Abschiede - Blogeintrag zum Thema, warum diese so schwer fallen

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    • Abschiede - Blogeintrag zum Thema, warum diese so schwer fallen

      Möcht mal fragen, ob jemand das ansatzweise kennt, was in diesem Blogeintrag beschrieben wird.

      Bei mir ist es nicht so extrem, aber durchaus ähnlich. So habe ich z.B., wenn ich in einem anderen Raum bin als die Person, mit der ich gerade zusammen bin, kein Gefühl dafür, dass die Person da ist, ich muss mir das gedanklich bewusst machen. Ich vergesse, sobald ich allein im Raum bin, quasi, dass da noch jemand anderes ist. Das ist mir in ein, zwei Situationen mal aufgefallen, es ist nicht so, dass das etwas wäre, was mich permanent beschäftigt oder gar belastet. Ist nur eine Beobachtung und anhand derer, in Zusammenhang mit dem, was ich in diesem Blog lese, verstehe ich jetzt, warum ich Abschiede, obwohl sie nur vorübergehend sind, so schwer nehme.

      Ich würde das unter "Bindungsstörung" verbuchen, aber die Bloggerin bringt es ja in Zusammenhang mit ihrem Autismus.

      Gedanken hierzu sind willkommen.
    • Dieses "In meiner Gegenwart existiert sie nicht mehr" kenne ich genauso auch. Bei sehr vielen Menschen in meinem Umfeld ist das so. Sobald sie oder ich durch die Tür gehen "gibt es sie nicht mehr". Es gibt ganz wenige, spezielle Ausnahmen, aber zumeist ist das exakt so.
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • Mir kommt das nicht normal vor, allerdings habe ich ja auch keine Diagnose.

      Mir reichen Telefonate oder Video-Telefonate, um Nähe herzustellen/ zu fühlen. Und solange Personen weg sind, fühle ich da kein explizites Gegengefühl zu Nähe, sondern weiß einfach, dass die Personen eben weg sind. Ich reflektiere das aber auch nicht, bzw habe ich bis eben nie darüber nachgedacht.

      Ich habe auch schon mehrere Fernbeziehungen geführt (die alle nicht sehr lange gehalten haben), da war es schon so, dass da ein aktives Vermissen (oder eher: Sehnsucht nach der Person) dann da war solange die Person weg war.

      Was ich dafür allerdings habe, ist ausgeprägtes "Fremdeln" bei jedem Wiedersehen. Da reicht schon recht wenig Zeit (eine Woche, ein paar Tage?) damit das eintritt. Und es dauert auch mitunter ca. einen Tag, bis sich das wieder gibt. Ich tu dann aber so, als wäre alles normal, also lasse mich zB umarmen.
    • Mir fallen Abschiede eigentlich gar nicht schwer. Ausnahmen sind meine Katzen und mein Partner, wenn ich sehr verliebt bin. Dort fühlt es sich an, als würde ein Teil von mir weggerissen werden, wenn ich gehen muss. Das ebbt dann erst nach vielen Stunden bis zu ein paar Tagen ab. Es sind diejenigen, bei denen ich alle Nähe zulassen kann, es scheint damit zusammenhängen.

      Allerdings ist es bei mir auch so, dass ich andere Menschen "vergesse", wenn sie nicht greifbar sind. Ich muss mich bewusst und regelmäßig daran erinnern, dass es da meine Eltern gibt, meine Freunde oder dass meine Arbeitskollegen ein paar km weiter sitzen und zB. grade diese Mail an mich getippt haben. Bisher dachte ich aber auch, dass das normal ist, da ich mir nicht vorstellen kann, dass es anders sein könnte.

      Dieses "fremdeln" kenne ich auch, nicht so sehr beim Partner aber zB. bei meinen Eltern oder Freunden. Je länger ich sie nicht sehe, desto schwerer fällt es mir, sie bei der Begrüßung in den Arm zu nehmen oder nah neben ihnen zu sitzen.
    • Ginkgo wrote:

      Es sind diejenigen, bei denen ich alle Nähe zulassen kann, es scheint damit zusammenhängen.

      Allerdings ist es bei mir auch so, dass ich andere Menschen "vergesse", wenn sie nicht greifbar sind. Ich muss mich bewusst und regelmäßig daran erinnern, dass es da meine Eltern gibt, meine Freunde oder dass meine Arbeitskollegen ein paar km weiter sitzen ...
      Genau so ist es bei mir auch.

      Und bei der Arbeit ist es so, wenn meine Kollegin vor mir Feierabend macht, hab ich keinen Abschiedsschmerz, aber es fühlt sich seltsam an. Bisschen später ist es, als wär sie nie da gewesen, dann hab ich mich dran gewöhnt - also wohl wieder das Problem mit veränderter Situation, obwohl sich das regelmäßig wiederholt.
      Genauso, wenn ich vor ihr im Büro bin, muss ich mich erstmal kurz dran gewöhnen, wenn sie dann da ist.

      Ich finde es schon interessant, dass so alltägliche, sich auch wiederholende Veränderungen immer schon eine Wirkung auf mich haben.

      The post was edited 1 time, last by Lefty ().

    • Ich habe mir den Blogeintrag durchgelesen. Ich glaube ich muss mir jetzt erst einmal Gedanken machen, denn auch für mich ist diese Gefühlswelt vollkommen gleich. Nur dieses Lesen und Beschreiben ist wie in einen Spiegel schauen und nun verstehe ich auch, warum ich immer Lebenszeichen von Menschen benötige, wenn ich lange keinen Kontakt mehr habe.

      wow.
    • Lefty wrote:

      ich glaube, normalerweise besteht so eine innere Verbundenheit, sodass andere präsent bleiben, auch, wenn sie gerade nicht da sind.
      Das stelle ich mir aber ziemlich schwierig vor, zumal ich ja gar nicht so viele Leute kenne, mit einem großen Freundeskreis wäre man doch innerlich ganz schön ausgelastet.

    • Bei mir ist das ähnlich, bei den meisten Menschen verliere ich sehr schnell den Kontakt, wenn wir uns nicht regelmäßig sehen.

      Es gibt einige wenige Ausnahmen, vor allem meine Familie, aber auch eine gute Bekannte, mit ihr kann ich komischwerweise recht gut wieder anknüpfen an das was vorher war.

      Bei meiner Partnerin fremdele ich sogar auch dann, wenn wir uns eine zeitlang nur wenig sehen, wegen unterschiedlicher Arbeitszeiten. Dann habe ich das Gefühl, dass ich irgendwie den inneren Kontakt zu ihr verliere, das fühlt sich sehr komisch an.
    • @Lefty Ich muss wirklich Danke sagen, denn für mich waren die Auswirkungen große Themen. Aber diese Auswirkungen scheinen tatsächlich nur Symptome zu sein.

      @Gluon Das scheint sicherlich schwierig für jemanden, der das nicht kann. Aber genauso könnte ein gehörloser Mensch sagen, es muss anstrengend sein, den ganzen Tag die millionen Geräusche auseinanderzuhalten.


      Schneckentanz wrote:

      Bei mir ist das ähnlich, bei den meisten Menschen verliere ich sehr schnell den Kontakt, wenn wir uns nicht regelmäßig sehen.
      Ja, bei mir auch.
    • Gluon wrote:

      Lefty wrote:

      ich glaube, normalerweise besteht so eine innere Verbundenheit, sodass andere präsent bleiben, auch, wenn sie gerade nicht da sind.
      Das stelle ich mir aber ziemlich schwierig vor, zumal ich ja gar nicht so viele Leute kenne, mit einem großen Freundeskreis wäre man doch innerlich ganz schön ausgelastet.
      Oder aber diese innere Verbundenheit wird erst gar nicht so stark empfunden, als dass ihr Fehlen auffiele. Und ja, viele Menschen füllen ihren Tag damit, anderen zu begegnen, dass lastet sie vermutlich wie beabsichtigt aus.
      Achtung, eigene Sprache!