Frage an aspies

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    • Hundertwasser wrote:

      die Initiative „Daheim statt Heim“? Gibt es dafür bestimmte Gründe?
      Ich kenne diese Initiative zwar nicht, aber ich denke das es diverse Gründe gibt warum.
      Der erste der mir einfällt ist einfach das manche Aspies in einem Heim besser zurecht kommen als andere, aber da man nicht gezwungen wird in einem Heim zu leben sondern sowas nur dann gegen den eigenen Willen eingeleitet wird wenn jemand nicht zurechnungsfähig ist (jemand der versteht warum er nicht allein leben kann, würde sich vermutlich eh um eine andere Wohnform bemühen und da ist ein betreutes Heim eigentlich die einzige Möglichkeit die jeder kennt) daher hat eigetlich jeder die Wahl. In ein Heim kommt man eh nur unter bestimmten Vorraussetzungen weil das sehr teuer ist und in den meisten Fällen die Menschen nicht selbst zahlen können außer sie haben eine reiche Familie die sie dahin "abschiebt".
    • de.m.wikipedia.org/wiki/Bundesinitiative_daheim_statt_Heim

      Also mir wurde für meinen Sohn schon früh „angeboten“ (ab seinem 2.Lebensjahr), dass ich ihm jederzeit Psychopharmaka geben oder ihn in ein Pflegeheim geben kann, da er „schwer betroffen“ sei.
      Ich habe es nicht gemacht. Aber ich hätte es tun können und dann würde er ab Kleinkindalter in so einem Heim leben, ohne je danach gefragt worden zu sein, ob er das überhaupt will.

      Was mir niemand gesagt hat: Wie kann ich ihn verstehen, wie können wir unser Leben gemeinsam gestalten? Das habe ich nur durch ein bestimmtes Autistenforum gelernt, in dem erwachsene Autisten mir Tipps gaben und mir erklärten, wenn ich etwas nicht verstand. Wenn ich dieses Verständnis nicht hätte, dann hätte ich möglicherweise anders gehandelt, weil Ärzte mir zu etwas anderem rieten.
      Ich frage mich: Wie viele Eltern wissen viele Aspekte nicht und handeln vorschnell auf Vorschlag von Ärzten? Und genau diese Autisten landen dann nicht selbstbestimmt in einem Heim. Die Eltern denken, dass ihre Kinder dort gut aufgehoben seien, aber woher wissen sie es bei z.B. nichtsprechenden Autisten?
      Ich denke sogar, dass ein plötzlicher Heimaufenthalt traumatisch für die Autisten im Kindesalter ist, denn sie wurden ja für sie grundlos aus ihren vertrauten Verhältnissen herausgerissen. (weil die Eltern das so entschieden) Aus diesem Trauma heraus können sich dann psychische Störungen oder sogar Hospitalismus entwickeln. Und wenn der Autist dann auffällig erscheint, wird gesagt: Ah, er braucht das Heim und würde niemals ohne Heim klarkommen. Aber vielleicht stimmt das gar nicht? Vielleicht würde er sich in Alternativen wohler fühlen oder die Eltern hätten ihn nach Aufklärung gar nicht in ein Heim gegeben?

      Wer entscheidet, wann jemand „nicht zurechnungsfähig“ ist? Die Eltern? Ärzte? Und was ist, wenn ein Autist nicht spricht: Wie will das dann beurteilt werden?

      Darf ich fragen, warum so viele Autisten in Heimen mit Psychopharmaka behandelt werden?
      Und warum sollen Eltern die Zustimmung zu freiheitsentziehenden Maßnahmen geben?
    • Hundertwasser wrote:

      Also mir wurde für meinen Sohn schon früh „angeboten“ (ab seinem 2.Lebensjahr), dass ich ihm jederzeit Psychopharmaka geben oder ihn in ein Pflegeheim geben kann, da er „schwer betroffen“ sei.
      Ich habe es nicht gemacht. Aber ich hätte es tun können und dann würde er ab Kleinkindalter in so einem Heim leben, ohne je danach gefragt worden zu sein, ob er das überhaupt will.
      Davon halte ich auch nichts.
      Ich finde es erstaunlich das man schon bei einem 2-jährigem Kind die Diagnose so früh geben kann (die meisten Ärzte sind da denke ich doch eher "Muss man mal schauen und weiter beobachten") und dann das Kind deswegen sofort abschreibt anstatt zu versuchen es zu fördern.
      Vielleicht waren das Menschen die denken es wäre zu ansträngend sich um so ein Kind zu kümmern und da wäre das die einfachste Lösung.
      Es ist nachgewiesen das selbst Kanner-autisten durch Förderung sehr viel lernen können was immer besser ist als einem nichtmal eine Chance zu geben.
      Ich bin mir sicher das es Kanner-autisten gibt die jetzt nicht zu den HfAs gehören, die auch nicht in einem Heim wohnen sondern eine eigene Wohnung aber dann eine Betreuung haben.
      Das Problem ist vermutlich das Förderung individuell sein muss und nicht alle Angebote immer den richtigen erreichen. Eine Förderung hilft einem aber nicht jedem.


      Hundertwasser wrote:

      Wer entscheidet, wann jemand „nicht zurechnungsfähig“ ist? Die Eltern? Ärzte? Und was ist, wenn ein Autist nicht spricht: Wie will das dann beurteilt werden?
      Das müssen Ärzte entscheiden. Jemand der sich nicht mitteilen kann (zB weil er es nie gelernt hat/lernen konnte) kann nicht sagen was er will und nicht will, aber man muss ihm dann diese Dinge abnehmen. Ein Arzt muss das feststellen damit das veranlasst werden kann, das ist vermutlich sogar so gesetzlich vorgeschrieben weil man als Mensch nunmal auch teil unserer Struktur ist und irgendwo registriert sein muss, und das Gesetzt sieht vor das wenn jemand diese Dinge nicht selber kann, muss er einen gesetzlichen Vormund haben.


      Hundertwasser wrote:

      Darf ich fragen, warum so viele Autisten in Heimen mit Psychopharmaka behandelt werden?
      Und warum sollen Eltern die Zustimmung zu freiheitsentziehenden Maßnahmen geben?
      Dazu kann ich nichts sagen. Ich weiß nur das in Heimen die Leute generell gerne mit Psychopharmaka behandelt werden wenn sie sich nicht wie gewünscht verhalten (Ängste, Agressivität, Nervosität, andere Krankheiten die sich körperlich zeigen) denn das ist billiger.
      Als ich damals in der Psychiatrie aber auch in dem Heim war, war es so das ich einige dort kannte die irgendwas nehmen mussten.
      Ich war davon selbst nicht betroffen soweit ich mich erinnere aber ich war auch kein Kind das unlogisches Verhalten zeigte und ich konnte immer erklären warum ich irgendwas tat.
      ZumB wenn ich provuziert/angegriffen wurde hab ich mich halt gewehrt, dafür hatte damals jeder Verständniss, keiner meinte ich sei deswegen potentiell aggressiv oder gefährlich.
      Mein Bildermalen als "Zwangsakt" wie es mein Vater meinte, wurde auch toleriert, da hat man auch nicht versucht durch Medikamente mich daran zu hindern oder diesen Zwang auszutreiben.
      Besser wären Therapien, die gibt es aber meist nur in Psychiatrien und auch in Heimen für Kinder und Jugendliche wo man noch die Hoffnung hat die irgendwann mal wieder zurück zu führen in ein normales Leben oder eben in den Elternhaushalt (falls möglich).
      Heime für Behinderte sind meist als Endstation gesehen, da wird vermutlich nur noch unterhalten aber eben nicht mehr therapiert.
    • Shenya wrote:

      Es gibt Logopädie in Heimen, Ergotherapie, Physiotherapie, Arbeitstherapie, Heilpädagogik, basale Stimulation, Beschäftigung.
      Knntest du schonmal Zeit in einem Heim verbringen? Oder woher weißt du das?
      Ich frage nur weil ich in anderen Bereichen wie WfbM erfahren habe das da auch die Theorie anders ausschaut als die Praxis.
      Ich frage mich ob das hier auch so ist.
      Ich war jetzt nicht in einem Heim für Mnschen mit Behinderung, aber so ein Heim gab es auf dem Klinikgelände in Süchteln auch, und ich war ein paar mal dort (ich weiß garnicht mehr warum) und die Leute schienen da nicht so glücklich zu sein, aber die Atmosphäre war auch wie in einer typischen 60er Jahre Einrichtung und nicht so modern gestaltet wie das Heim wo ich war, und alles hatte eher so einen Psychiatrie-charme wenn man so will.
      In dem Heim wo ich war gab es keine Therapie. Außer einmal die Woche Beschäftigungstherapie die wie Arbeit in einer WfbM war und das war nichtmal auf dem gleichen Gelände sondern im Nachbargebäude wo die Klinikschule war.
      Nach deiner Beschreibung erinnert mich das Heim dann eher an die Psychiatrie wo es auch straffe Tagespläne gab und jeder Vormittag in diverse Stunden an Therapien und Schulstunden eingeteilt war. Die Nachmittage waren Freizeit wobei man dabei meist auch nicht allein war außer man war in seinem Zimmer.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Knntest du schonmal Zeit in einem Heim verbringen? Oder woher weißt du das?
      Ich habe schon mehrere Heime besucht und habe auch in der Verwandtschaft jemanden mit geistiger Behinderung.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich frage nur weil ich in anderen Bereichen wie WfbM erfahren habe das da auch die Theorie anders ausschaut als die Praxis.
      Ich frage mich ob das hier auch so ist.
      In der Theorie ist immer alles besser als in der Praxis, aber wenn ein Heimplatz 3000 bis 8000 EUR im Monat kostet, dann ist das nicht nur für Kost und Logis, sondern da sind auch Fördermaßnahmen mit drin. Mal mehr, mal weniger.

      RegenbogenWusli wrote:

      Nach deiner Beschreibung erinnert mich das Heim dann eher an die Psychiatrie wo es auch straffe Tagespläne gab und jeder Vormittag in diverse Stunden an Therapien und Schulstunden eingeteilt war.
      In den Heimen ist das ein Angebot. Psychisch Kranke sind oft chronisch mit allem unzufrieden (haben ja auch oft Depressionen), d.h. wenn es kein Angebot gibt, beschweren sie sich, und wenn es ein Angebot gibt, dann ist es auch nichts. Sie können dem Angebot dann auch fernbleiben. Manche sind aber auch froh, dass es was gibt.
      Geistig Behinderte sind oft ein bisschen unkomplizierter, die freuen sich über die Beschäftigung. Wenn man ein Wohnheim für geistig Behinderte besucht, dann wirken die meisten dort relativ zufrieden und glücklich.
      Bei der Aufzählung oben von den Angeboten muss natürlich nicht jeder alles davon machen, sondern je nach Bedarf. Therapeuten können auch von außerhalb in die Einrichtung kommen, wenn z.B. jemand Logopädie oder Physiotherapie braucht. Das Heim organisiert das dann nur, und die Abrechnung geht über die Krankenkasse.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich halte gar nichts davon, einfach alle Heime abzuschaffen. Das ist viel zu kurz gedacht. Es gibt auch Autisten, denen es dort besser geht als Zuhause und für die es alles andere als gut wäre, wenn sie plötzlich wieder Zuhause wohnen müssten. Mein Cousin ist so ein Autist. Er ist Kanner-Autist und für ihn wäre es eine riesige Katastrophe, wenn man alle Heime dichtmachen würde. Dann müsste er nämlich bei meiner Cousine leben, die dafür nicht nur ihre Arbeit aufgeben, sondern auch aus ihrer Wohnung ausziehen müsste. Zudem hat sie ein Kleinkind und wäre mit Kleinkind und Bruder völlig überfordert. Sie kann ihm einfach nicht dazu Umfeld bieten, was er braucht. Darunter würde dann nicht nur mein Cousin leiden, sondern auch meine Cousine und ihre kleine Tochter. Er würde dann wieder aggressiv werden, würde sich selbst und andere verletzen und das ganze Haus zusammenschreien. Es würde darauf hinauslaufen, dass man ihn medikamentös mehr oder weniger ruhigstellen müsste, damit ein Zusammenleben zumindest halbwegs machbar ist. In dem Heim, in dem er lebt, hat er genau das Umfeld, das er braucht. Dort hat er einen gleichbleibenden Tagesablauf (den braucht er wie die Luft zum Atmen), wird beschäftigt (sie gehen unter Anderem einmal die Woche mit ihm zum Schwimmen und zum therapeutischen Reiten; beides liebt er und er entspannt sich dabei völlig), aber man lässt ihn dort auch in Ruhe, wenn er einen schlechten Tag hat. Seit er dort ist, ist er viel selbständiger geworden und vor allem: er ist viel entspannter und ruhiger geworden. Und zwar ganz ohne irgendwelche Medikamente. Einfach indem man dort auf ihn eingeht und ihm ein gleichbleibendes und ruhiges Umfeld bietet.

      Selbiges gilt für den Sohn meines Schwagers. Er hat das Fragiles-X-Syndrom und lebt im selben Heim wie mein Cousin. Er ist zuhause sehr aggressiv, läuft oft weg und lässt sich nichts sagen. Das kommt, weil er sich langweilt. Aber er hat eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne (maximal 10 Minuten) und es ist sehr, sehr schwierig, ihn so zu beschäftigen, dass er keine Langeweile bekommt. Ausflüge und ähnliches sind mit ihm nicht möglich, da er nach kurzer Zeit wieder nach Hause will und ausrastet, wenn man dann nicht auch schnellstmöglich den Heimweg antritt. Mein Schwager kann ihn schon lange nicht mehr bändigen und wäre sogar schon mal fast von ihm erwürgt worden. Er hat auch mal versucht, meine Schwester die Treppe runterzuschubsen und hätte seine Schwester auch mal fast vor ein Auto gestoßen. Im Heim ist das anders. Dort hat man ganz andere Möglichkeiten, als mein Schwager sie hat und er wird so beschäftigt, wie es seine leider extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne zulässt. Dort hat er Freunde, er geht zum Schwimmen, zum therapeutischen Reiten, zum Kochen, zum Basteln, in die Disko und ins Kino (ja, richtig gelesen; die machen jeden ersten Samstag im Monat eine Disko und jeden dritten Samstag im Monat einen Kinoabend für die Heimbewohner) des Heimes. Er will gar nicht mehr nach Hause. Wenn er mal zu Besuch bei seinem Vater ist, dann hört man nichts anders als "Heim hin! Ich Heim hin!". Er ist dort glücklich und zufrieden.

      Mit welcher Rechtfertigung sollte man Menschen wie den Beiden das nehmen?
    • Shenya wrote:

      In den Heimen ist das ein Angebot. Psychisch Kranke sind oft chronisch mit allem unzufrieden (haben ja auch oft Depressionen), d.h. wenn es kein Angebot gibt, beschweren sie sich, und wenn es ein Angebot gibt, dann ist es auch nichts. Sie können dem Angebot dann auch fernbleiben. Manche sind aber auch froh, dass es was gibt.
      Geistig Behinderte sind oft ein bisschen unkomplizierter, die freuen sich über die Beschäftigung. Wenn man ein Wohnheim für geistig Behinderte besucht, dann wirken die meisten dort relativ zufrieden und glücklich.
      Bei der Aufzählung oben von den Angeboten muss natürlich nicht jeder alles davon machen, sondern je nach Bedarf. Therapeuten können auch von außerhalb in die Einrichtung kommen, wenn z.B. jemand Logopädie oder Physiotherapie braucht. Das Heim organisiert das dann nur, und die Abrechnung geht über die Krankenkasse.
      Das obere kann ich nicht bestätigen, ich kenne eine Psychiatrische Tagesstätte , da freuen sich die Nutzer über alle Aktivitäten , wie Tanzabende, Ausflüge, Spiele, Ergo,
      im Krankenhaus selbst sind die Leute oft zu krank, man kann einen suizidalen Depressiven wohl schwer überzeugen , ins Museum zu gehen ,
      aber "chronisch unzufrieden" , das ist ein böses Vorurteil,
      welches dem Einzelnen nicht gerecht wird.

      Desweiteren hatte ich auch erlebt, dass da ein Wochenplan mit Aktivitäten hängt,
      die aus diesem oder jenen Gründen nicht stattfinden ,
      da ist ein Therapeut in Urlaub,
      der zweite krank,
      die dritte in Mutterschutz
      und der vierte hat gerade gekündigt.
      Heisst, die angebotenen Therapien werden in der Zeit, in der man im Krankenhaus ist, gerade nicht angeboten., das kommt vor, auch hier schlägt der Personalmangel zu.



      Windtänzerin wrote:

      Und zwar ganz ohne irgendwelche Medikamente. Einfach indem man dort auf ihn eingeht und ihm ein gleichbleibendes und ruhiges Umfeld bietet.
      ich habe eine Verwandte, die lebt in einer Jungen- Erwachsenen- Wohngruppe sehr gerne in ihrem Heim
      und einen Verwandten, der war da sehr unglücklich,
      passt aber auf Grund seiner Behinderung nicht wirklich richtig hin ( er hat einen neurologischen Schaden durch einen Verkehrsunfall)
      und lebt jetzt in Betreutem Wohnen, aber wieder in einer Wohnung.

      Das ist wirklich sehr individuell.


      @Hundertwasser, bei dir und deinem Sohn lief es nicht, wie es korrekt laufen sollte, erstmal mit Beratung und unterstützenden Maßnahmen, daher verstehe ich, dass du das nicht gut findest.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Rhianonn wrote:

      heisst, die angebotenen Therapien werden in der Zeit, in der man im Krankenhaus ist, gerade nicht angeboten
      Es ging doch gar nicht um Krankenhäuser, sondern um Wohnheime. Eigentlich um Wohnheime für geistig Behinderte, weil es ja um unselbstständige frühkindliche Autisten ursprünglich ging. Irgendwie kamen wir dann auf Wohnheime für psychisch Kranke. Dort leben chronisch psychisch kranke Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können. Die häufigste Diagnose ist wahrscheinlich chronische Schizophrenie mit Persönlichkeitsveränderungen und Negativsymptomatik.
      Das dortige Förderangebot in Form von Betreuung tagsüber findet immer statt, wenn das Heim dafür eine Vergütungsvereinbarung mit dem Sozialhilfeträger hat. Das ist ein festes, tägliches Angebot. Zusätzlich dazu finden noch Freizeitveranstaltungen statt, die vielleicht eher mal von Personalmangel betroffen sein können.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich habe schon mehrere Heime besucht und habe auch in der Verwandtschaft jemanden mit geistiger Behinderung.
      Achso, das beruhigt mich jedenfalls, denn ich hatte immer überlegt wieder in ein Heim zu gehen wenn meine Mutter irgendwann stirbt oder sie vielleicht selber zu einem Pflegefall wrd und ich mich nicht kümmern kann, sowas würde ich jedenfalls selber nur bis zu einem bestimmten Grad schaffen und ob dieses mit dem ärztlichen Dienst mir helfen kann so das ich wirklich selbstständig und auch allein leben kann weiß ich nicht. Ich merke oft das mein Gedächtniss besser funktioniert wenn jemand anderes da ist. Nicht nur das man mir sagt was ich nicht selber sehe sondern auch die Tatsache das es gesagt wurde, und ich es vergesse, ihne/sie dann aber wieder sehe, es mich dann auf einmal wieder daran erinnert beweist ja eigentlich schon das ich ohne diese Hilfen eher überfordert sein würde weil mir Dinge die getan werden müssen nichtmal einfallen oder ich sie nicht sehen kann ohne Hilfe (dann wenn sie auch gemacht werden müssen).


      Shenya wrote:

      In der Theorie ist immer alles besser als in der Praxis, aber wenn ein Heimplatz 3000 bis 8000 EUR im Monat kostet, dann ist das nicht nur für Kost und Logis, sondern da sind auch Fördermaßnahmen mit drin. Mal mehr, mal weniger.
      Ja das verstehe ich, das ist ja in Altersheimen nicht anders. Der Mann von der Frau unter mir lebte auch die letzten Monate in einem Heim, dort gab es zwar keine solchen Therapien aber eben ärztliche Betreuung und das kostete auch monatlich 4000€.
      Als ich damals in der Psychiatrie war beklagte mein vater auch irgendwas um den Dreh bezahlen zu müssen weil ich nicht krankenversichert war zu der Zeit.


      Shenya wrote:

      In den Heimen ist das ein Angebot. Psychisch Kranke sind oft chronisch mit allem unzufrieden (haben ja auch oft Depressionen), d.h. wenn es kein Angebot gibt, beschweren sie sich, und wenn es ein Angebot gibt, dann ist es auch nichts. Sie können dem Angebot dann auch fernbleiben. Manche sind aber auch froh, dass es was gibt.
      Geistig Behinderte sind oft ein bisschen unkomplizierter, die freuen sich über die Beschäftigung. Wenn man ein Wohnheim für geistig Behinderte besucht, dann wirken die meisten dort relativ zufrieden und glücklich.
      Bei der Aufzählung oben von den Angeboten muss natürlich nicht jeder alles davon machen, sondern je nach Bedarf. Therapeuten können auch von außerhalb in die Einrichtung kommen, wenn z.B. jemand Logopädie oder Physiotherapie braucht. Das Heim organisiert das dann nur, und die Abrechnung geht über die Krankenkasse.
      Achso, das kann gut möglich sein.
      Wo ich war, waren ja nur Jugendliche aber ich weiß das ich auch nicht alles super gern gemacht habe. Jedenfalls war ich bei den sportlichen Sachen meist zu ungeschickt und darum recht schnell überfordert, was ich denen auch oft sagte aber ich konnte mir nicht aussuchen was ich da tun wollte und was nicht, das war alles vorgeschrieben, wie eben in der Schule ja auch.
      Das meiste was es da gab habe ich aber auch gerne gemacht aber das waren meist auch kreative Sachen wie malen, mit Ton arbeiten, Musik-therapie und solche Dinge.
      Das solche Sachen in den Heimen wählbar sind finde ich gut. Ich vermute die Leute würden auch anders reagieren wenn sie gezwungen werden etwas zu machen was sie meinen nicht zu können oder keinen Spaß haben, oft fehlt ja schon die Motivation zu etwas nur weil man denkt es nicht zu können.
      Wir haben damals aber auch an den Nachmittagen und am Wochenende Dinge gemacht (stationär) und unternehmungen in der Stadt (Kino, Bowling, Schlittschuh, Shopping, ins Café) was völlig freiwillig war. Da waren denke ich so ein paar Kandidaten die das nicht wollten, aber die Mehrheit hatte schon Spaß daran.
    • Hundertwasser wrote:

      Warum unterstützt aspies.eV eigentlich nicht die Initiative „Daheim statt Heim“? Gibt es dafür bestimmte Gründe?
      Keine Ahnung - aber üblicherweise sind Aspies nicht die typische Gruppe Menschen, die überwiegend in Heimen lebt.

      Windtänzerin wrote:

      Ich halte gar nichts davon, einfach alle Heime abzuschaffen.
      Wer fordert das denn? Aktuell ist doch eher das Gegenteil der Fall!
      Die ambulante Intensivpflege zu Hause soll abgeschafft werden.
      Ich bin dafür, dass Jeder bzw. die betroffene Familie weiterhin die Wahl haben muss, ohne dabei aufs Geld achten zu müssen.
      Wenn die Familie das kann und dafür auch professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, dann sollen die Betroffenen auch weiterhin zu Hause gepflegt werden.
      Und wenn das nicht geht, dann soll natürlich auch weiterhin eine gute Betreuung in Heimen angeboten werden.
      Auf der anderen Seite wünsche ich mir aber ebenso eine Lösung, wenn die Betroffenen weder das Eine noch das Andere, sondern lieber das Ende des Lebens wünschen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • RegenbogenWusli wrote:

      das beruhigt mich jedenfalls, denn ich hatte immer überlegt wieder in ein Heim zu gehen wenn meine Mutter irgendwann stirbt oder sie vielleicht selber zu einem Pflegefall wrd
      Du könntest auch in ein ambulant betreutes Wohnen gehen, das gibt es in Wohngemeinschaften oder in einer eigenen Wohnung. Hätte den Vorteil, dann nicht umziehen zu müssen und trotzdem Hilfe zu haben.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Du könntest auch in ein ambulant betreutes Wohnen gehen, das gibt es in Wohngemeinschaften oder in einer eigenen Wohnung. Hätte den Vorteil, dann nicht umziehen zu müssen und trotzdem Hilfe zu haben.
      Ja an sowas hab ich auch schon gedacht, ich weiß nur nicht ob ich in der Lage bin die Pläne selber jeden Tag konsequent ohne diese ständigen Erinnerungshilfen einzuhalten.
      Ich würde bzw hatte vor erstmal das zu versuchen. Wenn das nicht klappt, bzw die mir da auch nicht helfen können, wäre ein heim wohl die letzte mögliche Wahl die es gibt.
      Eine Wohngemeinschaft wäre vermutlich eine gute lösung, besser als eine Wohnung die man allein führen muss.
    • Erinnerungshilfen kann man sich auch selbst schaffen. Zum Beispiel durch Tagespläne oder Online-Kalender oder sowas. Ich benutze ein Programm namens "Hot alarm clock", wo ich Aufgaben und Termine eintrage. Dann muss ich es nur noch machen... :roll:
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Erinnerungshilfen kann man sich auch selbst schaffen. Zum Beispiel durch Tagespläne oder Online-Kalender oder sowas. Ich benutze ein Programm namens "Hot alarm clock", wo ich Aufgaben und Termine eintrage. Dann muss ich es nur noch machen... :roll:
      Mit Plänen habe ich es selber schon öfter versucht, aber ich komme nicht immer dazu die zu sehen, obwohl ich sogar in dem Raum bin, ich übersehen das einfach, keine Ahnung warum.
      Das andere was du meinst, hat man vermutlich nur über ein handy. Ich hab kein handy, hatte auch nie eines.
      Ich mein, diese App ist vielleicht hilfreich, aber ich fände es sehr nervig alle halbe stunde wegen irgendwas genervt zu werden, und ein handy + vertrag nur wegen dieser App zu haben sehe ich als Geldverschwendung.
      Mir sind die Teile zu teuer da ich es auch nicht brauche, also für den Kram den man damit eigentlich tut, und den PC habe ich nicht immer an, so das ich ständig darüber erinnert werden könnte.