Methylphenidat

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    • @Kayt:

      In der chemischen Strukturformel hat MPH, genau wie Amphetamine eine NH Molekül. Amphetamine ist ein Methylphenethylamin. Somit stammen beide aus einer Stoffgruppe, der Amphetamine.

      Sie gehören nur zur Gruppe der Amphetamine. Die Mitglieder einer Gruppe können ohne weiteres unterschiedliche Wirkmechanismen und Andockpunkte haben.

      Die Aufmerksamkeit etc. wird vom Frontallappen und von dem Teil im Hinterkopf gesteuert. MPH ist ein Noradrenalinhemmer und wirkt im Frontallappen. Dexamfetamin hingegen wirkt in dem Teil im Hinterkopf (ich komme grad nicht auf den Namen)

      Beide haben andere Andockpunkte und Wirkfunktion, gehören beide zur Gruppe der Amphetamine.
      Beide gehören auch zur Gruppe der Phenethylamine. Bei MPH war mir das jetzt neu.

      Wir liegen beide richtig, mir was das eine unbekannt und dir das andere. Wir haben beide die gleiche Ansicht oder?
    • Lefty wrote:

      @Tux Die Wirkung ist nicht bei jedem gleich. Du beschreibst wahrscheinlich die Wirkung beim "Zappelphilipp"-Typus, aber es gibt ja auch den vorwiegend unaufmerksamen Typus sowie den Mischtyp.
      Ich habe den Hyperaktiven als Beispiel genommen. Alle drei Typen sind mir bekannt. (vorwiegend Unaufmerksam, vorwiegend Impusliv / Hyperaktiv und der Mischtyp).

      Mir ist schon klar, dass die Wirkung nicht bei jedem gleich ist. Die einen kommen mit einer Minimaldosis aus, andere wiederum brauchen eine höhere Dosis.

      Was ich vorher vergessen habe ist, dass bei nicht ADHSLern, das Suchtpotenzial sehr hoch ist. Bei ADHSLern ist es durch einige Studien deutlich nachgewiesen worden, dass es bei den meisten zur Selbstmedikation verwendet wird und nach Diagnose und Medikamente der Substanzmiss brauch, bis auf wenige Fälle nicht mehr gegeben ist. Das wird auch in der Langfassung der Leitlinie angegeben.
    • @Tux Aber verschiedene Wirkung nicht nur in Bezug auf die benötigte Dosis, darauf wollte ich hinaus; z.B. hat es bei mir eine antriebssteigernde Wirkung und macht mich irgendwie wacher (bin vorwiegend unaufmerksamer Typus). Gleichzeitig dämpft es die Außenreize ein wenig, wenn ich in der Stadt unterwegs bin z.B.
    • @Tux Nein, ich meine wacher im Kopf. Sodass ich mehr mitbekomme. Es heißt ja auch, man wird klarer im Kopf davon.

      Unliebsame Aufgaben erledigen, darauf hat es keine Auswirkung, wie du schon schriebst. Ich meine Antrieb so, dass ich ein bisschen gepusht bin. Bei der Arbeit ist das teilweise negativ. Einerseits profitiere ich da viel vom MPH, weil ich viel weniger Flüchtigkeitsfehler mache und Gesprächen besser folgen und besser reagieren kann, anderseits arbeite ich wie gehetzt, unter zu schnellem Tempo.
      Ich genieße die Arbeitszeit vor dem Frühstück und der ersten Dosis, weil ich dann noch schön ruhig und langsam arbeiten kann.
      Gerade bei Telefonaten aber möchte ich es nicht mehr missen. Die Telefonate auf der Arbeit kann ich mit MPH deutlich besser führen.
      Eine weitere sehr deutliche positive Wirkung des MPH bei mir ist die auf die "Affektlabilität".

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    • Tux wrote:

      Marnie wrote:

      Aber wenn man das dann privat zahlt, ist doch egal?
      Der verschreibende Arzt verstößt gegen die Arzneimittelverordnung und gegen das BTMG. Der Wirkstoff von Elvanse ist Lisdexamfetamindesimilat. Bei der Verdaung wird es in Lisyn und Dexamfetamin gespalten. Dexamfetamin ist ein Stimulant und eine psychotrope Substanz. D.h. sie hat bei nicht ADHSLern eine berauschende und aufputschende Wirkung.
      Deswegen ja auch ein BTM Rezept und katalogisiert unter den Betäubungsmitteln. In deinem Fall würde sich deine Psychiaterin u.U. einen Verstoß gegen das BTMG begehen und somit eine Straftat. Dies kann den Verlust der ärztlichen Zulassung als Folge haben.

      Die GKV kann keine Auflagen geben, sondern muss sich an die geltenden Gesetze halten. Gleiches gilt auch für die PKV.
      Nochmal, da ich es immer noch nicht verstehe.
      Warum kann meine Ärztin mir kein BTM konformen Rezept ausstellen, so wie bei anderen Privatversicherten. Einziger Unterschied dabei ist die Farbe des Rezept und wer zahlt.

      Viel wichtiger ist mir aber eigentlich, ob es mir was bringen würde. AD(H)S hatte ich bei mir bisher nie auf dem Schirm. Das H mit Sicherheit nicht. Und gerade in meinen Schulzeugnissen steht ja "sehr sorgfältig". Ich werde trotzdem mal beim nächsten Termin mit meiner Ärztin reden, ob eine ADS Diagnostik Sinn machen würde.
      In so manchen finde ich mich ja schon wieder: verästelte Gedanken, starker Mitteilungsimpuls, Antwort im Gespräch nicht hören (allerdings weil ich während dessen meinen Redebeitrag vorbereite)...
    • @Marnie Es geht meines Wissens nicht darum, wer zahlt, sondern darum, dass man nicht jemandem, der es nicht auf Grund einer entsprechenden Diagnose benötigt, ein Betäubungsmittel verschreibt, welches nur für die Behandlung bei dieser einen Diagnose gedacht ist. Es geht also nicht um BTM-Rezept allgemein sondern um die Verschreibung von MPH (denke ich, absolut sicher bin ich mir nicht).
    • @Tux Ich verstehe es folgendermaßen:

      Die Hauptklasse ist die der Phenethylamine (Stammverbindung ist das Phenethylamin mit einer Aminogruppe: NH2).

      In diese Klasse gehört u. a. die Klasse der Amphetamine, mit Amphetamin als ihren Stammvertreter, aber auch zum Beispiel MDMA oder Methamphetamin.

      Methylphenidat kann ich aber nicht als Untergruppe der Amphetamine erkennen, sondern verstehe es als Phenethylaminderivat. Also in einer Baumstruktur neben dem Amphetamin stehend. Hast du da ansonsten eine aussagekräftige Quelle zu? Ich habe jetzt noch mal länger gesucht, kann aber keinen wissenschaftlichen Text finden, der Methylphenidat in die Gruppe der Amphetamine einordnet.

      Ebenso wird es aber auch den Piperidinen mit einer Methylgruppe und einer Aminobrücke (NH) zugerechnet.

      Tux wrote:

      Amphetamine ist ein Methylphenethylamin.
      Methylphenethylamin ist wohl ein Phenetylamin mit noch einer Methylgruppe.
      N-Methylphenethylamin wird als Positionsisomer von Amphetamin beschrieben, aber da beginnen auch meine Kenntnisse und Fähigkeiten nachzulassen.

      Tux wrote:

      MPH ist ein Noradrenalinhemmer
      MPH ist ein Dopaminwiederaufnahmehemmer und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer, was bedeutet, dass diese Neuromodulatoren länger im synaptischen Spalt verweilen und dadurch häufiger für eine Stimulation des postsynaptischen Neurons sorgen.

      Tux wrote:

      Wir haben beide die gleiche Ansicht oder?
      Ich bin mir nicht sicher, ob wir beide das gleiche unter einer Amphetamingruppe verstehen.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Lefty: OK danke. Ich hatte in der Vergangenheit schon mal so einen ähnlichen Fall nur mit TNF Alpha Blockern (Immunsuppressiva). Am Ende stimmte die GKV der Verordnung und Kostenübernahme zu, trotz reiner Verdachtsdiagnose. Der MDK hatte die Verordnung durch Einzelprüfung empfohlen. Insofern dachte ich, das hier auch solche begründeten Ausnahmen gemacht werden können.
      Aber ich sehe bei mir in der Kindheit beim besten Willen keine Anzeichen von ADHS. Lediglich jetzt als Erwachsene.

      Und wenn man sich dazu die medizinische Checkliste für die Verordnung von Evanse anschaut, möchte ich es vielleicht gar x( . Ich brauche halt nur Hilfe mich auf unliebsame Arbeiten zu fokussieren und nicht permanent mich selber abzulenken.
    • Marnie wrote:

      Ich brauche halt nur Hilfe mich auf unliebsame Arbeiten zu fokussieren und nicht permanent mich selber abzulenken.
      Wie auf der Seite zuvor geschrieben, für mich klappt es durchaus.
      In der alten Wohnung das Chaos meines Exfreundes im Keller bändigen? Ok!
      Acht Stunden am Stück ein Detail immer wieder radieren und neu malen, weil ich noch nicht zufrieden bin? Kein Problem.
      Sechs Stunden die Schraubenkiste sortieren? Ja, kümmere ich mich drum.
      Eigentlich nur die Wäsche in den Schrank räumen wollen und plötzlich den Schrank ausmisten und neu sortieren? Kann passieren :d

      Wenn du die Möglichkeit hast, dann kannst du es ja einfach mal testen.

      Meine Diagnostikerin sah bei mir durchaus Anzeichen/Eigenschaften von ADS, mein Bruder hatte sehr stark ausgeprägtes ADHS, aber ich erfülle nicht das Leitkriterium einer Aufmerksamkeits/Kozentrationsstörung. Ich kann sehr fokussiert und konzentriert arbeiten. Störungen von außen sind für mich über die Jahre aber schlimmer geworden und zu Dingen, die mich nicht interessieren, muss ich mich schon eher zwingen. Mein assoziatives und verästeltes Denken mag ich an sich, aber manchmal ist mehr Linearität auch hilfreich.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • @Marnie Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch mit einem ADHS-Medikament möglich ist, also über den Weg einer "Einzel (fall-?)prüfung".
      Was vorhin Thema war, war ja, dass die Therapeutin dir das nicht einfach so verschreiben kann.
      Also wenn du es nehmen darfst, dann zahlt es, wie @Tux bereits schrieb, auch die Krankenversicherung (bis auf den Eigenanteil).
      Aber dass du es ohne Indikation erhälst lediglich unter der Prämisse, dass du es dann halt selbst bezahlen musst, das kann ich mir nicht vorstellen und das wäre auch höchst fahrlässig von dem Verschreibenden.
      Nach dem Motto, wer selbst zahlt, kann sich alles reinpfeifen, was der Markt so anbietet.
    • Kayt wrote:

      Ich bin mir nicht sicher, ob wir beide das gleiche unter einer Amphetamingruppe verstehen.
      Ich verstehe das mit den Gruppen so:

      Mastergruppe Stimulanzien:
      Untergruppe Amph:
      - Mitglieder: MPH, Dexamphetamin, MDMA, ......
      ...
      - Mitglieder: Koffeein, .....

      Gruppe Alkohol:
      - Ethanol
      - Methanol

      Statt mit Chemie könntest du auch sagen:

      Gruppe Kinder:
      - Junge x, Mädel y

      x und y sind unterschiedlich, aber gehören zur Gruppe Kinder

      Gruppe Eltern:
      - Vater a, Mutter b sind unterschiedlich, gehören aber zur Gruppe Eltern

      Was verstehst du unter Amphetamingruppe? Du nennst das glaube ich Klassen, oder?
    • @Kayt Hätte denn bei den von dir aufgezählten Tätigkeiten ein starker Leidensdruck auf dir gelegen ohne Medikament? Ich frage, weil es sich so liest, als wäre es eine gute Idee, bei allem, was man nicht gerade gern tut, ein ADHS-Medikament zu nehmen und dann klappt das schon. Also vor solchem Gebrauch möchte ich doch warnen :prof:
    • Ich bräuchte es halt für die Arbeit. Wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich an manchen Tagen zur Hälfte nur prokrastiniert. Und dann schaffe ich natürlich meine Aufgaben nicht. Hinzukommt dass ich nur sequentiell arbeiten kann, nicht parallel. Das ist aber der Autismus, der sich da meldet...
      Meine Psychiaterin ist "hauptberuflich" Diagnostikerin für ADHS bei Erwachsenen. Erst seit Kurzem macht sie auch Diagnostik für ASS. Da ich noch nicht lange bin (3 mal insgesamt), ging es dort nach der ASS Diagnose erstmal um Medikamentenumstellung, Depressionsbekämpfung und GdB Antrag. Beim nächsten Termin werde ich sie ansprechen, ob eine ADHS Diagnostik nicht doch Sinn macht.
      Es eilt ja auch alles nicht... Und manchmal finde ich meine Gedankensprünge auch lustig :d
    • Marnie wrote:

      Wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich an manchen Tagen zur Hälfte nur prokrastiniert. Und dann schaffe ich natürlich meine Aufgaben nicht.
      Du brummst dir selbst Überstunden auf und das auf Kosten deines Arbeitgebers. Deine Faulheit geht auf Kosten deines Arbeitgebers und Kollegen. Da hilft auch kein ADHS Medikament.

      Das geht zu Lasten deiner Freizeit und damit deiner Regeneration. Dir ist klar, dass dir dein Chef kündigen kann und wenn ich mich nicht irre auch fristlos?

      Lass dir mal von deinem Vorgesetzten für die Aufgaben eine Deadline (Abgabedatum) setzen. Bei Verzug 10 € in die interne Kasse.

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    • @Tux

      Dann verstehen wir das mit den Gruppen in etwa gleich. Ich kann nur eben leider keinen Beleg dafür finden, dass MPH eine Teilmenge der Amphetamine ist und verstehe eher:

      Stimulanzien:
      Phenethylamine:
      Amphetamine: Amphetamin, Methampetamin, MDMA....
      Methyphenidat
      Tropanalkaloide wie Kokain (an dieser Stelle wird es schwieriger, weil manche Tropanalkaliode Stimulanzien sind, aber andere nicht. Das liegt, denke ich, daran, dass die Begriffe "Stimulanzien" und dann die Auflistung der Substanzen unterschiedlichen Kategorisierungseinheiten zu Grunde liegt. Chemisch-strukturell und pharmakologisch. So gehört MDMA zum Beispiel auch besser in die Gruppe der Entaktogene als der Stimulanzien)


      ......

      Ich würde wohl eher so verfahren:

      A

      Stimulanzien (was wirkt stimulierend auf das ZNS):
      - Amphetamin
      - Methamphetamin
      - Kokain
      - MPH
      .... etc

      Entaktogene:
      - MDMA
      ... etc.

      Psychedelika:
      - LSD
      - Psylocybin
      - .... etc

      ODER

      B nach chemisch-strukturellen Klassen unterscheiden:

      Phenethylamine:
      Amphetamine: Amphetamin, Methamphetamin, MDMA...

      ... etc.

      ****

      Wikipedia sagt zu Amphetaminen:


      Wikipedia wrote:

      Amphetamine belongs to the phenethylamine class. It is also the parent compound of its own structural class, the substituted amphetamines,[note 5] which includes prominent substances such as bupropion, cathinone, MDMA, and methamphetamine. As a member of the phenethylamine class, amphetamine is also chemically related to the naturally occurring trace amine neuromodulators, specifically phenethylamine and N-methylphenethylamine, both of which are produced within the human body. Phenethylamine is the parent compound of amphetamine, while N-methylphenethylamine is a positional isomer of amphetamine that differs only in the placement of the methyl group.[sources 4]


      ****

      Substituted amphetamines are a class of compounds based upon the amphetamine structure;[1] it includes all derivative compounds which are formed by replacing, or substituting, one or more hydrogen atoms in the amphetamine core structure with substituents.[1][2][3][4] The compounds in this class span a variety of pharmacological subclasses, including stimulants, empathogens, and hallucinogens, among others.[2] Examples of substituted amphetamines are amphetamine (itself),[1][2] methamphetamine,[1] ephedrine,[1] cathinone,[1] phentermine,[1] mephentermine,[1] bupropion,[1] methoxyphenamine,[1] selegiline,[1] amfepramone,[1] pyrovalerone,[1] MDMA (ecstasy), and DOM (STP).
      Leider konnte ich aber keine vollständige Auflistung finden, was im chemisch-strukturellen Sinn zu dem Amphetaminen gehört. Hast du so etwas finden können?

      Ich finde jedoch auch immer wieder Paper, die Methylphenidat als Piperipinderivat bezeichnen. Zum Beispiel hier:

      Methylphenidate off-label use and safety wrote:

      Methylphenidate hydrochloride [(dl-threo-methyl-2-phenyl-2-(2-piperidyl) acetate] is a central nervous system stimulant derived from piperidine that is structurally similar to amphetamine, and acts as a norepinephrine - dopamine reuptake inhibitor. It increases dopaminergic neurotransmission, particularly at the striatal and frontal levels, by inhibiting presynaptic dopamine transporters. By blocking reuptake of noradrenaline and dopamine at the level of the presynaptic neuron, it increases the release of these monoamines at the level of the synaptic cleft. The effect of methyphenidate is mediated by blocking the Dopamine Transporter (DAT), which increases the synaptic concentration of dopamine (Volkow et al. 2002), known to be a key neuromodulating agent.
      In einer Wikipedia-Debatte geht es auch um die genaue Zuordnung. Piperipine sind wiederum Alkaloide. Ah! Und jetzt kapiere ich, warum die Wikipedia schreibt, dass MPH eigentlich dem Kokain ähnlicher als dem Amphetamin sei :prof: Die Wikipedia klassifiziert MPH jedenfalls in beiden höheren Klassen (also Piperipine und Phenethylamine).



      Ich hoffe, dass die Ausführung einigermaßen verständlich waren, sorry, meine Konzentration schwindet langsam.
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Lefty wrote:

      Hätte denn bei den von dir aufgezählten Tätigkeiten ein starker Leidensdruck auf dir gelegen ohne Medikament?
      Beim Aufräumen des fremden Chaos schon, weil ich starke Probleme mit größerer Unordnung habe. Bei mir ist immer alles an seinem Platz, sonst kann ich mich nicht konzentrieren und ich habe das Bedürfnis eher zu "flüchten". Bei den anderen genannten Aktionen würde ich nicht von einem generellen Leidensdruck sprechen.

      Lefty wrote:

      Ich frage, weil es sich so liest, als wäre es eine gute Idee, bei allem, was man nicht gerade gern tut, ein ADHS-Medikament zu nehmen und dann klappt das schon. Also vor solchem Gebrauch möchte ich doch warnen
      Durch meine Beschreibung auf alles, was man nicht gern tut zu schließen, finde ich jedoch reichlich übertrieben. Wie gesagt, nehme ich MPH maximal einmal im Monat, insgesamt ein paar Male im Jahr (also auch nicht jeden Monat) und auch nur am Wochenende, wenn ich genug Zeit habe. Dinge, die ich nicht mag, muss ich aber leider sehr viel häufiger erledigen. Zum anderen ist es auch nicht unbedingt so, dass ich die Aktivitäten nicht mag. Es ist eher ein Booster und die Möglichkeit noch länger, effizienter und ohne Ablenkung durch andere Dinge und Gedanken einer einzigen Sache nachgehen zu können.

      Von dem Gebrauch deiner Lesart würde ich ebenso abraten. Es ist aber nicht mein Konsummuster :)
      "Auf der Metaebene lässt sich Abstand gewinnen zum Geschehen. [...] Und dabei zeigt sich, dass es andere Perspektiven, andere Erlebensweisen und viel mehr Möglichkeiten für Lösungen gibt, als sich der Mensch in seiner alten kleinen Welt hatte träumen lassen." (Brit Wilczek)
    • Tux wrote:

      Marnie wrote:

      Wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich an manchen Tagen zur Hälfte nur prokrastiniert. Und dann schaffe ich natürlich meine Aufgaben nicht.
      Du brummst dir selbst Überstunden auf und das auf Kosten deines Arbeitgebers. Deine Faulheit geht auf Kosten deines Arbeitgebers und Kollegen. Da hilft auch kein ADHS Medikament.
      Das geht zu Lasten deiner Freizeit und damit deiner Regeneration. Dir ist klar, dass dir dein Chef kündigen kann und wenn ich mich nicht irre auch fristlos?
      Wie schon geschrieben. Das hat nichts mit Faulheit zu tun. Es ist einfach so, dass ich mich auf solche Aufgaben nicht konzentrieren kann! Ich will, aber kann nicht. Deswegen suche ich ja nach Lösungen. Mir hier Faulheit vorzuwerfen, empfinde ich als ungerecht. Ich hatte auch schon mehrfach davon gelesen, dass das ein typisch autistisches Problem ist. Mangelnde Konzentration bei Tätigkeiten, die einen nicht interessieren.
      Für mich ist die Hürde eine Tätigkeit anzufangen immens hoch. Es kostet mich sehr viel Energie. Wenn ich aber mal angefangen habe, kann ich schlecht auch wieder aufhören. Und noch weniger kann ich auf eine andere Tätigkeit wechseln, nur weil diese wohl gerade dringlicher ist. Und ein weiteres Problem sind die Unterbrechungen durch Kollegen, Pausen etc. Danach die Tätigkeit aufzunehmen braucht wieder immens viel Energie.
      Nein, das ist keine Faulheit. Faulheit ist wenn man kann, aber trotzdem nicht macht. Ich kann aber nicht. Deswegen suche ich Unterstützung und Hilfe.
    • Lefty wrote:

      Es heißt ja auch, man wird klarer im Kopf davon.

      Unliebsame Aufgaben erledigen, darauf hat es keine Auswirkung, wie du schon schriebst. Ich meine Antrieb so, dass ich ein bisschen gepusht bin. Bei der Arbeit ist das teilweise negativ. Einerseits profitiere ich da viel vom MPH, weil ich viel weniger Flüchtigkeitsfehler mache und Gesprächen besser folgen und besser reagieren kann, anderseits arbeite ich wie gehetzt, unter zu schnellem Tempo.


      Gerade bei Telefonaten aber möchte ich es nicht mehr missen. Die Telefonate auf der Arbeit kann ich mit MPH deutlich besser führen.
      Eine weitere sehr deutliche positive Wirkung des MPH bei mir ist die auf die "Affektlabilität".

      Genauso geht es mir auch.
      Anlässlich meiner komorbiden ADHS nehme ich Elvanse Adult 30 mg/tgl. und komme damit sehr gut zurecht. Ich fühle mich u. A. ruhiger, klarer und strukturierter in meinen Denkprozessen, es fällt mir leichter auch lästige Aufgaben zu beginnen, sie in einer ordentlichen Qualität abzuschließen und kann mich über längere Zeit besser konzentrieren und fokussieren, ohne mich mit meinem starken Bewegungsdrang rumquälen zu müssen.
      Erhöhte Reizsensibilität besteht nach wie vor, aber ich fühle mich dadurch innerlich nicht mehr so getrieben und gestresst. Ebenso hat sich auch mein Stimmungsbild unter der Einnahme von Elvanse deutlich verbessert.
      Zu Beginn hatte ich gelegentlich Einschlafprobleme, wenn ich meine Dosis morgens zu spät einnahm, was sich aber nach einigen Wochen einpendelte.

      Insgesamt möchte ich diese medikamentösen Unterstützung nicht mehr missen.
    • Marnie wrote:

      Nein, das ist keine Faulheit. Faulheit ist wenn man kann, aber trotzdem nicht macht. Ich kann aber nicht. Deswegen suche ich Unterstützung und Hilfe.
      Dann habe ich nichts gesagt. Blöd ist halt das es nicht nur dich betrifft, sondern für andere Nachteilig ist. Ich kenne es nur, dass bei weniger Interesse an der Aufgabe, halbherzig und nicht ganz bei der Sache, es aus "Faulheit" vor sich her schiebt. Da habe ich auch so ein paar Sachen, aber betrifft halt nur mich.

      Marnie wrote:

      Für mich ist die Hürde eine Tätigkeit anzufangen immens hoch. Es kostet mich sehr viel Energie.
      Auch bei denen die dich Interessieren? Wenn du deine Aufgaben zentral verwaltest, so dass deine Kollegen sehen können wo du gerade dran am arbeiten bist, dann bitte doch einen Kollegen die Aufgabe für dich zu starten. Oder du setzt ein Startdatum. Das erzeugt den selben Effekt, wie die Deadline, nur das du dann eben auch anfängst.

      Marnie wrote:

      Und noch weniger kann ich auf eine andere Tätigkeit wechseln, nur weil diese wohl gerade dringlicher ist.
      Wenn man gerade drin versunken ist, ist es "ärgerlich" und der Wechsel braucht einen kurzen Moment, aber dann gehts. Ich war mal im Programmcode zu Hause versunken als es klingelte und ich noch geistig im Code unterwegs war, die Tür öffnete und sich die neue Nachbarin vorgestellt hatte, hab ich auch nen Moment nach dem öffnen gebraucht. Nach dem Motto äh, was, ahso ja ich bin der ....... und wieder zum Rechner gestiefelt. (schon ein paar Jahre her)

      Das kann man üben und ist recht einfach. Aufschreiben, wo du aufgehört hast bei einer weniger wichtigen Aufgabe und dann die mit der höheren Priorität abarbeiten.

      1. Priorisiere deine Aufgaben und hole dir eine Rückmeldung von Kollegen oder Vorgesetzten, ob das so mit den vorgegebenen Prioritäten übereinstimmt. So bekommst du ein Gespür dafür, was wie wichtig ist.

      2. Setze dir für die Aufgaben eine Deadline (Datum an dem Fertig sein muss), besser ist dein Vorgesetzter legt die Deadline fest. Wenn dein Vorgesetzter das macht, dann fällt einem nicht so schnell eine Ausrede ein, warum man die Aufgabe doch nicht gemacht hat.
      Bei Verzug 10 €, gilt auch für die Kollegen, in die interne Kasse, wovon alle dann Pizza bestellen.

      3. Notfall hat immer Prio. Das ist ähnlich wie ein Anruf von einer Freundin, die dich bittet sie ins Krankenhaus zu fahren, weil der Nachwuchs raus will.

      Wie machst du das den zu hause? Beispiel: Du machst gerade etwas und dir fällt auf, dass du den Müll noch an die Strasse stellen musst, weil er den nächsten morgen abgeholt wird. Unterbrichst du dann deine aktuelle Tätigkeit und bringst den Müll raus oder erst beim nächsten Abholtermin zwei Wochen später?


      Marnie wrote:

      Und ein weiteres Problem sind die Unterbrechungen durch Kollegen, Pausen etc.
      Durch explizite Fragen an dich oder durch Geräuschkullisse? Bei letzterem Kopfhörer auf und tata. Statt die Pausen zu machen, arbeitest du sie durch und machst früher Feierabend, sofern möglich.