Dauer der Klage auf Schwerbehinderung vor dem SG

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    • Ja, mag sein, dass du da Glück hattest. Als wir unser Bruttoeinkommen von ca. 1000€ angaben, wurde uns mitgeteilt, dass dieses Einkommen noch nicht plausibel sei, da wir (wenige Prozent) unter den 80% des Regelsatzes lägen. Eine detaillierte Rechnung, dass und weshalb wir damit auskommen, da wir schlichtweg geringe Lebenshaltungskosten haben und fast nie weggehen, interessierte die ansonsten nette Wohngelddame nicht. Schlussendlich mussten die Eltern meines Freundes ihm noch etwas zuschießen, damit wir überhaupt Wohngeld erhalten konnten.

      Manchmal frage ich mich auch, ob ich einfach besonders viel jammere :d Aber andererseits scheint wirklich viel zusammenzukommen - keine staatliche oder familiäre Unterstützung (bis eben auf Wohngeld), bis auf Vater alle tot, Schulden, psychisch (schwer(-))behindert, Sozialkrüppel und auf Biegen und Brechen, unter Suizidgedanken für den Falle eines Abbruchs das Studium beenden wollend. Dafür muss man wohl ziemlich stur sein, aber ohne ein gewisses Maß an Sturheit macht man wohl nicht als Erster in der Familie Abitur.

      Bei der Sache mit dem Kindergeld, dessentwegen ich die Schwerbehinderungsklage ja erst erhob, kann ich mich scheinbar sogar noch glücklich schätzen. Es ist nicht als Sozialleistung gedacht, sondern als "Entlastungsleistung" den Eltern gegenüber, daher riet die Familienkasse mir damals, doch zum Jobcenter zu gehen. Diese Entlastung scheint wichtiger zu sein als die Grundabsicherung eines Behinderten. Daher gibt es in meinem Fall auch nur Kindergeld nach dem Einkommenssteuergesetz, nicht nach dem Bundeskindergeldgesetz. Und daher ist mein Kindergeldanspruch gefährdet, wenn ich Vollwaise zu werden drohe...

      Sorry, dass ich euer Forum so "volljammere", aber vielleicht hilft der Ausgang dieser Sache ja dem einen oder anderen weiter.
    • Lissy wrote:

      Sorry, dass ich euer Forum so "volljammere", aber vielleicht hilft der Ausgang dieser Sache ja dem einen oder anderen weiter.
      Ich finde deine Sorgen schon begründet, ich würde vermutlich das gleiche machen und versuchen mögliche Dinge zu benutzen um Hilfe und Rat zu suchen wenn mir andere Möglichkeiten nicht möglich sind.
      Du bist ja hier nur einer von vielen die hier Rat suchen.

      Ich wünschte ich könnte dazu irgendwas brachbares sagen aber bei mir läuft das mit dem SbA auch noch und Kindergeld habe ich nicht rückwirkend beantragt/mit angegeben weil ich mir diese Sachen nicht zutraue. Ich verstehe davon kaum etwas.
      So wie ich das aber verstanden habe, sind immer erst das Arbeitsamt/Jobcenter für egal was an Zahlungen zuständig und wenn die etwas ablehnen und dich dann an ein anderes Amt verweisen, sind dann erst die anderen zuständig, also bevor ein Behinderter Grundsicherung bekommt, muss das Arbeitsamt den erstmal für unvermittelbar bzw arbeitsunfähig erklären.
      Das mache ich ja gerade selber durch. Ich habe mich zuerst die ganze Zeit gefragt was dieser Threadtitel zu bedeuten hat denn es liest sich so als wolltest du beim Sozialgericht einklagen einen Behindertengrad bescheinigt zu bekommen. Das wäre mir aber neu das man sowas tun muss. jetzt sehe ich aber das es um diese Kindergeldsache geht. Das ist ein schweres Ding, ich glaube das durchzubekommen ist sehr kompliziert und aufwändig weil die das wohl immer erstmal ablehnen weil die nicht zahlen wollen und hoffen das die meisten sich damit zufrieden geben werden.
    • Ja, ich hätte auch bestimmt keine Skrupel, zum Jobcenter zu gehen und ALG II o.ä. zu beziehen, wenn ich denn nur nicht Studentin wäre, weswegen ich weiß, dass sie mich abweisen würden/müssten.
      Ich empfinde es nach wie vor als - man entschuldige die Wortwahl - pervers, Studenten per se vom Grundsicherungsbezug auszunehmen. Angeblich hat man ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, aber dieses Grundrecht kann für Studenten außer Kraft gehoben werden. Im Rahmen der Bafög-Argumentation habe ich dafür noch eher Verständnis, so dass erst mal die Eltern zahlen sollen, wenn sie können. Aber wenn klar ist, dass man wegen einer Behinderung, die man nicht selbst verschuldet hat, längerfristig studieren wird, damit schlussendlich ja aber seine eigenen Jobchancen erheblich verbessert und damit die Gefahr verringert, dauerhaft arbeitslos zu sein, sollte es mehr geben als 80€ Wohngeld, die dann noch an ein anderweitig generiertes Mindesteinkommen gekoppelt sind.

      Einen GdB von 40 habe ich ja bereits. Mein Psychiater war fassungslos, dass mein Widerspruch abgewiesen wurde. Er meinte, mein Behinderungsgrad läge definitiv deutlich über 50, auch wenn es aufgrund meiner teilweisen Erwerbsfähigkeit und des parallel ausgeübten Studiums wahrscheinlich nicht für 80-100 reichen würde. Sollte ich den GdB von 50 erhalten, ist die Ursächlichkeit meiner Behinderung für mein Außerstandesein zum Selbstunterhalt anzunehmen, demnach würde, so ich nicht Vollwaise bin, Kindergeld fließen, und zwar rückwirkend bis 2017. Sollte die Familienkasse dann weiterhin rumzicken, so wird ihnen sicherlich klar sein, dass mein bereits darauf angesetzter Anwalt in dem Fall eine weitere Klage einreichen wird. Boah, macht dieser Verein mich aggressiv :nerved: Ich kümmere mich nun erst einmal darum, dass alle anderen Kindergeldformalitäten während meiner Klage auf Schwerbehinderung geklärt werden, so dass der Familienkasse bereits die Höhe meines Einkommens bekannt ist etc., damit es hinterher etwas schneller geht. Vorausgesetzt, die wollen das überhaupt bearbeiten, der Abzweigungsantrag wurde ja aufgeschoben, er könne nicht bearbeitet werden, solange nicht klar ist, ob Anspruch besteht :lol:
    • Lissy wrote:

      wenn ich denn nur nicht Studentin wäre, weswegen ich weiß, dass sie mich abweisen würden/müssten.
      Ich glaube Studenten würden Bafög beantragen müssen. So ganz so viel weiß ich nicht darüber. ich bekam Bafög nur mal fpr die 3 Jahre wo ich noch auf ein berufskolleg ging. Damals sagte man mir das ich das nichts zurück zahlen muss, aber Studenten müssten das zurück zahlen, weshalb ich auch dann nie angefangen habe zu studieren. Vermutlich würde mich mit meinem eher schlchten Fachhochschulzeugnis eh keiner nehmen oder ich wäre auf einer Warteliste.


      Lissy wrote:

      Ich empfinde es nach wie vor als - man entschuldige die Wortwahl - pervers, Studenten per se vom Grundsicherungsbezug auszunehmen. Angeblich hat man ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, aber dieses Grundrecht kann für Studenten außer Kraft gehoben werden. Im Rahmen der Bafög-Argumentation habe ich dafür noch eher Verständnis, so dass erst mal die Eltern zahlen sollen, wenn sie können. Aber wenn klar ist, dass man wegen einer Behinderung, die man nicht selbst verschuldet hat, längerfristig studieren wird, damit schlussendlich ja aber seine eigenen Jobchancen erheblich verbessert
      Ich glaube da fängt es schon an.
      Die glauben nicht daran das Menschen mit Behinderungen in normale Jobs vermittelbar sind, darum sind auch keine Studiums für sie vorgesehen.
      Das zweite ist, das studieren seit jeher immer nur von reichen für reiche gemacht wurde damit die Nachkommen dieser Reichen auch wiederum mal reich werden können.
      Das ist irgendwie immernoch so, auch wenn es heute schon Hilfsangebote gibt (stipendien für Arme und Förderprogramme für Menschen mit Behinderung die wiederum aber reiche Eltern haben).
      Wenn beides zusammen kommt (arm und auch noch behindert) ist das System scheinbar überfordert.


      Lissy wrote:

      Einen GdB von 40 habe ich ja bereits. Mein Psychiater war fassungslos, dass mein Widerspruch abgewiesen wurde. Er meinte, mein Behinderungsgrad läge definitiv deutlich über 50, auch wenn es aufgrund meiner teilweisen Erwerbsfähigkeit und des parallel ausgeübten Studiums wahrscheinlich nicht für 80-100 reichen würde. Sollte ich den GdB von 50 erhalten, ist die Ursächlichkeit meiner Behinderung für mein Außerstandesein zum Selbstunterhalt anzunehmen
      So wie ich das verstehe gestehen die dir keinen höheren GdB zu weil du eben in der Lage bist zu studieren und nebenher noch zu arbeiten, auch wenn alles etwas länger braucht und du nicht so viel arbeiten kannst wie andere die studieren, so kommt mir das vor.
      Ich vermute wenn du keinen Job hättest, kein Studium, und dann eben auch diese argumentation deines Arztes, hätte man vermutlich einen höheren GdB anerkannt, weil sie dann sehen das du all das nicht kannst.
      Was für eine Arbeit machst du denn noch nebenher?
      Ich erinnere mich das wir mal eine Untermieterin hatten die aus Polen kam und die auch hier war um zu studieren. Die hatte auch nebenher einen Job, und ich fragte mich damals schon oft wo sie diese Energie dafür hernimmt das zu schaffen, wärend ich nach der Schule oft nachmittags erstmal schlafen musste weil ich einfach kaputt war.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Lissy wrote:

      wenn ich denn nur nicht Studentin wäre, weswegen ich weiß, dass sie mich abweisen würden/müssten.
      Ich glaube Studenten würden Bafög beantragen müssen. So ganz so viel weiß ich nicht darüber. ich bekam Bafög nur mal fpr die 3 Jahre wo ich noch auf ein berufskolleg ging. Damals sagte man mir das ich das nichts zurück zahlen muss, aber Studenten müssten das zurück zahlen, weshalb ich auch dann nie angefangen habe zu studieren. Vermutlich würde mich mit meinem eher schlchten Fachhochschulzeugnis eh keiner nehmen oder ich wäre auf einer Warteliste.

      Lissy wrote:

      Ich empfinde es nach wie vor als - man entschuldige die Wortwahl - pervers, Studenten per se vom Grundsicherungsbezug auszunehmen. Angeblich hat man ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, aber dieses Grundrecht kann für Studenten außer Kraft gehoben werden. Im Rahmen der Bafög-Argumentation habe ich dafür noch eher Verständnis, so dass erst mal die Eltern zahlen sollen, wenn sie können. Aber wenn klar ist, dass man wegen einer Behinderung, die man nicht selbst verschuldet hat, längerfristig studieren wird, damit schlussendlich ja aber seine eigenen Jobchancen erheblich verbessert
      Ich glaube da fängt es schon an.Die glauben nicht daran das Menschen mit Behinderungen in normale Jobs vermittelbar sind, darum sind auch keine Studiums für sie vorgesehen.
      Das zweite ist, das studieren seit jeher immer nur von reichen für reiche gemacht wurde damit die Nachkommen dieser Reichen auch wiederum mal reich werden können.
      Das ist irgendwie immernoch so, auch wenn es heute schon Hilfsangebote gibt (stipendien für Arme und Förderprogramme für Menschen mit Behinderung die wiederum aber reiche Eltern haben).
      Wenn beides zusammen kommt (arm und auch noch behindert) ist das System scheinbar überfordert.


      Lissy wrote:

      Einen GdB von 40 habe ich ja bereits. Mein Psychiater war fassungslos, dass mein Widerspruch abgewiesen wurde. Er meinte, mein Behinderungsgrad läge definitiv deutlich über 50, auch wenn es aufgrund meiner teilweisen Erwerbsfähigkeit und des parallel ausgeübten Studiums wahrscheinlich nicht für 80-100 reichen würde. Sollte ich den GdB von 50 erhalten, ist die Ursächlichkeit meiner Behinderung für mein Außerstandesein zum Selbstunterhalt anzunehmen
      So wie ich das verstehe gestehen die dir keinen höheren GdB zu weil du eben in der Lage bist zu studieren und nebenher noch zu arbeiten, auch wenn alles etwas länger braucht und du nicht so viel arbeiten kannst wie andere die studieren, so kommt mir das vor.Ich vermute wenn du keinen Job hättest, kein Studium, und dann eben auch diese argumentation deines Arztes, hätte man vermutlich einen höheren GdB anerkannt, weil sie dann sehen das du all das nicht kannst.
      Was für eine Arbeit machst du denn noch nebenher?
      Ich erinnere mich das wir mal eine Untermieterin hatten die aus Polen kam und die auch hier war um zu studieren. Die hatte auch nebenher einen Job, und ich fragte mich damals schon oft wo sie diese Energie dafür hernimmt das zu schaffen, wärend ich nach der Schule oft nachmittags erstmal schlafen musste weil ich einfach kaputt war.

      Ja, bei mir ist es auch so, dass ich wegen der Zeit, die ich auf der Arbeit zubringen muss, die Uni fast gar nicht mehr besuchen kann, weswegen ich fast alles zu Hause erarbeite. Das wiederum wirkt sich negativ auf meine Leistungen aus, da ich als ADHS-Betroffene zwar gut in einer ruhigen Umgebung lernen, mich aber schwer selbständig zum Lernen motivieren kann. Ich nehme mir jedes Semester aufs Neue vor, nun fünf Tage auf der Arbeit und in der Uni zuzubringen - aber es läuft jedes Mal darauf hinaus, dass der soziale Stress so groß ist, dass ich bestenfalls im Selbststudium arbeite, schlimmstenfalls wieder Kurse cancele. Auf der Arbeit kann ich nun mal nicht fehlen. Mittlerweile gehe ich dazu über, meinen Jahresurlaub, der eigentlich der Erholung dienen soll, zum Lernen und Besuchen der Uni zu nutzen. Es bleibt mir keine Wahl. Im kommenden Semester erwartet mich ein vierwöchiges Unipraktikum, das in Vollzeit stattfindet - davor graut es mir regelrecht. Bisher erhielt ich keinen Nachteilsausgleich, und ich weiß auch nicht, ob man mich mit einem solchen das Praktikum in Teilzeit absolvieren ließe (/lassen könnte).

      Das denke ich auch. Auch möchte ich denen nicht mal Intentionalität unterstellen. Gut, manchmal habe ich daran auch etwas Zweifel, wenn ich beispielsweise höre, dass ein Student mit 400€ Monatseinkommen (INKLUSIVE Miete) Rundfunkgebühren zahlen soll... Aber die Gruppe derer, deren Familie so arm ist wie meine, die um jeden Preis studieren wollen und dann trotz guter Intelligenz noch (schwer(-))behindert sind, ist sicherlich so verschwindend gering, dass solche Fälle nie geklagt haben und daher keine Berücksichtigung fanden.

      Genau, die interpretieren das falsch - ich schrieb in meinem Widerspruch ausführlich, dass und weshalb ich nicht in der Lage bin, zu studieren UND zu arbeiten; dass ich zig Jobs ausprobierte und wegen meiner Behinderung aus einem nach dem anderen "rausflog". Vielleicht bin ich naiverweise idealistisch, aber ich hoffe sehr, dass das Versorgungsamt einen "auf den Deckel" kriegen wird, damit sie Fälle wie meinen nicht mehr zu positiv bewerten, nur weil es sich "nur" um psychische Erkrankungen handelt.

      Ich arbeite im Callcenter. Der Job ist sehr anstrengend, aber von allen bisherigen der "beste".
      Einmal arbeitete ich in der Gastronomie; mein Chef ließ mich Bier zapfen, Cocktails mischen, Garderobe entgegennehmen und spülen, aber bei den ersten beiden Tätigkeiten war ich zu langsam, so dass er mich wegschickte, bei der dritten war meine Sozialkompetenz zu gering, so dass er mich wegschickte, bei der vierten war ich zu tollpatschig, d.h. nach drei Stunden erfolgte ein Arbeitsunfall, in dessen Folge ich zweieinhalb Wochen nicht arbeiten durfte. Aber bloß nicht missverstehen, ich bin ja Studentin! Das heißt, es gab (dafür, dass ich als Studentin ja erhöhte Krankenkassenbeiträge zahle) weder Krankengeld noch Verletztengeld. Daher musste ich trotz Arbeitsunfähigkeit in einem Job, der den kaputten Finger belastete, arbeiten gehen. Wieder so ein Punkt, bei dem ich eigentlich nur lachen will, das glaubt einem wieder niemand :lol:

      Aus einem Callcenter flog ich raus, weil ich zu unbeholfen und unkonzentriert war und man mir meine somatischen Angstsymptome angemerkt hat. In der Nachhilfe wurden meine Depressionen schlimmer, weil ich mit meinem Perfektionismus, der es nicht erlaubte, dass ein Kind etwas, das ich ihm beizubringen versuchte, nicht lernte, nicht zurechtkam und außerdem ständig telefonieren sollte. Während ich Verkehrsbefragungen für die Stadtwerke durchführte, litt ich durchgehend unter Bauchkrämpfen und Übelkeit, weil ich direkten Kontakt zu Menschen hatte. Dass die mir meine Unsicherheit anmerkten, verschlimmerte die Angst noch. Als ich in der Produktion arbeitete, passierte es leider öfter, dass ich Dinge fehletikettierte, was den Arbeitgeber Geld kostete und mir jedes Mal dumme Kommentare einbrachte. Als ich in einem Modeladen jobbte, wurde ich einigen Kollegen gemobbt, weil ich keinen "Sinn für Mode" habe und zu unsicher war, mit Kunden zu kommunizieren. Von heute auf morgen sollte ich nicht mehr kommen, die mir noch zustehenden Schichten wurden spontan - von heute auf morgen - gecancelt. Als ich als Transkriptionistin arbeitete, wurde mir, obwohl ich mir wirklich viel Mühe gab, mitgeteilt, sie hätten noch niemanden gehabt, der so schlecht arbeitet. Was Jobs angeht, reicht es mir mittlerweile wirklich. Dass das Versorgungsamt behauptet, vor dem Hintergrund dieser Geschichte und der Tatsache, dass ich unfähig bin, Kontakte zu knüpfen, sei meine Behinderung nicht schwerwiegend, nur mit einem GdB von 40 zu bewerten, macht mich hochgradig aggressiv. Mein Psychotherapeut meinte letztens noch, er gehe definitiv nicht davon aus, dass ich überhaupt neben dem Studium arbeiten kann - aber danach, ob man das kann, fragt eben keiner. Die Jobs, die ich mir langfristig, d.h. auch in Vollzeit, zutrauen würde, bekomme ich erst mit einem abgeschlossenen Studium (Lektorin, "Philosophin"/Schriftstellerin im wissenschaftlichen Rahmen, vielleicht auch im Informatikbereich), auch das interessiert niemanden.

      Es kostet mich massiv Nerven, überhaupt zu arbeiten, um mein Studium zu finanzieren - aber gerade für mein Studium, im Sinne des Kindergelderhaltes, will ich die Schwerbehinderung ja anerkannt haben, andernfalls bräuchte ich sie nicht. Ich will weder früher in Rente gehen oder einen erhöhten Steuerfreibetrag erhalten noch den erweiterten Kündigungsschutz oder eine fünfte Urlaubswoche erwirken. Mein Arbeitgeber darf von der Behinderung eh nix wissen, dann bin ich meinen Job quitt, denn als Werkstudent (das Werkstudenten"privileg" ist keine Wahl, sondern Pflicht, wenn man weniger als 20 Stunden pro Woche arbeitet (/arbeiten kann)) darf man als Arbeitnehmer über viele Jahre hinweg (bisher ohne Grenze) befristet werden. Passt meinem Arbeitgeber etwas nicht, lässt er einfach meinen Vertrag auslaufen. Zudem bin ich paranoid genug, davon auszugehen, dass ein Arbeitskollege, der einige Asperger-Symptome aufzuweisen scheint, in meinen Threads mitliest oder sogar -schreibt (falls ich damit tatsächlich recht haben sollte und er das hier liest, hi... ich bitte darum und hoffe mal, dass meine Probleme "unter uns" bleiben), das stresst mich auch etwas.

      Wenn ich mich mit diesem Kram beschäftige und sehe, wie unfair die spezielle Gruppe der intelligenten/hochbegabten behinderten Studenten aus bildungsfernen Schichten behandelt wird, "brodelt" es manchmal so sehr in mir, dass ich mich in Jura umschreiben möchte :d Aber dass ich da etwas bewirken könnte, ist wohl auch utopischer Idealismus.

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    • Lissy wrote:

      was mache ich, wenn ich gefragt werde, ob ich psychische Probleme habe? Darf ich lügen? Oder kann ich den Führerschein knicken, wenn ich Ja angebe?
      Verstehe...aber hast du denn"psychische Probleme"?

      Darunter verstehe ich ausgeprägte depressive Phasen (mit stationärer Behandlung) oder ausgeprägte Angststörungen oder Zwangsstörungen und -leider-auch schoziphrene affektive Psychosen.

      So lange dir der übliche, permanente Alltagsstress zu schaffen macht, weil du um deine materielle Existenz kämpfst, kannst du getrost antworten: NEIN

      Ein bisschen zwanghaft und vorsichtig ist ja noch im Rahmen des individuellen Spielraums.... Und meistens wird man ja behindert, im Gegensatz zum Behinderten mit appem Bein (nicht dass das soviel besser wäre, aber ich hoffe, du verstehst meinen kruden Vergleich).
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Lissy wrote:

      Im kommenden Semester erwartet mich ein vierwöchiges Unipraktikum, das in Vollzeit stattfindet
      Praktikums sind immer in Vollzeit so weit ich weiß (ich hatte jedenfalls noch nie eines das es nicht war und ich hatte schon so einige).

      Aber ja das kann man nicht vereinbaren, wie soll man noch einen (bezahlten) Job machen wenn man schon vollzeit arbeitet (in einem Praktikum)? Das geht nicht.
      Sich da was vorzumachen wäre selbstschädigend.


      Lissy wrote:

      die um jeden Preis studieren wollen und dann trotz guter Intelligenz noch (schwer(-))behindert sind, ist sicherlich so verschwindend gering, dass solche Fälle nie geklagt haben und daher keine Berücksichtigung fanden.
      Ich weiß das es Leute gibt die ja trotz Behinderung studiert haben und auch sogar in diesem Beruf eine Niesche gefunden haben, aber ich vermute das diese entweder irgendwie finanziell/lebenstechnisch abgesichert waren weil zB die Eltern das gaben (also auch Unterkunft, essen etc) oder sie einen Lebenspartner hatten der diesen Part übernommen hat, damit man eben neben dem Studium nicht arbeiten muss. Die Polin die ich oben erwähnte hatte zB Eltern die ihr auch etwas geholfen haben. Sie hatte zwar einen Job zusätzlich aber halt keinen der ihr zu viel abverlangt hat und sie muss ja auch noch woanders her Geld erhalten haben um alles bezahlen zu können.
      Vielleicht so wie mir das scheint, ist das bei dir ungünstig ausgelegt. Ich weiß ja nicht was für enen Job du hast viel Geld dir bleibt und wieviele Stunden du für diesen Job am tag opfern musst, denn all das fehlt dann natürlich an Studienzeit am ende.


      Lissy wrote:

      Das heißt, es gab (dafür, dass ich als Studentin ja erhöhte Krankenkassenbeiträge zahle) weder Krankengeld noch Verletztengeld. Daher musste ich trotz Arbeitsunfähigkeit in einem Job, der den kaputten Finger belastete, arbeiten gehen. Wieder so ein Punkt, bei dem ich eigentlich nur lachen will, das glaubt einem wieder niemand
      Es fällt mir schwer mir das vorzustellen das es da nicht eine andere Lösung gibt. Ich kenne mich damit leider nicht aus, aber normal finde ich sowas nicht.
      Das heist man hat dich da auf der Arbeit unversichert arbeiten lassen, so sieht das für mich aus, wenn die KV nur Sachen abdeckt die halt beim Studieren passieren und nicht auch anderswo. Ichh mein, wenn ich mich im Haushalt verletze, wird man zwar gefragt wie es passiert ist, aber es wird ja trotzdem behandelt und bezahlt.
      Verletze ich mich hingegen beim arbeiten und bin dann nicht krankenversichert, weigern die sich natürlich. Man muss in dem Job angemeldet sein. So genau kenne ich mich aber damit nicht aus.


      Lissy wrote:

      Aus einem Callcenter flog ich raus, weil ich zu unbeholfen und unkonzentriert war und man mir meine somatischen Angstsymptome angemerkt hat. In der Nachhilfe wurden meine Depressionen schlimmer, weil ich mit meinem Perfektionismus, der es nicht erlaubte, dass ein Kind etwas, das ich ihm beizubringen versuchte, nicht lernte, nicht zurechtkam und außerdem ständig telefonieren sollte. Während ich Verkehrsbefragungen für die Stadtwerke durchführte, litt ich durchgehend unter Bauchkrämpfen und Übelkeit, weil ich direkten Kontakt zu Menschen hatte. Dass die mir meine Unsicherheit anmerkten, verschlimmerte die Angst noch. Als ich in der Produktion arbeitete, passierte es leider öfter, dass ich Dinge fehletikettierte, was den Arbeitgeber Geld kostete und mir jedes Mal dumme Kommentare einbrachte. Als ich in einem Modeladen jobbte, wurde ich einigen Kollegen gemobbt, weil ich keinen "Sinn für Mode" habe und zu unsicher war, mit Kunden zu kommunizieren. Von heute auf morgen sollte ich nicht mehr kommen, die mir noch zustehenden Schichten wurden spontan - von heute auf morgen - gecancelt. Als ich als Transkriptionistin arbeitete, wurde mir, obwohl ich mir wirklich viel Mühe gab, mitgeteilt, sie hätten noch niemanden gehabt, der so schlecht arbeitet. Was Jobs angeht, reicht es mir mittlerweile wirklich.
      Das klingt in der Tat nach einer Tortour. Sowas ähnliches kann ich auch verzählen, aber wie bist du denn an diese Jobs gekommen? Hast du dir die selber gesucht oder wurden die dir von einem Amt auferzwungen? Das klingt so für mich.
      Da hätte doch der Sachbearbeiter irgendwann mal merken müssen das du sozial bzw auch auf andere Weise überfordert bist und dich zum arzt schicken.
      Nach so vielen Fehlversuchen.


      Lissy wrote:

      Dass das Versorgungsamt behauptet, vor dem Hintergrund dieser Geschichte und der Tatsache, dass ich unfähig bin, Kontakte zu knüpfen, sei meine Behinderung nicht schwerwiegend, nur mit einem GdB von 40 zu bewerten, macht mich hochgradig aggressiv. Mein Psychotherapeut meinte letztens noch, er gehe definitiv nicht davon aus, dass ich überhaupt neben dem Studium arbeiten kann - aber danach, ob man das kann, fragt eben keiner. Die Jobs, die ich mir langfristig, d.h. auch in Vollzeit, zutrauen würde, bekomme ich erst mit einem abgeschlossenen Studium (Lektorin, "Philosophin"/Schriftstellerin im wissenschaftlichen Rahmen, vielleicht auch im Informatikbereich), auch das interessiert niemanden.
      Das verstehe ich gut, und ich stimme deinem Therapeuten da auch zu.
      Ich vermute das es eigentlich nur zwei Wege gibt die dir helfen könnten dein Ziel doch noch zu erreichen.
      1. Bafög beantragen (hier kenne ich die Regeln nicht die man braucht um dieses zu erhalten aber ihr habt alle nichts, kein Geld, bzw nicht genug Geld, wenn du jemals einen Freund haben solltest, versuch bei dem zu wohnen, das spart so viel Geld)
      oder
      2. brech das Studium fpr eine weile ab sofern das geht und versuche dich wegen AS diagnostizieren zu lassen, die Probleme die du da beschreibst scheinen ja auf mehr als "nur" ADHS hinzudeuten, selbst dein Psychotherapeut sagt das ja. Das kann man zumindest nutzen und sagen "Mein Arzt hat mir empfohlen das mal überprüfen zu lassen" oder so anstatt von "Ich glaube ich habe XY"..und wenn das durch ist, hast du bessere Chancen für einen höheren GdB und kannst grundsicherung bekommen weil du damit leichter arbeitsunfähig erklärt wirst. Dann musst du jedenfalls nicht mehr arbeiten und kannst vielleicht eher das studium weiter machen bzw beenden.

      Ich glaube der weg den du momentan eingeschlagen hast das studium ohne diagnose und damit ohne finanzielle Hilfe zu schaffen war einfach der falsche denn das klappt ja nicht wie du siehst.


      Lissy wrote:

      davon auszugehen, dass ein Arbeitskollege, der einige Asperger-Symptome aufzuweisen scheint, in meinen Threads mitliest oder sogar -schreibt (falls ich damit tatsächlich recht haben sollte und er das hier liest, hi... ich bitte darum und hoffe mal, dass meine Probleme "unter uns" bleiben), das stresst mich auch etwas.
      Das ist sicher nicht unmöglich, aber ich hoffe mal nicht das das der Fall ist. Das fände ich gruselig wenn ich was zu befürchten hätte.


      Capricorn wrote:

      Verstehe...aber hast du denn"psychische Probleme"?

      Darunter verstehe ich ausgeprägte depressive Phasen (mit stationärer Behandlung) oder ausgeprägte Angststörungen oder Zwangsstörungen und -leider-auch schoziphrene affektive Psychosen.

      So lange dir der übliche, permanente Alltagsstress zu schaffen macht, weil du um deine materielle Existenz kämpfst, kannst du getrost antworten: NEIN

      Ein bisschen zwanghaft und vorsichtig ist ja noch im Rahmen des individuellen Spielraums.... Und meistens wird man ja behindert, im Gegensatz zum Behinderten mit appem Bein (nicht dass das soviel besser wäre, aber ich hoffe, du verstehst meinen kruden Vergleich).
      So wie ich sie verstanden habe, hat sie nur ADHS diagnostiziert bekommen bis jetzt. Ich weiß nicht wie das den GdB ausrechnet, vermutlich weniger schwerwiegend als Autismus so weit ich weiß.

      Ich weiß aber nicht warum Bafög nicht im Raum steht. Ist das nicht leichter das zu beantragen als diesen Krampf mit dem Gericht hier zu führen?
    • Na ja, gerade mit einem Schwerbehindertenausweis stehen die Chancen unter der Voraussetzung, dass ich einen Master-Abschluss habe, ziemlich gut, dass ich später mal eine Teilzeitstelle finde, somit nie Vollzeit arbeiten müssen werde.
      Vollzeitstudenten haben in der Sozialversicherung einen Sonderstatus. Ich muss monatlich einen Pauschalbetrag von knapp 100€ für Kranken- und Pflegeversicherung zahlen, dann muss der Arbeitgeber keine Krankenversicherungsbeiträge für mich zahlen. D.h. ich war krankenversichert – und es handelte sich um eine kurzfristige Beschäftigung. Die erwähnte „studentische Krankenversicherung“ sieht aber, ungeachtet der Frage, wie viel du nebenbei arbeitest, die Nichtzahlung von Krankengeld vor. D.h. wenn ich jetzt sechs Wochen arbeitsunfähig wäre, erhielte ich danach kein Geld mehr.

      Einen Sachbearbeiter habe ich nicht. Die Jobs habe ich mir alle unter massiver Anstrengung selbst gesucht. Viel telefoniert, was "die Hölle" war, mehrere hundert Bewerbungsmails geschrieben. Für Studenten gibt es auch keine Hilfe bei der Jobsuche, allenfalls bei der Arbeitsagentur, und bis man da einen Termin erhält, dauert es Monate. Es war eine Tortur, ja, aber die Tortur nähme ich jederzeit erneut auf mich, bevor ich mein Studium abbräche.

      Ich wohne mit meinem Freund zusammen, aber der ist auch Student... :lol: Zumindest zahle ich so nur die halben Rundfunkgebühren, und das Wohnen ist recht günstig (was auch damit zusammenhängt, dass seine Familie uns den Wohnraum vermietet).

      Mein Studium klappt ja, aber eben sehr langwierig. Im worst case führe ich es auch auf dreißig Semester weiter, aber dann wohl doch in Teilzeit und mit ALG II o.ä. im Rücken.
      Und vielleicht ist das hier vielmehr eine Frage der Persönlichkeit: ich lasse mir "die Butter nicht vom Brot nehmen" und sehe es nicht ein, dass (implizit auch) mir höchstrichterlich ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum zugesprochen wird und man sich weigert, mir dieses sogar unter der Prämisse, dass ich (schwer(-))behindert und nicht voll erwerbsfähig bin, auszuzahlen, nur weil ich studiere.
      Es geht quasi gar nichts. ALG II gibt es nicht, weil man als Student nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünde (Nonsens, ich wäre froh, wäre ich abgesichert, bis ich einen gesundheitlich ausübbaren Nebenjob gefunden hätte). Grundsicherung natürlich auch nicht, da Erwerbsunfähigkeit und Rentenanspruch nicht geklärt. Waisenrente fiel für mich schon weg, da ich 28 bin. Bafög habe ich ja bereits bezogen - 2014 bis 2016. Ende des 4. Semesters wurde der Leistungsnachweis fällig, den man als Behinderter eigentlich aufschieben kann. Bei mir war das Aufschieben nicht möglich, da meine Behinderung damals nicht als solche anerkannt wurde. Bafög wird leider nur stark reglementiert gezahlt, viele Menschen, die es erhalten können sollten, erhalten es nicht. Ich gehöre leider auch dazu. Hast du im Bachelor einmal den Leistungsnachweis nicht erbringen und keinen Aufschub erwirken können, bist du raus - erst im Master kannst du wieder Bafög erhalten. Aber bis dahin musst du es irgendwie alleine (anders...) schaffen. D.h. zum Bafög-Erhalt müsste ich ebenso klagen, wahrscheinlich sogar bis in eine höhere Instanz als die 1, und wer weiß, ob ich bis dahin überhaupt käme.

      Mittlerweile steht mir - so frech es klingen mag, die Anspruchsfrage vorwegzunehmen - Kindergeld in Höhe von ca. 5000€ zu. Und das werde ich mir notfalls höchstinstanzlich gerichtlich holen.

      Vielleicht mag man es als „unfair“ oder asozial betrachten, wenn ich diesen Vergleich immer mal wieder anbringe – aber ich finde es absolut ungerechtfertigt, dass diejenigen in meiner Familie, die nie irgendwelche beruflichen Ambitionen hatten, seit Jahrzehnten ihre Grundsicherung (also ALG II bzw. dessen Vorgänger) erhalten, während man mir jeden Cent bedingungsarmer Unterstützung verweigert, trotz des Bildungswillens, trotz der Behinderung und eingeschränkten Erwerbsfähigkeit. Ich gönne wirklich jedem seine Grundsicherung, empfinde diese auch als sehr wichtig, aber diese Unterteilung, dass diskriminiert wird, aber gerade zu Ungunsten derer, die sich trotz deutlicher Einschränkungen bemühen, empfinde ich als hochgradig asozial.

      Ne, ich habe nicht nur ADHS, sondern auch eine Persönlichkeitsstörung, eine soziale Phobie und chronische Depressionen attestiert. Asperger und PTBS sind bisher nur vermutet und sollen noch abgeklärt werden. Aber es ist tatsächlich so, dass ich einen Gdb von 100 samt aller Merkzeichen haben könnte, das Bafög-Amt würde mich wegschicken, da ich den "Anspruch verspielt habe".

      Wenigstens wird Bafög damit etwas fairer, dass ab diesem Jahr auch die hohen Krankenversicherungskosten über 30 quasi übernommen werden.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich weiß nicht wie das den GdB ausrechnet, vermutlich weniger schwerwiegend als Autismus so weit ich weiß.
      Das kommt auf den Einzelfall an, Regenbogenwusli!

      Nicht per se ist Autismus besser als eine Zwangsstörung oder ADHS besser als Autismus.

      Die sozialen und kommunikativen Probleme (die jemand hat) sollten so gut es geht vom behandelnden Therapueten beschrieben werden.

      Danach richtet sich die Bewertung in Form des Grades der Behinderung (GdB).
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Nicht per se ist Autismus besser als eine Zwangsstörung oder ADHS besser als Autismus.

      Die sozialen und kommunikativen Probleme (die jemand hat) sollten so gut es geht vom behandelnden Therapueten beschrieben werden.

      Danach richtet sich die Bewertung in Form des Grades der Behinderung (GdB).
      Ja ich weiß, das habe ich auch schonmal hier gelesen, aber dann macht das was sie über ihren Therapeuten sagt wenig Sinn. Sie sahte weiter oben ja das der angibt das es diverse gravierende Probleme gibt aber selbst der Einspruch oder wie das heißt hat es dann "nur" auf 40 grad gebracht und nicht auf die wesentlich mehr die der Therapeut für richtig hält.
      Ich frage mich warum das so ist.
    • Ja, es wurden eigentlich Einschränkungen beschrieben, die einem GdB von 80-100 entsprächen (soziale Isolation, schulische/berufliche/universitäre Probleme, Selbstverletzung, Strukturarmut, Suchtneigung, Suizidalität). Daher hat das Versorgungsamt hier einen offensichtlichen Fehler begangen, den das Sozialgericht hoffentlich korrigiert.
    • Sorry, dass ich viel schreibe ;)

      Aber das beantwortete ich bereits:

      Bafög habe ich ja bereits bezogen - 2014 bis 2016. Ende des 4. Semesters wurde der Leistungsnachweis fällig, den man als Behinderter eigentlich aufschieben kann. Bei mir war das Aufschieben nicht möglich, da meine Behinderung damals nicht als solche anerkannt wurde. Bafög wird leider nur stark reglementiert gezahlt, viele Menschen, die es erhalten können sollten, erhalten es nicht. Ich gehöre leider auch dazu. Hast du im Bachelor einmal den Leistungsnachweis nicht erbringen und keinen Aufschub erwirken können, bist du raus - erst im Master kannst du wieder Bafög erhalten. Aber bis dahin musst du es irgendwie alleine (anders...) schaffen. D.h. zum Bafög-Erhalt müsste ich ebenso klagen, wahrscheinlich sogar bis in eine höhere Instanz als die 1, und wer weiß, ob ich bis dahin überhaupt käme.
    • Keine Ahnung wieso das bei dir nicht klappte, ich hatte damals nicht Mal eine perfekte Diagnose und auch keinen SB-Ausweis, trotzdem wurde es akzeptiert.
      Außerdem gibt es auch die Regelung, nach der nichtbestandene Prüfungen auch für einen Aufschub genügen. Das BAföG-Amt will halt sehen, dass man wirklich studiert.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • RegenbogenWusli wrote:

      .....hat es dann "nur" auf 40 grad gebracht und nicht auf die wesentlich mehr die der Therapeut für richtig hält.
      Ich frage mich warum das so ist.
      Weil der Therapeut nicht die endgültige Bewertung vornimmt! Deshalb ist das so! Die Bewertung wird im Amt von extra dafür geschulten ÄrztInnen geleistet und die letzte Entscheidung trifft dann die Verwaltung.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Capricorn wrote:

      Die Bewertung wird im Amt von extra dafür geschulten ÄrztInnen geleistet und die letzte Entscheidung trifft dann die Verwaltung.
      Das kange system scheint nicht rihtig zu funktionieren.
      Was meinst du mit extra geschult? Können die eine Person einschätzen ohne sie jemals selber gesehen zu haben?
      Wenn die das nicht können, ist das alles sehr schwammig und willkürlich und kann eigentlich garnicht fair und richtig ablaufen.

      Ich habe manchmal das Gefühl das du die Ämter verteidigst. Ich will nicht das du dich gegen sie stellst, aber das wie du dich ausdrückst klingt für mich so als fändest du diese Vorgehensweisen richtig und Therapeuten und dann am ende auch geschädigte sind selbst schuld.
    • Ich hadere auch bis heute mit mir, ob ich den Sachbearbeiter des Bafög-Amtes anzeigen/Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen möchte. Meinen Behinderungsnachweis hat er unkommentiert zurückgeschickt. Eigentlich absehbar, dass man in der psychischen Situation dann nicht mehr darauf eingeht. "Richtig studiert" habe ich, auch habe ich "das Richtige studiert", aber auf spezielle Fälle wie diesen (enorme Selbstvertrauensprobleme, deretwegen du schlechte Leistungen erbringst, obwohl du das Richtige studierst) ist das Bafög nun mal nicht ausgelegt.
    • Lissy wrote:

      Meinen Behinderungsnachweis hat er unkommentiert zurückgeschickt.
      Vermutlich müsste man erstmal ihn fragen warum es unkommentiert wieder zurückgeschickt wurde. Wenn du die Antwort darauf hast, kannst du prüfen ob das rechtens war und wenn das nicht so war, dann kann man klagen. Ich hätte garnicht den Nerv, die Kraft und auch das nötige Wissen dazu wie ich wann was machen, also gleich so viele Sachen, klagen etc da am laufen zu haben finde ich sehr unübersichtlich und überfordernd.
    • Ja, ich denke auch, dass es mir die Zeit nicht wert ist. Bafög wird nun mal sehr streng vergeben, eine Klage wäre vermutlich erfolglos. Ich gebe mir einfach größte Mühe, meinen Bachelor schnellstmöglich zu beenden, um wieder Bafög zu beziehen. Stellt sich das Bafög-Amt bei einer Verlängerung im Master quer, werde ich klagen, noch einmal lasse ich mir die mir zustehende Grundsicherung nicht nehmen, zumal ich dann hoffentlich über einen Schwerbehindertenausweis, aber mindestens über diverse "ärztliche" Nachweise verfüge. Sechs Semester werde ich mindestens Bafög beziehen, vielleicht lässt sich der Bezug auch auf acht Semester strecken.
    • RegenbogenWusli wrote:


      Wenn die das nicht können, ist das alles sehr schwammig und willkürlich und kann eigentlich garnicht fair und richtig ablaufen.
      Psychische Einstufungen sind doch per se schwammig.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)