Lange, nicht selbst geplante Reise

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    • Lange, nicht selbst geplante Reise

      Ich bin demnächst zwei Wochen mit anderen Studenten auf einer Studienreise im (nicht-europäischen) Ausland. Ich kenne viele der anderen nicht (ist aber eine kleine Gruppe, 10 Leute) und weiß bis jetzt wenig über das Reiseprogramm. Ich kann seit Tagen schlecht schlafen und freue mich überhaupt nicht, da ich Angst habe, dass mich das alles überfordert. "Unterricht" haben wir dort auch, und mit sowas kann ich auch gar nicht gut (stillsitzen und aufpassen).
      Habt ihr gute Strategien für solche Reisen?

      Ich habe vor, richtig gut und umfangreich zu packen und wollte den Reiseleiter nochmal nach genaueren Daten (zeitlich/örtlich) fragen und mir die Städte schonmal im Internet anschauen.
      Habt ihr noch weitere Tipps? Absagen kommt leider nicht mehr in Frage.

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    • Falls es möglich ist, es als Herausforderung sehen, oder als etwas, was Spaß machen wird, weil es was Neues ist.
      Das klingt, als wäre es das Gegenteil dessen, was du tatsächlich empfindest, aber meiner Erfahrung nach haben solche "Abenteuer" neben dem ganzen Stress auch meistens was Gutes, und es wäre also der Versuch, dieses Gute stärker zu betonen. Sich z.B. auf neue Bekanntschaften freuen, und auf Dinge, die man vorher noch nicht gesehen hat.

      Was könnte denn aus deiner Sicht gut an der Reise sein? Angenommen, sie wäre schon vorbei, woran würdest du vielleicht gerne zurückdenken?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Hast Du eine Diagnose? Dann kann es vielleicht nützlich sein, diese dem Reiseleiter mitzuteilen - oder zumindest Deine Schwächen.
      Natürlich vertraulich, so dass die Anderen es nicht mitbekommen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Shenya wrote:

      Falls es möglich ist, es als Herausforderung sehen, oder als etwas, was Spaß machen wird, weil es was Neues ist.
      Das klingt, als wäre es das Gegenteil dessen, was du tatsächlich empfindest, aber meiner Erfahrung nach haben solche "Abenteuer" neben dem ganzen Stress auch meistens was Gutes, und es wäre also der Versuch, dieses Gute stärker zu betonen. Sich z.B. auf neue Bekanntschaften freuen, und auf Dinge, die man vorher noch nicht gesehen hat.

      Was könnte denn aus deiner Sicht gut an der Reise sein? Angenommen, sie wäre schon vorbei, woran würdest du vielleicht gerne zurückdenken?
      Dafür denke ich gerade zu negativ, aber ich glaube ein, zwei der geplanten Dinge möchte ich schon sehen. Und fotografieren, das könnte eine Motivation sein..

      Garfield wrote:

      Hast Du eine Diagnose? Dann kann es vielleicht nützlich sein, diese dem Reiseleiter mitzuteilen - oder zumindest Deine Schwächen.
      Natürlich vertraulich, so dass die Anderen es nicht mitbekommen.
      Nein, habe ich nicht. Denkst du, ich kann ihm meine Probleme noch anders anschaulich darstellen? Gab leider schon sehr viel Hin- und Her, weil ich schon nachgefragt habe, ob ich doch noch absagen kann.
    • Mugwump wrote:

      Shenya wrote:

      Falls es möglich ist, es als Herausforderung sehen, oder als etwas, was Spaß machen wird, weil es was Neues ist.
      Das klingt, als wäre es das Gegenteil dessen, was du tatsächlich empfindest, aber meiner Erfahrung nach haben solche "Abenteuer" neben dem ganzen Stress auch meistens was Gutes, und es wäre also der Versuch, dieses Gute stärker zu betonen. Sich z.B. auf neue Bekanntschaften freuen, und auf Dinge, die man vorher noch nicht gesehen hat.

      Was könnte denn aus deiner Sicht gut an der Reise sein? Angenommen, sie wäre schon vorbei, woran würdest du vielleicht gerne zurückdenken?
      Dafür denke ich gerade zu negativ, aber ich glaube ein, zwei der geplanten Dinge möchte ich schon sehen. Und fotografieren, das könnte eine Motivation sein.
      Das klingt doch schon mal ganz gut.

      Möglicher Vorteil: Du wirst Orte sehen können, die du später vielleicht nicht erneut zu sehen bekommst

      Ganz sicherer Vorteil: Du brauchst dich um die Organisation der Reise selbst nicht kümmern.



      Und nicht vergessen: Angst ist ein Konstrukt, das wir uns selbst im Kopf schaffen

      (wenn ich das nun hunderte Male schreibe, kann ich das vielleicht sogar mal selbst verinnerlichen :) )
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • ich nehme mal an, es ist eine exkursion?
      ich würde erstmal fragen nach einem reiseplan. es muss ja irgendwas geplant sein, wo die unterkünfte sind z.b..
      vielleicht ist die idee, deinen reiseleiter die wahrheit zu sagen garnicht so schlecht. es ist ihm ja sicher auch daran gelegen, wenig stress zu haben und dass jeder etwas lernen kann. wenn du z.b. deine probleme mit unvorhersehbarem erklärst wird er vielleicht eher bereit sein, dir (vorab) mehr infos zu geben. vielleicht kann dann auch noch rücksicht genommen werden. z.b. falls es mehrbettzimmer gibt, dass du in ein ruhiges oder in das kleinste kommst.

      mir half immer eine gute vorbereitung vor der reise für die reise (also z.b. etwas gegen reiseübelkeit mitnehmen, ablenkung mit musik/ hörbuch und guten kopfhörern, das akku dafür, ein nackenhörnchen oder kleines kissen einpacken, ggf verpflegung, die ich gut vertrage usw) für die nächste nehme ich auch dann schonmal ausnahmsweise einschlafhilfen (tabletten). beim ersten mal hatte mein damaliger psychiater mir was aufgeschrieben und ich fand es voll übertrieben. am ende war ich sehr froh, es gehabt zu haben .
      auch ausreden vorher ausdenken kann hilfreich sein, z.B. wenn man nicht jeden abend mit allen studenten in die kneipe gehen will oder nur für kurze zeit (ich weiß z.b. dass ich wirklich unbedingt meinen schlaf brauche sonst bin ich überhaupt nicht belastbar)

      wenn ich die orte weiß, schaue ich mir ggf. die stadtpläne an, die homepage des hotels, lade ggf. lagepläne oder speisekarten herunter und schaue, wo es in der nähe etwas ruhiges gibt, wo ich mal einen kleinen spaziergang machen kann um abstand zu bekommen.

      falls du sportler bist, zögere nicht, dir joggingschuhe einzupacken und auch mal ne runde zu drehen. früher war ich sehr hibbelig und habe es sehr bereut als ich auf einer exkursion mich nicht getraut habe, joggen zu gehen. es hat mir wirklich geschadet weil ich so extrem hibbelig war.
    • Mugwump wrote:

      Ich habe gerade nochmal überlegt, ich bin so unglaublich duftempfindlich, es gibt doch so Aromaöl.. Könnt ihr da was empfehlen? Hab gelesen Lavendel soll gut sein, aber das ist doch auch sehr intensiv..
      Wofür soll das Aromaöl denn gut sein? Um Deine Geruchssensorik zu überlasten?
      Im Garten riecht mein Lavendel schon sehr intensiv.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Mir hat in solchen Situationen (Ich denke jetzt nicht nur an Reisen, sondern auch an meine WGs, an die Teilnahme an Parties und sonstigen Feiern) immer geholfen, dass ich absolut mein Ding mache. Also: Wenn das eine Reise ist mit Pflichtprogrammpunkten fürs Studium, die machst du natürlich mit. Bei allem, was darüber hinausgeht, gilt: mitmachen, wenn du Lust dazu hast, nicht mitmachen, wenn die Lust fehlt oder du erschöpft bist oder wenn du glaubst, dass du etwas nur absolut ungern tust.

      Das heißt: Wenn du keine Lust auf einen geselligen Abend hast, bleibst du eben in der Unterkunft und liest ein Buch, hörst Musik oder kuckst ein bisschen, was hier im Forum geschieht. Und ganz wichtig: Das muss man den anderen auch so vermitteln: "Nein, heute Abend bin ich nicht dabei. Ich habe noch was zu tun." Punkt. Fängst du erst mal an, verbindlich-nett zu sagen: "Ich, ich glaube, heute gehe ich mal nicht mit" oder dich sogar für deine Abwesenheit zu entschuldigen, zack, dann geht die Überrederei los und am Ende gibst du nach und fühlst dich unwohl.

      Du hast Angst, dass die anderen dich dann als Außenseiter sehen, über dich reden usw.? Das tun sie sowieso. Ich behaupte mal: Wir alle hier haben so die eine oder andere Auffälligkeit, und NTs reden darüber, in jedem Fall, ob wir uns nun mehr zurückziehen und durch unsere Abwesenheit auffallen oder ob wir auffallen, weil wir anwesend sind, aber "extrem still", "schüchtern", "verklemmt" wirken. Da wähle ich lieber die Variante, bei der es mir selbst besser geht.
      Mein Grundgesetz = "Ein Grundgesetz, in dem Humanität, Teilhabe und Glücksstreben noch expliziter festgeschrieben stehen."
      (Jagoda Marinic, Frankfurter Rundschau vom 23. Mai 2019, dem 70. Jahrestag des GG der BR Deutschland)
    • Garfield wrote:

      Mugwump wrote:

      Ich habe gerade nochmal überlegt, ich bin so unglaublich duftempfindlich, es gibt doch so Aromaöl.. Könnt ihr da was empfehlen? Hab gelesen Lavendel soll gut sein, aber das ist doch auch sehr intensiv..
      Wofür soll das Aromaöl denn gut sein? Um Deine Geruchssensorik zu überlasten?Im Garten riecht mein Lavendel schon sehr intensiv.
      Ich finde, im Flugzeug oder in Zügen riecht es oft ziemlich grauenhaft, davon wird mir dann schlecht.

      Danke an euch alle! Ich weiß noch nicht, ob ich es ihm sage und wenn ja wie, ich kann nicht genau formulieren mit was ich Probleme habe.

      Viel mehr als das Ausland werden mich (denke ich) die anderen Leute stressen, aber so richtig kann ich mich da nicht einschätzen. Ich habe leider totale Probleme mit gezwungenen Gruppenaktivitäten und da glaube ich auch nicht, dass das was mit Autismus zu tun hat?

      Das ist alles sehr konfus, ich mache mir immer noch Sorgen. Bin auch gerade mit Freunden unterwegs und nur ganz knapp an einem Zusammenbruch vorbeigeschrammt (dabei sind wir eine Nacht nur weg)