Kosten Autismustherapie

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Kosten Autismustherapie

      Ich wüsste gerne, ob es normal bzw üblich ist, dass die Therapie an einem ATZ (die mir das Sozialamt nicht bezahlt und die ich somit selbst zahlen muss) so unheimlich teuer ist. Meine Therapiestunde (50-60min, ich meine es sind nur 50min und die restliche Zeit ist für Vor- und Nachbereitung gedacht) kostet über 100€. Wieviel zahlt ihr für die Autismustherapie (ATZ oder anderswo), sofern ihr die für euch selbst oder eigene Kinder aus eigener Tasche zahlen müsst?
    • Genau so viel x( . Daher nehme ich die angebotene Unterstützung nur für ganz konkrete einzelne Situationen in Anspruch, wenn ich zwingend darauf angewiesen bin und mein "normaler" Therapeut mir so ganz und gar überhaupt nicht weiterhelfen kann. Es ist wirklich idiotisch, dass die PKV ohne mit der Wimper zu zucken den Psychotherapeuten, der mit Autismus keinerlei Erfahrung hat, zahlt, statt den gleichen Betrag stattdessen in eine zielgerichtete Therapie zu stecken :x Das liegt allerdings in meinen Fall daran, dass das ATZ sich weigert, nach der Gebührenordnung der Psychotherapeuten oder Ergotherapeuten abzurechnen, obwohl da u. a. ebensolche arbeiten. Es lebe das System :sarcasm:
    • Platypus wrote:

      Daher nehme ich die angebotene Unterstützung nur für ganz konkrete einzelne Situationen in Anspruch, wenn ich zwingend darauf angewiesen bin und mein "normaler" Therapeut mir so ganz und gar überhaupt nicht weiterhelfen kann.
      Mich würde einfach mal interessieren, was das für Situationen sind, wo das ATZ besser weiterhelfen kann als ein normaler Therapeut. Also falls du was dazu schreiben magst.
      Surprised by the joy of life.
    • Worin besteht der Unterschied bzw. worin erlebst Du ihn?

      Und wegen den Kosten: Vermutlich orientieren die sich an der ganz normalen Gebührenordnung für ihren Bereich. Eine selbstbezahlte Psychotherapiestunde kann durchaus auch an die 120€ kosten.

      The post was edited 1 time, last by Darlina ().

    • Bei mir werden 120 Euro pro Stunde abgerechnet - noch übernimmt das Sozialamt die Kosten.

      Ohne diese Therapie habe ich Schwierigkeiten, dauerhaft Strukturen zu erhalten und auszubauen. Dadurch werde ich noch empfindlicher als ich jetzt schon bin. :roll: Zweiter Schwerpunkt ist die Fragestellung "Verstehe ich das überhaupt richtig" und "Was wird eigentlich von mir erwartet" mit Rückmeldung. Damit vermeide ich einen starken inneren Druck.

      Bei mir stehen Dinge wie ärztliche Checks, Anziehsachen einkaufen (können), Prioritäten setzen auf der Tagesordnung.

      Ich bin auch schon auf der Suche nach einer sinnvollen Alternative (Ambulant betreutes Wohnen für die Strukturierung), was als Selbstzahler vermutlich günstiger sein dürfte.

      Freundliche Grüße

      infla
    • @FruchtigBunt

      Das gleiche Problem habe ich auch. Ich würde aufgrund meines Gehalts nur einen lächerlich kleinen Betrag dazu bekommen und wäre quasi Selbstzahler. Dazu kommt noch, dass das ATZ hier nach TEACHH arbeitet und eher nicht so erfahren mit gut kompensierenden Erwachsenen ist. Aus dem Grund habe ich auch ehrlich gesagt bisher das Angebot noch nicht beansprucht und versuche mit einer Psychotherapeutin klar zu kommen, die sich mit Autismus nicht gut auskennt. Wenn ich mal Zeit und Lust finde, würde ich mich mal erkundigen wollen, ob das nicht auch über den Rentenversicherer laufen kann. Wobei ich da eher nochmal in Kur gehen würde, einfach um 5 Wochen alles schön nach Stundenplan zu haben und mich um nichts außer mich selbst kümmern zu müssen.
    • Surprised wrote:

      Platypus wrote:

      Daher nehme ich die angebotene Unterstützung nur für ganz konkrete einzelne Situationen in Anspruch, wenn ich zwingend darauf angewiesen bin und mein "normaler" Therapeut mir so ganz und gar überhaupt nicht weiterhelfen kann.
      Mich würde einfach mal interessieren, was das für Situationen sind, wo das ATZ besser weiterhelfen kann als ein normaler Therapeut. Also falls du was dazu schreiben magst.
      In meinem Fall geht es grob gesagt darum, einen geeigneten Arbeitsplatz für mich zu finden. Ich schreibe auch gerne genaueres dazu, falls dich das interessiert, aber dann lieber per PN, da spezielle Situation.
    • Platypus wrote:

      In meinem Fall geht es grob gesagt darum, einen geeigneten Arbeitsplatz für mich zu finden. Ich schreibe auch gerne genaueres dazu, falls dich das interessiert, aber dann lieber per PN, da spezielle Situation.
      Wenn die Therapie für die Arbeit oder den Arbeitserwerb nötig ist kann das über die Teilhabe am Arbeitsleben laufen. Da gibt es keine Eigenleistung.
    • Platypus wrote:

      Das liegt allerdings in meinen Fall daran, dass das ATZ sich weigert, nach der Gebührenordnung der Psychotherapeuten oder Ergotherapeuten abzurechnen, obwohl da u. a. ebensolche arbeiten. Es lebe das System
      Das habe ich mich gar nicht getraut zu fragen. Eventuell werde ich das dort ansprechen. Vielelicht habe ich dann eine Chance, dass meine private Krankenkasse die Stunden bezahlt.
    • Darlina wrote:

      Und wegen den Kosten: Vermutlich orientieren die sich an der ganz normalen Gebührenordnung für ihren Bereich.
      Eine offizielle Kostenordnung für Autismustherapie gibt es nicht. Deshalb stelle ich ja hier die Frage. Es wird ja weder nach dem EBM (einheitlicher Bewertungsmaßstab für ärztliche bzw. psychotherapeutische Leistungen bei Kassenpatienten), noch über GOÄ/GOP (bei Privatpatienten) abgerechnet. Ich vermute, dass einfach jedes ATZ seine Preise selbst festlegt. Möglicherweise orientieren sie sich dabei an den Stundensätzen für Psychotherapien, die von den Kassen anerkannt werden. Nach GOÄ fallen für die Verhaltenstherapie (50min) auch um die 100 EUR an.
    • infla wrote:

      Bei mir werden 120 Euro pro Stunde abgerechnet - noch übernimmt das Sozialamt die Kosten.
      Ja, das ambulant betreute Wohnen war bei mir wesentlich günstiger als 120 EUR die Stunde. Ich meine, das hat zirka 40 - 60 EUR gekostet, was ich damals schon extrem viel Geld fand. Bei den über 100 EUR bin ich nun aber so langsam bedient. Bei 120 EUR die Stunde sind es ja jede Minute 2 EUR. :shake: Wenn die Therapeutin also 5 Minuten Dinge erzählt, die ich schon kenne und ich es nicht hinbekomme, das zu sagen bzw. sie nicht aufhört zu reden, kostet das 10 EUR. Ich frage mich mittlerweile, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn ich das Geld in eine andere Art von Therapie investieren würde oder einfach statt 10 Minuten Therapie einen ganzen Tag in die Sauna gehen würde. An meinen eigentlichen Problemen wird das aber nichts ändern. Jedoch betreibe ich da z. B. mehr Stressabbau, als in der Therapie 15 Minuten darüber zu reden, wie ich Stress reduzieren soll. Bei mir wird in der Autismustherapie überhaupt nichts autismusspezifisches gemacht. Es ist wie eine Gesprächstherapie, nur dass die Therapeutin die autistischen Hintergründe eben kennt und mein Verhalten besser einschätzen kann. Das ist schon sehr viel wert. Der Witz ist aber, dass mir ja normale Verhaltenstherapien bezahlt werden (da könnte ich auch wöchentlich hin). Die Autismustherapie kann ich wöchentlich nicht zahlen, da ich keine 400 - 500 EUR im Monat übrig habe. :x Ich hatte gedacht, dass in einer Autismustherapie auch wirklich autismusspezifische Dinge gemacht werden, also an konkreten Themen mit Hilfe von Arbeitsblättern, Rollenspielen etc. gearbeitet wird. Ich finde es einfach total ärgerlich, dass man eigentlich eine normale Therapie macht, aber die Kosten selbst zahlen muss.
    • Waspie wrote:

      Platypus wrote:

      In meinem Fall geht es grob gesagt darum, einen geeigneten Arbeitsplatz für mich zu finden. Ich schreibe auch gerne genaueres dazu, falls dich das interessiert, aber dann lieber per PN, da spezielle Situation.
      Wenn die Therapie für die Arbeit oder den Arbeitserwerb nötig ist kann das über die Teilhabe am Arbeitsleben laufen. Da gibt es keine Eigenleistung.
      Auch nicht, wenn man Einkommen oder Vermögen hat?
    • FruchtigBunt wrote:

      Ja, das ambulant betreute Wohnen war bei mir wesentlich günstiger als 120 EUR die Stunde. Ich meine, das hat zirka 40 - 60 EUR gekostet, was ich damals schon extrem viel Geld fand.
      Das geht doch. Weißt Du was eine Putzfrau die Stunde kostet? Ich meine angemeldet, nicht Schwarzarbeit.
      Da bist Du auch mit 40 Euro in etwa dabei.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • FruchtigBunt wrote:

      Waspie wrote:

      Wenn die Therapie für die Arbeit oder den Arbeitserwerb nötig ist kann das über die Teilhabe am Arbeitsleben laufen. Da gibt es keine Eigenleistung.
      Auch nicht, wenn man Einkommen oder Vermögen hat?
      Nein, leider genau nicht. Wenn du finanziell abgesichert bist, hast du ja entweder diese Teilhabe oder hast sie gar nicht (finanziell) nötig... Prinzipiell finde ich es völlig richtig, dass die staatlichen Mittel für Menschen bereitgestellt werden, die eben nicht anderweitig versorgt sind. Da es sich aber im Prinzip um therapeutische Leistungen handelt, ich für teuer Geld krankenversichert bin und es quasi unmöglich ist, Psychotherapeuten mit Erfahrung mit autistischen Erwachsenen zu finden, finde ich es ein Unding, dass die KV diese Leistung nicht übernimmt bzw. das ATZ nicht entsprechend abrechnet.
      Mich würde übrigens sehr interessieren, ob dein ATZ bereit ist, nach der GOP abzurechnen. Wenn die das machen, würde ich meins noch mal unter Verweis darauf fragen, warum die behaupten, das ginge nicht.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ja, das ambulant betreute Wohnen war bei mir wesentlich günstiger als 120 EUR die Stunde. Ich meine, das hat zirka 40 - 60 EUR gekostet, was ich damals schon extrem viel Geld fand.
      Das kommt ja auch auf das eigene Einkommen an, ob und wieviel man zuzahlen muss. Der LVR zahlt für eine Std. BeWo derzeit 56€, meine ich. Woanders dürfte es ähnlich sein.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich frage mich mittlerweile, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn ich das Geld in eine andere Art von Therapie investieren würde oder einfach statt 10 Minuten Therapie einen ganzen Tag in die Sauna gehen würde.
      Das haben sich schon viele gedacht...und finde ich auch sinnvoll, darüber nachzudenken. Zum Einen, weil man dann auch Geld spart (und manchmal auch Ärger) und zum Anderen weil man so gucken kann, was man für sich sonst noch Gutes tun kann. (Unabhängig von Therapie).
      Doof ist nur, wenn sich dann an manchen Themen nichts ändert, auch, wenn man nicht weiß, wieviel man mit Therapie erreiche könnte und welche und bei welcher Person "es" richtig wäre.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich hatte gedacht, dass in einer Autismustherapie auch wirklich autismusspezifische Dinge gemacht werden, also an konkreten Themen mit Hilfe von Arbeitsblättern, Rollenspielen etc. gearbeitet wird.
      Hm, kannst Du vielleicht Vorschläge mache?
      Vielleicht gibt es ja auch bei einer regulären Verhaltenstherapie solche Übungen, die Dir weiterhelfen könnten.
    • Platypus wrote:

      Ich schreibe auch gerne genaueres dazu, falls dich das interessiert, aber dann lieber per PN, da spezielle Situation.
      Ja, gerne per PN. Danke.

      infla wrote:

      Ohne diese Therapie habe ich Schwierigkeiten, dauerhaft Strukturen zu erhalten und auszubauen. Dadurch werde ich noch empfindlicher als ich jetzt schon bin. Zweiter Schwerpunkt ist die Fragestellung "Verstehe ich das überhaupt richtig" und "Was wird eigentlich von mir erwartet" mit Rückmeldung. Damit vermeide ich einen starken inneren Druck.
      Das kenne ich als Themen in der Ergotherapie. In manchen Städten gibt es auch auf Autismus spezialisierte Ergotherapeuten und die können über die Krankenkasse abrechnen. Vielleicht wäre das auch etwas für jemanden.
      Surprised by the joy of life.
    • FruchtigBunt wrote:

      Bei mir wird in der Autismustherapie überhaupt nichts autismusspezifisches gemacht. Es ist wie eine Gesprächstherapie, nur dass die Therapeutin die autistischen Hintergründe eben kennt und mein Verhalten besser einschätzen kann.
      So eine Situation habe ich auch mit meiner normalen Psychotherapeutin, nur das sie mich inzwischen gut kennt, aber gut, ich gehe da ja auch schon seit mehreren Jahren hin und es bezahlt die Krankenkasse. Ich denke das sowas sinnvoller ist, als das wo du da hingehst.
      Ich habe inzwischen von meinem ATZ auch noch nichts wieder gehört. Nachdem das Sozialamt ja meinte die bräuchten eine Bestätigung auf Ablehnung von Transferleistungen von der Arge/Arbeitsamt, vorher könnten sie nichts bezahlen, und ich das dem Mann in dem ATZ mitgeteilt hab, meinte beim letzten Treffen nur einer der Mitarbeiter das sich dann darum gekümmert wird. Das ist jetzt aber auch schon 2 Monate her das man mir das sagte. Letzten Monat hab ich wegen einiger Dinge vergessen zu sagen das ich komme darum hab ich es verpasst hinzugehen, aber diesen Monat nächste Woche will ich wieder hin und vielleicht erfahre ich dann mehr.

      Ich kann nur sagen das wenn man beantragt das irgendein Amt das bezahlen soll, wundert euch nicht wenn die mit irgendwelchen verwirrenden Ausreden kommen und man nach und nach immer wieder Briefe erhält in denen irgend ein Mist steht.
      Ich habe das auch der Ärztin neulich gesagt wo ich beim ärtzlichen Dienst war und die hatte so eine Reaktion gemacht wie man sie kennt, so vonwegen "Ach das ist wieder typisch für die"
    • Darlina wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Ich hatte gedacht, dass in einer Autismustherapie auch wirklich autismusspezifische Dinge gemacht werden, also an konkreten Themen mit Hilfe von Arbeitsblättern, Rollenspielen etc. gearbeitet wird.
      Hm, kannst Du vielleicht Vorschläge mache?Vielleicht gibt es ja auch bei einer regulären Verhaltenstherapie solche Übungen, die Dir weiterhelfen könnten.
      Ich hatte schon stichpunkthaft Themengebiete dort angefragt. Diese Themengebiete sind essentiell für mich. Mir wurde gesagt, dass das zu viele Themen seien und lieber mein Alltag besprochen werden solle, was mir zwar hilft, aber dafür bräuchte ich keine spezielle Autismustherapie. Vor allem ärgert mich, dass meine Wünsche, die ich mühsam gesammelt und übersichtlich formuliert hatte, so vom Tisch gewischt worden sind. Ich fühle mich dort leider nicht ernst genommen. Wenn ich selbst zahle, müsste ich doch auch mitbestimmen dürfen, wie und an was gearbeitet werden soll, oder? Es wurde aber bereits zweimal meine Themenliste zurückgewiesen und mit miesen Tricks die Ideen der Therapeuten durchgesetzt. Z. B. sagten diese einfach am Ende der Stunde, wo der offizielle Teil eigentlich schon abgeschlossen war und die Zeit um, dass sie finden, dass die Bearbeitung künftig weiter an meinen Alltagsproblemen erfolgen soll. Das ist ja nicht mal eine Frage und ich wusste nicht, wie ich mein Missfallen ausdrücken sollte (hatte ja vorher schon zweimal meine Themenwünsche schriftlich überreicht).

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().