Ein paar Fragen zum Schwerbehinderten-Ausweis und der EU-Rente

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    • Ein paar Fragen zum Schwerbehinderten-Ausweis und der EU-Rente

      Eigentlich habe ich ein paar grundsätzliche Fragen zum Schwerbehindertenausweis und zur EU-Rente. Da mir der Threadbereichstitel "Über dem Tellerand" aber auch nicht passend erschien, eröffne ich den Thread nun doch unter".....Alltag und Überlebensstrategien".

      Also ich stell einfach mal hier meine Fragen. Vielleicht kann mir jemand kurz etwas dazu sagen. Ich mache mal Buchstaben dazu. Das kann vielleicht beim Antworten helfen:

      A.) Was muss sein bzw. was muss man tun, um einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen?

      B.) Wieviel % kann man für leichtere, psychischen Probleme bekommen (also keine Schizophrenie oder Suchterkrankung) und was nutzt das einem?

      C.) Ist der Erhalt von EU-Rente unabhängig vom Schwerbehindertenausweis? Also kann jemand mit EU-Rente auch nicht schwerbehindert sein und bekommt ein Schwerbehinderter nicht gleichzeitig auch EU-Rente?

      D.) Was muss vorliegen, was muss sein, bevor man EU-Rente bekommt?

      E.) Bekommt man noch einen Job, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat? Im sozialem Bereich, der Pflege oder generell im Gesundheitsbereich?

      F.) Ist es richtig, dass es einem Arbeitgeber mehr bringt, im Laufe einer Stelle den Schwerbehindertenausweis zu bekommen, als wenn man sich mit einem solchen bewirbt?

      G.) Wenn man sich fragt, wieviel und wie lange man noch arbeiten kann und man alleine lebt, welcher Weg wäre am Sinnvollsten? Einfach weniger arbeiten (und damit weniger Geld haben) oder über EU-Rente (die gibt es ja auch teilweise) oder Schwerbehindertenausweis zu gehen?

      Ich weiß ja, dass sich einige hier damit auskennen bzw. Erfahrungen damit gemacht haben. Vielleicht kann mir der ein oder andere ein bisschen was zu meinen Fragen erzählen.

      Danke, Darlina.
    • A) Antrag stellen :) Und dann hoffen, dass GdB 50 dabei rauskommt

      B) Prozente gibts keine. Ab GdB 30 kannst du über die Arbeitsagentur beantragen, einem Schwerbehinderten gleichgestellt zu werden. Voraussetzung ist, dass die Gleichstellung erforderlich ist, um einen Arbeitsplatz bekommen oder behalten zu können.

      C) Das ist beides unabhängig voneinander

      D) Leistungsvermögen unter 3 (volle EM-Rente) bzw. 6 Stunden (teilweise EM-Rente) täglich, das bedeutet, dass du in keinem Job mehr als 3 bzw. 6 Stunden arbeiten kannst.


      zu G) Wie ist denn deine aktuelle Situation?
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • thelord wrote:

      A) Antrag stellen Und dann hoffen, dass GdB 50 dabei rauskommt
      Hier würde ich hinzufügen, das man auch Ärzte mit angeben sollte, die bereits Diagnosen gestellt haben. Die würden dann angeschrieben werden und erklären/Stellung nehmen in wie fern man Einschränkungen hat
      Es hängt nicht von den Krankheiten ab die man hat sondern in wie weit man eingeschränkt durch Krankheiten ist.
      Besser sind definitiv Ärzte die deine Probleme bestätigen, aber man kann freilich auch selber schildern womit man Probleme hat. Die Frage ist nur wie sehr das ernst genommen wird, wenn kein Fachman das auch sagt und absegnet.
      Man bekommt dann eine Bescheinigung in wie weit man einen GdB bekommt und wie hoch der ist, und wenn es 50 und mehr sind, bekmmt man auch einen Ausweis in Form einer Plastikkarte.


      Darlina wrote:

      B.) Wieviel % kann man für leichtere, psychischen Probleme bekommen (also keine Schizophrenie oder Suchterkrankung) und was nutzt das einem?
      So weit ich gehört habe (von anderen) ist es heute nicht mehr so leicht einen recht hohen GdB zu bekommen, gerade wenn man sowas wie psychische Probleme hat und das nicht schon als Kind anerkannt wurde. Bei gewissen Dingen ist es manchmal schwer weil die sagen dann auch "Wenn Sie schon früher Probleme haben, warum haben sie dann nicht schon eher etc etc..."
      Was einem das nutzt kann individuell sein.
      Manche die Auto fahren können, haben bestimmte Anrechte. Man hat mehr Vorteile wenn auch Merkzeichen erteilt wurden aber die als Erwachsener zu bekommen soll schwer sein. Außer man ist offensichtlich stark bewegungseingeschränkt oder tatsächlich stark intelligenzgemindert.
      Mit dem SbA hat man glaube ich mehr Urlaubstage möglich, man kann nicht mal eben gekündigt werden und andere Jobvorteile, aber man muss dann auch erstmal sich dafür eignen einen Job zu haben :nerved:
      Man kann rückwirkend Kindergeld erhalten (aber nur bis zu 6 Monate ab Antragstellung) und das zu erwirken ist sehr schwer, man braucht mindestens einen GdB von 50.
      Man kann in manche Dinge kostenlos oder vergünstigt rein, oder man kann eine Begleitperson umsonst mit rein nehmen. Hier muss man individuell den Anbieter anschauen, manche sagen das es erst ab einem gewissen Grad geht, alles was drunter ist zählt dann nicht.
      Ich gehe zB gern mit meiner Mutter in die Gruga, also den Park, oder ich würde auch gerne mal wieder in den Zoo, ind Kino und irgendwann nach meinen OPs auch mal wieder in ein Schwimmbad, aber das ist teilweise doch sehr teuer für uns, daher würden wir mit einem SbA Geld sparen können.
      Ich würde auch gern H und B in dem SbA bekommen, weil ich wenn ich allein unterwegs bin schnell dazu neige von anderen manipuliert zu werden oder selbst mit Begleitung auch schnell Panik in ÖPNVs bekommen kann, dann wäre zumindest einfacher eine Begleitperson kostenlos mitzunehmen.


      Darlina wrote:

      C.) Ist der Erhalt von EU-Rente unabhängig vom Schwerbehindertenausweis? Also kann jemand mit EU-Rente auch nicht schwerbehindert sein und bekommt ein Schwerbehinderter nicht gleichzeitig auch EU-Rente?
      So weit ich weiß nicht.
      Man wird zwar vermutlich in den Fragebögen gefragt ob man sowas hat, aber erst muss man als erwerbsunfähig eingestuft werden bevor man irgendwas weiteres machen kann. Das wird von einem Arzt abgecheckt, und der SbA zeigt ja nur an das man vorher schon nachweislich Probleme hatte. Es gibt aber auch Leute die zB vorher normal gearbeitet haben und durch einen Unfall plötzlich nicht mehr Arbeiten können oder für einen recht langen Zeitraum, wofür sie dann einen SbA beantragen können. Sie würden durch die Diagnosen von Krankheiten oder Unfall etc begutachtet und als erwerbsunfähig eingestuft.
      Man muss aber so weit ich weiß 3 Jahre sozialversichert beschäftigt gewesen sein um überhaupt irgendeine Form von Rente erhalten zu können. In meinem Fall war das zB nicht so, weshalb mir nur die Grundsicherung bleiben würde, bis ich wieder einzahlen kann (was glaube ich durch eine WfbM möglich wäre) bis die 3 Jahre rum sind, dann könnte ich von der Grundsicherung zur EU-rente wechseln.
      Zumindest hab ich das so verstanden.


      Darlina wrote:

      D.) Was muss vorliegen, was muss sein, bevor man EU-Rente bekommt?
      Wie gesagt, 3 Jahre sozialversicherungspflichtig angestellt sein/eingezahlt haben, und dann aus welchen Gründen auch immer als erwerbsunfähig eingestuft werden (das macht das Arbeitsamt beim Ärztlichen Dienst) vermutlich geht man mit dem Wisch dann zur Rentenversicherung, die schauen sich das an und wollen dich auch nochmal begutachten/anhören und entscheiden dann. Wenn die dich trotz alle dem ablehnen, bleibt wohl nur noch Grundsicherung.
      Es kann auch sein das sie dich als erwerbsgemindert einstufen aber was dann passiert weiß ich nicht.


      Darlina wrote:

      E.) Bekommt man noch einen Job, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat? Im sozialem Bereich, der Pflege oder generell im Gesundheitsbereich?
      So weit ich das verstanden habe, darf man den mit angeben in einer Bewerbung aber ich weiß jetzt nicht ob das das ist, wo man nicht abgelehnt werden darf zumindest mal eingeladen zu werden.


      Darlina wrote:

      G.) Wenn man sich fragt, wieviel und wie lange man noch arbeiten kann und man alleine lebt, welcher Weg wäre am Sinnvollsten? Einfach weniger arbeiten (und damit weniger Geld haben) oder über EU-Rente (die gibt es ja auch teilweise) oder Schwerbehindertenausweis zu gehen?
      Manche machen alles davon.
      Die haben einen SBA halt wegen dieser Vergünstigungen sofern der hoch genug ausgefallen ist etc
      Dann arbeiten die in einem Minijb und bekommen den rest an EM-rente oder sowas. Das wird dann verrechnet, wenn man arbeiten will und kann sollte man das machen sofern einem das nicht zu viel wird.
      Ich in meinem Fall hatte in normalen Arbeitsstellen immer Probleme mit den Menschen dort und den plötzlichen Planänderungen weshalb ich entweder rausflog oder es nicht ausgehalten habe, man aber nicht bereit war sich auf mich einzustellen, also Pläne wurden mir auferzwungen.
      Man hat mir immer gekündigt. Es war dann nicht die eigentliche Arbeit, die war nur ansträngend wenn es 8 Stunden vollzeit waren.
      Am angenehmsten von der Zeit gesehen fand ich meinen Minijob aber das waren mit Überstunden nur knapp 3 Stunden pro Tag, also weit unter dem was man eigentlich leisten sollte, und da konnte ich überwiegend allein für mich arbeiten. Sie haben mich aber gefeuert nachdem sie unbedingt die Zahl der Arbeitsabläufe verdoppeln wollten denn das hätte auch mehr Überstunden für mich bedeutet und dafür wäre ich nie bezahlt worden, und sie wollten mich ja nichtmal versichern, und weil ich dagegen war haben sie mich gefeuert.
    • Hallo Darlina,

      zu B: Hier geht es nicht um die eigentlichen (gesundheitlichen oder psychischen) Probleme, sondern um deren Auswirkungen an der "Teilhabe". Bei Autismus sind die "Anpassungsschwierigkeiten und die daraus entstehenden Einschränkungen" der entscheidende Punkt (plattes Beispiel: Meine Kopfschmerzen sind irrelevant - mein Problem, nicht zum Arzt gehen zu können, um diese behandeln zu lassen ist dagegen relevant).

      Aus diesem Grund kann man an dieser Stelle keine seriöse Antwort geben.

      Freundliche Grüße

      infla
    • RegenbogenWusli wrote:

      5 Jahre Arbeit oder 5 Jahre einzahlen in Rentenversicherung?
      Ich könnte schwören das ich hier im Forum schon mehrmals was von 3 Jahren gelesen habe.
      "Eine Erwerbsminderungsrente bekommen Sie nur, wenn Sie in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Diese 36 Monate müssen aber kein zusammenhängender Zeitraum gewesen sein. Zusätzlich müssen Sie schon mindestens fünf Jahre versichert gewesen sein."
      Quelle: finanztip.de/berufsunfaehigkei…rwerbsunfaehigkeitsrente/

    • Danke Euch erstmal. Ich weiß gar nicht, ob ich mit dem Antworten heute durch komme. Ich versuche es einfach mal. Bin ziemlich müde.

      thelord wrote:

      Prozente gibts keine. Ab GdB 30 kannst du über die Arbeitsagentur beantragen, einem Schwerbehinderten gleichgestellt zu werden. Voraussetzung ist, dass die Gleichstellung erforderlich ist, um einen Arbeitsplatz bekommen oder behalten zu können.
      Okay, d.h. unter 30 bringt einem der Ausweis nichts oder was bringt der einem dann?

      Gibt es eigentlich irgendwo eine Liste, aus der man entnehmen kann, wieviel GdB man für was bekommt?

      thelord schrieb:

      thelord wrote:

      dass du in keinem Job mehr als 3 bzw. 6 Stunden arbeiten kannst.
      Ja. Wobei sich das ja auf den Tag bezieht. Gibt es keine Regelung, die sich auf die Anzahl der Tage in der Woche bezieht? Also ich könnte durchaus pro Tag 8 Std. arbeiten, aber eben nicht fünf mal in der Woche. Ich bräuchte eher dann drei Tage am Stück frei. Die Std.-Anzahl am Tag bekomme ich gut hin.

      thelord wrote:

      zu G) Wie ist denn deine aktuelle Situation?
      Ist schwierig kurz zu erklären. Ich befinde mich in einem Bereich, für den man eine hohe Schulbildung braucht und arbeite schon recht lange. Ich habe nur Probleme mit Befristungen und manchen Arbeitsbedingungen, so dass ich mich frage, wieviele Jahre ich das noch aushalte. Nun bin habe ich noch einiges an Jahren reguläre Arbeitszeit vor mir und suche einen Weg, wie ich die am Besten schaffe.
      Von daher sind bei mir so Fragen, wie ob es für mich doch noch einen anderen Bereich gibt (Welchen? Ich frag mich das schon lang), ob es für mich finanziell machbar ist "einfach nur weniger Std. in der Woche zu arbeiten", ob es mir was bringen würde, wegen der EU-Rente (vielleicht in Teilen) oder diesem Ausweis zu gucken. Es ist grade nicht akut, aber ich will mich einfach informieren, weil ich einen Weg für mich finde, das Arbeitsleben möglichst gut für mich durchzubekommen. Allgemein und finanziell.
      Ich habe auch schon an Freiberuflichkeit gedacht. Da habe ich von Manchem mehr Ruhe, aber es ist eben auch nicht so stabil, was das Thema Rente und Dauerhaftigkeit des Einkommens angeht.
      Naja, ich dachte, vielleicht werde ich durch die Unterhaltung hier etwas klarer für mich bzw. kann von da aus weiter denken.

      RegenbogenWusli wrote:

      das man auch Ärzte mit angeben sollte, die bereits Diagnosen gestellt haben.
      Ja gut. Solange man die noch weiß... .

      RegenbogenWusli wrote:

      "Wenn Sie schon früher Probleme haben, warum haben sie dann nicht schon eher etc etc..."
      Was nicht schon eher? Therapie?

      RegenbogenWusli wrote:

      man kann nicht mal eben gekündigt werden und andere Jobvorteile, aber man muss dann auch erstmal sich dafür eignen einen Job zu haben
      Ja, klar.

      RegenbogenWusli wrote:

      Man kann rückwirkend Kindergeld erhalten
      Was heißt rückwirkend? Bekommt dann jemand, der 50 ist, nochmal Kindergeld?

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich würde auch gern H und B in dem SbA bekommen,
      Was bedeutet das?

      RegenbogenWusli wrote:

      Probleme mit den Menschen dort und den plötzlichen Planänderungen
      Was meinst Du mit den Änderungen? D.h. Du hattest Schwierigkeiten damit, wenn Du auf einmal nicht von 8-14h arbeiten solltest, sondern plötzlich da steht, dass Du am Freitag (Bsp.) von 10-17h kommen sollst?

      Gleich geht's weiter.
    • Miami wrote:

      Ein Schwerbehindertenausweis ist keine Voraussetzung um Erwerbsminderungsrente erhalten zu können.
      Danke für die Info.

      infla wrote:

      sondern um deren Auswirkungen an der "Teilhabe".
      Das ist schwer zu definieren. Im Leben kann ja auch so nicht jeder das Gleiche. Ab wo wird dann definiert, dass man nicht genügend teilnehmen kann und deshalb Unterstützung und Hilfe bekommt?

      ...und heißt das, wenn man Depressionen hat, geht es nicht um die Krankheit ansich, sondern darum, dass man oft traurig ist und keine Kraft hat, neue Kontakte zu knüpfen?
      Ich finde das grade ein bisschen schwammig, wie man das mit der Teilhabe definiert.

      Gluon wrote:

      wenn Sie in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.
      Okay. ...und wenn man 10 Jahre eingezahlt hat, in den letzten 5 Jahren aber 4 Jahre arbeitslos war, hat man Pesch gehabt?
    • @Darlina wurden den in der Zeit Rentenversicherungsbeiträge bezahlt?

      Von der Rentenversicherung bekommt man immer mal wieder Aufstellungen über die geleisteten Beitragszeiten um eventuell nicht aufgelistete aber bezahlte Zeiträume nachweisen zu können und korrigieren zu lassen.
    • In der Beschäftigungszeit? Ja, klar. Ich habe zwar auch noch freiberufliche Tätigkeiten neben her, aber das macht nur einen kleinen Teil aus. Ich würde das gerne auch mehr ausbauen, aber das muss dann schon viel mehr sein, um dann auch noch Versicherungsbeiträge etc. von bezahlen zu können.
      Im Moment ziehe ich mein Arbeitsleben "so durch", habe aber das Problem, dass die Freizeit und die "Zeit für mich" stark schwindet. ...und ich brauche ja auch Zeit und Raum für mich, um Kraft tanken zu können, etc. .
    • Darlina wrote:

      Okay, d.h. unter 30 bringt einem der Ausweis nichts oder was bringt der einem dann?
      Einen Ausweis gibt es eh erst ab einem GdB von 50.


      Darlina wrote:

      Was heißt rückwirkend? Bekommt dann jemand, der 50 ist, nochmal Kindergeld?
      Kindergeld gibt es m.W. wenn man als Mensch mit Behinderung nicht in der Lage ist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und die Behinderung schon vor dem 25. Lebensjahr bestand.

      Darlina wrote:

      ...und heißt das, wenn man Depressionen hat, geht es nicht um die Krankheit ansich, sondern darum, dass man oft traurig ist und keine Kraft hat, neue Kontakte zu knüpfen?
      Ich finde das grade ein bisschen schwammig, wie man das mit der Teilhabe definiert.
      Ich finde es eher schwammig, wenn nur eine Diagnose benannt wird. Manche sprechen von Depression, wenn sie morgens erst nach dem zweiten Weckerklingeln ausm Bett kommen, andere haben sich aufgrund einer Depression komplett aufgegeben und leben nur noch weil sie künstlich ernährt werden. Demnach kann Depression ganz unterschiedlich schwerwiegende Auswirkungen haben.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Einen Ausweis gibt es eh erst ab einem GdB von 50.
      D.h., wenn man sicher ist, nicht mehr als 50 bescheinigt zu bekommen, macht es Sinn, nach anderen Möglichkeiten für sich zu suchen?
      Was bekommt man denn an Unterstützungen, wenn man keine 50 hat?
      Ich meine, braucht man ja auch nicht. Mir geht es nur darum, ein "Bild" von der Sachlage zu bekommen.


      Surprised wrote:

      Manche sprechen von Depression, wenn sie morgens erst nach dem zweiten Weckerklingeln ausm Bett kommen,
      Ich schreibe von einer "richtigen" Depression... .
    • Darlina wrote:

      Was nicht schon eher? Therapie?
      Zum beispiel. Nicht nur Therapie, auch eventuell shon eher versucht Leistungen zu beantragn, oder eben diesen Ausweis wofür du Infos suchst.


      Darlina wrote:

      Was heißt rückwirkend? Bekommt dann jemand, der 50 ist, nochmal Kindergeld?
      Ja, allerdings nur den Betrag den man in 6 Monaten zusammen bekommen würde. Die haben das wohl gemacht weil man als Behinderter länger Anspruch auf Kindergeld hat als andere, aber die Jahre die von normal in Verhältnis zu behindert hat (weiß nicht wieviele das sind) bekommen man nicht. So genau hab ich das auch nicht kapiert, ich weiß nicht ob man das Kindergeld bis an sein Lebensende oder bis zum Tod der Eltern bekommen würde. Da mir der Aufwand darum zu kämpfen zu groß ist und der Betrag recht neidrig und dieser ganze Bürokratiekram eh schon zu kompliziert für mich ist und ich noch einige andere Anträge gleichzeitig angehen muss, ist mir das nervlich zu viel. ich bin da eh schon auf Hilfe von außen angewiesen.


      Darlina wrote:

      Was bedeutet das?
      Das sind Merkzeichen.
      H steht für hilflos und B steht für Begleitperson.

      Mit B kann man glaube ich eine Begleitperson kostenlos mitnehmen und mit H kann man den ÖPNV selber kostenlos benutzen, so hab ich es in Erinnerung.
      Es ist aber schwer diese Merkzeichen nur mit AS zu bekommen wenn man keine Intelligenzminderung hat. Wenn man Kind ist, bekommt man scheinbar automatisch H bis zum 18. Lebensjahr weil sie scheinbar davon ausgehen das Kinder mit Behinderungen nichts allein können, so klingt das für mich.
      Ich hab es einfach mal versucht, ob ich auch nur irgendein Zeichen bekomme weiß ich nicht, ich habe meinen Ärzten die dem Amt Berichte extra dafür schreiben müssen, einiges an Beschreibungen wo mit ich oft konfrontiert werde und Probleme habe aufgeschrieben. Die müssen das selbst in Berichte verfassen und dem Amt zukommen lassen und das Amt muss das dann beurteilen und entscheiden "Ja der Mensch braucht diese Zeichen" oder "Nein, ist nicht nötig".


      Darlina wrote:

      Was meinst Du mit den Änderungen? D.h. Du hattest Schwierigkeiten damit, wenn Du auf einmal nicht von 8-14h arbeiten solltest, sondern plötzlich da steht, dass Du am Freitag (Bsp.) von 10-17h kommen sollst?
      Ja besipielsweise aber nicht nur sowas. Es wurde auch öfter bestimmt das eine Gruppe irgendwas besorgen sollte und das wurde Tage vorher geplant und nur kurz bevor es losgehen sollte wurde dann doch umentschieden. Sowas passierte mir mehrmals in dem Fotostudio aber auch in dem Fernsehstudio.
      In dem Fernsehstudio kam es auch manchmal vor das ich für jemanden an der Kamera in der Lifesendung einspringen sollte obwohl ich eigentlich garnicht so lange arbeiten sollte weil ich immer eher kam als die anderen die den Kameradienst machten.


      Darlina wrote:

      und heißt das, wenn man Depressionen hat, geht es nicht um die Krankheit ansich, sondern darum, dass man oft traurig ist und keine Kraft hat, neue Kontakte zu knüpfen?
      Ich finde das grade ein bisschen schwammig, wie man das mit der Teilhabe definiert.
      Ich finde das nicht schwammig. Du würdest deinem Psychologen oder anderem Arzt diese Dinge beschreiben und du müsstest den Arzt dann angeben in dem Antrag und dann würde der dem Amt mitteilen wo dein problem ist.
    • Surprised wrote:

      Was ist denn eine "richtige Depression"?
      Die Definition und Erläuterung dazu findest Du im ICD 10.

      RegenbogenWusli wrote:

      aber die Jahre die von normal in Verhältnis zu behindert hat (weiß nicht wieviele das sind) bekommen man nicht.
      Den Satzteil verstehe ich nicht.

      RegenbogenWusli wrote:

      H steht für hilflos und B steht für Begleitperson.
      Okay, danke für die Info.

      RegenbogenWusli wrote:

      mit H kann man den ÖPNV selber kostenlos benutzen
      Hm, das klingt für mich widersprüchlich. Hilflos, aber den ÖPNV selber nutzen können?

      Ich habe den Eindruck, dass mit den Infos zum Ausweis bringt mich nicht weiter. Dann eher Infos zur EU-Rente. Es sei denn, es weiß jemand, was für Leute mit einem niedrigeren GDB gilt.

      Vielleicht hat ja irgendjemand noch recht gutes Fachwissen zu den beiden Themen.
    • Darlina wrote:

      Die Definition und Erläuterung dazu findest Du im ICD 10.
      Da steht nichts von "richtiger Depression". Dort gibt es zwar für Depression die F33.- Diagnosen, aber daraus ergibt sich nicht wie störend die jeweilige Diagnose für die Teilhabe ist.

      Darlina wrote:

      Ich habe den Eindruck, dass mit den Infos zum Ausweis bringt mich nicht weiter. Dann eher Infos zur EU-Rente. Es sei denn, es weiß jemand, was für Leute mit einem niedrigeren GDB gilt.

      Vielleicht hat ja irgendjemand noch recht gutes Fachwissen zu den beiden Themen.
      Ich frage mich schon seit deinem ersten Beitrag, warum du eigentlich nicht in alten bestehenden Threats nachliest, wo die Themen z.T. schon zigfach behandelt worden sind bzw. einfach selbst im Internet recherchierst?
      Surprised by the joy of life.
    • Darlina wrote:

      Okay, d.h. unter 30 bringt einem der Ausweis nichts oder was bringt der einem dann?

      Gibt es eigentlich irgendwo eine Liste, aus der man entnehmen kann, wieviel GdB man für was bekommt?
      Solche Listen habe ich tatsächlich schon irgendwo im Internat gefunden, aber jetzt nicht griffbereit. Google einfach mal. Wobei dort ja nur grobe Richtlinien angegeben sind. Das kann bei jeder Erkrankung/Behinderung ganz schön variieren. Bei Autismus ist es sehr extrem, da dieser mit einem Grad zwischen 20 und 100 eingestuft wird, je nach vorhandenen Kontaktschwierigkeiten. Wie diese genau bewertet werden, frag mich nicht. Das würde ich auch gerne wissen. Das Problem ist, wenn man eine intelligente Frau ist und relativ normal kommunizieren kann, wenn es um Sachliche Dinge geht, dann sieht es halt so aus, als ob man leicht betroffen wäre, obwohl dass ja nicht heißt, dass man Freundschaften schließen kann oder dergleichen. Ich bin ja auch gespannt, was bei mir rauskommt.

      Surprised wrote:

      Ich finde es eher schwammig, wenn nur eine Diagnose benannt wird. Manche sprechen von Depression, wenn sie morgens erst nach dem zweiten Weckerklingeln ausm Bett kommen, andere haben sich aufgrund einer Depression komplett aufgegeben und leben nur noch weil sie künstlich ernährt werden. Demnach kann Depression ganz unterschiedlich schwerwiegende Auswirkungen haben.
      Depressionen sind eine festgelegte Krankheit. Nur weil ich morgens nicht früh aufstehen kann, bin ich ja nicht depressiv.
      Aber es gibt wie beim Autismus verschiedene Schweregrade. Und ich würde mal davon ausgehen, dass diese sich auch auf eine Beurteilung im Schwerbehindertenausweis auswirken.