GdB ja oder nein?

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    • Coocy wrote:

      sowie AS-Diagnose zzgl. rezidivierende mittelgradige Depression
      Mich würde auch interessieren, was bei meinem Änderungsantrag wegen AS und rezidivierender Depression und Colitis herauskommen könnte, bisher habe ich wegen LWS Syndrom (Bandscheibenvorfälle und Gleitwirbel mit anerkannter Bewegungseinschränkung), ADS und chronischer Magenschleimhautentzündung einen GdB von 30%.
      Hier scheinen ja ein paar fachlich vorgebildete Leute mitzuschreiben.... @Capricorn zum Beispiel..... :d
      Wenn ich DEN Leuten glauben würde, die immer sagen, was alles nicht geht, würde ich heute noch mit dem Dreirad oben auf der Rutsche stehen...... :d
    • Capricorn wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Capricorn wrote:

      Beim Sehfehler wäre es erst dann GdB-relevant, wenn selbst mit Ausgleich keine 100% Sehkraft vorläge.
      Das stimmt so pauschal nicht. Man muss selbst mit Ausgleich nahezu blind sein, damit es GdB-relevant ist.
      Soweit waren wir also....bis Fruchtigbunt u.a. schrieb:

      FruchtigBunt wrote:

      Wenn du die Vorschriften kennst, wirst du ja wissen, dass es erst ab einer bestimmten Sehminderung zu einem GdB führt. Du hast es aber oben so formuliert, als bekäme man schon einen GdB, wenn man nicht mehr 100% Sehkraft mit Ausgleich erzielen kann und das ist falsch. Ich habe keine Lust, dir die Dokumente rauszusuchen. Ich habe es damals selbst alles recherchiert.
      Hoppala - keine Lust?! ist das jetzt ein Argument?!
      Ohne Häme, ich kläre dich jetzt auf:
      -nach der DOG-Tabelle bekommst du bei einem mit Korrektur geprüftem Visus von 0,63 auf dem einen Auge und 0,5 auf dem anderen Auge einen GdB 10.
      (Das ist ein GdB, auch wenn die Tabelle noch von der "MdE" spricht.)

      Man bekommt also entgegen deiner Ausführung nicht erst einen GdB, wenn man nahezu blind ist.
      Übrigens, blind definiert sich so:

      " a) Blind ist ein behinderter Mensch, dem das Augenlicht vollständigfehlt.
      Als blind ist auch ein behinderter Mensch anzusehen, dessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch nicht beidäugig mehrals 0,02 (1/50) beträgt oder wenn andere Störungen des Sehvermögens von einem solchen Schweregrad vorliegen, dass sie dieserBeeinträchtigung der Sehschärfe gleichzustellen sind.

      (b) Eine der Herabsetzung der Sehschärfe auf 0,02 (1/50) oder weniger gleichzusetzende Sehbehinderung liegt nach den Richtliniender Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft bei folgenden Fallgruppen vor: (.....es folgen 8 Beispiele von ungünstigen Kombinationen, die alle zur Anerkennung von "blind" führen....) "


      FruchtigBunt wrote:

      Du hast es aber oben so formuliert, als bekäme man schon einen GdB, wenn man nicht mehr 100% Sehkraft mit Ausgleich erzielen kann und das ist falsch.
      Das ist deine Interpretation....da immer beidäugig geprüft wird, und auch wenn das bessere Auge für ein "gebessertes" Ergebnis sorgt, gibt es keinen 100% Visus bei einem stark sehgemindertem "Probanden". Wie ich oben ausgeführt habe, führt ja bereits eine Visusminderung auf 0.63 - auch beidseits- zu einem 10er Wert. Eben auch bei Korrektur. Nur bei Korrektur, um genau zu sein. Und beidäugig 0,63 ist eben nicht "100%"!
      @Capricorn
      Nett, dass du dir so viel Mühe gemacht hast. :thumbup: Ich hoffe mal, irgendjemand kann damit was anfangen.
    • Also ich habe für einen Wirbelsäulenschaden und eine bipolare Störung einen GdB von 40 bekommen. Mein Änderungsantrag hat ebenfalls einen GdB von 40 ergeben für den Wirbelsäulenschaden, die bipolare Störung und AS. Ich denke, ich habe einen sehr strengen Sachbearbeiter und Gutachter erwischt. Und in anderen Punkten auch noch Pech. Die bipolare Störung ist laut Gutachter nicht stärker behindernt, als eine ausgeprägte Depression. Wie das mein Leben tatsächlich einschränkt, wird ignoriert.
      Ist da wer?
    • @kim
      Wenn es dich so stark beeinträchtigt, ist ein GdB 40 wohl recht niedrig.

      Eine bipolare Störung ist m.Wissens nach eher höher zu bewerten, je nach Einschränkung, aber ich kenne die Einzelheiten natürlich nicht.
      Und eine gewisse freiheit haben Gutachter auch, d.h. eine Abweichung von 10 Graden innerhalb "einer" Störung der Fähigkeiten/Teilhabebeeinträchtigung wäre zu tolerieren.

      Bei nächster Gelegenheit suche ich mal die Kriterien für die Beurteilung psychischer Störungen aller Arten heraus.
      Wie man daraus ersehen kann, kommt die gutachterliche Beurteilung sehr oft so zustande, dass der (eigene)Behandler/Hausarzt/Psychiater allgemeine Bemerkungen zum Verlauf macht.
      Man muss also sehr darauf achten, was man ihm erzählt. (Lerne zu klagen ohne zu leiden! :sarcasm: ) Meist untertreiben Aspies und Depressive, die "Persönlichkeitsstörungen" hauen weit eher auf'n Tisch (RW).
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Wenn es dich so stark beeinträchtigt, ist ein GdB 40 wohl recht niedrig.
      Die Krankheit bestimmt schon einige Aspekte in meinem Leben. Der Gutachter sagt ja im Prinzip, dass die bipolare Störung mich gar nicht beeinträchtigt und vergibt den GdB von 40 nur für AS. Als ob Depressionen ein Normalzustand für mich wären.

      Capricorn wrote:

      Bei nächster Gelegenheit suche ich mal die Kriterien für die Beurteilung psychischer Störungen aller Arten heraus.
      Gerne, das würde mich freuen.

      Capricorn wrote:

      Man muss also sehr darauf achten, was man ihm erzählt. (Lerne zu klagen ohne zu leiden! ) Meist untertreiben Aspies und Depressive, die "Persönlichkeitsstörungen" hauen weit eher auf'n Tisch (RW).
      Das ist eins meiner Probleme, ich kann mich nicht richtig mitteilen bzw. verständlich machen, welche Schwierigkeiten ich habe. Oder es wird ignoriert, wie z.B. meine Angabe, dass ich häufig Suizidgedanken habe. Das ist ja auch was ganz normales. :irony:
      Ist da wer?
    • @kim Wenn ich das lese, bekomme ich ja schon Schnappatmung!

      Wahrscheinlich war da mal wieder ein Gutachter im Amt völlig überfordert. Aber dafür kannst du ja nichts!

      Vielleicht läuft es auch beim nächsten Mal anders.
      Wie gesagt, ich sehe mich mal nach den Arbeitshilfen bei der Beurteilung psychischer Leiden um.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Schneckentanz wrote:

      Mich würde auch interessieren, was bei meinem Änderungsantrag wegen AS und rezidivierender Depression und Colitis herauskommen könnte...
      Ich würde sagen: "Versuch macht kluch!" :fun:

      Aber ernsthaft, wenn es dir deutlich schlechter geht und auch über die erforderlich lange Zeit (> 6 Monate), dann stell' doch einen Änderungsantrag. Und zwar nur für die neuen "Leiden". Es sei denn, jemand bestätigt dir auch eine Zunahme der Teilhabebeeinträchtigungen wegen ADS und LWS-Syndrom und chronischer Gastritis. Klar, dann auch dafür!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Der Änderungsantrag ist letzten Monat raus gegangen, und ich habe auch Ärzte, die mir das alles bestätigen. Morgen habe ich nochmal einen Termin beim Neurologen, weil der Orthopäde mir geraten hatte, auch nochmal ins MRT zu gehen und den Neurologen aufzusuchen. Leider konnte ich bei dem Neurologen keinen früheren Termin bekommen. Aber dann habe ich alles zusammen und warte in der Folge darauf, was sie sagen.
      Wenn sie mich unter 50% einstufen sollten, gehe ich mit dem VdK in den Widerspruch. :nod:
      Wenn ich DEN Leuten glauben würde, die immer sagen, was alles nicht geht, würde ich heute noch mit dem Dreirad oben auf der Rutsche stehen...... :d
    • Dann hast du@Schneckentanz jedenfalls ganz aktuelle Befunde. Das ist doch gut.

      Der Neurologe sollte aber deine Einschränkungen ganz präzise beschreiben.
      Denn nur die Einschränkungen gelten was im Schwerbehindertenrecht. Die MRT-Aufnahmen können die Diagnose bestätigen, sagen aber nichts über das Ausmaß an Beschwerden oder wie oft du pausieren musst z.B. wegen eines akuten Wirbelsäulensyndroms.


      Schneckentanz wrote:

      Wenn sie mich unter 50% einstufen sollten, gehe ich mit dem VdK in den Widerspruch.
      Gesunde Einstellung.
      Viel Erfolg!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Man bräuchte also von jedem der Gebrechen eine Aussage des behandelnden Arztes inwieweit das einschränkend ist anstatt nur Diagnosen oder Befunde? d.h. bevor ich einen Antrag stellen würde erstmal die Ärzte abklappern. Nach etwas Recherche habe ich herausgefunden, daß Clusterkopfschmerz auch mit rein zählen kann. Das hätte ich nicht als Behinderung auf dem Schirm gehabt, ist aber in der Tat wirklich sehr einschränkend.
    • @Hush

      Völlig richtig erkannt.

      Und Clusterkopfschmerz - falls der dich betrifft - sollest du auf jeden Fall angeben. Weil er in der Regel sehr quälend ist, wird er relativ hoch bewertet.
      Da wäre es gut, wenn jemand /ein Arzt dir bzw. dem Amt bestätigt, wie oft du darunter zu leiden hast, wie lange der Schmerz anhält und so fort. Ein Schmerztagebuch wird gern "genommen" (akzeptiert als Nachweis).

      Also noch mal: Alles sammeln, möglichst aktuell bestätigen lassen und die Einschränkungen auflisten.
      Natürlich gehört da nicht die Blinddarm-Op im Alter von 9 Jahren hinein. Aber die bleibenden Teilhabebeeinträchtigungen durch psychische, physische und kognitive Leiden, die schon.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • HCS wrote:

      Die aber sämtlich, wie Du bei nochmaligem Studium des Gesetzestextes feststellen wirst, keinen Anspruch auf Steuerermäßigung bei GdB <50 begründen, soweit sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behinderung stehen.
      HCS, du hast das Wort "oder" überlesen. Und zwar x-mal.



      .....und hier noch einmal der Text aus dem Einkommensteuergesetz:

      Steuerfreibeträge für die Einkommensteuer

      Behinderte Menschen können anstelle einer Steuerermäßigung (nach § 33 EStG) einen Steuerfreibetrag (Pauschbetrag) bei der Einkommensteuererklärung geltend machen.
      Den Steuerfreibetrag können behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 in Anspruch nehmen.

      Bei Vorliegen eines Grades der Behinderung zwischen 25 und 45 geht eine Inanspruchnahme nur, wenn gesetzliche Renten oder andere laufender Bezüge bezogen werden, oder wenn eine Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit oder eine typischen Berufskrankheit vorliegt.
      Die Höhe des jährlichen Steuerfreibetrages richtet sich nach dem Grad der Behinderung. Behinderte Menschen welche hilflos (Merkzeichen „H“) oder blind (Merkzeichen „Bl“) sind, erhalten einen Freibetrag unabhängig vom Grad der Behinderung.

      VORAUSSETZUNG FREIBETRAG
      GdB 25 oder 30* 310 Euro
      GdB 35 oder 40* 430 Euro

      * bei gleichzeitigem Vorliegen einer eingeschränkten körperlichen Beweglichkeit(= DE)




      Zudem schriebst du, dass bei AS ein Freibetrag somit nicht in Frage käme.
      Das ist zu sehr verallgemeinernd!
      - Denn viele Aspies haben nicht nur eine Spektrumsstörung, sondern auch weitere Einschränkungen, und somit eventuell Anspruch auf die Feststellung einer "DE" und dann auich auf den Freibetrag.

      Statt das klar zu kommunizieren, streitest du dich um den Begriff der Eu-Rente und den Bezug zur vorliegenden Erwerbstätigkeit und der Behinderung.

      Jetzt zitiere ich mal Captain Jack Sparrow: Klar soweit?!


      Falls noch Fragen der Abgrenzung zur Gleichstellung bestehen:

      Hier noch mal ein Auszug aus dem geltenden Recht, dem SGB IX:

      1.1.2 SGB IX § 2 Abs. 3 regelt die Gleichstellung




      Schwerbehinderten Menschen gleich gestellt werden sollen behinderteMenschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Abs. 2 vorliegen,wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behaltenkönnen (gleichgestellte behinderte Menschen).“
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • @Hush

      Meine Antwort ist ja, weil irgendwann muss man anfangen. Meine Erfahrung ist: Man bekommt gleich zu Anfang noch nicht das was man meint einem zusteht. Das Amt muss einen erst kennenlernen und der Grad der Behinderung steigt erst mit der Häufigkeit der Antragstellung und der Widersprüche. Ich vermute meist bekommt man erst wenig GdB, weil das Amt erst sehen will wie man sich entwickelt. Also auch, wenn es erstmal nichts bringt, man lernt sich schonmal kennen.
      Nachteile habe ich bisher nicht erfahren. Habe allerdings Befürchtungen für die Zukunft.
      When nothing goes right ... go left.

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    • Capricorn wrote:

      1.1.2 SGB IX § 2 Abs. 3 regelt die Gleichstellung




      „Schwerbehinderten Menschen gleich gestellt werden sollen behinderteMenschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen die übrigen Voraussetzungen des Abs. 2 vorliegen,wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 73 nicht erlangen oder nicht behaltenkönnen (gleichgestellte behinderte Menschen).“
      Kann mir jemand kurz erklären was gleichstellung bedeutet?
      Ich habe das jetzrt schon öfter gelesen, aber was nützt mir das, wenn ich eh keine Arbeit finde?
    • Capricorn wrote:

      Dieses kleine Detail solltest du eigentlich bei deinen Ausführungen mit im Blick haben.
      Offenbar ist Dir jedes Mittel recht, um Recht zu behalten, auch wenn Du dafür zu Unterstellungen greifen musst - exakt das hatte ich sogar in der von Dir zitierten Passage geschrieben:

      HCS wrote:

      Die aber sämtlich, wie Du bei nochmaligem Studium des Gesetzestextes feststellen wirst, keinen Anspruch auf Steuerermäßigung bei GdB <50 begründen, soweit sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Deshalb: wenn nur AS für den GdB zählt, gibt es keinen Anspruch, außer dass ein Rentenanspruch wegen AS besteht
      Du bist Dir dennoch nicht zu schade, mir in die Wahrheit völlig verdrehender Weise zu unterstellen, ich hätte "Details nicht im Blick behalten". Offensichtlich ist es Dir extrem wichtig, auf jeden Fall in jedem Detail recht zu bekommen (auch wenn Du - wie hier - nicht recht hast). Es sei Dir gewährt - und ich weiß jetzt, dass es sinnlos ist, mit Dir Fakten diskutieren zu wollen, solange man nicht uneingeschränkt Deine Wortmeldungen bestätigt. Dann aber ist jede Diskussion unnötig.
    • HCS wrote:

      Die aber sämtlich, wie Du bei nochmaligem Studium des Gesetzestextes feststellen wirst, keinen Anspruch auf Steuerermäßigung bei GdB <50 begründen, soweit sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Deshalb: wenn nur AS für den GdB zählt, gibt es keinen Anspruch, außer dass ein Rentenanspruch wegen AS besteht
      Ich finde das auch vollkommen eindeutig. Ich verstehe nicht, wieso hier seit x Beiträgen darüber Uneinigkeit besteht.