Erfahrungen Diagnostik bei Marietta Seifer in Bremen gesucht

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    • Erfahrungen Diagnostik bei Marietta Seifer in Bremen gesucht

      Hallo!

      Ich habe meine Diagnostik im UKE gemacht, erfülle die Diagnose jedoch hätte ich zu viele Emotionen und die Empathie, die vorhanden ist, die ich aber nie richtig rüberbringen kann, sei auch ungewöhnlich. Aufgrund dessen sagten Sie mir, dass es eine Persönlichkeitsstörung sei.
      Ich bin mir sicher, dass die Diagnose falsch ist, ich kann gut kompensieren, weswegen ich schon etliche andere Diagnosen habe, leider!

      Nun habe ich einen Termin bei Dr Marietta Seifer, ich habe ziemlich Angst, im Internet ist die Meinung sehr sehr zwiespältig. Und ich möchte mich nicht erneut hinterher so schlecht und vor allem nicht gesehen fühlen.

      War jemand bei ihr?
      Oder hat jemand im nördlichen Raum einen super Tipp? Leider nehmen all die, die ich angerufen habe, nicht einmal jemanden auf die Warteliste oder aber die Wartezeit liegt bei mind 1 1/2-2 Jahren, so lange kann ich nicht warten, weil es mir nicht sehr gut geht.

      Vielen Dank!
    • Oh, das klingt jetzt nicht so toll :(
      Bei der Diagnostik war alles so eindeutig, nur weil die eben sagen, dass ich so viele Emotionen habe.
      Das schließt es jedoch nicht aus, ich sehe doch meinen Sohn, wie die Gefühle ihn überfordern. Die sind doch da, absolut intensiv.
      Sie überschwemmen ihn ja regelrecht.
      Wir sind uns so ähnlich und ich soll eine Persönlichkeitsstörung haben?
      Ist doch komisch oder?
      Und vor allem habe ich den cut off in mehreren Bereichen erreicht
    • Hey,

      also viele Emotionen habe ich auch. Haufenweise Emotionen. Mehr Emotionen, als ich zuweilen ertragen und verarbeiten kann. Eine Asperger-Diagnose hab ich dennoch bekommen. Ich frage mich gerade, was daran widersprüchlich sein soll...wir sind ja nun nicht per se emotionsarm.

      Ach ja: Das war an der Spezialambulanz der HU in Berlin. Wahrscheinlich zu weit für dich, da monatlich hinzufahren, oder? Grad wenn du ein Kind hast. Dafür ist die Warteliste nicht sooo lang. Zwischen Anmeldung und Diagnose verging ein halbes Jahr.

      Eine Borderline-Störung wurde bei mir vor einigen Jahren auch diagnostiziert. Die Psychologin in der Ambulanz sagte jedoch, sieh sähe dafür keine Anhaltspunkte, und dass es öfter vorkäme, dass Frauen (bist du eine?) mit Borderline statt Autismus diagnostiziert würden.

      Alles Gute für dich!
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • Hey, genau die Diagnose habe ich vor vielen Jahren bekommen und konnte mich nie damit identifizieren. Ich habe nie verstanden, warum sie etwas diagnostizieren, was überhaupt nicht passt, aber wahrscheinlich war das die einfachste Lösung um abzurechnen.
      Ich erfülle diese Diagnose nicht, überhaupt nicht und fühle mich absolut falsch gesehen.
      Danke für den Tipp, aber jeden Monat nach Berlin schaffe ich glaube ich nicht...
      Ich hoffe, dass die Ärztin kompetent ist und nicht anhand von Berichten entscheidet.

      Mein Abschlussgespräch ging 20 Minuten, in diesen 20 Minuten ist der Chefarzt ohne Witz vier Mal rausgegangen um zu telefonieren.
      Und dann ist er der Meinung sich ein Bild machen zu können von mir, ohne mich je vorher gesehen zu haben.
    • @Emphasis1990
      Ich konnte mich damit auch nicht identifizieren. Es gab einige Punkte, die irgendwie zutrafen, etwa die starken Emotionen, ein gewisses Schwarz/Weiß-Denken oder die Befürchtung, verlassen zu werden (letzteres ist auch nicht sehr verwunderlich, nachdem ich in der Schule jahrelang sehr gemobbt wurde und seitdem oft Angst hatte, dass Leute sich plötzlich von mir abkehren).

      Aber diese Aspekte machen noch kein Borderline-Syndrom, vieles andere passte auch gar nicht. Weil ich damals froh war um überhaupt eine erklärende Diagnose außerhalb von "Depression" oder "Angst", und die Therapeutin so felsenfest sicher schien, habe ich sogar versucht, mich damit irgendwie zu identifizieren und etliche Bücher zum Thema gelesen – aber damit wurde mir dann auch klar, dass da was nicht passt.

      Das mit dem Chefarzt ist total respektlos und außerdem unprofessionell. Tut mir leid, dass du so eine blöde Erfahrung gemacht hast. Ich weiß, wie das ist, viele Jahre lang nach einem "Schlüssel" für das eigene Anderssein zu suchen. Gib nicht auf.
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • Es stimmt nicht, dass man bei Dr Seifer automatisch die "Wunschdiagnose" bekommt. Im alten Forum schrieben Leute (unter anderem eine Mutter eines Autisten), bei denen sie die Diagnose nicht stellte. Ihr Zugang als niedergelassene Ärztin, die sich mit dem Thema auskennt, ist halt anders als der von Kliniken, die auch Probanden suchen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Es stimmt nicht, dass man bei Dr Seifer automatisch die "Wunschdiagnose" bekommt.
      In der Regel stimmt das wohl. Sie tut sich schwer mit der Abgrenzung zu anderen Störungen. Ist bei ihr alles Autismus.

      Leonora wrote:

      Im alten Forum schrieben Leute (unter anderem eine Mutter eines Autisten), bei denen sie die Diagnose nicht stellte.
      Wer weiß was das für ein Beispiel war.
    • @Assassin @Leonora Gibt es denn hierzu eine relevante Anzahl an Erfahrungsberichten, die das eine oder andere nahelegen? Ich habe mir jetzt einfach mal die Bewertungen der Frau im Netz durchgelesen. Abgesehen von ihrer anscheinend sehr ausgeprägten Sachlichkeit konnte man da aber auch keine Schlüsse ziehen.

      Die Frage ist ja – welche realistischen Optionen hat @Emphasis1990? Bei großem Leidensdruck ist ja eine Wartezeit von 1-2 Jahren (siehe oben) auch nicht zielführend. Und was sie von der ersten Diagnostik erzählt, klingt ja auch total fragwürdig.

      Kann es denn schaden, da mal hinzugehen? Ich frage das allen Ernstes und mit Interesse.
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • emphasis1990 wrote:

      Bei der Diagnostik war alles so eindeutig, nur weil die eben sagen, dass ich so viele Emotionen habe.
      Das schließt es jedoch nicht aus
      Ich bin auch der Meinung, dass sich "viele Emotionen" und Asperger nicht ausschließen, sondern dass Asperger mit besonders vielen emotionalen Eindrücken einhergeht (darüber gibt es auch Forschungsarbeit). Bei einem Teil der Menschen mit ASS kommen diese Gefühle ja hauptsächlich in Form von Wut hoch (von meltdowns und Wutausbrüchen bei Aspergern etc. ist ja in der Literatur genügend bekannt). Insofern halte ich die Aussage, dass Asperger und Emotionen nicht zusammenpassen, für vollkommen falsch. Das hat man vielleicht früher gedacht, dass Menschen mit Autismus keine Emotionen empfinden und wie so eine Art Roboter seien. :m(: :thumbdown: Das ist ja hoffnungslos veraltet. Ich frage mich immer wieder, was für Diagnostiker an den hochgelobten Ambulanzen praktizieren. :shake:
      Kannst du mir sagen, wer dort diagnostiziert?


      emphasis wrote:

      Ich hoffe, dass die Ärztin kompetent ist und nicht anhand von Berichten entscheidet.
      Das Beste ist, Ärzten keine Berichte vorzulegen, weil sie meist dazu tendieren, das zu übernehmen, was schon jemand vorher geschrieben hat :| (und eher nicht von Grund auf und ganz sachlich geprüft wird, ob das überhaupt Sinn ergibt oder stimmen könnte, was da steht). Da wird dann eher gedacht "wenn das Herr/Frau Dr. XYZ so sieht, wird das schon stimmen..." Jedenfalls habe ich gemerkt, wie gezielt man Ärzte damit lenken kann. :lol:

      The post was edited 3 times, last by FruchtigBunt ().

    • Die Bewertungen bei jameda sind extrem widersprüchlich, aber die negativen Bewertungen klingen nicht so, als ob dort jeder seine Wunschdiagnose bekäme.
      Viele beschreiben sie als unfreundlich und unbequem. Andere sind wieder total begeistert.
      Die Bewertungen erinnern mich an "Doc Martin"; wenn er ein echter Arzt wäre, würden seine Bewertungen wohl auch so aussehen. :d
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ja, bei mir ist es ähnlich.
      Es gibt sicherlich einige Symptome, die auch Borderline Patienten vorweisen würden, ich kenne aber genauso gut viele Neurotypische, die autistische Verhaltensweisen haben, aber die Intensität und Leidensdruck nicht ausreichen würde um die Diagnose zu stellen.
      Ja, ich habe Stimmungsschwankungen, diese sind meist jedoch abhängig von meiner Aktivität, Umfeld usw, sind zu viele Menschen da, bin ich sehr plötzlich gestresst.
      Anders als bei Borderline bin ich sehr gerne alleine, ich liebe die Ruhe und kann nur so richtig abschalten.
      Verlustängste habe ich, aber können nicht auch autistische Menschen solche Ängste entwickeln?
      Ebenso wie Verhaltensweisen, die in der Jugend schädlich waren wie keine Ahnung, Selbstverletzung, nicht essen usw. Das spricht für die für Borderline, für mich aber eindeutig dafür, dass ich nie das Gefühl hatte angekommen zu sein bei mir, nie das Gefühl hatte akzeptierzt zu werden wie ich bin und vor allem auch viel, sehr viel gemobbt wurde.

      Danke für den Tipp, ich werde bei der nächsten Diagnostik erst einmal keine Vordiagnosen nennen, sie soll mich erst einmal kennenlernen und nicht mich anhand von irgendwelchen Diagnosen.

      Ich finde es gut, wenn eine Person sachlich ist und möglichst wenig schwingt, vielleicht ist das dann gerade gut bei Frau Seifer.
      Mal sehen. Ich werde hingehen und hoffe irgendwie, dass es okay wird.

      Mein Sohn wurde vor zwei Jahren diagnostiziert und er ist mir einfach so ähnlich.
      Ich weiß einfach, dass ich auch in das Spektrum passe, überall finde ich mich wieder und auch im Nachhinein erfülle ich die Kriterien in Bezug auf meine Kindheit.
      Aber es ist mir einfach wichtig dies von jemandem zu hören, der sich da mehr auskennt als ich. Ich habe zwar so gut wie alle Fachbücher und Lektüren gelesen, habe was Behörden angeht immer das Gefühl mehr Ahnung zu haben als die. Dennoch bin ich kein Arzt.
    • Bist du sicher, dass die Emotionen und nicht "emotionaler Ausdruck" gemeint war?

      Ein erfahrener Diagnostiker kann eigentlich zwischen PS und ASS unterscheiden. Ich hatte auch Vordiagnosen, die man als Gegenargumente verwenden könnte. Aber mein Diagnostiker war erfahren, sonst hätte ich dei Diagnose garnicht geglaubt.
    • Emotionalen Ausdruck habe ich kaum, ich schaue meist neutral, lächel wenig, wenn eher eintraniert, weil ich inzwischen weiß, wann es sozusagen erwartet wird. Ansonsten schaue ich meist eher böse, wird mir zumindest oft gesagt.
      Ich starre Leute oft unbemerkt an, aber nie in die Augen.
    • Bei der Spezialambulanz, bei der ich war, musste ich im Vorfeld alle bekannten Diagnosen aufschreiben. Die wurden jedoch nicht als Ausschlusskriterium gesehen, sondern eher als zusätzlicher Hinweis. Vor dem Hintergrund, dass nicht wenige Autistinnen in jüngeren Jahren eine Borderlinediagnose erhalten, ist das doch sinnvoll. Mir wurde während der Diagnostik gesagt, es käme recht häufig vor, dass Menschen regelrechte "Therapiekarrieren" mit allen möglichen Diagnosen hinter sich hätten.

      Meine Diagnostikerin war glaube ich noch nicht so erfahren, denn sie kam mir relativ jung vor, vielleicht Mitte 30 @kastenfrosch. Aber da alles per Video aufgezeichnet und im Team besprochen wird, gehe ich mal davon aus, dass das schon in Ordnung so ist.
      Angry young woman, there’s no way back, so just keep walking.
      Yoko Ono
    • FruchtigBunt wrote:

      emphasis wrote:

      Ich hoffe, dass die Ärztin kompetent ist und nicht anhand von Berichten entscheidet.
      Das Beste ist, Ärzten keine Berichte vorzulegen, weil sie meist dazu tendieren, das zu übernehmen, was schon jemand vorher geschrieben hat :| (und eher nicht von Grund auf und ganz sachlich geprüft wird, ob das überhaupt Sinn ergibt oder stimmen könnte, was da steht). Da wird dann eher gedacht "wenn das Herr/Frau Dr. XYZ so sieht, wird das schon stimmen..." Jedenfalls habe ich gemerkt, wie gezielt man Ärzte damit lenken kann. :lol:
      Ich habe beim UKE auch alle vorherigen Berichte mitgenommen, die wollten die sich anschauen, aber erst nach den persönlichen Befragungen, um eben Bewertungsübernahmen zu vermeiden.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)