Dominierendes Verhalten

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    • Dominierendes Verhalten

      Ich habe gelernt nach dem Kiesler Kreis es gibt dominant-feindliches, dominant-offenes, und dominant-freundliches Verhalten.
      Autisten sagt man generell ein dominierendes und egozentrisches Verhalten nach.
      Ich nehme mein dominantes Verhalten meist nur wahr durch die Reaktion von anderen. Ich frage mich bzw. euch wie ich die Wahrnehmung diesbezüglich verbessern könnte? Ich denke dazu müsste ich mir erstmal klarmachen was alles dominierendes Verhalten ist das negativ bei anderen ankommt.
      Es geht los mit dem Tonfall. Den nehme ich oft nicht wahr. Ich bräuchte jemanden der mir meine Stimmung wiederspiegelt bzw. mir das sagt.
      Erst wenn ich das wahrnehme kann ich handeln. Leuten mit denen ich im Alltag zu tun habe kann ich nur sagen sie sollen mich darauf hinweisen. Nun haben nicht alle Menschen die Müße mein Problem verstehen zu wollen. Wie kann ich selbst die Wahrnehmung dafür verbessern? Wie geht ihr mit eurem dominierenden Verhalten um?
      When nothing goes right ... go left.
    • Ich weiß, daß ich dominant bin. (Ich bin wohl ein "dominant-freundlicher"...)

      Es ist ein bewußter Akt. Damit halte ich die Situation für mich berechenbar. Mir geht es nicht darum, recht zu bekommen, sondern einfach den Input in Ruhe verarbeiten zu können.

      Teddy1 wrote:

      Ich frage mich bzw. euch wie ich die Wahrnehmung diesbezüglich verbessern könnte?

      Sei bewußt freundlich :)

      Lächeln hilft ungemein, die Leute fangen dann auf einmal das Grüßen an :nod:

      Freundliche Grüße

      infla
    • Ich werde dominierend, wenn mir die Struktur fehlt, weil dadurch entstehen negative Gefühle. Da dann bewusst freundlich gegenzusteuern ist ein riesiger Kraftakt. Ich kann mich schlecht anpassen und brauche meine Struktur und Ordnung. Mir ist nicht klar inwieweit mir da bewusste Freundlichkeit hilft.
      When nothing goes right ... go left.

      The post was edited 1 time, last by Teddy1 ().

    • Du musst nicht einmal richtig freundlich sein, das Lächeln genügt um das Gegenüber zu "besänftigen".
      Wann immer ich ein Lächeln erkenne, versuche ich es zu erwiedern, oder schon vorher daran zu denken ein freundliches Gesicht zu machen.
      Das habe ich von meinem kleinsten Sohn gelernt, der erkannte das nämlich schon als Säugling und reagiert entsprechend darauf - im Gegensatz zu meinem Großen, wir machen das auf einer anderen Basis und wissen trotzdem wie wir drauf sind :)

      Edit: das mit dem Lächeln und NT ist wie bei Hunden - die erkennen auch schon aus der Ferne wie der andere drauf ist, noch lange bevor sie sich am Hintern beschnuppern

      The post was edited 1 time, last by Hutmacher ().

    • Hutmacher wrote:

      Edit: das mit dem Lächeln und NT ist wie bei Hunden - die erkennen auch schon aus der Ferne wie der andere drauf ist, noch lange bevor sie sich am Hintern beschnuppern
      Eben. Und sie erkennen auch ein falsches (aufgesetztes) Lächeln, jedenfalls, wenn die Augen nicht mitlächeln.
    • Würde ich so nicht bestätigen bei Hunden. Vielen sieht man die Mimik nicht so gut an. zB die langen Hängeohren bei Pudeln, da sieht man die Ohrstellung kaum und sie verdecken zum Teil einen Bereich des Kopfes. Oder die Möpse, die schon durch ihre Nasenfalte und ihre Atemgeräusche einen agressiven Eindruck machen.
      Und auch wenn sie einander freundlich gesinnt sind, bzw eine entspannte Mimik hatten kann sich das äbdern (zB eben weil si den Geruch des andern nicht mögen).
      Ich denke auch Hunde lassen sich täuschen wenn es nicht ehrlich gemeint ist, kommt halt auf die Umsetzung an.

      Ist mit dominant einfach das überwiegende Verhalten gemeint? Also das Verhalten ist dominant und nicht die Person
    • Ich habe noch gar nie gehört, dass Autisten dominant sein sollen, und glaube es auch nicht. So pauschal kann man das auf keinen Fall sagen.

      Vielleicht kann das Verhalten manchmal so wirken, weil Autisten stärker auf die Erfüllung ihrer Bedürfnisse achten müssen, erstens weil ihre Bedürfnisse oft außerhalb der Norm sind und daher nicht erkannt und nicht akzeptiert werden, und zweitens, weil die Nichterfüllung schneller in eine (teils existenzielle) Krise führt.

      Möglicherweise stammt diese Aussage auch von einem NA, der wieder mal nichts verstanden hat? Der Verhalten fehlinterpretiert?

      Ich selbst halte mich nicht für sonderlich dominant. Wenn es darum geht, was in einer Gruppe gemacht werden soll, ordne ich mich unter, ich traue mich meistens nicht mal zu sagen, was ich gern tun möchte, weshalb ich schon explizit aufgefordert worden bin, doch zu sagen, was ich will. In Diskussionen sage ich meine Meinung, aber sobald es ungemütlich wird, bin ich dann weg.

      Dominant kann ich vielleicht wirken, wenn ich z.B. bestimmte Musikrichtungen nicht aushalten kann und darauf bestehe, dass das Radio ausgemacht wird. Aber das ist eben, weil ich das wirklich nicht aushalten kann, und nicht, weil ich andere dominieren will.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich geht nicht darum dominant zu sein, es geht um Anpassungsschwierigkeiten an andere Systeme. Dass in einem Autistenforum das nicht bekannt ist verwundert mich. Ich glaube dazu steht z.B. in dem Buch von Tony Attwood etwas. Aber egal, wenn niemand ebenfalls dieses Thema hat, kann ich das ohne weiteres akzeptieren.
      Zwischen dominant und dominierend ist ein Unterschied. Den kann ich aber selbst nicht so gut erklären und auch nicht gut bei mir unterscheiden.
      Ich denke auch, dass viele andere Autisten sich ihrer dominierenden Art nicht bewusst sind. Ich war es lange Zeit auch nicht, wunderte mich über negatives Feedback, bis ich dann endlich an den richtigen Therapeuten gelangte.
      When nothing goes right ... go left.

      The post was edited 1 time, last by Teddy1 ().

    • Teddy1 wrote:

      Ich glaube dazu steht z.B. in dem Buch von Tony Attwood etwas.
      Attwood hat sich ja vorrangig mit Kindern beschäftigt. Von Kindern habe ich das auch mal mitbekommen, dass Kinder mit Autismus im Spiel gerne das Spiel bestimmen wollen, weil sie sich nicht so gut auf die Ideen des anderen Kindes einlassen können.

      Im Zusammenhang mit Erwachsenen kenne ich die Aussage aber nicht.


      Teddy1 wrote:

      Zwischen dominant und dominierend ist ein Unterschied.
      Vielleicht weil dominierend wie dominant wirken kann, aber andere Absichten oder Gründe dahinter stecken?
      Dominant sein: der Wille über andere zu bestimmen
      Dominierend sein: alle möglichen Gründe, Verhalten wirkt bestimmend, kann aber aus Selbstschutz so sein, oder aus Angst, oder aus Unfähigkeit usw.
      Ich finde es dann aber ehrlich gesagt falsch, es dominierend zu nennen, weil das missverständlich ist und ein schlechtes Bild auf Autisten wirft. Soll man doch lieber gleich das zutreffende Motiv im Einzelfall sagen, damit auch gleich verständlich wird, was dahinter steckt.

      Beispiel: wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin, bestimme ich das Fernsehprogramm, weil ich die emotionalen Schnulzen, die sie sich immer anschauen will, mit hölzernen Schauspielern und dummen Dialogen, wirklich nicht ertragen kann. Das fügt mir seelische Schmerzen zu. Ihr dagegen tut es nicht sehr weh, mit mir auch mal eine Dokumentation anzusehen. Ich suche ihr zuliebe auch Dokus aus, die sie selber mag, z.B. über Gartengestaltung. Ich nehme also durchaus Rücksicht auch auf ihre Wünsche. Ich mute ihr keine Sci-Fi-Serie zu, die sie schrecklich findet.
      Für sie wirkt es vielleicht trotzdem so, als wäre ich dominant, aber es hat ganz andere Gründe.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Du verstehst was ich meine.
      Mir geht es nicht anders als den Kindern die Attwood beschrieb. Wundert mich aber, dass diese Entwicklungsstörung sich legen sollte. Also ich habe sie immer noch und glaube ich werde mich diesbezüglich auch nur noch bescheiden weiterentwickeln können.
      Ja vielleicht sollte ich statt dominierend bestimmend sagen. Im Kiesler Kreis wird dominant mit selbstbewusst übersetzt und ist nicht negativ behaftet. Nur dominant-feindselig ist negativ.
      Ich muss planen können. Einen Tagesablauf z.B.. Kommen von der anderen Person nur wischiwaschi Antworten zu Terminen und Ablauf, werde ich bestimmend und lege das fest, weil ich die Struktur und den Plan brauche. Auch merke ich wie ich anderen mein Ordnungverständnis aufdränge.
      Ich merke gerade wie ich wieder erwartet habe, das andere wissen wovon ich rede, wobei wir bei der nächsten Entwicklungsstörung wären.
      When nothing goes right ... go left.
    • Wenn ich im Sinne von Shenyas Beschreibung dominiere, weil ich das andere nicht ertrage...fühle ich mich nicht unbedingt selbstbewusst. Es ist ja eher mit Nothintergrund, d.h. ich brauche es.

      Hm...Das kann aber auch im Trivialeren sein :roll: ..
      Wenn ich zb mit jemanden eine Wohnung einrichte. ..und er möchte in gemeinsamen Räumen den röhrenden Hirsch als Bild aufhängen. ..Bin ich schon recht unnachgiebig. Da habe ich echt Probleme, auch wenn es nur den visuellen Geschmack angeht. :oops:
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)

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    • Shenya wrote:




      Vielleicht weil dominierend wie dominant wirken kann, aber andere Absichten oder Gründe dahinter stecken?Dominant sein: der Wille über andere zu bestimmen
      Dominierend sein: alle möglichen Gründe, Verhalten wirkt bestimmend, kann aber aus Selbstschutz so sein, oder aus Angst, oder aus Unfähigkeit usw.
      Ich finde es dann aber ehrlich gesagt falsch, es dominierend zu nennen, weil das missverständlich ist und ein schlechtes Bild auf Autisten wirft. Soll man doch lieber gleich das zutreffende Motiv im Einzelfall sagen, damit auch gleich verständlich wird, was dahinter steckt.

      Ich finde das Verhalten von Autisten könnte man vielleicht am ehesten mit dem 'dominanten Spielverhalten' vergleichen wo eine Entscheidung getroffen wird unabhängig davon, wie der andere reagieren wird (diese Komponente wird ausgeklammert/ignoriert). Es geht ja in erster Linie um die eigenen Grenzen und Bedürfnisse und nicht darum einen anderen zu dominieren. Was meinst Du?
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • Was mich angeht: ich habe überhaupt nicht den Willen, über andere zu bestimmen. Ich ordne mich häufig unter. Aber dann, wenn ich etwas wirklich nicht aushalten kann, dann muss ich mich ja schützen, alles andere wäre noch selbstschädigender als ich mich eh schon verhalte. Aus sowas resultiert dann z.B. selbstverletzendes Verhalten, wenn man ständig seine Grenzen ignoriert und Dinge aushält, die man eigentlich nicht aushalten kann. Da finde ich es falsch, es dominant oder dominierend zu nennen.

      Beim Spiel der Kinder mit Autismus denke ich, dass das Kind mit Autismus nicht gut die Spielideen von anderen aufgreifen kann, weil ein Kind mit Autismus sowieso von Natur aus eher allein spielt, und weil seine Spielideen, seine Erlebniswelt anders ist als die der anderen. Wenn ein nichtautistisches Kind mit einem Alien spielen müsste, würde es die Spielideen des Aliens vielleicht auch nicht immer verstehen, wenn diese völlig anders wären als die eigenen. Zum Beispiel hat das Kind mit Autismus Interesse an funktionellen Abläufen, es will die Räder drehen und sehen wie sich etwas bewegt. Das nichtautistische Kind dagegen will sich irgendwelche Geschichten ausdenken, und das autistische Kind versteht gar nicht, was das soll. Es kann sich dann entweder zurückziehen oder sein eigenes Ding durchziehen, oder es versucht, sich im Lauf der Jahre anzupassen. Aber hier muss sich das Kind mit Autismus die ganze Zeit an andere anpassen, während die anderen Kinder die Erfahrung machen, dass die meisten anderen Kinder so sind wie sie selbst. Sie müssen sich also viel weniger anpassen.

      Und dann kommen Leute und machen dem Kind Vorwürfe, es wäre dominierend. Das finde ich ziemlich kurzsichtig und zeugt eben von Ahnungslosigkeit, weil Leute, die das sagen, nicht die Innenansicht kennen und es sich nicht vorstellen können. Also im Grunde ein Empathiedefizit der Nichtautisten.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Oh, das ist lustig!

      Im Umgang mit Anderen habe ich so ein Gerechtigkeitsempfinden und bevorzuge es, wenn jeder mal zum Zuge kommt. Das heißt, ich mag es nicht, wenn ich eine Freundin habe, die immer alles bestimmen will und wenn sich alles nur um sie dreht. Dann ziehe ich mich erfahrungsgemäß früher oder später zurück.
      In Gruppen habe ich die für mich eher traurige Erfahrung gemacht, dass ich mich auch mit aus meiner Sicht vernünftigen Vorschlägen so gut wie nie durchsetzen konnte.
      In kleineren Gruppen finde ich es auch gut, wenn man nicht nur das 5. Rad am Wagen ist, so nach dem Motto: Kannst mitmachen, aber geplant wurde schon alles vorher. So freue ich mich trotzdem, wenn an mich gedacht wurde, aber mein Wunsch wäre, dass auch meine Ideen berücksichtigt oder für gut befunden werden.
      Auch zu zweit, ob in einer Beziehung oder wenn ich mich mal mit einer Freundin treffe, finde ich es wichtig, dass es ausgewogen ist. D. h. ich mag mich nicht als dominante, alles bestimmende Person erleben, aber auch nicht komplett nur unterordnen. Es ist schön, wenn etwas gefunden wird, was beide mögen/interessant finden und wo beide Personen ihre Ideen und Vorstellungen mit einbringen können. Oder man macht mal etwas der anderen Person zuliebe mit und umgekehrt.
      Auch die Redeanteile in Gesprächen sollten möglichst ausgewogen sein, also, nicht, dass immer nur einer ständig quasselt. Ich will auch richtig zuhören und auf alles eingehen und finde es schade, wenn dann Redeanteile ins Leere verpuffen.
      Ein Freund ist jemand, bei dem du dich traust, du selbst zu sein.
      (Pam Brown)
    • Ich finde das Thema sehr interessant, vor allem, weil es bei mir direkt vor ein paar Tagen aufkam.

      Ich spiele World of Warcraft und bin dort oft im Teamspeak (TS) unterwegs. Dort treffen sich mehrere Leute täglich und spielen zusammen das Spiel, während man sich im TS über alles und nichts unterhält. Unsere Gruppe ist recht klein, wir sind drei Mädels und vier Jungs und wir kennen uns, bis auf eine Ausnahme, schon seit Jahren. Dort wurde mir vor ein paar Tagen gesagt, dass ich zusammen mit einem anderen Mädel das totale "Alphaweibchen" sei und ich bin aus allen Wolken gefallen, denn so nehme ich mich gar nicht wahr. (Es war nicht böse gemeint und derjenige wollte mich damit nicht kränken oder sowas, es war einfach nur eine Beobachtung.)

      Ich weiß nicht so recht, wie ich das deuten soll. Ich denke, ein großer Teil davon kommt, weil ich im Spiel eine der Rollen einnehme, die viel Verantwortung tragen und oft die Entscheidungen für die Gruppe übernehmen müssen. Was mir sehr leicht fällt, denn ich kenne die Reaktionen der Figuren im Spiel auswendig, kann Situationen schnell einschätzen und schnell reagieren (was ich mir sehr für das wahre Leben wünsche) und sorge oft dafür, dass die Gruppe überlebt und wir unsere Ziele erreichen. Ich frage mich nun, ob dieses Alphaweibchen nur auf die Spielsituation bezogen ist, oder ob ich generell so rüberkomme, ohne dass ich es merke.
    • Ich selbst bin mir nicht ganz sicher, wie man die Begriffe "dominierendes" bzw. "dominantes Verhalten"vom Begriff "kontrollierendes Verhalten" abgrenzen kann.

      Ich bin der Meinung, dass ich in manchen Situationen oder zu bestimmten Zeitpunkten eine sehr kontrollierende Energie habe (soweit ich weiß, sind speziell Traumatisierte immer in einer Art "hab-Acht-Stellung" und Anspannung, was diesem kontrollierenden Zustand entsprechen könnte). Es ist aber bei mir zu unterscheiden, inwieweit ich diese kontrollierende Energie auslebe. Wenn ich mich bedroht oder sogar selbst kontrolliert fühle, kippt bei mir ganz schnell ein Schalter und ich kann sehr kontrollierend auftreten. Dann wirke ich offenbar extrem unsympathisch, da ich dann sehr fordernd bin (entweder explizit oder implizit oder nur durch meine Energie) und ich mache dann wohl auch den Eindruck, dass ich dominieren möchte. In solchen Situationen habe ich durchaus das Gefühl, dass ich gerne alle unter mir unterordnen möchte und ich trete dann auch manchmal entsprechend auf. :roll: Ob das bereits dominantes bzw. dominierendes Verhalten (!) darstellt, weiß ich nicht. Denn es ist meiner Meinung nach dann mehr meine Ausstrahlung oder auch mal sehr angriffige Worte, aber ich fühle mich dabei trotzdem nicht dominant, sondern fühle mich eher so, als wäre jemand anderes zu dominant. Meine Energie fühlt sich dann eher wie eine Art Hilfsplan an, aber nicht so, als wäre ich der Despot und Herrscher, der über allen thront (nicht: trohnen will). Ich verbinde die Begriffe "dominant" eher mit Menschen, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie bereits Macht haben und bereits dominieren.

      Bevor bei mir aber dieser Schalter umkippt, wirke ich alles andere als dominant bzw. dominierend, sondern offenbar teilweise sogar unterwürfig. Vermutlich führt auch diese Fehleinschätzung bzw. Unterschätzung oft dazu, dass der Schalter bei mir umgelegt wird, weil ich mich durch eine Fehleinschätzung meiner Person schnell gekränkt fühle, vor allem wenn mir sowas wie "Schwäche" unterstellt wird.

      Von daher würde ich sagen:
      • dominant = man hat bereits Macht
      • kontrollierend = man möchte Macht
      Ich habe in meinem Alltag eher seltener das Gefühl, dass ich bereits Macht oder Stabilität habe. Und ich glaube genau deshalb ist für mich diese kontrollierende Energie so 'interessant'.
      Von daher hat "Kontrolle" für mich viel mit Instabilität zu tun. Dominanz verbinde ich mit etwas wesentlich Stabilerem. Aber vielleicht kann man Dominanz und Kontrolle auch schnell verwechseln. Vielleicht sind manche Menschen, die sehr dominant, kraftvoll und mächtig wirken, auch einfach nur kontrollierend und eigentlich sehr instabil und verängstigt. Und es mag auch sein, dass manche Menschen die kontrollierend wirken, eben sehr unsicher sind bezüglich sich selbst, aber eigentlich gar nicht das aggressive und dominante Arschloch, für das man sie hält.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Nun frage ich mich gerade wieder, wie man dieses kontrollierende Verhalten (sofern man es an den Tag legt und einen selbst das belastet) wieder ablegen könnte. :| Meiner Meinung nach hat das wieder viel mit "eigene Bedürfnisse angemessen und früh genug äußern" zu tun und "in sich selbst Stabilität finden" etc. Vielleicht braucht man dann dieses kontrollierende Verhalten nicht mehr.
      Mal angenommen, jemand vertritt die Meinung, dass Autisten dominant oder kontrollierend seien, würde es mich interessieren, ob das auch daher kommt, dass sich reine Autisten (ohne Traumafolgestörungen etc.) auch irgendwie instabil und chronisch bedroht bzw. unsicher fühlen und deshalb so auftreten oder ob es einfach an einer neurologischen Sache bzw. etwas anderem liegt.
    • Cael wrote:

      Ich spiele World of Warcraft und bin dort oft im Teamspeak (TS) unterwegs. Dort treffen sich mehrere Leute täglich und spielen zusammen das Spiel, während man sich im TS über alles und nichts unterhält. Unsere Gruppe ist recht klein, wir sind drei Mädels und vier Jungs und wir kennen uns, bis auf eine Ausnahme, schon seit Jahren. Dort wurde mir vor ein paar Tagen gesagt, dass ich zusammen mit einem anderen Mädel das totale "Alphaweibchen" sei und ich bin aus allen Wolken gefallen, denn so nehme ich mich gar nicht wahr. (Es war nicht böse gemeint und derjenige wollte mich damit nicht kränken oder sowas, es war einfach nur eine Beobachtung.)
      Oh das ist interessant, die selbe Erfahrung habe ich jetzt auch gemacht. Ebenfalls im TS bei WoW. Dabei schätze ich mich selbst eher als ruhig, introvertiert und zurückhaltend ein. Wenn ich mich sicher fühle, kann ich zwar auch mal aus mit herauskommen aber als bestimmend oder dominant würde ich mein Verhalten bzw. meine Absichten nicht einordnen. Anscheinend kommt meine Art bei vielen aber etwas anders an.