Probleme mit lockeren Freundschaften/Bekanntschaften?

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    • Probleme mit lockeren Freundschaften/Bekanntschaften?

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      Hallo,

      geht es euch evtl. auch so? Freundschaften/Bekanntschaften, die man nicht genau einordnen kann, stressen euch? Enge und echte Freunde (m/w/d) sind selten und wichtig und ich komme ganz okay damit zurecht. Mir ist schon vom Kopf her klar, dass auch andere Arten von Freundschaft und Bekanntschaft gut und vernünftig sind. Aber ich finde sie manchmal sehr anstrengend. Vielleicht weil man es zu wenig einschätzen kann? Aber wie lernt man damit zu leben? Oder weil ich die Regeln darin nicht kenne ... ? Aber es ist ja auch immer wieder anders ... Und ich verstehe vom Kopf her auch, dass es gut ist und die Basis für engere Freundschaft manchmal bieten kann usw. Vielleicht ist es ein Luxusproblem und/oder ich habe nur Angst verletzt zu werden ... In einem bestimmten Kontext kann es gerade nützlich sein, mit mir irgendwie befreundet zu sein ... und eine alte Bekannte / ehemalige Freundin kommt auf mich gerade diesbezüglich zu. Der Kontakt kann auch für mich nützlich sein. Aber so ein Denken ist mir eigentlich fremd ... Und wie finde ich ein gutes Maß des Umgangs? Nicht zu verschlossen... nicht zu offen ... Am liebsten würde ich die Kontaktaufnahme ignorieren, aber das ist ja leider auch eine Aussage ... Und zuviel anecken will ich auch nicht auf der Welt ... oder nicht noch mehr. :nerved:
      Würde mich freuen, wenn ihr Gedanken dazu habt.
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      @thira3006: Bei mir sind Bekanntschaften und Freundschaften auch ein schwieriges Thema. Ich möchte immer am liebsten alles in Schubladen einordnen und möglichst viele Anhaltspunkte haben, wie ich mich zu benehmen habe. Wie oft darf/muss ich mich melden, worüber darf/muss ich sprechen, wie lange darf/muss ein Kontakt dauern. Wann und warum könnte sich der Kontakt von locker zu enger entwickeln? Woran erkenne ich, ob mein Gegenüber einen engeren Kontakt möchte, möchte ich überhaupt mehr Kontakt? Gäbe es "Vorschriften" würden die mir wahrscheinlich auch nicht passen. Aber von alleine ergibt sich da irgendwie nichts, ich muss alles bewusst steuern und merke richtig, wenn man einen Schritt aufeinander zugeht (RW) und die Bekanntschaft enger wird.

      Es gibt aber auch eine Reihe Leute, die kann ich gar nicht richtig einordnen. Zurzeit habe ich kaum noch Kontakte, es gab aber mal viele, die ich durch ein gemeinsames Hobby viele Jahre jede Woche traf, mit denen es auch immer mal tiefere Gespräche gab, mit denen ich aber außerhalb des Hobbys keinen Kontakt hatte. Sind das Freunde, Bekannte, nochwasanderes? Und ich staune immer wieder darüber, wie es passiert, dass Menschen sich außerhalb des vorstrukturierten Rahmens treffen. Plötzlich haben sie Handynummern ausgetauscht und treffen sich zum Fußballgucken oder Stadtbummel oder fahren gar gemeinsam in Urlaub. Wie machen die das? (Rhetorische Frage. Die Theorie ist mir klar, aber mit der praktischen Umsetzung haut das bei mir nicht hin.)
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
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      in der NT-Welt gab und gibt es für mich auch nur Freunde oder keine Kontakte.

      Jetzt in meiner Aspie-Welt habe ich viele AS-Kontakte, man trifft sich gelegentlich, oder schreibt sich gelegentlich, es ist einfach nur schön!
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      hi thira,
      mir gehts auch oft so. ich glaube ein problem an der ganzen sache mit menschen, die mich noch nicht so kennen, ist, dass sie andere erwartungen haben, die ich nicht erfüllen kann. weil ich aber dauernd versuche "normal" zu sein, sende ich wahrscheinlich an der stelle automatisch auch falsche signale. das ist echt schwierig eine balance zu finden zwischen "normalität" und authentizität. dazu kommt, dass ich oft selbst viel zu spät merke, was ich denn überhaupt will (oder auch nicht!). ich habe schon öfter festgestellt, dass viele menschen mich zuerst nett finden, dann sich aber relativ schnell wieder abwenden. das finde ich oft enttäuschend. vielleicht erweckt mein verhalten auch den eindruck von desinteresse (sowohl das kommunikationsverhalten als auch die quantität, also wie häufig schaffe ich es mich zu melden, was zu unternehmen o.ä.).

      @Mya hats auch ganz gut ausgedrückt mit den verwirrungen um die anleitung für solche kontakte
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      Bekanntschaften wollen ja auch "gepflegt" werden.
      Hier den Überblick zu behalten, dazu der dafür nötige Einsatz....kriege ich einfach nicht hin.
      Entweder es wird recht schnell Freundschaft, oder es verläuft im Sande/RW.
      Manchmal bringen Menschen, die mit mir Bekanntschaft wollen einseitig immer wieder diesen Einsatz. Sie akzeptieren, dass ich das nicht kann.

      Ein Grund, warum ich AS recht schnell offenlege, incl dieses Phämomens.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
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      Vielleicht liegt es an der Definition von Freundschaft und Bekanntschaft?
      Bekannte sind für mich die, bei denen ich mich immer wieder melde, um zu wissen, wie es ihnen geht. Aber einfach aus Neugierde, weil Psychologie mein SI ist. Der Kontakt erfüllt mich aber nicht, deswegen bemühe ich mich nicht besonders.

      Wenn mir am Menschen was liegt, dann ergeben sich meine Bemühungen um Kontakt automatisch, weil es mein Bedürfnis ist, mit denen in Kontakt zu treten. Ich "pflege" keine Kontakte, ich versuche meinem Herzen zu folgen.
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      Sonne wrote:

      Wenn mir am Menschen was liegt, dann ergeben sich meine Bemühungen um Kontakt automatisch, weil es mein Bedürfnis ist, mit denen in Kontakt zu treten. Ich "pflege" keine Kontakte, ich versuche meinem Herzen zu folgen.
      :thumbup:

      Genau solche Fragen wie die von @Mya genannten ("Wie oft darf/muss ich mich melden, worüber darf/muss ich sprechen, wie lange darf/muss ein Kontakt dauern?") möchte ich mir ausdrücklich nicht stellen müssen - das wäre mir viel zu anstrengend.

      Ich habe zwar (AS-bedingt?) bei solchen Themen auch immer irgendwo den Drang zum exzessiven Reflektieren und Systematisieren ("Ist das jetzt schon ein 'Freund' oder doch eher nur ein 'Bekannter'?"), empfinde das aber eigentlich als "störend" und versuche das daher abzuschalten.
      Am besten ist es doch, wenn man sich einfach so oft schreibt / trifft / wasauchimmermacht, wie beide Lust drauf haben. :) Ohne, dass das dann in irgendeine vorgefertigte "Schublade" passen muss. Da muss man diesen "Systematisierungsdrang" einfach mal ignorieren lernen. :d

      Chch wrote:

      Jetzt in meiner Aspie-Welt habe ich viele AS-Kontakte, man trifft sich gelegentlich, oder schreibt sich gelegentlich, es ist einfach nur schön!
      Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das mit anderen Aspies oder VAs oft sehr viel besser funktioniert. :)
      Irgendwie scheinen "komische" / atypische Freundschaftsmodelle hier verbreiteter zu sein / schneller akzeptiert zu werden. ^^
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt
      Gurkensalat
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      Ich finde das mit Freundschaften und Bekanntschaften auch schwierig. Mit Bekannten verbringe ich nur Zeit, wenn es wirklich notwendig ist. Ehrlich gesagt plane ich Zeit mit Bekannten wie Zahnarztbesuche, wo man auch nur hingeht, wenn es a) akute Probleme gibt oder b) alle sechs Monate, damit akute Probleme gar nicht entstehen.
      Da ich zu meinen Bekannten keine tiefe emotionale Beziehung habe, ist es für mich auch verkraftbar, wenn diese mein Verhalten sonderbar finden.

      Freunde habe ich nur sehr wenige und da habe ich mir schon in der Schule angewöhnt dafür zu sorgen, dass meine Freunde im Idealfall sich auch unter einander gut verstehen. Das hat für mich den Vorteil, dass ich zwei Freunde zur gleichen Zeit treffen kann (und damit einen Nachmittag "gespart" habe) und auch, dass sich die Freunde untereinander unterhalten können und ich einfach nur dabei sein muss.

      Was mir am anfang extrem schwer gefallen ist, ist, Freunde auch mal "zum Spaß" zu treffen. Denn eigentlich habe ich mich mit Freunden immer nur dann getroffen, wenn entweder die ein Problem hatten oder ich. Bis ich dann irgendwann gemerkt habe, dass das für die Beziehung nicht so toll ist, sich nur zu "Krisengesprächen" zu treffen und dass meine Freunde da wohl auch das Bedürfnis haben, einfach so Zeit mit mir zu verbringen. Deswegen versuche ich jetzt, auch mal Leute ohne konkreten Anlass zu kontaktieren. Was mir allerdings schwer fällt, weil mich diese "nur so zum Spaß"-Treffen eher stressen, als dass sie mir Spaß machen. Die Krisentreffen machen zwar auch keinen Spaß, aber die machen wenigstens Sinn... Ich versuche jetzt, diese stressigen "Spaß-Veranstaltungen" als eine Art Feuerwehrübung zu sehen, Krisenprävention oder eben weiteres "was normale Menschen gerne machen"-Training zu sehen.

      Die besten "nur so zum Spaß"-Bekannten sind für mich Tiere. Nur, dass die einem in Krisensituationen halt selten weiterhelfen können...
      Die Welt wäre sehr langweilig, wenn alle Vögel fliegen könnten... :)
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      Mir fällt es schwer, diejenigen Bekanntschaften auszumachen, bei denen es sich "lohnt", sie locker weiterzuführen bzw. bei denen die andere Seite daran ein Interesse hätte. Ein paar Leute habe ich noch aus der Ausbildung, bei denen alle paar Tage oder Wochen mal Kontakt ist, sonst eigentlich nur über die Arbeit. Den Mittelweg zwischen "richtig gute Freunde" und "mir egal" treffe ich leider nur selten.
      Bei (Rück-) Fragen oder Bezugnahme bitte zitieren oder mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. —— Wie das Land, so die Witze: Platt.
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      Vielen Dank für eure Antworten, die inhaltlich hilfreich bzw. aber auch dahingehend hilfreich waren, dass ich mein Problem konkretisiere! Und besonderen Dank an alle, die so persönlich von sich geschrieben haben! Vielen Dank, dass ich mich sehr verstanden fühlen darf! Besonderen Dank an @mya!

      Meine noch offenen Fragen:

      1. Wie hält man es aus, wenn man „die Schublade nicht kennt, in die der jeweilige Mensch gehört“? Und es ist ja wohl normal eigentlich dieser Zustand.
      2. Wie bekommt man Abstand bei Annäherungsversuchen des Gegenübers - meine es im Sinne von Freundschaft/Bekanntschaft „nur“ - ohne das Gegenüber verärgert ist und man trotzdem eine gute Grundstimmung zwischen der anderen Person und sich behält. Ich meine Menschen, von denen man weiß, dass sie nicht so gut für einen sind.
      3. @Mya und wer sonst Gedanken dazu hat.: Ich habe mir ja schon viel angelernt. Aber zu @myas „Und ich staune immer wieder darüber, wie es passiert, dass Menschen sich außerhalb des vorstrukturierten Rahmens treffen. Plötzlich haben sie Handynummern ausgetauscht und treffen sich zum Fußballgucken oder Stadtbummel oder fahren gar gemeinsam in Urlaub. Wie machen die das? (Rhetorische Frage. Die Theorie ist mir klar, aber mit der praktischen Umsetzung haut das bei mir nicht hin.)“ muss ich gestehe, ist mir die Theorie unklar. Darf ich bitte Infos dazu bekommen?
      4. Viele Situationen bekomme ich irgendwie geklärt in meinem Alltag, aber es nimmt mir viel Zeit und Kraft. Ich denke, ich sollte das wohl zurückschrauben.

      Herzliche Grüße an alle!
      thira

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      Zu 2. - auf Treffenangebote ausweichend antworten und nicht konkret werden, keine eigenen Fragen stellen, nur antworten und das am besten verzögert.

      Die Frage war doch, wie man sich unerwünschte Menschen vom Leib hält?
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      Ich versuche mich mal im Antworten, und bin ebenfalls gespannt auf weitere Reaktionen, weil das für mich ein wichtiges, aber schwieriges Thema ist. Die Theorie klingt oft einfach, aber die sozialverträgliche Umsetzung ist es für mich keineswegs :? Vielleicht sollte ich dazu noch betonten, dass ich VA bin und definitiv sozialängstlich bin. Das macht sicher manches anders, als wenn man da keine Ängste hat.

      thira3006 wrote:

      1. Wie hält man es aus, wenn man „die Schublade nicht kennt, in die der jeweilige Mensch gehört“? Und es ist ja wohl normal eigentlich dieser Zustand.
      Oft orientiere ich mich an meinem Gegenüber. Ich bin vom Typ her ohnehin zurückhaltend und re-agiere oft mehr, als das die Initiative von mir ausgeht. Frage z.B. nur Sachen, die ich auch gefragt werde oder schlage nur dann eine gemeinsame Unternehmung vor, wenn ich mit demjenigen (auf dessen Vorschlag hin) schon mal etwas ähnliches gemacht habe. Ich versuche auch, den Kontakt zu nehmen, wie er ist, ohne ihn einzuordnen. Aber das ist schwer, weil ich viel nachdenke.

      thira3006 wrote:

      2. Wie bekommt man Abstand bei Annäherungsversuchen des Gegenübers - meine es im Sinne von Freundschaft/Bekanntschaft „nur“ - ohne das Gegenüber verärgert ist und man trotzdem eine gute Grundstimmung zwischen der anderen Person und sich behält. Ich meine Menschen, von denen man weiß, dass sie nicht so gut für einen sind.
      Das finde ich auch schwer. Verabredungen ablehnen finde ich nicht so schwer - aber ich habe immer Angst, dass mein Gegenüber mir das übel nimmt. Eigentlich ja sein Problem, wenn er meine Grenzen nicht akzeptiert, aber die Grundstimmung kann trotzdem leiden. Das Problem habe ich aber auch nur sehr selten, da ich offenbar meistens sehr distanziert wirke und sich keiner näher traut. Siehe auch nächste Antwort.

      thira3006 wrote:

      3. @Mya und wer sonst Gedanken dazu hat.: Ich habe mir ja schon viel angelernt. Aber zu @myas „Und ich staune immer wieder darüber, wie es passiert, dass Menschen sich außerhalb des vorstrukturierten Rahmens treffen. Plötzlich haben sie Handynummern ausgetauscht und treffen sich zum Fußballgucken oder Stadtbummel oder fahren gar gemeinsam in Urlaub. Wie machen die das? (Rhetorische Frage. Die Theorie ist mir klar, aber mit der praktischen Umsetzung haut das bei mir nicht hin.)“ muss ich gestehe, ist mir die Theorie unklar. Darf ich bitte Infos dazu bekommen?
      Die Theorie sieht so aus: Menschen treffen aufeinander, z.B. bei einer Fortbildung, einem Volkshochschulkurs, einer Chorprobe. Man sitzt nebeneinander oder steht in der Pause gemeinsam an der Toilette an. Einer beginnt das Gespräch (Smalltalk), z.B. mit "Singst du schon lange in diesem Chor?" Früher hätte ich mit: "Ja, [x] Jahre." geantwortet. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass es üblich ist, ausführlicher zu antworten: "Ja, ich habe schon als Kind bei dieser Chorleiterin gesungen und bin da so reingewachsen...." und/oder Gegenfragen zu stellen: "Wo hast du denn vorher gesungen?" und so entsteht ein Dialog (in den sich gerne noch andere einschalten). So weit komme ich mit der praktischen Umsetzung, wobei ich selten das Gespräch beginne. Ich weiß ja nicht, ob der andere sich unterhalten möchte.
      Bei anderen kommt dann irgendwann von einem Beteiligten der Vorschlag, doch mal [xy] zusammen zu machen. Weil man vielleicht merkt, dass es weitere gemeinsame Interessen gibt, man sich sympatisch ist... und man "irgendwie" merkt, dass das Gegenüber offen für mehr Kontakt ist. Lange dachte ich, es sind einfach besonders mutige Menschen, die so einen Schritt wagen und habe mich gewundert, warum ich so wenig mutigen Menschen begegne. Inzwischen gehe ich davon aus, dass ich irgendetwas signalisiere (oder eben gerade nicht signalisiere), dass mich distanziert oder desinteressiert erscheinen lässt. Selber traue ich mich nur in absoluten Ausnahmefällen den nächsten Schritt zu machen. Ich will nicht aufdringlich sein, außerdem habe ich oft Angst, dass ein Kontakt dann "außer Kontrolle" gerät, zu viel Nähe entsteht, zu hohe Erwartungen entstehen. Und dann wären wir bei Frage 2: Wie bremse ich mein Gegenüber sozialverträglich aus?

      Zu 4. fällt mir gerade nichts Schlaues ein. Zurückschrauben ist sicher gut, das versuche ich auch immer.
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
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      könnt ihr mir bitte helfen, mich beschäftigt eine Sache und zwar:

      bei der Diagnostik wurde ich gefragt, ob ich Freunde habe (hm, schwierige Frage). Ich hab geantwortet, dass ich eine Freundin hätte, die ich allerdings nur alle 3-4 Monate treffe oder Kontakt zu ihr habe, wenn SIE sich meldet.

      Dann wurde ich gefragt, über was wir reden und ich hab gesagt, dass eigentlich nur sie redet, vor allem über ihre Probleme und dass ich mich danach immer extrem "ausgesaugt" fühle.

      Die Diagnostikerin hat darauf gefragt, warum ich mich dann überhaupt mir ihr treffe? Ich habe geantwortet, daß ich ansonsten überhaupt keine Freundin mehr hätte... sie hat sehr irritiert geschaut.

      Meine Frage dazu: ist meine Antwort auf die letzte Frage AS-untypisch gewesen?
      Ich weiß eigentlich selbst nicht, warum ich mich überhaupt mit ihr treffe, aber die Vorstellung, gar keine Freundin zu haben, behagt mir nicht, ich will nicht asozial wirken.
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      Karou wrote:

      Ich weiß eigentlich selbst nicht, warum ich mich überhaupt mit ihr treffe, aber die Vorstellung, gar keine Freundin zu haben, behagt mir nicht, ich will nicht asozial wirken.
      Hmm... ich kann (ein wenig) nachvollziehen, dass man lieber 'Freunde' hat, die einem nicht viel geben als allein zu sein. Aber um nicht asozial zu wirken? Ich finde nicht, dass Menschen, die eine Freunde haben asozial sind. Unsozial vielleicht - aber das ist doch nicht schlimm?

      Ich hatte bis vor 10 Jahren nie enge Freunde, abgesehen von meinem jeweiligen Partner. Nach meiner Trennung (mit Umzug) traf ich eine Frau, die ich sehr sympathisch fand - und sie mich auch. Es hat lange gedauert (ca. 4 Jahre), bis ich sie als Freundin bezeichnen konnte - so wie ich Freundschaft verstehe.
      Seit ich innerhalb des Ortes noch einmal umgezogen bin, hat sich zu einer Nachbarin ganz langsam eine Freundschaft entwickelt - auch das hat einige Jahre gedauert.

      Und diese beiden Freundschaften beanspruchen mich so stark, dass es keinen Platz für 'lockere Freundschaften' (was das auch immer sein soll) gibt.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
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      Leseratte wrote:

      Unsozial vielleicht - aber das ist doch nicht schlimm?
      danke für deine Antwort, du hast Recht, unsozial trifft es besser.
      Es ist nicht schlimm, wenn man/ich keine Freunde hat/habe, aber da ich auch keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe, habe ich Angst, irgendwann ganz allein da zu stehen und das macht mir Angst... irgendwie.
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      Was ist schlimmer @Karou: 'Freundschaften', die einen anstrengen, auslaugen und die einem nicht wirklich gut tun. Oder allein sein? Und Kontakte z.B. über das Internet zu haben?
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~