Asperger und (C)PTBS

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    • Asperger und (C)PTBS

      Hallo. Ich habe eine CPTBS-Diagnose und Verdacht auf Asperger. CPTBS steht für Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung.
      Es ist leider bekannt, dass viele Ärzte und Therapeuten meinen, PTBS und Asperger würden sich gegenseitig ausschließen. Dabei zeigen Untersuchungen, dass Autisten durchschnittlich anfälliger für traumatische Erlebnisse sind, als NTs. Trotzdem wird bei einer (causal leichter nachvollziehbaren) PTBS-Diagnose oft Autismus ausgeschlossen.

      Hier habe ich einen sehr anschaulischen Artikel zu dem Thema gefunden (leider nur auf Englisch):
      traumatizedaspie.com/complex-ptsd-vs-aspergers/

      Es enthält ein sehr einfaches Diagramm mit gemeinsamen Symptomen und individuellen Symptomen beider Störungen.
      (interessanterweise sind die auf mich zutreffenden Symptome bei Autismus zutreffender, obwohl ich eine CPTBS-Diagnose habe und angeblich kein Asperger) :roll:

      Hat noch jemand hier eine (C)PTBS-Diagnose und ist Verdachts-Asperger oder hat vielleicht sogar beide Diagnosen? Oder umgekehrt: Asperger und Verdacht auf PTBS?
      For mash get SMASH!
    • Zebra wrote:

      Ja. Die PTBS ist aber schon 8 Jahre her und überwunden.
      Das ist gut. Ich habe CPTBS und das kann man angeblich nicht wirklich überwinden (es gibt allerdings eine Methode von einem Doctor Peter Levine aus den USA aber die wird hier, glaube ich, wenn dann selten aber wahrscheinlich eher gar nicht angewandt).
      For mash get SMASH!
    • Hallo !
      Ich habe Beides und es schließt sich also keineswegs aus. Ich finde die Kombination allerdings mehr als schlimm, da sich Hilfsmöglichkeiten
      oft gegenseitig ausschließen. Was bei "Trauma" oft hilft.....hilft mir aufgrund des Autismus aber nicht, oder funktioniert gar nicht.
      Es passt einfach nichts und nie.
      Grüsse
      Alys
    • PTBS nicht aber vor ca. 20 Jahren mal eine Diagnose die heißt "Anpassungsstörung".
      Ist jetzt nicht hilfreich, weil ich denke das es einfach nicht ganz richtig war und nur so ähnlich wie PTBS ist.... aber als "statistischer Hinweiswert" für dich:
      Niemand hat mit dieser Vordiagnose eine ASS einfach ausgeschlossen nur weil sich die Symptome ähneln oder sie als Differentialdiagnose gilt.
      *zu viele Menschen verwechseln Glück mit Spaß*

      The post was edited 1 time, last by Tauriel ().

    • Nowhere Mat wrote:

      Zebra wrote:

      Ja. Die PTBS ist aber schon 8 Jahre her und überwunden.
      Das ist gut. Ich habe CPTBS und das kann man angeblich nicht wirklich überwinden (es gibt allerdings eine Methode von einem Doctor Peter Levine aus den USA aber die wird hier, glaube ich, wenn dann selten aber wahrscheinlich eher gar nicht angewandt).
      Ich kenne mich da mit dem Unterschied nicht aus. Jedenfalls war das damals akut, ich saß ein paar Wochen zitternd in der Ecke, dann hat man mich in der Psychiatrie mit Tavor abgefüllt, und nach einer Weile ging es wieder. Dann kam natürlich noch der Tavor-Entzug :shake:
      Life is now
    • Alys wrote:

      Ich habe Beides und es schließt sich also keineswegs aus. Ich finde die Kombination allerdings mehr als schlimm, da sich Hilfsmöglichkeiten oft gegenseitig ausschließen. Was bei "Trauma" oft hilft.....hilft mir aufgrund des Autismus aber nicht, oder funktioniert gar nicht.
      Es passt einfach nichts und nie.
      Ugh! Genau das ist auch mein Eindruck, bei dem, was ich bisher erfahren habe. Ich habe auch die Hoffnung aufgegeben, da therapeutisch irgendetwas machen tu können. Mich interessiert alleine, dass ich eine vernünftige Diagnose erhalten kann, damit ich mich vernünftig orientieren und gegebenenfalls auch gewisse Angebote in Anspruch nehmen kann. Mit der therapeutischen Hilfe scheint eh so ein Glücksspiel zu sein, besonders bei Traumata.

      Tauriel wrote:

      Niemand hat mit dieser Vordiagnose eine ASS einfach ausgeschlossen nur weil sich die Symptome ähneln oder sie als Differentialdiagnose gilt.
      Genau so.

      Zebra wrote:

      Ich kenne mich da mit dem Unterschied nicht aus. Jedenfalls war das damals akut, ich saß ein paar Wochen zitternd in der Ecke, dann hat man mich in der Psychiatrie mit Tavor abgefüllt, und nach einer Weile ging es wieder. Dann kam natürlich noch der Tavor-Entzug
      Der Unterschied geht so: PTBS ist in der Tat eine Akute Störung, die auf ein Traumaerlebnis zurückzuführen ist. CPTBS ist auf eine Folge von Erlebnissen (Misshandlung, Missbrauch, Verwahrlosung) zurückzuführen, die ausschließlich im jüngeren Kindesalter passiert sind. Die Folgen von CPTBS sind eine komplette Persönlichkeitsveränderung, die nicht rückgängig zu machen ist. Dagegen ist PTBS durchaus behandelbar.

      Medikamentenenzug ohne Begleitung kommt mir, besonders nach einem Trauma, sehr fahrlässig vor.
      For mash get SMASH!

      The post was edited 2 times, last by Nowhere Mat ().

    • _lisa_ wrote:

      @Zebra erschreckend das zu lesen :0
      Hat man nicht erst versucht mit dir zu reden?
      Doch, jeden Tag. Ich musste aber erst aus der akuten Krise raus bevor das Reden sinnvoll war. Ich denke die haben das schon richtig gemacht. Ich habe nur gute Erinnerungen an den Aufenthalt dort, die waren alle sehr nett und ich habe viel gelernt (in der Therapie dort als die dann möglich war)
      Life is now
    • Nowhere Mat wrote:

      Der Unterschied geht so: PTBS ist in der Tat eine Akute Störung, die auf ein Traumaerlebnis zurückzuführen ist. CPTBS ist auf eine Folge von Erlebnissen (Misshandlung, Missbrauch, Verwahrlosung) zurückzuführen, die ausschließlich im jüngeren Kindesalter passiert sind. Die Folgen von CPTBS sind eine komplette Persönlichkeitsveränderung, die nicht rückgängig zu machen ist. Dagegen ist PTBS durchaus behandelbar.
      Oje. Das ist dann natürlich auch schwierig von Autismus zu unterscheiden.


      Nowhere Mat wrote:

      Medikamentenenzug ohne Begleitung kommt mir, besonders nach einem Trauma, sehr fahrlässig vor.
      Ich war ja die ganze Zeit stationär, da war die Betreuung schon recht engmaschig.
      Life is now
    • Zebra wrote:

      Oje. Das ist dann natürlich auch schwierig von Autismus zu unterscheiden.
      Genau. Aber man kann es unterscheiden:


      ...wobei die Ausprägung einzelner Symptome natürlich auch wieder charakterabhängig ist. "no interest in peers", also kein 'Interesse an anderen Leuten' trifft beispielsweise nicht auf mich zu, was ja auch die Begründung war, weshalb ich nicht autistisch sei. Dabei trifft es auf beide Störungen zu und die eine habe ich ja trotz dessen diagnostiziert bekommen.

      Zebra wrote:

      Ich war ja die ganze Zeit stationär, da war die Betreuung schon recht engmaschig.
      Ach so. Dann geht's ja wieder. Ich war zum Glück noch nie stationär.
      For mash get SMASH!

      The post was edited 1 time, last by Nowhere Mat ().

    • ich habe eine PTBS, bekomme eine Opferentschädigungsrente und eine volle EM Rente und bin zu 50 Schwerbehindert. Letzte Woche ist die Diagnostik auf Asperger abgeschlossen worden, jetzt warte ich noch auf das Ergebnis. Mit keinem Wort wurde bei der Diagnostik erwähnt, dass es ein Problem zu meiner PTBS geben könne, ich habe mich sehr ernst genommen gefüllt.
    • Nowhere Mat wrote:

      "no interest in peers", also kein 'Interesse an anderen Leuten' trifft beispielsweise nicht auf mich zu,
      Diese Übersetzung trifft es allerdings nicht richtig - ich etwa bin zwar grundsätzlich auch an anderen interessiert, nur sind es oft nicht die Gleichaltrigen, Kollegen, Eltern von Kindern im Alter meiner Tochter usw.. "No interest in peers" trifft also schon auf mich zu. Das, was andere Menschen gewöhnlich zusammenführt, d.h. praktische Gründe, die sich aus gemeinsamen Lebensumständen ergeben, zieht bei mir nicht. Ich muss schon mehr in jemandem erkennen, um mich für ihn zu interessieren.
      Achtung, eigene Sprache!
    • Eurich Wolkengrob wrote:


      ich etwa bin zwar grundsätzlich auch an anderen interessiert, nur sind es oft nicht die Gleichaltrigen, Kollegen, Eltern von Kindern im Alter meiner Tochter usw.. "No interest in peers" trifft also schon auf mich zu.
      das könnte mir evtl. noch zum "Verhängnis" werden. Ich interessiere mich nicht für mein Umfeld und die Leute um mich herum, mein Spezialinteresse liegt aber darin, mich für Lebensläufe und historische Fakten zu begeistern. So habe ich es bei der Diagnostik auch angegeben, ich hoffe, die sehen einen Unterschied darin.
    • Eurich Wolkengrob wrote:

      Diese Übersetzung trifft es allerdings nicht richtig - ich etwa bin zwar grundsätzlich auch an anderen interessiert, nur sind es oft nicht die Gleichaltrigen, Kollegen, Eltern von Kindern im Alter meiner Tochter usw.. "No interest in peers" trifft also schon auf mich zu. Das, was andere Menschen gewöhnlich zusammenführt, d.h. praktische Gründe, die sich aus gemeinsamen Lebensumständen ergeben, zieht bei mir nicht. Ich muss schon mehr in jemandem erkennen, um mich für ihn zu interessieren.
      Du hast Recht. Die Übersetzung war nicht eingrenzend genug und deine Beschreibung trifft auch genau auf mich zu: kein Interesse an Gleichaltrigen, Kollegen, etc. sondern nur an ganz speziellen Personen. Oft über Spezialinteressen.

      Karou wrote:

      Autismus Ambulanz Regensburg
      Puh! Okay. Weit weg.
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    • Was ist denn “locked in emotions”?
      Und was ist, wenn man nicht flüchtet, sondern sich entweder “tot stellt” (meine teils bevorzugte Methode) xD?
      Das was bei PTBS steht, könnte genau so gut eine oder mehrere PS sein.
      Das ist alles so wischiwaschi.
      Ich denke, beides geht zusammen.
      Zur Unterscheidung muss man sich die Kindheit anschauen, die tabula rasa.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)