Persönlichkeitsstörungen

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    • Persönlichkeitsstörungen

      Hallo Foris,
      Zählt eigentlich Asperger Autismus zu den Persönlichkeitsstörungen?
      Es gibt ja viele Parallelen, so das auch ein Fachmann gelegentlich das Eine nicht vom Anderen unterscheiden kann.
      Zudem soll man ja Persönlichkeitsstörungen therapieren können, was bei Asperger ja wohl nicht geht.
      Gibt es hier vielleicht Mehrfachbetroffene, die mir sagen können, wie man sowas erkennt.
      Und auch unterscheidet.

      Ich habe nämlich überhaupt keine Erfahrung mit Psychologen.
    • Nein, tut es nicht.

      ASS = Austismus-Spektrum-Störung (DSM-5, ICD 11) bzw frühkindlicher/atypischer Autismus und Asperger (nach ICD 10) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. ASS ist angeboren, wohingegen Persönlichkeitsstörungen im Laufe des Lebens (meistens in der [frühen] Jugend) erworben werden.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Kayt wrote:

      Nein, tut es nicht.

      ASS = Austismus-Spektrum-Störung (DSM-5, ICD 11) bzw frühkindlicher/atypischer Autismus und Asperger (nach ICD 10) zählen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen. ASS ist angeboren, wohingegen Persönlichkeitsstörungen im Laufe des Lebens (meistens in der [frühen] Jugend) erworben werden.
      Ich denke Kayt hat es schon sehr gut erklärt.
    • Autismus ist ein angeborenes neurologisches "Problem", während PS im Laufe des Lebens erworbene psychische Krankheiten sind.

      PS kann man Behandeln und Heilen. Mit Autismus kann man umgehen lernen und lernen die Vorteile zu nutzen.
    • FruchtigBunt wrote:

      @Michel
      Hier ein Fachartikel zum Thema "Autismus als Persönlichkeitsstörung". Ich habe den Artikel selbst noch nicht gelesen. Er ist von 2018.
      Autor ist Tebartz van Elst (Spezialist für Autismus an einer Klinik in Freiburg).
      Wo? Du hast den Link vergessen.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Ich wurde erst auf "ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung" Diagnostiziert. Dies wurde dann später "umgewandelt" in eine Autismus-Spektrums-Störung.

      Mir sagten einige Psychologen, dass die Persönlichkeitsstörung ein Ausschlusskriterium für die Autismus-Spektrum-Störung sei, weil sich beide zu ähnlich in den Symptomen sind.

      Allerdings schließt das ganze nicht aus, dass man Autist mit Persönlichkeitsstörung sein kann. Persönlichkeitsstörungen entstehen ja im Verlaufe des Lebens durch diverse Situationen. Und gerade der Autismus bietet oftmals eine sehr gute Grundlage für Persönlichkeitsstörungen. So haben meiner Meinung nach sehr viele Autisten eine vermeidende Persönlichkeitsstörung, einfach weil sie in ihrem Leben sehr oft wegen dem Autismus angeeckt sind, ausgeschlossen wurden, etwas falsch verstanden haben usw. Und da ist das vermeiden all dieser schwierigen Situationen eine natürliche Reaktion.

      Aber bei einer Persönlichkeitsstörung wird glaube ich davon gesprochen, dass der betroffene eine verkehrte Selbsteinschätzung hat, und Situationen falsch einschätzt. Z.B. dass sich jemand schon vorher ausmalt, wie schlimm eine soziale Situation sein könnte (auch wenn sie es real garnicht ist) und sie deshalb vermeidet. Bei einem Autisten ist es anders, denn für ihn ist die Situation ganz real so schlimm, wie er sie sich auch vorstellt.

      Es ist also ein schwieriges Thema. Aber auch meine Psychologin meinte, dass natürlich auch Autisten Persönlichkeitsstörungen entwickeln, wie alle anderen Menschen auch. Trotzdem muss man es in der Diagnostik trennen, da sonst der Verdacht auf eine Fehldiagnose zu hoch ist. Würde in meiner Diagnose z.B. stehen, dass ich eine Autismus-Spektrum-Störung habe mit ängstlich- vermeidender Persönlichkeitsstörung, so könnte man in Zukunft die Autismus-Diagnose immer wieder in Zweifel ziehen, da es ja vielleicht doch nur Symptome der Persönlichkeitsstörung sind.

      Ich bin sogar der Meinung, dass Autisten garkeine Psychischen Störungen haben, und alle Probleme erst durch die Inkompatibilität mit den anderen entstehen, und daraus Persönlichkeitsstörungen wachsen aufgrund der eigenen Andersartigkeit, die man versucht zu kompensieren. Seit meiner Diagnose und seit ich mich sehr stark von dem Kompensieren distanziere, ist auch meine vermeidende Persönlichkeitsstörung stark zurück gegangen.
    • Dennis82HH wrote:

      Würde in meiner Diagnose z.B. stehen, dass ich eine Autismus-Spektrum-Störung habe mit ängstlich- vermeidender Persönlichkeitsstörung, so könnte man in Zukunft die Autismus-Diagnose immer wieder in Zweifel ziehen, da es ja vielleicht doch nur Symptome der Persönlichkeitsstörung sind.
      Im Fazit ist das ja so, dass man es nicht zusammen diagnostizieren sollte, da es sonst aufgrund unreflektierter Behandler, die fehlerhafte Informationen haben, dazu kommen könnte, dass eine der Diagnosen angezweifelt würde. :shake: Mir geht einfach nicht in den Kopf, wieso sich die Welt an dem ausrichtet, was sogar faktisch falsch ist. :roll: Im Prinzip weiß man ja, dass es Autist und obendrauf noch eine PS gibt, aber man diagnostiziert es nicht, weil man sonst damit Behandler verwirren könnte, die glauben könnten, dass es das nicht geben darf oder es nur jemand falsch diagnostiziert hat, der beide Diagnosen nicht auseinanderhalten konnte. :shake: Halten die Behandler eigentlich so wenig voneinander, dass man deswegen in Kauf nimmt, die Patienten fehlerhaft zu diagnostizieren? :roll:
    • Autismus ist für mich eine körperliche Behinderung. Autisten werden mit einer gesunden Psyche geboren und können jede psychische Krankheit bekommen, ist meine Ansicht. Fehldiagnosen bzw. Spätdiagnosen sind fatal. Ich meine man kann schon sehr gut und leicht unterscheiden zwischen ängstlich vermeidend und Autismus. Denke viele Therapeuten sind oberflächlich, ggf. auch aus Zeitmangel.
      Wenn ein Autist vermeidet hat er dann eine vermeidende PS? Ich vermeide bewusst und gerne Dinge die mir nicht gut tun und es geht mir sehr gut damit.
      When nothing goes right ... go left.
    • Also so gesehen beinhaltet Asperger die Syptomatik von mehreren Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. von der Shizophrenie, shizoide Persönlichkeitsstörung, der sozialen Phobie usw.

      Die Persönlichkeitsstörungen können anhand einem Diagnosekriterium ausgeschlossen werden. Ich weiss nur grad nicht mehr welches.
    • FruchtigBunt wrote:

      Vulkan wrote:

      Stimmt, der Link fehlt.
      Oh, Mist, sorry. Ich hoffe, ich kann den Artikel wieder finden.
      Hier ist er: elibrary.klett-cotta.de/article/99.120110/ptt-22-1-34
      16 € sind mir dann doch zuviel x_X
      Hatte nicht damit gerechnet, dass das was kostet.

      Wenn ich die Kurzbeschreibung aber richtig deute geht es darin um „broader autism phenotype“, also die die keine Autismusdiagnose bekommen aber trotzdem Einschränkungen haben.
      Das kann ich mir auch gut vorstellen, dass das eine PS ist.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • AspiIT wrote:

      Also so gesehen beinhaltet Asperger die Syptomatik von mehreren Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. von der Shizophrenie, shizoide Persönlichkeitsstörung, der sozialen Phobie usw.

      Die Persönlichkeitsstörungen können anhand einem Diagnosekriterium ausgeschlossen werden. Ich weiss nur grad nicht mehr welches.
      Ja, aber wenn sich doch die soziale Phobie WEGEN dem Asperger entwickelt hat, dann ist es von der Symptomatik vielleicht im Asperger enthalten, aber de facto ist es doch eine eigene Erkrankung und gehört NEBEN dem Asperger diagnostiziert. Egal, ob nun die Symptome im Asperger enthalten sind oder nicht. Es kommt doch drauf an, wie das entstanden ist. Und wenn man (wie so viele) immer darauf rumreitet, dass Asperger angeboren ist, dann darf man doch im Asperger keine Symptome einschließen, die überhaupt nicht angeboren sind, sondern vielmehr Folge einer anderen Sache). Deshalb macht eine Differentialdiagnostik doch an der Stelle überhaupt keinen Sinn. :?
    • @FruchtigBunt

      ICD 10 soziale Phobie:


      https://www.icd-code.de/suche/icd/code/F40.-.html?sp=Sf40.1 wrote:

      Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden. Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.


      Ein Asperger Autist, der zurückgezogen lebt kann den Eindruck erwecken, dass er eine soziale Phobie hat. Mit den Diagnosekriterien für Asperger und der autismusspezifischen Symptomatik ist die soziale Phobie sehr schnell ausgeschlossen.

      Ich lebe auch zurückgezogen und habe keine soziale Phobie, weil ich ein starkes Selbstbewusstsein und Selbstwergefühl habe. Weiterhin habe ich auch keine Angst vor Kritik. Bei Kritik, kommt mal was zurück. Ich erröte nicht, Hände zittern hatte ich auch schon immer und mir wird auch nicht übel, wenn ich mal draussen bin.

      Hier noch ein Link zur Asperger Diagnose bei Erwachsenen: aerzteblatt.de/archiv/148614/D…droms-im-Erwachsenenalter

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    • Parkinson habe ich keinen. Ich zittere jetzt nicht durchgehend, aber das hatte ich mit 16 auch schon.
      Da war der Umgang mit dem Lötkolben und gescheite Lötstellen auf der Platine noch problematisch. Mein Lehrer hatte mir dann gesagt, ich solle mal im Takt zittern und er hat Recht gehabt. :)