Was passiert nach der Diagnose?

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    • Was passiert nach der Diagnose?

      Hallo!

      Ende Dezember weiß ich endgültig, ob ich mich im Spektrum befinde oder nicht.

      Nun stelle ich mir die Frage: Was passiert danach?

      Der Ärztin, die meine Diagnostik durchführt, hat mir extra noch dieses Jahr Termine zur weiteren Abklärung gegeben, damit ich noch während meiner Ausbildung Hilfe bekommen kann. Die ist nächstes Jahr im Sommer fertig.

      Nun frage ich mich: Was passiert nach der Diagnostik? Wohin wendet man sich, um Hilfe zu erlangen? Gibt es Leute, die einem am Arbeitsplatz helfen können, gewisse Anpassungen zu machen, sodass das Arbeitsleben einfacher wird? Findet man mit einer Diagnose, wenn man weiß, dass man gewisse Hilfe braucht/Anpassungen benötigt, überhaupt noch einen Job?

      Die Ärztin hat mir außerdem eine Broschüre für Autismus am Arbeitsplatz mitgegeben. Dort stehen Infos für Arbeitgeber aber auch für den Betroffenen selbst drin. Finde es dennoch sehr unübersichtlich x(

      Ich weiß, dass es Autismus Zentren gibt, aber irgendwie kommt mir das alles noch so unübersichtlich vor.

      Viele Grüße,
      Ljos
    • Ljos wrote:

      Was passiert nach der Diagnostik? Wohin wendet man sich, um Hilfe zu erlangen?
      Nach der Diagnose passiert - natürlich - nichts, sofern man nicht selbst Weiteres anstrebt. Grundsätzlich mag es für manche sinnvoll sein, einen Grad der Behinderung beim Versorgungsamt zu beantragen.

      Ljos wrote:

      Gibt es Leute, die einem am Arbeitsplatz helfen können, gewisse Anpassungen zu machen, sodass das Arbeitsleben einfacher wird?
      Es gibt den Integrationsfachdienst, dessen Aufgabe besteht genau aus dem von dir Beschriebenem.

      Ljos wrote:

      Findet man mit einer Diagnose, wenn man weiß, dass man gewisse Hilfe braucht/Anpassungen benötigt, überhaupt noch einen Job?
      Naja, im Prinzip ist es egal ob man eine Diagnose oder keine hat, wenn man einen Job sucht. Es zählt eher das Übliche wie die Bewerbungsunterlagen und dass man beim Vorstellungsgespräch gut rüberkommt.
      Wenn man einen GdB hat, wird man angeblich oft bevorzugt eingestellt. Ob das wirklich so ist kann man als fraglich bezeichnen. Zwei Kumpel von mir fanden tatsächlich leichter einen Job. Der eine, weil der Arbeitgeber besondere Fördergelder beantragte, weil er behindert ist. Er bezahlte ihn dann untertariflich, bekam noch was von der Agentur und somit war der Kumpel eine billige Arbeitskraft. Der andere wurde als Hilfskraft eingestellt mit der Bedingung, dass die Agentur seine Weiterbildung zur Fachkraft finanziert. Da hatten dann er und der Arbeitgeber was vom Behindertenstatus. Wenn Arbeitgeber einen langen Atem und Lust auf viele Formulare ausfüllen haben, Vorzeige-Inklusionsbetriebe sein wollen und/oder wirklich Menschen mit einem großen Herz sind, kann es schon leichter sein, einen angepassten Job zu finden.
      Surprised by the joy of life.
    • Wenn du noch keinen GdB hast wird es wahrscheinlich eher schwierig innerhalb so kurzer zeit (1/2 jahr bis ausbildungsende) noch vieles umzusetzen.

      willst du denn deinem chef wirklich davon erzählen? wenn ja, ist er ja vielleicht auch so (ohne GdB/ Integrationsamt etc.) bereit, dir etwas entgegen zu kommen. was wären denn geeignete hilfen für dich?

      von allein wird nach der diagnose erstmal nichts passieren.
      du könntest vorab schonmal bei dem autismuszentrum in deiner nähe nachfragen, ob sie mit erwachsenen arbeiten (macht nicht jedes ATZ). vielleicht gibt es ja auch ein job-coach-programm in deiner region. wenn ich das machen wollen würde, würde ich in der ambulanz nachfragen, wo ich diagnostiziert wurde (ich glaube, sie würde mich aber auch nur "weiterleiten"). aber ich weiß nicht, wie das woanders läuft.
    • Bei mir ist nach der Diagnose nicht viel passiert. Ich habe einen GDB beantragt, auch einen Ausweis bekommen, aber Hilfe dennoch nicht.
      Wo anders im Forum schrieb ich schon mal, dass ich länger krank geschrieben war, Krankengeld bekam und dank meines Arbeitgebers nun zu Hause arbeiten kann, bald aber wieder zurück ins Büro muss. Vor ein paar Tagen war ich dort zu Besuch, weil ich etwas abholen musste und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, mich wöchentlich wieder 40 Stunden dort aufzuhalten. Läuft die Home Office Frist ab, sieht es schlecht für mich aus.

      Hausarzt hilft nicht weiter, er meinte, ich brauche eine Psychologen. Also war ich bei der Psychologischen Ambulanz, da ich keine Psychologen fand, der noch Patienten aufnahm. Dort teilte man mir mit, falsch zu sein, ich solle erstmal meinen Bluthochdruck behandeln lassen und mich körperlich richtig durchchecken lassen und wenn die Beschwerden dann nicht nachlassen, eine Psychotherapie machen.

      Wieder zurück beim Hausarzt, schickte der mich zum Psychiater, doch auch hier finde ich keinen, der noch Leute aufnimmt und falls doch, mich am Telefon kurz fragt, worum es geht und mich dann direkt ablehnt. An dieser Stelle bin ich schon mal vor ein paar Jahren gescheitert, als ich einen Psychiater für eine Übeweisung für die örtliche Autismusambulanz suchte und dann eben in eine andere Stadt fuhr.

      Das örtliche Autismuszentrum ist auf Kinder spezalisiert, mit Erwachsenen können Sie nichts anfangen, da hatte ich auch schon nachgefragt.

      Mir wurde noch empfohlen, einfach in die Amublanz der psychiatrischen Klinik zu gehen, doch da ist die Hemmschwelle für mich sehr hoch. Es gibt zu viele Abteilungen, ich bin kein direkter Notfall und weiß auch gar nicht, was ich da sagen soll. Eigentlich brauche ich nur einen Arzt, der mich ernst nimmt und mich untestützen kann, sollte mein Arbeitgeber auf irgendwelche Atteste oder Nachweise bestehen. Kann er mir persönlich dabei auch noch weiterhelfen, wäre es natürlich perfekt, doch im Moment geht es mir erstmal um den Job.

      The post was edited 1 time, last by Ally: Tippfehler ().

    • @Ally
      Hast du denn schon versucht, mit deinem Arbeitgeber über deinen Eindruck zu reden, dass du keine 40 Stunden im Büro aushältst?
      Am Ende musst du ja eine Lösung mit dem AG finden und nicht mit dem Arzt. Vielleicht hört er dir ja auch so zu, ohne durch einen Attest gezwungen zu werden.

      Vielleicht wäre eine Teilzeit möglich oder eine Teilzeit im HO. 4 Stunden so und 4 Stunden so. Oder 2 Tage im Büro (Mo und Do zum Beispiel) und 3 Tage HO. Sowas sind häufige Modelle, auch bei NTs.
    • Ally wrote:

      Wieder zurück beim Hausarzt, schickte der mich zum Psychiater, doch auch hier finde ich keinen, der noch Leute aufnimmt und falls doch, mich am Telefon kurz fragt, worum es geht und mich dann direkt ablehnt.
      Ich wusste nicht, dass ein Psychiater einfach so Leute ablehnen kann (wenn grundsätzlich noch Kapazitäten da sind). Mit welcher Begründung machen sie das?
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Sonne, mein Arbeitgeber kam mir schon sehr viel entgegen. Bevor ich irgendwelche Diagnosen hatte oder den SBA. Alles nur über Gespräche, ich selber hatte damals noch gar keine Ahnung von Autismus oder ähnlichem, merkte aber, dass ich so wie die anderen nicht arbeiten kann. Nachdem ich das erste Mal 2 Monate am Stück krank war, bekam ich einen ruhigeren Platz, dann Kopfhörer, dann fast kein Telefon (wurde mir angeboten, ich fragte nicht danach), dann keinen Schichtdienst, dann einen noch ruhigeren Platz usw.

      Erst als ich diese Arbeitssituation hatte, stieß ich auf Autismus (bwz. wurde darauf gestoßen), durchlief die Diagnostik und beantragte den SBA, den ich aber auch nicht sofort dem Arbeitgeber zeigte. Erst ca. ein halbes Jahr später, als meine Krankentage wieder mehr wurden, habe ich ihn vorgelegt, in der Hoffnung, durch mehr Urlaub die Fehltage reduzieren zu können, um nicht in den Krankengeldbezug zu rutschen.
      Die ganzen oben genannten Erleichterungen wurde mir also so schon gewährt, weil ich wohl im schriftlichen Bereich mit meiner Effizienz deutlich über den Kollegen liege, so wird es mir zumindest gesagt. Ich weiß nicht, ob das der Motivation dient oder wirklich so ist, da ich immer nur meine Zahlen vorgelegt bekomme, aber keine von Kollegen zum Vergleich.

      Jetzt kamen sie mir auch noch mit dem Home Office entgegen, es wurde aber deutlich betont, dass dies nur zeitlich begrenzt ist und ich somit Zeit habe, eine Lösung zu finden. Auch hier hätten sie mich einfach im Krankenstand lassen können, ich koste dem Unternehmen ja nichts mehr, wenn ich Krankengeld beziehe. Ich würde ohne dem Angebot jetzt wahrscheinlich immer noch im Krankenstand sein und mich mittlwerweile zu Tode langweilen. Aufgrund der körperlichen Symptome ist mir die Freizeitgestaltung nicht in der Form möglich, wie ich sie gerne hätte und dazu mache ich meine Arbeit auch ganz gerne, sie gibt zusätzlich auch Struktur.

      Sonne wrote:

      Vielleicht wäre eine Teilzeit möglich oder eine Teilzeit im HO. 4 Stunden so und 4 Stunden so. Oder 2 Tage im Büro (Mo und Do zum Beispiel) und 3 Tage HO. Sowas sind häufige Modelle, auch bei NTs.
      Teilzeit möchte ich nicht, da ich dann zu wenig Geld verdiene und sollte ich doch wieder krank werden, noch weniger Krankengeld bekomme. Ich glaube, das würde auch nichts ändern, da mich die Arbeit an sich nicht großartig stresst, sondern die Arbeitsumgebung.
      Mal gucken, was mir angeboten wird. Ob ein Aufhebungsvertrag oder andere bessere Möglichkeiten, da ich dort bleiben möchte. Ein Jobwechsel wäre jetzt gerade dazu auch richtig unpassend, weil es mir noch immer nicht wirklich besser geht und ich nicht woanders anfangen möchte, wenn ich nicht mal sicher bin, überhaupt 3 Tage am Stück durchzustehen.
      Das Verständnis einzelner Kollegen ist natürlich auch erschöpft, die fragen sich schon, wie viele Extrawürste (RW) ich noch bekomme. Nach einigen Erleichterungen hatte ich gezielt gefragt, andere wurden mir angeboten und natürlich habe ich sie angenommen.
    • Shenya wrote:

      Ich wusste nicht, dass ein Psychiater einfach so Leute ablehnen kann (wenn grundsätzlich noch Kapazitäten da sind). Mit welcher Begründung machen sie das?
      Heute habe ich 6 Stück angerufen, 5 davon nahmen keine Leute mehr auf. Der 6. (Arzt war hier selber am Telefon), fragte mich kurz, worum es geht, denn so könne er schon mal prüfen, ob es passt und wenn nicht, dann würden er und ich sich die Zeit für einen unnötigen Termin sparen. Ich sagte es ihm und er meinte, dass ich kein Fall für eine Psychiater sei, ich solle zu einem Therapeuten gehen. Wahrscheinlich erkannte er, dass es nicht mit mal eben Medikamenten verschreiben getan ist und ich bin ihm zu aufwendig oder so. Ich sah dann auch keinen weiteren Sinn darin, zu versuchen, ihn doch zu einem Termin zu überreden, da dabei dann wohl tatsächlich nicht viel bei rauskommt.
    • Ally wrote:

      Mir wurde noch empfohlen, einfach in die Amublanz der psychiatrischen Klinik zu gehen, doch da ist die Hemmschwelle für mich sehr hoch. Es gibt zu viele Abteilungen, ich bin kein direkter Notfall und weiß auch gar nicht, was ich da sagen soll. Eigentlich brauche ich nur einen Arzt, der mich ernst nimmt und mich untestützen kann, sollte mein Arbeitgeber auf irgendwelche Atteste oder Nachweise bestehen. Kann er mir persönlich dabei auch noch weiterhelfen, wäre es natürlich perfekt, doch im Moment geht es mir erstmal um den Job.
      Also psychiatrische Institutsambulanz (PIA) hat eigentlich nichts mit Notfall zu tun. Eine PIA ist v.a. für Leute da, die aufgrund der Komplexität schwer einen anderen ambulanten Behandler finden. Eigentlich sind viele PIAs ziemlich cool, weil es da viele Angebote an einem Fleck gibt. Vom behandelnden Psychiater über therapeutische Gespräche, Gruppenangebote, Sozialberatung etc. Also gerade auch weil es um deinen Job geht wäre die PIA vielleicht für dich ideal. Wobei ich schon weiß, dass es zwischen den PIAs riesige Qualitätsunterschiede gibt.
      In der Regel haben PIAs Mailadressen und Telefonnummern, so dass man einen Termin vereinbaren kann. Also normalerweise ist es sinnvoll das zu tun, weil die Sprechstunden haben wie jede Arztpraxis.
      Surprised by the joy of life.
    • @Ally
      Verstehe ich es richtig, dass du abwarten willst, welche Ideen dir der AG vorsetzt, anstatt dir selbst Gedanken zu Lösungen zu machen und diese vorzuschlagen?
      Erscheint mir nicht besonders konstruktiv.

      Das Verhalten deines AG dir entgegen zu kommen finde ich sehr gut und so soll es auch sein. Umso wichtiger ist es, selbst nach weiteren Lösungen zu suchen.

      Mein Freund hat ähnliche Probleme auf der Arbeit gehabt und es auch kommuniziert und Lösungen umgesetzt. Ohne jegliche Diagnostik, die kam viel später und der AG weiß nicht davon.
      Es ist auch völlig egal, ob die Diagnose da ist oder nicht, die Probleme sind real und müssen gelöst werden.
    • @Sonne Ich hatte meinem Arbeitgeber immer wieder mitgeteilt, dass es mir zu laut ist, es selbst in den Pausen keine Rückzugsmöglichkeiten gibt und gefragt, ob ich in einem Raum, der nur manchmal für Besprechungen genutzt wird, arbeiten könnte, was abgelehnt wurde. Dann schlug ich wiederholt vor, ob ich nicht wieder Home Office zumindest an den Tagen machen kann, wo es mir nicht gut geht. (Das war früher mal erlaubt, wurde aber nach einem Wechsel der Vorgesetzten abgeschafft). Auch das wurde abgelehnt. Nachdem mir ohnehin schon so viel entgegengekommen wurde, traute ich mich natürlich nicht, da noch vehementer zu fragen, ich war ja froh, dass es überhaupt ging bis dahin. Nicht jeder Arbeitgeber hat so viel Geduld.
      Seit ich zu Hause arbeite mache ich mir Gedanken, wie man es im Büro besser gestalten könnte, wenn ich wieder dort bin. Mein Vorschlag wäre, weiterhin zu Hause zu arbeiten, entweder so wie bisher oder eben Tage oder Stundenweise, auf jeden Fall aber Vollzeit. Erstmal möchte ich aber hören, was der Arbeitgeber mir vorschlägt, wenn es soweit ist. Bisher kam man noch nicht auf mich zu wegen eines Gespräches und ich werde von mir selber aus nicht darauf aufmerksam machen, das der vereinbarte Zeitraum fast vorbei ist, sondern mich still verhalten und weiter von zu Hause aus arbeiten. Es wurde kein Enddatum fixiert, sondern bei Beginn ein Zeitraum von x Wochen genannt, mündlich.

      Ggf. könnte man sich auch an das Integrationsamt wenden, aber solange nicht klar ist, wie es weitergeht, macht das keinen Sinn, da das Amt vllt. gar nicht nötig sein wird. Erst muss ich die Seite es Arbeitgebers kennen und möchte selber verhandeln, das war bisher der beste Weg.

      Dadurch gewinnne ich auch Zeit, vielleicht irgendwen zu finden, der mir auch bei den gesundheitlichen Problemen weiterhelfen kann. Die Arbeit zu Hause ermöglicht mir, überhaupt arbeiten zu können, mir geht es auch schon etwas besser, aber noch weit entfernt von dem, wie es sein sollte / könnte. Ohne meinen Freund wäre ich ziemlich aufgeschmissen.

      Sonne wrote:

      Verstehe ich es richtig, dass du abwarten willst, welche Ideen dir der AG vorsetzt, anstatt dir selbst Gedanken zu Lösungen zu machen und diese vorzuschlagen?
      Erscheint mir nicht besonders konstruktiv.

      Würde ich mir keine Gedanken machen, wie du annimmst, hätte ich hier nicht geschrieben, dass ich auf der Suche nach Hilfe bin, dann würde ich einfach alles auf mich zukommen lassen und wenns nicht klappt, dann halt nicht....

      The post was edited 1 time, last by Ally ().

    • Jetzt klingt es ganz anders, war wohl ein Missverständnis. Deswegen habe ich auch nachgefragt.

      Ja, ich würde auch auf jeden Fall erstmal abwarten, bis er von alleine auf dich zukommt. Da du ja schon weitere Ideen hast, kannst du entspannt abwarten, was er zu sagen hat.
      Vorhin hab ich es anders verstanden.

      Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen!
    • Ally wrote:

      "Das Behandlungsangebot richtet sich an Kranke, die wegen ihrer Art, Schwere und Dauer ihrer Erkrankung eine kontinuierliche krankenhausnahe Versorgung benötigen."
      Das würde mich auch abschrecken... vielleicht könntest du mal eine Mail hinschicken und die Situation schildern (kein Psychiater, keine Therapie), und fragen, ob du dort richtig bist oder ob sie etwas anderes empfehlen würden.
      Ich weiß zwar nicht, ob jemand diese Mail brauchbar beantworten wird, aber man könnte es auf gut Glück probieren.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Surprised wrote:

      Ally wrote:

      Mir wurde noch empfohlen, einfach in die Amublanz der psychiatrischen Klinik zu gehen, doch da ist die Hemmschwelle für mich sehr hoch. Es gibt zu viele Abteilungen, ich bin kein direkter Notfall und weiß auch gar nicht, was ich da sagen soll. Eigentlich brauche ich nur einen Arzt, der mich ernst nimmt und mich untestützen kann, sollte mein Arbeitgeber auf irgendwelche Atteste oder Nachweise bestehen. Kann er mir persönlich dabei auch noch weiterhelfen, wäre es natürlich perfekt, doch im Moment geht es mir erstmal um den Job.
      Also psychiatrische Institutsambulanz (PIA) hat eigentlich nichts mit Notfall zu tun. Eine PIA ist v.a. für Leute da, die aufgrund der Komplexität schwer einen anderen ambulanten Behandler finden. Eigentlich sind viele PIAs ziemlich cool, weil es da viele Angebote an einem Fleck gibt. Vom behandelnden Psychiater über therapeutische Gespräche, Gruppenangebote, Sozialberatung etc. Also gerade auch weil es um deinen Job geht wäre die PIA vielleicht für dich ideal. Wobei ich schon weiß, dass es zwischen den PIAs riesige Qualitätsunterschiede gibt.In der Regel haben PIAs Mailadressen und Telefonnummern, so dass man einen Termin vereinbaren kann. Also normalerweise ist es sinnvoll das zu tun, weil die Sprechstunden haben wie jede Arztpraxis.
      So kenne ich es auch von der PIA in die ich gehe. Vielleicht gibt es ja in deiner Nähe auch eine und du rufst dort einfach mal an und lässt dir einen Termin geben. Ich muss nur jedes Mal wenn ein neues Quartal anfängt eine Überweisung von
      meinem Hausarzt mitbringen.
    • Erst mal: Vielen Dank für die vielen Antworten!

      Ich war unheimlich im Stress diese Woche und habe es leider nicht geschafft, früher hier reinzuschauen. x(


      kastenfrosch wrote:

      willst du denn deinem chef wirklich davon erzählen? wenn ja, ist er ja vielleicht auch so (ohne GdB/ Integrationsamt etc.) bereit, dir etwas entgegen zu kommen. was wären denn geeignete hilfen für dich?
      @kastenfrosch

      Ich denke, dass es auf jeden Fall hilfreich wäre, wenn er darüber Bescheid weiß. Leider ist es so, dass wir nur insgesamt 4 Mitarbeiter sind. Ich hatte schon häufiger angesprochen, warum ich z.B. langsamer arbeite o.ä.
      Dies wurde aber immer damit abgetan, dass ich "da halt durch muss, so ist es eben überall".
      Das "Problem" bei uns ist, dass ich direkt hinter mir die Switch an der Wand hängen habe, den Telefonverteilerkasten (oder wie man das Ding nennt, wir haben noch Kabeltelefone..) und unseren Telekom Router. Allein diese 3 Geräusche sind die ganzen 8 Stunden, die ich dort bin, präsent. Außerdem haben wir noch unseren Server mit im Raum, genauso wie den Drucker. Beides macht zusätzliche Geräusche. x(
      Habe auch schon angemerkt, dass ich mit Musik auf beiden Ohren wesentlich konzentrierter arbeiten kann. Geht aber nicht, weil ich, wenn alle Mitarbeiter beschäftigt sind, als Azubi eben ans Telefon gehen muss. Das höre ich aber nicht, wenn ich auf beiden Ohren meine Musik laufen habe. :(

      Ich denke auch nicht, dass ich SO schnell Hilfe bekommen kann. Was mich dieses Jahr so gestresst hat und was sich deshalb auch auf die Note ausgewirkt hat, war meine Zwischenprüfung. Ich besuche in Frankfurt a.M. die Berufsschule, weil ich dort 1 Jahr meiner Ausbildungszeit verbracht habe, bevor ich den Arbeitgeber in Wohnortnähe gewechselt habe, da es mir mit 4h pendeln mit der DB sehr schlecht ging. Ich bin aber nun in der IHK Gießen/Friedberg. Das heißt meine Zwischenprüfung, sowie meine Abschlussprüfung muss ich in Gießen ablegen. In einer Schule, die ich nicht kenne bzw kannte und wo ich niemanden sonst kenne. Das hat man deutlich an den Noten gemerkt... Ich hatte die Hoffnung, dass man hierbei vielleicht auch etwas machen kann. Denn ich hatte schon während meiner praktischen Zwischenprüfung mehrere fast-Meltdowns und bin abends zuhause dann auch komplett zusammengebrochen. Im Endeffekt hatte ich überall eine 3, wobei ich sonst in der Berufsschule immer bei einer 1 oder 2 liege. :?

      Ich weiß aber nicht, ob ich da noch überhaupt etwas machen kann, wenn ich die Diagnose dann schwarz auf weiß vorliegen habe. Denn meine schriftliche Prüfung ist ja nun schon nächstes Jahr mitte Mai. Die praktische Prüfung dann ein paar Wochen später.. :shake:



      Ally wrote:

      da mich die Arbeit an sich nicht großartig stresst, sondern die Arbeitsumgebung.
      @Ally

      Das ist bei mir wohl auch viel mehr der Punkt... Ich arbeite gerne als Mediengestalter. Es macht mir Spaß. Allerdings nur, wenn ich das machen kann, was mir gut liegt. Dann gehe ich total in dem Job auf und komme oft in den Zustand des hyperfokussierens auf meine Aufgaben. Dann kriege ich um mich herum gar nicht mehr viel mit. Allerdings merke ich jetzt schon während der Ausbildung, dass ich mit den 40h im Büro überhaupt nicht klarkomme. Wahrscheinlich auch wegen der Gegebenheiten. Kundenkontakt ist sehr schwierig, trotzdem muss ich den machen. Gehört halt dazu. Aber es zehrt unheimlich an meiner Energie...




      Je nachdem war ich auch am überlegen einen GdB zu beantragen - allerdings habe ich noch nicht ganz verstanden, was der mir bringt, wenn er unter 50 ausfällt. Eigentlich doch gar nichts - oder?
      Ein Autismuszentrum habe ich schon gefunden. Das ist in derselben Stadt, wo ich auch arbeite. Also nicht weit. Soweit ich mich schon informiert habe, bieten sie auch Therapien für Erwachsene an. Das wäre nämlich der nächste Punkt - Psychotherapie. Die einzigen Zeiten, die man dort bekommt liegen mitten in den Bürozeiten. Abends hat kaum jemand etwas frei. Falls überhaupt noch ein Kassentherapeut einen Platz hat. Bei den meisten wurde mir gesagt, ich müsse 2 Jahre auf einen Platz warten. x( Wobei die meisten sich da ja auch eher weniger mit Autismus überhaupt auskennen...
    • Ljos wrote:

      Geht aber nicht, weil ich, wenn alle Mitarbeiter beschäftigt sind, als Azubi eben ans Telefon gehen muss.
      Aber dafür muss es doch heutzutage eine technische Lösung geben - am ehesten eine optische, etwa dass ein Lämpchen in Deinem Sichtfeld blinkt wie blöd, sobald das Telefon klingelt. Mit etwas mehr Aufwand ließe sich der Klingelton auch auf Deinen Kopfhörer umleiten.

      Nachtrag: und schon ist mit @Ally jemand da, der technisch fitter ist als ich und weiß wie es geht...

      The post was edited 1 time, last by HCS ().

    • Ljos wrote:

      Habe auch schon angemerkt, dass ich mit Musik auf beiden Ohren wesentlich konzentrierter arbeiten kann. Geht aber nicht, weil ich, wenn alle Mitarbeiter beschäftigt sind, als Azubi eben ans Telefon gehen muss. Das höre ich aber nicht, wenn ich auf beiden Ohren meine Musik laufen habe.
      Habt ihr ggf. die Möglichkeit, per Headset zu telefonieren? Dann kannst du damit Musikhören und wenn jemand anruft, klingelt es im Headset, du bekommst mit, dass jemand anruft und kannst das Gespräch auch direkt über das Headset führen. Frag doch mal danach.
      Privat nutze ich sowas und der Kopfhörer war mit 50 EUR nicht wirklich teuer, man kann dafür ein vielfaches ausgeben, aber für mich reicht das aus. Und der Chef kann sowas bestimmt irgendwie von der Steuer absetzen oder anderweitig sparen.

      Ljos wrote:

      Je nachdem war ich auch am überlegen einen GdB zu beantragen - allerdings habe ich noch nicht ganz verstanden, was der mir bringt, wenn er unter 50 ausfällt. Eigentlich doch gar nichts - oder?
      Ab einem GDB von 30 kannst du zumindest eine Gleichstellung beantragen, falls nötig. Natürlich musst du es dem Arbeitgeber erstmal gar nicht mitteilen, wenn du einen GDB erhältst, aber falls du ihn doch mal brauchen solltest, hast du ihn und musst dich dann nicht erst um den Antrag kümmern. Vom Antrag bis zum Bescheid können teilweise Monate vergehen, eine Zeit, die du in einer Notsituation dann vielleicht nicht mehr hast.

      Ljos wrote:

      Das ist bei mir wohl auch viel mehr der Punkt... Ich arbeite gerne als Mediengestalter. Es macht mir Spaß. Allerdings nur, wenn ich das machen kann, was mir gut liegt. Dann gehe ich total in dem Job auf und komme oft in den Zustand des hyperfokussierens auf meine Aufgaben. Dann kriege ich um mich herum gar nicht mehr viel mit. Allerdings merke ich jetzt schon während der Ausbildung, dass ich mit den 40h im Büro überhaupt nicht klarkomme. Wahrscheinlich auch wegen der Gegebenheiten. Kundenkontakt ist sehr schwierig, trotzdem muss ich den machen. Gehört halt dazu. Aber es zehrt unheimlich an meiner Energie...
      So geht es mir auch manchmal, seit ich zu Hause arbeiten kann. Teilweise habe ich die Pause oder den Feierabend verpasst oder zu spät bemerkt, weil ich so in die Arbeit vertieft war. Nun stelle ich mir den Wecker auf 5 Minuten vor Pause bzw. 5 Minuten vor Feierabend, damit ich nichts neues mehr anfange. Mein Fitnessarmband erinnert mich automatisch zwischendurch alle 60 Minuten, dass es Zeit für eine Pause ist. Meist hole ich mir dann was zu trinken oder einen kleinen Snack und arbeite dann weiter.
    • Ich habe heute eine positive Erfahrung beim Arbeitamt gemacht, vielleicht gibt es bei euch ähnliche Möglichkeiten.
      Ich bin zwar nicht leistungsberechtigt, aber habe mich trotzdem als arbeitssuchend gemeldet und meine Schwerbehinderung angegeben. Heute hatte ich das erste Gespräch - genau zu der Frage, wie es jetzt beruflich weitergehen kann. Die Sachbearbeiterin war freundlich, verständnisvoll (!), geduldig, interessiert und bemüht, meine Situation zu verstehen und mich bei der Lösungssuche zu unterstützen. Mir wurde dann ein "berufliches Integrationscoaching" angeboten. Die Dame hat dort bereits eine Autistin hingeschickt, das AA und diese Stelle arbeiten eng zusammen und gezielt an der Förderung der individuellen Person. Die Stelle hat auch jemanden, der speziell mit Autisten arbeitet. Und es wird trotz meiner Pensionsansprüche vom Amt gezahlt.
      Gerade bin ich erst mal total erleichtert, endlich mal ein kleines Stück weitergekommen zu sein und Ansprechpartner gefunden zu haben!

      Ich würde dir also auf jeden Fall nach der Diagnose die Beantragung eines GdB empfehlen und einen Gang zur Agentur für Arbeit. Dieses Coaching zB erarbeitet die individuellen Stärken und Schwächen, unterstützt bei Bewerbungen, und AA und Coach kommunizieren auch mit Arbeitgebern. Ich bin gespannt, ob es so gut ist, wie es klingt, aber zum ersten Mal fühlte sich jemand wirklich zuständig für mich und wirkte dem Problem "gewachsen"...
    • Ich war wegen ein anderen Problem in einer Psychotherapie. Diagnose in den ersten 5 Sitzungen. Leider weis ich heute, dass zu viel Hilfe für mich auch nicht gut war. Betreute Wohngruppe als Vorbereitung für das Alleine Leben...
      Ein Behindertenausweis hat Vorteile, 5 Tage mehr Urlaub im Jahr, Kündigungen vom Arbeitgeber werden schwierig. Manche Arbeitgebern kannst du damit überzeugen, dass die etwas mehr Finanziell für die Einstellung von Behinderten vom Staat bekommen. Ganz Ehrlich, viele Arbeitgeber würde ich eine Behinderung erst beim Unterschreiben eines Vertrages ankreuzen, die meisten scheuen die Einstellung von Behinderten. Vorurteile.

      Schwimmbad, Freizeitpark und anderes zahlst du meist nur die Hälfte. Nachfragen lohnt sich.

      Gesellschaft im privaten Bereich. Gute Freunde kannst du das erzählen, vielleicht Kapseln sich aber auch einige ab. Vielleicht wird dein Bekanntenkreis mehr unter anderen mit Auffälligkeiten. Ob schriftlich mit Ausweis oder nicht ist egal.

      Es gibt Alltagsbegleitung, die vom LWL bezahlt wird. Kommen 1 oder 2 mal in die Woche zu dir nach Hause. reden, zusammen Einkaufen, Begleitung bei Ärzten oder Arbeitsamt. Was du möchtest. Wird mit Diagnose meist bewilligt.

      Gesätze Betreuung, machen mehr Papierkram im Hintergrund. Am Anfang siehst du die mal häufiger, sonnst vielleicht alle 3 Monate wenn überhaupt. Wenn das über ein Verein läuft, sind die oft fähiger als wenn es Anwälte oder Richter anbieten.
      Läuft über ein Gericht und ein Gericht möchte meist ein Gutachten von dir machen lassen wollen.

      Wenn du Arbeitslos bist, Ergotherapie also Beschäftigung auf Rezept vom Arzt. Ich war mal in ein Modell, da waren wir eine feste Gruppe mit 23 Erwachsene und es haben jeden Tag 4 Leute gekocht, hatten Freitags Tanzen, Montags Handarbeiten, Ergotherapie Allgemein wo viel gebastelt wird. Es gibt aber auch Arbeitstherapie.

      Ich habe mir mal ein Praktikum in einer Behindertenwerkstatt gemacht. Ich selbst hatte da offiziell noch kein Ausweis, war aber schon im Hilfesystem drinne. Da waren auch welche nach Schlaganfall, welche die häufiger Alkohol trinken und anderes.
      Mir war das Persönlich zu langweilig.
      Manche gehen dort auch hin, weil sie dann kein Stress mehr mit den Arbeitsamt haben.

      Auch wenn die Hilfen häufig gut und schnell bewilligt werden, schaut es bei der Frührente schon ganz anders aus. Wird oft abgelehnt. Du solltest schon häufiger im Krankenhaus gewesen sein, viel der oben genannten Hilfe von Behinderten haben.
      Ich habe Glück gehabt und bin damit durchgekommen. Ich war noch in der Ausbildung. Habe eine Finanzielle Sicherheit, dafür bei den Behörden ein Stempel in der Gesellschaft auch.
      Auch hat sich die Wohnungssuche als schwirig gestaltet, so Jung und schon Rente...

      Bitte beachte, Gutachten und Co werden zur Kostenübernahme geschrieben. Also wird viel aufgeschrieben was du nicht kannst. Das kann bei anderen Sachen Probleme machen.

      Vielleicht Selbsthilfegruppen, als Soziale Kontakte

      Foren wie diesen hier.

      Vorsicht junge Kranke Leute. Freunde finden ja, zusätzliche Probleme, Tendenz häufiger umzuziehen, Abkapseln. Alles dabei.

      Möchtest du wirklich so viele Tests? Was bringt dir das? Gewissheit ja, manchmal sind die Tests aber auch Fragwürdig. Wenn du deine Persönlichkeit im Ansatz ändern möchtest hilft nur daran was zu tun.