Fehlerhafter Diagnostikbericht

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    • Fehlerhafter Diagnostikbericht

      Hallo!
      Ich habe ja bereits erzählt, dass die Diagnostik sehr schlecht lief.
      Die Gespräche mit der Therapeutin waren eigentlich ganz gut, die Elterngespräche sehr eindeutig und beim vorletzten Termin, sagte mir die Therapeutin, dass es für Sie sehr eindeutig ist, nur geht es im Gespräch mit dem Chefarzt darum zu schauen, was wovon kommt. Ob möglicherweise Dinge da sind, die nicht zum Autismus gehören, sondern bedingt durch meine Kindheit entstanden sind.
      Im Abschlussgespräch ist der Chefarzt in den 20 Minuten vier Mal rausgegangen zum telefonieren und am Ende hieß es Persönlichkeitsstörung.
      Ich erfülle die Kriterien, habe aber zu viele Emotionen, zu viel Empathie, die ich zwar nicht äußern kann, die aber da ist und nicht zum Asperger passt.

      Nun habe ich endlich den Abschlussbericht gelesen (nach fast einem Jahr Wartezeit)
      und dieser Bericht ist komplett fehlerhaft.
      Von den Elterngesprächen hat sie maximal 1/4 von dem aufgeschrieben, was meine Eltern gesagt haben und was auch wirklich wichtig war und mich sehr gut beschrieb.
      Auch von dem was ich erzählt habe, fehlt vieles.
      Ich fühle mich total verarscht und bin mir absolut sicher, dass der Chefarzt von vornherein Asperger ausgeschlossen hat, aber auch nur, weil ich dort bereits anders diagnostiziert wurde, aber eindeutig falsch..

      Kann man so eine Art Einspruch einlegen?
      Den Abschlussbericht nicht einfach so hinnehmen?
      Er ist einfach komplett unvollständig und falsch.

      Hat jemand Erfahrungen oder ähnliches erlebt?

      Danke!
    • Hallo Emphasis1990,

      Deine Frage kann ich nicht beantworten.

      Meine Gegenfragen:

      Gab es schon andere Diagnosen?
      Wo hast du die Diagnose erstellen lassen? (Wenn schon Diagnosen vorliegen, die alle nicht "passen", kommt eine ASS-Diagnose infrage.)
      Wußte der Diagnostiker davon?

      Grundsätzlich hast du einen Anspruch auf eine korrekte Diagnose.

      Die Frage ist eher, welchen Weg du gehen kannst, um eine korrekte Diagnose zu erhalten (Nacharbeit, zweite Meinung).

      Freundliche Grüße

      infla
    • Emphasis1990 wrote:

      [...]

      Nun habe ich endlich den Abschlussbericht gelesen (nach fast einem Jahr Wartezeit)
      und dieser Bericht ist komplett fehlerhaft.
      [...]

      Danke!
      Ohne Dich provozieren zu wollen stellt sich mir die Frage, warum Du den Bericht für Fehlerhaft hältst? Welche Diagnose ist denn statt Autismus genau gestellt worden und warum sollte sie unpassend sein?
    • Emphasis1990 wrote:

      Kann man so eine Art Einspruch einlegen?
      Ich habe keine Erfahrung damit. Aber vielleicht wäre es möglich, mit dem Chefarzt einen neuen Termini zu vereinbaren, um noch einmal darüber zu reden. Ob das allerdings was bringt, hängt dann ganz davon ab, wie der Chefarzt drauf ist.
      Deine Argumente wären, dass dein Sohn schon die Diagnose hat, und dass Emotionen und Empathie nicht gegen Asperger sprechen, zumindest dann, wenn du diese beide nach außen nicht so zeigen kannst. Denn da liegt ja beim Autismus der Hase im Pfeffer sozusagen, dass der Ausdruck nach außen nicht so stattfindet, weswegen man lange dachte, Autisten hätten keine Gefühle und keine Empathie.

      Eine andere Möglichkeit wäre, es woanders nochmal zu versuchen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Mit einer korrekten Diagnose meine ich:

      1. das sie nach den Kriterien DSM bzw IDC erstellt wurde
      2. das sie den Ratsuchenden die von außen sichtbaren Auffälligkeiten mitteilt

      Auch wenn ich mich bei Ärzten unbeliebt mache:

      Weist ein Diagnosebericht kein Schema "Auffälligkeit", "entspricht" oder "entspricht nicht" auf, ist es für mich KEINE abrechnungswürdige Diagnose (weil Gegenüberstellung zu Kriterien fehlt).
      Weist eine Diagnosebericht keine Beschreibung bezüglich "Auswirkungen der Auffälligkeiten" auf, ist sie unvollständig. Dann muß man die Aktualisierung bzw. Vervollständigung der Diagnose einfordern. Wie will ich sonst zum Beispiel einen SBA beantragen, wenn ich keine bestätigte Einschränkungen habe?
    • Shenya wrote:

      Emphasis1990 wrote:

      Kann man so eine Art Einspruch einlegen?
      Ich habe keine Erfahrung damit. Aber vielleicht wäre es möglich, mit dem Chefarzt einen neuen Termini zu vereinbaren, um noch einmal darüber zu reden. Ob das allerdings was bringt, hängt dann ganz davon ab, wie der Chefarzt drauf ist.Deine Argumente wären, dass dein Sohn schon die Diagnose hat, und dass Emotionen und Empathie nicht gegen Asperger sprechen, zumindest dann, wenn du diese beide nach außen nicht so zeigen kannst. Denn da liegt ja beim Autismus der Hase im Pfeffer sozusagen, dass der Ausdruck nach außen nicht so stattfindet, weswegen man lange dachte, Autisten hätten keine Gefühle und keine Empathie.

      Eine andere Möglichkeit wäre, es woanders nochmal zu versuchen.
      Genau, ich kann beides nicht gut nach außen zeigen bzw überfordert es mich. Jegliche Art von Gefühlen. Weint mein Gegenüber weiß ich zwar wie man reagieren sollte, all das löst aber wahnsinnigen Stress in mir aus. Genauso wenig weine ich nicht vor anderen, weil ich nicht in die Situation kommen möchte getröstet zu werden, das finde ich nämlich genauso schlimm. In fast fünf Jahren Therapie habe ich nicht einmal vor meiner Therapeutin geweint.

      Das mit dem Chefarzt ist eine gute Idee.
      Ich denke ich werde erst einmal schriftlich so eine Art Widerspruch formulieren..
    • LeuChris wrote:

      Emphasis1990 wrote:

      [...]

      Nun habe ich endlich den Abschlussbericht gelesen (nach fast einem Jahr Wartezeit)
      und dieser Bericht ist komplett fehlerhaft.
      [...]

      Danke!
      Ohne Dich provozieren zu wollen stellt sich mir die Frage, warum Du den Bericht für Fehlerhaft hältst? Welche Diagnose ist denn statt Autismus genau gestellt worden und warum sollte sie unpassend sein?
      Es wurde eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, allerdings haben die dafür absolut keine "Symptome" genannt. Nichts was irgendwie diese Diagnose rechtfertigen würde.
      Ich erfülle die Diagnose überhaupt nicht.

      Meine Eltern waren beide bei den Interviews und es wurde 3/4 von dem Gespräch einfach komplett verschwiegen, obwohl das eindeutige Schwierigkeiten waren, die von Anfang an da waren. Beide haben mich einfach so beschrieben, wie ich war und ich war als Kind eindeutig autistisch zb habe ich niemandem in die Augen geschaut, habe nie mit fremden gesprochen, brauchte immer Rituale wie gleicher Weg, gleiches essen, etc wurde dies nicht eingehalten ist für mich die Welt zusammen gebrochen, ich hatte immer spezialthemen die zwar oft wechselten, aber ich war immer sehr intensiv im Thema drin. Ich erfand meine eigene Sprache, also eigene Wörter für Sachen oder Menschen, ich hielt mir die Ohren zu wenn es laut wurde und nahm schon immer alles wörtlich und fand Sarkasmus überhaupt nicht lustig. Ich könnte noch mehr auflisten, all das haben meine Eltern erzählt, aber nur ungefähr zwei Sachen davon stehen im Bericht und somit steht drin, dass meine Eltern mich als sehr normal wahrnahmen. Das ist ja sogar eine Lüge.
    • Emphasis1990 wrote:

      Weint mein Gegenüber weiß ich zwar wie man reagieren sollte, all das löst aber wahnsinnigen Stress in mir aus. Genauso wenig weine ich nicht vor anderen, weil ich nicht in die Situation kommen möchte getröstet zu werden, das finde ich nämlich genauso schlimm. In fast fünf Jahren Therapie habe ich nicht einmal vor meiner Therapeutin geweint.
      Das ist bei mir genauso. Zwar ist es mir schon passiert, dass ich die Tränen nicht zurückhalten konnte, aber bis das passiert, versuche ich alles, um es zu verhindern.
      Auf Tränen anderer reagiere ich normalerweise nicht, sondern tue so, als würde ich es nicht bemerken, zumindest solange das noch möglich ist. Ich habe überhaupt keinen Plan, wie ich darauf reagieren soll. Außer Taschentuch reichen fällt mir nichts ein, und meistens habe ich selber kein Taschentuch. Also kommt erstmal ein bisschen Panik auf (oh je, sie weint doch hoffentlich nicht?!), und nach außen wirke ich vermutlich gefühllos, und die trotzdem vorhandenen Gefühle kommen erst später, wenn ich allein bin und darüber nachdenke. Dann beschäftigt mich das Leid anderer schon noch eine ganze Weile.
      Alles wird galaktisch gut.
    • infla wrote:

      Mit einer korrekten Diagnose meine ich:

      1. das sie nach den Kriterien DSM bzw IDC erstellt wurde
      Du meinst ICD, oder? Diagnosen nach IDC kenne ich nicht.

      Emphasis1990 wrote:

      Es wurde eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, allerdings haben die dafür absolut keine "Symptome" genannt. Nichts was irgendwie diese Diagnose rechtfertigen würde.
      Nun, es gibt schon Überschneidungen zwischen ASS und Persönlichkeitsstörungen, die Abgrenzung findet normalerweise über den Entstehungszeitpunkt statt, also (frühe) Kindheit geht (bei ansonsten gleichen, uneindeutigen Symptomen) Richtung ASS, Jugend-/Erwachsenenalter Richtung PS.
      Surprised by the joy of life.