Umgang mit "Energiedieben"

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    • Umgang mit "Energiedieben"

      wie ist Euer Umgang mit sogenannten "Energiedieben", also Leuten, bei denen man sich besonders mies fühlt, wenn man mit denen zu tun hat, während die dann deutlich besser gelaunt davonziehen.
      Ich habe sowas in der Verwandtschaft, deshalb sind Zusammentreffen leider nicht zu vermeiden.
    • Gute Frage. Nächste Frage :) .

      Nein, ernsthaft. Ich habe mir heute die gleiche Frage gestellt. Wie kommt es überhaupt zu diesem "Energieraub"?

      Die Antwort, auf die ich gekommen bin, lautet, dass ich selbst so damit beschäftigt bin, "normal" und "angepasst" zu wirken im Kontakt mit anderen Personen, dass mir der Energieraub zunächst gar nicht auffällt. Auch Unverschämtheiten, Grenzübertretungen etc. nehme ich aus diesem Grund viel zu spät, wenn überhaupt, wahr. Erst später, nach dem Kontakt, merke ich, wie ausgelaugt und ausgesaugt ich mich fühle. Leider ist es dann schon zu spät.

      Die Lösung besteht vermutlich darin, den Energieraub früher zu bemerken und dann den Kontakt entsprechend kurz oder oberflächlich zu halten.
    • Ist diesen "Energiedieben"ihr Tun bewusst, um sich selbst hinterher besser zu fühlen?

      In meinem konkreten Fall habe ich viele Jahre gebraucht um zu erkennen, wie diese Fallen aufgebaut sind.
      Ich würde fast immer auf einem Gebiet herausgefordert, von dem ich keine oder nicht viel Ahnung habe.
      Bei den anschließenden Diskussionen habe ich immer den Kürzeren gezogen.oder mehr mich wie ein kompletter Volltrottel gefühlt, und das Tagelang.
      Ich habe dann mal versucht, den Spieß umzudrehen und auf meinen Fachgebieten mal zu glänzen: keine Chance, darauf gehen diese Leute keine Sekunde ein.
      Also wissen die doch auch ganz genau, was sie tun.
      Und das ist doch auch eine Form von Körperverletzung und auch Mobbing.
    • Ich hatte mal eine Person kennengelernt, bei der mir dieses "Energieabziehen" sehr schnell bewusst wurde. Damals hatte ich dir der Person geschrieben, dass ich den Kontakt beenden möchte und gesagt, dass mir das zu anstrengend ist. Es war allerdings auch nur ein loser Kontakt zu einer Bekannten gewesen.

      Bei mir ist es so, dass ich mich, wenn mich eine Person zutextet, oft nicht retten kann, aber sobald ich weiß, dass das so jemand ist, ich zukünftig einen ganz großen Bogen um die Person mache und vermutlich auch ausstrahle, dass ich mit der Person nichts mehr zu tun haben will und ihr Verhalten verabscheue, so dass solche Kontakte bei mir meist nur einmaliger Natur sind.
    • Bei Vampiren hilft nur meiden oder ganz klare Grenzen setzen und ihnen keine Angriffsfläche bieten. Ich würde sie, wenn man ihnen nicht ausweichen kann, auch konfrontieren, weil ich denke die wenigsten es bewusst machen.
      When nothing goes right ... go left.
    • Ich halte bei Menschen, die diese Wirkung auf mich haben, äußerlich so viel wie möglich, innerlich absoluten (d.h. ich arbeite daran) Abstand. Darauf ansprechen hatte immer den gegenteiligen Effekt vom gewünschten: mein Gegenüber gut drauf, ich erschöpft. Es spricht nicht für den Charakter eines Menschen, wenn der gute Laune bei der Nachricht bekommt, mir zu schaden.
      Es wird wohl allgemein geraten, Smalltalk statt inhaltlicher, eventuell sogar emotional bedeutsamer, Gespräche zu führen, und sich für Energievampire so langweilig und uninteressant wie möglich zu machen. Das ist für nicht-Smalltalk-Versierte natürlich schwieriger als für die, deren Gespräche immer oder wenigstens leicht(er) an der Oberfläche bleiben. Trotzdem hilft es mir, mich an Wetter, ÖPNV,.. als Themen zu erinnern, und sie als Schutzschild zu betrachten, das ich mir baue und auch erlaube zu nutzen. Es braucht eine Menge Übung, weil ich nicht verstehen kann, warum jemandem egal ist, andere "auszusaugen", also zu benutzen, und demnach zu verletzen. Es widerspricht jeder lebensförderlichen Logik.
    • Man muss es nicht zulassen. Ich sage dann ganz offen, wie wenig ich von dem Thema weiß und je nach dem, ob es mich interessiert Frage ich nach.

      Man nimmt die Überlegenheit weg, wenn man selbstbewusst dazu stehen kann, dass man "weiß, dass man nichts weiß"

      Hatte schon einige sehr frustrierte "Energiediebe" danach. :d
    • Wenn man solche im Job hat, die alle dort Arbeitenden "anknabbern"und nerven, kann man aber nicht viel tun.
      Ich gehe oft nun raus, wenn es wieder schlimm wird, da reden nicht hilft.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Gruen wrote:

      Es wird wohl allgemein geraten, Smalltalk statt inhaltlicher, eventuell sogar emotional bedeutsamer, Gespräche zu führen, und sich für Energievampire so langweilig und uninteressant wie möglich zu machen. Das ist für nicht-Smalltalk-Versierte natürlich schwieriger als für die, deren Gespräche immer oder wenigstens leicht(er) an der Oberfläche bleiben. Trotzdem hilft es mir, mich an Wetter, ÖPNV,.. als Themen zu erinnern, und sie als Schutzschild zu betrachten, das ich mir baue und auch erlaube zu nutzen.
      Smalltalk ist schon viel zu viel, unsere Sprache bietet doch so viel mehr Möglichkeiten jenseits von "richtigen" Wörtern und Sätzen... Mit "Mmmmh", "Mmmmh?" und "Hm" sollte man eigentlich auch schon durchkommen. :d

      MangoMambo wrote:

      Man muss es nicht zulassen. Ich sage dann ganz offen, wie wenig ich von dem Thema weiß [...]

      Man nimmt die Überlegenheit weg, wenn man selbstbewusst dazu stehen kann, dass man "weiß, dass man nichts weiß"

      Hatte schon einige sehr frustrierte "Energiediebe" danach. :d
      Jap, das funktioniert meist auch sehr gut. Oft wissen diese Leute selbst auch gar nicht so viel mehr zu dem Thema, über das sie da reden; sie treten nur so auf. So ein Eingeständnis, dass man sich selbst nicht auskennt, kann daher extrem provozierend auf sie wirken, man führt damit ja quasi ihr geringes Selbstbewusstsein vor. ^^
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • Abendstern wrote:

      Smalltalk ist schon viel zu viel, unsere Sprache bietet doch so viel mehr Möglichkeiten jenseits von "richtigen" Wörtern und Sätzen... Mit "Mmmmh", "Mmmmh?" und "Hm" sollte man eigentlich auch schon durchkommen. :d
      Kann ich auch gut, "Ach ja, wirklich?", "Na so was!" usw. Aber ich unterscheide: Interessiert mich das Gespräch inhaltlich, dann empfinde ich mein Gegenüber auch nicht als Energieräuber, selbst wenn mich intensive Gespräche ermüden. Finde ich das Gespräch aber öde, dann beende ich es, so schnell es geht. Auf Partys, Festen usw. hilft auch den Raum wechseln, mal nach draußen gehen, mal allein auf dem Balkon stehen.

      Am Telefon hilft der Klingeltrick: Ich geh zur Haustür, klingele bei mir selbst und sage dann: "Oh mein Nachbar | der Paketbote, ich muss Schluss machen."
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • FrankMatz wrote:

      Am Telefon hilft der Klingeltrick: Ich geh zur Haustür, klingele bei mir selbst und sage dann: "Oh mein Nachbar | der Paketbote, ich muss Schluss machen."
      :o Das darf dann nur kein Nachbar sehen und die Person darf nicht zufällig vor der Wohnung/Haus vorbeilaufen.
    • Auf mich wirkt der Begriff "Energiedieb" wie ein Abschieben der Verantwortung auf den Anderen. Nicht "Verhalten x löst bei mir dies und das aus", sondern "der andere tut" oder "der andere ist". So wird aus: "Ich kann mich nicht gut abgrenzen, wenn...", "Ich merke, wie Verhalten x eines Anderen mich anstrengt", "Ich habe mit meinen eigenen Themen zu tun und kann daher nicht gut damit umgehen, wenn andere viel von ihren Themen erzählen, sehr present sind, etc.."...oder Ähnliches, ein "Der andere raubt mir meine Energie", "Der andere tut etwas Schlechtes, will mir etwas Böses". Oft sogar, als wäre der Andere ein grundsätzlich schlechter Mensch (Raubt Energie, Dieb).
      Da fragt keiner, wie es dem Anderen geht, ob er etwas absichtlich macht, einen absichtlich schaden will,...oder ob die Person aus irgendwelchen Gründen viel von sich erzählt, Beachtung sucht, Hilfe sucht,...und man sich selber nur schlecht abgrenzen kann, die Themen des Anderen an eigene Themen erinnern (und das Energie kostet), man sich selber nur schwer konzentrieren kann (Und ein Zuhören Energie kostet), usw. .

      Dem Anderen wird etwas Schlechtes angedichtet: Energiedieb. Dem sollte man aus dem Weg gehen (was diesen Menschen ggf. noch einsamer macht, sollte er wirkliche Probleme haben). Diesen Menschen "sollte" man aus dem Weg gehen, wird dann oft gesagt (und so wird ausgeklammert, dass dieses "aus dem Weg gehen" dafür sorgen kann, dass diese Person noch mehr Aufmerksamkeit, Gespräch,...braucht).
      Der Andere ist der Böse. ...Das lässt vollkommen außen vor, dass man selber auch eine Verantwortung für den eigenen Energiehaushalt hat.
      Nicht der Andere ist immer der Böse, tut etwas vielleicht mit Absicht. Viel mehr sollte man doch selber auch darauf gucken, wie man mit seiner eigenen Energie haushalten kann.
    • Ja, der Begriff ist etwas... polemisch. :roll:

      Das Argument, man solle solchen Menschen zuhören, weil sie Probleme haben, verstehe ich allerdings nicht wirklich... :roll:
      Wenn ich einem "Fremden" zu therapeutischen Zwecken zuhören soll, möchte ich dann jedenfalls wenigstens auch entsprechend bezahlt werden. :lol:

      (Macht dann jetzt also 50,27 € :prof: :] )
      "Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen." ~ Blaise Pascal
    • @Darlina
      Du hast da was missverstanden.
      Bei den Energiedieben geht es nicht um Menschen, die selbst Hilfe brauchen, einsam sind oder Ähnliches.
      Es geht um manipulative Menschen, die mit ihrer besserwisserischen Art Andere besonders gerne wie komplette Vollidioten aussehen lassen.
      Denen geht's danach deutlich besser.
      In meinem Fall leider auch noch jemand mit "2 Gesichtern" und noch dazu aus der "buckligen" Verwandtschaft, so daß man dem noch nichtmal komplett aus dem Weg gehen kann.
    • Ich versuche meist nicht zu viel mit solchen Leuten/Dingen zu machen. Wenn es nicht anders geht, bechränke ich die Zeit auf das nötigste und halte die Person auf relativem Abstand.
      Inzwischen lebe ich so wie ich es möchte und habe dies auch so in meinem Umfeld kundgetan. Heist nicht, dass ich unhöfflich bin oder sonstiges. Sondern, dass ich wenn mir was nicht passt, dies auch so lebe wie ich es für richtig erdenke und nicht einfach runterschlucke (so in der Art :? ).
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)