Vermögensanrechnung im Bafög-Bescheid rechtens?

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    • Vermögensanrechnung im Bafög-Bescheid rechtens?

      Hallo zusammen,

      ich habe zurzeit Probleme mit dem Bafög-Amt und hoffe, dass mir vielleicht hier jemand weiterhelfen kann.
      Damit ihr die komplette Geschichte versteht, muss ich allerdings zuerst erklären, was vor meinem Studium passiert ist.
      Mein Vater ist Hartz4-Empfänger und bis vor dem Studium befand ich mich zusammen mit ihm in einer Bedarfsgemeinschaft.
      Das führte dazu, dass ich vom meinem Gehalt während meiner dreijährigen Ausbildung nicht alles behalten konnte, weil es teilweise meinem Vater angerechnet wurde.
      Ich habe ihm allerdings nicht alles sofort zurückgezahlt und so entstand einiges an Schulden.

      Jetzt das eigentliche Problem: Bei meinem ersten Bafög-Antrag konnte ich die Schulden nicht glaubhaft nachweisen und man rechnete sie mir als Vermögen an.
      Somit war ich etwa 1000€ über dem Freibetrag. Ich habe Widerspruch eingelegt, aber es half nicht.

      Vor Kurzem habe ich den zweiten Antrag abgeschickt und der Bescheid kam auch recht zügig an.
      Mich traf der Schock, als mir mehr Vermögen angerechnet wurde, als ich hatte.
      Ich war wieder über dem Freibetrag.
      Natürlich dachte ich, dass ein Fehler vorliegen muss, also rief ich die zuständige Person beim Bafög-Amt an.
      Man sagte mir, dass kein Fehler vorliege und aufgrund eines Gesetzes das Vermögen in den nächsten Antrag übertragen wird.
      Ich fragte was man denn noch tun könnte und man sagte mir, dass ich nachweisen müsse, dass ich das Geld für eigene Zwecke verwendet hätte.
      Sonst würde mir bei JEDEM neuen Antrag das Geld wieder als Vermögen angerechnet werden.
      Natürlich kann ich nicht nachweisen, dass ich das Geld für eigene Zwecke ausgegeben habe, weil es eben nicht mein Vermögen ist, sondern nur die Schulden an meinen Vater.

      Ich fühle mich im Moment einfach nur verzweifelt und hilflos, weil ich mich mehr als ungerecht behandelt fühle und mit Logik auch nicht weiterkomme. :x
    • Verstehe ich das richtig:

      Vater und du vor Studium Bedarfsgemeinschaft. Du verdienst z.B. 1400 Euro, davon hättest du theoretisch 200 Euro an deinen Vater geben sollen. Nach 10 Monaten befanden sich also 2000 Euro auf deinem Konto, die eigentlich deinem Vater "gehören", aber jetzt dein Vermögen sind in den Augen des Bafög-Amtes? - Ich vermute wenn dem so wäre, wäre es echt schwierig, dem Bafög-Amt nahe zu bringen, warum das nicht dein Vermögen ist.

      Ich denke du solltest unbedingt zur Sozialberatung oder Beratung zur Studienfinanzierung von deinem Studentenwerk gehen und dich beraten lassen.

      Oder beim Bafög-Amt nachfragen, ob du deinem Vater das Geld jetzt noch überweisen kannst, um deine Schulden zu bezahlen, wenn dann aus dem Verwendungszweck klar hervorgeht und durch die Jobcenterschreiben belegen lässt, dass das Geld wirklich seines ist.

      Aber am Besten ist wohl, wenn du dich beraten lässt.
      Surprised by the joy of life.
    • Vielleicht Kontoauszüge einreichen? Mehr kannst du doch nicht machen um zu zeigen, dass da kein Vermögen ist, oder? Frag konkret nach, was sie für einen Nachweis brauchen; denn du bist auf das Geld dringend angewiesen (so oder ähnlich würde ich das formulieren). Am besten direkt vor Ort mit dem Verantwortlichen sprechen, nicht per Mail. Vielleicht kannst du sogar deinen Vater mitbringen, oder irgendeinen Nachweis darüber dass ihm dein Geld auf sein Hartz4 irgendwie angerechnet wurde.

      Ich würde ansonsten versuchen mich damit erst mal an eine Beratungsstelle zu wenden, zB vom AStA deiner Uni. Oder mal bei deinem Fachschaftsrat nachfragen ob dir dort jemand eine Anlaufstelle nennen kann.
    • Ja genau, für das Bafög-Amt sind die Schulden an meinen Vater mein Vermögen.
      Die Schulden, habe ich übrigens bereits an ihn zurückgezahlt, das ist wohl aus meinem Eingangspost nicht so deutlich hervorgegangen.
      Was die Nachweise angeht: Da haben wir bereits auch so ziemlich alles versucht. Das Problem war, dass wir nicht rechtzeitig einen Schuldschein erstellt hatten.
      Am Telefon wurde mir zwar gesagt, dass man das noch nachholen könnte, aber akzeptiert wurde es dann am Ende doch nicht.
      Die Bescheide, die mein Vater vom Jobcenter erhalten hat, aus denen auch hervorging, dass er im entsprechenden Zeitraum weniger Geld für mich erhalten hat, haben wir auch mitgeschickt, aber geholfen hat es am Ende trotzdem nicht...
      Ich werde dann mal schauen, ob ich mir irgendwo Hilfe an meiner FH holen kann.