Team Autismus, Mainz - Erfahrungen?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Team Autismus, Mainz - Erfahrungen?

      Hallo, ich bin neu hier, und stelle mich vor, sobald ich den Mut dazu habe. Bin Mitte 30, weiblich, habe den starken Verdacht, Autistin zu sein, und bemühe mich zur Zeit um einen Termin zur Diagnostik.

      Eine Möglichkeit wäre die, nach Mainz zum "Team Autismus" zu gehen. Namentlich zu Anne Häußler. Hat jemand von euch eigene oder auch von anderen berichtete Erfahrungen dort/mit ihr gesammelt?

      Es gibt sowieso die Möglichkeit eines Kennenlerngesprächs. D.h. außer 100 Euro (es ist selbst zu zahlen) und einer Menge Anstrengung durch die Reise hätt' ich nichts zu verlieren...

      irgendwie absurd, sich mit den zu einer eventuellen Diagnose gehörenden Schwierigkeiten mit Fremdem, fremden Menschen, Unvorhersehbarkeit, sich schwer öffnen können,... um gerade diese Situation zu bemühen.

      Viele Grüße, Gruen
    • Ich hörte nur mal am Rande von Frau Häußler und hätte sie eher mit der Therapie bei Kindern/Jugendlichen in Verbindung gebracht. Was mich irritiert, ist die Aussage auf ihrer Homepage, dass zwar durch alle Altersspannen hindurch therapiert werde, dass dafür aber TEACCH die Basis ist. Das halte ich bei Erwachsenen für einen sehr mauen Ansatz, zumal es viel aktuellere Programme für erwachsene Autisten ist. Frau Häußler hat aber ein Buch zum sozialen Kompetenztraining bei Autisten verfasst. Grundsätzlich scheint aber TEACCH ihr Steckenpferd zu sein (wenn man sich mal die Literatur anschaut).
    • Da frage ich mich allerdings, ob die überhaupt Diagnosen stellen dürfen - nicht nur, dass sie es nicht bewerben, da steht auch nix von einem Arzt oder entsprechend qualifizierten Psychologen. Die sagen dann wahrscheinlich "ja, klar haben Sie Autismus, das müssen wir dringend therapieren", aber was verwertbares Schriftliches kriegt man vermutlich eher nicht.
    • Bevor Du Dich da anmeldest, solltest Du auf jeden Fall klären, ob die überhaupt zur Diagnosestellung berechtigt sind bzw. möglicherweise mit einem Psychiater zusammenarbeiten, der ihre Diagnosen dann unterschreibt. Sonst bringt Dir das ja nichts, weil Du es nirgends vorlegen kannst. Aber ich sehe natürlich das Problem - im weiten Umkreis um Mainz gibt es keine Diagnosestelle für Erwachsene. Ich wohne ganz im Norden von RP und wollte deshalb nach Köln, der Psychiater, zu dem ich wegen der Überweisung gegangen bin, hat die Diagnose aber gleich selbst gestellt.
    • Danke für den Hinweis! Ich habe eine andere Möglichkeit gefunden, weil mein Bauchgefühl in Bezug auf die Psychologin, ihre Spezialisierung auf jüngere Menschen, und meine spezielle Situation schlecht ist. Nebenbei wollen sie dort eine Menge Geld, die ich selbst aufbringen müsste.
    • @HCS
      Jeder Psychologische Psychotherapeut ist doch zur Diagnosestellung berechtigt, oder? Ich eröffnete mal einen Thread, weil mir eine Psychotherapeutin erzählte, sie dürfte nur Verdachtsdiagnosen für Asperger vergeben, aber ich habe bis heute nicht rausgefunden, ob das irgendeine rechtliche Grundlage hat. Wenn ich mich recht erinnere, lautete die Begründung von ihr, dass es eine Entwicklungsstörung sei, die von Psychiatern zu diagnostizieren sei. Da sich zuweilen aber auch Allgemeinärzte dazu berufen fühlen, psychische Diagnosen zu vergeben, glaube ich nicht, dass die Vergabe bestimmter Diagnosen an einen Fachharztstatus gekoppelt ist. Sicher bin ich mir aber nicht.

      Da man ein Diagnostikschreiben unter Umständen nicht nur zur eigenen Information möchte, sondern um etwas damit zu beantragen, würde ich immer auch (ggf. auch neben) eine sozialrechtlich verwertbare Diagnostik mit Diagnoseschreiben machen lassen.

      Zu neu eröffneten Stellen würde ich persönlich gar nicht mehr gehen, es sei denn, ich wüsste, dass das Personal fachlich und organisatorisch erfahren ist. Ansonsten ist mir die Gefahr einer Fehlbehandlung zu hoch. Ich habe schon diverse Gespräche mit unerfahrenen Behandlern geführt und es hat mir bisher fast immer geschadet.
    • FruchtigBunt wrote:

      Da sich zuweilen aber auch Allgemeinärzte dazu berufen fühlen, psychische Diagnosen zu vergeben, glaube ich nicht, dass die Vergabe bestimmter Diagnosen an einen Fachharztstatus gekoppelt ist.
      An den Facharztstatus nicht, aber an den Arztstatus.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich frage mich, wieso die Diagnostik nicht über die KK abgerechnet wird, aber vermutlich gibt es keinen Kassensitz.
      Weil das nur eine Beratungsstelle ist. team-autismus.de/buka/

      In den meisten Beratungsstellen, und auch Therapiestellen, dürfen die gar keine Diagnosen erstellen. Von dort bekommt man höchstens eine diagnostische Einschätzung. Die darf man selbst bezahlen und muss sie von einem Arzt absegnen lassen.
      Wenn der das dann nicht macht hat man das Geld umsonst rausgeworfen.
      Die Therapie- und Beratungsstellen rechnen mit der Eingliederungshilfe, bei Kindern mit dem Jugendamt, ab. Aber nur dann wenn eine Therapie durchgeführt wird. Dafür benötigen sie aber eine Diagnose. Die Krankenkassen zahlen bei Autismus keine Therapie.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • HCS wrote:

      @FruchtigBunt Ich kenne mich da auch nicht wirklich aus, aber es hatten hier ja schon User berichtet, dass sie zusätzlich die Unterschrift eines Psychiaters benötigten.
      Da ging es meines Wissens nach speziell um das Versorgungsamt. Aber möglich, dass auch andere Stellen Autismus-Diagnosen von Psychologischen Psychotherapeuten nicht anerkennen, sondern nur von Ärzten. Eigentlich ist das ein Skandal. Psychologen dürfen doch auch andere Krankheiten aus den F-Rubriken des ICD/DSM diagnostizieren. Asperger soll dann aber wieder ein Sonderfall sein. Eigentlich darf man sich das nicht gefallen lassen, aber wenn man klagt, hat man eh nicht viele Chancen bei größtenteils überarbeiteten RichterInnen.
    • FruchtigBunt wrote:

      Psychologen dürfen doch auch andere Krankheiten aus den F-Rubriken des ICD/DSM diagnostizieren. Asperger soll dann aber wieder ein Sonderfall sein.
      Wäre mir neu. Afaik dürfen Psychologen aktuell gar nicht diagnostizieren.
      Das soll aber geändert werden. (Oder ist schon?)
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.