ich eigentlich bin. :d :irony:
      Steht dies so in Deinem Diagnoseschreiben? - Also, ich meine nur den Teil mit der "hohen Intelligenz"? ;)

      Soweit ich mitbekommen habe, gibt es im Diagnoseschreiben der UK Köln eine andere Wendung im Schreiben, wenn die Intelligenz über dem Durchschnitt liegt und der Patient hierdurch hochkompensierend ist.
      Die Formulierung ist hier auch irgendwo schon mal genannt worden. Erinnere mich jetzt gerade nicht.
      Stolzer Papa von Autinaut (HFA) :nod: - und einander irgendwie ähnlich... und doch anders...