Frage an aspies

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    • Surprised wrote:

      Wäre halt die Frage, ob sich dies ändern ließe. Also dass auch woanders was passiert.
      Ganz bestimmt nicht! Vor Jahren gab es mal den Aufruf des Vereins, Aspies-Ortsgruppen in anderen Städten zu gründen. Wir (ein anderes Vereinsmitglied und ich) wollten genau das tun, haben aber nie irgendeine Reaktion auf unsere wiederholten Mails vom damaligen Vorstand bekommen, geschweige denn irgendeine Art von Unterstützung. Später haben die sogenannten "regionalen Ansprechpartner" aspies.de/adressen.php?category=8 (darunter ich gleich zweimal: braunschweig@aspies.de und nordharz@aspies.de) lediglich die offizielle Anweisung bekommen, evtl. Anfragen nach Berlin weiterzuleiten, das war alles. Das sollte nur den Anschein erwecken, dieser Verein wäre auch woanders aktiv.

      Surprised wrote:

      Meint ihr, dass sich Gewerkschaften und Vereine grundsätzlich (sehr) unterscheiden?
      Bei Gewerkschaften gibt es mehr Anlass, aktiv zu sein, weil sie sich natürlich für die Belange ihrer Klientel einsetzen müssen. Sehr viele Vereine können aber grundsätzlich exitieren ohne dass etwas Sinnvolles passiert.
      Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand,
      denn jeder ist überzeugt dass er genug davon habe.
      René Descartes

      The post was edited 1 time, last by Rabe ().

    • Surprised wrote:

      Meint ihr, dass sich Gewerkschaften und Vereine grundsätzlich (sehr) unterscheiden?
      Mangels Erfahrung kann ich nicht viel dazu sagen. Ich habe nur die Vermutung, dass Gewerkschaften womöglich etwas professioneller organisiert sind, und in Vereinen menschelt es mehr.
      Bei einem Verein, wo Aspies aktiv sind, kommen die aspergerbedingten Schwierigkeiten dazu, was noch mehr Konflikte begünstigt als in normalen Vereinen, und da gibt es oft schon genug Streitereien. In einem Tierschutzverein habe ich erlebt, wie Leute mit unterschiedlichen Meinungen sich gegenseitig bekämpft haben, bis irgendwann die eine Seite den Verein verlassen hat. Das ist wohl in Vereinen, gerade wenn es um Ideelles geht, häufiger der Fall. Jeder meint ja, er täte das (einzig) Richtige.
      Unter Aspies kommen Kommunikationsschwierigkeiten dazu, und Schwierigkeiten, sich überhaupt auf Veränderungen einzulassen, wenn jemand mit neuen Ideen kommt, und dann die Schwierigkeiten, die Umsetzung neuer Ideen organisatorisch anzugehen und dabei miteinander zu kooperieren.
      Historisch gesehen waren die schrecklichsten Dinge wie Krieg, Genozid oder Sklaverei nicht das Ergebnis von Ungehorsam, sondern von Gehorsam.
      (Howard Zinn)
    • Surprised wrote:

      Aber auch dort sehe ich keinen Weg mich einzubringen. Haufenweise Leute sind auf der absolut unaktuellen Homepage als Ansprechpartner angegeben. Grundsätzlich scheint es für jedes Anliegen einen Ansprechpartner zu geben. Da sehe ich keine "Lücke" (RW) für mich. Und irgendwelche "Aktionen" um den Verein besser kennenzulernen scheint es nicht zu geben.
      Das ist sehr schade denn ich lese viel von Deinem Wissen, Potenzial und Engagement.
      Wenn ich an Deiner Stelle wäre und mich der Verein total interessiert und ich mich dort gerne engagieren wollte, würde ich eine Email schreiben und mich mitteilen, anbieten und ggf. auch noch mal nachfragen, wenn auf die erste Mail keine Reaktion kommen würde...

      Wärst Du in meiner Gegend und ich wäre in einem interessanten Verein, dann wäre ich sehr an Deiner Mitarbeit interessiert
    • Surprised wrote:

      Meint ihr, dass sich Gewerkschaften und Vereine grundsätzlich (sehr) unterscheiden?
      Schon Vereine und Vereine können sich extrem stark unterscheiden.
      Die meisten Vereine, die ich kennengelernt habe, bestanden aus einem alten Kern, der mehr oder weniger das Sagen hatte. Entweder kam man mit denen aus und war auf der gleichen Wellenlänge, dann konnte ich auch helfen. Meist aber nicht und dann war es im Grunde nur die passive Mitgliedschaft und die Angebote des Vereins, die mich interessiert haben.
      Ein Verein ist z.B. an der hiesigen Hochschule untergebracht und auch eng mit der passenden Studienrichtung verzahnt. Dort gab es sowohl die alten Hasen, die eigentlich nur zusammen saßen und Bier tranken - aber auch viele Studenten, die lauter neue Dinge ausprobierten und somit eigene Bereiche innerhalb des Vereins etablierten.
      Wichtig ist auch, dass der Verein professionell geführt wird. Im Bekanntenkreis gibt/gab es einen Verein, der im sozialen Bereich durch viel Beratung tätig war. Aber die ganzen Sozialpädagogen hatten alle keine Ahnung von Finanzen oder Recht. Im Grunde standen die Vorstandmitglieder oft mit einem Bein im Knast und hatten nicht nur einmal ein dickes Minus in der Kasse. Manchmal nur wegen schlechter Mathematik, manchmal auch wirklich.

      Ich habe meine Vereinsaktivitäten schon lange komplett zurückgefahren. Ich nutze zwar manche Angebote, aber ohne im Verein Mitglied zu sein, was netterweise OK ist.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Wolke(n) am Himmel wrote:

      Das ist sehr schade denn ich lese viel von Deinem Wissen, Potenzial und Engagement.

      Wolke(n) am Himmel wrote:

      Wärst Du in meiner Gegend und ich wäre in einem interessanten Verein, dann wäre ich sehr an Deiner Mitarbeit interessiert
      Danke für die Komplimente!

      Wolke(n) am Himmel wrote:

      Wenn ich an Deiner Stelle wäre und mich der Verein total interessiert und ich mich dort gerne engagieren wollte, würde ich eine Email schreiben und mich mitteilen, anbieten und ggf. auch noch mal nachfragen, wenn auf die erste Mail keine Reaktion kommen würde...
      Ja, so sollte ich das vermutlich angehen. Autismus Deutschland habe ich schon vor Wochen geschrieben mit ein paar Fragen, die Richtung sich einbringen gingen. Da reagierte bis heute niemand. Das ist frustrierend.

      Aber vielleicht ist es auch besser, dass sich da niemand um mich reißt (RW), denn im Prinzip habe ich schon genug zu tun.
      Surprised by the joy of life.