Dauer der Klage auf Schwerbehinderung vor dem SG

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Capricorn wrote:

      Die Bewertung wird im Amt von extra dafür geschulten ÄrztInnen geleistet und die letzte Entscheidung trifft dann die Verwaltung.

      Ich habe manchmal das Gefühl das du die Ämter verteidigst. Ich will nicht das du dich gegen sie stellst, aber das wie du dich ausdrückst klingt für mich so als fändest du diese Vorgehensweisen richtig und Therapeuten und dann am ende auch geschädigte sind selbst schuld.
      Ohne das speziell im Fall von @Cloudactive zu wissen, ist hier bei einigen Usern schon durchgeschienen, dass sie selbst beim Gesundheitsamt arbeiten und Schwerbehinderte beurteilen. Ich denke, die Position ist nicht einfach, weil man (sofern man selbst betroffen ist, dann auf beiden Seiten gleichzeitig steht ud die Ämter sind ja häufig eher tendenziell gegen die Antragsteller).
    • thelord wrote:

      Psychische Einstufungen sind doch per se schwammig.
      Ja das stimmt, aber nur von etwas auf dem Papier stehendem sollten die eigentlich kein Urteil über einen fällen können. Man kann ja im Grunde alles irgendwie einfach so aufschreiben wie man will. Auf das was die Ärzte in ihrem Befunden schreiben, scheint ja nicht all zu viel Wert gelegt zu werden (zumindest hier in diesem Fall so wie sich das anhört) daher frage ich mich wie die das beurteilen wollen oder meinen sie könnten es besser beurteilen als der Arzt der die Patienten ja kennt und schon mehrfach beobachten und befragen konnte. Das konnten die ja nie, sie können nur das lesen was der Arzt geschrieben hat, aber das scheinen sie ja nicht wirklich ernst zu nehmen.
    • FruchtigBunt wrote:

      ud die Ämter sind ja häufig eher tendenziell gegen die Antragsteller).
      Die Ämter haben in erster Linie erstmal neutral zu sein und nicht gegen irgendjemanden.

      Sie haben die Aufgabe Mittel zu bewilligen oder abzulehnen durch Überprüfungen von Informationen.
      Die Informationen scheinen sie nicht immer selber einzuholen (in dem sie einen Patienten selber in Augenschein nehmen) wie beim SbA das nunmal so ist, also müssen sie sich auf Infos von außen (Arztberichte, Diagnosen etc) verlassen. Das ist ihre Aufgabe aber scheinbar wird das in manchen Fällen vernachlässigt. Hier scheinbar nur deswegen weil die Person studiert und arbeitet (zwar am Limit des möglichen aber sie tut es). Man muss beim Antrag des SbAs glaube ich angeben ob man irgendwas arbeitet oder so.
      Wenn nicht wegen der Beurteilung? Es würde mich nicht wundern wenn jemand der einen Job hat, anders beurteilt wird als jemand der keinen Job hat.
    • Schon skurril, du könntest damit gut recht haben, allerdings ist Erwerbsunfähigkeit ja eher ein Symptom von schweren Anpassungsschwierigkeiten, ich wollte nur einen GdB von 50 haben, also der Mindest-GdB bei mittelgradigen.
      Für die Erhöhung von 40 auf 50 muss ich nun das Versorgungsamt verklagen, was Jahre dauern kann, und all das passiert nur, um irgendwann einmal Kindergeld zu erhalten und weniger arbeiten zu müssen, um mich auf das Studium konzentrieren zu können :nerved: :m(:
    • Lissy wrote:

      Für die Erhöhung von 40 auf 50 muss ich nun das Versorgungsamt verklagen, was Jahre dauern kann, und all das passiert nur, um irgendwann einmal Kindergeld zu erhalten und weniger arbeiten zu müssen, um mich auf das Studium konzentrieren zu können
      Das ist ein krankes System das ganze.
      Ih mein das ist total kompliziert, allein wenn man sich das durchliest hört sich das paradox an.

      Ich selber schätze mich nach dem wie ich das was andere so bekommen haben und wie sie so drauf sind selber als mittelgradig ein, aber ich schaffe sehr viel weniger als du, aber ich bezweifle selbst das ich 50+ bekomme. Ich bezweifle auch das ich auch nur irgendeines der Merkzeichen bekomme die ich mit angegeben habe, denn scheinbar gehen die heute generell den Weg das sie eher niedrige GdBs vergeben und man dann wiedersprch einlegt damit man zumindest etwas mehr bekommt und man dann halt sich damit zufrieden gibt.
      Wenn man dann noch auf sowas wie Kindergeld angewiesen ist, bleibt einem ja schon fast garnichts anderes mehr übrig als das was du da machst aber das ist ein Krampf wie man sieht.
      Ich verstehe auch nicht warum man kein ALGII oder HarzIV bekkommen kann nur weil man studiert. Das kapier ich nicht. Das bestätigt aber nur wieder meine Theorie das sie nicht wollen das arme Menschen studieren.
    • Lissy wrote:

      Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen möchte.
      Sowas bringt wohl nichts, habe ich gelesen.

      Hast du denn eine Art Gutachten eingereicht, welches darlegte, inwiefern du im Studium beeinträchtigt bist/warst durch deine Behinderung?
      Warum hast du nicht den Grund geltend gemacht, dass du Prüfungen nicht bestanden hast?
      Du hättest zunächst einmal Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen müssen, aber wenn deine Unterlagen einfach so zurückgeschickt wurden, sieht das ja von außen irgendwie so aus, als hättest du es nie oder nicht rechtzeitig eingereicht, das ist blöd.
      Ich verstehe ohnehin nicht, wie das System an manchen Stellen noch oder überhaupt funktioniert. :roll:
      Zum Beispiel, dass die Behörden nicht einfach ständig behaupten, sie hätten gar nichts erhalten oder eben nicht das, was gefordert wurde.
      Don't read this, big daddy.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)

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    • Cloudactive wrote:

      Lissy wrote:

      Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen möchte.
      Sowas bringt wohl nichts, habe ich gelesen.
      Hast du denn eine Art Gutachten eingereicht, welches darlegte, inwiefern du im Studium beeinträchtigt bist/warst durch deine Behinderung?
      Warum hast du nicht den Grund geltend gemacht, dass du Prüfungen nicht bestanden hast?
      Du hättest zunächst einmal Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen müssen, aber wenn deine Unterlagen einfach so zurückgeschickt wurden, sieht das ja von außen irgendwie so aus, als hättest du es nie oder nicht rechtzeitig eingereicht, das ist blöd.
      Ich verstehe ohnehin nicht, wie das System an manchen Stellen noch oder überhaupt funktioniert. :roll:
      Zum Beispiel, dass die Behörden nicht einfach ständig behaupten, sie hätten gar nichts erhalten oder eben nicht das, was gefordert wurde.
      Don't read this, big daddy.

      Ja, mein "psychologischer Psychotherapeut" hatte mir damals ein Quasi-Gutachten mit einem detaillierten Studienverlauf vor dem Hintergrund meiner Erkrankungen für das Bafög-Amt ausgestellt, der Sachbearbeiter war scheinbar dennoch der Überzeugung, dass dadurch keine Behinderung attestiert würde; ich vermute, da er nur ein Psychotherapeut war. Da ich mich von Ärzten nicht anfassen lassen kann, ist eigentlich naheliegend, dass ich nicht auch bei einem "Arzt" in Behandlung war. Obwohl die Seite des Studierendenwerks behauptet, auch Nachweise psychologischer Psychotherapeuten würden berücksichtigt... Ich vermute daher mal, dass der Sachbearbeiter schlichtweg seinen Job falsch gemacht hat. Ich hatte damals ca. 20% der Gesamtstudienleistungen erbracht; zudem hatte ich (da ich ein Mensch bin, der zu solchen Themen ausführlich recherchiert...) gelesen, dass das Bafög-Amt dazu neige, 100% der Forderung unmittelbar zurückzufordern, wenn man als Behinderter nach vier Semestern weniger als 50% der von Gesunden geforderten 50% der Gesamtleistung erbracht hat, mit meinen 20% lag ich also 5% darunter. Eine Rückforderung hätte für mich die Insolvenz bedeutet (in der ich heute eh bin); als sehr ängstlicher Mensch wollte ich das aber umgehen, daher wäre auch ein Widerspruch nicht infragegekommen. Aber ja, das war ein Fehler, dafür verlängerte sich meine Studiendauer um bestimmt mindestens drei Jahre

      Ja, obwohl meine Finanzen sehr beschränkt sind, geht mittlerweile alles, was an Ämter geht, postalisch per Einschreiben und zugleich per Mail raus.
    • FruchtigBunt wrote:

      Meiner Erfahrung nach besteht in dem Bereich ziemlich haufig eine ziemlich ausgeprägte Diskrepanz zwischen dem, wie es sein sollte und dem, wie es tatsächlich gehandhabt wird.
      Ja das ist wohl wahr, das ist auch etwas wo ich den größten Mangel sehe denn dadurch entstehen die meisten Probleme. Sicher sind auch menschen in den Anfragen drin, die vermutlich keine Berechtigung haben für diverse Hilfen und diese trozdem sich irgendwie erschleichen wollen, aber da muss man als Bearbeiter/Prüfer die Mittel nutzen die man hat (und das sind ja nichtmal wenige) um dann alle Informationen über die Personen zu bekommen. Ich sehe ja auch das sie das nutzen, indem sie einen allesmögliche fragen und auch Unterlagen als Beweis dazu sehen wollen. Wenn dann immernoch abgelehnt wird, obwohl alles erbracht wurde ist das einfach nicht richtig. Man hat seine Pflicht erfüllt und in der Theorie müsste man die Sache dann auch bekommen. Es ist nicht logisch wenn das dann nicht eintrifft und es auch nicht begründet/erklärt wird.
      In manchen Dingen wird dann ja gesagt das man sich deswegen woanders hin wenden muss, aber Ablehnungen ohne Gründe sollte es nicht geben, denn da könnte man immer ablehnen nur weil einem der Name nicht passt oder man die Person nicht so sehr sympatisch findet etc.
      Man könnte in dem Fall von Lissy auch davon ausgehen das die Ämter die vermutlich auch ihre Familie als Hilfeempfänger bereits kennen allein schon aus diesem grund nicht helfen will weil sie bereits wegen denen befangen ist. Das würden sie nie zugeben, aber es würde mich nicht wundern das wenn sie in eine andere Gegend ziehen würde, abweist von Eltern und anderen die diese fremden Amtsleute dann nicht kennen und sie selbst auch neu für diese sind, sie ganz anders behandelt wird.
      Lissy hat wirklich in allen Dingen über die sie hier berichtet nur Abschmetterungen und Pech und ich halte das langsam nicht mehr für nur einen dummen Zufall. Dafür sind das einfach zu viele "Zufälle" wenn man so will.
      Jetzt kann man sich natürlich an jedes Amt wenden, wenn die Gesetze es so bestimmt haben, das Leute die studieren kein ALGII oder anderes Hilfsgeld bekommen dürfen, können die auch nur sagen "Sorry aber sie sind hier falsch" oder sowas, und die Versicherungen machen in der Tat nur das was die Gesetzgeber beschließen (das merke ich ja auch immer an meiner freiwilligen Versicherung die sogar höher ist als die von Lissy) aber das mit dem gdB trotz der vielen Beschwerden die auch ärztlich bestätigt wurden sind allerdings etwas, was ich nicht nachvollzehen kann, das sie aber das mit dem Kindergeld nicht machen wollen war irgendwie abzusehen, ich denke man das sie sich heutzutage generell immer erstmal dagegen stelen und versuchen das der jenige aufgibt.
    • Das ist das Skurrile - ich studiere ja in Münster, komme aber aus der Gegend um Wuppertal. Die hiesigen Ämter kennen meine Familie gar nicht. Mein Vater ist auch nicht direkt Hilfsempfänger, da er seit 2015 Altersrentner ist und nebenbei nur etwas Wohngeld bezieht, meine Mutter lebt seit 2013 nicht mehr.
      Ich gebe dem nun einen letzten Versuch und kontaktiere noch einmal Sozialämter/Behinderungsbeauftragte. Wenn ich nur diese verd*mmte Schwerbehinderungsklage beschleunigen könnte, um dann in vielleicht drei Monaten Kindergeld zu erhalten, wäre ja schon alles gut :m(: :roll: Aber neeeiiin, ein Eilverfahren sei nicht machbar. Weisen die eigentlich auch Leute ab, bei denen die Klage zum Erhalt von Grundsicherung beschleunigt werden soll?
    • Ach, kennt sich vielleicht jemand damit aus, wenn man gerne einen Gutachter eines bestimmten Geschlechts hätte? Ich komme mit den allermeisten Frauen überhaupt nicht klar, daher würde ich es um jeden Preis vermeiden wollen, eine Begutachtung durch eine Frau über mich "ergehen zu lassen". Auch meine Ärzte sind ausschließlich männlich, anders geht es nicht, insbesondere käme es in einer sensiblen Begutachtungssituation zu Problemen (vielleicht auch nur meinerseits)...
    • So weit ich weiß darf man Ärzte für eine Begutachtung vorschlagen wenn man sich mit einer Sache an ein Gericht wändet, aber die müssen das nicht berücksichtigen.
      Ich musste auch mal 2 Gutachten machen lassen und habe zwei Ärzte vorgeschlagen. Es wurde nur einer von denen ausgesucht und ein anderer den ich nicht kannte war dann auch dabei. Es waren beides Männer, aber ich hatte da keine Probleme. In meiner Transgender-sache ist es aber vielleicht auch nochmal anders als im Sozial-recht.
    • Hallo,

      meine selbsteingereichte Klage vor dem Sozialgericht dauerte ca. 4,5 Monate. Ich hatte bereits vorher einen GdB von 40.

      Die Gegnerseite hatte dann ein Teilanerkenntnis abgegeben, da Sie eingesehen hat, dass der Widerspruchsbescheid schon inhaltlich falsch war.
    • Puh, das klingt gut - aber ich fürchte, bei mir werden die den Fehler nicht einsehen.

      Hast du denn eine Asperger-Diagnose? Wenn ich mich recht erinnere, soll da erst einmal von mindestens 50 ausgegangen werden, oder?
    • zaph wrote:

      Und dass erstmal von einem GdB 50 ausgegangen wird, ist leider auch nicht richtig.
      Jup, nicht mehr. Seit der Änderung zum 01.01.2011 gilt nur wie stark man eingeschränkt ist, nicht wie die Diagnose lautet.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • FruchtigBunt wrote:

      .....ud die Ämter sind ja häufig eher tendenziell gegen die Antragsteller
      Das ist mir neu. Hast du belastbare Daten, um diese These zu untermauern?

      Was ich weiß, ist folgendes: Die Behandler*innen sind oft bar jeglichen Wissens über die Anforderungen einer Auskunft ans die Versorgungsämter.
      Bewertet (ist bestimmt schon 100 mal beschrieben worden) werden ja keine Diagnosen (außer vielleicht "Arm ab rechts/links"), sondern die Einschränkungen, Teilhabeeinschränkungen, Funktionsdefizite und -verluste.

      Teils hüllen sich die Ärzte darüber in Schweigen, teils merkt man deutlich dass es sich um Gefälligkeitsgutachten handelt. Es gibt ja oft mehr als einen Bericht zu einer/m AntragstellerIn. Bei deutlichen Unterschieden in den Befundbeschreibungen wird manch beurteilender Gutachter dann doch schon mal misstrauisch....
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil: