Schwerbehinderung, Diagnosen und Arbeitsvertrag

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    • Verstehe ich das richtig: Du arbeitest als Heilpädagogin in einem Unternehmen, das ab dem ersten Tag die Vorlage einer AU-Bescheinigung verlangt und der Gründung eines Betriebsrates eher ablehnend gegenübersteht? :? Etwas überrascht bin ich schon.
    • 0035454741 wrote:

      Verstehe ich das richtig: Du arbeitest als Heilpädagogin in einem Unternehmen, das ab dem ersten Tag die Vorlage einer AU-Bescheinigung verlangt und der Gründung eines Betriebsrates eher ablehnend gegenübersteht?
      Ich hatte Deinen Beitrag seinerzeit irgendwie übersehen.... 8o Sorry dafür! Ja, das verstehst Du richtig! Leider..... :frown: Dabei ist eher ablehnend noch sehr nett ausgedrückt. Wenn ich versuchen würde einen Betriebsrat zu gründen, wäre ich in der Folge massivem Bossing meiner Chefin ausgesetzt. Das hatte ich schon zweimal während meiner Beschäftigungszeit, das brauche ich nicht nochmal.... x(

      Ja, natürlich ist es im Grunde nicht sinnvoll, in so einem Betrieb weiterzuarbeiten. Aber da ich dort nun mal meine besondere Nische habe, und die stellvertretende Leitung im Grunde auch seit Jahren meine inoffizielle Inklusionsfachkraft ist, sie federt mir vieles ab und ohne sie wäre ich schon längst nicht mehr dort beschäftigt, (Sie weiß auch von meiner Diagnose, die Chefin nicht.) und ich schon über 60 bin, versuche ich noch für den Rest meines Arbeitslebens durchzuhalten.

      Ich wollte Euch, die Ihr an meinem Problem Anteil genommen hattet, jetzt mal ein kleines Update geben:

      Gestern kam mit der Post der Bescheid des Versorgungsamtes, man hat mir den GdB 40 zugesprochen. Also Änderung von 30 auf 40. Ist ja ganz nett :d , aber ich brauche nun mal 50 um zwei Jahre früher in Rente gehen zu können. Ansonsten muss ich noch 5 1/2 Jahre weiterarbeiten so wie jetzt, und das schaffe ich auf gar keinen Fall. Manchmal habe ich das Gefühl, ich schaffe es keinen einzigen Tag länger..... x( Gestern Abend war ich ein heulendes Häufchen Elend. :cry:

      Dann habe ich mich aufgerappelt, denn wer nicht kämpft, hat schon verloren. 8-) Heute Morgen habe ich mit dem VdK telefoniert, Morgen Nachmittag lege ich den Bescheid in der Geschäftsstelle vor und unterschreibe eine Vertretungsvollmacht, damit der VdK sich um alles weitere kümmert. Es wird dann zunächst einmal Akteneinsicht genommen, und danach bespricht die zuständige Juristin in einem Termin mit mir das weitere Vorgehen.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Angesichts der Zeitdauer derartiger Verfahren würde ich da als Interimslösung eher an die Gründung einer Schwerbehindertenvertretung in Deinem Unternehmen denken. Als Vertrauensfrau genießt Du denselben Schutz wie ein Betriebsrat, und selbst Deine arbeitnehmerfreundliche Chefin (Ironie) kann ja als Unternehmerin im heilpädagogischen Bereich (!) kaum etwas dagegen einwenden. Zudem kannst Du dann den Ausgang des Verfahrens beruhigter abwarten.
      Drei Wahlberechtigte genügen bereits für die Wahlversammlung.
    • Surprised wrote:

      Alles Gute, @Schneckentanz Ich drücke dir die Daumen (RW), dass das klappt mit dem GdB von 50!
      Vielen herzlichen Dank! Gedrückte Daumen (RW) nehme ich nur zu gerne! :)

      0035454741 wrote:

      Drei Wahlberechtigte genügen bereits für die Wahlversammlung.
      Da wird sich bei uns leider niemand finden, weil alle Angst haben, denn die Kolleginnen wissen, dass sie dann auf der Abschussliste (RW) stehen....Da kommt man bei meiner Chefin schon wegen geringerer "Vergehen" drauf. :x Wenn es allzu lange dauert, würde ich eher die Gleichstellung beantragen. Aber ich werde jetzt erstmal abwarten, was die Juristin vom VdK sagt, wenn sie meine Akte durchgesehen hat.... :roll:
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • kim wrote:

      Mit einer Gleichstellung kannst du auch nicht früher in Rente. Und man bekommt auch keinen zusätzlichen Urlaub.
      Danke für den Hinweis, das weiß ich auch wohl schon, deshalb will ich ja auch unbedingt den GdB 50, weil ich das nicht mehr lange schaffe. Aber mit der Gleichstellung habe ich wenigstens einen gewissen Kündigungsschutz.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      Aber mit der Gleichstellung habe ich wenigstens einen gewissen Kündigungsschutz.

      Mir wurde trotz Gleichstellung schon zwei mal gekündigt. Die beiden Firmen waren einfach zu klein, um eine Alternative bieten zu können und das Integrationsamt stimmt dann der Kündigung logischerweise zu. Einen Schutz hatte ich dadurch noch nicht.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.
    • Liebe Schneckentanz,

      das klingt alles ziemlich bedrohlich in Deinem Unternehmen. Notfalls kannst Du auch Kontakt zum zuständigen Integrationsamt aufnehmen, damit dieses dies Wahl durchführt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Deine Chefin das verhindern will. Und nach der Wahl wird es schwer für sie, Mitarbeiter zu mobben. Es wundert mich, dass in der Firma noch niemand zur Gewerkschaft gegangen ist.
    • kim wrote:

      Einen Schutz hatte ich dadurch noch nicht.
      Da hast Du natürlich recht, und so wäre es auch bei uns. Im Grunde kann ich mir das mit der Gleichstellung tatsächlich sparen.... :roll:

      0035454741 wrote:

      Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Deine Chefin das verhindern will.
      Wahrscheinlich könnte sie das in diesem Fall nicht verhindern, aber sie könnte uns das Leben trotzdem auf die eine oder andere Weise zur Hölle machen, darin hat sie Übung und keinerlei Skrupel. Es ist ja nicht ohne Grund so, dass sich das bei uns keiner traut. Es sind auch schon sehr viele Mitarbeiterinnen deshalb gegangen. Zur Zeit sucht sie händeringend zwei neue Mitarbeiterinnen, aber es kommt niemand, weil es sich anscheinend herumgesprochen hat, wie es bei uns so läuft.... :d
      Die Situation ist für mich gerade ganz gut, denn im Moment wäre sie schön blöd micht zu entlassen. Und da sie Schiss zu haben scheint, dass noch mehr gehen, zahlt sie inzwischen relativ gut, das finde ich auch ganz cool. 8-) :lol: Ich hoffe nur, dass ich den GdB 50 noch bekomme, damit ich so bald wie möglich meine Stundenzahl zumindest reduzieren kann.

      Ich war heute Nachmittag beim VdK und habe die Vertretungsvollmacht unterschrieben und eine Kopie meines Bescheides abgegeben. Schauen wir mal, wie es weitergeht.....
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • So, noch einmal ein kleines Update..... :)

      Ich habe durch den Widerspruch des VdK einen Abhilfebescheid bekommen, wodurch ich jetzt einen unbefristeten GdB von 50 habe. 8-)

      Ich bin soooo froh und erleichtert, dass das geklappt hat! :nod:
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Vulkan wrote:

      @Schneckentanz ich gratuliere dir
      Vielen Dank! :)

      Es hat jetzt auch wirklich insgesamt ein Jahr gedauert von meinem Änderungsantrag im August 2019 über den Bescheid im Februar, dann den Widerspruch im März und die Widerspruchsbegründung, die erst im Mai rausgegangen ist, weil es so lange gedauert hat, bis die Akte vom Versorgungsamt kam, und dann jetzt im August der Bescheid. Aber: Ende gut, alles gut! :nod:

      Ich habe mich durch die Rechtsanwältin des VdK gut beraten gefühlt, und die Sachbearbeiter waren, obwohl ich da ca. hunderttausendmal :fun: angerufen habe, immer noch nett. Aber ich war auch nett und habe (mühsam :d ) die Nerven behalten, obwohl der eine Sachbearbeiter zwischenzeitlich meine Unterlagen verlegt hatte und erstmal nicht mehr wiederfand. :nerved: :m(:
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      ....ein Sachbearbeiter zwischenzeitlich meine Unterlagen verlegt hatte und erstmal nicht mehr wiederfand.
      Oh.
      Da ist Nerven behalten natürlich schwer!
      Gut, dass es ein Happy End gab!
      Prima!
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Herzlichen Glückwunsch auch von mir.
      Leider kann ich nicht sagen, es sei bei mir genauso gut gelaufen. Mein Prozeß zieht sich jetzt seit 2,5 Jahren in der ersten Instanz, eine Verhandlung ist nicht in Sicht. Zudem droht nach Aussage der Justizmitarbeiterin das (für mich positive) Gutachten als inzwischen zu alt verworfen zu werden. Dieses wurde übrigens seinerzeit auf Anforderung des Gerichtes erstellt.
    • Capricorn wrote:

      Da ist Nerven behalten natürlich schwer!
      Das kann ich Dir sagen..... :lol:

      Capricorn wrote:

      Gut, dass es ein Happy End gab!
      Prima!
      Ja, ich konnte es die ersten Tage kaum glauben, dass es nach der ganzen Aufregung und Warterei tatsächlich noch geklappt hat. Inzwischen kommt es langsam in meiner Realität an. Zwischendurch fällt es mir ein, und dann freue ich mich ein Ründchen. :)

      0035454741 wrote:

      Mein Prozeß zieht sich jetzt seit 2,5 Jahren in der ersten Instanz, eine Verhandlung ist nicht in Sicht. Zudem droht nach Aussage der Justizmitarbeiterin das (für mich positive) Gutachten als inzwischen zu alt verworfen zu werden. Dieses wurde übrigens seinerzeit auf Anforderung des Gerichtes erstellt.
      Oh, das hört sich aber gar nicht gut an. Das ist bestimmt sehr belastend für Dich! Hast Du auch den VdK mit im Boot? Oder einen anderen Sozialverband?

      Die Rechtsanwältin vom VdK hatte mir bei der Beratung vor dem Widerspruch ganz klar davon abgeraten, vor Gericht zu gehen, falls der Widerspruch nicht durchgeht. Sie meinte, dass ihrer Erfahrung nach die Prozesse so lange dauern, dass es mir passieren könnte, dass ich letztendlich schon in Rente bin, wenn das Urteil gefällt wird. 8o :m(: Na super, dachte ich mir, dann brauche ich es auch nicht mehr.... :nerved:

      Die Alternative wäre ein halbes Jahr zu warten, und dann einen neuen Änderungsantrag zu stellen. Und dann nochmal neue Arztberichte und Gutachten beizubringen. Da das Versorgungsamt als Behörde bestimmte Fristen für die Bearbeitung von Anträgen hat, gibt es insofern die Sicherheit, dass die Bearbeitung innerhalb eines noch irgendwie überschaubaren Zeitraumes erfolgt. Das ist bei Gericht nicht gegeben.

      Ich drücke Dir die Daumen, dass alles gut ausgeht!
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d