The Good Doctor - 2. Staffel startet heute Abend

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    • Der neue Chefarzt Han hat aber irgendwann mal schlechte Erfahrungen mit einem Autisten gemacht. Das konnte man einem Gespräch zwischen ihm und Andrews entnehmen. Er hatte also von Anfang an Vorurteile gegen Shaun und sich seine Meinung über ihn daher längst gebildet. Die Sache mit der vermeintlichen Empathielosigkeit gegenüber der Mutter war also im Grunde nur ein Vorwand, um Shaun aus dem Team zu kicken. Dass Andrews sich dann so für Shaun eingesetzt und Han entlassen hat, damit Shaun wieder als Chirug arbeiten kann, hat mich dann doch sehr überrascht. Da hat der Mann tatsächlich mal Rückgrat gezeigt.

      Den Meltdown, den Shaun in der Umkleide hatte, fand ich gut dargestellt. Dieses "die Sachen nicht eingepackt bekommen und sie dann wütend mit Gewalt einpacken wollen und dann alles hinzuwerfen, als das nicht klappt", kenne ich nur zu gut. Allerdings hätte ich wohl noch zusätzlich den Spind vertrümmt und dabei rumgeschrien und rumgeheult. Im Gegensatz zu mir hatte er also einen noch recht harmlosen Meltdown.

      Ich fand die Symptome während seiner Zeit in der Pathologie auch nicht überzeichnet dargestellt. Shaun wollte ja schließlich gar nicht in die Pathologie, sondern weiterhin als Chirug arbeiten. Er befand sich dadurch in einer Situation, die ihn extrem gestresst und überfordert hat und wodurch seine Kompensation und auch das Stimming nicht mehr richtig funktionierten.
    • Ich finde die Reaktion des Chefarztes auch übertrieben.

      Ich mag leider auch überhaupt nicht die deutsche Synchronisation, weil die total übertrieben ist. Guckt euch mal einen Trailer aus dem englischen an und dann hat es auch viel mehr mit der Wirklichkeit zu tun.

    • Windtänzerin wrote:

      Der neue Chefarzt Han hat aber irgendwann mal schlechte Erfahrungen mit einem Autisten gemacht. Das konnte man einem Gespräch zwischen ihm und Andrews entnehmen. Er hatte also von Anfang an Vorurteile gegen Shaun und sich seine Meinung über ihn daher längst gebildet.
      Ja, das war in der neuen Folge, die ich jetzt erst ansehen konnte. Habe daher vorher den Thread nicht weitergelsen, um mir nicht die Überraschung zu verderben. Finde es nur hahnebüchen, dass er meinte man müsste objektiv so etwas beurteilen und da nicht persönliche Erfahrungen und Gefühle einfließen lassen, wo er selbst es doch tat.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Die Serie läuft ja zur Zeit wieder.
      Sie gefällt mir immer besser. Am Anfang fand ich es seltsam, dass ein so relativ auffälliger Autist als Arzt arbeiten können soll, aber inzwischen macht das schon alles Sinn. Er versteckt halt nichts und zeigt sich so, wie er ist.
      Ich kann mich immer besser mit ihm identifizieren, und es tut gut, zu sehen, wie er so offen mit allem umgeht und alles zeigt, wie er ist, was er fühlt und wie es ihm geht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Sie gefällt mir immer besser. Am Anfang fand ich es seltsam, dass ein so relativ auffälliger Autist als Arzt arbeiten können soll, aber inzwischen macht das schon alles Sinn. Er versteckt halt nichts und zeigt sich so, wie er ist.
      Bei mir ist es umgedreht, die 3 Staffel fand ich irgendwie nicht mehr so gut. Bald gibt es ja die vierte Staffel, da werde ich mal gucken, ob ich sie weiterverfolge.
    • Ich fand ihn von Anfang an und mittlerweile zunehmend übertrieben dargestellt - wer so stark beeinträchtigt ist, steht eher kein Medizinstudium durch. Andererseits gibt es immer nach wie vor in fast jeder Folge Details, wo ich mich sofort wiedererkenne (in einer Folge vor 1 oder 2 Wochen war er mal heftig am Flattern - das könnte mir ganz ähnlich passieren, nur etwas weniger Rumhüpfen, mehr eigentliche Flatterei). Aber die Darstellung ist doch in sich schlüssig, da war nichts dabei, wo ich nach dem was ich selbst kenne oder von anderen hier als Selbstbeschreibung gelesen habe sagen würde, dass es nicht authentisch wäre. Es ist nur zu extrem gehäuft in einer Person, als dass er als Arzt glaubwürdig wäre - aber das braucht es vielleicht, um es nach außen gut darstellen zu können. Es ist ja keine Doku über und für Autisten...
    • Es ist natürlich eine erfundene Figur, deshalb muss das alles deutlich dargestellt werden, und deshalb hat er auch ein Stück Genialität als Arzt. Aber ich habe mir überlegt, ob er diese Genialität auch deshalb haben kann, weil er nicht 90% seiner Energie dafür verschwendet, sich möglichst angepasst zu verhalten in jeder Sekunde seines Daseins.
      Es ist ja nicht so, dass er sich absichtlich unangepasst verhält, aber er ist eben einfach er selbst. Das finde ich gut.
      Seine Schwierigkeiten mit Körperkontakt während seiner Liebesbeziehung kamen mir anfangs auch etwas übertrieben vor. Aber wenn ich darüber nachdenke, so weit wie er bin ich noch gar nie gekommen. Jemanden zu finden, der alles so mitmacht wie seine Freundin ist mehr als ein Sechser im Lotto. Das ist noch eher unrealistisch als die Darstellung seines Verhaltens an sich. Das gibt sicher noch Stoff für Komplikationen in den nächsten Folgen.

      Seine Reaktion nach dem Tod seines Vaters war voll nachvollziehbar. Ich finde ihn insgesamt jetzt gut dargestellt und eben ein prima Vorbild für Authentizität.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Seine Schwierigkeiten mit Körperkontakt während seiner Liebesbeziehung kamen mir anfangs auch etwas übertrieben vor. Aber wenn ich darüber nachdenke, so weit wie er bin ich noch gar nie gekommen. Jemanden zu finden, der alles so mitmacht wie seine Freundin ist mehr als ein Sechser im Lotto. Das ist noch eher unrealistisch als die Darstellung seines Verhaltens an sich. Das gibt sicher noch Stoff für Komplikationen in den nächsten Folgen.
      Nunja das macht sie aber auch nicht auf Dauer mit, auch wenn ich sie gut verstehe wieso sie das nicht mehr ausgehalten hat, da stellt sich also die Frage inwiefern das ein sechser im Lotto war. Wobei ich tatsächlich da sein verhalten verständlich, wenn auch nicht klug finde, auch Autisten lieben nicht unbedingt rational und lieben auch mal eher die Person, die ihnen nicht gut tut.
    • Shenya wrote:

      Jemanden zu finden, der alles so mitmacht wie seine Freundin ist mehr als ein Sechser im Lotto. Das ist noch eher unrealistisch als die Darstellung seines Verhaltens an sich.
      Das ist wohl wahr. In seinem Alter war ich auch noch nicht so weit gekommen, einfach weil sich keine gefunden hatte, die beharrlich genug und gleichzeitig nicht zu forsch war (obwohl ich verglichen mit ihm geradezu ein unkomplizierter Draufgänger :irony: bin).
      Komischerweise stört mich seine Superkraft als Diagnostiker nicht; darin sehe ich eine nur etwas übertriebene Darstellung einer Kombination aus Mustererkennung und bildlicher Vorstellungskraft. Das ist etwas, das ich auf niedrigerem Niveau in etwas anderer Weise selbst habe, da kann ich leicht nachvollziehen, dass es jemanden geben kann, der darin zwei bis drei Klassen besser ist als ich.

      Ich schaue ihn immer noch gerne, erstens verstehe ich durch seine geballte Symptomladung besser, wie schwer es Leute mit stärkeren Einschränkungen als meine haben, erkenne mich aber zweitens in genügend Details wieder, dass das nicht dazu führt, mal wieder die eigene Diagnose anzuzweifeln, und bin dann immer froh, wie gut es mir selbst, aber auch meiner Tochter, meinem Neffen und meinem Bruder trotz AS geht.
    • Surprised wrote:

      Danke! Kann man das auch irgendwie (Stream / Mediathek) über den PC sehen? Weiß das jemand?
      Derzeit leider nur bei amazon, da man auch wenn man amazon prime hat da extra bezahlen muss sprich 3 euro pro folge oder 33 euro oder so für die gesamte Staffel. Alle Staffeln waren bei sky zu sehen. Sky ist da ja aber immer komisch und nimmt zwischendurch einfach einzelne staffeln oder ganze Serien wieder raus und deswegen kann man da derzeit nur Staffel 1 sehen.

      Bald kommt aber die vierte Staffel raus, ich glaube im November. Dann müsste sie bei sky auch zeitnah laufen, vielleicht stellen sie dann die 3 Staffel auch wieder rein.

      The post was edited 3 times, last by Zodd ().

    • Surprised wrote:

      Danke! Kann man das auch irgendwie (Stream / Mediathek) über den PC sehen? Weiß das jemand?
      Bei TV Now kann man es streamen, aber das kostet min. 4,99 pro Monat. Die beiden Folgen vom letzten Mittwoch kann man wohl kostenfrei sehen. Allerdings nur mit Werbung, weshalb ich die Folgen im TV aufzeichne, um dann die Werbung wegspulen zu können.

      Bei Amazon kann man die Serie auch nur gegen Geld sehen.
      So kann es eigentlich nicht weitergehen. Wird es aber.

      The post was edited 1 time, last by kim ().

    • Die Serie hatte zwischendrin irgendwie einen Durchhänger. Dadurch habe ich mir überlegt, die Serie nicht mehr weiterzuschauen. Mittlerweile ist dieser Hänger überwunden und ich schaue die Serie wieder gerne.

      Was mich an der Serie nur abartig stört, ist die Darstellung des Asperger-Syndroms und die damit einhergehende "Realitätsfernheit". Wenn ein Arzt mitten in der OP mit einem offenen Patient plötzlich panisch wegrennt, dann hat er die längste Zeit operiert. Aber in der Serie ist alles cool.

      Auch die Darstellung des Asperger-Syndroms außerhalb des OP stört mich. Aber das ist bei allen Serien mit dieser Thematik. Es wird einfach maßlos übertrieben dargestellt. Betroffene werden gar als nicht lebensfähig dargestellt. Keiner da, der Händchen hält? Weltuntergang! Und wenn das dann jemand schaut, der das AS nicht kennt, denkt sich z. B. bei einem Bewerber, der es wagt, sein AS anzugeben:"OMG! Bestimmt nicht!".

      Nicht alle mit AS haben aufgrund ihres Verhalten AS "auf der Stirn stehen". Die Mehrheit der Betroffenen wirkt auf andere Leute ohne Kenntnis einfach nur als komisch. Aber im TV wird es so massiv dargestellt. Wenn nicht gerade eine gute Doku wie auf ZDF kommt, die die Realität abbildet.

      The post was edited 1 time, last by Anokata ().

    • Anokata wrote:

      Was mich an der Serie nur abartig stört, ist die Darstellung des Asperger-Syndroms und die damit einhergehende "Realitätsfernheit".

      Anokata wrote:

      Aber das ist bei allen Serien mit dieser Thematik. Es wird einfach maßlos übertrieben dargestellt.

      Anokata wrote:

      Aber im TV wird es so massiv dargestellt. Wenn nicht gerade eine gute Doku wie auf ZDF kommt, die die Realität abbildet.
      Genau deswegen verzichte ich auf solche Sendungen. Ich schaue mir lieber authentische Dokus über reale Personen mit Asperger-Syndrom an. Am Besten finde ich persönliche Treffen mit Asperger-Autisten, z.B. auf Forentreffen oder in Selbsthilfegruppen. Für den Unterhaltungswert mögen ja solche Sendungen gut sein, aber sie fördern meiner Meinung nach sämtliche Klischees und verzerren das Bild des Asperger-Syndroms bzw. des Autismus-Spektrums.
    • Anokata wrote:

      Nicht alle mit AS haben aufgrund ihres Verhalten AS "auf der Stirn stehen". Manche wirken auf andere Leute ohne Kenntnis einfach nur als komisch.
      Ich denke, er ist halt einfach ein Autist im klassischen Sinn. Ich glaube, ich bin wie er, nur habe ich es immer versteckt, weil ich das als Kind so gelernt habe, und er nicht.

      Ob so jemand als Arzt arbeiten könnte? In Deutschland sicher nicht, da würden die Bedenkenträger auf die Barrikaden gehen. In USA keine Ahnung. Wahrscheinlich auch nicht.

      Am Anfang der Serie war man mit ihm noch nicht so nachsichtig, das hat sich entwickelt, weil seine Chefs gelernt haben, auf seine Fähigkeiten zu vertrauen, auch wenn er Aussetzer hat. Es ist eine schöne Vision (von Inklusion). Geht aber nur, wenn man, wie er, mit dem Autismus offen umgeht. Wenn man tagtäglich versucht, ihn zu verstecken, kann und wird so etwas nie passieren. Dann verliert man sich selbst, man geht vielleicht an der Schauspielerei kaputt und wird frühberentet, oder man fliegt eben raus, wenn ein Aussetzer passiert. Oder man ist tatsächlich so hochfunktional, dass das irgendwie funktioniert.

      Ich fühle mich zur Zeit immer gestärkt, wenn ich die Serie geschaut habe, als hätte ich ein Stück von meiner eigentlichen Identität wiedergefunden. Ich habe mehr Selbstvertrauen, wenn er in einer Folge mit etwas erfolgreich ist. Ich habe mehr Mut, zu meinen Eigenheiten zu stehen.
      Mal sehen, wie lange das anhält. Irgendwann wird mich die Serie vielleicht auch wieder nerven, die wenigsten Sachen bleiben auf Dauer gut. Aber im Moment passt es.
      Alles wird galaktisch gut.