Therapie abbrechen da Therapeutin an Autismus zweifelt

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    • Therapie abbrechen da Therapeutin an Autismus zweifelt

      Hallo zusammen,

      ich stelle mir in den vergangenen Woche immer wieder die Frage ob ich meine Therapie abbrechen bzw. auslaufen lassen soll.
      Zu der Situation, ich habe vor ca. 6 Monaten die Therapie bei ihr begonnen (erst die 5 Sitzungen, dann eine Kurzzeittherapie und nun bin ich in der Verlängerung der Kurzzeittherapie. Und habe noch ca. 4 Sitzungen).
      Damals hatte ich große Probleme im Alltag durch meine berufliche Situation und habe einen total Zusammenbruch kommen gesehen. In der ersten Therapiestunde habe ich meiner Meinung nach sehr gut kompensiert. Sprich für mich war das wie wenn ich mich auf der Arbeit mit jemandem treffen muss da kann ich mich auch gut anpassen wenn ich darauf vorbereitet bin und mich danach ausreichend erholen kann. Und habe mich sozial gezeigt (kurzer Augenkontakt, Hände schütteln, normale Stimmlautstärke) und den Wunsch geäußert dass die wenigen Sozialkontakte die ich habe und haben muss (Partner, Arbeit, Familie) nicht mehr so stressig für mich sind. Am Ende habe ich ihr von meiner langjährigen Vermutung erzählt, nämlich das ich Autismus habe. Eine Therapeutin hat diese Vermutung vor Jahren auch schonmal geäußert, damals habe ich mich in Köln nicht auf die Warteliste setzen lassen weil dort ein Zeitraum von 24 Monaten angegeben war und so eine lange Wartezeit konnte ich mir damals nicht vorstellen. Außerdem muss man in Köln ja anrufen, und das war zu dem Zeitpunkt damals nicht möglich.
      Sie sagte sie hat keine Erfahrung mit Autismus, aber ich soll nach Köln zur Diagnostik und das abklären.
      Seit dem Zeitpunkt erwähnt sie immer wieder dass sie keine Kompetenz in diesem Bereicht hat, aber sie der Meinung ist ich habe keinen Autismus da ich in der ersten Stunde so reagiert habe wie oben beschrieben und den Wunsch nach unstressigen Sozialkontakten geäußert habe. Ich probiere ihr auch immer wieder meine Gefühlslage zu beschreiben, dass findet sie meistens auch interessant kann es aber nicht verstehen, macht aber für all das meine Mutter verantwortlich oder "auch anderen Menschen ist manchmal etwas zu viel".
      Wichtig ist vielleicht auch noch das ich dort in einem Psychotherapeutschen Ausbildungszentrum bin, sprich sie noch nicht komplett ausgebildet ist.
      Sie kann auch nicht nachvollziehen warum die Wartezeit auf diesen Termin so kräfteraubend ist, ihrer Meinung nach würde sich ja nichts ändern wenn ich die Diagnose erhalte.

      Einerseits kann ich mir eure Antworten vorstellen, wo ich das nun aufgeschrieben habe, würde aber trotzdem noch eure Meinung dazu hören.
      Zum Teil hat sie mir sehr geholfen, ich habe mich einerseits mehr mit meinen Problemen beschäftigt, und mache mich selbst nicht mehr fertig wenn ich etwas nicht kann. Und sie konnte mir bei einigen Alltagsfragen helfen wie: Grüße ich wenn die Bürotür offen ist, aber ich den Kollegen nicht richtig sehen kann. Der Diagnosetermin rückt nunmal näher und ich merke, dass ich immer näher am Overload bin weil mich das Warten und die Ungewissheit irre macht. Ich habe einerseits Angst ohne Therapeut hilflos zu sein in dieser Zeit. Wobei ich einen sehr unterstützenden Mann an meiner Seite habe der mir hilft wo er kann. Andererseits weiß ich nicht ob es Sinn macht nun die Langzeittherapie zu beantragen, wenn sie so gegen die Diagnose ist, und auch für jedes Symtomen einen anderen Grund sucht, hauptsache es ist nicht Autismus. Vermutlich passen wir nicht zusammen, und ich hab einfach mal wieder sehr lange gebraucht einen Menschen einzuschätzen.

      Ich hoffe das Ganze ist verständlich geschrieben und nicht zu wirr, und freue mich auf eure Meinungen
      wintereule
    • wintereule wrote:

      Ich probiere ihr auch immer wieder meine Gefühlslage zu beschreiben, dass findet sie meistens auch interessant kann es aber nicht verstehen,
      Das ist für mich der Knackpunkt. Und spricht dafür, die Therapeutin nicht weiter aufzusuchen, es sei denn zur Stabilisierung bis zur Diagnostik, aber dann solltest du ihr vielleicht sagen, dass du reden willst, aber keine Analyse möchtest, höchstens Verhaltenstipps.

      Du kannst ja dann während der Langzeit-Therapie den Therapeuten wechseln, oder?
    • Lefty wrote:

      wintereule wrote:

      Ich probiere ihr auch immer wieder meine Gefühlslage zu beschreiben, dass findet sie meistens auch interessant kann es aber nicht verstehen,
      Das ist für mich der Knackpunkt. Und spricht dafür, die Therapeutin nicht weiter aufzusuchen, es sei denn zur Stabilisierung bis zur Diagnostik, aber dann solltest du ihr vielleicht sagen, dass du reden willst, aber keine Analyse möchtest, höchstens Verhaltenstipps.
      Du kannst ja dann während der Langzeit-Therapie den Therapeuten wechseln, oder?
      Ich schließe mich an, es geht gar nicht so, woran sie glaubt oder nicht.
      Sie ist verbohrt und geht nicht auf dich ein. Entweder kannst du etwas mitnehmen, Alltagstipps, oder du musst abbrechen...

      Auf lange Sicht ist sie ungeeignet (eigentlich für niemanden).
    • Vielleicht ist eine Therapiepause möglich, in der du dich sortieren und spüren kannst, ob es dir mit oder ohne Therapie besser geht?

      Wobei ich mich meinen Vorschreibern anschließe: Eine Therapeutin, die dich mit deinen Schwierigkeiten nicht ernst nimmt, ist wahrscheinlich ohnehin ungeeignet.

      wintereule wrote:

      ... erwähnt sie immer wieder dass sie keine Kompetenz in diesem Bereicht hat, aber sie der Meinung ist ich habe keinen Autismus
      So eine Aussage finde ich total schräg. Wenn sie keine Kompetenz in dem Bereich hat, sollte sie sich mit ihrer Meinungen zurückhalten.
    • Mya wrote:

      Wenn sie keine Kompetenz in dem Bereich hat, sollte sie sich mit ihrer Meinungen zurückhalten.
      Und da sehe ich das Problem: Wer gibt schon zu keine Ahnung zu haben? Da wird dann mit Halbwissen weitergemacht. Ist dann ja auch nur wie so eine Autowerkstatt.
      Achtung, Beiträge dieses Users können Spuren von Albernheit enthalten.
    • Aber genau das ist es doch: Es ist ein Vertrauensverhälntnis. Alleine schon das Meinung vorgeben ist doch nicht in Ordnung.

      Wenn ich von Elektrik keine Ahnung habe, dann gebe ich Dir keine Tipps um Deinen Stromkasten zu verkabeln, bzw halte mich mit der Beurteilung der bisherigen Arbeiten zurück.
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    • Als "normale" Therapeutin keine Kompetenz in Richtung Autismus zu haben, finde ich nicht schlimm. Das zuzugeben finde ich sogar gut. Aber trotz "keine Ahnung" eine Meinung kund tun, das stört mich. Sie hätte doch sowas sagen können wie: "Ich kenne mich mit Autismus nicht gut genug aus, um einschätzen zu können, ob Sie autistisch sind." Und dann in den Dialog gehen, warum @wintereule sich im Spektrum sieht und sich entsprechend informieren.
    • PressPlayOnTape wrote:

      Mya wrote:

      Wenn sie keine Kompetenz in dem Bereich hat, sollte sie sich mit ihrer Meinungen zurückhalten.
      Und da sehe ich das Problem: Wer gibt schon zu keine Ahnung zu haben? Da wird dann mit Halbwissen weitergemacht. Ist dann ja auch nur wie so eine Autowerkstatt.
      Was meinst du dann damit? Das, was du jetzt sagst, hat Mya schon gesagt. Deins war eine Erwiderung...
    • Danke schonmal für eure Meinungen.
      Ich denke die Idee mit der Therapiepause ist nicht schlecht. Vielleicht tun mir ein paar Wochen Ruhe gut. Wobei ich tatsächlich glaube, dass unser Verhältnis zumindest von meiner Seite aus nicht mehr gut genug ist.
      Und so viele neue Alltagsprobleme werden denke ich nicht auftauchen, da ich mich selten neuen Situationen aussetze.

      Ich fand zu Beginn sehr gut, dass sie klar gesagt hat "damit kenne ich mich nicht aus". Habe aber jetzt ein Problem damit dass sie trotzdem ihre Meinung kundtut. Weil ich sehe das wie ihr, entweder hab ich Ahnung und gebe Tipps oder ich hab keine und lasse es.
      Und ich hätte mir auch gewünscht das sie sich vielleicht in den vergangenen Monaten damit befasst, sie sagt sie hat Zugang zu Literatur dazu, unter anderem von Prof. Dr. Vogeley.
      Wir reden halt auch immer wieder über die gleichen Themen, sie sucht dafür nach Lösungswegen, und findet alles immer interessant. Manchmal fühle ich mich halt mehr wie ein Zootier.
      Zum Beispiel ist soziale Interaktion immer wieder ein Thema. Und sie fragt mich dann immer ob ich Angst habe mit Leuten in Kontakt zu treten. Jedes Mal probiere ich ihr zu erklären, dass das keine Angst ist. Sondern ich mich sehr unwohl fühle und es sehr anstregend ist so zu agieren wie es die meisten Menschen als normal ansehen. Und manchmal ist es eben so anstrengend dass ich mich nicht normal verhalten kann, und ich Benachteilung im Job befürchte wenn meine Andersartigkeit herrauskommt. Sie interpretiert aber dann immer rein das ich Angst vor dem Gespräch habe, obwohl ich nur Angst vor negativen Konsequenzen habe.
      Und dieses Thema haben wir bestimmt in jeder 3. Sitzung.
    • Sonne wrote:

      PressPlayOnTape wrote:

      Mya wrote:

      Wenn sie keine Kompetenz in dem Bereich hat, sollte sie sich mit ihrer Meinungen zurückhalten.
      Und da sehe ich das Problem: Wer gibt schon zu keine Ahnung zu haben? Da wird dann mit Halbwissen weitergemacht. Ist dann ja auch nur wie so eine Autowerkstatt.
      Was meinst du dann damit? Das, was du jetzt sagst, hat Mya schon gesagt. Deins war eine Erwiderung...
      'Tschuldigung, bist Du auf Konfrontationskurs? Les Dir alles in ruhe durch und ich lasse Dich auch in diesem Thread alleine *winke*
      Achtung, Beiträge dieses Users können Spuren von Albernheit enthalten.
    • Sie scheint wie die meisten Therapeuten ihre festen Vorstellungen zu haben, was bei dir abläuft (was ja erstmal OK ist), korrigiert diese aber nicht, wenn neue Fakten von dir kommen (und das ist nicht OK).
      Sie hat gelernt, dass Angst hinter so gut wie allem steht (was ja stimmt), differenziert aber nicht, Angst wovor genau und warum.

      So oder so, sie hört dir nicht zu, sondern konzentriert sich ausschließlich auf den Film, welcher in ihrem Kopf abläuft. Das bringt dir nichts...

      Abgesehen davon solltest du eigentlich nach Lösungen suchen, mit ihrer Hilfe. Und nicht sie für dich.
    • PressPlayOnTape wrote:

      Sonne wrote:

      PressPlayOnTape wrote:

      Mya wrote:

      Wenn sie keine Kompetenz in dem Bereich hat, sollte sie sich mit ihrer Meinungen zurückhalten.
      Und da sehe ich das Problem: Wer gibt schon zu keine Ahnung zu haben? Da wird dann mit Halbwissen weitergemacht. Ist dann ja auch nur wie so eine Autowerkstatt.
      Was meinst du dann damit? Das, was du jetzt sagst, hat Mya schon gesagt. Deins war eine Erwiderung...
      'Tschuldigung, bist Du auf Konfrontationskurs? Les Dir alles in ruhe durch und ich lasse Dich auch in diesem Thread alleine *winke*
      Ich sehe einen Widerspruch, kann ihn nicht erklären und frag nach. Es kommen widersprüchliche Antworten, also frage ich weiter nach, weil ich es verstehen möchte.
      Mittlerweile sehe ich, dass es keinen Sinn macht, du erkennst deinen Widerspruch nicht. Also lassen wir das.
    • wintereule wrote:

      Und ich hätte mir auch gewünscht das sie sich vielleicht in den vergangenen Monaten damit befasst, sie sagt sie hat Zugang zu Literatur dazu, unter anderem von Prof. Dr. Vogeley.

      Im Grunde wäre es ein Möglichkeit für sie gewesen sich einzuarbeiten und ihr Kenntnisse bzgl. des Spektrums zu erweitern.
      Oder aber jenseits aller Diganostik einfach mit dem, was Du anbietest zu arbeiten.

      Nach dem, was Du über sie schreibst kann ich verstehen,
      dass Du Zweifel bekommen hast, ob eine Fortsetzung der Therapie bei ihr sinnvoll ist.

      PressPlayOnTape wrote:

      Und da sehe ich das Problem: Wer gibt schon zu keine Ahnung zu haben? Da wird dann mit Halbwissen weitergemacht. Ist dann ja auch nur wie so eine Autowerkstatt.

      Den Eindruck teile ich.
      Das Verhalten der Therapeutin erscheint mir eher verwirrend als untersützend.

      Sie sendet Doppelbotschaften.

      wintereule wrote:

      Sie kann auch nicht nachvollziehen warum die Wartezeit auf diesen Termin so kräfteraubend ist, ihrer Meinung nach würde sich ja nichts ändern wenn ich die Diagnose erhalte.

      Hier gibt sie ihre persönliche Meinung weiter an Dich, die sich nicht mit Deinen Erfahrungen deckt.
      Das klingt für mich nicht danach, dass sie die Rolle der Therapeutin bewahrt.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • therapiepause und erstmal die diagnostik abwarten finde ich auch eine gute idee.

      ich hatte auch eine thera, die der diagnose ablehnend gegenüber stand aber auch nichtmal über das für und wieder diskutieren wollte. mir war das viel zu anstrengend "zwischen den stühlen zu sitzen". deswegen habe ich das ganze abgebrochen und mich durch selbsthilfegruppen und anderes erstmal selbst informiert usw.. Den "Diagnoseschock" musste ich erstmal verarbeiten. Es war im nachhinein die richtige entscheidung für mich gewesen. zweifel bestehen bei meinem (fachlichen) umfeld sonst nirgendwo (soweit ich weiß).

      nachtrag:
      auch nach einer therapiepause kann man einen therapeutenwechsel bei der krankenkasse durchbekommen, vor allem wenn in der zwischenzeit die diagnose "geändert" wurde. mein neuer therapeut hat sogar (nach einem jahr abstand zur alten therapie) einen neuantrag geschrieben und direkt langzeittherapie beantragt, was auch durchgewunken (RW) wurde

      The post was edited 3 times, last by kastenfrosch ().

    • Sonne wrote:

      Sie scheint wie die meisten Therapeuten ihre festen Vorstellungen zu haben, was bei dir abläuft (was ja erstmal OK ist), korrigiert diese aber nicht, wenn neue Fakten von dir kommen (und das ist nicht OK).
      Sie hat gelernt, dass Angst hinter so gut wie allem steht (was ja stimmt), differenziert aber nicht, Angst wovor genau und warum.
      Wow. Sonne, du bist grad meine Heldin. Was du schreibst, bringt so vieles, was ich in Psychotherapien schon erlebt habe (und von dem was vermutlich generell schief läuft in Psychotherapien), so auf den Punkt. Danke.
    • kastenfrosch wrote:

      ich hatte auch eine thera, die der diagnose ablehnend gegenüber stand aber auch nichtmal über das für und wieder diskutieren wollte. mir war das viel zu anstrengend "zwischen den stühlen zu sitzen".
      Genau so geht es mir. Ich finde das so schwierig, mein Umfeld mit dem ich darüber gesprochen habe, findet das nach ausgiebiger Recherche alles sehr wahrscheinlich.
      Und eine Therapeutin die mich seit 6 Monaten kennt und noch in der Ausbildung ist, entscheidet ohne einen richtigen (meiner Ansicht nach guten) Grund das ich das sicher nicht habe. Gleichzeitig "glaube" ich ja an die Diagnose sonst würde ich den Aufwand und die für mich durchaus belastende Wartezeit ja nicht in Kauf nehmen.

      Gestern wäre eigentlich Therapie gewesen, aber die ist ausgefallen. Ich fühle mich sehr frei und gelöst weil ich diese Woche nicht hin musste. Da ist mir erst aufgefallen wie häufig ich nach der Therapie in den letzten Wochen überreizt und nah dem Overload war. Ich werde nächste Woche mit Ihr darüber sprechen.
      Aktuell ist mein Plan das Ganze zu beenden, da ich nicht weiß wie lange sich die Diagnose zieht und wie lange sie überhaupt noch in diesem Ausbildungszentrum arbeitet. Ich werde mich auch bedanken für die Hilfe, denn geholfen hat sie mir auf jeden Fall, aber mir fällt es sehr schwer das sie meine Probleme und Sorgen irgendwie nicht richtig ernst nimmt und mir nicht zuhört. Bzw. irgendwie nur halb zuhört oder etwas dazudichtet was ich nicht gesagt habe.
      Vielleicht werde ich es auch nur pausieren, da wir dann ja noch 3 Stunden haben für den Notfall. Wobei ich tatsächlich glaube dass das Verhältnis, von mir zu ihr, nun auch einfach kaputt ist. Ich werde berichten.