Kommunikation mit Kleinkind misslingt immer wieder

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    • Kommunikation mit Kleinkind misslingt immer wieder

      Meine Neffen (Zwillinge) sind häufiger bei meinen Eltern zu Besuch.
      Ich wohne im Moment dort, und sehe die beiden Jungs dementsprechend dann auch. Sie sind 2 1/2 Jahre alt, einer extrovertierte, der andere deutlich introvertiert.
      Letzteres ist mir sympathischer, insgesamt fällt es mir jedoch schwer, mich
      1.daran zu gewöhnen, dass die Kinder zur Familie gehören (dass die Familie jetzt eine völlig andere ist,meiner Wahrnehmung nach),
      2.Kontakt zu Kindern herzustellen (war immer so, hat sich immer ungefähr so angefühlt),
      3.den Kontakt, den ich gern hätte,und der sich ergibt, positiv zu gestalten.
      Ich habe mir das Phänomen mit vielen verschiedenen Gründen erklärt, inklusive der Idee, dass ja immer zwei Kinder da sind, es mit einem allein aber bestimmt besser liefe.
      Heute ist der introvertierte Neffe allein zu Besuch, und es läuft fast schlechter als sonst schon.
      Zu Anfang hatte er Angst vor mir, das habe ich erkennen können. Was seine Gefühle mittlerweile im laufe des Tages sind im Kontakt mit mir, keine Ahnung; Scheu, Verwirrung, Abneigung, Erschöpfung,.. ? Es ist, als sei ich ein Alien für ihn. Das tut irgendwie weh, die Verantwortung sehe ich aber selbstverständlich vollkommen bei mir: Er ist ein Kind, hat seine Gründe, zu reagieren wie er reagiert, und ist nicht dafür zuständig, dass ich soziale Erfolgserlebnisse feiere.
      Ein bisschen tut es mir auch für ihn leid, das ist ja blöd für ihn, selbst wenn er "nur" verwirrt ist.
      Mir geht es, nachwievor ohne AS Diagnose (warte auf den Termin), hier darum, euch zu fragen, ob ihr die Situation kennt? Die merkwürdige Tante zu sein, von Kindern sozial genauso verwirrt wie von Erwachsenen zu sein, irgendwie außen vor im Zusammensein, und/oder gezwungen, einen Umgang mit neuen Familienmitgliedern zu finden?
      Kann es sein, dass der "soziale Autopilot" schon 2jährigen signalisiert, welche Menschen normal kommunizieren, und welche irgendwie anders?
      Ich denke immer, ich hätte mir eine Tante wie mich gewünscht und sie gebraucht. Aber die beiden Jungen sind ja nicht ich.
      Was andere Kinder brauchen und wollen, evtl sogar fast alle, kann ich mir nicht erschließen. Also klar: warm, satt, sauber, sozial geborgen, sicher sein.
      Mir ist es insgesamt ein Rätsel.
      Hat jemand eine Idee, eine Assoziation, eine eigene Geschichte dazu?
    • Gruen wrote:

      Kann es sein, dass der "soziale Autopilot" schon 2jährigen signalisiert, welche Menschen normal kommunizieren, und welche irgendwie anders?
      Sonst ist er ja immer mit seinem extrovertierten Bruder unterwegs, womöglich ist er jetzt verunsichert, weil er sich nicht an ihm orientieren kann und allein eben nicht so gut mit relativ Fremden klarkommt
    • HCS wrote:

      Gruen wrote:

      Kann es sein, dass der "soziale Autopilot" schon 2jährigen signalisiert, welche Menschen normal kommunizieren, und welche irgendwie anders?
      Sonst ist er ja immer mit seinem extrovertierten Bruder unterwegs, womöglich ist er jetzt verunsichert, weil er sich nicht an ihm orientieren kann und allein eben nicht so gut mit relativ Fremden klarkommt
      Ja, das habe ich auch schon kurz gedacht.
    • Liegt wohl eher an "Zwilling" , gerade wenn sie klein sind, kennen sie es gar nicht, ohne den anderen zu sein.

      Gruen wrote:

      Was andere Kinder brauchen und wollen, evtl sogar fast alle, kann ich mir nicht erschließen. Also klar: warm, satt, sauber, sozial geborgen, sicher sein.
      Außerdem ist der kleine Mensch ja auch noch "homo ludens" , der spielende Mensch ;)

      Um mit Kindern in Kontakt zu kommen, spiele ich also am liebsten etwas .

      Auch gerne Fingerspiele - , man braucht keine Hilfsmittel ,denn die Finger hat jeder dabei. Kinder finden das interessant , weil heutzutage kennt keiner so was , familie.de/kind/die-schoensten-fingerspiele-511398.html

      oder hier hallo-eltern.de/kind/kinderspiele/
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Ich kann mit Kindern nicht reden. Aber ich lächle dann wenigstens, wenn ich schon nichts sage. Deshalb hatte ich nie den Eindruck, dass Kinder mich nicht mögen, nur komme ich halt darüber hinaus nicht in Kontakt mit ihnen.
      Lächelst du?
      Als ich selbst Kind war, habe ich darauf sehr stark reagiert. Wenn jemand nett zu mir war, bin ich richtig aufgetaut.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich lächle, oder wenigstens versuche ich es. Ob das Gesicht sich nur anfühlt wie eine Grimasse, oder auch ein bisschen so aussieht, weiß ich nicht.
      Reden geht - nur scheint es seltsam zu wirken. Ich versuche, immer ehrlich zu sein, in kindgerechter Weise. Die Blicke darauf sind allerdings irritiert. Spielen geht nicht, da ist eine innere Schranke. Malen ginge, sie weinen aber, wenn ich den Stift in die Hand nehme (ihre Mutter, Großmutter und Großvater dürfen mit malen). Duplo ist so grausam wie Kinderbücher: immer Autos, Züge, Müllabfuhr, bla. Wenn ich Tiere und Pflanzen und ihre Beziehungen zueinander in Geschichten fasse (so spontane Ideen, als sei ich selbst eher 5 Jahre alt, oder auch 7), hören sie mir nicht mehr zu.
      Ich glaube, ich reagiere nicht erwachsen, oder zumindest nicht fähig, meine eigenen Vorstellungen zugunsten der konkreten Kinder beiseite zu lassen. Dann langweile ich mich sofort, werde aggressiv (innerlich), und will sofort weg.
    • @Shenya ja, so ging es mir auch. Sofern dieser jemand vertrauenswert war, und mich ernst genommen hat. Kommen Kinder auf dich zu und wollen spielen? Falls ja, was machst du dann? Und kriegst du schräge Kommentare oder Blicke der Eltern, wenn du "nur" lächelst?
    • Gruen wrote:

      Kommen Kinder auf dich zu und wollen spielen? Falls ja, was machst du dann? Und kriegst du schräge Kommentare oder Blicke der Eltern, wenn du "nur" lächelst?
      Ich habe zum Glück nur wenig direkt mit Kindern zu tun. Einmal war ein Kollege mit seinen Kindern zu Besuch da, und die wollten schon gern was spielen. Ich habe mich dazu durchgerungen ein Brettspiel aus der Spielesammlung zu machen. Das ging dann, ich war aber froh, als ich es überstanden hatte.
      Ansonsten gibt es noch meine Neffen und eine Nichte, und die sind selber zurückhaltend, d.h. es kam nicht zu längeren Spielen oder Gesprächen. Inzwischen sind sie älter, aber jetzt plötzlich längere Gespräche anzufangen, wäre seltsam, nachdem ich jahrelang nie was mit ihnen gemacht habe. Die kennen mich wahrscheinlich wirklich nur als die eher unnahbare Tante. Aber Angst hatten sie zumindest nie vor mir.
      Mit Eltern habe ich daher auch wenig zu tun. Ich denke, meine Schwester war schon ein wenig unzufrieden, wie ich mich da als Tante verhalten habe, aber gesagt hat sie nie was. Meine Familie weiß halt, wie ich bin, die wundern sich darüber nicht mehr groß.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Gruen wrote:

      @Rhianonn (nicht wertende, aus Neugier und ein wenig Neid gestellt Frage) kommst du dir bei den Fingerspielen, und vor allem den dazugehörenden Sprüchen/Reimen/... gar nicht doof vor? Konntest/mochtest du das als Kind selbst auch?
      Ich bin gelernte Grundschullehrerin und habe theoretische Grundlagen. Daher fällt es mir leichter, Spiele als frühkindliche Förderung zu sehen.
      Ich mochte solche Spiele als Kind - besonders weil sie regelhaft sind und sich wiederholen. Ich war auch so ein Gör, das "Nochmal !" rief. :lol:
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • @Shenya danke für den Einblick. Meine Schwester ist wohl ziemlich unzufrieden, obwohl sie eigentlich wusste, wie ich bin. Deswegen hat sie mich auch als Patentante ausgeschlossen. Ist mir sehr recht. Ich werde mir wohl in Zukunft ein Beispiel an dir nehmen, mir selbst treu sein, und die Idee, wie ich sein sollte, loslassen. Ich bin nunmal ich, egal wie Kinder darauf reagieren - im freundlichen Rahmen selbstverständlich.
    • Rhianonn wrote:

      Gruen wrote:

      @Rhianonn (nicht wertende, aus Neugier und ein wenig Neid gestellt Frage) kommst du dir bei den Fingerspielen, und vor allem den dazugehörenden Sprüchen/Reimen/... gar nicht doof vor? Konntest/mochtest du das als Kind selbst auch?
      Ich bin gelernte Grundschullehrerin und habe theoretische Grundlagen. Daher fällt es mir leichter, Spiele als frühkindliche Förderung zu sehen.Ich mochte solche Spiele als Kind - besonders weil sie regelhaft sind und sich wiederholen. Ich war auch so ein Gör, das "Nochmal !" rief. :lol:
      Aaahhh! ;) das erklärt es gut.
    • Und wenn du mal sowas spielst mit den Kindern? Zumindest mit dem Introvertierten?

      Fragen stellen ist auch super:
      Was ist das Lieblingsspielzeug? Kannst du mir das mal zeigen?
      Wer ist dein bester Freund? Warum?
      Was willst du machen, wenn du mal groß bist?
      ...

      Und dann jeweils warten und zuhören.

      Am besten lässt man sich Lieblingsbuch und Lieblingsspielzeug mitbringen, wenn die Kinder zu einem kommen.

      Gemeinsam singen mögen die meisten Kinder auch, am besten dazu aufstehen und Bewegungen zum Lied machen:
      Mein Hut, der hat 3 Ecken, 3 Ecken hat mein Hut.
      Alle meine Entchen.
      Hänsel und Gretel.
      Komm tanz mit mir.
      La la la la la...

      (War einige Jahre ehrenamtlich in der Kinderbetreuung in der Kirche :nod: )
    • Bei mir ist es irgendwie so, dass Kinder mich automatisch mögen, vielleicht grade weil ich so ruhig bin. Ich “spiele“ auch mit ihnen, wobei sie meistens alleine spielen und ich daneben sitze. Funktioniert erstaunlich häufig. Ich bin mittlerweile sogar Patentante
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Ich meide Kinder und gerade die Dreijährigen wie die Pest. Mein Umfeld ist informiert und akzeptiert das. Auch mache ich mir keine Vorwürfe ich müsse sozialer sein.
      Mein Rat an Gruen: Sei wie du bist ohne schlechtes Gewissen. Authentisch und ehrlich. Akzeptiere deine vermeindlichen Defizite. Kinder haben alle Entwicklungsschritte übrigens noch nicht vollbracht. Ich würde nicht denken, dass die so viel besser sind. Du weißt nicht was er denkt und empfindet.
      When nothing goes right ... go left.
    • Ihr habt gute Ideen.
      Vorlesen, (mehr) Fragen stellen (falls mir eine einfällt in der Situation).
      Singen und (dazu) tanzen finden beide großartig. Ich verlasse dann immer fluchtartig den Raum.
      Daneben sitzen klingt nett! Ich als Kind hätte das auch sehr zu schätzen gewusst an einer Erwachsenen.
    • Teddy1 wrote:

      Ich meide Kinder und gerade die Dreijährigen wie die Pest. Mein Umfeld ist informiert und akzeptiert das. Auch mache ich mir keine Vorwürfe ich müsse sozialer sein.
      Mein Rat an Gruen: Sei wie du bist ohne schlechtes Gewissen. Authentisch und ehrlich. Akzeptiere deine vermeindlichen Defizite. Kinder haben alle Entwicklungsschritte übrigens noch nicht vollbracht. Ich würde nicht denken, dass die so viel besser sind. Du weißt nicht was er denkt und empfindet.
      danke für den Rat. Was meinst du mit besser sein? Dass da Entwicklungsschritte noch ausstehen ist mir eigentlich bewusst. Bloß einzuschätzen, welche, und was das für die Interaktion bedeutet, gelingt mir nicht. Darum machen sich zumindest in meinem Umfeld allerdings kaum Erwachsene Gedanken.