Kind mit autistischen Eltern

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    • BlaueStunde wrote:

      Generell bin ich nicht so die super emotionale, unternehmungsfreudige, spontane Mutter mit stählernen Nerven. Aber ich liebe mein Kind sehr (das sage und zeige ich auch so oft ich kann), und es beim Heranwachsen zu begleiten, ist eine schöne und faszinierende Aufgabe. Ich hoffe, dass ich meiner Tochter mitgeben kann, dass alle Menschen unterschiedlich sind, dass ich sie wahnsinnig liebhabe und immer an ihrer Seite stehe. Ich wünsche mir, dass sie später vielleicht etwas in der Art über mich sagen kann wie: "Meine Mutter ist eine etwas kauzige Frau, aber ein liebevoller Mensch mit reichem Innenleben".
      Du machst das genau richtig @BlaueStunde . Ich bin mir fast sicher, dass deine Tochter einmal tatsächlich so lieb von dir sprechen wird.

      BlaueStunde wrote:

      Also – nein, Autist*innen sind nicht zwangsläufig schlechtere Eltern. Es kommt darauf an, inwiefern man (Diagnose oder nicht) bereit ist, sich immer wieder zu reflektieren, zu hinterfragen und an sich zu arbeiten. Menschen, die das überhaupt nicht tun, können in meinen Augen keine superguten Eltern sein, egal ob NT oder ND.
      So ist es. Schlechte Eltern zu sein ist KEIN "Privileg" der AS. Es gibt halt leider noch keinen obligatorischen Elternführerschein.
    • Romi wrote:

      Es war mir übrigens immer bewusst, dass sie das nur in der Öffentlichkeit versuchte, wenn sie andere Mütter dabei beobachtet hat, wie diese ihr Kind knuddeln

      Rhianonn wrote:

      Ich fand es eher untypisch, weil @Romi schrieb, die Mutter wollte vor den anderen gut darstehen.
      Das hast du wohl missverstanden, @Rhianonn. Meine Mutter merkte wohl erst wenn sie andere Mütter beobachtete, dass sie sich mir gegenüber anders verhielt als andere Mütter. Sie versuchte vermutlich diese dann zu kopieren. Machen das AS nicht andauernd? NTs kopieren ohne zu wissen warum? AS spüren ja, dass sie irgendwie anders sind als die Mehrheit. Also schauen sie sich Verhaltensweisen der NTs ab, um nicht aufzufallen.

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    • Romi wrote:

      Romi wrote:

      Es war mir übrigens immer bewusst, dass sie das nur in der Öffentlichkeit versuchte, wenn sie andere Mütter dabei beobachtet hat, wie diese ihr Kind knuddeln

      Rhianonn wrote:

      Ich fand es eher untypisch, weil @Romi schrieb, die Mutter wollte vor den anderen gut darstehen.
      Das hast du wohl missverstanden, @Rhianonn. Meine Mutter merkte wohl erst wenn sie andere Mütter beobachtete, dass sie sich mir gegenüber anders verhielt als andere Mütter. Sie versuchte vermutlich diese dann zu kopieren. Machen das AS nicht andauernd? NTs kopieren ohne zu wissen warum? AS spüren ja, dass sie irgendwie anders sind als die Mehrheit. Also schauen sie sich Verhaltensweisen der NTs ab, um nicht aufzufallen.
      Ach so, ja da hatte ich das falsch verstanden. So auf die Außenwirkung bedacht sein ist eher typisch für PS (Persönlichkeitsstörung ).
      Eigentlich tragisch , dieser Kopierungsversuch , nicht ?

      Wäre es für dich als Kind besser gewesen, du hättest gewusst, warum deine Mutter ihre Liebe nicht zeigen kann?
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Romi wrote:

      Meine Mutter hatte wahrlich ein AS-Paradiesleben. Zwei pflegeleichte Kinder, der Haushalt war schnell gemacht, wir Kinder spielten ruhig in unserem Zimmer und Mutter frönte ihr ungestörtes AS-Leben.
      Das klingt für mich schon so, als würdest du ihr böse Absichten zuschreiben. Aber vielleicht verstehe ich das wieder falsch....
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • Rhianonn wrote:

      Eigentlich tragisch , dieser Kopierungsversuch , nicht ?
      Der Kopierungsversuch an sich finde ich noch nicht einmal so tragisch. Tragisch ist viel mehr, dass einige Menschen fast gezwungen sind andere nach zu ahmen um nicht (negativ) aufzufallen.

      Rhianonn wrote:

      Wäre es für dich als Kind besser gewesen, du hättest gewusst, warum deine Mutter ihre Liebe nicht zeigen kann?
      Unbedingt! Eine Mama zu haben, die komisch oder einfach anders ist als andere ist für ein Kind kein grosses Problem (das mag sich in der Pubertät ändern). Aber das Gefühl zu haben, dass Mama einen nicht lieb hat oder gar ablehnt, war zumindest für mich traumatisch.
    • Rhianonn wrote:

      Romi wrote:

      Meine Mutter hatte wahrlich ein AS-Paradiesleben. Zwei pflegeleichte Kinder, der Haushalt war schnell gemacht, wir Kinder spielten ruhig in unserem Zimmer und Mutter frönte ihr ungestörtes AS-Leben.
      Das klingt für mich schon so, als würdest du ihr böse Absichten zuschreiben. Aber vielleicht verstehe ich das wieder falsch....
      Eigentlich war es als sachliche Bemerkung gedacht. Aber du hast nicht ganz unrecht - genau betrachtet ist das ziemlich sarkastisch, mit einer Prise Ironie und einem Schuss Bitterkeit. Böse Absichten unterstelle ich ihr nicht, aber es macht mich schon sauer, dass sie sich einfach in ihre AS-Welt zurückgezogen hat, während sie uns Kinder emotional fast verhungern liess.

      Nun, ich weiss es ja jetzt besser und trage es ihr nicht mehr nach. Aber ich danke dir, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Es macht mir bewusst, dass ich ihr durch solche Bemerkungen unrecht tue.
    • Ich dachte, ich wüsste, was man so mit Kindern tun muss und wollte sie einfach sehr lieb haben.
      Ich würde es gewiss besser machen als meine eigene Mutter.
      Mein Studium beinhaltete so einiges an Pädagogik und so fühlte ich mich gerüstet.
      Die Pädagogik der 70er-Jahre war ganz schön idealistisch und ziemlich bekloppt, und in jeder Pädagogik steckt viel vom Zeitgeist.
      Wenn man also nicht so gut spürt, was gerade dran ist mit den Kindern, und will es gut machen, dann ist man besonders schlecht dran, wenn man pädagogisch vorverbildet ist.

      Jedenfalls passte ganz oft alles nicht. Ich passte nicht und meine Kinder waren alle irgendwie anders, als ich es gelernt hatte. Laut, wild, eigensinnig und direkt und kreativ oder auch sehr begabt.
      Weil ich die erste Mutter im Bekanntenkreis war, hatte ich damals keinen Vergleich und kein Vorbild oder sonstwelche Orientierung. Was in Büchern stand, passte auch nicht. Also schaute ich "Die Waltons" und "Unsere kleine Farm". Das fühlte sich wenigstens irgendwie harmonischer und geordneter an. Und ich konnte sicher sein, dass jeder Konflikt ein gutes Ende findet.

      Später haben mich meine Kinder ausgelacht. Und im Nachhinein kann ich auch ein bisschen lächeln darüber. Aber tatsächlich war es bitterer Ernst. Am liebsten hätte ich die Sendung mit den Kindern geschaut und gesagt: Schaut mal, so machen wir´s.

      Wir waren in eine Kleinstadt gezogen mit sehr sturen und engherzigen Menschen, die sich das Maul darüber zerreißen, wenn eine andersfarbige Außenlampe am Haus hängt, als sie es gewohnt sind.
      Mir selbst wäre das sehr egal gewesen, so wie es mir egal war, dass "anständige" Mädchen Kleidchen trugen, meine aber lieber alte Jeans, in denen sie sich bei ihren abenteuerlichen Spielen schmutzig machen konnten.
      Aber schließlich merkte man doch, dass man nicht im luftleeren Raum erzieht, und meine Kinder wollten auch keine Außenseiter sein.
      Nein, das wollte ich auch nicht.
      Und mein Verbiegen und das Schielen auf die Nachbarn war ganz bestimmt nicht, weil deren Meinung über mich mir wichtig war.
      Ich wusste aber, wie schwer es ist, wenn man nicht dazu gehört in einer Kleinstadt in den 70er und 80er-Jahren.
      Das Anderssein kannte ich seit meiner Kindheit gut.

      Oft habe ich meinen Kindern gesagt, es solle ihn gleich sein, wie andere denken. Weil es ihnen aber nicht gleich war, wie sie behandelt werden, habe ich an der Anpassung mitgewirkt.
      Was habe ich diese Stadt und das Leben da manchmal gehasst! Allerdings lebten wir auch in einer schönen natürlichen Umgebung und hatten einen Bekanntenkreis (mit sehr vielen Außenseitern) und Menschen, die ich für meine Freunde hielt.

      Wenn ihr eure Mütter beurteilt, dann wäre es fair, sie vor dem Hintergrund ihres Lebens zu sehen, dem, was von ihnen erwartet wurde und welchen Spielraum sie hatten. Und vielleicht auch, wieviel Anderssein ihr als unerkannte Aspies ihnen abverlangt habt, wo sie ohne Wissen und Hilfe sich durchwurschteln mussten in einer Zeit, in der jeder Hansl sich berufen fühlte zu sagen, wie man Kinder behandelt und wie sie dann zu sein haben, wie jedem Andersverhalten der Kinder ein Fehlverhalten der Mütter zugrunde gelegt wird. Gestützt alles durch eine riesige Flut von Elternratgebern, die alle paar Jahre genau das Gegenteil von dem Behaupteten verkünden. Natürlich alles von Expertenmeinungen gestützt.
      Ganz sicher macht das Eltern nicht sicherer, denn deren Verunsicherung ist der Grund, warum man daran verdienen kann.

      Mütter wurden damals als Experten für ihre Kinder abgesetzt. Sie wurden zu Ursachen für vielerlei Fehlentwicklungen und Probleme erklärt, in Psychotherapien auseinander genommen. Auch ich habe das geglaubt.

      Heute denke ich, man muss beieinander bleiben, sich verstehen und verständigen lernen und den Mut haben sich auf einander einzulassen, Fehler zu machen, sich zu versöhnen und mit menschlichem Verhalten umgehen lernen, was gewiss nicht immer optimal ist im Strudel des Lebens, das man sonst noch so in sich und um sich bewältigen muss.
      Ich bin eine Herausforderung für Andere und sie sind es auch für mich. Ohne Schmerz läuft das nicht ab, so sehr man sich das auch wünscht.
      Warum sollte das nicht für Mütter und Kinder gelten?
    • Rhianonn wrote:

      Hallo @BlaueStunde, das klingt gut .
      Mein Mann hat mneine Ängste überhaupt nicht verstanden und wurde nur ungehalten. Also habe ich die Angst vor ihm versteckt , aber in Wirklichkeit war ich sehr gestresst.

      BlaueStunde wrote:

      Ich will ja auch, dass sie selbständig und mutig ist. Und weiß, dass ich meine Ängste nicht zu stark auf sie übertragen darf. Was ich nach bestem Wissen versuche.
      Ja, das wünsche ich mir auch. Mittlerweile ist mein Kind 25 und selbsttändig und mutig. So gesehen, war es gut, dass sie mich nervig fand , da hat sie sich distanziert und doch gemacht, was sie wollte.
      Schön, dass dein Mann dich unterstützt.

      Die Grundschulzeit ist eine schöne Zeit, weil Kinder so langsam verständig werden, Interesse an Büchern und Filmen entwickeln und ihre eigenen Ideen haben.

      Ich glaube, meiner versteht meine Ängste auch nicht immer, aber es kann sie meist akzeptieren. Das hilft schon. Die Angst verstecken zu müssen, stelle ich mir sehr quälend vor, das tut mir sehr leid für dich.

      Ich bin sehr gespannt darauf, wie mein Kind sich entwickelt. Es muss schön sein, ein "großes" Kind zu haben. Ist dein Kind auch Aspie? Meins nicht, glaub ich. Andererseits ist sie schon ein bisschen speziell. Ich beobachte das mal ganz in Ruhe :)
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • BlaueStunde wrote:

      Ist dein Kind auch Aspie? Meins nicht, glaub ich. Andererseits ist sie schon ein bisschen speziell. Ich beobachte das mal ganz in Ruhe
      Nein , ist sie nicht , aber eher introvertiert und auch jemand, der lange Phasen für sich alleine braucht. Eine Ganztagsschule wäre für mein Kind beispielsweise nichts gewesen, sie war froh, nach Hause zu kommen und erstmal abzuschalten.
      "Asperger ist eine unsichtbare Behinderung." "Oh, sieht man dir gar nicht an." "Ähhh....genau" :irony:
    • grace54 wrote:

      Ich bin eine Herausforderung für Andere und sie sind es auch für mich. Ohne Schmerz läuft das nicht ab, so sehr man sich das auch wünscht.
      Warum sollte das nicht für Mütter und Kinder gelten?
      Das sehe ich ganz ähnlich. Wir sind alle unterschiedliche Menschen, egal ob mit AS oder ohne. Und ein enges Zusammenleben so wie in einer Partnerschaft oder Familie ist für jeden eine Herausforderung. Ich war auch sehr oft mit allem überfordert und weiß, dass ich vieles als Mutter hätte besser machen können. Aber ich habe meine Bestes gegeben, und bin dabei jeden Tag sehr weit über meine persönliche Belastungsgrenze gegangen. Mehr ging einfach nicht, und andere Mütter sind auch nicht alle perfekt.

      Romi wrote:

      Eigentlich war es als sachliche Bemerkung gedacht. Aber du hast nicht ganz unrecht - genau betrachtet ist das ziemlich sarkastisch, mit einer Prise Ironie und einem Schuss Bitterkeit. Böse Absichten unterstelle ich ihr nicht, aber es macht mich schon sauer, dass sie sich einfach in ihre AS-Welt zurückgezogen hat, während sie uns Kinder emotional fast verhungern liess.
      Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass AS keine Entschuldigung sein kann für Fehlverhalten oder Versäumnisse. Aber ich glaube, dass Du als NT tatsächlich nicht wissen kannst, wieviel Kraft es Deine Mutter gekostet hat, es so hinzubekommen, wie sie es hinbekommen hat.
      Ich habe auch eine Tochter, die mich sehr stark verurteilt. Sie hat keine Kinder, und daher kann sie auch nicht herausfinden, wie es so im Alltag ist mit Kindern, wenn sie Fieber haben oder Brechdurchfall oder Probleme mit den Hausaufgaben oder..oder...... Die Töchter, die Kinder haben, sehen das ganze etwas anders. Sie haben die Erfahrung machen müssen, dass alle Theorie grau ist (RW).
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      Aber ich glaube, dass Du als NT tatsächlich nicht wissen kannst, wieviel Kraft es Deine Mutter gekostet hat, es so hinzubekommen, wie sie es hinbekommen hat.
      Genau genommen hat sie gar nichts hinbekommen. Sie hat einfach nichts gemacht und gehofft, dass nichts schlimmes passiert. Sie hat Glück gehabt. Ich kann verstehen, dass die Betroffenen hier Menschen wie meine Mutter verteidigen. Aber ihr solltet auch das kleine vierjährige Mädchen nicht vergessen, das zu Mama rennt weil es Trost sucht und im Regen stehen gelassen, vielleicht sogar angeschnauzt wird. Einfach nur weil es tut, was jedes normale Kind macht. Und Aspiemom ärgert sich lauthals weil sie in ihrer täglichen AS-Routine gestört worden ist. Ich kann da nur wenig Mitgefühl für Mutter empfinden. SIE war die Erwachsene. Sie hätte ja gehen können, sich scheiden lassen, die Kinder verlassen, was auch immer um ungestört in ihre Welt abtauchen zu können.
    • Romi wrote:

      Schneckentanz wrote:

      Aber ich glaube, dass Du als NT tatsächlich nicht wissen kannst, wieviel Kraft es Deine Mutter gekostet hat, es so hinzubekommen, wie sie es hinbekommen hat.
      Ich kann verstehen, dass die Betroffenen hier Menschen wie meine Mutter verteidigen. Aber ihr solltet auch das kleine vierjährige Mädchen nicht vergessen, das zu Mama rennt weil es Trost sucht und im Regen stehen gelassen, vielleicht sogar angeschnauzt wird. Einfach nur weil es tut, was jedes normale Kind macht. Und Aspiemom ärgert sich lauthals weil sie in ihrer täglichen AS-Routine gestört worden ist. Ich kann da nur wenig Mitgefühl für Mutter empfinden. SIE war die Erwachsene. Sie hätte ja gehen können, sich scheiden lassen, die Kinder verlassen, was auch immer um ungestört in ihre Welt abtauchen zu können.

      Ich müsste jetzt nochmal alles lesen, aber ich glaube, niemand hier verteidigte das Verhalten deiner Mutter. AS ist keine Entschuldigung, das betone ich hier auch nochmal. Und ich kann sehr gut mitfühlen, wie es dich als Kind geschmerzt hat. Obwohl ich selbst Aspie bin, habe ich auch unter der distanzierten Art meiner Mutter gelitten. Ich weiß sehr gut, wie sich das anfühlt.

      Es ist andererseits, gerade wenn man keine Diagnose hat und keine Ahnung, warum man nicht "funktioniert", auch unendlich schwer, sich selbst zu helfen. Man kann sich so vieles einfach nicht erklären und stolpert oft verzweifelt voran. Das kenne ich als Mutter ebenfalls, auch wenn ich ein sehr besorgtes und (denke ich) liebevolles Elternteil bin.

      Ich weiß, dass dir das jetzt nichts hilft. Die Frauen unserer Müttergeneration hatten auch durchaus weniger Wahlmöglichkeiten als wir heute. Meine Mutter wurde mit 19 ungeplant schwanger, 4 Wochen später mussten meine Eltern heiraten. Abbruch war keine Option, nicht heiraten war keine Option, es GAB im Grunde keine Option, außer es durchzuziehen.

      Dies dient nicht dazu, deine Mutter zu verteidigen, sondern die Perspektive zu weiten. Nicht geborgen gewesen zu sein als Kind, ist für viele Menschen nicht überwindbar – nicht völlig. Aber: Du musst ihr auch nicht verzeihen, du musst keinen Kontakt halten. Du hast das Recht und ebenfalls die freie Wahl, alle Fäden zu kappen. Und dir den Raum für deine Heilung zu nehmen, so lange und so ausgiebig du möchtest.
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • Das Anschnauzen beim Trost suchen machen aber auch nichtautistische Mütter.... alle Mütter, die überfordert sind, egal warum.
      Was waren eigentlich ihre sonstigen Symptome, also woran machst du fest, dass sie AS hatte? Oder lebt sie noch und hat eine Diagnose bekommen?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Das Anschnauzen beim Trost suchen machen aber auch nichtautistische Mütter.... alle Mütter, die überfordert sind, egal warum.
      Da gebe ich dir recht. Der Unterschied ist der, dass NT-Müttern bewusst ist, dass sie nicht auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingegangen sind und ihnen ist auch bewusst warum. Sie können sich bei ihrem Kind entschuldigen, es ihm erklären und es, vielleicht ein bisschen verspätet, doch noch in die Arme nehmen. Dabei lernt ein Kind gleichzeitig, dass Mama auch Probleme hat und nicht immer nur tun kann, was das Kind will. Es lernt auch wie man sich entschuldigt und dass man sich manchmal halt auch entschuldigen muss.
    • Romi wrote:

      Der Unterschied ist der, dass NT-Müttern bewusst ist, dass sie nicht auf die Bedürfnisse ihres Kindes eingegangen sind und ihnen ist auch bewusst warum. Sie können sich bei ihrem Kind entschuldigen, es ihm erklären und es, vielleicht ein bisschen verspätet, doch noch in die Arme nehmen
      Träum weiter. Die nichtautistischen Mütter, die ihre Kinder schlecht behandeln, habe da keine Einsicht darin. Und wenn das Kind auf die Idee käme, eine Entschuldigung zu erwarten, dann würden sie es dafür auch noch anschnauzen.
      Natürlich gibt es Zwischenstufen, aber lieblose Mütter gibt es haufenweise, du musst nur mal in die einschlägigen Foren für psychisch Kranke schauen, dort treffen sich die Kinder dieser Eltern. Deren Eltern sehen selbst im hohen Alter ihre Fehler oft nicht ein.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Deren Eltern sehen selbst im hohen Alter ihre Fehler oft nicht ein.
      Oh nein. Meine Mutter wollte selbst als sie im Sterben lag gegenüber meiner Schwester, die sie Jahre vorher schwer gekränkt hatte, nicht "zurückrudern", von einer Entschuldigung ganz zu schweigen - und sie hatte keine uns bekannte psychische Störung, allenfalls autistische Züge. Und meine Schwiegermutter ist auch völlig uneinsichtig, was ihr Verhalten gegenüber ihren beiden Töchtern angeht (wobei sie vermutlich eine narzisstische PS hat, was immerhin eine medizinische Erklärung wäre).