Leistungsgesellschaft, Ellenbogenmentalität, Wettbewerb und Sabotage...

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    • Leistungsgesellschaft, Ellenbogenmentalität, Wettbewerb und Sabotage...

      Folgendes finde ich ausgesprochen ätzend: Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen Wettbewerb und die Grundideen einer Leistungsgesellschaft. Wenn's denn so wäre, dass es die reine Leistung wär, die zählt. Die Realität sieht - meines Erachtens meistens - anders aus. In vielen kompetitiven Umfeldern - beginnend mit der weiterführenden Regelschule, über das (Promotions-) Studium bis hin ins Berufsleben - wird aus meiner Sicht häufig erheblich mehr Energie in die gegenseitige Sabotage und merkwürdige Mind Games investiert, als in die (im besten Falle in Zusammenarbeit gelindende) produktive Leistung.

      Das ist etwas, was ich - wirklich - nicht nachvollziehen kann, und das ich offen gesagt richtig verachte. Weshalb so viele Menschen es offenbar nicht aushalten können, dass es andere gibt, die etwas besser können o.ä., ist für mich ein Rätsel. Echt.
    • hellobird wrote:

      Das ist etwas, was ich - wirklich - nicht nachvollziehen kann, und das ich offen gesagt richtig verachte. Weshalb so viele Menschen es offenbar nicht aushalten können, dass es andere gibt, die etwas besser können o.ä., ist für mich ein Rätsel. Echt.
      Was das fachliche angeht, gibt es immer irgendwo jemand, der besser ist. Und wenn dieser jemand noch im gleichen Team ist, um so besser. Lernen kann man dabei dann ja auch noch etwas.

      Kollegen statt Konkurenz sollte es sein.
    • Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann:

      Es ist problematisch, wenn ein Untergebener mehr weiß als der Chef eines Unternehmens.

      Eine Zeit lang funktioniert das ganz gut (da ja beide vom Erfolg profitieren). Langsam schleicht sich das Gefühl beim Chef ein, das er selber "überflüssig" werden könnte, wenn der Angestellte weiter so arbeitet. Dann folgen Erschwernisse (fast unerreichbare Ziele, schlechte Planung, dumme Kommentare) für den Angestellten. Da dieser jedoch auch das "schafft", wird er von Kunden geschätzt und vom Chef getrietzt.

      Am Ende wird der Angestellte gefeuert - wenn er nicht von selbst geht oder psychisch krank wird.
    • hellobird wrote:

      beginnend mit der weiterführenden Regelschule, über das (Promotions-) Studium bis hin ins Berufsleben - wird aus meiner Sicht häufig erheblich mehr Energie in die gegenseitige Sabotage und merkwürdige Mind Games investiert, als in die (im besten Falle in Zusammenarbeit gelindende) produktive Leistung.
      Ich kann dazu wenig aus eigener Erfahrung sagen wegen schlechtem Einschätzen von anderen, ich sehe sowas aber SEHR viel in Filmen. Ich habe keine Ahnung ob in Filmen das so realistisch dargestellt wird wie es tatsächlich im echten leben passiert.
      Dazu lebe ich vermutlich zu distanziert zu anderen um das wirklich mitzukriegen. Außer man wändig sich direkt an mich. Solche Leute stoße ich meist direkt und wehement von mir weg weil ich dieses toxische Verhalten nicht verstehe und auch nicht um mich haben will.
    • Ich würde weniger von Leistungsgesellschaft, sondern eher von Bewertungsgesellschaft sprechen.

      Was man leistet ist erstmal egal. Wichtig ist, wie andere Teilnehmer der Gesellschaft eine Wertung bilden.

      Solange das was man abgibt gut bewertet wird, ist es relativ egal, wie viel Leistung dahinter steckt. Gut, mit viel Leistung kommt man idr wesentlich einfacher an eine gute Wertung, allerdings lässt sich das sehr gut aufpolieren. Und wenn es nur dadurch geschieht, dass man Konkurenten diskreditiert.

      Sehr abstraktes Beispiel:
      Drei Parteien (A, B, C) erledigen ein Arbeitspaket. D vergibt am ende eine Bewertung.

      A erledigt sein Arbeitspaket mit 75% Qualität,
      B erledigt sein Arbeitspaket mit 65% Qualität,
      C erledigt sein Arbeitspaket mit 40% Qualität.

      B's Sicht: A ist besser als ich, dass könnte ein Problem sein. Wieso sollte man mich behalten, wenn man A behalten kann.
      A's Sicht: Nurnoch schnell den letzten Punkt setzen, dann kanns abgegeben werden. :]
      C's Sicht: Ach verdammter Mist... ich bin nutzlos. Ich kann garnichts. Die anderen haben mitunter doppelt so viele Prozentpunkte.

      Gefordert ist eine Qualität von 50%. Somit hätten A und B ihre Aufgaben ordnungsgemäß erfüllt. C würde jenachdem ein längeres Gespräch mit D führen.

      Auch wenn B's Position nicht in Gefahr ist, hat er dennoch Sorgen bezüglich seiner Zukunft, und weisst bei der späteren Präsentation der Ergebnisse geschickt auf einzelne Patzer von A hin. Dass er teilweise die selben Fehler gemacht hat, verschweigt er.

      C ist geknickt darüber, dass die anderen so gut sind. Dennoch freut er sich ein bisschen darüber, dass auch andere Leute (primär A) Fehler machen.

      Die Bewertung sieht am Ende so aus:
      A: 75% Qualität -> Wertung: 60%; Laune: 60%
      B: 65% Qualität -> Wertung: 65%; Laune: 80%
      C: 40% Qualität -> Wertung: 40%; Laune: 50%

      --------------

      A war mit seiner Leistung zufrieden, und hatte auch gute Arbeit abgeliefert. B dagegen musste besser als A sein, und hat dafür auf unlautere Mittel zurückgegriffen. Er ist damit zwar nicht besser als A, wird aber besser bewertet, was alles ist was B wollte. C ist insgesamt eher niedergeschlagen, aber profitiert tatsächlich minimal davon, dass auf die Fehler anderer Leute hingewiesen wird, was nunmal bewirkt, dass er sich weniger schlecht fühlt.




      Ich hoffe mal, man kann meinem Gedanken folgen... ^^'
    • @hellobird

      Dem kann ich nur zustimmen. Wobei ich sagen würde, es ist eine Machtgesellschaft, die nur oberflächlich auf Leistung aufbaut, aber eigentlich kommt man selten mit Leistung nach oben, sondern mit irgendwelchen fiesen Spielchen, die ich nicht verstehe und die ich verachte. Gerade wenn man Leistung zeigt und mehr weiß als andere, kommt man meiner Erfahrung nach ganz schnell in dieser Gesellschaft unter die Räder, vor allem wenn man nicht gelernt hat, dass man nie offen zeigen darf, dass man mehr leistet und kann als andere. Interessanterweise gibt es dann aber wieder andere, die protzen mit ihrer Leistung und sind trotzdem anerkannt. Wenn ich es richtig verstehe:

      • mit Leistung angeben, die man gar nicht besitzt --> führt oft zum Erfolg.
      • Leistung zeigen (nicht verstecken), die man besitzt --> führt selten zum Erfolg.


      Das führt meiner Meinung nach zu einer Art "verkehrten Welt", in der die Dümmsten regieren und das Wissen vieler nicht geschätzt wird. Depressionen und BurnOut sind dadurch Tür und Tor geöffnet. Wenn man es schafft und möchte, von den eigenen Idealen Abstand zu nehmen und nur noch "Arbeit nach Dienst" zu machen, wird man vermutlich glücklicher. Dann bekommt man die Aufstiegsmöglichkeiten meiner Beobachtung nach auch noch hinterhergeworfen. Für mich käme das nie in Frage. Erstens ist es schon vom Ansatz her total verquert und ich kann und will es einfach nicht, dass ich irgendwelche Dinge behaupte, die nicht stimmen und Leuten irgendwelche Märchen erzähle. Das fände ich grundlegend falsch. Außerdem leiste ich sehr gerne und bin auch stolz auf die Dinge, die ich kann. Leider kann ich das momentan nirgends anbringen.
    • Und jetzt spinne ich den Faden weiter:

      A merkt, daß B mehr oder weniger auf seine Kosten (= zu lasten von A) lebt und denkt sich folglich Handlungsweisen durch:

      Ich werde schlechter (es bringt so oder so nichts - egal, wie gut ich bin).
      Ich setze die Meßlatte dann eben höher und B kommt dann halt nicht mit - A....loch-Methode nach dem Motto "Ich zu dir so wie du zu mir").

      Beides ist für das Unternehmen aus meiner Sicht sehr schädlich.

      Ich stelle mir die Frage, warum sich das die Arbeitgeber überhaupt gefallen lassen (= ich würde mir das eine Weile ansehen und dann B feuern wollen).

      Freundliche Grüße

      infla
    • Ich beobachte, dasses im Allgemeinen verbreitet ist, nach "unten" treten zu wollen und dabei zu vergessen, dass es immer ein "nach oben" gibt. Beispiel: Keiner denkt von sich, dass er ein bisschen dumm ist. Jeder kennt aber jemanden, den er für etwas unbegabt hält. Die wenigsten hört man aber mal sagen, dass man neulich jemanden getroffen hat, der so viel klüger war als man selber.

      Ich sehe es so, dass Intelligenz für mich kein Kriterium ist, jemanden toll oder bescheuert zu finden. Ich möchte von niemandem aufgrund meiner Intelligenz (die faktisch über dem Durchschnitt liegt) verächtlich behandelt werden, sollte ich aber Leute verächtlich behandeln die dümmer sind als ich, muss ich ja damit rechnen dass intelligentere Menschen, als ich es bin, mich auch so behandeln. Das möchte ich nicht. Und es gibt Menschen die nicht so wahnsinnig inteeligent (ich bin mir bewusst über die verschiedenen Formen) sind, ich aber sehr mag, weil sie meinetwegen sehr ehrlich, gutwillig, sportlich wahnsinig gut doer sonstwas sind. Oder eben einfach freundlich zu mir. Spannend finde ich dabei, dass Menschen, bei denen ich eine sehr frühe Grenze (was Denkfähigkeit oder -Tempo) angeht, erkenne, trotzdem selbstverständlich davon reden, dass es schade ist dass die Menschen immer dümmer werden. Andere, die sie herablassend behandeln, sind dann aber arrogant. Da ist so wahnsinnig wenig Reflexion im Spiel, wisst ihr was ich meine? Ich verzweifele immer an so etwas, ich denke, mein Kopf würde explodieren wenn ich so widersprüchliche Verhaltensweisen in einem einzigen Kopf habe. Das macht mich wahnsinnig.

      Diese ganze Idee einer "Leistungsrangfolge" ist mir sehr unangenehm. Oder einer sozialen Hierarchie. Dass ich damit in der Schule etc nicht klar kam, kann man ja meinetwegen auf Asperger schieben, aber ich empfinde es als immer belastender, dass es keine andere Lösung gibt. Nichts gegen Wettbewerbe, in den Bereichen Sport, Musik, Wissenschaft oder was auch immer, die machen mir Spaß - aber die haben doch keine Konsequenzen für den Wert eines Menschen, oder damit für die Wertschätzung die ich ihm entgegenbringen muss...

      Gleichzeitig wird es oft als arrogant oder ignorant bewertet wenn ich Menschen treffe, die irgendetwas besonderes geleistet haben (was mich aber ja nicht zwingend interessieren muss), und ich sie behandele wie jeden anderen auch... Ich verstehe das einfach nicht.
    • FruchtigBunt wrote:

      Interessanterweise gibt es dann aber wieder andere, die protzen mit ihrer Leistung und sind trotzdem anerkannt.
      Ich glaube das sind dann die, die noch anderweitige Beziehungen haben, die mächtig sind zB Eltern, Bekannte, Freunde und so weiter, die Druck auf andere asüben können weil sie bereits in den oberen Positionen sitzen.
      Beispiel: damals hatte ich einen Freund der ebenfalls eine Behinderung hatte, er bekam einen Praktikumsplatz in einer Filmproduktion weil die Mutter mit dem Mann dem sie gehörte (der sogar schon Sendungen für den WDR gemacht hat) befreundet ist.
      Als ich dann im nächsten Jahr mal dort ein Praktikum machen wollte wurde ich abgelehnt, ich war mit ihm sogar dort und habe ihn gebeten mal mit dem zu reden weil der auch öfter bei denen mal zu Besuch war.
      Der Junge wurde aber halt nur genommen weil der eben der Sohn von der werten Mama war und nicht irgendeiner der auf einmal daher kam.
    • Leistung ist eben ein sehr komplexer Begriff. Ist damit nur die durch ein Examenszeugnis dokumentierte Leistung gemeint? Werden in einem Arbeitszeugnis auch Social Skills berücksichtigt? Spielen noch andere Gründe eine Rolle (Mitarbeiter ist fachlich eher schwach, schlechter Teamplayer, oft unzuverlässig, aber der einzige, der eine bestimmte Fremdsprache spricht, die wichtig für das Unternehmen ist)?

      Ich bin nicht ganz so pessimistisch. Da wo ich in meinem Job wirklich Spitzenleute kennen gelernt habe, da waren sie auch mehrheitlich anerkannt. Schlimmer ist es, wenn Mitarbeiter*innen auf Grund von Seilschaften befördert werden, wenn Beförderungen formal undurchsichtig gehandhabt werden; fehlende Stellenausschreibung z. B. lässt sofort das Gerücht von der Mauschelei aufkommen, verstärkt dann, wenn am Arbeitsplatz generell kein Klima der offenen Gesprächskultur herrscht.

      Für solch ein positives Klima zu sorgen, ist aber immer auch Sache einer funktionieren Mitarbeiter*innen-Vertretung in Form von Betriebs- und Personalräten. Wer sich hier verweigert oder auch nur sagt "die interessieren mich nicht", "die denken ja doch nur an sich selbst" usw., der darf sich nachher auch nicht beklagen, dass es nachher bei der Transparenz hapert und Leistung nicht anerkannt wird.

      infla wrote:

      Ich stelle mir die Frage, warum sich das die Arbeitgeber überhaupt gefallen lassen (= ich würde mir das eine Weile ansehen und dann B feuern wollen).
      Mitarbeiter*innen immer gleich "feuern" zu wollen, statt Probleme, auch Fehlverhalten im Gespräch anzugehen, das halte ich für reichlich turbokapitalistisch. So kommt es bestimmt nicht zu einer sachgerechteren Bewertung von Leistung.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • FrankMatz wrote:

      Schlimmer ist es, wenn Mitarbeiter*innen auf Grund von Seilschaften befördert werden, wenn Beförderungen formal undurchsichtig gehandhabt werden; fehlende Stellenausschreibung z. B. lässt sofort das Gerücht von der Mauschelei aufkommen, verstärkt dann, wenn am Arbeitsplatz generell kein Klima der offenen Gesprächskultur herrscht.
      Ja, so etwas finde ich ganz schlimm.

      Ich habe mich im Studium mal als studentische Hilfskraft an einem Forschungsinstitut beworben.
      In der Ausschreibung waren ganz klare Kompetenzen und Erfahrungswerte gefordert. Die Einstiegstufe war nicht mal sonderlich hoch (ab dem 3. Fachsemester oder so). Ich habe mir damals viel Mühe mit der Bewerbung gemacht, habe alle Vorraussetzungen erfüllt und war vermutlich sogar ein wenig überqualifiziert.
      Trotzdem bekam ich eine Absage per Mail in der stand, man bedanke sich für mein Interesse, aber ich käme nicht in die nähere Auswahl.

      Ich kann das bis heute nicht verstehen und mache mir Gedanken was ich falsch gemacht haben könnte. Es ist ja klar, dass am Ende nur eine/r für den Job genommen werden kann. Aber dass ich trotz idealer fachlicher Eignung nicht mal in die engere Auswahl kam, hat mich doch schon sehr verunsichert und mein Vertrauen in das betreffende Institut zertsört. Ich würde mich da nicht mehr bewerben, weil ich solche undurchsichtigen Prozesse nicht mag und das den Bewerbern gegenüber unfair finde. Sie hätten ja wenigstens sagen können, woran es gelegen hat, damit man beim nächsten Mal etwas verbessern kann und sich nicht den Kopf zerbricht. :shake: :(

      The post was edited 2 times, last by Thajanu ().

    • In der Arbeitswelt gibt es sogut wie keine objektive Bewertung der Arbeitsleistung. Das ist auch schwierig, weil die Tätigkeiten selten direkt vergleichbar sind, die Menschen unterschiedliche Stärken und Schwächen haben ( in Anforderung A schlecht, aber in B und C gut) und vor allem weil es keine Zielvorgabe gibt die man als Maßstab für die Bewertung heranziehen kann. So entscheiden die Menschen meist nach dem "Eindruck" den sie von der Person gewinnen. In der Klassischen Situation: Mitarbeiter A arbeitet hart und sehr gut, Mitarbeiter B unterhält sich dauernd mit Kollegen und Vorgesetzten - unterliegt immer das Arbeitstier, weil niemand ihn gesehen hat. B hingegen muss nicht pausenlos an seiner Arbeit kleben. Er scheint alles im Griff zu haben und hat noch Zeit die Kontakte zu pflegen und sich gut darzustellen. Er wirkt dadaurch viel kompetenter als A, der völlig unsichbar ist, weil niemand weiß was er leistet. Leistung beeindruckt sogut wie niemanden, man muss sie leider auch gut darstellen und sich gut darstellen. Sonst weiß ja niemand davon. Würde man allerdings so viel Zeit und kognitive Leistung in das Beeindrucken Anderer stecken wie ein Self-Promoter, hätte man kaum noch Ressourcen um die Arbeit selbst zu schaffen. Außerdem verfügen Leistungsträger nicht immer über die nötigen Soft Skills um sich Wertschätzung für ihre Leistung zu verschaffen.

      Edit: Häufig legt man ohnehin viel höheren Wert auf Sympathie als auf Leistung.
      Meine Beträge spiegeln meine aktuelle Meinung wieder, die ich mir auf Grundlage der vorliegenden Information höchstwahrscheinlich ohne referenzierende Prüfung der entsprechenden Fachliteratur gebildet habe. Es handelt sich dabei nicht um Tatsachen, den allgemein anerkannten Stand des Wissens oder Diagnosen. Die Meinung wird geäußert, wenn sie für mich die Wahrscheinlichste aller erdachten Thesen ist. Ich erkläre damit keine absolute Sicherheit der Aussage.

      The post was edited 1 time, last by Puk ().

    • Da bin ich sehr froh, in einer Firma gelandet zu sein, in der es fast nur Miteinander und kaum Gegeneinander gibt.
      In einer Firma mit viel Gegeneinander, Mobbing und Sticheleien könnte ich nicht bestehen.

      Ich bin halt einerseits technisch interessiert und "nerdig", andererseits auch ziemlich hilfsbereit.
      In der richtigen Umgebung kann ich an Themen arbeiten, die mir liegen und die mich interessieren. Und wenn jemand Fragen dazu hat, helfe ich ihm gern weiter.
      Ich finde es schön, wenn man sich gegenseitig hilft und zusammen arbeitet. Und ich habe absolut kein Problem damit, wenn jemand besser oder schlechter als ich ist.
      Von Leuten, die besser sind kann ich was lernen. Und Kollegen, die relativ wenig Detailwissen und Eigeninitiative haben, erledigen trotzdem Aufgaben, die sonst z.T. bei mir landen würden.

      Und das typische Gehaltsthema (jemand leistet wenig und hat ein höheres Gehalt als ich) stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Wirklich leistungsgerechte Bezahlung ist mit der Gesellschaft eh nicht vereinbar.

      infla wrote:

      Es ist problematisch, wenn ein Untergebener mehr weiß als der Chef eines Unternehmens.

      Eine Zeit lang funktioniert das ganz gut (da ja beide vom Erfolg profitieren). Langsam schleicht sich das Gefühl beim Chef ein, das er selber "überflüssig" werden könnte, wenn der Angestellte weiter so arbeitet. Dann folgen Erschwernisse (fast unerreichbare Ziele, schlechte Planung, dumme Kommentare) für den Angestellten. Da dieser jedoch auch das "schafft", wird er von Kunden geschätzt und vom Chef getrietzt.
      Davor habe ich längerfristig auch etwas Angst.
      Ich versuche auf ein paar Arten, das etwas zu vermeiden, das bezieht sich v.a. auf den technischen Bereich:
      - Wenn ich mir bei etwas nicht ganz 100% sicher bin, frage ich auch einfach mal meinen Chef oder einen Kollegen. Die meisten Dinge könnte ich zwar schneller ergoogeln oder selbst ausprobieren, aber so hat der Chef weniger das Gefühl, evtl. überflüssig zu werden
      - Nicht gleich auf jeden Fehler hinweisen, den man sieht. Gerade wenn der Fehler keine schlimmen/teuren Konsequenzen hat.
      - Auch mal Ideen/Vorschläge als gut bezeichnen, die eigentlich Mist sind. Wenn man mit der Umsetzung anfängt, kann man immer noch mit den Verbesserungsvorschlägen kommen.
      - Nicht zu schnell arbeiten. Je schneller man ist, desto mehr Aufgaben und Stress bekommt man und desto mehr Angst könnten Kollegen und Vorgesetzte bekommen, dass sie als zu langsam/ineffizient bezeichnet werden. Wenn ich mit etwas "zu schnell" fertig bin, lese ich halt noch ein paar Tutorials oder teste/experimentiere noch etwas rum oder lese auch einfach mal Nachrichten, ehe ich es meinem Chef als fertig abgebe.
      - Keine Überstunden machen. Es sei denn, etwas muss ausnahmsweise wirklich dringend fertig werden. Das reduziert den Eindruck, man würde sich unverzichtbar machen wollen. Außerdem gibt's Kollegen und Vorgesetzten eine ganz einfache Möglichkeit, in den Augen vieler besser und engagierter als man selbst zu sein.

      Bislang klappt das ziemlich gut. Ich hoffe mal, dass das auch so bleibt.
    • Leistung zahlt sich eigentlich nur aus, wenn man für sich selbst arbeitet.
      In dem Laden, in dem ich arbeite, gelte ich als fleißig, zuverlässig, der Mann für die komplizierten Fälle .
      Immer hübsch gelobt.
      Dagegen liegt meine letzte Gehaltserhöhing 20 Jahre zurück