Kind mit autistischen Eltern

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    • Kind mit autistischen Eltern

      Hallo zusammen.
      Wie auch in einer Kategorie im Forum begegnet mir online überwiegend die Konstellation Eltern+autistisches Kind. Ich habe online nichts über die Konstellation Kind+autistische Eltern/Elternteil gefunden, was der Grund dieses Threads ist.

      Hat jemand Infos darüber, wie es ist wenn eines- oder beide Elternteile Autismus haben (zB Asperger) und die Eltern aufgrund ihrer Defizite/Probleme dem (nicht autistischen) Kind vielleicht manches gar nicht richtig vermitteln können? Es gibt auch (erwachsene) Autisten, deren Autismus nicht diagnostiziert ist und die wegen ihrer Defizite trotzdem nie eine (Verhaltens-)Therapie oder andere Unterstützung in Anspruch genommen haben.

      Kann ein nicht autistisches Kind, das von seinen autistischen Eltern manches nicht- oder anders gelernt hat (zB Soziale Normen, Kommunikation, usw) so zusagen "an-erzogene" autistische Züge oder autistische Verhaltensweisen haben?

      In einer Reportage über einen erwachsenen autistischen Mann gab es diese Konstellation, das seine beiden Kinder keinen Autismus hatten. Dort war dann aber seine Frau (Mutter der Kinder, nicht-Autist) die Erziehungsperson. Hat ein Elternteil Autismus und das andere zB psychische Probleme und deswegen Einschränkungen oder Defizite, wie kann ein gesundes/normale Kind sich dann trotz dieser Konstellation möglichst normal entwickeln? Oder wäre das vermutlich eher nicht der Fall?

      LG Phreno.
    • Mein Kind ist NT, ich bin Asperger und mein Mann ist auch NT

      Aber warum sollte sich das Kind nicht normal entwickeln?

      Ich habe gelesen, dass sich Asperger mit Kindern gerade besonders viel Mühe geben und haufenweise Bücher über Erziehung durchstudieren. Dass sie vielleicht eher etwas verstandesbetonter und nicht so emotional an die Erziehung rangehen, das ist wohl kein Nachteil, solange das Kind Sicherheit hat. Pluspunkte sind Berechenbarkeit, Gerechtigkeitssinn, intellektueller Input und Toleranz - negativ könnte die schnelle Reizüberflutung und der Rückzug sein, wobei Kinder verstehen, dass es nicht gegen sie geht , sondern halt so ist - sofern ihnen jemand das erklärt.


      Phreno wrote:

      Kann ein nicht autistisches Kind, das von seinen autistischen Eltern manches nicht- oder anders gelernt hat (zB Soziale Normen, Kommunikation, usw) so zusagen "an-erzogene" autistische Züge oder autistische Verhaltensweisen haben?
      Ich habe gemerkt, dass ich nicht alles bieten kann. Aber das kann ich sportlich auch nicht. Also habe ich früh dafür gesorgt, dass Kind das Paket anderswo bekommt - Sportkurse, Aktivitäten, andere Familien.
      Ich glaube nicht, dass es anerzogene autistische Züge gibt.
      Das wären eher Züge anderer Persönlichkeitsstörungen, ängstlich - vermeidende ....
      und man darf nicht vergessen: Autismus ist ein Spektrum.
      Es gibt Familienangehörige mit einzelnen autistischen Zügen, aber das ist dann nicht durch die Erziehung gekommen, sondern genetisch.

      Phreno wrote:

      Hat ein Elternteil Autismus und das andere zB psychische Probleme und deswegen Einschränkungen oder Defizite, wie kann ein gesundes/normale Kind sich dann trotz dieser Konstellation möglichst normal entwickeln
      Diese Konstellation macht es schwierig und setzt einen guten Organisationsgrad voraus ( von Seiten des Autisten und da kommt es darauf an, welchen Grad des ASS er/sie hat ).Da gilt das obengesagte : Beizeiten Leute organisieren, die das anbieten können, was die Familie gerade nicht kann.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Phreno wrote:

      Hat jemand Infos darüber, wie es ist wenn eines- oder beide Elternteile Autismus haben (zB Asperger) und die Eltern aufgrund ihrer Defizite/Probleme dem (nicht autistischen) Kind vielleicht manches gar nicht richtig vermitteln können? Es gibt auch (erwachsene) Autisten, deren Autismus nicht diagnostiziert ist und die wegen ihrer Defizite trotzdem nie eine (Verhaltens-)Therapie oder andere Unterstützung in Anspruch genommen haben.
      Ich bin froh, dass dieses Thema angesprochen wird. Für NT-Kinder die einen Elternteil mit AS haben gibt es keine Lobby und im Netz ist tatsächlich so gut wie nichts darüber zu finden. Diese Kinder leiden oft still vor sich hin, insbesondere, wenn es niemanden im sozialen Umfeld gibt, der die fehlende emotionale Zuwendung ausgleichen kann. Sei es der andere Elternteil, die Oma, eine Tante, Lehrerin oder eine Freundin der Familie.

      Ich bin ein solches Kind. Meine Mutter ist höchstwahrscheinlich eine AS. Sie ist über 80 Jahre alt und es wäre wohl grausam, sie jetzt noch darauf anzusprechen. Eine Diagnose würde auch nichts mehr ändern. Mein Vater war zwar physisch immer da, aber als Mensch war und ist er unerreichbar und desinteressiert. Ich kenne ihn so wenig, dass ich noch nicht einmal sagen könnte, ob er auch eine psychische Störung hat oder ob er einfach nur ein verknorzter Mensch ist. Es ist nicht schön mit solchen Eltern aufzuwachsen. Das Stichwort lautet...

      ...emotionale Vernachlässigung!

      Ich wurde materiell gut versorgt, keine Frage. Ich hatte genügend zu essen, saubere Kleidung, ein eigenes Zimmer. Aber meine seelischen Bedürfnisse wurden nie befriedigt. Ein Kind spürt, dass da etwas fehlt, auch wenn es nicht weiss was. Da ist eine innere Leere, weil etwas ganz essentielles fehlt, das nicht wieder gut zu machen ist. Solche Kinder leiden sehr, weil sie mit ihren Gefühlen alleine gelassen werden und von ihren Bezugspersonen keine Rückmeldung bekommen. Wie auch, wenn AS-Eltern die Emotionen ihrer Kinder nicht erkennen können? Emotionale Rückmeldung brauchen schon kleine Babys. Eine AS-Mutter, die die Art des Baby-Weinens nicht unterscheiden kann, erkennt nicht ob ihr Baby die Windeln voll hat, Hunger hat oder einfach nur geknuddelt werden möchte. Schon Babys lernen SELBER dafür zu sorgen, dass ihre seelischen Bedürfnisse befriedigt werden.

      Erfahrungsbericht wrote:

      Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass ich als Baby sehr ruhig war und kaum geweint habe. Aber kaum war Besuch im Haus, fing ich an zu weinen und war nicht mehr zu beruhigen, bis sie mich aus meinem Bettchen holte und an den Tisch mitnahm. Und - zack - war ich still. Ich wurde vom Besuch geknuddelt, geküsst, herumgereicht und alle freuten sich über dieses süsse Baby, das immer lächelte und sich den Leuten fast an den Hals warf. Es war unmöglich mich wieder ins Bettchen zu bringen, solange der Besuch da war. Sofort fing ich wieder an zu weinen. Also blieb ich am Tisch und schlief oft in den Armen von irgendjemandem ein.

      Meine Mutter fand das lustig. Ich weniger. Für mich ist sonnenklar, dass ich mir auf diese Weise die Zuwendung geholt habe, die ich so sehr vermisste. Ich habe schon als Baby gelernt, dass sich weinen nicht lohnt, wenn nicht Fütterungszeit war. Aber ich merkte wohl, dass sie mich nicht schreien lassen würde, wenn das andere Leute mitbekamen. Das ist traurig und es treibt mir noch heute die Tränen in die Augen.

      Wenn es die Mutter ist, die AS hat, ist es für das Kind schlimmer. Der Vater ist üblicherweise den ganzen Tag ausser Haus, aber die Mutter ist nun mal das Zentrum der Welt für ein Kind. Kinder reagieren ganz klar auf emotionale Deprivation. Entweder ziehen sie sich in sich selbst zurück, sind angepasst, schüchtern und pflegeleicht, oder sie holen sich Zuwendung und Beachtung und werden zu agressiven, lauten, unbändigen kleinen Monstern, die dann mit Ritalin ruhig gestellt werden. Selbst negative Zuwendung ist für so ein Kind besser als gar keine.

      NT-Kinder mit einem AS-Elternteil wachsen meist zu ganz normalen Erwachsenen heran. Aber die emotionalen Entbehrungen in der Kindheit nagen ein Leben lang an ihnen. Oft trifft man solche Menschen in der Therapie. Sie wissen noch nicht einmal, warum sie therapeutische Hilfe suchen. Sie haben vielleicht Partner, Kinder, Haus, ein guter Verdienst, liebe Freunde. Sie müssten doch eigentlich zufrieden sein. Aber da ist eine Leere in ihnen drin. Irgendwas fehlt. Vielleicht kommt der Therapeut auf die Kindheit zu sprechen und wenn sie ganz grosses Glück haben, erkennt der Therapeut, dass dieser Mensch, der vor ihm sitzt, als Kind mit seinen seelischen Bedürfnissen im Regen stehen gelassen wurde. Dann kann man daran arbeiten.

      Ich habe schon als Jugendliche gewusst was mir fehlt, was diese Leere in mir verursacht. Ich habe mich immer gefragt: WARUM? Warum tut sie, was sie tut? Warum sagt sie, was sie sagt? Die einzige Erklärung, die ich fand war: Sie mag mich nicht. Sie hat mich schon immer abgelehnt. Das war traumatisch.

      Mein Bruder wurde 2018 als AS diagnostiziert. Daraufhin habe ich mich im Netz über Asperger informiert. Es hat noch einige Wochen gedauert, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel: Alle AS-Symptome treffen auf meine Mutter zu. Das war für mich eine riesige Erleichterung, denn das würde bedeuten: Sie hat mich vermutlich immer geliebt, konnte es nur nicht zeigen. An diesem Tag hat meine Heilung begonnen.

      The post was edited 1 time, last by Romi ().

    • Rhianonn wrote:

      Ich habe gelesen, dass sich Asperger mit Kindern gerade besonders viel Mühe geben und haufenweise Bücher über Erziehung durchstudieren. Dass sie vielleicht eher etwas verstandesbetonter und nicht so emotional an die Erziehung rangehen, das ist wohl kein Nachteil, solange das Kind Sicherheit hat.
      Das, was man liest oder anderen Menschen abschaut ist das eine. Aber das Kind spürt genau, wenn die Emotionen dabei fehlen. Ja, man kann lernen sein Kind in die Arme zu nehmen wenn es Trost braucht, aber es fühlt sich trotzdem nicht getröstet, wenn es nicht auch SPÜRT, dass Mama mit dem Herzen dabei ist.

      Eine emotionale Mama fühlt sich anders an. Es fühlt sich an, als ob man sich in ein warmes, weiches Kissen kuschelt. Man spürt den weichen Körper der Mutter, sie fühlt sich warm an, man spürt ihren Herzschlag, ihre Arme sind weich, die Umarmung fest aber liebevoll, man spürt ihren Atem im Haar, sie säuselt dir tröstende Worte ins Ohr, das Kind spürt bedingungslose Liebe. Das ist Trost.

      Bei meiner Mutter fühlte sich eine Umarmung an als ob man ein Stück Holz vor sich hat. Hart, unbeweglich, gekünstelt. Dagegen habe ich mich gewehrt. Das wollte ich nicht. Das gab mir keine Sicherheit sondern löste in mir pure Agression aus. Es war mir übrigens immer bewusst, dass sie das nur in der Öffentlichkeit versuchte, wenn sie andere Mütter dabei beobachtet hat, wie diese ihr Kind knuddeln. Hinter verschlossenen Türen wäre es ihr nie in den Sinn gekommen, so etwas zu tun.
    • Ich weiß aber nicht, ob man das so pauschal sagen kann, dass Eltern mit AS ihren Kindern nicht ausreichend Liebe geben können. Vielleicht ist das bei manchen so, aber doch nicht bei allen, oder?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich weiß aber nicht, ob man das so pauschal sagen kann, dass Eltern mit AS ihren Kindern nicht ausreichend Liebe geben können. Vielleicht ist das bei manchen so, aber doch nicht bei allen, oder?
      Ich finde die Aussage von @Romi auch viel zu pauschal. Auch autistische Eltern können ihren Kindern viel Liebe und Zuwendung geben. Umgekehrt gibt es genug Beispiele von nichtautistischen Eltern, die ihre Kinder emotional vernachlässigen. Warum dieses Schwarz-Weiß-Denken?
    • Ich glaube schon, dass es ein Problem sein kann, nur halt nicht generell bei allen. Selber habe ich ja keine Kinder. Ich habe mir schon überlegt, wie es wäre, eins zu haben, und ich denke, ich würde es sehr lieben, wäre aber auch sehr überfordert damit. Sodass es schon besser ist, dass ich kein Kind habe. Aber ich kann mir vorstellen, dass es auch liebevolle Eltern mit AS gibt, wo nicht nur Liebe da ist, sondern auch gezeigt wird. Das Zeigen ist ja oft das größere Problem.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Warum sollten die Emotionen fehlen?
      Das Märchen vom kalten emotionslosen Autisten ist doch längst wiederlegt.

      Ich liebe meinen Partner über alles und er spürt das auch.

      Meine Sorge bei künftigen Kinder ist a) Überforderung durch Lautstärke etc. b) zu wenig körperliche Nähe bieten können und c) nicht genug zu einschätzen zu können, wie es dem Kind geht.

      Lieblosigkeit als Ursache für AS (Kühlschrankmütter) ist auch wiederlegt und Lieblosigkeit ist keine Eigenschaft von AS. Es gibt lieblose Mütter unter NTs und AS.

      Ich bin Tochter von 2 Menschen mit mindestens autistischen Zügen. Mein großes Problem war Unverständnis meinem Verhalten (Stimming, Blickkontakt etc.) und meinen Emotionen gegenüber (hätte ich früher die Diagnose gehabt wäre es für meine Eltern dabei leichter gewesen). Außerdem gab es eigentlich nie richtige Konflikte, es war alles sehr klar, auf der einen Seite gut, auf der anderen Seite hat mir das manchmal gefehlt.

      Meine Probleme mit der Gesellschaft und den anderen Kindern konnte meine Mutter gut verstehen, da sie es selbst kannte. Die Kommunikation war oft schwierig und frustrierend. Aber ich habe mich nicht ungeliebt gefühlt, bis zur Geburt meines Bruders, dann war ich sehr eifersüchtig, da ich auch den Eindruck hatte und noch habe, dass mein Vater ihn bevorzugt.
    • @Shenya
      Ich mache mir auch hin und wieder Gedanken darüber, was wäre, wenn ich ein eigenes Kind hätte. Es kommen dann Gedanken wie z.B. Zuwendung nicht angemessen zeigen zu können oder mit der Erziehung überfordert zu sein. Zusätzlich habe ich noch die Sorge, als Vater keine Rückzugsmöglichkeiten mehr zu haben, da ja ein Kind sehr viel Aufmerksamkeit braucht. Rückzugsmöglichkeiten sind für mich sehr wichtig. Wenn diese fehlen, bin ich überreizt und bekomme gesundheitliche Probleme. Dennoch würde ich versuchen, meinem Kind viel Zuwendung zu geben, sodass seine emotionalen Bedürfnisse erfüllt werden. Zurzeit schließe ich es aber noch aus, ein eigenes Kind zu bekommen (abgesehen davon fehlt mir ja ohnehin eine Partnerin).
    • Ich habe mir gerade noch überlegt, dass es wahrscheinlich auch einen Unterschied macht, ob der autistische Elternteil eine Diagnose hat oder nicht. Wenn er keine Diagnose hat, dann kann er nicht ausreichend für sich selbst sorgen und ist sehr wahrscheinlich in einem ständigen Überforderungszustand. Dann kann es vermutlich mehr Probleme geben als wenn jemand eine Diagnose hat und weiß, worauf er bei sich achten muss.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Shenya
      Ja, das stimmt. Ich bin froh, dass ich meine AS-Diagnose relativ früh (mit 27) erhalten habe. Eigentlich habe ich bereits in der Kindheit eine Autismus-Diagnose erhalten, aber mit Ausnahme des Abschlussberichts des ATZ sind keine Unterlagen von damals mehr auffindbar.

      Zum Glück hatte meine Mutter diesen Abschlussbericht nicht entsorgt, denn er war für die Erwachsenendiagnostik an der Uniklinik Köln sehr nützlich, meiner Meinung nach.

      The post was edited 1 time, last by Grübler_1988 ().

    • Mit AS fehlen ja nicht die Emotionen.
      Sie können bei anderen vllt nicht so gut "gelesen" werden, selbst nicht so gut gezeigt werden.

      Auch die Stärke der Schwingungsfähigkeit, also wie intensiv eine Emotion erlebt wird, kann sich unterscheiden, das ist bei NTs nicht anders.
      Als AS mit heftigen Emotionen lernt man, diese wegzusperren/abzuschalten. Bzw muss das lernen, um zu funktionier en.

      Fehlende Emotionen gehören zu anderen Störungsbildern.

      Was das Lesen von Bedürfnissen von Babys angeht, hängt dies zum einen von den eigenen Kindheitserfahrungen ab . Auch ganz ohne AS geben Nicht-Gekuschelte Kinder als Erwachsene das oft so weiter. Fataler wird, wenn das und Gegenteil kippt und das eigene Kind dieses Bedürfnis erfüllen soll - hier beginnt der emotionale Missbrauch.

      Ein weiterer Aspekt ist, ob Erfahrungen mit Babys und Kleinkinder da sind. Ohne diese ist das erste Kind immer "Übungskind" und kriegt auch alle Unsicherheiten und Fehlüberlegungen ab.

      Der dritte ist, ob auch schon ein Baby als eigenständige Person wahrgenommen wird, das nicht ohne Grund schreit. Der zu beseitigen ist.

      Diese Haltung haben die wenigsten.

      Was nützt "kuschliger Trost", wenn der Auslöser Hunger/Durst/Bauchweh/ schmerzende Falte hinten im Rücken/der Anblick eines Fremden ist, der meint sein Kiki loswerden zu wollen?

      Dagegen sieht eine "eins nach dem anderen" abklärende AS-Mutter mit "ok, Windel ist es nichr, Hunger ist es nicht," ausziehen und abklären ob was nicht in Ordnung ist-kommt oft vor-, die DANN feststellt, Trost und vor der Welt verbergen dürfen ist angesagt vllt nicht so toll aus wie die " Filmmütter."

      Aber wo keine Liebe ist, kann auch keine gegeben werden. Das hat nix mit AS oder NT zu tun.


      Meine Mutter war definitiv NT. Härter zu mir als alle anderen Menschen, die ich danach kennenlernte
      Was nicht mehr wundert, seit ich erfahren habe, dass ich das Ergebnis eines Missbrauchs bin .
      Ich war der "Trigger".

      Offiziell erwünscht, dahinter Dramen/Traumata/Famliiengeheimnisse/ andere Störungen.....

      Es liegt nicht alles an AS. Und auch mit AS können "Hintergrunddramen" Haupt-Ursache sein.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Rhianonn wrote:

      Ich habe gemerkt, dass ich nicht alles bieten kann. Aber das kann ich sportlich auch nicht. Also habe ich früh dafür gesorgt, dass Kind das Paket anderswo bekommt - Sportkurse, Aktivitäten, andere Familien.
      Ich glaube nicht, dass es anerzogene autistische Züge gibt.
      Das wären eher Züge anderer Persönlichkeitsstörungen, ängstlich - vermeidende ....
      und man darf nicht vergessen: Autismus ist ein Spektrum.
      Es gibt Familienangehörige mit einzelnen autistischen Zügen, aber das ist dann nicht durch die Erziehung gekommen, sondern genetisch.
      :thumbup: hey, super statement!

      Scheinst aber auch eine reflektierende Persönlichkeit zu sein.
      Manche denken vielleicht zu viel nach, andere denn wieder zu wenig....
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Romi wrote:

      Bei meiner Mutter fühlte sich eine Umarmung an als ob man ein Stück Holz vor sich hat. Hart, unbeweglich, gekünstelt. Dagegen habe ich mich gewehrt. Das wollte ich nicht. Das gab mir keine Sicherheit sondern löste in mir pure Agression aus. Es war mir übrigens immer bewusst, dass sie das nur in der Öffentlichkeit versuchte, wenn sie andere Mütter dabei beobachtet hat, wie diese ihr Kind knuddeln. Hinter verschlossenen Türen wäre es ihr nie in den Sinn gekommen, so etwas zu tun.

      Romi wrote:

      Ich habe schon als Jugendliche gewusst was mir fehlt, was diese Leere in mir verursacht. Ich habe mich immer gefragt: WARUM? Warum tut sie, was sie tut? Warum sagt sie, was sie sagt?
      Lies mal dies narzissmus.org/hat-deine-mutter-eine-nps/

      Das könnte auch narzisstisch oder traumabedingt sein , denn "Theaterspielen , um wie eine gute Mutter zu WIRKEN" ist ja auf die Außenwirkung bedacht - und damit eher nicht autismusspezifisch . Eine Autistin würde eventuell gar nicht merken, dass sie eine seltsame Mama ist.

      Ich bin übringens sehr verschmust und drücke Leute , die ich sehr mag - manchmal mit zu viel Kraft . Heißt, mir fehlt nicht die Emotion, sondern die Fähigkeit, Signale richtig zu deuten.

      Romi wrote:

      NT-Kinder mit einem AS-Elternteil wachsen meist zu ganz normalen Erwachsenen heran. Aber die emotionalen Entbehrungen in der Kindheit nagen ein Leben lang an ihnen
      Meine Tochter sagt das Gegenteil - sie hatte als Kind nicht gewusst, dass es auch unaufrichtige und selbstsüchtige Menschen gibt - sie kannte ja nur uns Eltern , und wir waren immer uneigennützig und integer. Es war eher ein Schock für sie, als sie auf NTs traf.


      Grübler_1988 wrote:

      @Shenya
      Ja, das stimmt. Ich bin froh, dass ich meine AS-Diagnose relativ früh (mit 27) erhalten habe
      Vielleicht hätte ich mich MIT Diagnose gar nicht getraut, Kinder zu haben .


      Capricorn wrote:

      hey, super statement!
      Danke :)
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Happy to be wrote:

      Was das Lesen von Bedürfnissen von Babys angeht, hängt dies zum einen von den eigenen Kindheitserfahrungen ab . Auch ganz ohne AS geben Nicht-Gekuschelte Kinder als Erwachsene das oft so weiter. Fataler wird, wenn das und Gegenteil kippt und das eigene Kind dieses Bedürfnis erfüllen soll - hier beginnt der emotionale Missbrauch.

      Happy to be wrote:

      Meine Mutter war definitiv NT. Härter zu mir als alle anderen Menschen, die ich danach kennenlernte
      Was nicht mehr wundert, seit ich erfahren habe, dass ich das Ergebnis eines Missbrauchs bin .
      Das ist alles ziemlich traurig.
      Um so besser, dass du dich so prächtig weiterentwickelt hast!

      Ich gehe trotzdem davon aus, dass die meisten Elternmenschen ihre Sache so gut machen, wie sie es eben können.
      Im Gegensatz zu vor - na sagen wir mal: 30 Jahren - brechen aber heutzutage viele gewachsene soziale Strukturen weg. Man wohnt nicht wie früher "umme Ecke" vom Elternhaus oder hat Oma oder Tante zur Unterstützung (mit allen Nachteilen, die das mit sich bringen kann).
      Deshalb scheint es mehr externen Hilfebedarf zu geben, denke ich.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • @Capricorn
      Schon vor 30 Jahren wurde der Wegfall sozialer Strukturen beklagt...

      Schaut man aber mal genau hin, galten diese eh nur für eine Minderheit. Der Krieg hatte von diesen dann viele zerstört, davor die Industrialisierung.

      Dieses rosige Bild kollektiver Kleinkind-Versorgung in dem alle begeistert mitmachen.....Fa Word ein Wunsch in die Vergangenheit geschickt, als "wahr" gedacht und dann als Mangelgefühl zurückgeholt.
      Anstatt sich vorher zu überlegen, wie und mit welchem Netzwerk Kind großziehen.
      Erst das Netzwerk, dann das Kind. Und dann kann es immer noch passieren, allein mit Kind da zu stehen.
      Auch hier, das muss vorher überlegt sein.

      Ist ein Kind erst mal da, wird es deutlich schwieriger; etwas aufzubauen. Und als Aspie nochmals.....
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Grübler_1988 wrote:

      Rhianonn wrote:

      Vielleicht hätte ich mich MIT Diagnose gar nicht getraut, Kinder zu haben .
      Mich würde mal interessieren, ob es Personen gibt, die nach dem Erhalt ihrer AS-Diagnose Kinder geplant und bekommen haben. Kennst du (hier im Forum oder außerhalb) solche Fälle?
      Das finde ich auch spannend.

      Wobei man da wohl nochmal unterscheiden muss zwischen Leuten, die grundsätzlich Kinder wollten und auch nach der Autismusdiagnose bei diesem Wunsch geblieben sind. Und solchen, die erst irgendwann nach ihrer Diagnose einen Kinderwunsch entwickelt haben (was ja z.B. bei Personen, die bereits in jungen Jahren diagnostiziert wurden, gut möglich ist).