bildlose (leere) Wörter und Formulierungen

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    • bildlose (leere) Wörter und Formulierungen

      Ich merke mal wieder, dass ich arge Probleme damit habe, mir Gedanken zu Wörtern und Formulierungen zu machen, wenn diese Wörter und Formulierungen nichts Bildhaftes enthalten. Auch, wenn ich weiß, was es bedeutet, mein Gehirn macht quasi nichts daraus, bzw. erst, wenn ich mich bewusst "hinsetze" und mir etwas ausdenke, was sich dahinter verbergen könnte.

      Ein einfaches Beispiel: "Zeit miteinander verbringen" - wenn ich das lese oder höre, reagiert mein Denken nicht darauf, weil es sich darunter nichts vorstellen kann. Es bräuchte vorstellbare Beispiele von "Zeit miteinander verbringen": zusammen am Tisch sitzen und sich unterhalten, zusammen ins Kino gehen und einen Film ansehen, zusammen am Flussufer spazieren gehen etc.

      Dieses "Zeit miteinander verbringen" ist einfach leer. Es entsteht kein Bild dazu, und daher herrscht in meinem Kopf quasi Leere, wenn ich so etwas höre oder lese.

      Ich glaube, deshalb habe ich auch Probleme mit dieser Floskel "Schönes Wochenende!" - ich kann damit nichts anfangen. Wenn ich jemandem sage, dass ich am Samstag Morgen mit dem Zug von A nach B fahren werde und die andere Person wünscht mir, dass der Zug pünktlich sein wird und ich eine ruhige Fahrt haben werde, dann freue ich mich darüber und bedanke mich. "Ich wünsch dir ein schönes Wochenende!" aber löst in mir keine Bilder aus, daher kann mein Gehirn damit nichts anfangen und ich fühle jedes Mal Irritation, wenn ich diesen Satz höre.

      Ich komme gerade auf das Thema, weil ich mir ein "Bullet Journal" (eine Art Terminplaner) für die nächsten Wochen anlegen will und schon an diesem Begriff scheitere. Wenn ich mir da wirklich "Bullet Journal" drüber schreibe, dann weiß ich nicht, was das eigentlich sein soll, obwohl ich mich mit dem Thema schon beschäftigt und ein solches auch schon einmal angefangen habe. Aber der Begriff irritiert mich schon vorneweg, wenn ich den oben drüber schreibe. Es ist für mich also sinnvoller, mir einen alternativen Begriff oder besser noch eine ganze Wortgruppe auszudenken, etwas, worunter ich mir etwas vorstellen kann.

      Ich wüsste mal gern, ob es anderen hier auch so geht, und wenn ja, wie ihr damit umgeht. Ich kann mir doch nicht alles in Bilder übersetzen, oder doch? Wäre das vielleicht ein Weg für mich? (Letzte Frage stell ich mir selbst, also da erwarte ich jetzt keine Antwort drauf.)

      The post was edited 2 times, last by Lefty ().

    • Lefty wrote:

      Ich komme gerade auf das Thema, weil ich mir ein "Bullet Journal" (eine Art Terminplaner) für die nächsten Wochen anlegen will und schon an diesem Begriff scheitere.

      Lefty wrote:

      Ich kann mir doch nicht alles in Bilder übersetzen, oder doch? Wäre das vielleicht ein Weg für mich?

      Ich weiss nicht, ob Dir das hilft, aber bei diesem Begriff kann man tatsächlich von einer tatsächlichen/ konkreten/ bildlichen Vorstellung ausgehen.

      "Bullet" bzw. "bullet points" sind nichts anderes als Einschusslöcher auf einer Zielscheibe. Ihr wesentliches Charakteristikum ist, dass man keine Reihenfolge (1. Schuss, 2. Schuss, ...) erkennen kann; allenfalls eine Nähe zum Zentrum.

      Und meine Vorstellung dazu lehnt sich ein wenig an Szenen aus Western, etc. an. Man sitzt zurückgelehnt im (Sheriff-)Büro auf dem Stuhl, ein Fuß/Bein auf dem Schreibtisch liegend, sinniert ein wenig über die Steckbriefe der Schurkentruppe an der Wand und wie man sie dingfest machen kann. Dann zieht er - immer noch in Gedanken - den Colt und schießt auf die Bilder der Ganoven.
      Oder man sitzt auf der Veranda der Ranch, sinniert, und schießt nebenbei auf ein paar Büchsen und Eimer, die in der Nähe aufgestellt sind.

      Und so ist das auch mit den Bullets/ Bullet Points im Journal: Man sitzt da, zurückgelehnt, entspannt und wenn man einen Gedanken/ Idee hat, macht man einfach einen schwarzen Punkt auf sein Papier, schreibt ein Stichwort daneben und bleibt ansonsten ruhig, entspannt, sinnierend auf seiner geistigen Veranda sitzen.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • @Digital_Michael Danke dir für diese Bilder! Ich finde das tatsächlich hilfreich, was du schreibst. Richtig erleichternd finde ich die Beschreibung, dass die Einschusslöcher keine Reihenfolge haben, das nimmt den Druck weg, am besten alles gleich in der "richtigen" Reihenfolge aufschreiben zu wollen.
      Mal sehen, ob die Bilder hängen bleiben. Aber so oder so ist der Ansatz richtig für mich, das merke ich.
    • Jap. Hat mir - im Nachhinein betrachtet - eine der dümmsten Entscheidungen meines Lebens eingebracht. "Wenn du mal Lust auf quatschen oder so hast" ist für mich bspw. auch absolut inhaltsleer - warum soltle ich mich ohne Anlass zum Quatschen treffen und was ist bitte "oder so"?

      "Schönes Wochenende" hat für mich nicht direkt ein Bild, mein Hirn verarbeitet das aber wie "Entspann dich gut die arbeitsfreien Tage", damit kann ich was anfangen.
      Bei (Rück-) Fragen oder Bezugnahme bitte zitieren oder mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. —— Searching Kim from PLZ 38...
    • muetzentraeger wrote:

      "Wenn du mal Lust auf quatschen oder so hast"
      Das ist auch so etwas, ja, hab ich nie verstanden. Wie, Lust zum "Quatschen"? Ich mag mich austauschen über etwas Bestimmtes oder ich denke an jemanden und merke: ach, wär ja schön, mal wieder die Stimme der Person zu hören. Aber dieses "Quatschen", das klingt seltsam.

      ifi wrote:

      Lefty wrote:

      Ich kann mir doch nicht alles in Bilder übersetzen, oder doch?
      bei mir passiert das automatisch :roll:
      Wie übersetzt du denn, siehe meine Beispiele, "Zeit miteinander verbringen" oder "Schönes Wochenende" in Bilder? Oder Begriffe, die dir nichts sagen, wie bei mir dieses "Bullet Journal"?
    • Lefty wrote:

      Wie übersetzt du denn, siehe meine Beispiele, "Zeit miteinander verbringen" oder "Schönes Wochenende" in Bilder? Oder Begriffe, die dir nichts sagen, wie bei mir dieses "Bullet Journal"?
      Bei "Zeit miteinander verbringen" stellen sich Bilder, Empfindungen und/oder Gefühle ein, je nach dem, was gerade Priorität in mir hat.

      "Schönes Wochenende" löst ebenso Bilder etc. in mir aus, die ich damit verknüpft habe in mir.
      Das übersetze ich aber nicht aktiv, das passiert automatisch.

      "Bullet Journal" sagt mir nichts,
      aber ich bekomme dennoch spontan assoziative Bilder zu dem Begriff "dazugeliefert",
      in dem Fall in Form von Gold/rund, etwas wie Münzen und einer Zeitschrift.

      Habe nun mal nachgeschaut : es ist also eine Art Terminplaner.
      Und es gibt ein Buch zu der Methode, mit goldener Schrift und einem Kreis drauf,
      da hatte wohl jemand anderes ähnliche Bilder wie ich :o .
      Oder ich habe das Buch irgenwann mal gesehen, wüsste aber gerade nicht wann und wo.

      Ich mag den Namen Bullet nicht so, daher würde ich das auch für mich anders nennen, wenn ich damit arbeiten würde :roll: .
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • muetzentraeger wrote:

      ap. Hat mir - im Nachhinein betrachtet - eine der dümmsten Entscheidungen meines Lebens eingebracht. "Wenn du mal Lust auf quatschen oder so hast" ist für mich bspw. auch absolut inhaltsleer - warum soltle ich mich ohne Anlass zum Quatschen treffen und was ist bitte "oder so"?
      Das Quatschen ist der Anlass selber bzw. das Quatschen mit der betreffenden Person. Jemand mit dem man einfach gerne redet bzw. mit dem es Spaß macht oder der etwas weiß, was man nicht weiß und das hören will oder man ein gemeinsames Thema hat, über das man sich austauschen kann.
    • Bei Schönes Wochenende hatte ich sofort einen imaginären Kalender im Kopf, mit Sa und So in roter Schrift auf weißem, hellen Hintergrund als Verknüpfung für das schöne, positive.
      Der Rest der Woche hat dagegen eine schwarze Schrift und der Hintergrund ist eher gräulich.
    • Lefty wrote:

      Ich kann mir doch nicht alles in Bilder übersetzen, oder doch? Wäre das vielleicht ein Weg für mich?

      ifi wrote:

      bei mir passiert das automatisch :roll:
      Bei mir ist das wie bei @ifi ... die meisten Dinge rufen bei mir sofort Bilder/ Erinnerungen/ Bildassoziationen vor. Ich komme da gleich drauf zurück (am Beispiel "Zeit"), will aber erst noch ein wenig auf Dein "Bullet Journal" eingehen; gerade auch, weil ich - ohne es unter diesem Namen zu kennen - das seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit mache. (Ich hatte u.a. deswegen zeitweilig den Spitznamen "Leutnant Columbo" :oops: :roll: )

      Etymologisch - denke ich - erschöpft sich der Begriff "Bullet" wohl schon damit, dass es eben aussieht wie ein "Einschußloch"/ "bullet hole". So werden ja auch die Aufzählungszeichen bei Präsentationen "Bullets" genannt. Wie z.B. diese hier:
      • Text
      • Text 2
      • Text 3
      Im Studium war ein "Bullet Paper" als Handout demnach auch ein Papier, bei dem nicht alles aus- und durchformuliert steht, sondern eben stichwortartig und in Halbsätzen.

      Dennoch - als ich eben so ein wenig darüber nachgedacht habe - könnte Dir im Kontext eine meiner Erfahrungen/ Erinnerungen beim Zugang zu einem solchen Journal helfen. Stell Dir vor, Du stehst mit Pistole auf einem Schießstand im Freien (das sieht so aus). Wenn Du jetzt schießt (das ist mein Punkt!), dann siehst Du auf die Distanz nicht/kaum, wo genau Du die Scheibe getroffen hast. Du gibst erst einmal alle Deine Schüsse ab, sicherst die Waffe UND erst dann geht man nach vorne zur Scheibe und schaut, wo die Einschüsse liegen und welches Ergebnis man da hat.

      So ist das auch mit solchen Notizen. Sagen wir mal, Du willst mit Bullets/ Notizen die bevorstehenden Termine/ Aktivitäten der kommenden 14 Tagen organisieren. Dann beginnst Du - sagen wir am Freitag der Vorwoche - damit, die Dinge sobald sie Dir in den Sinn kommen auf Deinem Zettel/ in Deinem Journal/ auf Deinem Notizblock zu notieren ... unsortiert.
      Sonntag abends - das ist dann quasi der Moment, an dem Du an die Zielscheibe herantrittst und schaust, wo die Treffer liegen - nimmst Du Dir Deine Notizen und sortierst sie, bringst sie in eine sinnvolle Reihenfolge.

      Lefty wrote:

      Ein einfaches Beispiel: "Zeit miteinander verbringen" - wenn ich das lese oder höre, reagiert mein Denken nicht darauf, weil es sich darunter nichts vorstellen kann.
      Ich habe beim Thema "Zeit" mehrere Bilder im Kopf. Sie folgen einer bestimmten Systematik. "Zeit miteinander verbringen" z.B.: Das sieht z.B. in etwa/ grob so aus. Ein Bildhintergrund, der verschwommen/ im Zeitraffer verläuft (z.B. Personen in einer Bar). Und hingegen die Personen, welche Zeit miteinander verbringen, bewegen/ verhalten sich in "Normalzeit". So nehme ich das auch wahr, wenn ich mit einer Person "Zeit verbringe".
      Mir Zeit (z.B. für ein Buch) nehmen sieht genau umgekehrt aus, wie in einer X-Men Szene. Und wenn Zeit vergeht, dann sehe ich Zeitraffer z.B. vom Wandern der Sonne (und/oder des Mondes) über den Himmel; also bspw. "die Nacht verging wie im Fluge" ... da sehe ich eine Stadt (samt Himmel) wie die Sonne unter- der Mond und die Sterne aufgeht und die flackernden Lichter.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • @Lefty
      Ich frage mich, ob es sein könnte, dass man bestimmte Redewendungen nicht versteht, weil man keine Erfahrung dazu abgespeichert hat und das deshalb nicht abrufen kann oder weil man zu dieser Floskel die Erfahrung nicht ablegen will oder kann.

      Bei mir ist es so, dass mir teilweise wirklich greifbare Inhalte/Erfahrungen in einer verkörperten Form fehlen oder die Floskel ist wie eine Worthülse, von der ich weiß, dass ich dazu Inhalte habe, aber die Inhalte sind so einfach nicht wachzurufen. Es ist dann so, als wäre die Aussagen im Kopf, aber sie ist ohne Leben, ich finde außer der Hülle keine Verbindung dazu. Ich finde das sehr schwierig zu beschreiben, da es so abstrakt ist.

      Vielleicht passiert das, wenn man nicht schnell genug vom Verstand ins Gefühl wechseln kann? Das ist aber nur eine Erklärungsidee. Ich finde es z. B. noch schlimmer, wenn man gefragt wird, ob man Person XY mag oder gar liebt und in dem Moment selbstverständlich die Bedeutung der Worte versteht, aber es nicht hinbekommt, diesen Zustand abzufragen. Zu anderen Zeitpunkten spürt man, dass die Antwort ein "ja" ist bzw an spürt den Zustand wieder. Das finde ich richtig heikel. Sag mal jemandem, dass du gerade nicht mehr weißt, ob du die Person magst/liebst, weil du nicht lügen willst und es lieber aus vollem Herzen sagen willst, wenn du wieder Zugang hast. :lol: Das ist richtig spaßig. :irony: Wenn du dich für die Lügen Variante entscheidest, kriegst du einen Meltdown weil du nicht lügen willst/kannst und wenn du dich für die Wahrheit entscheidest, hattest du vermutlich mal ne Beziehung. :roll: :m(:

      Ich bin mir nicht sicher, ob mein Beispiel auch eine Ausprägung des von dir geschilderten Problems ist, aber mir kommt es fast so vor, wobei es sich bei dir eher so liest, als hättest du nie (!) Zugang dazu, was man sich unter einem schönen Wochenende vorstellen soll, während bei mir die Vorstellung über gewisse Begrifflichkeiten/Zustände mal da ist und mal weg ist.
    • Ich komme mal auf @Leftys zwei Eingangsbeispiele zurück. Höre ich "Schönes Wochenende " oder schreibe ich das selber unter eine WhatsApp, dann ist das für mich nicht mehr als eine schnell und ohne nachzudenken gebrauchte soziale Floskel. Man hätte auch "ciao", "mach's gut", "bis demnächst" oder so etwas sagen können, um ein Gespräch / eine schriftliche Nachricht abzurunden. Ein Bild mit Möglichkeiten, ein Wochenende so zu verbringen, dass es "schön" ist, wird bei mir nicht ausgelöst.

      "Zeit miteinander verbringen" finde ich schon als Ausdruck doof. Ich würde keinem Freund, den ich mal wieder sehen will, schreiben: "Sollen wir mal wieder Zeit miteinander verbringen?" Ich würde sagen / schreiben: "Gehen wir mal wieder einen Kaffee trinken?" oder: "Lust auf ein Bier?" Und dann habe ich als Bild auch sofoft eine mögliche Location im Kopf, sehe uns an einem Tisch sitzen, drinnen oder draußen, je nach Jahreszeit. Grund für meine Aversion gegen "Zeit miteinander verbringen " ist auch die latente Vorwurfshaltung, die im Ausdruck steckt: "Du, wir haben eigentlich zu wenig Zeit miteinander verbracht". Einen konkreteren Vorschlag halte ich da für konstruktiver.

      Ich glaube also, dass die Wirkung, die bestimmte Ausdrücke, ob sie jetzt bildhaft sind oder nicht, auslösen, auch mit Emotionen zusammenhängen, die sie hervorrufen. Ist die Emotion eine positive, lerne oder verstehe ich den jeweiligen Ausdruck besser / schneller und übernehme ihn eher in meinen eigenen Sprachschatz. Das (für mich!) dumme Sprichwort "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen" kommt mir unlogisch vor (warum sollte überhaupt jemand in einem gläsernen Haus sitzen?), das Bild gefällt mir nicht (ich sitze auf dem Boden und werfe mit Steinen um mich, total blöd) - Folge: Ich verwende es grundsätzlich nicht und bin mir beim Verstehen meist eine kurze Zeit unsicher , wie es jetzt gemeint ist.
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • Ja, leider wird das 'schöne Wochenende' oftmals als Floskel benutzt. Ich selbst gebrauche es, wenn ich dem anderen wünsche, dass das Wochenende schön wird jedoch nicht weiß, was genau er zu der jeweiligen Zeit als schön empfinden wird und was ihm gut tun wird. Dann kann ich es nicht konkreter ausdrücken.

      Das Sprichwort mit dem Glashaus empfinde ich als sehr gut bildlich ausgedrückt. Es geht ja um eine Situation in der ein Mensch dem anderen etwas vorwirft, was er selbst ebenfalls tut und was ihm selbst nicht bewusst ist. Steinewerfen symbolisiert den Angriff auf den anderen. Das unbewusste eigene wird durch das Glashaus symbolisiert. Glas ist fast unsichtbar, so wie das Unbewusste ebenfalls.

      Zum eigentlichen Thema: ich hatte letztens eine Unterhaltung mit einer Aspie-Freundin über Ausruck in der Konversation und sie erklärte mir, dass sie mit bestimmten Sätzen nicht viel anfangen kann weil sie ihr nicht konkret genug sind. Sie fragt sich dann innerlich wie die genauen Fakten dazu sind. Ich fand das recht spannend aber auch schwierig, denn oftmals ist es mir gerade wichtig auf einer übergeordneten Ebene zu bleiben und nicht ins Detaille zu gehen weil es dann zu speziell wird. Vielleicht als einfaches Beispiel: es ist ein Unterschied ob ich bezüglich der Auswirkung der Sonneneinstrahlung auf das Gemüt der Menschen sage 'beginnt das Frühlingswetter und wird es heller und sonniger sind sehr viele Leute besser gelaunt' als wenn ich sage 'meine Nachbarin Gerda lacht immer viel im Frühling'. Ich verstehe, dass beim ersten Satz Fragen auftauchen können (zB 'woran erkennt man, dass die Menschen besser gelaunt sind?') nur erkennt man es eben nicht nur am Lachen der Menschen sondern an vielen anderen Verhaltensweisen ebenfalls. Diese vielen Verhaltensweisen habe ich zu diesem Zeitpunkt im Kopf (bzw. viele davon und die Idee, dass es nicht alle sind).


      Vielleicht hat das mit der Möglichkeit zu tun möglichst viele Eventualitäten zusammen zu fassen zu einem Oberbegriff oder eben eher die Detaille-Ansicht im Kopf zu haben?

      Zu solchen Formulierungen reicht es dann oftmals auch nicht ein einziges Bild im Kopf zu haben sondern man müsste eventuell mehrere Bilder parat haben (und sich gegebenenfalls für das zu sich selbst passende entscheiden). So wie bei der Ausgangsfrage des 'schönen Wochenende' ja auch mehrere Bilder dazu gehören, zumal man am Freitag auch nicht unbedingt wissen kann was einen am Sonntag erfreuen wird.

      PS: Mit meiner Freundin ging es damals (wenn ich mich recht erinnere) um den Begriff der Entwicklung. Für sie wären genau die Fakten wichtig gewesen um die es für mich gar nicht ging (wohin entwickeln, durch was etc.). Da diese Fakten immer individuell sind und jeder Mensch sein eigenes Ziel, unterschiedliche Phasen der Entwicklung etc. hat könnte ich beim Austausch dann nur über einen speziellen Fall reden. Mir ging es damals aber genau um den 'Blick von oben'.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • @kikilino Find ich interessant, was du geschrieben hast, danke für deinen Beitrag.

      Da er mir recht komplex ist, werd ich ihn mir ein zweites Mal durchlesen müssen, falls ich nicht weiter darauf eingehe, hat das nichts mit dem Inhalt zu tun, manchmal kann ich nichts dazu sagen, was jemand schreibt (weil ich es nicht aufgedröselt bekomme oder nicht die passenden Worte/Formulierungen finde) - das sag ich nur, damit man weiß, das nichts umsonst geschrieben wurde.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().