Autismus und/oder Narzismus?

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    • Autismus und/oder Narzismus?

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      Diese Woche
      war ich mit dem ABW und meinem WG-Kollegen im Cafe.
      Da ich viel von Sachen rede, die mich interessieren und Probleme habe, mich drauf zu konzentrieren, wenn andere miteinander reden, stufte die Sozialarbeiterin mein Verhalten als narzistisch ein.
      Wenn ich spazieren gehe, bekomme ich auch wenig von der Gegend mit, da ich in Gedanken bin.
      Sie sieht meine Probleme nicht als Konzentrationsprobleme an
      Wenn ich mit Ihnen rede, koennen sie sich auch konzentrieren, meint sie zu mir.
      Sie geht davon aus, dass es sich nicht um Konzentrationsprobleme sondern um narzistisch es Verhalten haltet. Was meint ihr?
      Autistische heisst meines Wissens selbst.
      Ich leite mal das Wort Selbstbezogenheit davon ab.
      Aspergerdiagnose habe ich ja von der Autismusambulanz einer Uniklinik.
      Seit Kindheit hatte ich bis vor kurzem immer ADHS Diagnosen ohne richtige Testung en, da ich oft depressiv bin, und die Diagnose so schwierig sei, wie es immer Hiess.

      Sieht ihr autistisch3s Verhalten als narzistisch?

      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
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      Zur Selbstbezogenheit habe ich dir schon geschrieben - Autismus leitet sich von EIGENE WELT ab. Selbstbezogenheit ist Egozentrik.

      Das, was du beschreibst, würde ich ganz typisch egozentrisch plus ADHS-typisch bezeichnen.
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      Es schadet trotzdem nicht, sich für andere und deren Themen ab und zu zu interessieren. Das lenkt gleichzeitig auch von eigenen Problemen ab.

      Allerdings im Zusammenhang mit Autismus kann es auch sein, dass eine Situation zu anspruchsvoll ist, und man nicht die Kapazitäten hat, sich auf die anderen zu konzentrieren. Ein Zweiergespräch in einer ruhigen Umgebung ist z.B. etwas völlig anderes als wenn eine Gruppe im Café ist und noch weitere Gäste da sind.
      Alles wird galaktisch gut.
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      Mir fällt gerade ein, es war Sozialarbeiterin, keine Psychologin. Sie meinte sicherlich "narzisstisches Verhalten" als synonym für egozentrisch, also nur an sich denkend. Nicht im psychologischen Sinne als echten Narzissten.

      Und das würde zu Konzentrationsproblemen passen, Chaos im Kopf.
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      Ich habe vor kurzem einiges zu Narzissmus gelesen. U.a. stand irgendwo man könne den Narzissten leicht mit der Frage „sind Sie ein Narzisst?“ entlarven.
      Der Narzisst würde mit „Ja“ antworten, weil er daran nichts schlechtes sähe. Er ist ja so von sich überzeugt, dass er keine Zweifel an seinem Verhalten hat, weshalb eine Therapie meist nicht möglich ist (kurz gefasst).
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      So einfach ist das nicht. Die Narzissten haben ein gutes Bild von sich selbst und wollen nicht als schlechte Menschen gesehen werden.
      Da Narzisst mittlerweile ein sehr negativer Begriff geworden ist, kann ich mir kaum vorstellen, dass jemand freudig ja sagt. Außer er will auch als böse gelten, das wollen aber die wenigsten.
      Diejenigen, die ich kenne, haben es empört von sich gewesen und zurück angegriffen. Das ist eigentlich eher typisch.
      Jeder anderer würde wie Daniel hinterfragen.
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      Auf den Narzisst in meiner Familie passt es. Dem ist es völlig egal, ob irgendjemand denkt, er wäre böse.
      Da ist sogar noch Stolz dabei. Er denkt, er wäre der beste Mensch der Welt.
      O-Ton: „ mir ist es schon unheimlich, dass ich immer recht habe“.
      Er schreibt sogar die Briefe im Auftrag für seinen Anwalt, weil er das ja besser kann.
      Ach, was könnte ich für Sachen erzählen :m(:
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      Das war nur ein Beispiel. Er kann alles besser als andere seiner Meinung nach.Und nein, das denkt er nur.

      Er erwartet auch überall bevorzugte Behandlung.
      Glaubt mit Geld alles regeln zu können, kauft sich quasi Anerkennung...
      Es steht außer Frage, dass er Narzisst ist. Andere Menschen sind seinetwegen in Therapie.

      umgang-mit-narzissten.de/narzissten-in-der-familie/

      Da ist es ganz gut beschrieben.

      The post was edited 2 times, last by Eva39 ().

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      Stark egozentrisches Verhalten habe ich schon häufiger bei (Verdachts-)Autisten beobachtet... und mir dann auch schon mal die Frage gestellt, inwiefern das jetzt ein autistisches Problem ist oder eben nicht.
      Also gerade dieses "Ständig-nur-von-sich-Erzählen" / "Jedes-Gespräch-an-sich-Reißen" und eben "Anderen-nicht-Zuhören" (bzw. zumindest nicht so viel, wie man selbst von ihnen erwartet)...

      Beim Autismus ist ja erst mal lediglich die "Abstimmung" mit den anderen Gesprächsteilnehmern beeinträchtigt... Oft berichten hier im Forum ja Leute z. B., dass sie in Gesprächen "nie wissen, wann sie 'dran' sind" o. ä... mit der Folge, dass sie mal viel zu viel, mal zu wenig sagen... Das geschieht dann aber nicht so sehr aus einem Drang heraus, mehr zu reden als einem quasi "zusteht", sondern ist eben wirklich in erster Linie ein Problem der "Feinjustierung".
      Kurz gesagt: Der Autist redet nicht zu viel oder zu wenig - er redet lediglich zu falschen / unpassenden Zeitpunkten.

      Wenn aber jemand auf lange Sicht wirklich "zu viel" erzählt, soll heißen, seinen Zuhörern viel mehr an Konzentration abverlangt als er selbst aufbringt, dann würde ich das Verhalten zusätzlich als egozentrisch bezeichnen.

      -

      Was Narzissten und die Frage "Sind Sie ein Narzisst?" angeht: Angesichts des schlechten Rufs dieses Begriffs bezweifle ich, dass man sämtliche Narzissten auf diese einfache Art "entlarven" kann. :roll:
      Ich hab aber letztens auch mal nebenbei mitbekommen, wie jemand damit "prahlte", wie gut er darin sei, andere Leute in Gesprächen zu manipulieren, das hat mir dann doch zu denken gegeben... :roll:
      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Morgenstern (Vor einem Moment) aus folgendem Grund: Beitragsqualität hochgeschraubt
      Gurkensalat
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      @Eva39
      Dann gibt es wohl solche und solche. Mir ist sowas noch nie begegnet.

      @Abendstern
      Dass jemand stolz darauf ist, Menschen zu manipulieren (gerade gestern hab ich hier im Forum genau das gelesen oder zumindest den Eindruck bekommen ) , bedeutet nicht, dass er es für "narzisstisch" hält und die Frage, ob er ein Narzisst wäre, bejahen würde.

      Vielleicht sollte man einfach fragen, ob sie Menschen manipulieren können und es gerne machen. Wenn da ein begeistertes Ja kommt, dann ist es schon sehr aufschlussreich.
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      In einem Artikel habe ich mal gelesen, dass Narzissten sich manchmal in Autismusambulanzen vorstellen, weil sie meinen, Autisten zu sein. Aber normalerweise sollte ein Arzt das ja gut auseinanderhalten können, schließlich haben Narzissten keins der anderen Symptome, die Autisten haben (wie z.B. Bedürfnis nach Gleichförmigkeit usw.).
      Alles wird galaktisch gut.