Wie am besten umgehen wenn man ignoriert wird oder auf eine Reaktion wartet aber keine kommt?

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    • Wie am besten umgehen wenn man ignoriert wird oder auf eine Reaktion wartet aber keine kommt?

      Folgende Situation (schon öfter passiert mit diversen Menschen): man schreibt jemandem eine Nachricht wegen etwas (das kann alles Mögliche sein und idR antworten die Leute auch innerhalb eines Tages) aber wenn das nicht passiert, bin ich meist emotional total überfordert, besonders wenn es für mich um etwas wichtiges geht.

      Manche (ich auch) würden dieses negative puschende Gefühl als blanke Ungeduld beschreiben, weil ich im moment nicht weiß wohin ich das sonst zuordnen soll.
      Ich muss mich regelrecht zwingen die Person nicht weiterhin anzuschreiben und zu fragen was denn ist, oder zu bitten mir zu sagen ob meine Frage/Bitte okay ist oder ob sie einfach ablehnt.
      Man hat da immer die Angst das das als Übergriff gewertet wird und man dann von der Person in der Group in der man ist angeschwärzt wird.

      Ich störe mich selber an diesen Gefühlen, ich finde es höflich wenn man wenigstens sagt das man an einem Deal kein Interesse hat, und gut ist, aber man hört nichts, keine Reaktion.
      Man sieht nur das die Nachricht von der Person schon vor Stunden gelesen wurde. Ärgerlich ist das, wenn man vorher schon Deals mit der Person hatte, und da die Kommunikation gut verlief, bzw man wenigstens noch miteinander geschrieben hat.

      In meinem momentanen Fall geht es halt um einen Tausch/Verkauf von einem digitalen Tier in einem arpg Spiel. Aber diese Situation hatte ich schon so oft, in diversen Situationen.
      Ich fühle mich dabei immer gleich und es fühlt sich so innerlich auffressend an, meine Gedanken kreisen den ganzen Tag nur darum.
      Ich mache den Rechner aus um mich abzulenken, mache was im Haushalt, nur in der Hoffnung das in ein paar Stunden später wenn ich den Rechner wieder an mache, hoffe dann eine Reaktion zu bekommen aber dann ist da immernoch nichts.

      Kennen andere hier sowas auch?
      Wie geht ihr mit sowas um?
      Das Internet ist manchmal extrem frustrierend bzw die Leute sind es.
      Ich habe am Anfang in 2009 mal den fehler gemacht, jemandem erst eine PM gesendet zu haben, und weil dann nach einem Tag immernoch keine Reaktion kam, nochmal (einmal) auf deren Profil kursch schrieb was denn los sei, ob meine PM nicht angekommen sei und ich meinen Inhalt dort wiederholte, denn ich wollte sicher sein das es auch ankommt. Da wurde ich beschimpft ich solle ihn/sie nicht zuspammen. Hallo? Das war nur eine einzige Reaktion auf eine Note die vielleicht nie ankam bzw nie beantwortet wurde :m(:
      So überempfindlich reagieren die Leute online leider sehr oft. Viele beschimpfen einen unglaublich schnell, obwohl man ihnen selber nie was schlimmes getan hat.
    • Mir passiert das sogar im Rahmen meiner Berufstätigkeit, im Zusammenhang mit meinen Kunden.

      Was mich am meisten aufregt ist, dass dort teilweise alles so läuft wie ein Uhrwerk, alles greift ineinander. Und sobald einer mal nicht antwortet, gerät das Ganze ins Stocken. Würde derjenige eine einfache, an ihn gestellte Frage beantworten, wäre mir schon mancher Ärger und gewisse Mehrarbeiten erspart geblieben. Ist mir erst letzte Woche so passiert, weil ein Kunde erst 3 Tage später geantwortet hat. Fakt ist, dass den anderen diese Dinge ziemlich egal sind. Ich arbeite mit diesem Kunden seit 2012 zusammen, es passiert immer wieder.

      Für solche Dinge gibt es prinzipiell nur eine Möglichkeit, wenn man sich nicht völlig kaputt damit machen will: Lernen es zu ignorieren!

      Wenn inzwischen so etwas passiert und ich keine Antwort bekomme, hake ich es ab.
      Sollte dann wiederum Gemecker kommen, warum das nicht schneller geht, bekommt derjenige gesagt, dass er sich ja auch hätte früher melden können, dann wäre alles schon erledigt.
      Das zieht meistens dann und die Leute geben sich zufrieden...
      I am the person who feels guilty because I think I could be a much better person
      if I didn't have to always deal with society hating me.
    • BlauesZebra wrote:

      Was mich am meisten aufregt ist, dass dort teilweise alles so läuft wie ein Uhrwerk, alles greift ineinander. Und sobald einer mal nicht antwortet, gerät das Ganze ins Stocken.
      Ja das stimmt, sowas hab ich auch schon erlebt, wenn ich für andere was gemalt hab und etwas unklar gewesen ist.
      Ich musste dann nochmal nachfragen, aber man wartet da manchmal eine gefühlte Ewigkeit auf eine Antwort, und Sachen bleiben dann liegen, sowas mag ich auch nicht.
    • BlauesZebra wrote:

      Für solche Dinge gibt es prinzipiell nur eine Möglichkeit, wenn man sich nicht völlig kaputt damit machen will: Lernen es zu ignorieren!
      Ja das stimmt wohl.
      Ich habe das gestern versucht.

      In meinem oben geschilderten Fall ging es nicht um einen Auftrag. ich wollte von jemandem was kaufen, was ich schon lange suche, und das der jenige meine Nachricht gelesen hat aber nicht antwortete fand ich so frustrierend, aber vielleicht hat das Gefühl die Sache unbedingt haben zu wollen noch verstärkt. Ich wäre auch damit zufrieden gewesen wenn der Jenige sagt das er es nicht verkaufen will, dann hätte ich es abgehakt, aber dieses in der Luft hängen ist so dermaßen unangenehm.
      Ich habe dann gestern abend noch versucht mich darauf zu konzentrieren was ich habe, das hat zumindest etwas geholfen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Folgende Situation (schon öfter passiert mit diversen Menschen): man schreibt jemandem eine Nachricht wegen etwas (das kann alles Mögliche sein und idR antworten die Leute auch innerhalb eines Tages) aber wenn das nicht passiert, bin ich meist emotional total überfordert, besonders wenn es für mich um etwas wichtiges geht.
      @RegenbogenWusliusli
      Ja. Mir geht es auch so.
      ich arbeite grad an einem Projekt mit 3 anderen Leuten. Ich bekomme auf meine mails fast NIE eine Antwort. In den mails stelle ich Fragen zum Projekt oder gebe Infos über den aktuellen Stand (weil ich es organisiere), äußere Ideen wie es weitergehen könnte. Mir liegt viel daran, dass alle immer die selben Infos haben.

      Einmal bekam ich eine Antwort nach 8 Wochen. Auf eine dringliche mail. Meine mail wurde nichtmal richtig gelesen, das entnahm ich der Antwort.
      Auf andere mails bekomme ich GAR KEINE Antwort. Irgendwann wird dann ein Treffen einberaumt in dem man "alles" besprechen will. Ich stelle dann fest, dass der Inhalt meiner mail im Gespräch auch komplett ignoriert wird.Sie fangen dann ganz von vorne an, obwohl ich es doch alles schon ausgearbeitet und gemailt hatte. Das ist unprofessionell und für mich total anstrengend und frustrierend.

      Andererseits, wenn sie MIR eine mail schicken und ich nicht innerhalb 1 Stunde antworte bekomme ich Anrufe und WhatsApp Nachrichten, in denen nachgefragt wird. Wenn ICH das so machen würde, würden sie sagen ich sei bekloppt.

      Ignorieren kann ich dieses Verhalten leider nicht. Ich habs versucht. Monatelang. Bis zum Zusammenbruch. Es liegt nicht in meiner Natur und ich muß mich dafü so verbiegen, dass ich zerbreche.
      Ich habe das nun direkt angesprochen. Antwort: Ich bin schwierig und soll mit der Rumspinnerei aufhören.
    • Erlebe ich auch öfter, muss man wohl lernen, damit zu leben.
      Manchmal schreiben mich sogar Leute nach Monaten an, ich antworte umfangreich, wo man dann eigentlich nochmal hätte drauf antworten können, es kommt aber wieder Monate nichts mehr.
      Wundert mich aber schon, wenn man sowieso Monate nicht antworten möchte, dass man dann jemanden anschreibt.
      Vielleicht habe ich auch einfach nicht die Antwort geschrieben, die erwartet wurde, oder irgendwelche sozialen Bauchpinseleien vergessen.
    • Ich muß zugeben, machmal schaffe ich es auch nicht "sofort" auf eine Mail zu antworten. Wenn nur eine ganz kurze Antwort nötig ist, dann klappt das schon recht zeitnah. Also so was wie "Ja" / "Nein", Termin abgeben u.ä. Muß die Antwort aber etwas ausführlicher werden kommt es drauf an, wieviel Zeit ich gerade habe. Passt es, dann antworte ich schon recht schnell. Kommt es ungelegen, dann antworte ich nicht sofort. Ich weiß dann ganz genau, daß ich die Antwort weiter vor mir her schiebe. Da schlägt meine "Aufschieberitis" total durch... :m(: Ich denke dann immer: "Ach, die Antwort ist ja schnell gemacht, daß kann ich auch später kurz erledigen..."

      Auch wenn Entscheidungen getroffen werden müssen brauche ich manchmal etwas länger... Aber wenn ich dann geschrieben habe und die Antwort von meinem Gegenüber ist nicht innerhalb ein paar Stunden da, dann werde ich selber sehr nervös und fast schon ärgerlich :m(:
    • Ich kenne das gut, bisher aus dem ehemaligen beruflichen Umfeld zum Glück eher weniger.
      Aber allgemein gesehen, kenne ich das gut.
      Ich finde es extrem lästig, jemanden warten zu lassen. Ne kurze Rückmeldung wie: "wir klären das" oder so ist immer drin. Kenne das auch von meiner Familie, wenn die was von mir wollen muss ich gefühlt schon vor ihrer Anfrage die Antwort haben und wenn ich mal was wissen möchte vergehen gefühlte Tage. :nerved:
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Kaspar wrote:

      Sie fangen dann ganz von vorne an, obwohl ich es doch alles schon ausgearbeitet und gemailt hatte. Das ist unprofessionell und für mich total anstrengend und frustrierend.
      Das kann ich mir vorstellen.
      Wie geht denn der Vorgesetzte damit um?
      Weiß der davon?
      Ich mein, regt der nicht an das man sich untereinander emails schickt um so etwas vorarbeiten zu können? Das spart ja auch Zeit im ganzen gesehen aber scheinbar wollen sich deine Kollegen diese Zeit nicht nehmen.


      Kaspar wrote:

      Andererseits, wenn sie MIR eine mail schicken und ich nicht innerhalb 1 Stunde antworte bekomme ich Anrufe und WhatsApp Nachrichten, in denen nachgefragt wird. Wenn ICH das so machen würde, würden sie sagen ich sei bekloppt.
      Wow das finde ich dreist. Ich hätte denen da schon gesagt das sie sich selber so verhalten und ich nur das nachmache wie sie es vormachen.


      Kaspar wrote:

      Ich habe das nun direkt angesprochen. Antwort: Ich bin schwierig und soll mit der Rumspinnerei aufhören.
      Dazu kann man nur sagen das sie sich doch selber nicht besser verhalten also sind sie genauso am spinnen.


      Lichterfreund wrote:

      Vielleicht habe ich auch einfach nicht die Antwort geschrieben, die erwartet wurde, oder irgendwelche sozialen Bauchpinseleien vergessen.
      LOL ja das ist auch gut möglich, daran habe ich noch garnicht gedacht. Ich mag es nicht wenn die Leute einem nicht sagen wollen was sie denken, egal was für Gründe dahinter stecken.
      Angst davor haben jemanden sauer zu machen finde ich noch verständlich aber sich schämen etwas zugeben zu müssen nicht mit einem machen zu wollen oder so finde ich idiotisch.


      H. M. Murdock wrote:

      Auch wenn Entscheidungen getroffen werden müssen brauche ich manchmal etwas länger...
      Ich kann es durchaus verstehen wenn man etwas länger braucht oder auch nachdenken will. Manche Sachen kann man nicht sofort entscheiden was total okay ist. Ich würde in so einem Moment das dann einfach sagen und sagen das ich mich später nochmal melde, das würde jemanden wie mich zumindest um einiges beruhigen XD
    • Ich hatte neulich einen ähnlichen Fall, der sich aber nicht im Internet abspielte und wo es auch nicht um eine Art Kontaktwunsch ging. Ich hoffe, dass es okay ist, das hier auch zu posten (es passt so weit zum Threadtitel).

      Ich war in einer Notsituation und habe aus Verzweiflung eine Gruppe Menschen ansprechen wollen, die an einem Tisch saßen. Dabei habe ich beobachtet, dass sich mehrere Menschen demonstrativ weggedreht haben, als ich anfing zu sprechen. Nur eine einzige Frau hat sehr empathisch auf mich reagiert und ihr Mitgefühl ausgesprochen und sich erkundigt. Eine andere Frau, die direkt daneben saß, hat demonstrativ weggeschaut und mich bewusst ignoriert. Die anderen Leute am Tisch reagierten einfach nicht, obwohl ich da stand und sprach.

      Es ist mir schon häufiger passiert, dass mich Menschen ignorieren oder schlicht wegdrehen, wenn ich anfange zu sprechen. So richtig bewusst war mir das vorher nicht. Bei diesem Vorfall ist es mir aber ganz deutlich aufgefallen. Ich war da wirklich fertig mit den Nerven, hatte mich aber noch halbwegs im Griff (habe nicht geweint und war nicht panisch). Ich hatte eine Art hilfesuchende Frage gestellt und verstehe nicht, wie man, ohne überhaupt die Frage abzuwarten, in dem Moment, wo ich die Leute suchend anschaue (und die mich auch registrieren) so demonstrativ sich anderen Dingen zuwenden kann. Und auch als ich den Satz beendet hatte, haben die nicht wieder hergeschaut. Ist das einfach nur die Mentalität in unserer Gesellschaft, dass man nicht mal mehr bereit ist, jemandem zuzuhören, der Hilfe braucht? Oder liegt das an mir?

      Ich habe keine Ahnung, ob es da bei mir mal ein Schlüsselereignis gab, jedenfalls habe ich sonst so gut wie kein Interesse, mich in Gruppen zum Sprechen zu begeben. Vermutlich auch, weil ich Angst vor dieser Reaktion (Ignorieren) habe. Mir ist das unendlich peinlich, wenn ich mich überwinde, etwas zu sagen und dann tut man so, als wäre das total unwichtig, was ich zu sagen habe. Ich könnte bei so einer Reaktion vor Scham im Boden versinken. Ich versuche mittlerweile extra, laut zu sprechen, aber selbst da werde ich oft ignoriert.

      So, als wüssten die Leute, dass das eine große Angst von mir ist. Ich verstehe diese gegensätzlichen Reaktionen überhaupt nicht. Aber das kenne ich generell, dass viele Menschen mit entweder regelrecht verabscheuen oder sehr gern haben (ein Mittelding gibt es meinem Empfinden nach eher nicht).

      Ich hätte gerne, dass mich Menschen beachten, wenn ich sie in so einer Notlage anspreche. :? Kann es sein, dass sie merken, dass ich sie nur ansprach, weil ich in Not war und sie merkten, dass ich eigentlich keinen Kontakt suchte? :roll: Aber selbst dann dreht man sich doch nicht einfach weg, wenn ein Mensch Hilfe sucht. :(

      Habt ihr Ideen, wie man in Gruppen "besser" auftreten kann? Mir war diese Situation einfach peinlich. Hätte ich vorher schon Kontakt zu den Leuten aufgebaut, wäre das bestimmt ganz anders gewesen. Aber darin bin ich ja auch nicht gut. Normalerweise halte ich mich einfach von diesen Gruppen fern. Vermutlich aus Angst. :roll:
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich wäre auch damit zufrieden gewesen wenn der Jenige sagt das er es nicht verkaufen will, dann hätte ich es abgehakt, aber dieses in der Luft hängen ist so dermaßen unangenehm.
      Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt an der Sache. Es wird wegen der fehlenden Reaktion des Anderen zu einer Art "offenen Sache", der die gesamte Energie bindet. Jedenfalls ist das bei mir oft so. Ich komme z. B. nicht damit zurecht, wenn eine Sache noch nicht abgeschlossen ist, weil ich mich dann nur ganz schlecht auf andere Dinge konzentrieren kann. Wenn es dann gar mehrere Sachen (ab drei parallel) sind, die unerledigt sind, breche ich meist komplett ein.
      So wirklich verstehe ich nicht, woran das liegt. Angeblich sollen sich ja Menschen generell nur auf eine Sache konzentrieren können. Somit müssten NT doch das gleiche Problem haben. Ich glaube aber, dass es etwas spezifisch 'autistisches' ist.

      Für mich erzeugt eine unerledigte Sache irgendwie Unruhe in mir selbst, weil dann meine Welt ins Wanken gerät. Das ist aber wieder bei mir das bekannte Problem, dass ich in Stukturen und im Denken Stabilität suche und wenn das Denken dann nicht abgeschlossen ist bzw. die Struktur unvollendet ist, dann werde ich unsicher. :|

      Vielleicht ist das ja bei dir ähnlich?

      Falls jemand Lösungsideen hat, bin ich sehr daran interessiert. Ich hatte zuletzt auf der Arbeit dann alle Arbeitsschritte zergliedert und mir wirklich alles notiert, was noch nicht beendet war, aber da bin ich fast verrückt geworden. Andere haben sich das alles im Kopf behalten, aber ich musste das alles schriftlich festhalten, weil mir das zu viel Durcheinander wurde.
      Auch bei privaten Angelegenheiten hilft es mir nur bedingt, wenn ich alles der Reihe nach mache. Denn kaum sind zwei oder drei Sachen parallel zu erledigen, bin ich oft erstmal für ein paar Stunden oder sogar Tage zu nichts mehr fähig.
      Ich frage mich, ob es da nicht andere Wege gibt, damit umzugehen. :roll:

      Man müsste das Problem irgendwie am Kern packen und nicht nur die Symptome eindämmen, finde ich.
    • FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht ist das ja bei dir ähnlich?
      Also so wie du das bis jetzt beschrieben hast, ist es bei mir exakt genau so, ja.

      Das mit den offenen Dingen empfinde ich genau so. Darum beschäftigt mich auch gedanklich was passieren wird, wenn ich die Briefe vom Ärztlichen Dienst und der Amtsstelle erhalte die sich entscheiden mussn welchen GdB ich bekomme etc. Davon hängt gleichzeitig meine ganze Zukunft ab. Das einem das angst machen kann ist kein Ausdruck. Ich versuche dabei mich selbst abzulenken und ruhig zu bleiben weil ich weiß das sich da reinsteigern alles nur verschlimmert, ich wieder Hautprobleme bekomme (ein Exem hab ich momentan eh schon an beiiden Füßen, die Haut pellt sich da irgendwie an der Fußinnenseite ab) ich will nicht das das schlimmer wrd.

      Und das Struktur suchen für Sicherheit ist bei mir auch stark ausgeprägt. Ich plane immer alles durch, will am liebsten immer schon im vorraus wissen wie man den Weg zu gehen hat, damit man ja auf dem richtigen "weg" bleibt.

      FruchtigBunt wrote:

      Es ist mir schon häufiger passiert, dass mich Menschen ignorieren oder schlicht wegdrehen, wenn ich anfange zu sprechen.
      Ja natürlich kannst du das hier auch ansprechen, ich wusste zB nicht das das auch in echt passieren kann und nicht nur im Internet.
      Ich glaube mir ist sowas sicher auch schon passiert, aber gemerkt habe ich das vermutlich nie.
      Also das mit dem wie Leute reagieren. Ich kann nur sagen das sie entweder geholfen haben oder etwas negatives/ablehnendes gesagt haben, woran ich dann erkannte "ja da hilft jemand" oder eben nicht. An der Körperhaltung wäre mir das nie aufgefallen darum kommt mir das was du beschreibst jetzt total neu vor (also das Bild im Kopf mit den leuten die so reagieren). Ich würde die die nichts sagen vermutlich komplett ausblenden und selber ignorieren und nichtmal merken was die machen.


      FruchtigBunt wrote:

      Habt ihr Ideen, wie man in Gruppen "besser" auftreten kann? Mir war diese Situation einfach peinlich. Hätte ich vorher schon Kontakt zu den Leuten aufgebaut, wäre das bestimmt ganz anders gewesen. Aber darin bin ich ja auch nicht gut. Normalerweise halte ich mich einfach von diesen Gruppen fern. Vermutlich aus Angst.
      Das einzige was mir dazu einfällt ist vielleicht das diese Leute merken das du nicht selbstsicher bist.
      Ich bin kein verhaltensexperte aber von dem was ich gehört habe, schließen sich andere Leute instiktiv lieber Leuten an die selber selbstbewusst auftreten, denn das erinnert mich an das was mal in einem Polizeibeitrag über Zivilcourage lief. Man soll die Leute nicht um Hilfe bitten sondern konkret Anweisungen geben (also das ist natürlich auf Notsituationen ausgelegt, nicht wenn man den Weg wissen will oder sonst was).
      Die Leute scheinen dann eher zu hören und der Bitte nachzukommen als wenn man sie gerelrecht von der Opferposition aus anbettelt.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich hatte zuletzt auf der Arbeit dann alle Arbeitsschritte zergliedert und mir wirklich alles notiert, was noch nicht beendet war, aber da bin ich fast verrückt geworden. Andere haben sich das alles im Kopf behalten, aber ich musste das alles schriftlich festhalten, weil mir das zu viel Durcheinander wurde.
      Das kenne ich auch.
      Wenn mir etwas zu unübersichtlich wird, schreibe ich es mir auf.
      Vieles vergesse ich auch wieder. Manches bekommt man von anderen ja auch gesagt "man soll sich hier oder dorthin wenden etc" und wenn ich das machen könnte, hab ich den namen vergessen oder vergessen das ich es machen wollte...


      FruchtigBunt wrote:

      Ich frage mich, ob es da nicht andere Wege gibt, damit umzugehen.
      Wenn man damit als Autist wirklich Probleme hat (ich kenne das ja von mir auch), hilft glaube ich echt nur eine konsequente Tagesplanung und auch die Toleranz des Umfeldes diesen Plan einzuhalten, denn man selbst tut das sicherlich.
      Ich habe sowas damals nur in der Klinik in Nürnberg erlebt wo echt die Dinge in stunden eingeteilt waren, besonders die Vormittage mit ihren Therapien und Schulstunden.
      Die anderen Zeiten waren über mehrere Stunden weil es da ja auch Freizeiten hab, aber sonst war alles bis hin zur Mittagsruhe und Essenszeit in Uhrzeiten eingeteilt.
      Ich find das sehr angenehm so, es wurde auch nie was verschoben oder so.
      Allein kann man sich solche Pläne aber nicht machen, ich weiß nicht ob manche das können, ich kann es nicht, weil ich keine Struktur von außen bekomme (festes Geld, jemand der mir hilft das einzuteilen, und jemanden der mir hilft manche Dinge zu machen damit die Zeiten auch eingehalten werden, mich erinnert etc) ich war in diesen Stunden ja auch nicht mit mir allein, selbst wenn ich in meinem Zimmer war, wurde ich daran erinnert das es zeit war zum essen etc.
    • FruchtigBunt wrote:

      Dabei habe ich beobachtet, dass sich mehrere Menschen demonstrativ weggedreht haben, als ich anfing zu sprechen.
      Wenn ich von Fremden angesprochen werde, kommt es auch ab und an vor, dass ich so reagiere. Nicht aus böser Absicht, sondern weil ich in dem Moment überfordert bin. Ich weiß dann nicht, was diese fremde Person von mir möchte und dadurch werde ich so unsicher und panisch, dass ich in diesem Moment nicht reagieren kann und mich schützen muss. Im Nachhinein ist mir das oft peinlich, aber in solch einem Moment kann ich nichts dagegen tun. Da kommt die Sozialangst durch. Wenn mich eine fremde Person in einem guten Moment erwischt und ich in der Lage bin zu kommunizieren, dann versuche ich es aber. Auch wenn es mich meist tierisch nervt, weil es so stressbehaftet für mich ist.

      Es muss also nicht unbedingt so sein, dass diese Reaktionen etwas mit dir persönlich zu tun haben, sondern mit den eigenen Problemen dieser Menschen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich kann es durchaus verstehen wenn man etwas länger braucht oder auch nachdenken will. Manche Sachen kann man nicht sofort entscheiden was total okay ist. Ich würde in so einem Moment das dann einfach sagen und sagen das ich mich später nochmal melde, das würde jemanden wie mich zumindest um einiges beruhigen XD
      Das "dumme" an dem "...ich überlege noch, melde mich später dazu..." kann manchmal sein, daß es es bei mir Lapalien sind, bei denen ich mich nicht entscheiden kann. Wenn ich dann dieses "...ich überlege noch..." schreiben würde, dann käme wahrscheinlich als Antwort: "Was gibt es denn da zu überlegen?!?!?!" :lol:

      Erst letztens in einem anderen Forum in der Tauschbörse. Wollte von einem Sammlerkollegen was kaufen. Er hat mir dann noch zusätzlich was angeboten. Nichts besonderes, auch der Kaufpreis war absolut ok, aber ich konnte mich (mal wieder) nicht entscheiden und habe deshalb erst am nächsten Tag geantwortet. Ich selber will aber auch am liebsten "sofort" eine Antwort haben. :m(:

      Das ist wie mit der "Planerei" beim mir. Wenn es um irgend was geht, dann muß ich schon lange im Voraus wissen, wann, was, wo, wie und mit wem stattfindet... Und dann hat das gefälligst auch genau so abzulaufen. Wenn ich aber was vorgeben soll, dann klingt das eher nach: "...ich weiß noch nicht so genau, vielleicht... kann ich noch nicht so genau sagen..." usw. Das kommt daher, weil ich unsicher bin, da es ja 1000 äußere Einflüsse gibt, die meinen Plan stören könnten, so daß er eben nicht genau so ablaufen kann wie ich das geplant habe. Und dann habe ich die "Angst" das ich drauf angesprochen werde: "Das hast Du aber ganz anders gesagt / geplant! Warum läuft das denn jetzt micht wie geplant ab?!" und ich in dem Moment nicht weiß, wie ich die Abweichung erklären soll. Allerdings ist diese "Angst" wohl eher unbegründet, da die meisten mit spontanen Änderungen kein Problem haben, im gegensatz zu mir... :m(: Der letzte Absatz war offtopic, 'tschuldigung.
    • RegenbogenWusli wrote:


      Ich bin kein verhaltensexperte aber von dem was ich gehört habe, schließen sich andere Leute instiktiv lieber Leuten an die selber
      selbstbewusst auftreten, denn das erinnert mich an das was mal in einem Polizeibeitrag über Zivilcourage lief. Man soll die Leute nicht um Hilfe bitten sondern konkret Anweisungen geben (also das ist natürlich auf Notsituationen ausgelegt, nicht wenn man den Weg wissen will oder sonst was).
      Die Leute scheinen dann eher zu hören und der Bitte nachzukommen als wenn man sie gerelrecht von der Opferposition aus anbettelt.
      Das hatte ich auch schon öfters gelesen, aber irgendwie nicht richtig verstanden gehabt, dass Menschen wohl selbst in Notsituationen es möglicherweise "unattraktiv" finden, wenn sie von jemandem "angebettelt" werden. Ich dachte, dass eine Notsituation da eine Ausnahme wäre, aber vielleicht hast du recht. Ich war da wirklich in einer Notsituation, so dass es mich besonders entsetzt hat, dass sich welche wegdrehten. :| Aber vielleicht ist es wirklich so, dass das dem Gegenüber egal ist, ob man in einer Notsituation ist oder nicht, weil jemand, der eine Bitte stellt und in Not ist, eine Art Opfer darstellt, das man mit Schwäche assoziiert (und dann noch möglicherweise zusätzliche 'Schwächen' wegen Nervosität etc.), von denen man sich abgrenzen möchte. 8o :( Das wäre sehr ernüchternd und traurig, aber vielleicht ist es tatsächlich so. Ich wüsste aber nicht, wie ich die Frage anders hätte formulieren sollen. Ich hatte etwas sehr Wichtiges verloren und wollte die Leute dann fragen, ob sie den Gegenstand gesehen haben. Ich hätte natürlich auch sagen können "Ey, sucht mal alle mit, ob ihr XY findet" :o :] Da ich mit den Leuten da aber noch nie ein Wort gewechselt habe, hätte ich mich nicht getraut, so einen Befehl auszusprechen. Ich glaube, in der Situation wäre es auch unangemessen gewesen (bei dem Notfall, bei dem Menschen in Gefahr sind, kann ich es mir aber vorstellen, z. B. sowas wie "Rufen Sie mal bitte die Polizei an!".
    • RegenbogenWusli wrote:


      Ich find das sehr angenehm so, es wurde auch nie was verschoben oder so. Allein kann man sich solche Pläne aber nicht machen, ich weiß nicht ob manche das können, ich kann es nicht, weil ich keine Struktur von außen bekomme (festes Geld, jemand der mir hilft das einzuteilen, und jemanden der mir hilft manche Dinge zu machen damit die Zeiten auch eingehalten werden, mich erinnert etc) ich war in diesen Stunden ja auch nicht mit mir allein, selbst wenn ich in meinem Zimmer war, wurde ich daran erinnert das es zeit war zum essen etc.
      Ich hatte mir auch schon alleine solche Pläne erstellt. Da stand dann z. B. für einen Tag sowas drauf wie "Essen kochen", "zu Lidl gehen xy kaufen", "Brief beantworten", "Tee trinken", "ins Kino gehen". Mich hat das aber unheimlich gestresst mit diesen Plänen. Es hat zwar schon Struktur gegeben, aber mir extremen Druck gemacht, weil ich mich dann sklavisch an diese Pläne gehalten habe und dann z. B. Dinge abgearbeitet habe, obwohl ich schon total erschöpft war. Aber weil es auf dem Plan stand, dachte ich, dass ich es tun muss.
      Vor allem wurde es schlimm, wenn etwas diese Pläne durchkreuzt hat, also angenommen, es kam ein Telefonat, das dazu führte, dass ich etwas veranlassen musste, was dringend war. Es war mir dann nur ganz schwer möglich, das vorzuziehen. Die Tendenz war stark, dann erst meine "Liste" abzuarbeiten.
      Bei mir haben diese Tagespläne die Sturheit und Rigorosität eher noch mehr verfestigt, als dass sie mir geholfen hätten, flexibler zu werden. :(
    • Ginkgo wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Dabei habe ich beobachtet, dass sich mehrere Menschen demonstrativ weggedreht haben, als ich anfing zu sprechen.
      Wenn ich von Fremden angesprochen werde, kommt es auch ab und an vor, dass ich so reagiere. Nicht aus böser Absicht, sondern weil ich in dem Moment überfordert bin. Ich weiß dann nicht, was diese fremde Person von mir möchte und dadurch werde ich so unsicher und panisch, dass ich in diesem Moment nicht reagieren kann und mich schützen muss. Im Nachhinein ist mir das oft peinlich, aber in solch einem Moment kann ich nichts dagegen tun. Da kommt die Sozialangst durch. Wenn mich eine fremde Person in einem guten Moment erwischt und ich in der Lage bin zu kommunizieren, dann versuche ich es aber. Auch wenn es mich meist tierisch nervt, weil es so stressbehaftet für mich ist.
      Es muss also nicht unbedingt so sein, dass diese Reaktionen etwas mit dir persönlich zu tun haben, sondern mit den eigenen Problemen dieser Menschen.
      Hm, okay. Die Leute dort wirken auf mich aber alle extrem kommunikativ. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die soziale Ängste haben. Aber dass es etwas mit ihnen zu tun hat, könnte schon sein. Es könnte ja sein, dass sie müde sind und keine Lust hatten, mit Unbekannten zu reden. Sonst fallen mir aber nicht wirklich viele Gründe ein, weshalb mehrere Personen (bis auf eine) sich wegdrehten bzw. mich ignorierten. Vielleicht hatten sie bisher schon schlechte Erfahrungen gemacht, mit Menschen, die so aussehen oder wirken wie ich. :roll:
    • RegenbogenWusli wrote:

      das man sich untereinander emails schickt um so etwas vorarbeiten zu können? Das spart ja auch Zeit im ganzen gesehen aber scheinbar wollen sich deine Kollegen diese Zeit nicht nehmen.
      @RegenbogenWusli Genau das habe ICH angeregt. Ich habe auch gesagt, dass ich die Arbeit des Zusammenfassens übernehme. Alle Argumente pro/contra aufliste.
      Ideen zusammenfasse usw.
      Das wurde ignoriert. Statt dessen kam dann ne mail: spontanes Arbeitsgruppentreffen :(.