Dauer der Klage auf Schwerbehinderung vor dem SG

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    • Ich hoffe, es ist in Ordnung, das hier zu posten, daher einmal der Kern des Originaltextes:


      "bezugnehmend auf meinen Befundbericht vom 18.01.2019 in der Schwerbehindertenangelegenheit der o.g. Pat., möchte ich ergänzend Stellung nehmen, dass das Krankheitsbild der Pat. trotz intensiver ambulant psychiatrischer und ambulant psychotherapeutischer Behandlungen in den letzten Jahren von der Befundlage her keine wesentliche Verbesserung aufweist und dass insbesondere in Anbetracht der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD10: 60.6G) sowie der gemischt ängstlich-depressiven Störung (ICD10: F41.2G) bei vorliegendem adulten ADHS (ICD10: F90.0G) eine vom Ausmaß her mindestens als mittelgradig zu bezeichnende soziale Anpassungsschwierigkeit vorliegt. Ich bitte dies in der Bewertung des Behinderungsgrades bei der Pat. zu berücksichtigen." (hoffe, es ist datenschutz-/urheberrechtlich okay, das hier zu posten)

      Klingt das in irgendeiner Weise "negativ"?


      Waspie wrote:

      Lissy wrote:

      Besteht eigentlich eine Chance, dass das SG bei Bedarf meinen Psychiater zu Wort kommen lässt, ohne dass ich ein Gutachten nach §109 finanzieren muss?
      Man kann den als Zeugen laden lassen. Wäre dann ein sogenannter sachverständiger Zeuge.

      Das ist gut zu wissen. Kann der Kläger/der Anwalt des Klägers das beeinflussen?

      The post was edited 1 time, last by Lissy ().

    • Lissy wrote:

      "bezugnehmend auf meinen Befundbericht vom 18.01.2019 in der Schwerbehindertenangelegenheit der o.g. Pat., möchte ich ergänzend Stellung nehmen, dass das Krankheitsbild der Pat. trotz intensiver ambulant psychiatrischer und ambulant psychotherapeutischer Behandlungen in den letzten Jahren von der Befundlage her keine wesentliche Verbesserung aufweist und dass insbesondere in Anbetracht der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD10: 60.6G) sowie der gemischt ängstlich-depressiven Störung (ICD10: F41.2G) bei vorliegendem adulten ADHS (ICD10: F90.0G) eine vom Ausmaß her mindestens als mittelgradig zu bezeichnende soziale Anpassungsschwierigkeit vorliegt. Ich bitte dies in der Bewertung des Behinderungsgrades bei der Pat. zu berücksichtigen." (hoffe, es ist datenschutz-/urheberrechtlich okay, das hier zu posten)

      Klingt das in irgendeiner Weise "negativ"?
      ....aus meiner Sicht nicht, ---aber:

      es werden Diagnosen genannt, die sich nicht trotz vielfältiger Therapie wesentlich gebessert haben sollen; nur vergisst leider der Therapeut, die Symptomatik zu beschreiben. Statt dessen schlägt er einen Beurteilungsrahmen("mindestens als mittelgradig zu bezeichnende") vor. Vielleicht hat das am Selbstwertgefühl der Beklagten und des Gerichts gekratzt?!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ich habe nun aufgelistet, welche Mängel das Gutachten meines Erachtens beinhaltet, und möchte diese Liste schicken.
      Sie ist sehr lang, aber eventuell hat ja doch jemand Lust, sie mal zu überfliegen :) Vielen Dank!

      "Auchwenn meinen bisherigen Schreiben seitens des Versorgungsamtes und desGerichtes wenig bis keine Beachtung geschenkt wurde, mussfestgestellt werden, dass Herrn Prof. X' Gutachten deutlicheMängel aufweist.

      Kürzeder Begutachtung, oberflächliches Gespräch, keine Rücksichtnahmeauf Aufmerksamkeitsdefizit
      Wieich bereits unmittelbar nach der Begutachtung mitteilte, fiel Prof.X mir mehrfach ins Wort, er erschien hauptsächlich interessiertan einer schnellstmöglichen Abwicklung. Da mich ein solchesUnterbrechen perplexisiert und aus dem Konzept bringt, habe icheinige wesentliche Punkte nicht benennen können.
      Alsich darauf hinwies, dass ich dann wenigstens in meinen Unterlagennachschauen können müsse, damit ich nicht aufgrund meinerAufmerksamkeitsprobleme wesentliche Punkte vergesse, sagte Prof. X, alles, was ich nicht aus dem Stegreif erzählen könne, seiirrelevant. Als ich mit meinem Psychotherapeuten, Herrn H., darüber sprach, meinte dieser, diese Äußerungsei ein Unding und insbesondere bei Vorliegen einer ADHS nichtvertretbar. Dadurch, dass ich mich nicht an meinen Unterlagenentlanghangeln durfte, blieb mehr als die Hälfte meiner Problemeunerwähnt.
      Dasmir nun vorliegende Gutachten stellt sich überdies rechtoberflächlich dar, allerdings fand ja auch die Begutachtung in sehrengem zeitlichen Rahmen statt: so wurden die Einsichtnahme in meinemitgebrachten Unterlagen, das Begutachtungsgespräch und dieneurologische Untersuchung innerhalb weniger als einer Stundeabgewickelt (ca. 55 Minuten).

      SprachlicheMängel
      Diestellenweise deutlich ins Auge springenden sprachlichen Mängel wiegrammatikalische Fehler und die Inkonsistenz bei der Verwendung desKonjunktivs bei gleichwertigen Aussagen mögen fachlich nichtrelevant sein, mindern dennoch zusätzlich mein persönlichesVertrauen in dessen Korrektheit. Auch schrieb er den Namen meines Therapeuten falsch...

      Ergänzendefachärztliche Stellungnahme
      Auchwurde das Schreiben meines Psychiaters, dass vor dem Hintergrund desADHS, der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung und dergemischt ängstlich-depressiven Störung mindestens mittelgradigeAnpassungsschwierigkeiten vorlägen, nicht beachtet, denn während indiesem Gutachten viele Diagnosen beider behandelnden Ärzte enthaltensind, steht dort nichts von der ängstlich-vermeidendenPersönlichkeitsstörung und der gemischt ängstlich-depressivenStörung.

      Kontinuitätund Schwere der sozialen Probleme
      Michwürde hochgradig interessieren, welchen Umständen Prof. Xentnehmen zu können meint, dass meine sozialen Schwierigkeitenerstens nicht “kontinuierlich vorhanden”, zweitens nicht “vonhoher Ausprägung” wären. Ich möchte daran erinnert haben, dassein Behinderungsgrad von 50 noch lange nicht das Maximum darstellt,nicht einmal die letzte Kategorie, die mit 80-100 bewertet würde –wenn eine Behinderung, die weitestgehende Isolation, das Fehlen vonBekannt- und Freundschaften, Beziehungsprobleme und denKontaktabbruch zu den Geschwistern (= der gesamten noch lebendenFamilie, wenn man vom noch lebenden Elternteil absieht) bedingt, dieLebensverhältnisse über das Vermeiden sozialer Aktivitätendeutlich prägt und das Überwinden der Isolation wegen der Ängste,psychosomatischen Beschwerden und psychischen Blockaden unmöglichmacht, nicht soziale Schwierigkeiten von hoher Ausprägung bedingt,welche tut das dann? Und wann und wo soll es Unterbrechungen geben,die rechtfertigten, die Kontinuität dieser Probleme anzuzweifeln?

      SchulischerWerdegang
      Icherwarb 2007 die Fachoberschulreife mit Qualifikation (FOR-Q; nichtden “Hauptschulabschluss mit Qualifikation”), also den Abschluss,den man zum Besuch der regulären gymnasialen Oberstufe (einerGesamtschule (nicht “Gesamthochschule”, wie es fälschlicherweiseim Gutachten steht), eines Gymnasiums oder eines Berufskollegs)benötigt, es sind also objektiv falsche Informationen zu meinerPerson in diesem Gutachten enthalten, die mir offen gestanden vonVerwirrung zu zeugen scheinen.

      Schulabbruch
      HerrProf. X schrieb richtig, dass ich in der Oberstufe die Schulewechselte, was leider nicht zu einer Besserung der sozialenIntegration führte. Allerdings wurde hier leider nicht erwähnt,dass ich daraufhin die Schule abbrach. Dadurch, dass ich mit demSchulwechsel von der 12. in die 11. Klasse zurückgegangen war, umbesser Anschluss zu finden, wurde der Abbruch als zweitesNichtbestehen der 11. Klasse gewertet. Da man die 11. Klasse nurzweimal absolvieren darf, benötigte ich also, als ich ein Jahrspäter doch noch das Abitur machen wollte, zum Wiedereintritt in dieOberstufe eine Sondergenehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf,die ich nach einiger Korrespondenz mit einem Herrn S. auch erhielt (Nachweis vorhanden).

      Kündigungen,Jobverluste:
      Dievielen gescheiterten Jobversuche wurden im Gutachten leider nurbeiläufig erwähnt und scheinbar nicht berücksichtigt. Ich glaube,ich hatte das schon einmal erwähnt, aber es ist wichtig: sollten anmeinen Ausführungen Zweifel bestehen, suche ich sehr gernevorhandene Korrespondenz raus, auch können sehr gerne meineehemaligen Arbeit- bzw. Auftragsgeber involviert werden (der aktuellenicht, da dieser natürlich nicht von der Behinderung erfahren darf).
      Ichhabe in meinem Leben noch nie in Vollzeit gearbeitet und bin mirleider sehr sicher, dass ich dazu im Rahmen der Tätigkeiten, diesich mir als Ungelernte anbieten, nicht imstande wäre (über Jobs,die mir beispielsweise nach Beendigung des Studiums offenstehen,vermag ich nicht zu urteilen, darunter wären sicher einige ohnestetigen Menschenkontakt). Jeder Job, bei dem persönlicher odertelefonischer Kontakt zu anderen Menschen unumgänglich ist,gestaltet sich sehr schwierig, weswegen ich auch erst im drittenCallcenter längerfristig in Teilzeit arbeiten kann. Auch Jobs, die handwerkliches Geschickt voraussetzen, fallen flach.

      ImFolgenden noch mal alle bisherigen Tätigkeiten samt des jeweiligenJobverlustgrundes (genauere Beschreibungen finden sich in meinemWiderspruch):
      1.1Callcenter-Tätigkeit I: soziale Überlastung,Depressivität wegen Angst vor der Arbeit, mehrere Ausfälle wegenBeziehungsstresses, mehrfaches Kritisiertwerden wegen sozialerInkompetenz;
      1.2. Nachhilfe: Angst vor Jugendlichen, sozialeInkompetenz, Selbstzweifel, Auseinandersetzungen wegen arbeitgeberseitiger Verstöße gegen das Arbeitsrecht, in deren Folge mir berichtet wurde, ich würdemich vollkommen unangemessen aufführen, Mobbing durch Nachhilfekinder (wie ich bereits schrieb - ich habe allenfalls Ansätze einer "sozialen Pubertät" erlebt);
      1.3Gastronomie: 1. Arbeitstag:Ineffizienz, soziale Unbeholfenheit, Flüchtigkeitsfehler, verfrühtes Nach-Hause-geschickt-Werden, 2.Arbeitstag: Unkonzentriertheit, Arbeitsunfall, mehrwöchige Arbeitsunfähigkeit
      1.4Callcenter-Tätigkeit II: am Anfang sagte man, ich besäße eine“sehr schnelle Auffassungsgabe”, wodurch ich mich gegenüber einem Mitbewerber durchsetzte, doch nach 1-2 Monaten erfolgtedie Kündigung seitens des Arbeitgebers, weil ich sozial inkompetent,sehr unsicher und unproduktiv arbeitete
      1.5Zeitarbeit, Produktionshilfe: mehrfaches falschesEtikettieren, erhielt keine weiteren Aufträge
      1.6Zeitarbeit, Verkaufshilfe, Warenverräumung: Unbeholfenheit, Unfähigkeit zum Halten von Smalltalk, Reizüberflutung, nach einigen Wochen wurden von heute auf morgen alle mir noch zugeteilten Schichten gecancelt, man wolle mich "nicht wiedersehen"
      1.7Tätigkeit als Transkriptionistin: verzerrte auditive Wahrnehmung,daher viele Fehler, Unstrukturiertheit, Konsens der Auftraggeber war,dass ich sehr schlecht arbeite,erhielt keine neuen Aufträge
      1.8Tätigkeit als Verkehrsbefragerin: permanentes Gestresstsein (kontinuierlich, also auch vor und nach Job, während das Arbeitsverhältnis lief), Unbeholfenheit, Schuldgefühle deswegen, Bauchschmerzen, Übelkeit

      AktuellerNebenjob:
      Callcenter-Tätigkeit III: Mein jetziger Arbeitgeber, bei dem ich in Teilzeit(wurde im Gutachten nicht expliziert) arbeite, um mein Studium zufinanzieren. Auch diese Tätigkeit ist aufgrund der Behinderungsignifikant beeinträchtigt:

      (>10 Punkte, diese möchte ich aber lieber nicht ergooglebar im Internet stehen haben)

      Daes vermutlich wieder Monate dauerte, bis ich einen neuen Job fände,wenn ich überhaupt einen fände, den ich dauerhaft ausüben kann(ich möchte an >300 Bewerbungen erinnert haben, die zu einemDreißigstel an Vorstellungsgesprächen und nur einer langfristigenTätigkeit führten), und mir als StudentinSozialleistungen verwehrt werden, würde eine Kündigung michexistenziell gefährden.
      Darüberhinausversteht man mein “Arbeiten und Studieren” höchstwahrscheinlichfalsch, wenn man sich nicht meinen wohl exzentrisch starken Willen,dieses Studium zu beenden, anschaut. Mit dem Gedanken desStudienplatzverlustes gehen Suizidgedanken einher, dementsprechendnehme ich natürlich auch deutliches (auf andere Leute unverhältnismäßig wirkendes) psychisches Leiden in Kauf, umnicht exmatrikuliert zu werden.

      LangsamesStudieren

      HerrProf. X scheint mir zudem ein geringes intellektuellesLeistungsvermögen zu unterstellen. Da ich nie einen offiziellenIntelligenztest absolvierte, der mir einen Prozentrang zuordnen undmein Leistungsvermögen quantifizieren könnte, istverständlicherweise nicht objektiv feststellbar, dass die seitensmeines Psychotherapeuten vermutete Hochbegabung tatsächlichvorliegt. Das Hauptschulzeugnis, das ich Herrn Prof. X vorzeigte,hatte ich mitgebracht, damit er sieht, dass ich 1. ursprünglich aufeiner Hauptschule war und 2. nicht am Sportunterricht teilgenommenhabe (von der praktischen Teilnahme war ich ab der 8. oder 9. Klassedurchgehend befreit). Er hat diese Punkte jedoch ignoriert und sichan der Mathenote “hochgezogen”.

      Dassich trotz ungünstiger familiärer Umstände, sozialer Exklusion,erheblicher psychischer und psychosomatischer Beschwerden, einesvierstündigen Schulwegs, vieler zumeist unentschuldigter Fehlzeitenund des Unvermögens, eigenständig zu lernen, das Abitur erhielt undselbiges mit zwar stark schwankenden, stellenweise aber trotzungenügender Leistungen für “unentschuldigtes” Fehlen sehrguten Noten abschloss, dürfte zumindest gegen eine intellektuelleBeeinträchtigung sprechen.

      DasStudieren fällt mir schwer, ja, das liegt allerdings in meinerallgemeinen Belastbarkeit begründet, ergo inSymptomen meiner Behinderung. Durch meine Unfähigkeit, Kontakte zuknüpfen, fühle ich mich sozial unzulänglich, was schambedingtes Vermeidungsverhalten begründet. Aufgrund meinesPerfektionismus' und meiner Schwierigkeiten, stringent zu lesen, zu denken undzu arbeiten, mache ich nicht selten leistungsfähigkeitsatypischeFehler. Da ich nicht erwarten kann, dass Kommilitonen und Dozentendiese als ADHS-induziert erkennen, aber mitunter Jahre unterErinnerungen an stressige Situationen leide, meide ich solcheSituationen strikt.
      ImSommersemester 2019 habe ich in einem Kurs einen Vortrag haltenmüssen: ich stotterte vor mich hin, der Dozent lachte etwas undfragte, ob ich das wiederholen könnte, daraufhin war ich soblockiert, dass ich nicht mehr denken konnte und mir die Armeblutiggekniffen habe (Foto vorhanden). Zu Hause angekommen, trank ichsofort Alkohol, um den Stress zu kompensieren. Das Seminar habe ich nicht bestanden, weil ich durch zuvor benanntes Erlebnis in Anbetracht meiner vermeintlichen Inkompetenz so schamerfüllt war, dass ich den Kontakt zu dem Dozenten seither vermied, weshalb ich mir eigenständig ein so komplexes Hausarbeitsthema aussuchte, dass ich mit 20 Seiten nicht auskommen konnte (es hätten ohne Probleme 2000 werden können).
      MehrereKlausuren habe ich deshalb nicht bestanden, weil ein Kommilitone miraufs Blatt schauen konnte und ich starr vor Unsicherheit war und erstmit dem Schreiben beginnen konnte, nachdem der Kommilitone seine Arbeit abgegebenhatte, wodurch ich nicht genug Zeit zum Schreiben hatte. Auch leide ich unter Prüfungsängsten und neige ich zu Flüchtigkeitsfehlern, weshalb ich ohne Nachteilsausgleich wohl immer unter meinen Möglichkeiten bleiben werde.
      Nebenmeinem Nebenjob ist Präsenz in der Uni kaum möglich. Ich arbeitedas meiste zu Hause nach, weil Unibesuch parallel zur Präsenz imNebenjob soziale Überlastung bedeuten würde.

      Trennungen,Beziehungsgefährdung
      Inden ca. 1,5 Jahren zwischen Schulabbruch und Wiedereintritt in dieOberstufe hatte ich die im Gutachten erwähnten zwei Beziehungen, diewegen meines Klammerns und meiner Eifersucht (“wenn du michverlässt, will ich strben”, was ich wirklich so empfand, esfolgen tatsächlich vier Jahre schweren “Liebeskummers” mitpsychosomatischen Beschwerden, täglicher Lethargie und Meiden desStadtteils, in dem er wohnte) nicht länger als vier Monate hielten.
      Auchmeine aktuelle Beziehung ist durch starke Eifersucht belastet. Ichhabe meinen Freund schon oft zusammengeschrien, weil ich mich inemotional Belastendes reingesteigert hatte.

      FamiliäreKontakte
      Ichhabe fünf Halbbrüder (nicht Stiefbrüder, wie es imGutachten stand), ja, aber ich bin als Einzelkind aufgewachsen, weilmein jüngster lebender Bruder sechzehn Jahre älter ist als ich undfrüh in eine betreute Wohngruppe kam. Ältester Bruder heißtEnrique, es besteht kein Kontakt mehr. Zweitältester Bruderheißt Stephan, nie Kontakt gehabt, direkt nach der Geburt adoptiert.Mittlerer Bruder heißt M., keinen Kontakt mehr. ZweitjüngsterBruder heißt M., Kontakt bestehe in Form von 1-2 jährlichenInternetkontaktaufnahmen von 2-3 Nachrichten. Der jüngste Bruder,Chris, ist tot. Der vorhandene Kontakt ist mit “ganz gering”, wie er im Gutachten attribuiert wurde, nochbeschönigt.

      Hyperkativität
      Prof. X schrieb, ich würde über weite Strecken über ein gutesEnergieniveau und gute Kompensationsmöglichkeiten verfügen (S.16).

      Selbstverständlichweise ich mitunter ein hohes Energieniveau auf, Depressionen sind jaauch nicht meine Hauptdiagnose: außerdem leide ich unter demAufmerksamkeitsdefizitshyperkativitätssyndrom. DieseHyperaktivität bedingt aber nicht eine Vielzahl an Kontakten,Überaktivität in Bezug auf soziale Aktionen, ein übergroßesSelbstvertrauen o.ä.: ich leide konstant unter starkemVermeidungsverhalten, habe keine Sozialkontakte, “stolpere”durchs Leben und bin sehr impulsiv. Ich rede oft so schnell, dass ichmich verhasple, und erzähle aufgrund meiner mitunter wohlerheblichen Gedankensprünge Dinge, die andere Menschen als seltsamwahrnehmen, weil mir der Filter für das “Relevante” undstrukturiertes Denken fehlt. Weil das mein gesamtes Leben über fastimmer zu irritierten Reaktionen und Zurückweisung führte, blockiereich seit meiner Abiturzeit bereits bei jeder Art von Smalltalk,meistens ist mein Kopf “leer”, ich kann auf Smalltalk nichteingehen. Auch Kunden am Telefon “bearbeite” ich ganz sachlich,passe genauestens auf, dass ich mich möglichst an denGesprächsleitfäden entlanghangele, was manchmal seltsam rüberkommt,wenn Menschen gerne Smalltalk führen möchten und ich dahingehendeÄußerungen einfach ignoriere/übergehe. Oft verhasple ich mich auchwegen Unsicherheit.
      Dievon Herrn Prof. X erwähnten “Kompensationsmöglichkeiten”bestehen allenfalls darin, dass ich mein Leben von vornherein anmeine Probleme anpasse und Stress vermeide, wo es geht, was eben zugänzlichem Vermeiden von Sozialkontakten, einem niedrigen Einkommen(weil ich mir keinen anspruchsvolleren Nebenjob zutraue) etc. führt.

      Medikinet
      Methylphenidat(ursprünglich Medikinet, wegen deutlicher Nebenwirkungen nunRitalin) verbessert einige meiner primären ADHS-Probleme,insbesondere das Arbeitsgedächtnis. Dadurch fällt mir Lernenleichter, was meinem Studium zugutekommt. Außerdem erleide ich insozialen Stresssituationen, die ich täglich durchlebe, keinHerzstechen mehr – wohl aber weiterhin Bauchschmerzen und Übelkeit.
      Eshilft mir jedoch nicht dabei, die Folgen der jahrzehntelangunbehandelten Symptomatik zu beheben und wirkt sich nicht auf meinesozialen Ängste und meine Depressivität aus. Auch bringt esNebenwirkungen mit sich, ich habe manchmal tagelang keinen Appetitund leide unter mitunter starken Kopfschmerzen.
      Dieerwähnte Eindosierungsphase befand sich am 09. Dezember 2019 bereitsin fortgeschrittenem Stadium – die initiale Dosis waren 10mg/Taggewesen, bis zum Datum des Gutachtertermins hatte sich die Tagesdosisauf 40mg erhöht. Heute bin ich bei 40-60mg, je nach Bedarf.

      Zukunftsängste
      Zukunftsängstesind deutlich vorhanden, weil der Gedanke, dass irgendetwasgravierend anders läuft als erhofft (Partnerschaft, ) was leider realistischer istals eine 1:1-Umsetzung meiner Ziele, mit dem starken Wunsch nachNichtexistenz einhergeht. Diese Sorge wird lediglich dadurchkompensiert, dass ich die Hoffnung habe, dass es läuft wie geplant.Was passieren wird, wenn einer der gravierenden, mir Stabilitätgebenden Punkte nicht umsetzbar sein sollte, kann ich nichtbeurteilen. Im Falle einer Trennung beispielsweise rechne ich festmit Suizidalität/Psychiatrieaufenthalten und einer weitergehenddeutlichen Verschlimmerung meiner Symptomatik. Auch erwähnte ich Prof. X gegenüber, dass ich keine Kinder haben zu "dürfen" befürchte, weil ich das Bekommen und Großziehen von Kindern in meiner Situation als Misshandlung empfände, obwohl ich einen starken Kinderwunsch habe.

      Tics
      Auchwurden meine Tics leider nicht erwähnt, obwohl diese mich deutlichbeeinträchtigen. Manchmal habe ich monatelang keine Probleme damit,dann leide ich monatelang unter täglichem stundenlangenScheitelzurechtziehen oder Geräuschemachen. Gerade auf der Arbeitist das hochgradig stressig – das Scheitelzurechtziehen sieht manin der Regel nicht, weil die Sitzplätze so angeordnet sind, dass mangegen Wände schaut, aber das Geräuschemachen hört man.

      Urlaube
      Außerdementhält das Gutachten einige Fehler und Auslassungen: die erwähntenSpanienurlaube waren nicht drei, sondern zwei an der Zahl. Zudemhatte ich Herrn Prof. X mitgeteilt, dass ich in diesen Urlaubenfast durchgehend alkoholisiert war, weil ich den sozialen Druck undmeine sich aus ihm ergebenden paranoiden Gedankenkarussells nüchternnicht ertragen konnte. Diese Information wurde im Gutachten mit “DieSituation im Urlaub zu dritt sei auch nicht ganz einfach gewesen”umschrieben.

      SozialpsychiatrischerDienst
      Dersozialpsychiatrische Dienst bejahte bereits meine Anfrage zum Erhaltvon Hilfe bei Haushaltsführung und Tagesstruktur. Bisher scheitertedie Inanspruchnahme von Unterstützung lediglich an bürokratischenVorgaben, die zu bewältigen ich alleine nicht imstande bin.

      Zahnfehlstellung
      Ichweiß nicht, ob das überhaupt relevant ist – aber meine starkeZahnfehlstellung (offener Biss, Zahnlücke) ist Resultat desUmstands, dass ich bis ins 17. Lebensjahr hinein jede Nacht mit einemSchnuller schlief, und sollte meines Erachtens (ggf. in Bezug auf dieExzentrik) Erwähnung finden. Meine Oma bezeichnete den Schnullerimmer als “Tröster”, und ich war zugegebenermaßen erstaunt, alsmein Therapeut dieses Verhalten ebenfalls so begründete.

      Psychotherapieund Pharmakotherapie
      Auchdie kontinuierliche Psycho- und Pharmakotherapie spricht fürschwerere als nur leichte soziale Anpassungsschwierigkeiten. Daswurde im Gutachten nicht nur nicht expliziert, sondern stattdessenwurde die Aufdosierung des Methylphenidats dargestellt, als löstesie “vermutlich” alle gravierenden Probleme. Auch beurteilteProf. X die von mir benannte Besserung durch das Methylphenidatnicht konkret, sondern verallgemeinerte diese – ich hatteallerdings berichtet, dass diese sich auf meine primärenADHS-Probleme auswirkt, wie eben das schlechte Arbeitsgedächtnis.Die Folgen von über 20 Jahren Ausgrenzung, Mobbing und Versagen lassen sich dadurchleider nicht ausgleichen, wie ich oben bereits schrieb.

      (Teil-)StationäreTherapie
      Aucheine (teil-)stationäre Therapie wurde bereits psychotherapeutischund psychiatrisch angeraten, auch verfüge ich über einehinreichende Krankheitseinsicht, die deutliche Sinnhaftigkeit einerklinischen Therapie anzuerkennen, leider scheitert es jedoch wiederan hochgradiger Autoaggression bei der Antizipation von Bevormundungund “Angefasstwerden” durch Ärzte. Eine (auch nurteil-)stationäre Therapie wäre wohl ohne deutliche Selbstverletzungnicht zu bewältigen.


      Eigentlichhatte ich all das schon geschrieben, man scheint mir das Geschriebenenur nicht zu glauben.
      Telgte,07.01.2020
    • Capricorn wrote:

      Lissy wrote:

      "bezugnehmend auf meinen Befundbericht vom 18.01.2019 in der Schwerbehindertenangelegenheit der o.g. Pat., möchte ich ergänzend Stellung nehmen, dass das Krankheitsbild der Pat. trotz intensiver ambulant psychiatrischer und ambulant psychotherapeutischer Behandlungen in den letzten Jahren von der Befundlage her keine wesentliche Verbesserung aufweist und dass insbesondere in Anbetracht der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung (ICD10: 60.6G) sowie der gemischt ängstlich-depressiven Störung (ICD10: F41.2G) bei vorliegendem adulten ADHS (ICD10: F90.0G) eine vom Ausmaß her mindestens als mittelgradig zu bezeichnende soziale Anpassungsschwierigkeit vorliegt. Ich bitte dies in der Bewertung des Behinderungsgrades bei der Pat. zu berücksichtigen." (hoffe, es ist datenschutz-/urheberrechtlich okay, das hier zu posten)

      Klingt das in irgendeiner Weise "negativ"?
      ....aus meiner Sicht nicht, ---aber:
      es werden Diagnosen genannt, die sich nicht trotz vielfältiger Therapie wesentlich gebessert haben sollen; nur vergisst leider der Therapeut, die Symptomatik zu beschreiben. Statt dessen schlägt er einen Beurteilungsrahmen("mindestens als mittelgradig zu bezeichnende") vor. Vielleicht hat das am Selbstwertgefühl der Beklagten und des Gerichts gekratzt?!
      Ja, das wird es sein, befürchte ich - die Symptome wegzulassen, ist ein ungünstiger "Fehler", aber ich möchte meinem Psychiater ja auch nicht die Worte in den Mund legen...
    • ...und man weiß ja auch vorher nie, an welche Personen man dort vor Gericht gerät, mit wem man es zu tun hat, wie schriftlich geäußertes aufgenommen wird.

      Du könntest höchstens deinen Psychiater bitten, sein Schreiben zu komplettieren. Aber das hat er wohl schon einmal gemacht. Weiß nicht, ob es reicht, das nochmal zu tun.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • @Lissy

      Ich kann mich auch noch einmal mit deinem Schreiben (siehe oben) befassen, denn manches würde ich kürzen, anderes umformulieren. Aber momentan muss ich mich um meine Familie kümmern, da ein Mitglied sich einen Wadenmuskel-Faserriss zugezogen hat und nicht laufen kann!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Oh, Mist :( Dann wünsche ich eine schnellstmögliche gute Besserung...

      Würde mich natürlich sehr freuen, aber es ist ja auch ein sehr langer Text... Und bevor sein Inhalt ans SG weitergeleitet wird, wird der hoffentlich noch durch meinen Anwalt "gefiltert" (oder sogar komplett umgeschrieben). Ich möchte nur umgehen, meinem Anwalt ob meiner sozialen Inkompetenz noch auf den Schlips zu treten, indem ich irgendetwas ihm gegenüber ungünstig formuliere, auch wenn ich es nicht merke... x(

      Falls jemandem etwas einfällt, also gerne her damit :)

      The post was edited 1 time, last by Lissy ().

    • Lissy wrote:

      Auchwenn meinen bisherigen Schreiben seitens des Versorgungsamtes und desGerichtes wenig bis keine Beachtung geschenkt wurde, mussfestgestellt werden,
      Ich habe es nur bis zu diesem Satz geschafft. Allein dieser Satz wird erfahrungsgemäß dazu beitragen, dass du dort unten durch bist. Du solltest gegenüber Behörden niemals solche Seitenhiebe verteilen, mit denen du spitz die Kompetenzen bemängelst. Auch wenn die dort katastrophal arbeiten: Wenn du mit diesem Unterton schreibst, musst du dich auf einem Kampf gefasst machen, bei dem du nur verlieren kannst. Das ist nicht gut.
      Versuche am Besten ganz sachlich zu schreiben. Null Emotionen, null süffisante Bemerkungen. Lass durchscheinen, dass du Durchblick hast, aber schreibe nie verächtlich. Auch wenn du jeden Grund dazu hättest.
      Damit kannst du viel rumreißen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass die Leute dich als jemanden abstempeln, der sich für was Besseres hält. Menschen fühlen sich abgewertet und schlecht, wenn sie kritisiert werden. Sie werden automatisch schlechter arbeiten und es dir zurückzahlen wollen. Für mich war das schwer zu verstehen, aber mittlerweile glaube ich, dass ein anderer Weg zu mehr Erfolg führt.

      Uff. Ich hab doch weitergelesen, aber bin nur ein paar Sätze weiter: Da du ausdrücklich nach Tipps gefragt hast: Keine (be)wertenden Worte wie 'oberflächlich' und 'Mängel' verwenden bzw nur sparsam. Du musst es so darstellen, dass du fair bleibst, auch wenn du dich natürlich auf dem Rechtsweg wehrst. Aber wenn da Wertungen mit rein kommen, ist die Chance hoch, dass die Leute dich hassen werden, denn sie wollen nicht bewertet werden. Niemand will auf gut deutsch lesen, was er da für einen Scheiß verzapft hat. Ich würde es wesentlich sachlicher formulieren. So merken die Leser, wie wütend und aktiviert du bist und an dem Punkt setzt die Gegenübertragung an.

      Die Erwähnung, dass der Psychotherapeut etwas für ein Unding hält, ist auch höchst brisant. So was sollte man nicht weitergeben, weil der Therapeut das vermutlich dir gegenüber im Vertrauen geäußert hat und es nicht offen gegenüber der Person gesagt hätte.

      Mir ist das leider zu viel zum Schreiben, aber ich glaube, dass es immens wichtig ist, dass du den meinem Eindruck nach belehrenden und genugtuenden Schreibstil abänderst. Ich sage das auch nur so deutlich, weil du konkret danach gefragt hast. So wie das momentan geschrieben ist, tust du dir nichts Gutes damit.

      Als konkrete Tips: Nur rechtlich relevante Dinge erwähnen. Es interessiert vermutlich keinen Menschen (leider), ob der Professor dir ins Wort gefallen ist oder unfair ist oder inkompetent. Du kriegst in diesem System nur Recht, wenn du nach deren Regeln spielst. Du musst dir die paar Punkte raussuchen, die rechtlich relevant sind und dann scharf schießen (RW). Das ganze andere würde ich weglassen. Die werden einen eher nicht mehr ernst nehmen, wenn man das alles erwähnt.


      Lissy wrote:

      Michwürde hochgradig interessieren, welchen Umständen Prof. Xentnehmen zu können meint,
      Sowas geht meiner Erfahrung nach auch überhaupt nicht. :yawn: Wenn du kein Eigentor schießen willst, würde ich das alles streichen.

      Wichtig ist, zu erwähnen, dass das eine Gutachten bisher keine Beachtung fand, da es nicht vorlag und dass du gerne einige Punkte nachtragen würdest, weil dazu in der Begutachtung keine Zeit blieb bzw du es nicht schafftest, das vorzubringen. Da ich mich zu doll reinsteigere, hab ich es nicht bis zu Ende gelesen. Möglicherweise ist noch ein anderer Punkt rechtlich relevant. Aber das ganze "das habt ihr alles falsch gemacht" würde ich ganz dringend anders formulieren bzw sogar wegstreichen.

      Keine emotional eingefärbten Formulierungen wie 'Liebeskummer', 'habe meinen Freund zusammengeschrien' etc nennen. Allenfalls sowas wie "mir ist es aufgrund meiner Beeinträchtigungen nicht möglich, längerfristige Beziehungen zu führen. Darunter leide ich sehr" Alles andere ist viel zu detailliert, finde ich.

      The post was edited 7 times, last by FruchtigBunt ().

    • Ja, da hast du recht, aber das Schreiben ist auch nicht fürs Gericht, sondern für den Anwalt. Ich gehe nicht davon aus, dass er diese Aussage und meinen Text im Allgemeinen übernehmen wird, immerhin wird er die Stellungnahme ja eigenständig und aus seiner Perspektive verfassen.
    • @Lissy
      Ich würde aber auch nicht so mit dem Anwalt kommunizieren. Er muss ja 95% Dinge durchlesen, die er nicht verwerten kann, da sie rechtlich keine Relevanz haben (wenn er schlecht ist, erwähnt er sie gegenüber dem Gericht trotzdem). Auserdem besteht die Gefahr, dass er dich nicht mehr ernst nimmt, wenn er diese spitzen Äußerungen liest. Er wird ja zusätzlich noch davon ausgehen, dass du über ihn mal so herziehen wirst.
      Ich habe das mal in einem Bewerbungsratgeber gelesen: Man sollte nie über den bisherigen Arbeitgeber (gleichzusetzen mit 'andere Menschen') herziehen, wenn man von jemandem etwas will. Das führe angeblich dazu, dass das Gegenüber damit rechnen müsse, auch mal so betitelt zu werden und dadurch Abneigung gegen einen entwickelt.

      Naja, ich muss mich abgrenzen, da mir die Sache zu viel wird. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, wie aufgeheizt dieses Verfahren mittlerweile ist. Du kannst es noch wenden.
    • Lissy wrote:

      Urlaube
      Außerdementhält das Gutachten einige Fehler und Auslassungen: die erwähntenSpanienurlaube waren nicht drei, sondern zwei an der Zahl. Zudemhatte ich Herrn Prof. X mitgeteilt, dass ich in diesen Urlaubenfast durchgehend alkoholisiert war, weil ich den sozialen Druck undmeine sich aus ihm ergebenden paranoiden Gedankenkarussells nüchternnicht ertragen konnte. Diese Information wurde im Gutachten mit “DieSituation im Urlaub zu dritt sei auch nicht ganz einfach gewesen”umschrieben.
      FruchtigBunt hat schon gute Vorarbeit geleistet....hier ein Beispiel im Zitat, was du nicht schreiben solltest.

      Die vom Gutachter gewählte (und deiner Ansicht nach unzutreffende) Formulierung hat er möglicherweise so "euphemistisch" umschrieben, weil er nicht weiter über deinen Alkoholkonsum schreiben wollte.


      Meines Erachtens wäre es etwa so besser:

      "Auslandsurlaube haben mich aufgrund der besonderen Situation stark unter Druck gesetzt. In der Folge startete ein Gedankenkarussell mit Verfolgungsideen und diese Spannung konnte ich nur mit hohem Alkoholkonsum ertragen.
      Auch dieser schädliche Gebrauch von Alkohol fand bei der Bewertung keine Berücksichtigung."

      So in etwa, wobei gerade dieses Beispiel nicht die höchste Dringlichkeit hat.
      Mit FruchtigBunts Anmerkungen kannst du aber dein Schreiben noch mal durchgehen und straffen.

      Viel mehr schaffe ich im Moment leider nicht...!




      Mein Mann hat einen Achillessehnenriss und kann nicht laufen x( . Großartig :sarcasm:
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Vielen Dank für eure Anregungen! :)
      Es fällt mir leider weiterhin sehr schwer, das gescheit umzuschreiben, ohne die Kernaussage zu verlieren (vielleicht bin ich einfach wieder zu impulsiv und sprunghaft), aber ich verstehe schon, was ihr meint, und werde vermutlich meinen Freund und insbesondere meinen Therapeuten in die Überarbeitung involvieren.

      :( Ich drücke die Daumen, dass der zeitnah auskuriert ist :)
    • @Lissy
      Mir hilft in solchen Fällen mittlerweile, dass ich zwei Versionen anfertige. Erst die lange Version, wo ich alle Ungerechtigkeiten etc niederschreibe. Die speichere ich ab.
      Dann mache ich eine Kopie von der Datei und es darf nur noch das stehen bleiben, was die Kriterien erfüllt.
      Ich versuche mir dann zu sagen, dass das Unrecht nicht dadurch negiert wird, weil ich es nicht erwähne. Es ist nur ein wesentlich klügerer Weg, weil man damit besser zu seinem Ziel kommt.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich versuche mir dann zu sagen, dass das Unrecht nicht dadurch negiert wird, weil ich es nicht erwähne. Es ist nur ein wesentlich klügerer Weg, weil man damit besser zu seinem Ziel kommt.
      Und ein kürzerer Weg!

      Ein bisschen wird meine gebeutelte Psyche auch dadurch besänftigt, dass ich das Erlebte aufschreibe und bearbeite.
      Vielleicht hilft dir ja das Gleiche. :thumbup:
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • ...soeben die Antwort erhalten, dass für eine ASS-Diagnose ein Leistungs-/IQ-Test "schwer verzichtbar" sei, da dieser der Differentialdiagnose diene (geistig behindert bin ich offenkundig nicht, eine Hochbegabung schlösse ASS aus? Oder wie soll ich das verstehen?).
      Dass die Dame, deren Mail ja eigentlich nett und entgegenkommen formuliert war, meinte, dass eventuell "verharmlosende" Umstände eingerichtet werden könnten, bzw. das Nichterfahren des Wertes (das ist eher noch schlimmer als besser), triggerte mich wieder zu starker Aggressivität, ich gelangte sofort in den von Unterforderung und Ohnmachtsgefühl gekennzeichneten "Hauptschulmodus", würde am liebsten Monitor oder Fenster einschlagen und habe seit einer Viertelstunde Probleme, mich "herunterzuregulieren".

      Sehr schade, aber dann hat sich das wohl erledigt. :(
    • @Lissy

      Ja, der IQ-Test dient bei Menschen mit Verdacht auf Asperger in der Regel nur dazu, dass man eine geistige Behinderung ausschließt. Ich denke, das kann man bei dir ja sicher ausschließen, deshalb werden sie wohl den Test nicht machen wollen. Nein, eine Hochbegabung schließt ASS meines Wissens nach nicht aus. Von daher würde es in Hinblick auf Autismus nichts bringen, wenn beim IQ-Test rauskäme, dass du hochbegabt bist. Denn dann könntest du trotzdem noch Asperger haben.


      Lissy wrote:

      Dass die Dame, deren Mail ja eigentlich nett und entgegenkommen formuliert war, meinte, dass eventuell "verharmlosende" Umstände eingerichtet werden könnten, bzw. das Nichterfahren des Wertes (das ist eher noch schlimmer als besser)
      Das verstehe ich nicht. Was hat die Dame geschrieben bzw. gemeint? Welche Umstände wollte sie einrichten? Ich verstehe den Zusammennhang irgendwie nicht.

      Aber das Wichtigste: Dir ist bewusst, dass du getriggert wurdest. Versuche dir zu sagen, dass du sicher bist. Kapsele dich vielleicht sogar ab und schütze dich irgendwie erstmal vor diesen Gefühlen. Die Frau an sich und der Ausgang dessen, was sie vorschlägt, bedrohen dich nicht wirklich im Kern. Das fühlt sich vermutlich nur so an. Trigger hängen ja meist mit etwas anderem zusammen. Versuche, nur jetzt auf dem Moment zu achten und dass du jetzt (immer genau die aktuelle Sekunde) sicher bist. :!: Wie du die ganzen Sachen (Test etc.) hinbekommst, ist in dem Moment nachrangig. Du kannst spüren, dass du trotz diesem ganzen Mist in dem Moment sicher bist, in dem du bei dir bleibst.
    • Ja, eigentlich klar - aber weshalb erachten sie einen IQ-Test als schwer verzichtbar? Würde man nur sagen, dass der Standard sei, weil der IQ "gut zu wissen" ist, könnte ich das ja noch tolerieren - aber dass ich nicht "dumm" bin, wird man auch so merken. Und es macht keinen signifikanten Unterschied, ob ich nun einen leicht, oder einen deutlich überdurchschnittlichen Wert habe - dieses Urteil maße ich mir jetzt auch als Laie mal an