Was bedeutet: "Es geht mir gut" für Euch

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Was bedeutet: "Es geht mir gut" für Euch

      Mir ist gerade mal wieder klar geworden, dass ich diese "Wie geht´s" Frage so schwierig finde. Ich habe darüber nachgedacht, warum.
      Ich weiß, wie es mir geht, wenn es mir nicht gut geht. Ich weiß dann auch, warum es mir nicht gut geht.

      Es gibt viele Tage, an denen es mir nicht gut geht, weil mir etwas fehlt. Körperlich, psychisch, beides....

      Gut gehen, was ist das? Wie fühlt sich das an? Ich kann es wirklich nicht sagen.
      Klar, ich weiß, wie ich mich fühle, wenn alles einigermaßen passt, aber gut? Also dieses "yeahhhh, es geht mir super!" Hm.
      Gut ist die Abwesenheit von ? oder die Anwesenheit von ?
    • Mich irritiert diese Frage immer wieder, meistens, weil mein Gehirn sich in diesem Moment total überschlägt: Soll ich meine Kopfschmerzen erwähnen? Interessiert das überhaupt? Ist das wichtig? Gedanklich weiter: Bin eigentlich nicht gut drauf, werde ich aber nicht erwähnen, weil ich es nicht definieren kann und nicht weiter drüber sprechen will. Weiter: Eigentlich geht's mir gut, habe Essen, Geld, Dach überm Kopf... Weil ich in diesem Moment schon mit dieser einfachen Frage überfordert bin, erwidere ich meistens: "Gut." Oder: "Muss ja."
      Ich habe schon oft über diese Frage nachgedacht und glaube mittlerweile, das ein Grossteil bei der Antwort nicht die "Wahrheit" sagt.
      Denn die Definition von "mir geht's gut" ist ja quasi subjektiv, denn gut ist für mich vielleicht etwas anderes als für mein Gegenüber.
      Ich bin froh, dass nicht nur ich mir Gedanken über solche vermeintlich einfachen Fragen mache... :)
    • SanEve wrote:

      Ich bin froh, dass nicht nur ich mir Gedanken über solche vermeintlich einfachen Fragen mache...
      Definitiv sind wir nicht alleine mit diesem Problem. Solche Fäden gab es hier schon mehrfach.

      Ich antworte auch meist mit "passt schon". Ich stelle mir aber auch grundsätzlich die Frage, was ich selbst unter "gut gehen" verstehe.
      Es geht mir gut, wenn

      - ich mit etwas beschäftigt bin, das meine Gedanken fokussiert und mich interessiert
      - ich in Bewegung bin, Sport mache, weil ich mich da besser und positiver spüre
      - ich in der Natur bin
      - ich mit meinem besten Freund zusammen bin oder generell mit jemandem, der mich versteht, den ich verstehe, der nicht anstrengend ist und für den ich so sein darf, wie ich bin (gibt nicht viele dieser Menschen in meinem Leben)
      - meine Exekutivfunktionen mal ausnahmsweise nicht vollschrott sind und ich auch manchen kann, was ich machen will- ohne Inhibitionshemmung und Orientierungsproblemen etc
      - ich keine Schmerzen habe

      Es müssen meist mehrere Kriterien erfüllt sein. Es geht mir nicht gut, wenn ich Migräne habe oder Sehstörungen und gleichzeitig ein Thema habe, das mich interessiert. Weil die Beschäftigung damit dann fast nicht geht.

      Dieses vollumfängliche supergutgehen kenne ich glaube ich gar nicht. Oder nur als Momentaufnahme.
      Womit wir wieder beim Thema Lebenszufriedenheit wären- seufz! 8o

      The post was edited 1 time, last by Ani ().

    • Mir geht es gut, wenn ich nicht hungere, nicht friere, eventuelle Schmerzen sich ignorieren lassen und nicht vergeblich in Gedankenkreiseln bin, die zu nichts führen, und es meinem Hund gut geht.
      Alles darüber ist für mich Luxus.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Von vielen Menschen wird diese Frage als Floskel benutzt. Man will höflich sein, indem man (oft eigentlich nur oberflächliches oder sogar gar nicht vorhandenes) Interesse am Empfinden der anderen Person vorgibt, jedoch ist das in den meisten Fällen nicht als Angebot gedacht, über Probleme zu reden, wenn es einem nicht gut geht (in letzterem Fall ist es wohl üblicher, bspw. “Alles okay bei dir?“ zu fragen). Manchmal kann die Frage auch als Kontaktangebot fungieren, ohne dabei sofort ein Thema vorzugeben. Ich selbst tu mich mit der Frage oft schwer, weil ich sie an sich relativ inhaltsleer finde (natürlich muss man aber auch die Situation und das Verhältnis zur anderen Person miteinbeziehen). Bei meinem Auslandsaufenthalt in Belgien vor ein paar Monaten haben mir in der Gemeinschaftsküche manche andere Erasmus-Studenten öfters diese Frage gestellt und ich habe dann meistens einfach mit “I'm fine, and you?“ geantwortet (auch wenn ich mich dabei häufig unwohl gefühlt habe, vor allem, wenn es nicht der Wahrheit entsprach). Manchmal haben wir dann noch ein paar Worte gewechselt, aber es ist selten ein längeres Gespräch daraus entstanden so wie ich es in manchen anderen Fällen beobachten konnte.

      Letztendlich ist es also eine Art erweiterte Begrüßung, die über ein kurzes “Hallo“ hinausgeht und oft benutzt wird um Gespräche (meistens belangloses Geplauder) einzuleiten. Das ist meine Interpretation.

      Edit: Mir persönlich geht es dann gut, wenn ich mich wohlfühle. An äußeren Umständen wie Gesundheit, Arbeit etc. alleine kann man so etwas nicht ablesen, d. h. es kann einem gut gehen, obwohl die Lebensumstände ungünstig sind, und auch umgekehrt.

      The post was edited 1 time, last by keinname ().

    • Ich find die Frage furchtbar und weiß auch nie was darauf zu antworten. Außer, wie du sagst, wenn etwas nicht gut ist. Oder manchmal, wenn es mir auffallend gut geht, weil ich z.B. gerade was Schönes erlebe: dann kann ich sagen "Ich bin grad glücklich!".


      Ansonsten hab ich kein es geht mir gut-Gefühl. Wenn es nicht wegen irgendetwas hoch oder runter geht, dann ist es ein neutraler Zustand, würde ich sagen. Da fühle ich nicht viel, daher kann ich nicht sagen: Es geht mir gut.

      Meiner Mutter z.B. sage ich längst, dass ich die Frage nicht beantworten kann, wenn sie wieder fragt.

      Das gleiche: Wie war dein Urlaub? Da müsste ich alles einzeln aufzählen, was gut war, was nicht gut war... pauschal zu sagen: der war toll!, das geht nicht.

      Also eigentlich müsste ich auf "Wie geht es dir?" meistens sagen: Ich existiere einfach.

      Selbst stelle ich die Frage allerdings auch, weil man das halt so macht und weil ich es manchmal als Kontaktaufnahme benutze. Aber ich frage es eher selten.
    • Ani wrote:

      Es geht mir gut, wenn

      - ich mit etwas beschäftigt bin, das meine Gedanken fokussiert und mich interessiert
      - ich in Bewegung bin, Sport mache, weil ich mich da besser und positiver spüre
      - ich in der Natur bin
      - ich mit meinem besten Freund zusammen bin oder generell mit jemandem, der mich versteht, den ich verstehe, der nicht anstrengend ist und für den ich so sein darf, wie ich bin (gibt nicht viele dieser Menschen in meinem Leben)
      - meine Exekutivfunktionen mal ausnahmsweise nicht vollschrott sind und ich auch manchen kann, was ich machen will- ohne Inhibitionshemmung und Orientierungsproblemen etc



      Es müssen meist mehrere Kriterien erfüllt sein.
      So ist es bei mir auch. Geistig anregende Tätigkeit z.B. kann mich richtig glücklich und zufrieden machen, der Austausch, das Zusammensein mit jemandem, mit dem ich mich gut verstehe, ebenso Aufenthalt in der Natur oder wenn ich meinen Körper richtig wahrnehme, wie beim Barfußgehen...
    • Naja, es gibt für mich den Unterschied zwischen "gut fühlen" (= Abwesenheit von Leiden) und dem sogenannten Rausch, der durch chemische Stoffe im Körper ggf. künstlich hervorgerufen wird.
      „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“
      (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 - 322 v. Chr.)
    • Meine Tochter (12 Jahre alt) findet diese Floskel "wie gehts dir?" Lügnerisch :d So sagt sie es zumindest. Sie erklärte mir mal das sie diese Frage nie jemanden zurück stellt weil es sie ja nicht interessieren würde wie es dem Gegenüber geht, umgekehrt will sie die Frage nicht gestellt bekommen weil es ihrem Gegenüber nichts angehen würde wie es ihr geht und das Interesse ja nur vorgespielt wäre. Das ist ihre Auffassung von dieser Floskel weshalb sie denn Sinn dieser Frage nicht versteht.

      Wenn man sie selbst fragt antwortet sie meist kurz und knapp mit "normal" :d manchmal auch gar nicht (Tagesform abhängig und Personen abhängig)
    • Schwierig, auf die Frage reagiere ich in der Regel mit der Gegenfrage "ehrliche oder Smalltalk-Antwort?"

      Am ehesten wohl, wenn ich noch Energie übrig habe, was zu machen, was mir Spaß macht und halbwegs sorgenfrei bin.
      Bei (Rück-) Fragen bitte mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. -- Wie das Land, so die Witze: Platt. -- Selbsthilfegruppe Öffentlicher Dienst
    • ich antworte meistens mit: "Könnte schlimmer sein" oder wahlweise mit "war schon mal schlimmer"
      *smile*
      Wenn der oder die dann nicht weggeht sag ich "stell dir vor dies und jenes wäre" ... blabla ... da hat man dann wenigstens oft ein kleines "philosophisches" Gespräch bei dem ich ehrlich und interessiert sein kann. Funktioniert nicht immer..... aber oft.

      1. glaube ich das mein Gegenüber ansonsten Details über mein Befinden gar nicht wissen will
      2. das mein gegenüber das oft gar nix angeht
      3. das ich gar nicht wüsste wie ich das in Kürze ganzheitlich beschreiben sollte
      4. das es bei mir meistens gute und schlechte Ereignisse, Gefühle oder Körperbefindlichkeiten gibt.... also was meint der oder die überhaupt?

      Ich frage es aber auch :| .... da kommen dann meist auch keine besseren Antworten zurück ;)
    • muetzentraeger wrote:

      auf die Frage reagiere ich in der Regel mit der Gegenfrage "ehrliche oder Smalltalk-Antwort?"
      Mache ich so ähnlich, ich frage: "Frage oder Floskel?"

      "Es geht mir gut" kenne ich nicht wirklich, irgendwas ist immer. Deswegen antworte ich oft mit "Normal". Ist zwar eine ungewöhnliche Antwort, beschreibt aber es aber ganz gut.
      Rollt ein Ball um die Ecke und fällt um.
    • Hallo,
      ich antworte eigentlich immer "gut", denn meistens wollen die Leute es so genau ja wohl gar nicht wissen, sondern sie fragen es....wie "Hallo".
      Wenn es dann allerdings in Bereiche geht, bei denen "gut" zu sagen nicht zielführend ist.....in der Therapie, bei Arztbesuchen etc....
      dann möchte ich am Liebsten immer fragen welchen Bereich die Frage genau meint. Mein aktuelles Befinden jetzt im Augenblick ? Das Befinden
      zum Thema über das gerade gesprochen wird ? Meine Situation im Alltag ? Ich finde das alles ist immer differenziert zu betrachten und das macht
      aber kaum jemand.....Ich antworte also immer "gut", weil alles Andere die Leute eher überfordert......lol....
      Grüsse
      Alys
    • New

      shnoing wrote:



      • Man kann nicht genug klagen.

      Das kannte ich nicht, find ich toll :lol: Aber bei mir würde das geschauspielert klingen, weil ich so Sprüche normalerweise nicht mache. Ich kann's ja aber mal versuchen. Wahrscheinlich denkt man dann: "Oha, sie versucht, witzig zu sein, "netter" Versuch..." :m(: ;)
    • New

      Schonmal schön ein paar humorvolle Antworten hier zu finden.

      Ich frage auch oft "Ehrliche Antwort?"
      Wenn dann ein "Ja." kommt gibt's die auch, sowie die Gegenfrage.
      Bei perplexen oder 'angesäuerten' Erwiderungen kommt 'ne Floskel.
      Es gibt eine Grauzone bei der ich spontan auf die Situation eingehe.

      Wann genau es mir allerdings gutgeht?
      Im Prinzip meist dann wenn mir niemand diese Frage stellt. Der Moment in dem ich meine gegebenenfalls vorhandene Zufriedenheit unterbreche um nachzuforschen wie's mir eigentlich geht führt meist zu Grübeleien, auch darüber welchen Zeitraum ich denn mit einbeziehen soll.

      Da macht ein "Wie geht's?" schon einen recht großen Unterschied zu "Wie geht's (dir) (denn) (so)?", jeweils in Kombination der eingeklammerten Wörter oder einzeln. Jeder mögliche Zusatz wirft die Frage auf wieviel derjenige eigentlich wissen will, bis auf die metaphorische Nachkommastelle.

      Und dann ist da noch die Frage wieviel ich preisgeben möchte/kann.

      Allerdings gibt es dann doch ein paar wenige Personen bei denen ich problemlos antworten kann.