Videoaufnahmen bei der Psychotherapie

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    • Alys wrote:

      Ich habe mich auch mal so erpressen lassen "Sie stimmen zu, oder Sie bekommen hier keine Therapie".Ich hab es bitter bereut. Und an die Absprache dass ich die Videos jederzeit als Kopie haben könne bei Bedarf....an die hat sich dann keiner mehr erinnert als ich Bedarf hatte. Ich habe den Fehler gemacht das nicht schriftlich zuvereinbaren.
      Auch für @Cloudactive und @FruchtigBunt: Ich habe mir da heute mal ein paar Sachen zu dieser Geschichte mit den Videoaufnahmen angeschaut. Ich bleibe bei meiner obigen Einschätzung, dass ihr mit dem Hebel der Datenschutz- Grundrechtsverordnung die Löschung oder zumindest Sperrung erwirken könnt.
      Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei einer solchen Einwilligung um eine Nebenabrede, deren Wegfall nicht den (Dienstleistungs-/ Behandlungs-) Vertrag automatisch nichtig macht.

      Da ich aber kein Jurist bin habe ich folgenden Rat: Fragt bei Eurem Landesdatenschutzbeauftragten nach. Dort bekommt Ihr kostenlos eine Auskunft. Hier ist z.B. die entsprechende Seite "meines"LDSB in RLP. Man kann m.M.n. da echt gut Kontakt aufnehmen.

      Cloudactive wrote:

      Schadensersatz ist man nach § 280 BGB eben nur schuldig, wenn man die Pflichtverletzung aus dem Schuldverhältnis zu vertreten hat.
      Zu vertreten hat man nach § 276 BGB Fahrlässigkeit oder Absicht.
      Wenn man also einen Unfall hat, den man nicht zu vertreten hat, z.B. man wird ins Gleisbett geschubst, dann hat man das nicht zu vertreten und somit auch nicht zu ersetzen.

      Sonne wrote:

      Habe noch weiter gegoogelt, die Rechtslage ist wohl nicht eindeutig.
      Ich denke, juristisch müssen hier ein paar Dinge sauber getrennt werden und dann ist es m.M.n. auch eigentlich eine ganz vernünftige Lösung.
      Zunächst einmal haben wir die Vertragsfreiheit; d.h. hier einigen sich zwei erwachsene, mündige, geschäftsfähige Personen auf einen Dienstleistungsvertrag.
      Ich finde es auch grundsätzlich (ethisch/ moralisch) in Ordnung ... wie auch in @Sonnes Link ausgeführt ... dort eine allgemeine Entschädigungsklausel im Fall der Terminabsage enthalten ist. Man denke mal an einen gänzlich anderen Sachverhalt: Für einen Geburtstag wird ein Saal angemietet und ein DJ gebucht. Auch dort ist es üblich, dass eine Entschädigung fällig wird, wenn die Feier dann abgesagt werden muss.

      Ein anderer - aber eng damit verknüpfter Punkt - ist, wie nun (und durch wen letztendlich) diese Entschädigung zu leisten ist. Du hast nämlich völlig recht, @Cloudactive, dass Du zivilrechtlich gar nicht haftbar gemacht werden kannst, wenn Du den Grund Deiner Absage nicht zu vertreten hast: Sei es nun, weil Du zum Unfallopfer wurdest oder weil vielleicht eine Krankheit Dich hindert. Im Fall eines Unfalls könnte der Unfallverursacher schadensersatzpflichtig werden, bei Krankheit ist es "höhere Gewalt".
      Selbst wenn es Dir zurechenbar ist, dann gilt immer noch (siehe Sonnes Link), dass auch nur ein tatsächlicher Schaden geltend gemacht werden kann. DAS müsste der Therapeut/ die Therapeutin aber vor Gericht Dir beweisen, denn für Dich als Beklagte gilt: Zweifel gehen zu Deinen Gunsten (in dubio pro reo).
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael wrote:

      DAS müsste der Therapeut/ die Therapeutin aber vor Gericht Dir beweisen, denn für Dich als Beklagte gilt: Zweifel gehen zu Deinen Gunsten (in dubio pro reo).
      Der lateinische Spruch gilt für's Strafrecht, nicht für's Zivilrecht.
      Aber ansonsten: Ja.
      Der Therapeut müsste beweisen, dass er einen andern Klienten hätte empfangen können, bzw. dass es einen anderen Klienten gab, der zu dieser Zeit hätte kommen wollen.
      Was durchaus schwierig sein könnte, wenn der Termin reserviert war und keiner explizit nach der Zeit fragte.
      +++
      Worum es mir geht, ist der Gesamtumfang. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass die Verwendung des Bildmaterials als Lehrmaterial optional ist.
      Ich fand es nicht OK, dass man "kostenloses" Videomaterial zur Verfügung stellt, ohne Gegenwert, denn man zahlt ja schon das gewöhnliche Honorar.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

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    • Cloudactive wrote:

      Der lateinische Spruch gilt für's Strafrecht, nicht für's Zivilrecht.
      Ja, ich weiß. Es war so aber kürzer erklärt, als jetzt noch Gedanken über Beweislast auszuformulieren. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass wer von Dir einen Schaden ersetzt haben will zeigen muss, dass ihm/ihr dieser Schaden überhaupt entstanden ist. Die Klausel im Vertrag alleine genügt nicht sondern begrenzt nur die Forderung.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • @Digital_Michael
      Vielen Dank für die Ausführungen zu den Videoaufnahmen. Ich könnte es natürlich auch einfach bei der Psychotherapeutin probieren und erst einmal darum bitten. Momentan schaffe ich diese inhaltliche Auseinandersetzung nicht. Den Datenschutzbeauftragten zu befragen, halte ich für eine gute Idee. Jedoch arbeiten die in der Regel ziemlich langsam. Da werde ich vermutlich nicht vor zwei Monaten eine Antwort bekommen. Momentan stressen mich solche langfristigen 'Projekte' stark. :( Von daher wäre es vielleicht besser, einfach die Psychotherapeutin anzuschreiben. Ich habe aber Angst vor Ihrer Reaktion. Außerdem könnte es ja sein, dass sie behauptet, sie hätte es gelöscht und das stimmt gar nicht. Dann könnte ich anschließend bei dem Ausbildungsinstitut anfragen und fragen, ob dort wirklich alle Aufnahmen gelöscht wurden. Ich bin bei dieser Therapeutin eh nicht mehr in Behandlung, aber irgendwie kommt es mir nicht so nett vor, wenn ich dann bei dem Ausbildungsinstitut anfragen würde. Ich kann dieser Therapeutin aber nicht mehr vertrauen. Das war auch ein Grund gewesen, warum ich die Therapie damals beendet habe.