Ironie und Sarkasmus

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    • Probleme Ironie und Wahrheit zu unterscheiden

      Hallo! :d

      Im sozialen Raum habe ich eigentlich keine großen Probleme Mimik oder Gestik zu verstehen. Dennoch kann ich Ironie und Wahrheit schwer erkennen. Sowas merken natürlich die Mitmenschen und sprechen darauf einen an, dass sie nur einen ärgern wollten. Meine Reaktion ist dann immer defensiv und ich möchte gerne fragen, wo ich einen Fehler gemacht habe, wenn sowas kommt wie: "Du bist..." oder "Er ist...". Dann möchte ich gerne wissen, wo ich so bin oder wann ich sowas mache, um für mich dieses Verhalten zu verändern. Später stellt sich dann immer heraus, dass es nur Ironie war und die anderen schmunzeln dann immer, wegen meiner Reaktion.

      Hat da jemand Tipps oder Erfahrung? In diesen bereits bestehenden Faden verschoben. E.W.

      The post was edited 1 time, last by Eurich Wolkengrob ().

    • Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, in der Erkennung von Ironie und Sarkasmus ganz gut zu sein, bis letztes Jahr in einen neuen Verein gekommen bin. Vor nicht allzu langer Zeit kam es dann mal wieder zu einer Situation, in der ich nicht verstanden habe, was los war. Es hat logisch einfach nicht gepasst, was gesagt wurde, aber in der Tonlage hat nichts auf Ironie hingedeutet. Als ich dann anmerkte, dass ich das anders sehe, kam die Antwort, dass man Ironie iegntlich so mit elf, zwölf Jahren lernen würde.
      War wirklich doof, aber ich glaube ich erkenne Irnoie und Sarkasmus bei Leuten, die ich schon sehr lange kenne, mit denen ich groß geworden bin. Bei anderen nicht immer. Manchmal ist es mir auch passiert, dass ich es erkannt habe, weiterspinnen wollte und mein Gegenüber dachte, ich würde es ernst meinen und das Ganze aufklären wollte.
      Eigentlich benutze ich elbst super gerne Ironie und Sarksamus, weshalb das dann sehr schwierig sien kann, wenn andere mich nicht verstehen oder ich sie nicht.
      Tipps habe ich leider keine.
    • @Rubixxy Das kommt mir so wie du es beschreibst bekannt vor, nur hat mir noch niemand so einen frechen Kommentar dazu gesagt.

      Meine Tipps um zu erkennen, wann Sarkasmus/Ironie vorliegt: Auf die Reaktion der anderen achten. Der Verdacht sollte aufkommen, sobald etwas sehr unlogisch oder unpassend wirkt. Wenn die anderen darauf unerwartet reagieren, spricht das für Sarkasmus.

      Ein Beispiel aus der Serie "Atypical": Zwei Mädchen sitzen auf einem Sportplatz und quatschen. Ihre Trainerin kommt zu ihnen und sagt "Gute Neuigkeiten für euch, Training fällt heute aus, ihr könnt es euch also gemütlich machen" oder so ähnlich. Daraufhin springen die beiden auf und fangen an zu trainieren.
      Erst durch diese Reaktion und weil es ja unnötig war, den Mädchen das zu sagen wenn sie da schon gemütlich saßen, bemerkte ich dass es Sarkasmus war.
    • Rubixxy wrote:


      Manchmal ist es mir auch passiert, dass ich es erkannt habe, weiterspinnen wollte und mein Gegenüber dachte, ich würde es ernst meinen und das Ganze aufklären wollte.
      Das passiert mich auch ziemlich oft. Meinst du, es liegt an eingeschränkter Mimik oder am Tonfall? Ich übertreibe da eigentlich sehr und denke, dass man muss doch merken, dass ich es eben nicht ernst meine.
    • Ich dachte immer, wenn ich mein "Gegenüber" beobachten und hören kann, dann kann ich Ironie und Sarkasmus erkennen. Oder die Aussage ist so überzogen, dass es offensichtlich ist. Das mit dem "offensichtlich" setzt aber (wie ich mittlerweile gelernt habe) eine gewisse Kenntniss des Gegenübers vorraus. Also eine Vorstellung davon zu haben, was seine/ihre Grundwerte und Überzeugungen sind. Dann kann ich aus einer Aussage etwas ableiten.

      Daraus resultierend ist die Kommunikation mit Menschen, deren Äußerungen ich nur in schriftlicher Form lese eher schwierig für mich. Besonders blöd wird es, wenn eine Äußerung, egal ob im direkten oder virtuellen Kontakt, vom ironisch-/saskastischen Kontext in einen vorsätzlich "für dumm Verkaufen"(RW) Kontext wechselt. Bei einer solchen Art von Mensch brauche ich dann sehr lange um das zu verstehen. Zumal diese dann auch gerne mal zwischen Ironie, Manipulation und Verarschung hin und her wechseln. Vorsätzlich halt.
    • Schwarze Katze wrote:

      Das passiert mich auch ziemlich oft. Meinst du, es liegt an eingeschränkter Mimik oder am Tonfall? Ich übertreibe da eigentlich sehr und denke, dass man muss doch merken, dass ich es eben nicht ernst meine.
      Das frage ich mich auch immer. Eigentlich dachte ich auch, dass ich das sehr deutlich mache. Vielleicht ist es eine Kombination aus beidem. Das beides einfach etwas zu wenig ist, denn ich denke nicht, dass ich auf beides verzichte.
    • Hallo,

      vielleicht kann mir jemand zu einer Situation weiterhelfen. Ich vermute nämlich, dass es vielleicht auch ironisch (also gegenteilig) gemeint sein könnte.

      Jemandem dem es psychisch aktuell schlecht geht, hatte ich (via chat) angeboten, dass ich ihr gerne etwas abnehmen würde oder sie unterstützen möchte. Und falls ich irgendwas machen kann das ihr hilft, sie gerne Bescheid sagen kann. Sie lehnte dann ab, mit der Begründung dass sie mir keine Last sein möchte. Was für mich aber unverständlich ist, schließlich habe ich ihr meine Unterstützung ja angeboten. Wäre das für mich eine Last, und/oder würde ich das nicht machen wollen, hätte ich es ja auch nicht angeboten. Weshalb ich seitdem am Überlegen bin, ob das vielleicht so ein neurotypischer Gegenteil-Satz sein könnte? So zusagen, dass es jetzt eigentlich mein Part wäre zurück zu schreiben "Ach naainn, ich empfinde das nicht als Last" oder irgend sowas. Könnte das sein?

      Also dass das mit dem "ich möchte keine Last sein" dass sie das gar nicht so meint, sondern das vielleicht so ein indirektes..keine Ahnung..zwischenmenschliches Ding ist. Das sagen ja soviel ich weiß neurotypische recht häufig "Kann ich dir was helfen?" "Ach nein, geht schon, ich will keine Umstände machen" "Machst du doch nicht, ich helfe dir gerne" usw. Jedenfalls weiß ich jetzt nicht, ob sie vielleicht erwartet dass ich auf ihr "ich will dir keine Last sein" eingehe?
    • Ich würde sagen: Wenn es für dich tatsächlich keine Last ist, dann müsstest du jetzt wahrheitsgemäß antworten, dass es keine Last ist. Wenn es doch eine Last ist, hast du jetzt die Chance, noch einen Rückzieher zu machen. Dann musst du nichts antworten, oder du schreibst sinngemäß, dass sie sich aber jederzeit melden kann, wenn sie doch Hilfe braucht.
      Last/keine Last... manchmal möchte man ja helfen, auch wenn es eine Last ist, manchmal bietet man die Hilfe nur aus Höflichkeit an.
      Wenn es jemandem schlecht geht, kann es auch sein, dass die Hilfe aus einem Gefühl heraus abgelehnt wird nach dem Motto "mir kann eh keiner helfen" oder eben "ich bin sowieso allen nur eine Last".
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Mit Ironie hat das auf jeden Fall schon mal gar nichts zu tun. Das wäre wenn, dann einfach nur Unehrlichkeit.

      Bei jemandem, dem es grad psychisch schlecht geht, halte ich aber auch das hier für das Wahrscheinlichste:

      Shenya wrote:

      Wenn es jemandem schlecht geht, kann es auch sein, dass die Hilfe aus einem Gefühl heraus abgelehnt wird nach dem Motto "mir kann eh keiner helfen" oder eben "ich bin sowieso allen nur eine Last".
    • Theoretisch habe ich es in der Schule verstanden, im Gegensatz zu vielen Mitschülern früher. Aber die konnten, dass dann später anwenden und ich merke es in Gesprächen oft erst hinterher, weil ich erst Mal alles ernst nehme
      Maybe you think I'm crazy. And maybe you're right

      If you knew me better - Head East
    • Zwischenmensch wrote:

      vielleicht kann mir jemand zu einer Situation weiterhelfen. Ich vermute nämlich, dass es vielleicht auch ironisch (also gegenteilig) gemeint sein könnte.
      Ironisch würde ich das nicht ansehen, eher als Höflichkeitsfloskel oder der Versuch, es abzuwehren.

      Manche Leute wollen gar nicht, dass Andere für sie Freizeit, Geld oder was auch immer opfern, um ihnen zu helfen.
      Dann fühlen sie sich noch schlechter.

      Oder es ist eine Art Warnung: Sei Dir bewusst, dass es für Dich doch in irgendeiner Art und Weise belastend werden könnte.

      Das kommt auch ganz darauf an, was genau als Hilfe angeboten wird. Da könntest Du konkret sagen, dass Tätigkeit XY für Dich überhaupt keine Last wäre und Du das gern machen würdest.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Ich nutze sowohl Ironie als auch Sarkasmus (keine Ironie!).
      Oft sehr ich ein Wortspiel bildlich vor mir, verstehe gleichzeitig, was damit gemeint ist (wurde bereits an anderer Stelle in diesem Diskussionsfaden von mind. 1 anderen Person geschrieben). Ich kann tatsächlich sehr gut mit der Sprache spielen, was aber Missverständnisse nicht ausschließt. Ich erkenne nicht den Unterschied zwischen Aufforderung und Aussage z.B., wenn z.B. eine Bitte im Konjunktiv an mich ausrichtet, ist das keine Handlungsanweisung für mich. Konjunktiv Imperfekt (synonym Konjunktiv I) drückt für mich sprachlich den Irrealis der Gegenwart aus und keine Anweisung. Auf der Arbeit gibts da manchmal Probleme.
      diagn.