Videoaufnahmen bei der Psychotherapie

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    • Videoaufnahmen bei der Psychotherapie

      Was hältst du davon? 42

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      Per Videokamera während der Sitzungen.
      Was haltet ihr davon?
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

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    • Ich habe jetzt mal mit "Nur im Notfall" abgestimmt. Das kommt meiner spontanen Antwort: "Nur im Ausnahmefall" irgendwie am nächsten.
      Ich würde mich auch unterschiedlich entscheiden, je nachdem, ob ich den Sinn der Aufnahme nachvollziehen kann und ob ich den gut finde; ob es um Einzel oder Gruppe geht; und ob ich selber mir das ansehen soll/muss; ob mir der Therapeut von sich aus erklärt, warum und was nachher mit den Aufnahmen passiert; und wohl auch ein bisschen aus dem momentanen Gefühl heraus.
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
    • Angenommen, die Videos werden für Auszubildende zugänglich gemacht, damit diese daran lernen und außerdem zu Qualitätschecks verwendet, von anderen Therapeuten angesehen, die dort ebenfalls arbeiten.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Ich hatte genau das bei einem stationären Therapieaufenthalt, in der Uniklinik in den Räumen für die geleitete Gruppentherapie hingen jeweils 2 drehbare Kameras an der Decke.

      Wenn man achtsam durchs Leben schreitet nimmt man auch die Bewegung der Kameras wahr und weiss wann man selbst im Fokus steht. Das ist für mich immer ein sehr komisches Gefühl gewesen und es ist ja auch bekanntes Wissen der Psychologie dass eine Person sich anders verhält wenn sie sich beobachtet fühlt.

      Mir ist dann irgendwann bei der wöchentlichen Arztvisite aufgefallen dass Oberärzte (mit denen ich ja sonst keinen Kontakt habe) sich teilweise nur noch auf solche kurzen Momentaufnahmen stützten und dann auch teilweise sehr komische Schlußfolgerungen zustande kamen. Ich habe dann für mich selbst entschieden kaum noch verwertbare Dinge preiszugeben sobald die 2 Kameras auf mich gedreht waren, mit den Einzeltherapeuten und den Mitpatienten hatte ich aber weiterhin einen offenen Umgang.
    • Videoaufnahmen, die zu Schulungszwecken eingesetzt werden sollen, müssen von der Person/den Personen genehmigt werden, die auf den Videos zu sehen ist/sind.

      Wenn es Aufnahmen zur Diagnostik sind, muss die Verwendung, aber auch die Erlaubnis dazu überhaupt dokumentiert sein, auch wie was wann gelöscht wird. Es ist quasi ein Dokument.


      Ich empfinde es grundsätzlich so, dass ich die Kontrolle nicht mehr habe, was damit passiert. Und deshalb würde ich es nur in sehr besonderen ("Notfällen") Fällen machen lassen.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Cloudactive wrote:

      Angenommen, die Videos werden für Auszubildende zugänglich gemacht, damit diese daran lernen und außerdem zu Qualitätschecks verwendet, von anderen Therapeuten angesehen, die dort ebenfalls arbeiten.
      Da würde ich nicht zustimmen, das wäre mir zu unkontrollierbar. Vielleicht gehört zufälligerweise meine Nachbarin zu den Azubis.

      Für den ADOS habe ich zugestimmt, dass Aufnahmen gemacht werden, die aber weiter niemandem zugänglich sind. Das war so eine Ausnahme.
      Rollt ein Ball um die Ecke Gurke und fällt um.
    • Cloudactive wrote:

      Nein, ich meinte mit Auszubildenden angehende Psychotherapeuten in der Ausbildung.
      Solch eine hatte ich auch mal, als ich händeringend eine Thera suchte.....und ich hatte abgelehnt, mit Videos zu arbeiten.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”


      (Sylvia Boorstein)
    • Mich hatte eine Psychotherapeutin damit unter Druck gesetzt. Sie brauchte für Ihre Zulassung Videos. Wenn man einmal zustimmte, hatte man kein Recht mehr, zurückzutreten davon oder gar die Löschung der Daten zu fordern. Ich würde das niemals wieder machen. Da auf den Videos die zunehmende Überforderung der Therapeutin dokumentiert ist, wurden die nach meinem Abbruch der Therapie sicher flugs gelöscht. :lol:

      Weiß jemand, ob es zulässig ist, die Löschung grundsätzlich zu verweigern, weil der Patient es zu Beginn der Therapie ja gestattete?

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    • FruchtigBunt wrote:

      Weiß jemand, ob es zulässig ist, die Löschung grundsätzlich zu verweigern, weil der Patient es zu Beginn der Therapie ja gestattete?
      Nicht "wissen", aber zu 99% sicher: Du kannst - insbesondere nach der neuen DSGVO - die Löschung verlangen. Deine Einwilligung kann auf jeden Fall widerrufen werden.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • @Digital_Michael
      Oh, das wäre wirklich hilfreich. Ich werde mir die DatenschutzVO bei Gelegenheit ansehen. Ich möchte nämlich nicht, dass meine Videos unter auszubildenden Psychotherapeuten gezeigt werden. Ich ärgere mich, dass ich mich damals mit diesem Video im Prinzip habe überrumpeln lassen. Wenn ich mich recht erinnere hieß es damals, dass das Bedingung ist, um direkt mit der Therapie anfangen zu können.
    • Ich habe mich auch mal so erpressen lassen "Sie stimmen zu, oder Sie bekommen hier keine Therapie".
      Ich hab es bitter bereut. Und an die Absprache dass ich die Videos jederzeit als Kopie haben könne bei Bedarf....an
      die hat sich dann keiner mehr erinnert als ich Bedarf hatte. Ich habe den Fehler gemacht das nicht schriftlich zu
      vereinbaren.
      Aufgrund meiner schlimmen Erfahrungswerte würde ich das nie wieder tun.
      Alys
    • @Alys
      Das hört sich gar nicht gut an.
      Jetzt bin ich noch stärker verunsichert.

      Ich finde es offen gestanden, eine Ausnutzung.
      Man soll ja gleich viel zahlen und obendrauf kriegen sie noch Videomaterial, welches ja seinen eigenen Wert hat.
      Normalerweise sollte es dafür etwas im Gegenzug geben, sowas kostet normalerweise ebenfalls.

      Bei mir steht auch noch, dass ich selbst 50€ zahlen soll, wenn ich nicht 24h vorher absage.
      Wenn ich also einen Unfall habe o.ä., soll ich dafür zahlen, dass der/die 45min. Pause hatte und ihm/ihr einmal 100€ entgehen.
      Muss man schon sagen, heftiger Stundenlohn fürs Quatschen....
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Cloudactive wrote:

      @Alys
      Das hört sich gar nicht gut an.
      Jetzt bin ich noch stärker verunsichert.

      Ich finde es offen gestanden, eine Ausnutzung.
      Man soll ja gleich viel zahlen und obendrauf kriegen sie noch Videomaterial, welches ja seinen eigenen Wert hat.
      Normalerweise sollte es dafür etwas im Gegenzug geben, sowas kostet normalerweise ebenfalls.

      Bei mir steht auch noch, dass ich selbst 50€ zahlen soll, wenn ich nicht 24h vorher absage.
      Wenn ich also einen Unfall habe o.ä., soll ich dafür zahlen, dass der/die 45min. Pause hatte und ihm/ihr einmal 100€ entgehen.
      Muss man schon sagen, heftiger Stundenlohn fürs Quatschen....
      Honorarausfall ist doch überall üblich? Die Krankenkasse bezahlt keine Sitzung, die nicht stattgefunden hat. Wer soll es denn sonst bezahlen?
      50 Euro sind noch sehr human, Handwerker haben teilweise einen höheren Stundenlohn.

      100 Euro pro Sitzung ist, soweit ich weiß, eher die untere Grenze von Therapeuten mit Zulassung.

      Ich gehe privat und zahle 70 Euro pro Sitzung, aber es ist auch keine studierte Therapeutin.
    • Sonne wrote:

      Honorarausfall ist doch überall üblich? Die Krankenkasse bezahlt keine Sitzung, die nicht stattgefunden hat. Wer soll es denn sonst bezahlen?
      Eine Sitzung, die nicht statt gefunden hat, braucht mMn keiner zu bezahlen.
      Es sei denn, eine Sitzung wurde absichtlich forciert, um sie dann absichtlich nicht wahrzunehmen, also, um absichtlich zu schaden.
      Ich finde es schlichtweg unmoralisch.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().