Schwerbehinderung erstmals und Fragen

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    • Schwerbehinderung erstmals und Fragen

      Sehr liebe Foris,


      wie in der Betreffzeile angekündigt habe ich zum ersten Mal einen Schwerbehindertenausweis mit dem GdB 50 erhalten.
      Der Zeitraum bis zu Bewilligung der 50 GdB hat jedoch so lange gedauert, dass in der Zwischenzeit Leider, körperlich
      und seelisch neue relevante Bedingungen eingetreten sind.

      Was soll ich nun machen. Soll ich die jeweiligen Fachärzte, um einen Diagnosebericht bitten und diese dann an die

      Bearbeiterin des Versorgungsamtes um Berücksichtigung bitten?


      Ich danke euch sehr.


      Eure

      Zauberfee
    • Wichtig ist die Frage, welche Vorteile es für dich haben könnte einen höheren GdB zu haben?

      Wenn es dir hilft kannst du einreichen, dass es sich verschlechtert hat und der GdB geprüft werden soll.

      Dieser Antrag geht genauso wie der Antrag auf Feststellung des GdB. Wenn du direkt einen Arztbrief beilegst geht es schneller.
    • Bei einer Veränderung der Verhältnisse kann man einen Antrag auf Neufestellung stellen. Läuft ab wie bei dem Erstantrag.

      Man sollte sich das aber gut überlegen, ob man 1.) überhaupt einen höheren GdB bekommen kann und 2.) ob man den braucht. Denn ein Änderungsantrag kann auch nach hinten losgehen und man verliert den bisherigen GdB. Selbst wenn der Gesamt-GdB bestehen bleibt, können Senkungen von Einzel-GdB relevant sein, z.B. bei bestimmten Beweisregeln oder wenn der neue Einzel-GdB nur vorrübergehend ist. Also wenn du z.B. 50 für Autismus hast und der auf 40 wird "Korrigiert" und dazu eine erhöhende Depression berücksichtigt, dann hast du zwar weiterhin 50, aber einmal nicht wegen dem Autismus alleine und wenn die Depression geheilt ist und wieder rausfällt, dann hast du nur noch 40.
    • Auf die Gefahr hin, dass es in jedem Bundesland anders gehandhabt wird:
      Du stellst normal einen Antrag und gibst die Adressen der Ärzte an. Das Amt schreibt diese an und holt sich dann die Unterlagen bei denen. Dazu würde ich die Ärzte über die neue Antragsstellung informieren und ggf. denen schriftlich einen Bericht zu deinen Beschwerden im Alltag geben, um die Ärzte zu unterstützen, damit die wissen was sie schreiben könnten und dich besser verstehen.
      When nothing goes right ... go left.
    • Ich kann mir vorstellen, dass das Risiko, dass der GdB bei dir aufgrund der Einreichung neuer Befunde herabgesetzt wird, gering ist, da dierser ja gerade erst festgestellt wurde. Die Frage, die ich mir stellen würde ist, ob du von einem höhrern Gdb profitieren kannst. Wenn ja, dann würde ich es denke ich auch so machen und die neuen Befunde nachreichen mit der Bitte diese ebenfalls zu berücksichtigen. Zu dem formellen Weg könntest du die Sachberarbeiterin kontaktieren und fragen, wie du nun vorgehen solltest.

    • Es ist natürlich immer mit einem Risiko verbunden, denn es kann passieren das irgendeine Diagnose runtergestuft wird, wie schon vor mir jemand geschrieben hat. Du solltest dich fragen, was es dir bringt wenn du
      einen höheren GdB hättest. Brauchst du das überhaupt? Oder du gehst das Risiko ein und lässt es drauf ankommen.
    • Gluon wrote:

      Zu dem formellen Weg könntest du die Sachberarbeiterin kontaktieren und fragen, wie du nun vorgehen solltest.
      Das kann man wirklich machen!

      Die Behörde ist verpflichtet, dich zu beraten. Ob sie dieser Pflicht nachkommt, weiß man natürlich vorher nicht....und auch nicht, wie sie dieser Verpflichtung nachkommt.

      An deiner Stelle würde ich mir erst mal ansehen, wie dein GdB 50 zustande gekommen ist.
      Dazu benötigst du eine Kopie der maßgeblichen ärztlichen Stellungnahme und/oder Akteneinsicht (vor Ort). Beides kannst du beantragen.

      Und dann kannst du ja hier wieder nachfragen ....oder du entscheidest dich "freihändig".
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • MangoMambo wrote:

      Es steht dran, wie lange der gilt.

      Normalerweise erstmal 5 Jahre, er kann aber auch unbefristet erteilt werden.
      Das gilt für den Ausweis.

      Der GdB gilt solange, bis er geändert wird.
      Dafür gibt es drei Möglichkeiten:
      1. Es stellt sich heraus, dass er falsch festgesetzt wurde z.B. eine veraltete Version der VersmedV wurde verwendet.
      2. Es ändert sich rechtlich etwas z.B. eine neue VersmedV.
      3. Es ändert sich die Sachlage, z.B. kommt eine zusätzliche Behinderung dazu.
      Bei manchen Behinderungen (z.B. Krebs) gibt es eine Heilungsbewährung, nach der wird neu geprüft. Das steht dann von vornherein fest, ist aber nur ein Unterfall von 3.
    • Capricorn wrote:

      Normalerweise gibt es auf Verdachtsdiagnosen hin gar nix!
      Es gibt doch auch Leute die einen Antrag stellen ohne Diagnosen zu haben, aber trotzdem Einschränkungen.
      Die soll man ja angeben. So weit ich das verstanden habe ist es möglich aber durch Bestätigung von Ärzten (müssen das immer Diagnosen mit Schlüsseln sein oder reicht da auch ein einfacher Bericht vom Hausarzt?) das die Bearbeiter das dann anerkennen?
      ZB wenn ich wegen dem AS Hautexeme regelmäßig bekomme und ein geschwächtes Immunsystem habe und schneller krank werde (Erkältung usw) und das mein Psychiater der die Diagnose AS gestellt hat beschreiben würde (auch wenn er kein Dermatologe ist), würden die SBs beim Amt das dann als Einschränkung ansehen oder würden die verlangen wenn man auch zu einem Dermatologen geht der dann sagt "Ja Sie haben Hautexeme, die könnten von zu viel Stress kommen weil sie AS haben..."?
    • Capricorn wrote:

      Zauberfee7282 wrote:

      ....dass in diesen 50 gdb noch gar nicht der Autismus Verdacht drin ist.
      Normalerweise gibt es auf Verdachtsdiagnosen hin gar nix!
      Die Erteilung eines GdB beruht meines Wissens nach überhaupt nicht auf Diagnosen, sondern auf Einschränkungen, die man hat. Ob die Einschränkungen auf gesicherte Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen oder überhaupt Diagnosen zurückgeführt werden müssen, weiß ich gar nicht. Weiß das jemand?
    • Hallo liebe Foris,

      ich danke euch sehr für eure rege Anteilnahme an diesem Thread. So viele Fragen entstehen dabei. Nun auf meinem Ausweis
      steht dieser sei bis zum September 2021 gültig. Ich möchte auch nicht so rüber kommen, als würde ich krampfhaft danach trachten, viele Diagnosen zu sammeln und damit etwas zu erreichen. Bei mir liegt schon seit Geburt an eine Vielzahl an Einschränkungen vor, nur wurden diese von meinem Umfeld verdrängt. (Ich bin nicht mehr böse mit Ihnen)- Im beruflichen Bereich bin ich oft gescheitert und dies ist auch der Bereich der mich aus der Bahn geworfen hat.

      Wenn ich das richtig verstehe geht es darum zu belegen, am besten fachärztlich geprüft welche Einschränkungen durch eine
      Erkrankung vorliegen?

      Diagnosen können ja auch Fehlern unterliegen?

      Ich sende herzliche Grüße

      die Fee
    • Zauberfee7282 wrote:

      Wenn ich das richtig verstehe geht es darum zu belegen, am besten fachärztlich geprüft welche Einschränkungen durch eine
      Erkrankung vorliegen?
      Genau das ! Ärztlich oder fachärztlich bestätigte Diagnosen und dann die dadurch verursachten Einschränkungen, körperlicher, seelischer oder sozialmedizinischer Art.



      Weil einzelne Symptome oft zu Einschränkungen führen und manchmal Symptome zu verschiedenen Erkrankungen "gehören" können, muss die zugrunde liegende Diagnose schon klar sein. Sonst könnte es z.B. Doppel-Bewertungen geben.
      Also nochmal: So lange ein Arzt "Verdacht auf..." schreibt, zählt die dadurch verursachte Einschränkung noch nicht für die Gesamt-GdB-Bildung.

      FruchtigBunt wrote:

      Ob die Einschränkungen auf gesicherte Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen oder überhaupt Diagnosen zurückgeführt werden müssen, weiß ich gar nicht. Weiß das jemand?
      Ja, ich weiß das, FruchtiBunt. Sonst hätte ich es ja nicht geschrieben. Darüber hinaus: Die Ämter betreiben keine eigenständige Diagnostik-Abteilung.
      Du kannst also beispielsweise einen Antrag ohne bereits festgestellte Leiden stellen, aber dann kommt nicht viel dabei heraus!

      Dass, was die dort tätigen Ärzte aber können sollen, ist folgendes: Sie sollen die sozialmedizinisch bedeutsame Teilhabeeinschränkung beurteilen können.

      Aus meiner Sicht sollten deshalb die Eigen-Berichte und die Familienberichte zu tief greifenden Teilhabestörungen viel größere Beachtung erfahren. Denn wie will man die Einschränkungen bei z.B. Aspergersyndrom sonst beurteilen?
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Zauberfee7282 wrote:

      Wenn ich das richtig verstehe geht es darum zu belegen, am besten fachärztlich geprüft welche Einschränkungen durch eine
      Erkrankung vorliegen?
      Genau das ! Ärztlich oder fachärztlich bestätigte Diagnosen und dann die dadurch verursachten Einschränkungen, körperlicher, seelischer oder sozialmedizinischer Art.


      Weil einzelne Symptome oft zu Einschränkungen führen und manchmal Symptome zu verschiedenen Erkrankungen "gehören" können, muss die zugrunde liegende Diagnose schon klar sein. Sonst könnte es z.B. Doppel-Bewertungen geben.
      Also nochmal: So lange ein Arzt "Verdacht auf..." schreibt, zählt die dadurch verursachte Einschränkung noch nicht für die Gesamt-GdB-Bildung.

      FruchtigBunt wrote:

      Ob die Einschränkungen auf gesicherte Diagnosen oder Verdachtsdiagnosen oder überhaupt Diagnosen zurückgeführt werden müssen, weiß ich gar nicht. Weiß das jemand?
      Ja, ich weiß das, FruchtiBunt. Sonst hätte ich es ja nicht geschrieben. Darüber hinaus: Die Ämter betreiben keine eigenständige Diagnostik-Abteilung.Du kannst also beispielsweise einen Antrag ohne bereits festgestellte Leiden stellen, aber dann kommt nicht viel dabei heraus!
      Das wirkt irgendwie nicht überzeugend auf mich. Denn die einzelnen Einschränkungen sind doch unabhängig von einer Diagnose und werden in die Arten der Einschränkungen kategorisiert und nicht in die Arten der Diagnosen. Es gibt ja gerade deshalb keine Doppelbewertungen, weil nur auf die Einschränkungen geschaut wird und nicht auf die Diagnosen. Ich finde die Argumentation überhaupt nicht schlüssig.

      Oben schrieb auch jemand, dass es nicht von Diagnosen abhängig sei, sondern von den Einschränkungen, aber da steht leider auch kein Nachweis dabei.

      Na ja, mir kann es egal sein, ich habe meinen unbefristeten Ausweis, aber mich hätte es interessiert, wie es rechtlich gesehen ist. Antworten wie "ich weiß das, sonst hätte ich es nicht geschrieben" überzeugen mich nicht. Vor allem dann nicht, wenn so unscharf argumentiert wurde.