Meine Diagnose

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Meine Diagnose

      Also: nach vielen Monaten bin ich endlich so weit, dass ich über meine Diagnose, die im November letzten Jahres ambulant erstellt wurde, sprechen kann.

      Die Diagnose wurde in der Uniklinik Aachen erstellt. Dazu schien eigens ein Professor angereist zu sein, dessen Namen ich gerade nicht parat habe.

      Es verlief so: zuerst wurde ich etwa 1/2 Stunde lang von einer seiner Mitarbeiterinnen interviewt. Dann sollte ich etwas warten. schließlich kam ich ins 'Praxiszimmer' und ein älterer Professor (meine ich) erklärte mir, ich sei nicht autistisch, weil ich Interesse an anderen Menschen zeige. Das war die einzige Begründung, die er mir gab. Er fragte mich, ob ich mich damit abfinden könnte und ich sagte: "ja" und ging. Ich wollte nicht diskutieren und einfach nur raus. Ich fühlte mich irgendwie verarscht aber ich wollte das alles erst mal sacken lassen (RW).

      Das Ding ist: ich habe seit kleinster Kindheit eine sehr deutliche Asperger-Symptomatik, die auch im Erwachsenenalter andauert. Ich finde mich in fast allen Beschreibung der Symptomatik wieder und habe bei 2 AAA-Tests respektive 42 und 43/50 'gescored'. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Untersuchung korrekt verlief, sondern vielmehr dass sie die letzten Listen schnell abarbeiten wollten (der Termin war schon mal um Monate verschoben worden und es hieß, sie wollten diese Ambulanz schließen).
      Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Untersuchungsmethode wirklich okay war; hätte aber schon gerne eine Diagnose, auf die ich mich verlassen kann.

      Was meint ihr? Was soll ich tun? Kriege ich einen zweiten Untersuchungstermin oder ist so eine Diagnose ersmal ziemlich final und kann nur mit viel Mühe angezweifelt werden?
      For mash get SMASH!
    • War das wirklich alles was er sagte, dass du Interesse an anderen Menschen zeigtest? Das klingt etwas kurz für ein Abschlussgespräch. Was heisst "Interesse an anderen Menschen zeigen"? Echtes Interesse zeigen oder es nur vorspielen können? Haben wir alle hier nicht Interesse an anderen Menschen? Sonst wären wir nicht hier.

      The post was edited 1 time, last by Unbewohnte Insel ().

    • Nowhere Mat wrote:

      habe bei 2 AAA-Tests respektive 42 und 43/50 'gescored'
      Das heißt gar nix ^^ Bedeutet nur "irgendwie gestört".

      Aber wenn Deine Diagnostik wirklich so verlaufen ist wie Du schilderst, dann klingt das erstmal sehr seltsam.
      Vielleicht wollte er Dich aber auch nur provozieren und Du hast es mit Deinem Weglaufen versaut.
      Wer weiß was noch gekommen wäre.

      Melde Dich am besten in einer guten Ambulanz an. Köln ist nicht sehr weit weg von Dir. In Düsseldorf wird Herr Dr. Schilbach auch demnächst was aufmachen. Da könntest Du auch mal nachfragen. Wenn Du fix bist bist Du vielleicht einer der ersten und musst nicht lange warten.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • Nowhere Mat wrote:

      Was meint ihr? Was soll ich tun? Kriege ich einen zweiten Untersuchungstermin oder ist so eine Diagnose ersmal ziemlich final und kann nur mit viel Mühe angezweifelt werden?
      Hast du denn irgendwas ausgehändigt bekommen?
      Normalerweise bekommt man ein Dokument mit den Beschreibungen zur Anamnese (Vergangenheit bzw Kindheit und auch wie man sich heute fühlt) und Ergebnisse von Tests/Fragedbögen, wenn du welche gemacht hast.
      Wenn du sowas garnicht bekommen hast, finde ich das seltsam, die fragen meist auch wofür man die Diagnose brauchen würde.
      Wenn du dir sicher bisst das du mit hoher warscheinlichkeit AS haben kannst, würde ich zu einer anderen Einrihtung gehen und es dort nochmal versuchen, vielleicht nimmt man sich da mehr Zeit. Ich bezweifle das es Sinn macht sich nochmal an die gleiche Klinik zu wenden, wenn du weißt das die wohl eh zu machen dort oder sogar nichtmal kompetente Ärzte vor ort haben.
      Ich war auch mal in der Uniklinik in Aachen (ist aber 20 jahre her), da gab es nur ein Gespräch mit meiner damaligen Stiefmutter und kurz auch mit mir und dann wurde ich weiter geschickt zu einem Kinderpsychologen wo ich einige Tests machen sollte und erst nach 3-4 Sitzungen wude dann AS als Diagnose gegeben.
    • Eine halbe Stunde Interview/Anamnese ist lächerlich wenig! :frown: Und die Begründung, mit welcher der Professor AS ausgeschlossen hat, weist ihn imnsho ja als einen ganz besonderen "Experten" aus! :sarcasm:

      Einen zweiten Untersuchungstermin in der Uniklinik Aachen würde ich mir bei dieser "Vorgeschichte" nicht geben lassen. Aber ich meine, dass eine nochmalige und dann gründliche Diagnostik anderswo grundsätzlich möglich sein sollte.

      Hast du irgendeinen Arztbrief bekommen?
      In DOG We Trust.
    • Nowhere Mat wrote:

      Ich wollte nicht diskutieren und einfach nur raus. Ich fühlte mich irgendwie verarscht
      Hör auf Deine innere Stimme :)

      Eine geschlagene halbe Stunde schaff ich auch, halbwegs normal rüberzukommen, und Interesse an anderen Menschen ist kein Ausschlusskriterium, das hab ich auch... ich krieg zwar soziale Regeln nicht so gut gebacken, aber nur deshalb will ich kein einsames Leben führen.

      Wenn das alles ist (halbe Stunde Interview überleben können und Interesse an Menschen haben), dann kann ich meinen "Schein" ja auch gleich abgeben :irony:

      Es ist keine Schande, sich eine zweite Meinung zu holen :thumbup:
    • @Nowhere Mat
      Vergiss' die Aussage des "Professors" und hole dir eine zweite Meinung ein. Mit welchen "Begründungen" Verdachtsautisten manchmal abgewimmelt werden, finde ich sehr abenteuerlich. :m(:

      Ich empfehle dir die Spezialambulanz der Uniklinik Köln, da ich mit ihr bisher gute Erfahrungen mache. Die Arbeitsgruppe von Prof. Vogeley diagnostiziert ein sehr breites Spektrum.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      War das wirklich alles was er sagte, dass du Interesse an anderen Menschen zeigtest? Das klingt etwas kurz für ein Abschlussgespräch. Was heisst "Interesse an anderen Menschen zeigen"? Echtes Interesse zeigen oder es nur vorspielen können? Haben wir alle hier nicht Interesse an anderen Menschen? Sonst wären wir nicht hier.
      Das waren seine Worte und die Gesamtheit seiner Begründung. Das Gespräch dauerte geschätzte 12 Minuten, mehr nicht. Ich hatte beim Vorgespräch erwähnt, dass ich mich oft von Menschen spontan beurteilt oder gemustert fühlte und das nahm er als Begründung für seine Herleitung.

      Ginome wrote:

      Das heißt gar nix ^^ Bedeutet nur "irgendwie gestört".
      Weiß ich doch, dass das höchsten ein Indiz ist. Die Tests sind normalerweise auch das allerletzte, was ich erwähne, um meinen Verdacht zu begründen.

      Ginome wrote:

      Vielleicht wollte er Dich aber auch nur provozieren und Du hast es mit Deinem Weglaufen versaut.
      Das würde aber irgendwie wie ein mieses Spiel klingen, finde ich jetzt.

      Ginome wrote:

      Melde Dich am besten in einer guten Ambulanz an. Köln ist nicht sehr weit weg von Dir. In Düsseldorf wird Herr Dr. Schilbach auch demnächst was aufmachen. Da könntest Du auch mal nachfragen. Wenn Du fix bist bist Du vielleicht einer der ersten und musst nicht lange warten.
      Ich denke, so was werde ich auch tun :)

      RegenbogenWusli wrote:

      Hast du denn irgendwas ausgehändigt bekommen?
      Normalerweise bekommt man ein Dokument mit den Beschreibungen zur Anamnese (Vergangenheit bzw Kindheit und auch wie man sich heute fühlt) und Ergebnisse von Tests/Fragedbögen, wenn du welche gemacht hast.
      Ja aber ich finde es gerade nicht mehr. Ich habe eine sehr schlechte Papierverwaltung. Aber ich denke, meine Psychiaterin hat eine Kopie.
      Fragebogen oder Tests gab es keine.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich war auch mal in der Uniklinik in Aachen (ist aber 20 jahre her), da gab es nur ein Gespräch mit meiner damaligen Stiefmutter und kurz auch mit mir und dann wurde ich weiter geschickt zu einem Kinderpsychologen wo ich einige Tests machen sollte und erst nach 3-4 Sitzungen wude dann AS als Diagnose gegeben.
      Ich erinnere mich an eine Freundin, die Anfang der 90er da war. Sie war psychotisch. Als ich ihren behandelnden Arzt zu Rede stellte, hatte er keine Ahnung, was sie hatte.

      martienne wrote:

      Eine halbe Stunde Interview/Anamnese ist lächerlich wenig! Und die Begründung, mit welcher der Professor AS ausgeschlossen hat, weist ihn imnsho ja als einen ganz besonderen "Experten" aus!
      Danke. dachte ich auch.

      martienne wrote:

      Einen zweiten Untersuchungstermin in der Uniklinik Aachen würde ich mir bei dieser "Vorgeschichte" nicht geben lassen. Aber ich meine, dass eine nochmalige und dann gründliche Diagnostik anderswo grundsätzlich möglich sein sollte.
      Ich werde mich dann wohl auch an Köln wenden.

      martienne wrote:

      Hast du irgendeinen Arztbrief bekommen?
      Wie gesagt: ja, aber ich finde ihn gerade nicht. aber der Inhalt war sehr kurz: Bei Herrn D. ist Autismus auszuschließen, da er sich für andere Menschen interessiert. Das war alles, was da drin stand, außer dass meine Traumageschichte untersucht werden sollte.

      akelei wrote:

      Hör auf Deine innere Stimme
      Mache ich :thumbup:

      akelei wrote:

      Eine geschlagene halbe Stunde schaff ich auch, halbwegs normal rüberzukommen, und Interesse an anderen Menschen ist kein Ausschlusskriterium, das hab ich auch... ich krieg zwar soziale Regeln nicht so gut gebacken, aber nur deshalb will ich kein einsames Leben führen.
      Die halbe Stunde krieg ich auch hin. Dann fängt das Gezappel an oder ich verkriech mich irgendwo.

      akelei wrote:

      Wenn das alles ist (halbe Stunde Interview überleben können und Interesse an Menschen haben), dann kann ich meinen "Schein" ja auch gleich abgeben
      Denke ich wohl auch. Ich habe jetzt genug Zeit hier verbracht, um zu wissen, wie divers die Symptomatik sein kann. Hier war mal einer, der sollte untersucht werden, weil er keine Empathie hatte. Alles andere schien bei ihm ganz normal zu sein. Der verschwand auch irgendwann. Das mit der Empathie und dem Interesse an Menschen sind doch olle Kamellen (RW) :nerved:

      akelei wrote:

      Es ist keine Schande, sich eine zweite Meinung zu holen
      :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      Grübler_1988 wrote:

      Vergiss' die Aussage des "Professors" und hole dir eine zweite Meinung ein. Mit welchen "Begründungen" Verdachtsautisten manchmal abgewimmelt werden, finde ich sehr abenteuerlich.
      Ich hatte das Gefühl, das hatte auch damit zu tun, dass ich älter war. Ich weiß nicht, ob es eine Art Direktive gibt, ü-40er oder ü-50er nach Möglichkeit abzuwimmeln aber es würde mich nicht wundern. Von Therapeutinnen höre ich ja auch immer wieder, bezüglich meiner PTSD-Störungen: sie leben ja schon so lange damit, etc.

      Grübler_1988 wrote:

      Ich empfehle dir die Spezialambulanz der Uniklinik Köln, da ich mit ihr bisher gute Erfahrungen mache. Die Arbeitsgruppe von Prof. Vogeley diagnostiziert ein sehr breites Spektrum.
      Ich glaube, der Professor hieß Grözinger. Ich werde mich mal an diese Arbeitsgruppe von Prof. Vogeley wenden.

      Vulkan wrote:

      Ich würde mich an deiner Stelle noch einmal bei einer anderen Autismusambulanz anmelden und mir eine zweite Meinung einholen.

      Für mich hört sich das alles recht merkwürdig an.
      Werde ich auf jeden Fall tun :thumbup:

      Danke an alle für die Ratschläge!
      For mash get SMASH!

      The post was edited 1 time, last by Nowhere Mat ().

    • Ich kann Dir die Spezialambulanz für Autismus im Erwachsenenalter an der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UK Köln (so der komplette, offizielle Name) nur sehr empfehlen. Was ich auf der Seite der UK Aachen zu Autismus gelesen habe, klingt für mich zu "unscharf".

      Ich glaube, dass Autismus bei spätdiagnostizierten Menschen im Erwachsenenalter ein Thema ist, dass Prof. Vogeley am Herzen liegt.
      Immerhin hat er hierzu bereits mehrfach publiziert, auf Tagungen und Fachkongressen referiert und leitet neben der Spezialambulanz am gleichen Institut die Arbeitsgruppe Soziale Kognition. Hier wird sogar geforscht und Studien betrieben. Daneben bietet die Spezialambulanz ergänzend auch eine breite Palette (RW) an Psychotherapie und verschiedensten Angeboten an. Ich denke, da könntest Du recht gut aufgehoben sein, wenn sich die Diagnose bestätigen sollte. Zumindest weißt Du aber dort dann Bescheid.
      Stolzer Papa von Autinaut (HFA) :nod: - und einander irgendwie ähnlich... und doch anders...
    • 70Quadrillionen wrote:

      Ich kann Dir die Spezialambulanz für Autismus im Erwachsenenalter an der Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UK Köln (so der komplette, offizielle Name) nur sehr empfehlen. Was ich auf der Seite der UK Aachen zu Autismus gelesen habe, klingt für mich zu "unscharf".
      Das, was ich dort erlebt habe, war auch echt total unscharf. Ich hatte das Gefühl einer Diagnose zwischen Tür und Angel.
      Ich werde mich auf jeden Fall nach Köln begeben. Das mit Prof. Vogeley klingt für mich sehr gut. Alles, was ich will ist eine Diagnose, die ich ernst nehmen kann. Das scheint mir dafür der richtige Anlaufpunkt zu sein.
      For mash get SMASH!
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich finde das unmöglich. Man sollte die mal in so eine Situation stellen und schauen wie lange die das aushalten. Irgendwann ist halt schluss und das ist bei jedem ein anderer Zeitpunkt, das haben viele scheinbar noch nicht begriffen
      Ist es auch. Die letzte Therapeutin fragte mich, weshalb ich erst so spät in Therapie wollte. Ich sagte, weil ich mit 10 Jahren eine schlechte Erfahrung gemacht hatte, mit einem Therapeuten, der mich gar nicht ernstnahm (nachdem ich meine Eltern um Therapie angebettelt hatte). Die selbe Person also, der ich geschildert hatte, wie ein Therapeut schon ganz früh eine Art Trauma draufgesetzt (RW) hatte, erzählte mir jetzt, es sei in meinem Alter sinnlos, ich sollte einfach weiter so leben, wie bisher. Sie weigerte sich übrigens, mir am Ende der Sitzung die Hand zu geben. Es war eine anerkannte Therapeutin, die Kurse und Vorträge gibt und einen Lehrstuhl hat. Unfassbar.
      For mash get SMASH!
    • Tut mir leid dass du mit so einem Blödsinn abgefertigt wurdest. Ich habe die Diagnose auch aus Köln, dort Therapie gemacht und kann das nur empfehlen.
      Ich z.B. bin schon an anderen Menschen interessiert, war auch schon in langjährigen Beziehungen und hab eine Handvoll Bekannte und Freundinnen mit denen ich mich auch regelmäßig und gern treffe.
      Zur Einsiedlerin eigne ich mich definitiv nicht, und ich liebe es interessante und tiefgründige Gespräche zu führen.
      You’ll stop caring what people think about you when you realize how seldom they do.
    • Zebra wrote:

      Tut mir leid dass du mit so einem Blödsinn abgefertigt wurdest. Ich habe die Diagnose auch aus Köln, dort Therapie gemacht und kann das nur empfehlen.
      Werde ich auf jeden fall tun. Ich habe übrigens mal diesen Grözinger abgecheckt, der mich in Aachen diagnostiziert hat. Autismus schein überhaupt nicht sein Fachgebiet zu sein :nerved:

      Zebra wrote:

      Ich z.B. bin schon an anderen Menschen interessiert, war auch schon in langjährigen Beziehungen und hab eine Handvoll Bekannte und Freundinnen mit denen ich mich auch regelmäßig und gern treffe.
      Ich habe ebenfalls ein Umfeld an Leuten, mit denen ich mich täglich treffe und ich wäre nicht der einzige Autist in dieser Runde, wie ich neulich festgestellt habe. Menschen sind unterschiedlich. Ich bin gleichzeitig sehr extrovertiert und sozial behindert, weil ich manche Dinge nicht kapiere und oft überreizt bin. Aber sonst komme ich gut mit Menschen klar.

      Zebra wrote:

      Zur Einsiedlerin eigne ich mich definitiv nicht, und ich liebe es interessante und tiefgründige Gespräche zu führen.
      Ich brauche einen Einsiedler-Rückzugsort, wo kein anderer Mensch ist (Tier ist aber okay) und ein reichhaltiges soziales Umfeld (das umfasst bei mir bestimmt rund 50 Leute, die ich ständig treffe). Das eine ohne das andere geht nicht, egal wie herum.
      For mash get SMASH!
    • Nowhere Mat wrote:

      Die selbe Person also, der ich geschildert hatte, wie ein Therapeut schon ganz früh eine Art Trauma draufgesetzt (RW) hatte, erzählte mir jetzt, es sei in meinem Alter sinnlos, ich sollte einfach weiter so leben, wie bisher. Sie weigerte sich übrigens, mir am Ende der Sitzung die Hand zu geben. Es war eine anerkannte Therapeutin, die Kurse und Vorträge gibt und einen Lehrstuhl hat. Unfassbar.
      Ich habe das Gefühl das die Person dich unsympatisch fand, oder vielleicht selber überlastet war, es aber nicht zugeben wollte (warum auch immer)
      Sowas kann man auch anders machen.
      Es ist traurig und unterirdisch aber die kann es sich leisten, würde ich sagen :sarcasm:
      Bei meiner Therapeutin war das anders. Klar haben wir auch darüber gesprochen warum ich erst mit ende 20 kam obwohl meine Probleme doch recht erheblich waren, und auch irgendwie übergreifend auf alle Lebensbereiche die man sich vorstellen kann. Ich hatte ihr auch erzählt das ich schonmal mit 16-17 negative Erfahrungen mit einem Psychologen gemacht hab, und dann nach nur einer Sitzung so viel angst davor hatte mit Dingen konfrontiert zu werden die ich damals lieber verdrängen wollte, und das hatte sie auch sehr gut verstanden.
      Sie fragte mich nach mehreren Sitzungen ob ich sie denn sympatisch finde und weiter machen will. Sie gibt mir übrigens immer die Hand.
      Der Psychiater den ich aus der gleichen Praxis kannte (der damals aber keine Zeit hatte mich auch noch mal eben zu nehmen (ich hätte da ein halbes Jahr warten müssen aber mein Fall war wegen suizidalität doch sehr akkut) war ganz anders, eher typisch Mann nicht herzlich, eher distanziert und kühl aber das stört mich nichtmal. Man kann sehr gut mit ihm sachlich über die Thematik sprechen und viel von ihm lernen wenn man sich für das Thema interessiert. Er meinte ja damals das Transgender oft auch AS haben und das er da Zusammenhänge sieht. Er ist schon länger in der Thematik drin als meine Therapeutin und hat auch mein Gutachten erstellt für die Namensänderung wo er das Thema AS auch nochmal angeschnitten hat.
      Ich hatte warscheinlich glück sofort Leute gefunden zu haben die mich ernst nehmen.
      Ich war erst in einer Psychiatrie wo ich nur ein gespräch hatte um überhaupt die Kontaktlisten zu Transgender-spezialisierten Fachärzten zu bekommen.
      Als ich die dort auf den AS ansprach meinte die auch nur, ich könne kein Autist sein weil ich ja nicht monoton rede.

      Nowhere Mat wrote:

      Ich habe übrigens mal diesen Grözinger abgecheckt, der mich in Aachen diagnostiziert hat. Autismus schein überhaupt nicht sein Fachgebiet zu sein
      Das ist es sicherlich bei wenigen, aber man sollte dennoch erwarten können das, WENN so ein Fall mal auftaucht, sich das nötige aktuelle Wissen dazu aneignet, das ist jetzt nicht wirklich ein Kraftakt finde ich. Man findet doch überall sehr einfach Informationen darüber.
      Ich habe manchmal das Gefühl das manche Leute extremst eitel sind und keinen Bock haben ihr Wissen aufzufrischen.
      So nach dem Motto "Ich weiß ja eh schon alles darüber, hab es ja vorher schon (vor XY Jahren) bereits gelernt, da kann man mir doch nichts mehr erzählen..." :m(:


      Nowhere Mat wrote:

      Ich brauche einen Einsiedler-Rückzugsort, wo kein anderer Mensch ist (Tier ist aber okay) und ein reichhaltiges soziales Umfeld (das umfasst bei mir bestimmt rund 50 Leute, die ich ständig treffe). Das eine ohne das andere geht nicht, egal wie herum.
      Ich denke das ist so gut wie bei allen Autisten so.
      Ich habe noch nie einen Autisten von sich selber sagen hören nie mit anderen Menschen auch nur irgendwas machen zu wollen und nur allein sein zu wollen/zu leben.
      In irgendeiner weise ist man auch von anderen abhängig wenn man bestimmte Defizite hat, auch wenn einem Menschen generell schnell mal zu viel werden.
      Auf bestimmte Weisen zeigt eigentlich jeder auch auf eine gewisse weise Interaktion mit anderen, sei es wenn jemand was einkaufen geht und ihm das gefällt weil man mal raus aus der Wohnung kann, aber eben in eine gewohnte und hervorsehbare Umgebung weil man das gewohnt ist. Oder wenn man weiß das die Eltern da sind und helfen bzw einem Sicherheit geben weil man weiß das sie da sind und man nicht allein ist.
      Ich fand das Gefühl allein gelassen zu werden schon als Kind ziemlich schlimm. Zumindest wenn ich gesehen habe das ich verlassen wurde.
      Oft wollte ich mit wenn mein vater wo hin fuhr auch wenn es nur das Auto umparken war oder was zur Post bringen.
      Ich erinnere mich das ich öfter einen Aufstand gemacht habe wenn er einfach wegfuhr ohne mich zu fragen ob ich mit will, und ich das nicht rechtzeitig mitbekommen habe das er überhaupt weg wollte.
      Ich genieße im Grunde das Zusammensein mit anderen aber das geht halt nur in bestimmten Situationen. Ich muss die Leute mögen bzw mich gut mit ihnen verstehen und das ist schon nicht immer gegeben und passiert so gut wie nie von allein, und es müssen auch Sachen sein die mir gefallen. Ich bin immer schon gern autogefahren und ich hatte die Musik die mein Vater hörte auch immer gern gehört.
      Tiefgründige Gespräche hab ich mit meinem Vater eigentlich nie geführt.
      Genausogut kann ich aber auch lange für mich allein sein und mich selbst beschäftigen.
      Das konnte ich seit jeher gut, es ist wohl angeboren.
      Ich merke das ich früher als Kind so dermaßen viel Energie hatte und dieses Alleinsein nur forderte wenn es mit anderen Kindern nicht gut lief, denn als ich so ab Grundschule erstmal kapiert hab das es auch toll ist sich andere Kinder zum spielen zu suchen, hätte ich stundenlang mit denen spielen können, sofern sie das spielen wollten was mir auch spaß macht.
      Später im Jugend-alter war ich nach einer weile auch froh wieder ruhe zu haben. In der Psychatrie hab ich manchmal nach dem Mittagsessen in der Mittagsruhe geschlafen, oder auch hier nach der schule, erstmal was essen, etwas fernsehen und schlafen, was eigentlich total unnormal für 16-18jährige ist.

      Der totale Einsiedler wäre ich vermutlich erst dann, wenn ich dermaßen negativ über Menschen im allgemeinen denken würde, das ich deren Kontakt generell ablehne aber so bin ich nicht, außerdem weiß ich es besser. Ich weiß das nicht alle Menschen generell schlecht sind oder einen immer nur ausnutzen wollen.
    • Man liest hier öfter, dass Menschen die Diagnostik quasi abbrechen, wenn ihnen etwas gesagt wird, womit sie nicht einverstanden sind oder es anders sehen.

      Edit: Er fragte dich sogar, ob du dich damit abfinden würdest und du meintest “ja”, was ja offenbar nicht der Wahrheit entspricht.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

      The post was edited 1 time, last by Cloudactive ().

    • Vermutlich meint sie, warum die Leute bei einer überraschenden Diagnose gleich die Flucht ergreifen.

      ... weil sie geschockt und enttäuscht sind und sich nicht ernst genommen fühlen?
      ... weil sie sich eh für diesen Termin gottweißwie zusammengerissen haben?
      ... weil sie für eine sinnvoll anschließende Diskussion erstmal eine gewisse Vorbereitungszeit bräuchten?
      ... weil die Begründung der Diagnose so unfassbar und überraschend ... eigenartig ist?
      Morgens aufzustehen und Brötchen kaufen zu gehen kann eine riesengroße Leistung sein. (eine Mitstudentin)