Begleitetes Wohnen

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Vom Sozialpsychiatrischen Dienst habe ich hier im Forum jetzt schon von verschiedenen Leuten sehr negative Erfahrungen gelesen.
      Das hängt vermutlich wie üblich an den Leuten, auf die man dort trifft. Ich habe dort schon positive Erfahrung gemacht, hatte allerdings nichts mit ABW zu tun.

      RegenbogenWusli wrote:

      Der EUTB scheint noch eine recht neue organisation zu sein
      Ist relativ neu, deshalb hatte ich das auch nicht "auf dem Schirm". Allerdings habe ich davon auch schon Negatives gelesen, vor allem, dass die sich (noch?) nicht besonders gut auskennen. Aber auch hier denke ich, dass es an den jeweiligen Menschen hängt.

      Letztlich bleibt einem wohl immer nur zu googeln, was es in der Nähe gibt, zu gucken, ob man Bewertungen findet (die natürlich subjektiv sind) und dann auszuprobieren. Was furchtbar ist, wenn es daneben geht, aber ich wüsste auch gerade keinen anderen Weg.
    • Ich hatte mal versucht, eine Liste der Anbieter für ABW zu machen:
      Liste von Anbietern für ambulant betreutes Wohnen/Pers. Budget, auf Autismus (inkl. AS/HFA) spezialisiert
      Ob da noch alles aktuell ist, weiß ich nicht.

      Phreno wrote:

      Mich verärgert das, weil es mir so vorkommt als ob mal wieder eine Behörde versucht, sich davor drücken (RW) zu können etwas bezahlen zu müssen.
      Nein, du musst einfach den dort vorgegebenen Ablauf einhalten. Aber am besten ist es, du suchst dir zuerst einen Anbieter aus und lässt den dann den Antrag stellen bzw. dir von ihm bei der Antragstellung helfen. Kann sein, dass diese monatlich stattfindende Einzelfallbesprechung dort zwingend vorgeschaltet ist, vielleicht ist das auch sowas wie eine Hilfeplankonferenz. Um dort besprochen zu werden, brauchen die aber ja auch erstmal Informationen über dich. Das heißt, jemand muss deinen Fall vorstellen. Wer macht das? Wurde dazu auch etwas gesagt?

      RegenbogenWusli wrote:

      Vom Sozialpsychiatrischen Dienst habe ich hier im Forum jetzt schon von verschiedenen Leuten sehr negative Erfahrungen gelesen.
      Ich habe gute Erfahrungen bisher gemacht. Das ist halt je nach Ort unterschiedlich.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich selbst kann den EUTB als Beratungsstelle als hilfreich beuteilen
      Hier wahrscheinlich auch unterschiedlich, je nachdem, wer das dort macht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Phreno wrote:

      Dieses "monatliche interne Fallbesprechung" und "erst Mal den tatsächlichen Bedarf klären" usw. anstatt mir einfach das Antragsformular für die Eingliederungshilfe zu geben, kommt mir so vor wie ein absichtliches Hinauszögern.
      In manchen Teilen Deutschlands funktioniert das so. Also da kommen monatlich alle Träger der Hilfen für Menschen mit seelischer Behinderung zusammen und dann wird geguckt, welcher Träger Kapazitäten hat und wessen Angebot passt. In Berlin ist das z.B. so. Da kann man sich seinen Träger auch nicht so richtig frei aussuchen. Also wenn man z.B. im Westen Berlins wohnt ist oft Pinel zuständig, wenn man dagegen im Osten wohnt kann man Pinel nicht wählen, sondern maximal zwischen den Trägern, die dort vor Ort sind, wählen. Und in den Besprechungen klären die erstmal, was für einem (oder vielleicht auch für die Träger/das Amt?) am besten passt.

      RegenbogenWusli wrote:

      So weit ich weiß ist es üblich um sowas selber bezahlen zu können, Pflegestufe anzumelden und jenachdem welche man bewilligt bekommt, bekommt man dann geld von der Pflegeversicherung und dieses Geld wird für solche Anbieter genutzt. Es ist aber wohl laut einigen Aussagen die ich hier schon so gelesen habe, schwer eine passende Person zu finden weil sich die wenigsten mit AS auskennen.
      Ich glaube es gibt aktuell mehrere Wege, was u.a. mit dem Bundesteilhabegesetz zu tun hat, das gerade eingeführt wird. Demnach kann eine Art Betreutes Wohnen auch über einen Pflegedienst bezogen und über einen Pflegegrad finanziert werden. Erlebt habe ich das noch nie bzw. wenn dann war das eher, dass die den Modus "Seniorenbetreuung" drauf hatten und alles für einem gemacht haben (z.B. putzen) statt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Für Pflegedienste ist das gewissermaßen eine sehr neue Dienstleistung, mehr Erfahrung haben sicher die etablierten Träger der Behindertenhilfe.

      Mya wrote:

      Wenn es noch Eltern gibt, werden die angeschrieben und müssen einen kleinen Betrag zuzahlen - oder nachweisen, dass sie das nicht können (wenn sie z.B. selber Sozialleistungen beziehen).
      Durch das Bundesteilhabegesetz werden inzwischen nur noch Angehörige herangezogen, wenn sie sehr viel Geld haben - und das Schonvermögen wird stetig angehoben. Wenn man also Leistungen der Eingliederungshilfe (für "Behinderte") bezieht, ist diese "Gefahr" also gering, kann sein, dass es (noch?) anders aussieht, wenn man Leistungen der Pflegeversicherung (also über einen Pflegegrad, durch einen Pflegedienst nach SGB V) beziehen möchte.

      Mya wrote:

      Es gibt in Behörden und Ämtern viele nette, kompetente Leute. Aber es gibt leider auch andere. Mit mündlichen Absagen würde ich mich nie zufrieden geben. Ich würde dir raten, nach Anbietern für ambulant betreutes/begleitetes Wohnen zu gucken und dort nach dem Vorgehen zu fragen. Die haben prinzipiell Interesse an neuen Klienten und beraten entsprechend

      Mya wrote:

      Der sozialpsychiatrische Dienst oder Beratungsstellen wären vielleicht auch eine Möglichkeit, um an Informationen zu kommen.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich selbst kann den EUTB als Beratungsstelle als hilfreich beuteilen.
      :thumbup: :thumbup: :thumbup:
      Die EUTB wurde auch im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes eingeführt. Besonderheit ist, dass die trägerunabhängig, aber erfahrungsbasiert und im Peer-to-Peer Verfahren beraten. Also die Mitarbeitenden sind oft selbst Betroffene und dürfen sagen "Hey, mit der AWO habe ich gute Erfahrungen gemacht, aber besser Finger weg von Träger X". Das darf ein regulärer Sozialdienst (offiziell) nicht.
      Surprised by the joy of life.

      The post was edited 1 time, last by Surprised ().

    • Surprised wrote:

      Durch das Bundesteilhabegesetz werden inzwischen nur noch Angehörige herangezogen, wenn sie sehr viel Geld haben - und das Schonvermögen wird stetig angehoben. Wenn man also Leistungen der Eingliederungshilfe (für "Behinderte") bezieht, ist diese "Gefahr" also gering, kann sein, dass es (noch?) anders aussieht, wenn man Leistungen der Pflegeversicherung (also über einen Pflegegrad, durch einen Pflegedienst nach SGB V) beziehen möchte.
      Derzeit zahlen meine Eltern für meine Eingliederungshilfe (ABW), obwohl sie nicht sehr viel Geld haben - aber sie beziehen auch keine Sozialleistungen. Es handelt sich um einen Pauschalbetrag, irgendwas um die 30 Euro. Das tut meinen Eltern nicht weh, mich stört es aber trotzdem, dass sie für mich zahlen müssen, dass sie überhaupt Bescheid wissen, dass ich Hilfe bekomme und ich gewissermaßen abhängig von ihnen bin. Die Aussicht, dass sich das irgendwann ändert, finde ich allerdings gut, von daher danke für die Info, da werde ich mich mal tiefer in das Gebiet einlesen.
    • Mya wrote:

      Derzeit zahlen meine Eltern für meine Eingliederungshilfe (ABW), obwohl sie nicht sehr viel Geld haben - aber sie beziehen auch keine Sozialleistungen. Es handelt sich um einen Pauschalbetrag, irgendwas um die 30 Euro.
      Hm. Habe mal ein bißchen recherchiert und dazugelernt. Das mit den rund 30 Euro ist wohl das, wovon hier betanet.de/unterhaltspflicht.html unter 6. die Rede ist.

      Das was ich meinte ist das: umsetzungsbegleitung-bthg.de/gesetz/reformstufen/
      Surprised by the joy of life.
    • Mya wrote:

      Aber auch hier denke ich, dass es an den jeweiligen Menschen hängt.
      Ja das stimmt wohl, wenn man das so resümiert, kann man das wohl über alle Dinge so sagen, auch über Ämter.


      Surprised wrote:

      Ich glaube es gibt aktuell mehrere Wege, was u.a. mit dem Bundesteilhabegesetz zu tun hat, das gerade eingeführt wird. Demnach kann eine Art Betreutes Wohnen auch über einen Pflegedienst bezogen und über einen Pflegegrad finanziert werden. Erlebt habe ich das noch nie bzw. wenn dann war das eher, dass die den Modus "Seniorenbetreuung" drauf hatten und alles für einem gemacht haben (z.B. putzen) statt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Für Pflegedienste ist das gewissermaßen eine sehr neue Dienstleistung, mehr Erfahrung haben sicher die etablierten Träger der Behindertenhilfe.
      Das kann gut sein. Man erkennt es mit dem Pflegegrad ja auch gut an den Fragen die sie einem stellen, man sieht das sie davon ausgehen das man alt ist und deswegen Hilfe braucht, oder das die Einschränkungen an Demenz liegen oder an körperlichen Behinderungen, nicht geistigen.
      Ich kam nur auf die Idee weil ich das hier mal von jemandem gelesen habe das er/sie das AbW durch Geld bezahlt was über die Pflegestufe gegeben wird.
      Ich vermute wenn man so unfit in mathe ist das man selber keine Finanzen halten kann, hat man noch recht gute Chancen einen Pflegegrad zu bekommen, weil das wie bei einer Demez gewertet wird. Wenn man nicht mit Geld umgehen kann, lebt es sich gefährlich sage ich mal so (also ohne Hilfe).
    • Surprised wrote:

      Die EUTB wurde auch im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes eingeführt. Besonderheit ist, dass die trägerunabhängig, aber erfahrungsbasiert und im Peer-to-Peer Verfahren beraten. Also die Mitarbeitenden sind oft selbst Betroffene und dürfen sagen "Hey, mit der AWO habe ich gute Erfahrungen gemacht, aber besser Finger weg von Träger X". Das darf ein regulärer Sozialdienst (offiziell) nicht.
      Das wusste ich noch garnicht, oder hab es wieder vergessen aber als ich da war, sind mit Mitarbeiter aufgefallen die wie mir schien auch eine Behinderung haben.
      Eine junge Frau die mit in dem Gespräch war, war kleinwüchsig wodurch sie vielleicht selbst auch Nachteile in Job-dingen erfährt.
      Sie hatten mir aber auch erzählt über das Arbeitsamt das man generell immer nie allein da hin gehen soll.
      Ich hab nun angst ob das auch für die Reha-abteilung von denen gilt denn ich kann meine Mutter nicht immer dort mit hinnehmen.
      Beim nächsten Termin der in zwei Wochen ist, konnte ich das schon so machen das die in einer Woche ist wo meine Mutter Urlaub hat und deswegen mitgehen kann. Ich sehe da die Rehafrau das erste mal.
      Am Telefon sagte sie mir das sie Montags garnicht erst Dienst hat, was doof ist weil meine Mutter immer nur Montags frei hat und Dienstags nur ab 13uhr bis 15uhr Zeit hätte was ein knappes Zeitfenster wäre.
      Jetzt müsste ich rein theoretisch jemand anderes mitnehmen, den ich aber nicht habe D:
      Dieses AbW wäre da eine gute Hilfe. Ich dachte vielleicht erstmal versuche ich das ohne. Vielleicht wird es ja nicht so schlimm und die steckt mich gleich in diese WfbM und ich muss die garnicht dann mehr sooo oft sehen. Ich hab eher angst das wenn die mich da rein steckt und ich dann nach Wochen von ihr gefragt werde wie es mir da geht und ich sagte es ist gut, das die mich dann gleich in was neues "höheres" Anspruchsvolleres stecken will weil es mir ja so gut dort geht und ich zurecht komme.
      Das haben die damals mit mir gemacht als ich in dem heim war. Die dachten sich ich komme in der Psychiatrieschule und in dem Arbeitstherapie-ding so gut zurecht das ich da unterfordert bin, dabei wollte ich da nie weg. Das hat man ja gesehen als ich dann auf einmal in die normalen Schulen wechseln sollte, da war ich sozial wieder überfordert.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich kam nur auf die Idee weil ich das hier mal von jemandem gelesen habe das er/sie das AbW durch Geld bezahlt was über die Pflegestufe gegeben wird.
      Kann auch sein, dass die Person einen PG 1 hatte und dann die 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen dazu genutzt hat, das ABW zu zahlen. Doch nachdem m.W. eine ABW-Stunde ca. 65 Euro kostet kommt man da nicht weit (RW). (Zu den Leistungen bei PG 1: pflege.de/pflegekasse-pflegerecht/pflegegrade/pflegegrad-1/) Oder dass bei höherem PG z.B. das Pflegegeld irgendwie für ABW verwendet wurde.

      RegenbogenWusli wrote:

      Sie hatten mir aber auch erzählt über das Arbeitsamt das man generell immer nie allein da hin gehen soll.
      Ich war dort immer alleine. Vielleicht geht es, dass du alleine hingehst und wenn es unangenehm wird sagst du willst das Gespräch für den Tag beenden, um es dann in Anwesenheit einer Vertrauensperson weiterzuführen?
      Surprised by the joy of life.
    • RegenbogenWusli wrote:

      @-frage an die anderen hier die das schon haben:

      Wo habt ihr das denn damals beantragt?
      Mir scheint es so als wäre da noch alles sehr unklar.
      In einem anderen Thread las ich das man das durch Pflegestufen-geld bezahlt. Nun lese ich hier das man das über Sozialamt/Arbeitsamt? bezahlt bekommt.
      Das finde ich recht verwirrend.
      Ich habe einen formlosen Antrag beim Landkreis gestellt, an welche Abteilung/Ansprechpartner das gehen soll, hat mir der Träger direkt gesagt. Daraufhin wurden mir Formulare zugeschickt und ich musste einige Unterlagen einreichen, wie Offenlegung der Finanzen und eine aktuelle Bestätigung meiner Diagnosen von meiner Psychiaterin. Nach der Prüfung wurde ich zu einem Gespräch eingeladen in dem mit der Sachbearbeiterin der Bedarf festgestellt wurde. Um nicht nochmal so weit dort hin fahren zu müssen hatten wir dann auch gleich das Hilfeplangespräch erledigt. Dabei wurden zusammen mit meiner Betreuerin die gemeinsamen Ziele festgelegt. Vom formlosen Antrag bis zum Start der Betreuung hat das ungefähr 4 Monate gedauert.


      Für mich ist es übrigens kein Problem, dass sich meine Betreuerin bisher nicht super mit Autismus auskennt. Ich hatte da auch erst bedenken, aber sie ist sehr aufmerksam, fragt viel nach (wie ich etwas empfinde, ob es mir zu viel ist, etc) und befasst sich gerade von sich aus mehr mit der Thematik. Gute Betreuer sollten generell auf die individuellen Einschränkungen jedes Klienten eingehen, unabhängig von der Diagnose. Wichtiger als Fachwissen ist meiner Meinung nach sowieso gegenseitige Sympathie, Einfühlungsvermögen und eine gute Kommunikation. Also bitte nicht gleich abschrecken lassen, nur weil sich jemand nicht mit AS auskennt, das muss nicht zwangsläufig negativ sein. :)
    • Surprised wrote:

      Kann auch sein, dass die Person einen PG 1 hatte und dann die 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen dazu genutzt hat, das ABW zu zahlen. Doch nachdem m.W. eine ABW-Stunde ca. 65 Euro kostet kommt man da nicht weit (RW).
      Das kann sein, ich mein er sagte er hat PG 2 aber ich weiß auch nicht mehr in welchen Thread das war.


      nichtgeschwindigkeit wrote:

      Ich hatte da auch erst bedenken, aber sie ist sehr aufmerksam, fragt viel nach (wie ich etwas empfinde, ob es mir zu viel ist, etc) und befasst sich gerade von sich aus mehr mit der Thematik. Gute Betreuer sollten generell auf die individuellen Einschränkungen jedes Klienten eingehen, unabhängig von der Diagnose.
      Das ist gut, das sehe ich auch so. Ich habe nur hier von manchen (das war letztes Jahr irgendwann) gelesen das sie eben damit Probleme hatte, das die Leute ihre Einschränkungen nicht nachvollziehen konnten oder wollten und das zu Konflikten geführt hat weswegen ja dann für Autisten oft das dann noch schwerer wird mit den leuten klarzukommen, denn man neigt dann selber schnell zum abblocken und will dann schnell eine neue Person.
      Man erwartet ja das die Leute helfen, egal und unvoreingenommen darüber was diese Hilfe ist oder wobei.
    • Phreno wrote:

      Mich verärgert das, weil es mir so vorkommt als ob mal wieder eine Behörde versucht, sich davor drücken (RW) zu können etwas bezahlen zu müssen.
      Am einfachsten ist es, wenn du dir einen Anbieter suchst - und dir dann von denen (die ja Klienten bekommen möchten) helfen lässt. So habe ich es auch gemacht.

      Für mich hat sich die Suche nach dem "richtigen" Anbieter als das Schwierigste am Ganzen herausgestellt. Von der Diakonie wusste ich, dass sie ABW anbieten, hatte aber auch recht viel negative Erfahrungen gelesen und auch direkt berichtet bekommen.

      Ich bin jetzt bei einem Verein, der von Behinderten für Behinderte gegründet wurde. Das erschien mir am sympathischsten, weil ich von Anfang an dachte, dass die sicher nicht so herablassend sind wie "gesunde" Menschen. Gesucht hatte ich bei google nach "ambulant betreutes wohnen autismus"

      Die gesamte Antragstellung und auch das Gespräch beim LWL (landschaftsverband Westfalen Lippe) habe ich mit einem Mitarbeiter vom Verein gemeinsam machen können. Im Grunde auf deren finanziellen Risiko, falls ich keine Bewilligung bekommen hätte. Zu diesem Gespräch hätte ich niemals allein gehen können: dort sitzen 3 bis 5 Menschen und stellen einem sehr viele Fragen - wie bei einem Tribunal.

      Ende Oktober sind die ersten 18 Monate mit je 3 Wochenstunden vorbei, den Nachfolgeantrag haben wir (natürlich auch wieder gemeinsam) schon im Juli gestellt.
      Von der ersten Antragstellung bis zum Gespräch, mit direkt darauf folgender Bewilligung, hat es 4 Monate gedauert.

      Missen möchte ich das ABW nicht mehr. Ich konnte lange überfällige Facharzttermine endlich mit meiner Betreuerin wahrnehmen, den SBA beantragen, aktuell läuft der Antrag auf Pflegegrad usw.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Leseratte wrote:

      Zu diesem Gespräch hätte ich niemals allein gehen können: dort sitzen 3 bis 5 Menschen und stellen einem sehr viele Fragen - wie bei einem Tribunal.
      8o
      Das scheint (regional?) unterschiedlich zu sein. Ich hatte es mit nur einem einzelnen Amtsmitarbeiter zu tun. Besonders angenehm war es trotzdem nicht, mit diesem fremden Menschen den Hilfeplan durchzugehen. Quasi ein Rundumschlag, was ich alles nicht kann, komprimiert dargestellt in einer Stunde.
      Die Bewilligung gab es zunächst nur für sechs Monate, die Verlängerung um ein Jahr wurde dann aber nach Aktenlage genehmigt.
    • Das scheint regional wirklich sehr unterschiedlich zu sein. Bei meinem Erstgespräch mit dem Landkreis kam die zuständige Dame zu mir nach Hause und zwar allein. Sie hat in aller Ruhe mit mir geredet, hat sich aufgeschrieben, wo ich Unterstützung brauche und mir dann schon direkt zugesagt, dass ich das ABW genehmigt bekomme. Sie fragte dann, wie viele Stunden ich haben möchte und ich bin dann erst mal mit Bedarfsstufe 1 angefangen, weil ich mir so unsicher war, ob das ABW das Richtige für mich ist. Sie sagte mir dann auch direkt, dass ich jederzeit aufstocken könnte. Zwei Wochen später bekam ich die Bewilligung für das ABW mit Bedarfsstufe 1 für ein Jahr (hier wird es immer für ein Jahr bewilligt). Schon nach wenigen Wochen habe ich auf Bedarfsstufe 2 und noch ein paar Wochen später auf Bedarfsstufe 3 aufgestockt. Der Nachfolger der Dame kam bisher auch immer zu mir. Letztes Jahr mit einem Auszubildenen und dieses Jahr trotz Ankündigung, einen Studenten mitzubringen, allein. Bis auf das Erstgespräch war meine ABW-Kraft immer dabei, was für mich eine große Erleichterung war.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.

      The post was edited 1 time, last by Windtänzerin ().

    • Leseratte wrote:

      Am einfachsten ist es, wenn du dir einen Anbieter suchst - und dir dann von denen (die ja Klienten bekommen möchten) helfen lässt. So habe ich es auch gemacht.
      Danke, so habe ich es jetzt auch gemacht aber warte noch auf Rückmeldung.

      Ich habe vorläufig ein Formular bekommen, um mich bei diesem monatlich stattfindenden Gespräch anzumelden. (Weiterhin kein Antrag für die Eingliederungshilfe). Aber ich verstehe schon bei manchen Fragen von dem Formular nicht, was ich dort eintragen soll. Beispielsweise bei der Angabe meiner Lebensform, oder eine Selbstbeurteilung meiner Kooperation mit Ärzten, und meiner Haltung zur Erkrankung.

      Wenn man schon beim Ausfüllen der Unterlagen um Hilfe zu beantragen, Hilfe braucht. :m(:
    • Angabe der Lebensform heißt sowas wie 'alleine' "betreut" "mit der Partnerin" "im Heim"...

      Selbstbeurteilubg der Kooperation mit Ärzten wäre bei mir zum Beispiel :"sehr kooperativ, lasse alle anfallenden Untersuchungen machen, nehme meine Tabletten regelmäßig wie vorgeschrieben"

      Haltung zur Erkrankung wäre bei mir nur "das feld ist zu klein für eine so komplizierte Frage"
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Solche Fragen brauchte ich gar nicht zu beantworten. Es wurde nur nach den Einschränkungen gefragt und wo ich Unterstützung benötige. Es gibt hier auch kein monatliches Gespräch. Das ist ja noch viel unterschiedlicher, als ich dachte.
      Ich bin nicht auf der Welt, um zu sein, wie Andere mich gern hätten.
    • Phreno wrote:

      Wenn man schon beim Ausfüllen der Unterlagen um Hilfe zu beantragen, Hilfe braucht.
      Deshalb war ich froh, dass mir der Verein dabei geholfen hat. Zumal sie auch die richtigen Formulierungen kennen und nicht aus Versehen etwas falsches schreiben.
      ~ Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein. ~
    • Also ich bin jetzt so weit, das ich Eingliederungshilfe und ambulant begleitetes Wohnen (ABW) bekomme.

      Ein Arzt soll davor noch einen Fragebogen (HB/A) ausfüllen für die Behörde. Der HB/A ist dazu da, um die Behinderung festzustellen, bisherigen Verlauf, Behandlungsmaßnahmen und den Hilfebedarf zu beurteilen. Das Problem ist, der Fragebogen ist nicht für Asperger-Autismus gedacht. Der Arzt soll den Verlauf der Behinderung beschreiben, was er nicht kann. Ich hab die Diagnose mit ca 27 bekommen und auch danach war ich deswegen nicht regelmäßig bei einem Arzt.

      Bei der festgestellten Behinderung gibt es nur die Auswahlmöglichkeiten:
      - Körperbehindert
      - Geistig behindert
      - Sinnes-/Sprachbehindert (Sehbehindert, Blind, Schwerhörig, Gehörlos,...)
      - Psychisch behindert (Chronische psychische Erkrankung, Suchtkrank)
      - Epilepsie
      - Schwerwiegend Selbst- und Fremdgefährdend
      - Es liegt keine Behinderung nach SGB...vor

      Der Fragebogen enthält auch ein paar Fragen, wo der Hilfsbedarf von A (selbstständig) bis D (Ausführung nicht möglich) vom Arzt eingeschätzt werden soll. Zum Einen betreffen die Fragen mich gar nicht, sondern zB geistig behinderte, sprachbehinderte usw. Und das, was meine Einschränkungen im Alltag sind wird bei den Fragen stattdessen nicht genannt. Der HB/A würde zu einer Fehlbeurteilung meines Hilfsbedarfs führen.

      Es war schon ein Mann vom ABW bei mir, wo einen sehr umfangreichen (>10 Seiten) Fragebogen zu meinen Enschränkungen mit mir ausgefüllt hat. Da war wirklich alles abgeklärt, was meine Probleme im Alltag sind, bei denen ich Unterstütztung brauche. Auch mit demselben Bewertungssystem von A bis D. Das ist der Behörde aber egal, meine Arztbriefe (Autismus-Fachambulanz) und Gutachten (Autismus-Fachambulanz) wo alles ausführlich drin steht, wollen sie auch nicht. Auch das Gutachten der Pflegekasse nicht. Es wurde ja durch bisherige Fachärzte schon alles ausführlich festgestellt, es zählt für die Behörde aber nur diese HB/A Fragebogen, durch den man inhaltlich aber nicht Mal das Vorliegen meiner Behinderung feststellen kann, weil die nicht zur Auswahl steht.
    • Du musst dir keine Sorgen machen. Die Fragen von A bis D wird das Gesundheitsamt gar nicht ausfüllen (zumindest wenn das an deinem Wohnort so ist wie hier bei uns). Das Gesundheitsamt prüft nur die wesentliche Behinderung, und der Vordruck dient als Stellungnahme für das Sozialamt.
      Autismus wird da unter psychische Erkrankung subsummiert. Das ist das einzige wichtige Kreuz in dem Fragebogen.
      Normalerweise, wenn man Arztberichte hat, gibt das kein Problem. Es ist einfach ein Procedere, das man noch durchlaufen muss. Lästig, aber halt notwendig.
      Alles wird galaktisch gut.